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Mittwoch, 20. Februar 2019

Der schwedische Künstler Caleb Althin

Caleb Althin kam am 20. Februar 1866 als Sohn eines Priesters in Karlskrona zur Welt und studierte zwischen 1885 und 1894 Kunst an der Kunstakademie in Stockholm. Nach seinem Studium verbrachte Althin zwei Jahre auf einer Studienreise in Frankreich und in Deutschland bei der er seine künstlerischen Fähigkeiten noch weiter verbesserte und sich auf die Dekormalerei spezialisierte. Nach seiner Rückkehr nach Schweden arbeitete der Künstler insbesondere als Dekorationsmaler in einigen der bedeutendsten Kirchen Schwedens, unter anderem der Domkirche in Uppsala und der Sofiakirche in Stockholm.

Parallel zu dieser Tätigkeit gründete Caleb Althin jedoch auch eine Schule für künftige Maler, die Althins målarskola, wo der Künstler selbst im freien Zeichnen unterrichtete. In kurzer Zeit entwickelte sich diese Schule zur bekanntesten privaten Kunstschule Skandinaviens in der über mehrere Jahrzehnte hinweg Künstler auf die Prüfung der Kunstakademie vorbereitet wurden, insbesondere auch Frauen, die im allgemeinen nicht überall Zugang hatten. Bereits ein Jahr nach Gründung seiner Schule wurde Althin auch als Kunstlehrer an der Technischen Hochschule in Stockholm beschäftigt und an 1912 hatte er zudem eine Anstellung am heutigen Konstfack.

Caleb Althin gehört mit zu den vielseitigsten Künstlern seiner Zeit, denn neben Fresken und dekorativen Malereien in Kirchen, arbeitete er auch als Illustrator und als Plakatmaler, unter anderem für die Stora Bryggeriet, eine Großbrauerei, in Stockholm und er bewies auch mehrmals seine Fähigkeit im Kupferstich, wobei einige seiner graphischen Werke stark an den Jugendstil angelehnt sind. Da Althin mehrere Kunststile meisterte, wurde er zwar sehr viel und sehr gerne beschäftigt, aber er fand wenig Anerkennung bei den etablierten Künstlern seiner Zeit, die alle nur einen bestimmten Stil verfolgten und die Vielseitigkeit Althins mehr dem Handwerk zuordneten. Caleb Althin fand dennoch den Zugang zur Nationalgalerie in Stockholm.


20. Februar 1513: Johan II. von Schweden, König für vier Jahre
20. Februar 1636: Die Entwicklung der schwedischen Post
20. Februar 1636: Der Reichsrat Axel Oxenstierna af Södermöre
20. Februar 1816: Anders Jönsson und die schwedische Textilindustrie
20. Februar 1856: Carl David Skogman und wie Wirtschaftspolitik Schwedens
20. Februar 1866: Der schwedische Architekt Carl Westman
20. Februar 1903: Der schwedische Maler Gotthard Werner
20. Februar 1916: Klas Pontus Arnoldson, Träger des Friedensnobelpreises
20. Februar 1917: Gustaf von Platen, journalistische Romane ohne Skandale
20. Februar 1955: Klas Östergren, das exzentrische literarische Genie
20. Februar 1988: Die schwedische Künstlerin Idun Lovén 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 2. Mai 2017

Der schwedische Architekt Ragnar Hjorth

Ragnar Hjorth kam am 2. Mai 1887 als Sohn eines Pädagogen und Schulreformators in Stockholm zur Welt und studierte erst an der Tekniska Högskolen bevor er sich 1912 an der Kunstakademie einschrieb um zwei Jahre später sein Examen als Architekt abzulegen. Zwischen 1917 und 1921 war Hjorth mehrmals Lehrer für Geschichte der Architektur an der Kunsthochschule, parallel zu seiner Anstellung im schwedischen Bauamt. In diesem Zusammenhang wurde Hjorth auch ein Reisestipendium verliehen, das ihm 1921 eine einjährige Studienreise nach Frankreich, England und Italien ermöglichte.

Auch wenn Ragnar Hjorth während seiner Studienzeit zu einem Spezialisten in Jugendstil und der Nationalromantik ausgebildet wurde, sollte der Architekt weder in seiner staatlichen Aufgabe, noch als Privatarchitekt, je ein Gebäude in diesen beiden Stilen bauen, sondern sich während der erste Jahre dem Klassizismus widmete um dann in den 30er Jahren zu offenen Flächen und dem Funktionalismus zu finden, also ein Vorreiter der modernen Architektur Schwedens zu werden. Den neoklassischen Stil Hjorths findet man insbesondere im Gebäude der Nobelstiftung in Stockholm und den Übergang zum Funktionalismus dann beim Technischen Museum.

Mit der Zeit erhielt Ragnar Hjorth, der bis zu seiner Pensionierung im Bauamt arbeitete und seit 1927 auch als Schlossarchitekt tätig war, immer mehr Restaurationsaufträge, da er mehrere Baustile beherrschte und daher die Originalstrukturen der Bauten weitgehend erhalten konnte. In diesem Rahmen arbeitete Hjorth, unter anderem, am Schloss Haga, der Domkirche in Göteborg und der Klosterkirche Nydala. Bereits ab dem Ende der 30er Jahre strebte Ragnar Hjorth, der am 2. Mai 1971 in Stockholm starb, sowohl bei Neubauten als auch bei Restaurationen zu einer allgemeingültigen Architektur, im Gegensatz zur Romantik und der Einzigartigkeit eines Gebäudes, was ihn von vielen Architekten der Epoche unterschied.


2. Mai: Åsa, mehr als nur ein Namenstag
2. Mai 1754: Hedemora brennt bis auf wenige Häuser nieder
2. Mai 1797: Gustaf Engzell, der konservative Modernist der schwedischen Literatur
2. Mai 1844: Der Dichter und Priester Carl Fredric Dahlgren
2. Mai 1848: Harald Hjärne als Historiker und Politiker
2. Mai 1875: Der schwedische Künstler Gunnar Hallström
2. Mai 1981: Olle Bærtling, der gemobbte Künstler Schwedens
2. Mai 2007: Magnus Stenbock und die Ansicht eines Grafen

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 17. November 2016

Göteborg erhält die erste Wasserleitung

Als Gustav II. Adolf 1621 Göteborg gründete, so betrachtete er ausschließlich den militärischen Aspekt und er vernachlässigte dabei die Wasserversorgung der Bewohner, die sich daher mit dem Wasser der Kanäle knapp 200 Jahrelang waschen mussten und zum großen Teil auch das Trinkwasser hier entnahmen, was zu zahlreichen Krankheiten und Epidemien führte. Nur die reichste Schicht der Stadt hatte die Möglichkeit sich Wasser von einer Quelle in Kallebäck, das einige Kilometer außerhalb der Stadtmauer lag, zu holen, da die Bewohner Kallebäcks sehr schnell erkannt hatten wie wertvoll das Quellwasser für Göteborg war und verkauften es letztendlich für Wucherpreise. Der einfache Bürger konnte sich daher von diesem Wasser nicht versorgen.


Zu Beginn des 17. Jahrhunderts kam dann erstmals die Idee auf von der Quelle in Kallebäck eine Wasserleitung zur Stadt innerhalb der Stadtmauer, also innerhalb Wallgrabens, zu bauen. Obwohl Niclas Sahlgren der Stadt eine bedeutende Summe für den Bau der Wasserleitung als Stiftung zur Verfügung stellte, kamen erst 1780, nach dem Tode des Direktors der Ostindien-Kompanie, die Gespräche darüber wieder in Gang. Auf Initiative des Großhändlers Henry Greigh und des Kommerzienrates Daniel Petterson sammelte man dann zusätzliches Geld für das Unternehmen und 1786 konnte man mit dem Bau der Wasserleitung von Kallebäck nach Göteborg beginnen. Als die Wasserleitung ein Jahr später fertiggestellt war, war dieses Ereignis so bedeutend dass die Quelle in Kallebäck am 17. November 1787 sogar von König Gustav III. eingeweiht wurde.

Diese erste Wasserleitung erreichte zuerst die Kungsportsbron, das damals wichtigste Stadttor Göteborgs, wo auch eine Zisterne aufgestellt wurde, anschließend eine Stelle an der Domkirche und schließlich auch noch den zentralen Marktplatz, den Gustav Adolfs Torg. Der Bau dieser Rohrleitung aus Holz verursachte allerdings auch ziemliche Probleme, da der Frost eine Gefahr für die Leitungen bildete, man diese jedoch nicht ganz oberirdisch bauen konnte und das Wasser im Winter permanent in Bewegung sein musste. Als sich die Wasserleitung jedoch bewährt hatte und eines der größten Gesundheitsrisiken der Stadt beseitigt war, so spaltete sich die Bevölkerung Göteborgs sehr schnell erneut in zwei Gruppen, denn die reichste Schichte erhielt die Genehmigung auf eigene Kosten von den Verteilstellen aus eine eigene Leitung bis zu ihren Häusern zu bauen und die anderen mussten weiterhin täglich mit ihren Gefäßen zu den Wasserstellen.


17. November 1587: Louis De Geer und die schwedische Industrialisierung
17. November 1592: König Johan III., der Bauherr Schwedens
17. November 1777: Der schwedische Künstler Johan Stålbom
17. November 1785: Julia Nyberg und die philanthropischen Balladen 
17. November 1862: Die Feministin und Politikerin Anna Bugge
17. November 1877: Hans Magnus Melin und die moderne Bibel Schwedens
17. November 1924: Maj-Briht Bergström-Walan, die erste Sexologin Schwedens
17. November 1967: Bo Bergman, zwischen Realismus und Belletristik
17. November 1971: 35 Jahre Hem till byn im schwedischen Fernsehen

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Die Domkirche (Kathedrale) in Skara

Die der Heiligen Maria geweihte Domkirche (Kathedrale) in Skara gehört mit zu den größten Kirchen Schwedens und geht bis zum elften Jahrhundert zurück, auch wenn aus dieser Zeit lediglich die Krypta erhalten blieb. Andere Teile der Kirche kamen im 13. Jahrhundert hinzu und zu Beginn des 14. Jahrhundert bekam die Kathedrale ihren hochgotischen Stil. Allerdings musste das Gebäude in den folgenden Jahrhunderten mehrmals restauriert werden, da die Kirche in anfälligem Sandstein des Västergötlands gebaut wurde, aber auch wegen dem Krieg gegen Dänemark bei dem die Domkirche stark beschädigt wurde und wegen der Stadtbrände.

Den kaum sichtbaren, noch heute erhaltene Stilbruch der Kathedrale kam mit der Renovierung ab 1886, die der Architekt Helgo Zettervall leitete, denn er fügte Teile einer Basilika bei und griff bei der Grabkapelle bei Details sogar zum Barock, einer Veränderung, die bereits Carl Johan Cronstedt über 100 Jahre früher begonnen hatte. Als die acht Jahre dauernden Arbeiten an der Domkirche in Skara abgeschlossen waren, wurde sie am 26. Oktober 1894 erneut eingeweiht, mit einem Aussehen, das sich bis heute nicht mehr verändert hat, da die letzte Renovation nur rein technischer Natur war und bei einem angelegten Brand vor vielen Jahren nur der Dachstuhl betroffen war, der dann im älteren Stil der Kirche wieder erneuert wurde.

Die ältesten Kunstschätze der Domkirche in Skara gehen ebenfalls bis zum elften Jahrhundert zurück und sind eines der Zeichen dafür dass die Stadt mit zu den ältesten Schwedens gehört und zudem sehr früh christianisiert wurde. Eines der größten Wunderwerke der Kathedrale sind allerdings die 37 Glasmosaikfenster des Künstlers Bo Beskow, die erst zwischen 1945 und 1976 hinzukamen und überwiegend biblische Motive darstellen, unter anderem auch die Heilige Birgitta und die Sankt Helena aus Skövde, einer Stadt, die nicht sehr weit von Skara entfernt liegt. Besonders interessant ist ein Bild neben drei Darstellungen aus dem Alten Testament, denn im sogenannten Skarafenster treffen sich Heidentum und Christentum im  Stift von Skara, ein deutlicher Hinweis auf die Religionsgeschichte Schwedens.


26. Oktober 1694: Der schwedische Barockkomponist Johan Helmich Roman
26. Oktober 1862: Die Künstlerin und Anthroposophin Hilma af Klint
26. Oktober 1900: Karin Boye und die Zerbrechlichkeit einer Schriftstellerin
26. Oktober 1900: Karin Boye und ihre melancholische Dichtkunst
26. Oktober 1905: In Karlstad endet die Union zwischen Schweden und Norwegen
26. Oktober 1942: Cecilia Torudd und der treffende Cartoon

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 19. Februar 2016

Elfrida Andrée und der frühe Feminismus Schwedens

Elfrida Andrée wurde am 19. Februar 1841 als Tochter eines Landarztes in Visby auf Gotland geboren und gehört zu jenen Frauen Schwedens, die sehr früh für die Rechte der Frau eintraten, ohne jedoch in einer der offiziellen Frauenbewegungen zu finden zu sein. Dennoch war Andrée die erste Organistin einer Domkirche, die erste Telegrafistin des Landes und eine der wenigen Komponistinnen Schwedens, die selbst eine Gesetzesänderung erwirkte um allen Frauen den Weg zur Organistin zu ebnen. Jede Errungenschaft Andrées war mit einem Kampf für die Rechte der Frauen verbunden.

Im Alter von 19 Jahren stellte Elfrida Andrée ihren ersten Antrag um Telegrafistin zu werden, einen Beruf, der Frauen grundsätzlich verwehrt war. Obwohl ihr Vater den Antrag unterschrieb, mit dem Hinweis, dass die Tochter umsonst arbeiten würde und bereits über die nötigen Kenntnisse verfüge, wurde der Antrag abgelehnt, da diese Arbeit ungeeignet für Frauen sei. Zwei Jahre später schrieb Andrée persönlich an den König und stellte einen neuen Antrag, der jedoch erneut abgelehnt wurde. Erst 1864 öffnete dann das Telegrafenamt den Beruf auch für Frauen und akzeptierte die ersten 23 Frauen bei einer entsprechenden Ausbildung, darunter Elfrida Andrée, die anschließend drei Jahre lang als Telegrafistin arbeitete.

Bereits 1861 war Elfrida Andrée auch bei der finnischen Kirche und der französisch reformierten Kirche in Stockholm als Organistin beschäftigt, was ihr in der offiziellen Kirche des Landes um diese Zeit nicht möglich war. Auch hier kämpfte Andrée um ihre Rechte und, dank ihrer Fähigkeiten, gelang es ihr dann 1867 als Organistin in der Göteborger Domkirche beschäftigt zu werden, eine Arbeit, die sie bis zu ihrem Lebensende am 11. Januar 1929 behielt. Nachdem die Musikerin auch komponieren wollte, machte sie beim dänischen Komponisten Niels W. Gade eine Privatausbildung, denn in einem Konservatorium wurden Frauen in Schweden um diese Zeit nicht aufgenommen. Andrée schrieb mehrere Symphonien, Librettos und Orgelquintette, aber nur sehr wenige davon wurden bisher aufgeführt, denn auch dies war kein Beruf für eine Frau.

Copyright: Herbert Kårlin

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Montag, 1. September 2014

Die Kathedrale in Lund wird eingeweiht

Niemand kann heute sagen wann die ersten Steine für die Kathedrale in Lund tatsächlich gesetzt wurden. Sicher ist jedoch, dass man bereits im 12. Jahrhundert mit dem Bau begann, da um diese Zeit Lund der Sitz des katholischen nordischen Erzbistums wurde. Aber bereits Knut der Heilige sprach in einem Gabenbrief vom 21. Mai 1085 vom Bau einer Domkirche (Domkyrka = Kathedrale), leider wird in diesem Schreiben jedoch der Ort der Kirche nicht genauer benannt, weswegen man davon ausgeht, dass der Vorläufer der heutigen Kathedrale erst im 12. Jahrhundert begonnen wurde.


Welche Rolle die im romanischen Stil gebaute erste Kirche hatte, ist ebenfalls unbekannt, denn auch wenn der Altar in der Krypta bereits 1123 eingeweiht wurde, so kann man alten Dokumenten entnehmen, dass der Hochaltar und die Kathedrale als solches erst am 1. September 1145 eingeweiht wurde und ab diesem Zeitpunkt als Bischofsitz diente. Da jedoch schon 1234 ein großer Teil der Domkirche durch einen Großbrand zerstört wurde, gehen heute nur noch wenige Teile des Baus ins 12. Jahrhundert zurück. Das heutige Aussehen der Kathedrale in Lund, sowohl innen als auch außen, geht lediglich bis ins 19. Jahrhundert zurück, da um diese Zeit bedeutende Arbeiten stattfanden, die die Domkirche sowohl erhalten sollten als auch der Modernisierung dienten.

Auch wenn die gesamte Kathedrale in Lund ein architektonisches Wunder ist, so werden die meisten Besucher vor allem von der Horologium Mirabile Lundense, der astronomischen Uhr angezogen, die zwischen 1422 und 1425 gebaut wurde und damit auf die Zeit zurückgeht als Königin Filippa Schweden, Norwegen und Dänemark führte. Der älteste Teil der Domkirche ist die Krypta, da man hier noch eine Reise bis ins Jahr 1123 vornehmen kann und die vermutlich noch von Donatus gebaut wurde, dem ersten Architekten, der mit dem Bau des Bischofsitzes beauftragt wurde. Auch wenn der größte Teil der Kathedrale in Lund besichtigt werden kann, so sind weder der Hochaltar noch die Taufkapelle mit dem gotländischen Taufbecken aus dem 13. Jahrhundert für Touristen geöffnet.


1. September 1524: Der Malmö recess, das Ende des Befreiungskrieges
1. September 1526: Katarina Jagellonica, Königin von Schweden 
1. September 1625: Ein Großbrand in Stockholm ändert die Stadtplanung 
1. September 1736: Schweden und Sveriges rikes lag, Grundlagen der Gesetze 
1. September 1882: Gunnar Bohman, mit der Laute zum Weltruhm 
1. September 1913: Anders Bjurholm und die schwedischen Bierflaschen 
1. September 1958: Keith Cederholm und der Aufreißermord in Malmö

Copyright: Herbert Kårlin

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Samstag, 13. April 2013

Die schwedische Textilkünstlerin Agnes Branting

Obwohl Agnes Branting eine der bedeutendsten Textilkünstler Schwedens war und vermutlich nahezu jeder Schwede bereits einige ihrer Werke gesehen hat, war sie bei ihrem Tod am 13. April  1930 nur einer kleinen Schicht an Kunstinteressenten bekannt, da man ihre Werke nur in wenigen Museen in Spezialabteilungen finden konnte und sich die meisten ihrer Kunstwerke noch heute in den Kirchen Schwedens befinden.

Agnes Branting war eine der ersten beiden Frauen Schwedens, die an der Technischen Schule in Stockholm Kunstlehrerin mit der Fachrichtung Textilkunst wurde und ab 1891 Mitglied der Handarbetets vänner wurde, wo sie auch bald die Leitung des Ateliers übernahm. 1904 gründete Branting ihr Textilatelier Licium, das innerhalb von 26 Jahren über 1600 künstlerische, sakrale Textilien an religiöse Einrichtungen lieferte und dabei bedeutend für den Gebrauch der fünf liturgischen Farben der schwedischen Kirche beigetragen hat.

Agnes Branting war von Beginn an an der Herstellung kirchlicher Textilien interessiert, da diese Textilien mit ihrem Symbolgehalt und der Aussagekraft eine Vielseitigkeit zulassen, die in anderen Bereichen der Textilkunst kaum zu finden sind, auch wenn die Hauptarbeit dabei von der Ausarbeitung und dem Sticken von Ornamenten und Bibeltexten dominiert wird. Zu den eindrucksvollsten Leistungen von Agnes Branting gehört jedoch die Einrichtung des Domkirchenmuseums in Uppsala, wobei die Künstlerin auch sämtliche damaligen Textilien für den Dom schuf. Branting ist es auch zu verdanken, dass die mittelalterlichen Textilien der Domkirche in Linköping erhalten wurden, die sie über ihren Verein Pietas restaurierte.


13. April 1714: Großbrand in Västerås 
13. April 1876: Are Waerland, ein schwedischer Gesundheitsapostel

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 27. Juli 2012

Die Visby Sankta Maria Domkyrka, die Kathedrale Visbys

Die Visby Sankta Maria Domkyrka, auch als Kathedrale Visby bezeichnet, wurde am 27. Juli 1225 vom Linköpinger Bischof Bengt eingeweiht, wobei der Bau der Kirche bereits im Jahre 1190 begann und das Zeichen einer Uneinigkeit der deutschen Katholiken auf Gotland war. Ohne diese Zwistigkeit, die als „Ryssbråket“ in die Geschichte Gotlands einging und etwas über drei Jahre andauert, wäre dieses imposante Gebäude Gotlands vermutlich nie entstanden.

Die deutschen Kaufleute, die sich fest auf Gotland angesiedelt hatten, verfügten um diese Zeit über die Sankt Pers Kirche und verweigerten den deutschen katholischen Kaufleuten, die nur zu Handelsfahrten nach Gotland kamen, die Teilnahme am Gottesdienst. Aus diesem Grund sammelten diese Gelder bei allen deutschen Handelsfahrzeugen um eine eigene Kirche zu bauen. Die sehr langsam entstehende Kirche, die nach deutschen Vorbild gebaut wurde, wird in Visby bis heute oft noch als „tyskarnas kyrka“ bezeichnet, auch wenn dies zumindest seit 1429 eine falsche Bezeichnung ist.

Als die Visby Sankta Maria Domkyrka 1225 fertig war, war sie keiner festen Kirchengemeinde zugeordnet und hatte zudem zwei Priester, die sie parallel für ihre Messen benutzten. Zum einen handelte es sich dabei um die deutschen Christen, zum anderen um jene Gotlands, die allerdings bis zu Beginn des 15. Jahrhundert weitaus kleiner war als die deutsche Kirchenversammlung. 1429 wurden dann die beiden Kirchengemeinden vereint und vermutlich 1533 mussten die Bewohner Visbys ihre ursprüngliche Kirche Sankt Hans verlassen und die Marienkirche auf Visby wurde zur offiziellen Versammlungskirche der Stadt.


27. Juli 1361: Valdemar Atterdag erobert die Stadt Visby
27. Juli 1939: Pelle Svanslös, die gutgläubigste Katze Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 18. Mai 2011

Erik der Heilige stirb bei Uppsala

Nach der Legende starb Erich der Heilige (Erik IX., Erik den helige) am 18. Mai 1160 bei einem Kampf vor den Toren Uppsalas. Der König, über den relativ wenig bekannt ist, kämpfte auf jedem Fall zwischen den Jahren 1160 und 1162 bei Uppsala gegen den dänischen Prinzen Magnus Henriksson, der den Thron beanspruchte und wurde, da der dänische Herausforderer weit in der Übermacht war, getötet. Spätere Untersuchungen bewiesen, dass Erik der Heilige eines gewaltsamen Todes starb und mit aller Wahrscheinlichkeit enthauptet wurde.

Da Erik IX nach seinem Tod heilig gesprochen wurde, versuchten die Geschichtswissenschaftler mehr über diesen König erfahren, aber relativ erfolglos, da er nur in sehr wenigen glaubwürdigen Dokumenten auftaucht, die Zeit seines Lebens verfasst wurden. Vermutlich war er nicht der König ganz Schwedens, sondern nur König von Västergötland, einem Reich, das um diese Zeit teilweise auch von Dänemark und Norwegen beansprucht wurde und in dem Grenzkämpfe nahezu an der Tagesordnung waren, zumal Västergötland erst ab 1134 auch in das schwedische Reich einverleibt worden war.

Nach der Legende, die auch zur Heiligsprechung von Erik IX führte, entsprang dort, wo sich sein Blut ergoss, durch ein Wunder eine Quelle, auf der bis ins 18. Jahrhundert die Sankt Erik Kapelle errichtet stand. Danach wurde die Quelle, die ursprünglich im Süden der Domkirche lag nördlich der Kirche gefunden. Heute nimmt man jedoch an, dass es sich bei der Heiligen Quelle um die Slottskällan handelt, die man 500 Meter südlich der Domkirche findet.

Ursprünglich wurde Erik der Heilige im Dom in Gamla Uppsala begraben. Im Juli 1237 wurden seine Reste dann in der Uppsala Domkyrkan beigesetzt. In seinem Grabschrein liegt auch die älteste erhaltene Krone Schwedens, die aus vergoldetem Kupfer besteht und ursprünglich mit roten, grünen und blauen Halbedelsteinen besetzt war. Die Steine sind heute nicht mehr in der Krone zu finden.

18. Mai 1160: Erik, der einsame Herrscher, hat Namenstag
18. Mai 1946: Ein UFO mit Außerirdischen landet in Skåne 

Copyright: Herbert Kårlin