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Sonntag, 16. August 2015

Die schwedische Sängerin Cajsa-Stina Åkerström

Cajsa-Stina Åkerström wurde am 16. August 1967 als Tochter des Troubadours Fred Åkerström geboren, der seiner Tochter den Vornamen nach Fredman första epistel des Dichters Carl Michael Bellmann gab, was sehr viel über den Vater der Sängerin aussagt. Mit 13 begann Åkerström  an der Seite ihres Vaters aufzutreten, was allerdings dazu führte, dass die Sängerin nach dem Tod des Vaters im Jahre 1985 die Musik in die Schublade steckte und in Lund Archäologie studierte, denn Musik war für die junge Künstlerin auch mit Alkohol, langen Abenden in den Kneipen und dem sehr exzentrischen Auftreten ihres Vaters verbunden.

Aber auch wenn Cajsa-Stina Åkerström den Alkohol vermeiden konnte, so konnte sie sich kaum von der Musik lösen, denn als sie in Kalmar als Archäologin arbeitete, hatte sie Kontakt zu einem Reporter, der sie 1991 bat an einem Radioprogramm teilzunehmen. Zum ersten Mal präsentierte die Sängerin nun ihre eigenen Lieder, die beim Publikum sehr gut ankamen. Bald schon kam für Åkerström die Archäologie an zweiter Stelle und 1994 präsentierte sie ihr erstes Album CajsaStina mit dem Erfolgshit Fråga stjärnorna, das an Anhieb einschlug, 130.000 mal verkauft wurde und zu einer Tournee mit Magnus Uggla, Orust und Just D. führte. Nur zwei Jahre später kam ihr zweites Album Klädd för att gå und, parallel dazu, begann die Sängerin, als Verfasserin von Texten, eine Zusammenarbeite mit Lill Lindfors, Åsa Jinder und anderen bekannten Künstlern.

Im Jahre 1998 kam für Cajsa Stina Åkerström erneut eine Pause als Sängerin, denn die Angst vor der Bühne und vor anderen Menschen war so groß geworden, dass sie einige Jahre an sich arbeiteten musste um dieses Problem wieder zu überwinden. Erst 2002 kam dann erneut ein Album der Sängerin, das sie Picknick nannte und, unter anderem, den Song Himmel över dig enthält und von ihrem eigenen Label produziert wurde. Nach mehreren weiteren Alben nahm Åkerström 2014 mit dem eigenen Sång En enkel sång erstmals an der Vorausscheidung des Eurovision Song Contests teil, kam allerdings nicht ins Finale,auch wenn ihr Lied anschließend einen bedeutenden Erfolg aufweisen konnte.


16. August 1537: Anna von Österreich wird Königin in Schweden
16. August 1740: Der Landesverräter Göran Magnus Sprengtporten
16. August 1912: Fingerabdrücke als Beweismittel in Schweden
16. August 1921: Hans Asplund, der Architekt des Brutalismus
16. August 1958: Steve Sem-Sandberg, der Autor der offenen Fragen
16. August 1989: Anton Nilson, ein Held als Verbrecher

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 12. November 2013

Cornelis Vreeswijk, eine musikalische schwedische Legende

Als Cornelis Vreeswijk am 12. November 1987 in Stockholm starb, wurde der Troubadour mit Carl Michael Bellman und Evert Taube verglichen und gehörte zu den bedeutendsten Musikern Schwedens, die das schwedische Chanson wieder populär gemacht hatten. Vreeswijk war ein schwedisches Symbol geworden, obwohl er nicht in Schweden geboren war und ihm, vermutlich wegen seiner Lebensführung, die Staatsbürgerschaft verweigert wurde. Nach dem ersten Abschlag hatte er allerdings auch kein zweites Mal danach angesucht.

Cornelis Vreeswijk war 1937 in Holland geboren worden und war mit 13 mit seinen Eltern nach Schweden gekommen. Seine Karriere begann dann in den 60er Jahren als Schauspieler, Autor von Liedern, Dichter und volkstümlicher Sänger, der weder mit Geld umgehen konnte, noch aber dem Alkohol widerstand. Auf Grund seiner Freigebigkeit und seinem teilweise sehr ausschweifenden Leben hatte der Pazifist Vreeswijk bei seinem Tod im Alter von 50 Jahren trotz verschiedenen Hilfen und Abbezahlungsplänen noch 700.000 Kronen Schulden beim Finanzamt.

Auch wenn Cornelis Vreeswijk bereits Anfang der 60er Jahre einen gewissen Ruf als Liedersänger in Stockholm hatte, so verdankte er seine Schallplatte und den folgenden Erfolg in gewisser Weise seinem Freund Fred Åkerström, der einige Lieder von Vreeswijk aufnehmen wollte. Da Åkerström kein Demoband hatte, nahm er seinen Freund mit ins Studio, der seine Lieder selbst vortrug. Das Ergebnis war, dass anschließend nicht Åkerström die Lieder interpretierte, sondern der Produzent diese mit Cornelis Vreeswijk aufnahm. Bereits 1964 erschien dann das erste Album des Sängers mit dem Titel Ballader och oförskämtheter mit der Balladen om Fredrik Åkare und zwei Jahre später nahm der Sänger ein Album mit den Erfolgshit Cecilia Lind auf. Um diese Zeit begann der Musiker auch zahlreiche Schlager für andere schwedische Sänger zu schreiben, unter anderem für Monica Zetterlund, Siw Malmkvist und Anna-Lena Löfgren.


12. November 1921: Lars Gyllensten, ein schwarzes Schaf der Svenska Akademien 
12. November 1965: Filippa K wird zum Modeimperium in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Sonntag, 22. September 2013

Johan Norberg und der moderne Jazz Schwedens

Johan Norberg wurde am 22. September 1959 in Lycksele geboren und lernte sehr früh klassische Gitarre zu spielen. Nach Abschluss der Hauptschule ging Norberg nach Umeå um dort drei Jahre lang Gitarrenunterricht zu geben ohne je eine Musikschule besucht zu haben. In dieser Zeit entdeckte der Musiker auch seine Liebe zum Jazz. Allerdings entdeckte Norberg in Umeå auch, dass er für einen Erfolg als Musiker eine Weiterbildung benötigte.

In den Jahren 1978 und 1979 besuchte Johan Norberg daher die Birkagårdens Volkshochschule in Stockholm, die bereits um diese Zeit für die hohe Qualität der Ausbildung in musikalischen Fächern bekannt war. Als Norberg die Schule 1979 verließ, hatte er sich entschlossen ganz als freier Gitarrist zu arbeiten, wobei sich der Musiker hierbei auf das open tuning spezialisiert hatte, also überwiegend nur in einer vorher gewählten Tonart spielte. Nach drei Jahren Tätigkeit als freier Gitarrist ging Norberg dann für ein Jahr an das Berklee College of Music um die höchste Perfektion mit der Gitarre zu erreichen.

Seit Ende der 80er Jahre gilt Johan Norberg als einer der besten Gitarristen Skandinaviens und war mit nahezu allen großen Künstlern Schwedens bereits auf Tournee. Seine eigenen Aufnahmen mit Jonas Knutsson wurden alle für den Grammis nominiert. Insgesamt wirkte Norberg auch bei über 100 anderen Schallplattenaufnahmen mit und ist daher auch mit Eva Dahlgren, Fred Åkerström und Monica Zetterlund zu hören. Der Gitarrist leidet seit 1989 an einer Dystonie, was bedeutet, dass er einige Finger nicht koordiniert bewegen kann. Norberg gab jedoch nicht auf, sondern perfektionierte sein open tuning und schuf einen sehr persönlichen Stil des Gitarrenspiels, das heute als sein Warenzeichen betrachtet wird.


22. September 1782: Fredrik Westin, vom Portraitmaler zum Maler von Altarbildern 
22. September 1993: Kommerzielle Radiostationen erreichen Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Donnerstag, 9. August 2012

Fred Åkerström, ein schwedischer Troubadour

Fred Åkerström, der eigentlich Bo Gunnar Åkerström hieß, starb am 9. August 1985 im Alter von 48 Jahren in Karlskrona, wobei vor allem das letzte Jahr des Troubadours von Depressionen und exzessivem Alkoholgenuss geprägt war, eine Situation, in die er geraten war als auch seine zweite Ehe gerade einmal vier Jahre gehalten hatte. Sein plötzliches Verschwinden kam für viele nahezu wie eich Schock und ließ eine Leere in der Musikwelt.

Fred Åkerström, geboren am 27. Januar 1937 in Stockholm, war in sehr bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen und nahm, bevor er sich ab Mitte der 60er Jahre ganz der Musik widmete, alle möglichen Kurzzeitjobs an ohne jedoch ein Ziel in seinem Leben zu finden. Der Erfolg kam mit mit seinen Auftritten im Stockholmer Vispråmen Storken, wo sich in den 60er Jahren alle Troubadoure Schwedens trafen. Åkerström fiel mit seiner starken Stimme und den Interpretation der Lieder von Ruben Nilson auf. Bereits 1963 war daher auch seine erste Platte „Fred Åkerström sjunger Ruben Nilson“ auf den Markt gekommen.

Nach einer längeren Tournee durch Schweden im Jahre 1964 wurden die Lieder Fred Åkerströms immer politischer (Sådan är kapitalismen) und der Künstler schloss sich der KFML an, dem Vorläufer der Kommunistischen Partei Schwedens. In dieser Zeit gründete er auch, gemeinsam mit Cornelis Vreeswijk und Finn Zetterholm den Berufsverband der Troubadoure Schwedens. Seine finanzielle Situation begann sich jedoch bedeutend zu verschlechtern, bis Fred Åkerström dann in den 70er Jahren Carl Michael Bellman in Ton setzte und seine Lieder einen immer größeren Kreis an Liebhaber fanden.


9. August 1612: Sven Bröms, ein Arzt gründet die Ockelboverken
9. August 1955: Maud Olofsson, die ungeliebte Ministerin Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 11. Februar 2012

Carl Michael Bellman, der Außenseiter unter den Skalden

Am 11. Februar 1795 starb der schwedische Skalde Carl Michael Bellmann im Alter von 55 Jahren in Stockholm, einer der wenigen Dichter Schwedens deren Größe erst lange nach seinem Tode wirklich erkannt wurde, denn heute wird Bellmann als der Shakespeare Schwedens betrachtet und seine Werke haben Evert Taube ebenso beeinflusst wie Cornelis Vreeswijk oder Fred Åkerström.

Carl Michael Bellmann begann 1757, völlig im Zeitstrom, mit religiösen Gedichten und arbeitete als Übersetzer. Aber schon nach wenigen Jahren fand er zur Parodie, wobei er 1760 mit Schnapsweisen begann wurde und dann zu Bibelparodien überging und sich auf humoristische Weise über die führende Gesellschaft Schwedens und den blinden religiösen Glauben lustig machte. Bellmans Problem war jedoch, dass er sich nicht der edlen Poesie zuwandte, sondern Alkoholprobleme, Prostitution und die einfache Bevölkerung mit in seine Werke einfließen ließ, dass für ihn kein literarisches Tabu bestand.

Da Carl Michael Bellman seine Leser vor allem in der unteren Gesellschaftsschicht fand, die ihn zwar bewunderten, aber kaum das Geld hatt ihn auch finanziell zu unterstützen, hatte der Dichter sein ganzes Leben lang finanzielle Probleme. Einmal musste er wegen unbezahlten Rechnungen nach Norwegen fliehen, ein anderes Mal wurde er im Stockholmer Schloss hinter Gitter gesetzt. Obwohl ihn einige seiner Freunde nach einiger Zeit befreien konnten, indem sie seine Schulden beglichen, erholte sich Bellman nicht mehr von diesem Gefängnisaufenthalt und der Dichter starb bald darauf.

11. Februar 1876: Anders Bjurholm und die schwedischen Bierflaschen

Copyright: Herbert Kårlin