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Mittwoch, 11. Dezember 2013

Der Militärpriester und Dichter Jacob Fabricius

Als Jacob Fabricius am 11. Dezember 1741 in Karlskrona starb, war er im Grunde ein unbekannter Militärpriester, der nur deshalb eine gewisse Aufmerksam erhielt, weil er der Ehemann der Schriftstellerin Hedvig Charlotta Nordenflycht war, die wiederum ihre damalige Karriere ihrem Ehemann verdankte, der sie in die adelige Familie Cronstedt på Fullerö eingeführt hatte, die dafür verantwortlich war, dass die ersten Gedichte der Autorin veröffentlicht wurden.

Auch Jacob Fabricius verdankte seinen Aufstieg bis zum Admiralitätspriester der Familie Cronstedt, denn auf Grund von finanziellen Problemen seines Vaters führten ihn seine Studien die ersten Jahre nicht weiter als zum Dienst als Hauslehrer und zu unbezahlten Vikariatstellen. Als sich dann Fabricius intensiv mit dem Studium der französischen Sprache beschäftigte, führte ihn dies beruflich etwas voran und als er schließlich Vizepriester in Lundby bei Västerås wurde, kamen die intellektuellen Kontakte zu Cronstedt, die sowohl ihm als auch Nordenflycht auf dem weiteren Weg durch ihre Einflüsse halfen.

Nach dem Tode von Jacob Fabricius veröffentlichte die Witwe Nordenflycht einen Teil der Lyrik, die Fabricius im Laufe seines Lebens geschrieben hatte, aber da seine Werke wenig ausgereift waren, wurde er auch nach seinem Tode nicht als Poet bekannt. Seine Bedeutung kommt daher ausschließlich über seine Ehefrau, die in ihren eigenen Werken und ihrer Autobiografie immer wieder auf Fabricius verweist. Forscher der Literaturwissenschaften haben sich bis heute allerdings auch kaum um den Dichter bemüht, der dadurch immer noch nur im Schatten seiner Frau existiert.


11. Dezember 1849: Ellen Key und die befreite Arbeiterfrau
11. Dezember 2010: Terroristisches Attentat im weihnachtlichen Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 28. April 2013

Hjalmar Procopé, ein finnlandschwedischer Dichter

Hjalmar Procopé wurde am 28. April 1868 in Helsingfors, dem heutigen Helsinki, geboren und gehört zu jener Gruppe an Personen, die ein Teil der schwedischen Kultur sind, da sie in einer Zeit zur Welt kamen als Finnland noch nicht selbstständig war und sie die schwedische Sprache als ihre Muttersprache benutzten, zu einer Gruppe, die heute sehr rückläufig ist, da Finnland sich als wenig offen für Minoritätensprachen zeigt und zudem sehr viele Finnlandschweden während der letzten 50 Jahre nach Schweden umzogen.

Hjalmar Procopé studierte nach seinem Schulgang in Vasa (Vaasa) und Helsingfors (Helsinki) Geschichte. Als er sein Studium abgeschlossen hatte, überlegte er, ob er Lehrer oder Journalist werden sollte. Da er den Schulbetrieb jedoch mit Disziplin in Verbindung brachte, entschied er sich letztendlich für den Journalismus. Wann Procopé dann daran dachte auch literarisch aktiv zu werden, ist nicht bekannt, aber als er im Jahre 1900 bei den Tammerfors Nyheter als Redakteur arbeitete, erschien auch der erste Gedichtband des Journalisten.

Sehr schnell zeigte sich, dass sein erster Gedichtband eine breite Leserschicht ansprach, was Hjalmar Procopé dazu veranlasste weitere acht Lyrikbände zu veröffentlichen, die ihn zu einem der bedeutendsten schwedischsprachigen Schriftsteller Finnlands machten. Bereits 1905 begann Procopé eine zusätzliche Karriere und veröffentlichte das Theaterstück Belsazars gästabud, das erstmals 1906 aufgeführt wurde, mit einer von seinem Freund Jean Sibelius dafür geschriebenen Pausenmusik. Nach diesem Erfolg gab Procopé den Journalismus ganz auf und wurde hauptberuflich Schriftsteller.


28. April 1938: Wasser und Brot in schwedischen Gefängnissen 
28. April 1973: Siri Derkert, Erneuerin der öffentlichen Kunst

Copyright: Herbert Kårlin

Göteborg Reiseführer Göteborgs Tanz- und Theaterfestival

Freitag, 29. Juni 2012

Hedvig Charlotta Nordenflycht, mit Lyrik in den Tod

Am 29. Juni 1763 starb die schwedische Poetin Hedvig Charlotta Nordenflycht nur wenige Tage nach einem versuchten Selbstmord an den Folgen der Tat. Nordenflycht wird noch heute als eine der bedeutendsten schwedischen Lyrikerinnen des 18. Jahrhunderts betrachtet und oft als die erste Feministin des Landes bezeichnet, was allerdings nicht auf den Stoff ihrer Gedichte zurückzuführen ist, sondern darauf, dass sie die erste Frau Schwedens war, die sich von ihrer schriftstellerischen Arbeit ernährte.

Hedvig Charlotta Nordenflycht war am 28. November 1718 in Stockholm geboren und kam erst nach ihren zwei Ehen zum Schreiben, wobei diese Ehen sicher einen bedeutenden Einfluss auf ihre späteren Werke hatten, denn ihre erste Ehe mit dem Mechaniker Johan Tideman endete drei Jahre nach der Hochzeit mit seinem Tod und befreite sie von seinem Rationalismus und Skeptizismus, der ihre Poesie unmöglich gemacht hätte und die zweite Ehe mit ihrem Privatlehrer Jacob Fabricius endete bereits nach sieben Monaten, ebenfalls mit dem Tod des Partners.

Den Tod von Jacob Fabricius verarbeitete Nordenflycht mit dem Schreiben der Gedichtsammlung „Den sörgande Turtur-dufvan“, der dann nahezu unmittelbar eine vierbändiges Gedichtzyklus folgte. Parallel dazu stürzte sich Hedvig Charlotta in das Tagesgeschehen, das sie in ihre Werke einfließen ließ. Außer für politische, philosophische und religiöse Fragen interessierte sich Nordenflycht vor allem für die Rechte der Frau und fordert insbesondere das Recht der Bildung für Frauen. Ihr bekanntestes Gedicht „Öfver en Hyacint“ war eines ihrer letzten Werke und eine Liebeserklärung an einen jüngeren Mann wegen dessen verschmähter Liebe sie sich zu ertränken versuchte.


29. Juni 1809: König Karl XIII. von Schweden
29. Juni 1900: Die Nobelstiftung und der Nobelpreis Alfred Nobels

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 23. Juni 2012

Birgit Th. Sparre, die unbekannte Schriftstellerin

Am 23. Juni 1903 wurde die als Birgit Th. Sparre bekannte Schriftstellerin im schwedischen Flen in aller Heimlichkeit geboren, da die Eltern nicht zur Tochter stehen wollten oder stehen konnten und was dazu führte, dass Birgit in der Geburtsakte ohne Familienname eingetragen wurde, mit dem Vermerk „Vater und Mutter unbekannt“. Allein dieses Verfahren lässt darauf schließen, dass die Eltern einflussreiche und angesehene Bürger waren, da beim gewöhnlichen Volk sonst zumindest der Name der Mutter genannt worden wäre, zumal die Hebamme namentlich bekannt ist.

Birgit Th. Sparre, die nach einem Gerücht die Tochter des Königs Gustav VI. Adolf und einer Opernsängerin sein soll, wurde 1904 von Carl George Sparre und seiner Frau Signe adoptiert, da die Ehe ohne Kinder geblieben war. Birgit verbrachte dann 16 Jahre in Sjöred und zog dann, nach dem Tode des Adoptivvaters, mit Signe nach Åsundsholm, dem Ort, wo Birgit begann Gedichte zu schreiben, und später auch ihre Romane. Die Schreibmaschine mit der sie arbeitete, findet man noch heute in Åsundsholm.

Birgit Th. Sparre, die vor allem mit ihrer Romanfolge „Gårdarna runt sjön“ bekannt wurde, gab ihr erstes Werk mit 20 und ihr letztes mit 73 Jahren heraus, wobei in dieser Zeit 33 Romane entstanden waren. Im Privatleben hatte Birgit etwas weniger Erfolg, denn die erste Ehe mit Carl Theodor Thäberg endete, nachdem zwei Kinder aus der Ehe hervorgegangen waren, mit der Scheidung und die zweite Ehe mit dem Schriftsteller Stig Cederholm endete bereits nach zwei Jahren nicht nur mit der Scheidung, sondern auch dem Ergebnis, dass ihr der Ehemann enorme Schulden hinterließ und sie vorübergehend sogar Åsundsholm verlassen musste.


23. Juni 1923: Stockholms Stadshus, das Stadthaus der Hauptstadt wird eingeweiht 
23. Juni 1952: Mittsommer in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 29. April 2012

Sophia Elisabet Brenner und die Frauenbewegung

Am 29. April 1659 wurde Sophia Elisabet Brenner in Stockholm geboren, die erste Frau Schwedens, die schöngeistige Literatur verfasste und dabei gleichzeitig für die Befreiung der Frau kämpfte. Ihre schriftstellerische Leistung wurde auch von offizieller Seite gewürdigt, was dazu führte, dass Sophia Elisabet Brenner auch die erste Frau Schwedens wurde, die im Jahre 1723 die Autorenpension erhielt. Die gesamten Werke der Autorin werden gegenwärtig neu herausgegeben.

Sophia Elisabet Brenner war die Tochter von Niklas Weber, der 1630 von Deutschland nach Schweden ausgewandert war und seinen Töchtern Bildung vermitteln wollte. Auch wenn Sophia Elisabet in die Deutsche Schule ging und zu Hause nur Deutsch geredet wurde, lernte sie sehr schnell Schwedisch und Latein, das sie auch bei einigen ihrer Gedichte benutzte. Als Nebensprachen kamen dann noch Französisch, Italienisch und Holländisch hinzu. Nicht verwunderlich ist daher, dass Sophia Elisabet Brenner auch eine der ersten Frauen des Landes war, die in der Visingsö Schule studierte.

Sophia Elisabet wurde durch ihre „Tillfällesdikter“ (Gelegenheitsgedichte) bekannt deren Stoff sie aus dem täglichen Geschehen holte. Sie behandelte dabei politische Probleme neben Gedanken zur schwedischen Sprache oder der Rolle der Frau in der Gesellschaft. Als 1713 ihr erstes lyrisches Werk „Poetiska Dikter“ veröffentlicht wurde, war Sophia Elisabet Brenner die erste Frau Schwedens, die Gedichte in schwedischer Sprache präsentierte und ihr den Beinamen „Die zweite Sappho“ einbrachte. Bereits 1693 hatte die Schriftstellerin mit „Det Qwinliga Könetz rätmätige Förswar“ auch das erste feministische lyrische Prosawerk Schwedens veröffentlicht, das später andere Feministinnen Schwedens inspirierte.


29. April 1812: Emilie Högqvist, ein kurzes Leben im Glanz
29. April 1913: Der schwedische Reißverschluss erobert die Welt

Copyright: Herbert Kårlin

Göteborg Reiseführer

Sonntag, 15. April 2012

Die Lyrik des Tomas Tranströmer

Am 15. April 1931 wurde Tomas Tranströmer in Stockholm geboren, ein Poet dessen Name seit Jahren immer wieder in Zusammenhang mit dem Nobelpreis der Literatur genannt wurde, der jedoch erst 2011 mit dem lang erstrebten Preis belohnt wurde. Auch wenn seine Werke bereits vorher in 60 Sprachen übersetzt waren, so kam der große Verkaufserfolg erst nachdem er den Nobelpreis erhalten hatte, was bei Poesie jedoch nicht selten ist.

Tomas Tranströmers Werke sind nicht sehr leicht zugänglich, da der Poet, der 1950 mit „17 dikter“ seine Karriere begann, eine Naturlyrik mit zahlreichen Metaphoriken benutzt, die in sehr vielen Punkten zu einer religiösen Mystik neigen. Tranströmer versucht damit zu zeigen, dass das Leben in mehreren Ebenen parallel abläuft, wobei er sich dabei auch der schwedischen Natur in nahezu religiöser Weise zuwendet. In vielen Punkten wird Tomas Tranströmer in dieser Hinsicht mit Birgitta Trotzig verglichen.

Im November 1990 erlitt Tomas Tranströmer einen Schlaganfall nach dem seine rechte Seite vollkommen erlahmte, wodurch sich seine Schaffenskraft zwar erheblich reduzierte, auch wenn er nach dem Stroke noch mehrmals öffentlich auftrat und seine Werke selbst noch einhändig mit dem Piano begleitete. Am 1. Dezember 2011 wurde Tranströmer zum Ehrenvorsitzenden der Königlichen Musikakademie ernannt und seit 1997 existiert in Västerås der Tranströmerpriset, der in zweijährigem Abstand einem bedeutenden schwedischen Lyriker überreicht wird, der im Geiste Tranströmers arbeitet.

15. März 1942: Erik Femström, als Sänger bekannt unter dem Namen Jerry Williams
15. April 1990: Greta Garbo, von der Friseuse zum Weltstar

Copyright: Herbert Kårlin

Göteborg Reiseführer

Donnerstag, 9. Februar 2012

Frans Michael Franzén, vom Skalde zum Bischof

Am 9. Februar 1772 wurde Frans Michael Franzén in Uleåborg, im heutigen Finnland, geboren. Während des Finnischen Krieges kam er nach Schweden, wo er einer der bedeutendsten finnland-schwedischen Dichter wurde, der heute weniger für seine Poesie bekannt ist, als für seine Psalme, die noch heute in der offiziellen Psalmsammlung der Svenska Kyrkan zu finden sind.

Obwohl Frans Michael Franzén bereits 1797 den großen Preis der Svenska Akademien erhielt, begann seine poetische Karriere erst 1810 mit seiner Sammlung „Skaldestycken“, wovon allerdings zu jener Zeit nur ein einziger Band veröffentlicht wurde, bis er 1824 seine Gedichte über Fanny schrieb, die dann, gemeinsam mit seinen Jugendgedichten, als der Gedichtzyklus Selma och Fanny bekannt wurden und im gleichen Jahr als siebenbändiges Werk „Skaldestycken“ erschien, einem Werk, das bereits wenige Jahre später vergriffen war und, unter dem Titel "Samlade Dikter" erneut aufgelegt wurde.

Nach Willen des Vaters sollte Frans Michael Franzén Kaufmann werden, wie alle Vorfahren der Familie. Franzén zog es jedoch bereits mit 13 an die Königliche Akademie in Åbo, wo er Philosophie studierte und sich vor allem der deutschen und der englischen Richtung anschloss. Ab 1793 begann er dann Gedichte in der Stockholm-Posten zu veröffentlichen. Drei Jahre später begann er in Åbo als Bibliothekar zu arbeiten, was ihn letztendlich zu einer Professur in Philosophie führte. Bereits 1803 entdeckte Frans Michael Franzén jedoch, dass er zur Philosophie griff, weil dies seiner religiösen Einstellung entsprach. Er ließ sich daher zum Priester weihen und begann eine kirchliche Laufbahn. Bereits 1834 wurde er dann Bischof des Härnösand Stifts.

9. Februar 1946: Der Frukostklubben, noch heute eine Legende Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin