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Freitag, 22. März 2019

Der schwedische Schriftsteller Gustaf Regnér

Gustaf Regnér kam am 11. Oktober 1748 als Sohn eines Priesters in Fivelstad im Östergötland zur Welt und begann 1767 ein Studium an der Universität Uppsala, wo er sich auch dem Studentenverein Apollini Sacra anschloss. Bereits 1772 wurde er auch Mitglied im Stockholmer Utile Dulci, wo er für eines seiner Skaldestücke einen Preis erhalten hatte. Nach Ende seines Studiums wurde Regnér als Kanzleiangestellter im Kanzleikollegium beschäftigt und zog in diesem Zusammenhang nach Stockholm, wobei er seiner schriftstellerischen Neigung nur in seiner Freizeit nachging.

Auch wenn sich Gustaf Regnér als Skalde und Schriftsteller sah, und ab 1784 auch Redakteur der Stockholms post tidning und der Inrikes tidningar war, so waren seine Leistungen in diesem Bereich, von heutiger Warte aus gesehen, wenig überzeugend, denn seine  Werke zwischen 1776 und 1788 zeigen keine Persönlichkeit des Autors, sondern sind lediglich den Zeitströmungen angepasst, auf eine Weise, dass er damit zwar literarische Preise der Vitterhetsakademien und der Svenska Akademien erhielt, jedoch von den Literaten der Zeit kaum wahrgenommen wurden.

Die tatsächliche Leistung des Schriftstellers Gustaf Regnér ist indes auf einem anderen Gebiet zu finden, nämliche seinen Kritiken und den Beiträgen zur literarischen Entwicklung des damaligen Schweden. Regnér widersetzte sich dabei dem damaligen Einfluss der französischen Literatur und des Theaters und kämpfte für eine modernere Literatur, die, seiner Meinung nach, vor allem aus Deutschland kam, aber auch im nordischen Raum keimte. Einerseits unterstützte Regnér Thomas Thorild, der sich vom gereimten Vers abwandte, andererseits wollte Gustaf Regnér, der am 22. März 1819 in Stockholm starb, die ältere schwedische Poesie wieder zum Leben erwecken, ein gewisser Widerspruch, was vermutlich mit dem Romantizismus verbunden ist, der um diese Zeit in der deutschen Literatur zu finden war, die Regnér als Leitbild zukünftiger schwedischer Literatur sah.


22. März 1544: Johannes Magnus und die Geschichte der schwedischen Könige
22. März 1544: Johannes Magnus zwischen Katholizismus und Protestantismus
22. März 1777: Der Hofkanzler und Staatsrat Gustaf Lagerbielke
22. März 1792: Johan Bielke und der Mord an Gustav III.
22. März 1819: Der Schriftsteller und Literaturkritiker Gustaf Regnér
22. März 1846: Der schwedische Künstler Axel Kulle
22. März 1851: Göran Wahlenberg und die Ökologie der Pflanzen
22. März 1918: Der Designer Olle Eksell
22. März 1978: Christer Gustav Svensson, genannt Stoffe, und das Heroin
22. März 1996: Jenny Lind erscheint auf einem schwedischen Geldschein

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 2. Mai 2016

Der Dichter und Priester Carl Fredric Dahlgren

Als Carl Fredric Dahlgren am 2. Mai 1844 im Alter von nur 52 Jahren an Krebs in Stockholm starb, gehörte er mit zu den bekanntesten Dichtern seiner Zeit, der sich durch seinen Humor und seine Satire auszeichnete, aber auch sehr viele romantische Gedichte geschrieben hatte. Seine Bekanntheit verdankte er, unter anderem, auch der Tatsache, dass er Beichtvater für mehrere einflussreiche Frauen jener Epoche war und mit einigen unter ihnen einen Briefwechsel pflegte, der deutlich seine Verbindung zwischen Religion und Natur zeigt. Dass der Skalde Dahlgren heute nahezu vergessen ist, liegt wiederum daran, dass er bei seinen Gedichten oft nur spontan improvisierte und dabei zeitweise auch sehr wenig literarische Fähigkeiten zeigte, Gedichte, die vorgetragen Erfolg hatten, nicht jedoch einen schriftlichen Bestand.

Carl Fredric Dahlgren kam am 20. Juni 1791 als Sohn eines Hütteninspektors in Kvillinge im Östergötland zur Welt und begann 1809 ein Studium an der Universität Uppsala, das er, unterbrochen von Auslandsreisen, 1815 mit der Priesterweihe beendete. Auch wenn Dahlgren als Priester keinen großen Aufstieg zu verzeichnen hatte, so war sein Einfluss als Politiker des Priesterstandes umso bedeutender, denn ab 1829 war er nahezu ständig im Reichstag im liberalen Flügel vertreten. Als Priester war Dahlgren auch viele Jahre als Pädagoge tätig und kümmerte sich um Alte und Kranke in seiner Gemeinde.

Bereits im Gymnasium in Linköping zeigte sich, dass Carl Fredric Dahlgren weniger Priester werden wollte, sondern seine Zukunft in der Dichtung suchte, jedoch auf Grund des geringen Kapitals seiner Eltern einen entlohnten Beruf benötigte. Schon 1908 hatte Dahlgren einen ersten literarischen Verein gegründet, dem im Laufe seines Lebens mehrere folgen sollten. Seine Werke, Lyrik und Prosa, erschienen, unter anderem, im Poetisk Kalender, den Per Daniel Amadeus Atterbom herausgab. Dahlgren veröffentlichte auch einige Romane und Novellen, unter denen jedoch nur sein autobiographisches Werke von größerer Bedeutung ist, wenn auch weniger aus literarischen, als vielmehr aus kulturhistorischen Gründen.


2. Mai: Åsa, mehr als nur ein Namenstag
2. Mai 1754: Hedemora brennt bis auf wenige Häuser nieder
2. Mai 1797: Gustaf Engzell, der konservative Modernist der schwedischen Literatur
2. Mai 1848: Harald Hjärne als Historiker und Politiker
2. Mai 1875: Der schwedische Künstler Gunnar Hallström
2. Mai 1981: Olle Bærtling, der gemobbte Künstler Schwedens
2. Mai 2007: Magnus Stenbock und die Ansicht eines Grafen

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 27. April 2016

Der Schriftsteller und Kunsthistoriker Karl Asplund

Karl Asplund wurde am 27. April 1890 als Sohn eines Landhändlers in Jäder im Södermanland geboren. Da die Familie relativ wohlhabend war, erhielt Asplund eine gute Bildung und studierte nach seiner Hochschulreife im Jahre 1908 in Nyköping Kunstgeschichte an der Universität Uppsala. Nach einer Kandidatur in Philosophie wechselte Asplund 1913 zur Universität Stockholm um dort zwei Jahre später mit einer Monographie über den Künstler Egron Lundgren zu disputieren.

Bereits 1914 begann Karl Asplund als Kunstkritiker für die Dagens Nyheter zu schreiben. Neben dieser Arbeit begann der Schriftsteller auch als Übersetzer von Lyrik zu arbeiten und selbst Gedichte zu verfassen, neben wissenschaftlichen Abhandlungen zu bekannten Künstlern Schwedens. Gemeinsam mit Gunnar Mascoll Silfverstolpe und Sten Selander zählt Asplund zu den sogenannten lyriska intimister, jenen Skalden und Poeten, die ihre Themen aus dem Alltagsleben holten. Diesen Zug findet man bereits bei der ersten Gedichtsammlung Asplunds, die 1913 unter dem Titel Världsliga Visor erschien.

Auch als Übersetzer ging Karl Asplund seine eigene Wege und übertrug vor allem klassischere Gedichte aus dem englischen und französischen Raum, die um diese Zeit in Schweden völlig unbekannt waren. Asplund verzichtete dabei jedoch auf die wörtliche Übersetzung, sondern er versuchte die klassischen Versmaße an die schwedische Sprache anzupassen, was dazu führte, dass der Inhalt der Gedichte mehr eine gefühlsmäßige Übertragung wurden, die jedoch der schwedischen Musikalität eines Gedichtes folgten. Da Asplund vor allem Anthologien in Schweden veröffentlichte, gelang es ihm sehr viele Dichter Frankreichs und Englands in Schweden einzuführen. Asplund starb am 3. April 1978 im Alter von 87 Jahren in Stockholm.


27. April 1757: Carl Johan Adlercreutz nimmt den schwedischen König fest
27. April 1792: Der schwedische Mörder Jacob Johan Anckarström
27. April 1861: Stockholm wird mit reinem Wasser versorgt
27. April 1900: Die Gründung der Stadt Kiruna
27. April 1900: Die Geburt Kirunas und die Flucht der Stadt
27. April 1903: Helge Zimdal, der Architekt, der Schulen baute
27. April 1971: Inge Schiöler, der schwedische Maler der kräftigen Farben
27. April 1974: Anna Lovisa Öst, bekannt als Lapp-Lisa

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 7. April 2013

Die drei Berufe des Schweden Albert Theodor Gellerstedt

Als Albert Theodor Gellerstedt am 7. April 1914 im Alter von 77 Jahren in Stockholm starb, hatte er in drei verschiedenen künstlerischen Berufen Karriere gemacht und blieb der Nachwelt in allen drei Bereichen in Form seiner Werke erhalten, obwohl heute kaum noch jemand Gellerstedt kennt und seine Gedichte mittlerweile nur noch vereinzelt in Sammelwerken aufgenommen werden, obwohl er als Mitglied der Svenska Akademien zu den „unsterblichen“ Personen Schwedens gehört.

Albert Theodor Gellerstedt hatte an der Kunstakademie in Stockholm ursprünglich Architektur studiert und sich dann vor allem auf Eisenstrukturen spezialisiert, eine Technik, die er insbesondere während seiner Studienreisen nach Dänemark, Deutschland und Frankreich genauer unter die Lupe nahm. Auch wenn der Architekt in Schweden einige Wohnhäuser und zwei Kirchen baute, so wurde er vor allem mit seinen zahlreichen Leuchttürmen bekannt, die er zeichnete und die man noch heute auf Gotland, Öland, in Karlskrona und anderen Orten bewundern kann.

Aber Albert Theodor Gellerstedt wurde auch als Graveur und vor allem als Aquarellist bekannt, wobei er sich als Maler vor allem auf Landschaftsmalerei im Stil der französischen Freiluftmalerei spezialisiert hatte und zu den wenigen Künstlern gehört, die das alte Stockholm in seinen Bildern festgehalten haben. Als Maler beeinflusste Gellerstedt insbesondere Anders Zorn und Axel Hägg. Obwohl sich die meisten seiner Bilder heute in Privatbesitz befinden, so kann man einige seiner Werke im Nationalmuseum in Stockholm und im Kunstmuseum in Malmö entdecken.


7. April 1953: Dag Hammerskjöld, eine schwedische Legende 
7. April 1990: Brand auf der M/S Scandinavian Star bei Lysekil im Bohuslän

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 23. März 2013

Carl Georg Brunius, ein Priester als Architekt und Kunstkenner

Der am 23. März 1792 geborene Propst Carl Georg Brunius blieb für die Nachwelt weniger in seiner Eigenschaft als Priester in Erinnerung, sondern auf Grund seiner Hobbys denen er teilweise mehr Zeit widmete als dem Kirchendienst und seiner Professur. Bereits sehr früh wurde Brunius für sein erstes Hobby als Skalde bekannt, der nicht nur altgriechische Poesie übersetzte, sondern mit seinem De diis arctois libri sex das längste Gedicht in lateinischer Sprache schrieb, das je in Schweden veröffentlicht wurde, eine Art Theologie mit der Entstehungsgeschichte der nordischen Götter.

Das zweite Hobby von Carl Georg Brunius verewigte den Priester in der schwedischen Baukunst, denn auch wenn er ein architektonischer Laie war und sich in keiner Weise um die architektonische Schule der Zeit kümmerte, so leitete er die Restauration der Domkirche in Lund und jene der Domkirche in Växjö, wurde jedoch auch verantwortlich für mehrere Neubauten in Lund und Helsingborg. Am deutlichsten sieht man jedoch seine eigenwillige Bauweise an der Kirche von Kristinehamn, für die er die gesamte Bauarbeiten leitete und die vollständig von ihm gezeichnet wurde.

Auch das dritte Hobby von Carl Georg Brunius war ziemlich zeitaufwendig, denn der interessierte Vorzeitforscher und Kunsthistoriker war viel unterwegs. Brunius reiste durch grosse Teile Schwedens um historische Funde und Hällristingar (Felsritzungen) zu beschreiben, um die Architektur der verschiedenen Regionen zu erklären und veröffentlichte mehrere Werke zur Kunstgeschichte Skånes und Gotlands. Aber auch wenn Brunius in diesem Bereich kein Fachmann war, so sind seine Dokumente wegen ihrer Einzigartigkeit noch heute von größter Bedeutung.


23. März 1962: Der Tag des Nordens und der Vertrag von Helsinki von 1962 
22. März 1851: Göran Wahlenberg und die Ökologie der Pflanzen

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 29. August 2012

Olof von Dalin: Fortschrittliche Kritik und konservative Geschichte

Olof von Dalin wurde am 29. August 1708 im Pfarrhof Vinberg in Halland geboren und gilt als einer der wichtigsten Skalden, Prosaschriftsteller und Geschichtswissenschaftler des 18. Jahrhunderts, wobei er versuchte die schwedische Gesellschaft zu modernisieren, was sich insbesondere durch seine Unterstützung der jüngeren Adelsschicht und die Begeisterung für die industriellen Bewegung Schwedens auszeichnete. Ursprünglich sollte Olof von Dalin Arzt werden, aber nach kurzer Zeit auf der Universität Stockholm änderte er seine Richtung und widmete sich der Humanwissenschaft.

Olof von Dalin, der bald nach seinem Studium in der obersten Schicht des Landes verkehrte und 1750 auch der Lehrer des Kronprinzen wurde, machte sich vor allem durch zwei Werke bekannt. Ab 1732 gab er anonym die Zeitschrift „Then Swänska Argus“ heraus, die er nach dem Vorbild des englischen „The Spectators“ gestaltete. Das besondere dieser Zeitschrift war, dass Olof von Dalin hier in einfachem Schwedisch über die Alltagsprobleme des Normalschweden berichtete und damit als erster Schwede eine politische Satire in Sagenform publizierte. Da die Königin Ulrika Eleonora das Werk schätzte, entging Olof dabei auch einem Verbot des Argus.

Ab 1740 schrieb Olof Dalin keinerlei Prosaliteratur mehr und nur noch wenige Gedichte. Dafür arbeitete er an einer dreibändigen Geschichte Schwedens, die er Svea Rikes historia nannte und von der Urzeit bis zu den Erben Gustav Vasas ging. Schon zu seiner Zeit wurde dieses gigantische Werk extrem stark kritisiert, da er dem Adel eine zu starke Rolle gab, die Landhebungen mit der Verdunstung des Wassers erklärte, eine umdiskutierte Königsfolge vertrat und zahlreiche Vorurteile verarbeitete, die bereits um diese Epoche als überholt galten. So fortschrittlich er sich mit seinem Argus zeigte, so konservativ war sein Geschichtswerk, wuch wenn es uns heute einen guten Einblick in die Denkweise des 18. Jahrhunderts bietet.


29. August 1915: Ingrid Bergman, eine Karriere mit Unterbrechungen
29. August 1967: Die schwedische Krone wird um zehn Prozent abgewertet 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 22. April 2012

Georg Stiernhielm, der Vater der schwedischen Skalden

Am 22. April 1672 starb Georg Stiernhielm, der heute als der Vater der schwedischen Skalden bezeichnet wird, im Alter von 73 Jahren in Stockholm. Georg Stiernhielm, der vor allem in Uppsala und in Deutschland studierte, war gleichzeitig Sprachforscher und Skalde, wobei er abwechselnd und mit relativ wenig Erfolg auch als Beamter tätig war. Ein Mangel an Diplomatie verschloss ihm regelmäßig vorher offene Türen. Dies war auch der Grund, warum er, trotz seiner überragenden Kenntnisse, nahezu sein Leben lang unter Geldnot litt.

Als wissenschaftlicher Literat war Georg Stiernhielm extrem aktiv, denn während seines Lebens verfasste er nahezu 60 Werke zu den unterschiedlichsten Themen. Er schrieb neben Poesie auch naturwissenschaftliche Bücher, behandelte Mathematik und Statistik und war der erste Schwede, der kommentierte Rechtstexte herausgab. So nebenbei brachte Stiernhielm dann selbst das Mikroskop nach Schweden. Seine Arbeiten werden noch heute als extrem wichtig betrachtet, weshalb noch 1970 seine gesammelten Werke neu überarbeitet auf den Markt kamen, auch wenn Georg Stiernhielm mehr historisch gesehen werden muss, denn er war, im Zeitstrom, der Meinung, dass die schwedische Sprache direkt vom Gotischen abstammt.

Seine wahre Größe zeigte Stiernhielm jedoch als Skalde, denn in diesem Rahmen erneuerte er die Literatur Schwedens. In Anbindung an alte schwedische Quellen führte er die Leser von einer geistigen Literatur zur profanen Welt der Prosa und führte damit die schöngeistige Literatur in Schweden ein. Auch innerhalb der Poesie änderte er die Einstellung zur schriftlichen Kunst, denn auch wenn er bei seinen Gedichten die griechischen Versmaße benutzte, so schrieb er sie nicht mehr in einer klassischen Sprache, sondern in Schwedisch und machte sie dadurch jedem Lesekundigen zugänglich. Georg Stiernhielm war daher nicht auf Grund überragenden oder zahlreichen Gedichte der Vater der Skalden, sondern deshalb, weil er als erster Dichter und Schriftsteller Schwedisch salonfähig machte.

22. April 1929: Funktionalismus im Stockholmer Kaufhaus NK
22. April 1935: Der eigenwillige schwedische Architekt Carl Bergsten 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 11. Februar 2012

Carl Michael Bellman, der Außenseiter unter den Skalden

Am 11. Februar 1795 starb der schwedische Skalde Carl Michael Bellmann im Alter von 55 Jahren in Stockholm, einer der wenigen Dichter Schwedens deren Größe erst lange nach seinem Tode wirklich erkannt wurde, denn heute wird Bellmann als der Shakespeare Schwedens betrachtet und seine Werke haben Evert Taube ebenso beeinflusst wie Cornelis Vreeswijk oder Fred Åkerström.

Carl Michael Bellmann begann 1757, völlig im Zeitstrom, mit religiösen Gedichten und arbeitete als Übersetzer. Aber schon nach wenigen Jahren fand er zur Parodie, wobei er 1760 mit Schnapsweisen begann wurde und dann zu Bibelparodien überging und sich auf humoristische Weise über die führende Gesellschaft Schwedens und den blinden religiösen Glauben lustig machte. Bellmans Problem war jedoch, dass er sich nicht der edlen Poesie zuwandte, sondern Alkoholprobleme, Prostitution und die einfache Bevölkerung mit in seine Werke einfließen ließ, dass für ihn kein literarisches Tabu bestand.

Da Carl Michael Bellman seine Leser vor allem in der unteren Gesellschaftsschicht fand, die ihn zwar bewunderten, aber kaum das Geld hatt ihn auch finanziell zu unterstützen, hatte der Dichter sein ganzes Leben lang finanzielle Probleme. Einmal musste er wegen unbezahlten Rechnungen nach Norwegen fliehen, ein anderes Mal wurde er im Stockholmer Schloss hinter Gitter gesetzt. Obwohl ihn einige seiner Freunde nach einiger Zeit befreien konnten, indem sie seine Schulden beglichen, erholte sich Bellman nicht mehr von diesem Gefängnisaufenthalt und der Dichter starb bald darauf.

11. Februar 1876: Anders Bjurholm und die schwedischen Bierflaschen

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 9. Februar 2012

Frans Michael Franzén, vom Skalde zum Bischof

Am 9. Februar 1772 wurde Frans Michael Franzén in Uleåborg, im heutigen Finnland, geboren. Während des Finnischen Krieges kam er nach Schweden, wo er einer der bedeutendsten finnland-schwedischen Dichter wurde, der heute weniger für seine Poesie bekannt ist, als für seine Psalme, die noch heute in der offiziellen Psalmsammlung der Svenska Kyrkan zu finden sind.

Obwohl Frans Michael Franzén bereits 1797 den großen Preis der Svenska Akademien erhielt, begann seine poetische Karriere erst 1810 mit seiner Sammlung „Skaldestycken“, wovon allerdings zu jener Zeit nur ein einziger Band veröffentlicht wurde, bis er 1824 seine Gedichte über Fanny schrieb, die dann, gemeinsam mit seinen Jugendgedichten, als der Gedichtzyklus Selma och Fanny bekannt wurden und im gleichen Jahr als siebenbändiges Werk „Skaldestycken“ erschien, einem Werk, das bereits wenige Jahre später vergriffen war und, unter dem Titel "Samlade Dikter" erneut aufgelegt wurde.

Nach Willen des Vaters sollte Frans Michael Franzén Kaufmann werden, wie alle Vorfahren der Familie. Franzén zog es jedoch bereits mit 13 an die Königliche Akademie in Åbo, wo er Philosophie studierte und sich vor allem der deutschen und der englischen Richtung anschloss. Ab 1793 begann er dann Gedichte in der Stockholm-Posten zu veröffentlichen. Drei Jahre später begann er in Åbo als Bibliothekar zu arbeiten, was ihn letztendlich zu einer Professur in Philosophie führte. Bereits 1803 entdeckte Frans Michael Franzén jedoch, dass er zur Philosophie griff, weil dies seiner religiösen Einstellung entsprach. Er ließ sich daher zum Priester weihen und begann eine kirchliche Laufbahn. Bereits 1834 wurde er dann Bischof des Härnösand Stifts.

9. Februar 1946: Der Frukostklubben, noch heute eine Legende Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin