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Freitag, 19. Februar 2016

Elfrida Andrée und der frühe Feminismus Schwedens

Elfrida Andrée wurde am 19. Februar 1841 als Tochter eines Landarztes in Visby auf Gotland geboren und gehört zu jenen Frauen Schwedens, die sehr früh für die Rechte der Frau eintraten, ohne jedoch in einer der offiziellen Frauenbewegungen zu finden zu sein. Dennoch war Andrée die erste Organistin einer Domkirche, die erste Telegrafistin des Landes und eine der wenigen Komponistinnen Schwedens, die selbst eine Gesetzesänderung erwirkte um allen Frauen den Weg zur Organistin zu ebnen. Jede Errungenschaft Andrées war mit einem Kampf für die Rechte der Frauen verbunden.

Im Alter von 19 Jahren stellte Elfrida Andrée ihren ersten Antrag um Telegrafistin zu werden, einen Beruf, der Frauen grundsätzlich verwehrt war. Obwohl ihr Vater den Antrag unterschrieb, mit dem Hinweis, dass die Tochter umsonst arbeiten würde und bereits über die nötigen Kenntnisse verfüge, wurde der Antrag abgelehnt, da diese Arbeit ungeeignet für Frauen sei. Zwei Jahre später schrieb Andrée persönlich an den König und stellte einen neuen Antrag, der jedoch erneut abgelehnt wurde. Erst 1864 öffnete dann das Telegrafenamt den Beruf auch für Frauen und akzeptierte die ersten 23 Frauen bei einer entsprechenden Ausbildung, darunter Elfrida Andrée, die anschließend drei Jahre lang als Telegrafistin arbeitete.

Bereits 1861 war Elfrida Andrée auch bei der finnischen Kirche und der französisch reformierten Kirche in Stockholm als Organistin beschäftigt, was ihr in der offiziellen Kirche des Landes um diese Zeit nicht möglich war. Auch hier kämpfte Andrée um ihre Rechte und, dank ihrer Fähigkeiten, gelang es ihr dann 1867 als Organistin in der Göteborger Domkirche beschäftigt zu werden, eine Arbeit, die sie bis zu ihrem Lebensende am 11. Januar 1929 behielt. Nachdem die Musikerin auch komponieren wollte, machte sie beim dänischen Komponisten Niels W. Gade eine Privatausbildung, denn in einem Konservatorium wurden Frauen in Schweden um diese Zeit nicht aufgenommen. Andrée schrieb mehrere Symphonien, Librettos und Orgelquintette, aber nur sehr wenige davon wurden bisher aufgeführt, denn auch dies war kein Beruf für eine Frau.

Copyright: Herbert Kårlin

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Freitag, 29. Juni 2012

Hedvig Charlotta Nordenflycht, mit Lyrik in den Tod

Am 29. Juni 1763 starb die schwedische Poetin Hedvig Charlotta Nordenflycht nur wenige Tage nach einem versuchten Selbstmord an den Folgen der Tat. Nordenflycht wird noch heute als eine der bedeutendsten schwedischen Lyrikerinnen des 18. Jahrhunderts betrachtet und oft als die erste Feministin des Landes bezeichnet, was allerdings nicht auf den Stoff ihrer Gedichte zurückzuführen ist, sondern darauf, dass sie die erste Frau Schwedens war, die sich von ihrer schriftstellerischen Arbeit ernährte.

Hedvig Charlotta Nordenflycht war am 28. November 1718 in Stockholm geboren und kam erst nach ihren zwei Ehen zum Schreiben, wobei diese Ehen sicher einen bedeutenden Einfluss auf ihre späteren Werke hatten, denn ihre erste Ehe mit dem Mechaniker Johan Tideman endete drei Jahre nach der Hochzeit mit seinem Tod und befreite sie von seinem Rationalismus und Skeptizismus, der ihre Poesie unmöglich gemacht hätte und die zweite Ehe mit ihrem Privatlehrer Jacob Fabricius endete bereits nach sieben Monaten, ebenfalls mit dem Tod des Partners.

Den Tod von Jacob Fabricius verarbeitete Nordenflycht mit dem Schreiben der Gedichtsammlung „Den sörgande Turtur-dufvan“, der dann nahezu unmittelbar eine vierbändiges Gedichtzyklus folgte. Parallel dazu stürzte sich Hedvig Charlotta in das Tagesgeschehen, das sie in ihre Werke einfließen ließ. Außer für politische, philosophische und religiöse Fragen interessierte sich Nordenflycht vor allem für die Rechte der Frau und fordert insbesondere das Recht der Bildung für Frauen. Ihr bekanntestes Gedicht „Öfver en Hyacint“ war eines ihrer letzten Werke und eine Liebeserklärung an einen jüngeren Mann wegen dessen verschmähter Liebe sie sich zu ertränken versuchte.


29. Juni 1809: König Karl XIII. von Schweden
29. Juni 1900: Die Nobelstiftung und der Nobelpreis Alfred Nobels

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 29. April 2012

Sophia Elisabet Brenner und die Frauenbewegung

Am 29. April 1659 wurde Sophia Elisabet Brenner in Stockholm geboren, die erste Frau Schwedens, die schöngeistige Literatur verfasste und dabei gleichzeitig für die Befreiung der Frau kämpfte. Ihre schriftstellerische Leistung wurde auch von offizieller Seite gewürdigt, was dazu führte, dass Sophia Elisabet Brenner auch die erste Frau Schwedens wurde, die im Jahre 1723 die Autorenpension erhielt. Die gesamten Werke der Autorin werden gegenwärtig neu herausgegeben.

Sophia Elisabet Brenner war die Tochter von Niklas Weber, der 1630 von Deutschland nach Schweden ausgewandert war und seinen Töchtern Bildung vermitteln wollte. Auch wenn Sophia Elisabet in die Deutsche Schule ging und zu Hause nur Deutsch geredet wurde, lernte sie sehr schnell Schwedisch und Latein, das sie auch bei einigen ihrer Gedichte benutzte. Als Nebensprachen kamen dann noch Französisch, Italienisch und Holländisch hinzu. Nicht verwunderlich ist daher, dass Sophia Elisabet Brenner auch eine der ersten Frauen des Landes war, die in der Visingsö Schule studierte.

Sophia Elisabet wurde durch ihre „Tillfällesdikter“ (Gelegenheitsgedichte) bekannt deren Stoff sie aus dem täglichen Geschehen holte. Sie behandelte dabei politische Probleme neben Gedanken zur schwedischen Sprache oder der Rolle der Frau in der Gesellschaft. Als 1713 ihr erstes lyrisches Werk „Poetiska Dikter“ veröffentlicht wurde, war Sophia Elisabet Brenner die erste Frau Schwedens, die Gedichte in schwedischer Sprache präsentierte und ihr den Beinamen „Die zweite Sappho“ einbrachte. Bereits 1693 hatte die Schriftstellerin mit „Det Qwinliga Könetz rätmätige Förswar“ auch das erste feministische lyrische Prosawerk Schwedens veröffentlicht, das später andere Feministinnen Schwedens inspirierte.


29. April 1812: Emilie Högqvist, ein kurzes Leben im Glanz
29. April 1913: Der schwedische Reißverschluss erobert die Welt

Copyright: Herbert Kårlin

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