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Freitag, 23. Dezember 2016

Die schwedische Künstlerin Harriet Sundström

Harriet Sundström kam am 23. Dezember 1872 als Tochter eines Ornithologen und Journalisten in Stockholm zur Welt und erhielt eine für die Zeit sehr gute Ausbildung. 1889, im Jahr als ihr Vater starb, schrieb sich Sundström an der Tekniska Skolan ein um sich auf die Kunstakademie in Stockholm vorzubereiten. Nachdem Sundström dort jedoch nicht akzeptiert wurde, zog sie zu ihrer Schwester nach München und studierte dort Tiermalerei und Impressionismus bei Heinrich Zügel. In diesen Jahren nahm die Künstlerin auch ihre ersten Aufträge als Tiermalerin an.

Nach ihrer ersten größeren Ausstellung im Kunstverein München im Jahre 1894 kehrte Harriet Sundström zurück nach Schweden und schrieb sich an der kurz zuvor gegründeten Schule des Künstlerverbands ein, wo sie das Glück hatte Anders Zorn als Lehrer zu haben. Es entwickelte sich eine Freundschaft zwischen den beiden und Sundstgröm folgte dem Künstler mehrmals nach Mora, wo die Künstlerin insbesondere Pferde- und Hundemotive malte. Bis zu ihrem Lebensende am 28. April 1861 in Stockholm sollte Sundström sich insbesondere der Tiermalerei widmen, eine Kunstrichtung, die damals zwar gefragt war, aber kaum dabei half als Künstler wirklich anerkannt zu werden.

In der Tat sollte es Harriet Sundström auch nicht gelingen je zu den größten Künstlern Schwedens zu zählen, sondern ihr Durchbruch kam als Graphikerin. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hielt sich Sundström sehr viel in Dachau und in München auf, wo sie, gemeinsam mit Carl Petersen mit Holzschnitt experimentierte. Als die beiden Künstler 1905 ihre erste Ausstellung mit Holzschnitten in Stockholm präsentierten gehörten sie mit zu den ersten Künstlern des Landes die mit Originalholzschnitt arbeiteten und damit die graphische Kunst revolutionierten. 1912 gehörte Sundström dann auch mit zu den Gründern des Vereins FOT, der 1947 in die Graphische Gesellschaft einging. Sundström arbeitete in diesen Jahren nicht nur als Malerin und Graphikerin, sondern unterrichtete auch im Holzschnitt und verfasste mehrere Bücher zu dieser Technik. Werke der Künstlerin findet man in zahlreichen Museen Schwedens.


Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 2. September 2015

Oktoberfestbier in der schwedischen Systembolaget

Während das deutsche Oktoberfest bis ins Jahr 1810 und zur Verlobung des damaligen Kronprinzen zurückreicht, kamen die Oktoberfeste erste während der letzten Jahre nach Schweden und haben mit der deutschen Tradition sehr wenig gemeinsam, wenn man vom Bier trinken, einigen wenigen bayerischen Spezialitäten und dem sehr kontrollierten Zugang zu Zelten und Restaurants absieht, denn immerhin müssen Jugendliche in Schweden von jedem Alkoholgenuss abgehalten werden. Auch das staatliche Alkoholmonopol Systembolaget will seit einigen Jahren von der Bekanntheit des deutschen Oktoberfests profitieren.

Natürlich veranstaltet die Systembolaget keine Oktoberfeste, sondern bietet im September, und nur im September, lediglich sogenannte Oktoberfestbiere (oktoberfestöl) an. Aber auch hierbei richtet sich das Angebot kaum an Bewohner Münchens, denn während die Regeln für das Brauen und Verkaufen des Festbiers in München strikten Regeln folgen muss, kann in Schweden im Prinzip jedes Bier, unabhängig seiner Herkunft, als Oktoberfestbier ausgezeichnet werden. Der Anreiz ist lediglich der Name und der auf September begrenzte Verkauf.

Als daher am 2. September 2013 das erste Oktoberfestbier des Jahres von der Systembolaget verkauft wurde, fand man nicht nur Bier, das in München gebraut war, wobei auch dieses Bier nicht unbedingt dem Festbier in den Zelten entsprach, sondern es wurde auch schwedisches und dänisches Bier als Oktoberfestbier angeboten. Erstaunlich ist dabei jedoch, dass sogenannte Oktoberfestbiere in Schweden in sehr großer Menge verkauft werden, auch wenn so manche Biersorten mehr von der Experimentierfreundlichkeit und dem Geschäftssinn einiger Brauereien zeugen als die bayerische Kultur nach Schweden zu holen.


2. September 1675: Der Beginn des Schonischen Krieges
2. September 1807: Fredrika Charlotta Runeberg, die erste Journalistin Finnland 
2. September 1854: Die Bomarsunds Festung auf Åland 
2. September 1889: Die Probleme des schwedischen Künstlers Isaac Grünewald 
2. September 1925: Gunnar Nilson, in Jazzkreisen bekannt als Siljabloo 
2. September 1932: Johan August Gustafsson, der Bauern-Skultör aus Öland

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Mittwoch, 14. März 2012

Josefina von Leuchtenberg wird Königin in Schweden

Am 14. März 1807 wurde Josefina von Leuchtenberg als Tochter des französischen Generals Eugène de Beauharnais, der von Napoleon I. zum Vizekönig in Italien ernannt worden war, in Mailand geboren. Ihre Kindheit verbrachte Josefina im Schloss in Monza, wobei sie bereits im Alter von sechs Jahren zur Prinzessin von Bologna und Herzogin von Galliera ernannt worden war. Als Eugène de Beauharnais sich jedoch 1814, nach dem Sturz von Napoleon, zum König Italiens ausrufen wollte, musste die Familie Italien verlassen und zog nach München um.

Im Jahr 1817 kaufte Eugène de Beauharnais dann die Stadt und das Fürstentum Eichstätt und wurde zum Herzog von Leuchtenberg. Auf Grund dieses Umzugs musste Josefina von Leuchtenberg dann neben ihrer Muttersprache Französisch auch Deutsch, Italienisch und Englisch lernen. Als der zukünftige schwedische König Oscar I. Dann, im Auftrag seines Vaters, auf Brautschau nach Eichstätt kam, verliebte er sich in die damals 15-jährige Josefina von Leuchtenberg und verlobte sich bereits drei Tage später mit ihr.

Fast wäre jedoch die Hochzeit ein Jahr später am strengen katholischen Glauben Josefinas gescheitert, aber da auch die vorhergehende Königin, Desideria, ihrem katholischen Glauben im protestantischen Schweden treu bleiben durfte, wurde auch bei Josefina letztendlich eine Ausnahme gemacht. Da Josefina von Leuchtenberg jedoch eine Hochzeit nach katholischen Regeln haben wollte und es jedem Schweden verboten war an katholischen Gottesdiensten teilzunehmen, wurde die Ehe am 22. Mai 1823 in Abwesenheit des Kronprinzen in München geschlossen. Der Thronfolger ließ sich bei der Hochzeit von Josefinas Onkel Karl von Bayern vertreten.

14. März 1707: Der schwedische Sprachforscher Johan Ihre 
14. März 1918: Die erste Anwältin Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin