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Montag, 1. April 2019

Die Schriftstellerin Gunnel Vallquist

Gunnel Vallquist kam am 19. Juni 1918 als Tochter eines Oberleutnants in Stockholm zur Welt und studierte nach ihrer Hochschulreife an der Universität Uppsala Literaturgeschichte sowie nordische und romanische Sprachen. Während dieser Jahre näherte sich Vallquist immer mehr dem katholischen Glauben und begann auch für katholische Zeitschriften zu arbeiten. Nach Abschluss ihres Studiums zog Vallquist nach Frankreich, um jedoch von dort aus insbesondere für die Dagens Nyheter und das Svenska Dagbladet Essays zu schreiben und, ab 1950, die Werke Marcel Prousts zu übersetzen.

Mitte der 50er Jahre zog Gunnel Vallquist dann für einige Jahre nach Rom um an einer Biographie des italienischen Propheten Giorgio La Pira zu schreiben, wobei 1956 auch ihr erstes Buch erschien, die Essaysammlung Något att leva för, dem später weitere Essaybände folgen sollten. Die 50er und 60er Jahre waren daher geprägt davon, dass Vallquist einerseits die französische Literatur nach Schweden brachte, zum anderen davon, dass sie sich in Glaubensfragen für den Katholizismus einsetzte, den man in allen ihren Werken, und der Auswahl ihrer Übersetzungen finden kann.

Gunnel Vallquist war ab 1973 auch Mitglied der Bibelkommission, die eine moderne Version der Bibel schaffen sollte, trat jedoch aus der Kommission aus, weil sie der Meinung war, dass sich die Übersetzung zu wenig an den ursprünglichen Inhalt der Bibel halte, was man auch in Zusammenhang mit ihren eigenen Werken sehen muss, die stilistisch hochstehend sind, jedoch immer zu altertümlichen Ausdrücken und Redewendungen neigen, daher abseits der modernen Literatur liegen. Im Jahr 1981 wurde Gunnel Vallquist, die am 11. Januar 2016 starb, die Doktorwürde verliehen und am 1. April 1982 wurde sie in die Svenska Akademien gewählt um, nach Anders Österling, auf dem Stuhl Nummer 13 Platz zu nehmen.


1. April 1412: Der schwedische König Albrecht von Mecklenburg
1. April 1643: Königin Kristina verleiht Åmål die Stadtrechte
1. April 1820: Der Chemiker und Industrielle Henrik Gahn
1. April 1841: Knut Michaelson, vom Industriedisponent zum Theater
1. April 1843: Adolph Ribbing und der Mord an Gustav III.
1. April 1895: Der Regisseur und Produzent Gustaf Edgren
1. April 1915: Der schwedische Architekt Lennart Kvarnström
1. April 1945: Totta Näslund und der Weg zu Bob Dylan
1. April 1953: Die erste männliche Krankenschwester Schwedens
1. April 1962: Gustaf VI. Adolf weiht den Flughafen Arlanda in Stockholm ein
1. April 1967: Sixten Sason und die Saab-Modelle
1. April 1997: Die Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 30. April 2017

Die Walpurgisfeuer in Schweden

Auch wenn man bei den Feuern am Abend des 30. April in der deutschen Sprache grundsätzlich von den Walpurgisfeuern spricht, und im Schwedischen offiziell vom Valborgselden oder dem Valborgsmässobålet, so hat dieses Feuer sehr wenig mit der heiligen Walpurga zu tun, was sich auch dadurch ausdrückt, dass man in der schwedischen Umgangssprache weiterhin vom majbrasa, dem Maifeuer, redet und diese Tradition im Norden auf einen vorchristlichen Brauch zurückgeht, denn nach der nordischen Mythologie ist in dieser Nacht die Grenze zwischen den Lebenden und den Toten am geringsten, weswegen man die Nacht fernhalten soll.

Wenn man daher in die vorchristliche Zeit des Nordens zurückgeht, so dachte man natürlich auch nicht an die Hexenverbrennungen, die erst das Christentum mit sich brachte, sondern mit dem Walpurgisfeuer sollte alles aus dem vergangenen Jahr, vor allem die negativen Erlebnisse, die Not des Winters und negative Gedanken verbrannt werden, damit man am nächsten Morgen ein neues Leben beginnen konnte, bei dem ein Strich unter alles Vergangene und alle Feindschaften gezogen wurde. Als der katholische Glauben in Schweden einzog, hat man sehr oft an den Plätzen dieser Feuer eine Kirche oder eine Kapelle gebaut, um zu zeigen wie mächtig der katholische Gott sei und die Walpurgisfeuer dem Aberglauben gehören.

Als dann der katholische Glaube durch den protestantischen ersetzt wurde, wurde das Walpurgisfeuer kaum noch mit der etwas brutalen Denkweise der Katholiken verbunden, sondern das Feuer war mit der Sonne, der Wärme und dem Frühling verbunden, hatte jedoch gleichzeitig noch die Eigenschaft die landwirtschaftlichen Tiere gegen die wilden Tiere jener Zeit zu schützen und alle bösen Kräfte fernzuhalten. Der schwedische Botaniker Carl von Linné schrieb noch 1749, dass die Bauern des Västmanlands am 30. April immer große Feuer machten und um die Scheiterhaufen tanzen, vor Freude, dass nun endlich der Sommer im Anzug sei. Man kann sich natürlich fragen, warum diese Feuer mit dem Schutz von Kühen, Schafen und Ziegen verbunden war, obwohl die Antwort einfach ist, denn am Folgetag wurde das Vieh auf die Weide gelassen, es fand also der schwedische Almauftrieb statt.


30. April: Die Walpurgisnacht in Schweden
30. April 1659: Graf Jacob Reenstierna als königlicher Beamter
30. April 1870: Maria Sandel, die erste Arbeiterschriftstellerin Schwedens
30. April 1909: Der studentische Karneval Chalmers Cortège
30. April 1910: In Göteborg findet der erste Chalmers Cortège statt
30. April 1926: Der schwedische Architekt Sten Samuelson
30. April 1929: Birger Sjöberg, vom Volkslied zum Modernismus
30. April 1946: Sven Nordqvist und die Phantasiewelt der Kinder
30. April 1946: Carl XVI. Gustaf Folke Hubertus, König von Schweden
30. April 1976: Die Hoola Bandoola Band
30. April 1982: Der Tag der schwedischen Flagge

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 25. April 2017

Der Aufruhr gegen Gustav Vasa endet in Broddetorp

Auch wenn der Ort Broddetorp heute nur noch knapp 140 Einwohner zählt, so spielte er während der Reformation eine bedeutende Rolle, da hier am 25. April 1529 der Widerstand gegen Gustav Vasas protestantische Kirche beendet wurde, zwar auf Grund von wagen Versprechen des Königs, der damit Zeit gewinnen konnte um innerhalb weniger Tage einen Plan auszuarbeiten, der auch jeden zukünftigen Widerstand gegen die Lutherische Kirche begraben sollte, aber Gustav Vasa gelang es in Broddetorp auch die gesamte religiöse Linie Schwedens über Jahrhunderte hinweg festzulegen und den rotestantischen Glauben zur Staatskirche zu erheben.

Der Aufstand hatte Anfang April des Jahres 1529 im Småland begonnen, als katholische Bischöfe, die reiche Bürgerschicht und die Bauern Gustav Vasa absetzen wollten um damit ihren katholischen Glauben behalten zu können. Den Aufständischen gelang es Margareta, die Schwester des Königs, gefangen zu nehmen, den Vogt des Königs zu töten und begonnen die anderen Regionen Schwedens für einen Aufstand zu gewinnen, was Gustav Vasa zu schnellen Entscheidungen zwang, da er einen allgemeinen Bürgerkrieg nicht gewinnen konnte, jedoch weder die Macht verlieren wollte, noch die Reformation durch Sondergenehmigungen verändern wollte.

Bereits am 16. April 1529 schickte Gustav Vasa daher einen Brief an die Aufständischen, dankte diesen, dass sie seine Schwester so freundlich aufgenommen hatten, gab dem Vogt selbst Schuld an seinem Tod, da er eigenmächtig gehandelt habe und bat um ein Treffen bei dem die unterschiedlichen Standpunkte besprochen werden sollten und er den Bauern zuhören werde. Gleichzeitig warnte er jedoch auch die anderen Regionen davon sich den Aufständischen anzuschließen und er brachte einige Drohungen gegen die gehobene Bürgerschicht unter, die für den Aufstand verantwortlich war. Auf diese Weise gelang es Gustav Vasa die Bauern und die adeligen Führungsschicht zu trennen, wobei Ture Jönsson und Bischof Magnus die Drohung auch richtig interpretierten und unmittelbar das Land verließen, trotz der versprochenen Amnestie.


25. April 1709: Der Architekt und Erfinder Carl Johan Cronstedt
25. April 1744: Anders Celsius und die Celsius-Skala
25. April 1750: Der schwedische Astronom Olof Hjorter
25. April 1887: Der schwedische Künstler Gösta Sandel
25. April 1892: Der schwedische Künstler Arvid Knöppel
25. April 1926: Ellen Key und die kulturelle Frauenbewegung Schwedens
25. April 1926: Ellen Key und die befreite Arbeiterfrau
25. April 1945: Björn Ulvaeus, die Zeit vor und nach ABBA
25. April 1981: Anja Pärson, alpine Skiläuferin

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 18. April 2017

Die Künstlerin Gisela Trapp

Gisela Trapp kam am 18. April 1873 als Gisela Henckel, als Tochter eines Schiffsreeders, in Helsingborg zur Welt und begann sich bereits sehr früh zur Künstlerin auszubilden, unter anderem als Privatschülerin beim dänischen Maler Niels Pedersen in Kopenhagen, wobei sich Trapp vor allem auf Tier- und Naturmotive setzte. Bereits gegen 1895 begann Trapp dann mehrere Werke von Eva Wigström zu illustrieren, einer Schriftstellerin, die in Helsingborg in den gleichen Kreisen verkehrte wie die Familie Henckel.

Über Eva Wigström kam Gisela Trapp auch in Kontakt mit dem Verlag  Svensk Läraretidnings förlag, was dazu führte, dass Trapp etwa 20 Bände der Kinderbuchserie Saga illustrierte. Der Erfolg dieser Serie brachte der Künstlerin dann zahlreiche weitere Illustrationsaufträge mehrerer Verlage, anfangs vor allem für Kinder und Jugendbücher, später dann vor allem für katholische Publikationen. Nach einem Aufenthalt in der Künstlerkolonie in Arild und weiterem Kunstunterricht bei Elisabeth Keyser verwirklichte  Trapp auch zahlreiche Gemälde, die sie in mehreren Ausstellungen präsentierte.

Der große Wandel kam für  Gisela Trapp dann zwischen 1910 und 1920, als die Künstlerin plötzlich zum katholischen Glauben übertrat, da sie in den Folgejahren nahezu ausschließlich katholische Motive malte, was auch auf Kosten des Humors ging, den man in ihren frühen Illustrationen und Gemälden finden konnte. Im Jahr 1923 schenkte Gisela Trapp, die am 2. Mai 1958 starb, gemeinsam mit ihrer Schwester, Helsingborg ein Grundstück zur Errichtung einer katholischen Kirche, wobei die Mutter dann auch den Bau finanzierte. Trapp dekorierte nicht nur diese Kirche, sondern zwischen 1923 und ihrem Tod sämtliche neu errichteten katholischen Kirchen Schwedens. Nach ihrem Tod hinterließ die Künstlerin ihr gesamtes Eigentum der katholischen Kirche.


18. April 1589: Prinz Johan verzichtet zweimal auf die schwedische Krone
18. April 1647: Der Künstler und Heraldiker Elias Brenner
18. April 1676: Fredrik I., König Schwedens dank seiner Ehefrau
18. April 1759: Thomas Thorild, der revolutionäre Schriftsteller des 18. Jahrhunderts
18. April 1854: Julia Nyberg und die philanthropischen Balladen des 19. Jahrhunderts
18. April 1896: Der Literaturwissenschaftler Henry Olsson
18. April 1896: Henry Olsson und die wissenschaftliche Literaturgeschichte
18. April 1897: Der schwedische Skiläufer Per-Erik Hedlund
18. April 1962: Jan Björklund, der Kultusminister mit militärischem Hintergrund
18. April 1965: Der Priester, der sich für die Homosexualität einsetzt

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 5. April 2017

Kort Rogge, Bischof in Strängnäs

Kort Rogge, der unter verschiedenen Namen bekannt ist, kam vermutlich 1425 als Sohn eines deutschstämmigen Ziegelmeisters und einer aus dem höheren Bürgerstand stammenden schwedischen Mutter in Stockholm zur Welt und erhielt eine der in jener Zeit besten schulischen Ausbildungen. Dank des Reichtums der Eltern konnte sich Rogge 1446 an der Universität Leipzig einschreiben und anschließend noch an der italienischen Universität Perugia studieren, wo er auch einen Doktorgrad in Kirchenrecht erwarb. Als Rogge nach einem sechsjährigen Aufenthalt in Italien nach Schweden zurückkehrte, galt er als einer der gelehrtesten Männer des Landes.

Kurt Rogge gewann in Schweden sehr schnell hohe Ämter und als der Erzbischof Jöns Bengtsson 1463 vom dänischen König Kristian I. gefangen genommen wurde, übernahm Rogge bis zur Freilassung des Erzbischofs seine Arbeit. Als der schwedisch-dänische Krieg 1469 zu Ende ging, wurde Rogge zu Friedensverhandlungen als Vertreter Schwedens nach Lübeck geschickt und zehn Jahre später ernannte in Sten Sture der Ältere zum Bischof in Strängnäs. In der Stadt am Mälaren baute Kort Rogge, teilweise mit eigenen Spenden, nicht nur die von einem Brand stark beschädigte Kathedrale wieder auf, sondern finanzierte auch ein Krankenhaus für Priester.

Da der Erzbischof Schwedens in dieser Zeit noch relativ jung war, richtete sich Kurt Rogge ganz auf seine Tätigkeit als Bischof in Strängnäs ein, was auch eine Tätigkeit als Reichskanzler mit beinhaltete, Rogge also auch eine bestimmte politische Macht verlieh, die er jedoch nie zu persönlichen Zwecken ausnutzte. Allerdings machte sich Kort Rogge, der am 5. April 1501 als letzter bedeutender katholischer Bischof in Strängnäs starb, auch Feinde, da er alles daran setzte das Stift in Strängnäs zu stärken und dafür auch die Eisensteuer in Närkes Bergslagen wieder einforderte und den Vogt von Tynnelsö vor Gericht stellte, weil dieser bedeutende Summen veruntreut hatte.


5. April 1697: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden
5. April 1719: Axel von Fersen der Ältere in der Opposition
5. April 1786: Die Svenska Akademien, Verteidiger der schwedischen Sprache
5. April 1842: Der Archäologe und Reichsantiquar Hans Hildebrand
5. April 1950: Die Karriere der schwedischen Sängerin Agnetha Fältskog
5. April 1954: Die schwedische Sängerin Anna-Lotta Larsson
5. April 1962: Sara Danius, ständige Sekretärin der Svenska Akademien 
5. April 2001: Die schwedische Jazzsängerin Sonya Hedenbratt
5. April 2007: Maria Gripe und das realistische Kinderbuch Schwedens
5. April 2007: Maria Gripe, Kinderbücher ohne Gewalt

Copyright: Herbert Kårlin

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Montag, 13. März 2017

Der schwedische Erzbischof Olof Björnsson

Olof Björnsson, mit lateinischen Namen Olaus Beronis genannt, starb am 13. März 1332 in unbekanntem Alter als katholischer Erzbischof in Uppsala. Die größte bekannte Leistung Björnssons einige Jahre vor seinem Tod war die Änderung des Gesetzes des Hälsingelagen (alte Gesetzessammlung des Hälsinglands), denn nach dieser Gesetzessammlung wurde in der Region immer noch das bereits seit Jahren königlich verbotene sogenannte göttliche Gesetz der järnbörd praktiziert, eine Strafe, die als göttlich betrachtet wurde. Um die Unschuld zu beweisen, mussten mutmaßliche Täter mehrere Schritte mit glühendem Eisen in den Händen gehen oder mit nackten Füssen über glühendes Eisen gehen ohne hinterher einen Brandschaden zu zeigen. Björnsson gelang es ein endgültiges Verbot dieser Beweisführung durchzusetzen.

Olof Björnsson wurde von Erzbischof Esger 1314 in Lund zum Erzbischof geweiht, was bedeutende Proteste von Seiten Uppsalas auslöste, da man dies als Unterwerfung unter den Stift Lund betrachtete. Um dieses Problem zu beseitigen, war Olaus Beronis auch der letzte schwedische, katholische Erzbischof, der in Lund geweiht wurde. Da der Papst bereits 1312 eine sogenannte Kreuzzugsteuer von all seinen Kirchengemeinden forderte, war Olaus Björning auch derjenige, der diese Steuer in Schweden einführte, was ihn allerdings auch kaum im schwedischen Reich beliebt machte.

Während Olof Björnsson während des Nyköpings Gästabud (Gastmahl von Nyköping) nur eine geringe Rolle spielte, so war er der erste Erzbischof Schwedens, der sich sehr eifrig dabei zeigte die Samen zum „richtigen“ Glauben zu führen, in ihrem Land eine Siedlungspolitik zu betreiben und dort vor allem auch Steuern für die Kirche zu kassieren. Sein Eigeninteresse zeigte sich dabei deutlich durch die Tatsache, dass er sich in Umeå und am Lule älv Güter und Land aneignete und in mehreren Gegenden Nordschwedens das Fischrecht beanspruchte. Man kann daher auch davon ausgehen dass mit Björnsson die offizielle Kolonisation Lapplands einsetzte.


13. März 1809: Revolution in Schweden
13. März 1822: Nils Lorens Sjöberg und die schwedische Lyrik Ende
13. März 1848: Der schwedische Künstler Johan Niclas Byström
13. März 1868: Die schwedische Textilkünstlerin Maja Sjöström

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 27. Februar 2017

Der schwedische Erzbischof Jakob Ulvsson

Der schwedische Erzbischof Jakob Ulvsson spielt in Schweden eine besondere Rolle, denn zum einen handelt es sich um einen katholischen Erzbischof, zum anderen den Erzbischof, der 46 Jahre lang im Amt war und damit den Rekord der Amtszeit aufstellt, und zum dritten, weil Ulvsson am 27. Februar 1477 vom Papst die Genehmigung erhielt die Universität Uppsala zu gründen, wobei der Erzbischof nur drei Jahre später auch den Buchdruck in Schweden einführte und damit eine neue Ära in Schweden einleitete, auch wenn der Katholizismus bereits 50 Jahre später in Schweden zu Grabe getragen wurde.

Jakob Ulvsson war zwischen 1430 und 1440 in Hacksta zur Welt gekommen und studierte ab 1457 in Rostock Theologie. Da Ulvsson zwischen 1465 und 1470 in der päpstlichen Kurie in Rom lebte, konnte er auch eine enge Beziehung zum damaligen Papst Paulus II. aufbauen, der ihn noch 1470 zum schwedischen Erzbischof weihte und damit den offiziellen Anwärter für das Amt überging. Als Ulvsson wenig später nach Schweden zurückkehrte, war eine seiner ersten Handlungen ein landesweites Gedenkfest zur in der katholischen Kirche verehrten Birgitta anzuordnen und sich dafür einzusetzen dass Birgitta heilig erklärt wird, was 1482 erst einmal zur Seligsprechung Birgittas führte.

Als Jakob Ulvsson im Jahre 1521 in Mariefred starb, geschah dies bereits im Umbruch zwischen Katholizismus und Reformation, denn nur zwei Jahre später wurde Gustav Vasa König Schwedens und verordnete die Reformation. Dies führte dazu, dass Ulvsson für über 300 Jahre aus der schwedischen Geschichte nahezu verschwand und erst beim 400-jährigen Jubiläum der Universität Uppsala wieder als der Gründer der Universität bedeutend und für seinen Einsatz das Wissen in Schweden zu verbreiten geehrt wurde. Auch seine Rolle als Politiker rückt seit dieser Zeit wieder mehr in die Öffentlichkeit.


27. Februar 1705: Der schwedische Naturwissenschaftler Peter Artedi
27. Februar 1862: Die schwedische Textilkünstlerin Agnes Branting
27. Februar 1869: Der Göta Kanal, vom Lastverkehr zum Tourismus
27. Februar 1921: Willy Kyrklund und die existentielle philosophische Literatur Schwedens
27. Februar 1953: Gustaf Hellström und das gesellschaftliche Leben in Kristianstad
27. Februar 1974: Der König Schwedens wird politisch entmachtet
27. Februar 1981: Die Eisenhütte Domnarvet bei Borlänge in der Krise
27. Februar 1984: Die schwedische Fußballspielerin Lotta Schelin 

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Samstag, 31. Dezember 2016

Die schwedische Künstlerin Lotten Ehrenpohl

Lotten Ehrenpohl starb ab 31. Dezember 1914 in Birgittenkloster im holländischen Weert und war nicht nur die erste schwedische Nonne des Birgittaordens seit der Reformation, sondern sie war auch eine der wenigen Nonnen, die sich als Künstlerin einen Namen gemacht hatte, wobei der Weg Ehrenpols zur Kunst über ein solides Kunststudium gegangen war, was man in ihren sakralen Arbeiten, die man heute in zahlreichen Kirchen und Klöstern finden kann, sehr deutlich sehen kann. Die meisten ihrer Arbeiten im Kloster entstanden allerdings im Auftrag des Klosters und nicht weil Ehrenpohl in dieser Zeit nach einer künstlerischen Tätigkeit strebte.

Lotten Ehrenpohl war am 28. Juli 1841 mit dem Vornamen Charlotte als Tochter eines Militärs in Halmstad zur Welt gekommen und war, nach eigenen Erzählungen, ein sehr wildes Kind, das sich wenig mädchenhaft aufführte. Die Neigung zum Malen zeigte sich sehr früh bei Ehrenpohl, wobei die Eltern sie dabei unterstützten und sie auch darin auch unterrichteten. Erst mit 19 Jahren hatte Ehrenpohl dann die Möglichkeit in Ängelholm das Malen von einem Künstler zu erlernen, was dazu führte, dass sie versuchte ihren Vater zu überzeugen sie in Stockholm Kunst studieren zu lassen.  Lotten konnte ihren Vater überzeugen und nach einigen Jahren an Unterricht wurde Ehrenpohl 1864 als Studentin an der Kunstakademie in Stockholm aufgenommen, wo sie sehr bald auch die ersten Preise für ihre Kunst erwarb.

Nach Abschluss ihres Kunststudiums arbeitete Lotten Ehrenpohl kürzere Zeit als Zeichenlehrerin, aber ihr Drang zum Katholizismus brachte sie immer mehr von der Kunst ab und 1875 trat die Künstlerin dann in Breslau zum katholischen Glauben über. Zwei Jahre später verließ Ehrenpohl Schweden um Nonne im Birgittenkloster in Weert zu werden. In den Augen Ehrenpohl sollte dies auch das Ende ihrer künstlerischen Aktivität sein, aber das Schicksal wählte einen anderen Weg, denn die Äbtissin des Klosters erkannte die Fähigkeiten und verpflichtete Ehrenpohl zur künstlerischen Aktivität, was die Nonne in gewisse Schwierigkeiten brachte, da diese die Kunst als persönliches Vergnügen sah, was nach allen Klosterregeln verboten war, aber andererseits war sie der Äbtissin absoluten Gehorsam schuldig. Diese Entscheidung der Äbtissin führte dann auch dazu, dass Lotten Ehrenpohl noch heute als Künstlerin anerkannt ist.


31. Dezember 1732: Carl Israel Hallman und die schwedische Opéra Comique
31. Dezember 1797: Adolf Eugène von Rosen und die schwedische Eisenbahn
31. Dezember 1858: Die Tageszeitung Göteborgs-Posten, kurz GP genannt 
31. Dezember 1865: Fredrika Bremer, ein Pionier der schwedischen Frauenbewegung
31. Dezember 1928: Gunnar Kieri, der historische Autor des Tornedalen
31. Dezember 1936: Die schwedische Sängerin Siw Malmkvist
31. Dezember 1966: Der Weihnachtsbock in Gävle brennt nieder
31. Dezember 1987: TV3, der erste private Fernsehkanal Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

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Dienstag, 25. Oktober 2016

Der schwedische Erzbischof Jacob Israelsson

Auch wenn über den schwedische Erzbischof Jacob Israelsson wenig überliefert wurde und die älteste Schrift in der erwähnt wird aus dem Jahre 1280 stammt, hinterließ er bei seinem Tod am 25. Oktober 1281 in Uppsala innerhalb der schwedischen Geschichte seine Spuren, da er die katholische Kirche von der königlichen Rechtsprechung abteilen konnte und zudem ein bedeutender Verfechter des Zölibats war und einen harten Kampf gegen die Häresie führte. Aber auch seine Vereinbarungen mit König Magnus Ladulås spielten eine gewisse Rolle für die Kirchengeschichte Schwedens.

Vermutlich wurde Jacob Israelsson im Jahre 1202 geboren, wobei er einem Geschlecht der Kreuzfahrer angehörte, da sowohl sein Vater als auch sein Großvater in Jerusalem waren und den katholischen Glauben als den einzig richtigen Glauben betrachteten. Da der Neffe Israelssons in Paris studierte, ist anzunehmen, dass auch der spätere Erzbischof seine Ausbildung dort erhielt, was auch erklären könnte, warum er sich später intensiv für die dortigen schwedischen Studenten einsetzte. 1278 wurde Israelsson dann, nach einigen Jahren als Priester in Laggahärad, zum Erzbischof gewählt.

Die politischen Wirren jener Epoche sollten Jacob Israelsson zu Gute kommen, denn nur durch seine Unterstützung konnte Magnus Ladulås seine Macht festigen, auch wenn der König dadurch in ein gewisses Abhängigkeitsverhältnis zur katholischen Kirche geriet. Israelsson gelang es dadurch zum einen eine Steuerfreiheit für die Kirche auszuhandeln, zum anderen erreichte er dass Priester und Bischöfe nicht mehr den weltlichen Gerichten unterstanden, sondern nur noch von kirchlichen Gerichten verurteilt werden konnten, was die Macht der Kirche enorm stärkte. Magnus Ladulås zeigte dem Erzbischof seine Dankbarkeit aber noch dadurch, dass er das Erzbistum in Uppsala auch finanziell mehrmals unterstützte.


25. Oktober 1916: Die letzte Schleuse in Trollhättan wird eingeweiht
25. Oktober 1954: Marika Stiernstedt und die Abwendung von der Aristokratie
25. Oktober 1980: Die Grünen Schwedens werden gegründet
25. Oktober 2003: Der schwedische Jazzmusiker Bengan Wittström
25. Oktober 2003: Fredrik Reinfeldt, Ministerpräsident Schwedens
25. Oktober 2012: Das Einkaufszentrum Emporia in Malmö 

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 18. August 2016

Der schwedische Erzbischof Jöns Gerekesson

Der schwedische Erzbischof Jöns Gerekesson starb am 18. August 1433 auf eine für einen Erzbischof sehr unehrenhafte Weise, denn eine Gruppe an isländischen Bauern war so verärgert über ihren Bischof, der drei Jahre vorher seines Amtes in Uppsala enthoben worden war, dass sie während einer Messe die Kirchentür aufbrachen, alle Diener Gerekssons töteten und den Bischof seiner Kleider beraubten, ihn, mit einem Stein um den Hals, in einen Sack einnähten und ertränkten.

Jöns Gerekesson kam vermutlich 1380 in Dänemark zur Welt, da sein Onkel Bischof von Roskilde und der Berater der Königin Margarete Valdemarsdotter war und sein Vater ebenfalls Beziehungen zum dänischen Hof hatte. Gerekesson studierte in Köln, Paris und Prag Theologie bevor er im dänischen Aarhus zum Priester geweiht wurde. Seinen Aufstieg verdankte Gerekesson dem schwedischen König Erich von Pommern, da ihn dieser, gegen den Protest der schwedischen Bevölkerung, 1383 zum Erzbischof Schwedens auswählte, obwohl er keinerlei Beziehungen zu Uppsala hatte und den Ruf eines Frauenhelden besaß.

In der Tat war das Leben von Jöns Gerekesson von Exzessen geprägt. Nach geschichtlichen Aufzeichnungen hatte er keinerlei moralische Schranken und umgab sich mit Verbrechern um an Geld und Macht zu kommen. Auch wenn das Gerücht, dass er auf seinem Kirchengut einen Harem unterhielt, nicht bewiesen werden kann, so hatte er auf jeden Fall mehrere Affären und Frauen zu Scheinehen mit seinen Angestellten gezwungen, die diese Frauen natürlich nicht berühren durften. Selbst als der König einen Erzbischof nicht mehr halten konnte und Gerekesson gezwungen war Schweden zu verlassen, gelang es ihm 1430 auf Island zum Bischof gewählt zu werden und dort sein Unwesen weiterzutreiben.


18. August 1810: Die Bernadottes übernehmen die Macht in Schweden
18. August 1812: Der letzte Reichstag in Örebro
18. August 1859: Ernest Thiel, Bankier und Kunstsammler
18. August 1951: Kaffeerationierung in Schweden
18. August 1956: Die Gründung des Samenrats in Karasjok 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 12. Januar 2016

Die schwedische Schriftstellerin Marika Stiernstedt

Marika Stiernstedt kam am 12. Januar 1875 als Tochter des Militärs und Freiherren Wilhelm Stiernstedt in Stockholm zur Welt und erhielt von ihrer polnischen Mutter eine rein katholische Erziehung. Obwohl sich Stiernstedt, die in Uppsala aufwuchs, sehr früh gegen das Frauenbild, das ihre Religion sah, wehrte, blieb sie bis zum Ende ihres Lebens katholisch. Trotz der Widerstände ihrer gesellschaftlichen Umgangsschicht sah Stiernstedt die Zukunft der Frau bei Bildung und einer gewissen persönlichen Freiheit, die ihr der Katholizismus nicht genehmigte.

Da die Erziehung und die Ausbildung von Marika Stiernstedt nach gehobenem katholischem Ideal erfolgen sollte und zu Hause vor allem Französisch gesprochen wurde, wurde die junge Stiernstedt im Alter von 13 Jahren in eine Klosterschule bei Paris geschickt, was vor allem dazu führte, dass die spätere Schriftstellerin nach ihrer Rückkehr nach Schweden sich als Autodidakt eine gewisse Bildung aneignen musste. Sehr viele ihrer Denkanstöße kamen von Ola Hansson und August Strindberg, deren Werke sie verschlang. Erstaunlich für jene Zeit war jedoch, dass Stiernstedts Vater ihre ersten Schritte zur Autorin unterstützte und daher 1894 Sven Vingedal, der erste Roman von Marika Stiernstedt, unter dem Pseudonym Mark Stern erscheinen konnte.

Ab 1905 trat Marika Stiernstedt mit ihrem Namen Marika Cederström als Schriftstellerin an die Öffentlichkeit, ging jedoch ein Jahr später, nach der Scheidung von Carl Cederström auf ihren Mädchenname zurück. Im Gegensatz zu den meisten Autorinnen ihrer Zeit, schildert Stiernstedt nicht das Leben ihrer Epoche, sondern das Verhältnis zwischen Mann und Frau und bindet dabei auch die Erotik ein. Auch wenn dies als skandalös betrachtet wurde, so hatte sie als Adelige und sich selbstversorgende Frau einen gewissen Freibrief, den sie auch während ihrer zweiten Ehe mit Ludvig Nordström behalten konnte. Die meisten Romane von Marika Stiernstedt, die am 25. Oktober 1954 in Finja in Skåne (Schonen) starb, haben kein glückliches Ende, da es in ihren Werken unmöglich scheint dass sich ein Liebesleben mit dem Selbständigkeitsstreben einer Frau vereinen lässt.

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 12. Februar 2015

Der Psalmenverfasser Laurentius Petri Gothus

Laurentius Petri Gothus ging nach seinem Tod in Uppsala am 12. Februar 1579, neben Olaus Petri, als einer der bedeutendste Psalmdichter und Erneuerer der schwedischen Kirche in die schwedische Geschichte ein, zumal er sich erst im Laufe der Jahre immer mehr vom früheren Katholizismus entfernte und daher für die Bevölkerung glaubwürdig wirkte. Eine wichtige Rolle hierbei spielte sicher auch, dass der Theologe einen bedeutenden Einfluss bei der Herausgabe der Psalmbücher der Jahre 1567 und 1572 hatte und dabei auch sehr aktiver als Autor von Psalmen auftrat.

Laurentius Petri Gothus, der vermutlich 1529 zur Welt gekommen war, hatte das Glück Ericus Petri als Privatlehrer zu erhalten, der gleichzeitig Herzog Erik, den künftigen Erik XIV. unterrichtete, denn dadurch entwickelte sich eine Freundschaft zwischen den beiden, was wiederum dazu führte, dass ihm der Herzog ab 1546 ein theologisches Studium in Wittenberg ermöglichte, das dieser 1558 mit einem Magister beendete. Nach seiner Rückkehr nach Schweden im Jahre 1961 war Herzog Erik bereits König geworden und machte seinen Günstling zum Hofprediger und bald darauf auch zum Professor an der Universität Uppsala.

Im Jahre 1574 ernannte der König Laurentius Petri Gothus zum Erzbischof, obwohl das Wahlkollegium zu einer anderen Entscheidung gekommen war, da der Theologe um diese Zeit noch stark von der katholischen Liturgie geprägt war, die er erst einige Jahre später vollkommen ablehnte. Mit dieser Entscheidung hoffte Erik XIV. sicherlich Schweden langsam zum katholischen Glauben zurückführen zu können, denn als sich Laurentius Petri Gothus 1578 eindeutig gegen den Papst aussprach und damit den protestantischen Glauben in Schweden festigte, entzog ihm der König sämtliche Gehälter und stürzte den Reformer in die Armut, was dessen Einfluss jedoch nur stärken konnte.


12. Februar 1771: Adolf Fredrik stirbt an einer Lebensmittelvergiftung 
12. Februar 1959: Die schwedische Sängerin Susanne Alfvengren
12. Februar 1972: Die schwedische Sängerin Sophie Zelmani

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 13. Oktober 2014

Der schwedische Rechtsgelehrte Laurentius Gunnari Banck

Laurentius Gunnari Banck, der am 13. Oktober 1662 im holländischen Franeker starb, gehört zu jenen wenigen Schweden die im 17. Jahrhundert in einem fremden Land eine wissenschaftliche Karriere machten, jedoch wegen ihren Schriften in der gleichen Epoche auch in Schweden zur intellektuellen Führungsschicht gehörten. Unbekannt ist bis heute, warum Banck zu jener Zeit in Holland blieb, denn in diesem Jahrhundert hatte die schwedische Wissenschaft einen sehr schlechten Ruf und es war daher als Wissenschaftler sehr schwierig außerhalb Schwedens anerkannt zu werden.

Bereits mit zwölf Jahren  schrieb sich Laurentius Gunnari Banck an der Universität Uppsala ein um diese jedoch im Alter von 19 Jahren ohne Examen zu verlassen. Banck reiste im selben Jahr nach Franeker, schrieb sich an der dortigen Universität ein und legte dort, was ebenfalls extrem ungewöhnlich für jene Zeit war, im Jahre 1642 dort sein Examen als Jurist ab. Im Anschluss begab sich der Rechtskundige mehrere Jahre lang auf eine Studienreise durch Frankreich, Spanien und Italien, kam jedoch 1647 zurück nach Holland und wurde im gleichen Jahr zum Professor in Jura in Franeker ernannt.

Während Laurentius Gunnari Banck, der 1917 in Norrköping geboren worden war, sich in Holland einen Ruf als Jurist machte, veröffentlichte er in Schweden, wie in diesem Jahrhundert üblich in lateinischer Sprache, mehrere aufsehenerregende historische Werke unter denen besonders seine Geschichte über die christlichen schwedischen Könige vor der Reformation und sein Werk über Königin Kristina (Christina von Schweden) als Grundlagewerke jener Zeit galten. Wenn man die Werke Bancks heute liest, so stellt man allerdings fest, dass er sich in ihnen massiv gegen den Katholizismus ausspricht und dabei Propaganda für den Protestantismus macht. Dies ist vermutlich auch einer der Gründe, warum der Wissenschaftler in Holland als Hexenmeister angezeigt wurde.


13. Oktober 1796: Anders Retzius, ein Wissenschaftler und seine Theorien
13. Oktober 1857: Alfred Berg entdeckt als Student die Musik
13. Oktober 1924: Harry Schein, der Gründer des Svenska Filminstitutets (SF)
13. Oktober 1931: Ernst Didring und die schwedische Gesellschaft gegen 1900
13. Oktober 1956: Harry Martinson, das Schicksal eines schwedischen Dichters 
13. Oktober 1962: Svensktoppen, die Hitliste des schwedischen Staatsfunks

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Samstag, 16. August 2014

Anna von Österreich wird Königin in Schweden

Anna von Österreich, oft auch als Anna von Habsburg-Steiermark oder Anna Konstantina bezeichnet, kam am 16. August 1537 zur Welt und spielt in der Geschichte Polens eine weitaus größere Rolle als in der schwedischen Geschichte, da sie als Ehefrau des Königs Sigismund nur knapp sieben Jahre lang die Königin Schwedens war, erst 1594 in Uppsala gekrönt wurde und sich auch nur zu sehr wenigen offiziellen Angelegenheiten in der Öffentlichkeit zeigte.

Anna von Österreich kam im Jahre 1593 nach Schweden, musste jedoch ihre Tochter als Pfand in Polen zurücklassen, dem Land, in dem ihr Mann ebenfalls König war. Nachdem sich die Königin bereits in Polen nicht sehr willkommen fühlte, waren die Spannungen in Schweden noch grösser, da sie sich als Katholikin im protestantischen Land geradezu verfolgt fühlte und die Schweden als Ketzer betrachtete. Da sie sich während ihres relativ kurzen Aufenthaltes in Schweden auch weigerte die Landessprache zu lernen, boykottierte sie selbst die schwachen Versuche ihres Mannes in Schweden anerkannt zu werden und vergrößerte die bereits existierende Kluft zwischen Adel und Königshaus.

Obwohl Anna von Österreich bereits 1594 wieder nach Polen abreiste, war es ihr in dieser Zeit gelungen sich Gunilla Bielke, die vorherige Königin Schwedens, die nach wie vor einen bedeutenden Einfluss am Hof hatte, zur Feindin zu machen. Bei ihrer Abreise erhielt die Königin dennoch Linköping, Söderköping und und Stegeborg als Leihgabe, unter der Voraussetzung, dass sie dort den protestantischen Glauben der Bevölkerung respektiere. Anna von Schweden starb am 10. Februar 1598 in Polen, ein Jahr, bevor ihr Ehemann den schwedischen Thron wieder verlor.


16. August 1912: Fingerabdrücke als Beweismittel in Schweden
16. August 1921: Hans Asplund, der Architekt des Brutalismus
16. August 1958: Steve Sem-Sandberg, der Autor der offenen Fragen
16. August 1989: Anton Nilson, ein Held als Verbrecher
16. August 1967: Die schwedische Sängerin Cajsa-Stina Åkerström 

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Samstag, 3. August 2013

Die Wiederauferstehung des Kloster Glumslöv

Bereits im Jahre 1410, also drei Jahre bevor die Stadt Landskrona gegründet wurde, schenkte Erich von Pommern dem Karmeliterorden eine bedeutende Summe, die dafür bestimmt war bei Södra Saeby, dem Vorgänger der Stadt, ein Kloster zu errichten. Mit dieser Entscheidung, die im Grunde die Busse für ein vorhergehendes Blutbad Blutbad war, gründete der König das erste Karmeliterkloster auf dem heute schwedischem Raum. Die ersten Mönche des Klostern kamen aus Deutschland und wurden vom König selbst an den für das Kloster vorgesehenen Platz geführt.

Über die Lage dieses Klosters ist man sich allerdings bis heute nicht einig, da die verschiedenen Quellen sehr unterschiedliche Orte bezeichnen und vom ursprünglichen Bau bisher keine Reste gefunden wurden. Relativ sicher scheint lediglich zu sein, dass das Kloster an der Stelle oder sehr nahe der Zitadelle erbaut wurde, was eine Suche nach Resten des Glumslöv Kloster nahezu unmöglich macht. Bereits ab 1489 wurden die Mönche mehr und mehr verfolgt und schließlich wurde das Kloster dem Erdboden gleich gemacht und der Katholizismus verschwand für mehrere Jahrhunderte aus ganz Schweden.

Als 1951 die Kirche in Schweden vom Staat getrennt wurde und die Religionsfreiheit eingeführt wurde, wollte der katholische Priester Bernt David aus Helsingborg die Karmeliter erneut nach Schweden bringen, was fünf Jahre später dazu führte, dass die ersten Karmeliternonnen wieder in Schweden erschienen, die sich ursprünglich in Stockholm ansiedeln wollten, aber sich 1962 aus geschichtlichen Gründen dann doch für eine neues Kloster in Landskrona entschieden. Am 3. August 1963 wurde dann mit dem neuen Kloster Glumslöv das erste moderne katholische Kloster in Schweden eingeweiht.


3. August 1893: Gröna Lund, der Vergnügungspark in Stockholm 
3. August 1963: Moderne Klöster in Schweden

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Göteborger Kulturfestival 2013

Donnerstag, 1. August 2013

Olaus Magnus schreibt im Exil schwedische Geschichte

Als Olaus Magnus am 1. August 1557 im Exil in Rom starb, hinterließ er eines der merkwürdigsten Vermächtnisse zur schwedischen Geschichte. Der schwedische katholische schwedische Bischof ohne Amt hatte das Pech, dass er als als Katholik in die Reformbewegung Schwedens geriet, jedoch daran glaubte, dass sich der Katholizismus halten würde. Da Olaus Magnus daher zu jenen Katholiken gehörte, die sich nicht dem neuen Glauben anschließen wollten, der für Gustav Vasa der einzige Glaube Schwedens wurde, blieb ihm nur noch die Flucht und das Exil.

Noch bevor Olaus Magnus nach Rom kam, machte er in Venedig bei Hieronimo Quirino Halt, der sich sehr für die Situation in Schweden interessierte, aber natürlich eine verfälschte Meinung bekam, denn Olaus Magnus war überzeugt davon den Katholizismus wieder in Schweden einführen zu können und wollte das Land als äusserst interessant darstellen. Als ihn denn der Papst 1944 zum Erzbischof in Uppsala ernannte, glaubte sich Olaus Magnus nahezu am Ziel, was sich jedoch als Illusion erwies, denn der Erzbischof konnte nie wieder nach Schweden zurückkehren.

Weit entfernt von Schweden wurde man dann auch auf die Arbeiten von Olaus Magnus zur Geschichte Schwedens aufmerksam, wobei der Erzbischof dabei das Land in ein Phantasiegebilde verwandelte, obwohl er Schweden wegen seiner früheren Reisen im Land sehr gut kennen musste. In seinen Schriften sind die schwedischen Krieger allen anderen weit überlegen, die Runensteine wurden in der Urzeit von Riesen geschaffen und in der Ostsee findet man gigantische Seeungeheuer. Diese und andere Phantasien machten das nordische Reich geradezu zu einem heidnischen Inferno, das christianisiert werden musste. Olaus Magnus ist auch die Geschichte zur Heiligen Birgitta zu verdanken, die leider ebenfalls von seinen Phantasien untermalt wurde.


1. August 1593: Die Universität Uppsala wird allgemeine Universität 
1. August 1929: Rückwanderer aus der Ukraine kommen in Trelleborg an

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Dienstag, 23. Juli 2013

Visionen der Heiligen Birgitta

Als die Heilige Birgitta am 23. Juli 1373 in Rom starb hatte sie mehr für den katholischen Glauben auf schwedischem Raum geleistet als die Mehrheit der Missionare, die überwiegend sogar ungenannt blieben. Der Erfolg Birgittas lag allerdings weitgehend an ihrer Herkunft aus dem politisch gehobenen Kreis Schwedens, ihrem extremen Egoismus und auch der Tatsache, dass sie alle ihre Möglichkeiten und Vorteile bis zum letzten ausnutzte, damit sie ihre Visionen verwirklichen konnte. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sie von einem Teil der Menschen als Heilige gesehen wird und von anderen als egoistische Fanatikerin.

Bereits als Kind hatte die Heilige Birgitta zahlreiche Visionen, die fast immer eine Verbindung zur Jungfrau Maria und Jesus hatten. Die größte Bedeutung dabei hatte der „Traum“ bei dem Maria ihr eine Krone auf das Haupt setzte und sie damit zu ihrer geistigen Erbin machte. Als Birgitta mit 13 eine Zwangsehe mit Ulf Gudmarsson einging, gelang es ihr ihren Ehemann die ersten Jahre lang auch davon zu überzeugen, dass sie, wie Maria, Jungfrau bleiben musste, auch wenn sie später dann dennoch acht Kinder bekam. Ihren strengen Glauben zwang Birgitta auch ihrem Ehemann auf, der sie auf mehreren Pilgerfahrten begleiten musste, unter anderem nach Nidaros und nach Santiago de Compostela.

Nach dem Tod ihres Mannes zog sich die Heilige Birgitta in einen Anbau des Klosters Alvastra zurück und ihre Visionen nahmen zu. Von dieser Zeit an bezeichnete sie sich als die Braut Christi und erklärte, das sie die Sprecherin von Jesus sei. Dies zeigte sich jedoch auch in einer kaum christlichen Weise, da Birgitta sich dabei auch in die größte Intrigantin ihrer Zeit verwandelte und Magnus Eriksson und Blanka von Namur mit den übelsten Nachreden einen großen Schaden zufügte. Da die Heilige Birgitta politische Macht und religiösen Einfluss verbinden konnte und noch zu Lebenszeiten mit ihren Schriften auch auf den Adelsstand einwirken konnte, waren auch viele ihrer Visionen auf politischer Ebene zu finden und hatten sehr wenig mit dem geistigen Wohl der Bevölkerung zu tun.


23. Juli 1756: Erik Brahe will die schwedische Königsmacht stärken 
23. Juli 1896: Untergang der S/S Freja af Fryken in den Frykensjöarna

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 25. Juni 2013

Gustav II. Adolf tritt in den 30-jährigen Krieg ein

Auch wenn der schwedische Reichstag bereits im Januar 1628 König Gustav II. Adolf das Recht gab im 30-jährigen Krieg einzugreifen um die Rechte Schwedens zu verteidigen, sollte der König erst am 25. Juni 1630 in Rügen deutschen Boden betreten. In seiner Abschiedsrede in Schweden betonte Gustav II. Adolf, dass er im Gegensatz zu vielen Gerüchten, in den Krieg nicht aus eigennützigen Gründen eintrete, sondern weil die Situation Schwedens dies von ihm fordere.

Mit dieser Rede spielte Gustav II. Adolf darauf an, das der deutsche Kaiser bereits vor den Toren Schwedens stand und damit nicht nur dabei war über den gesamten Handel im Ostseeraum zu entscheiden und alle Wasserwege zu beherrschen, sondern es war auch die Angst der Kirche und des Adels, dass ein deutscher Sieg eine Bedrohung für die schwedische Kirche war, da der deutsche Katholizismus die Religionsfreiheit und die Selbständigkeit Schwedens auslöschen sollte. Dies war zumindest die feste Überzeugung der Oberschicht Schwedens.

Mit dem Eingriff in den 30-jährigen Krieg versuchte Gustav II. Adolf vor allem die Gewässer zu gewinnen, da sich der Handel um diese Zeit nahezu ausschließlich über Flussläufe entwickelte. Schweden zeigte sich sehr erfolgreich, denn 1631 waren die Truppen des Königs an der Oder und schon 1632 waren das Heer auch an der Donau. Das Problem kam denn jedoch in der Nähe von Leipzig auf den König zu. Wie üblich bei seinen Strategien, wollte Gustav II. Adolf auch hier durch eine schnelle und unüberlegte Entscheidung den schwedischen Sieg herbeiführen, wurde jedoch am 6. November 1632 an der Spitze seines Heeres während der Schlacht bei Lützen getötet und bald nahm der Krieg einen etwas anderen Lauf als Gustav II. Adolf hoffte.


25. Juni 1888: Vier Städte Schwedens brennen am gleichen Tag
25. Juni 1917: Mora-Nisse, eine schwedische Legende des Skisports

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 20. Februar 2013

Der schwedische Maler Gotthard Werner

Der schwedische Maler Gotthard Werner, geboren am 9. Dezember 1837 mit einem deutschen Vater und eine schwedische Mutter, starb am 20. Februar 1903 im Alter von 65 Jahren in Rom. Der Künstler wurde vor allem mit seinen historischen Motiven bekannt und hatte eine gewisse Vorliebe für die Heilige Birgitta, die er auf mehreren Gemälden abbildete. Auch wenn er eine für Schweden ungewöhnliche Art zu malen hatte, so gehört er bis heute nur zu den Künstlern, die es zwar geschafft haben in der Kunstgeschichte Schwedens verewigt zu werden ohne jedoch zu den bedeutendsten Malern des Landes zu zählen.

Gotthard Werner, dessen Mutter Ida Werner einen gewissen Ruf als Malerin von Blumenmotiven hatte, studierte an der Kunstakademie in Stockholm. Nach Abschluss des Studiums im Jahre 1861 ging er in Begleitung seiner Mutter nach Paris, eine Zeit, in der man wenig über seinen Werdegang weiß, jedoch umso mehr über seine Wandlung, denn in dieser Epoche trat der Künstler zum katholischen Glauben über und ging mit der Kapuze eines Mönches durch die Stadt. In Briefen seiner Bekannten wird Werner nun als extremer Katholik bezeichnet, der über alles Schwedische negativ spricht.

Parallel zu dieser Wandlung, die ihn wenige Jahre später nach Spanien und nach Italien führt, beginnt Gotthard Werner nahezu ausschließlich biblische und religiöse Motive zu malen. Erst nach 1870 kehrt der Künstler zurück nach Stockholm und beginnt hier historische Motive zu malen und sich auf das Ausschmücken von Kirchen zu spezialisieren. Sowohl die Altartafeln der alten katholischen Kirche in Malmö als auch die Fresken der Kapelle Sankta Birigitta in Göteborg stammen von Werner. Wenn man seine Arbeiten betrachtet, so sieht man unmittelbar den Einfluss, den alte italienische und spanische Meister auf ihn ausübten. Einige seiner Werke sind im Nationalmuseum in Stockholm und im Kunstmuseum in Göteborg zu betrachten.


20. Februar 1636: Die Entwicklung der schwedischen Post
20. Februar 1955: Klas Östergren, das exzentrische literarische Genie 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 28. Dezember 2012

Der Tag der unschuldigen Kinder in Schweden

Wann der Tag der unschuldigen Kinder (Värnlösa barns dag) tatsächlich nach Schweden kam, ist ungewiss. Sicher ist lediglich, dass er mit dem Katholizismus im Mittelalter auftauchte, die Reformation ohne Probleme überstand und bis 1772 der vierte weihnachtliche Feiertag in Schweden war. Dieser Tag wurde in Schriften des 14. Jahrhunderts noch als Menlösa barns dag bezeichnet und kann in schwedischen Kalendern ab 1549 nachgewiesen werden.

Der Värnlösa barns dag fällt schon immer auf den 28. Dezember, wobei man in Schweden das ursprüngliche Wort menlösa (unschuldig) im Jahre 2000 gegen das Wort värnlösa (wehrlos) austauschte, was allerdings nicht mehr den Auslegungen der katholischen Kirche entspricht, da dieser Tag an die (von Sünden) unschuldigen und neugeborenen Kinder erinnern soll, die Herodes einst töten ließ.

Der Värnlösa barns dag (Tag der unschuldigen Kinder) erinnert daher an den Kindermord in Betlehem nach dem Matthäusevangelium, als der grausame und machthungrige Herodes alle Kinder aus der Umgebung Betlehems, die das zweite Lebensjahr noch nicht erlebt hatten, töten ließ, da ihm die Gelehrten die Geburt eines Judenkönigs vorausgesagt hatten, der seine Macht brechen würde. In Erinnerung an dieses biblische Ereignis schuf die katholische Kirche im 5. Jahrhundert den Tag der unschuldigen Kinder, auch wenn dieses Ereignis geschichtlich nicht bestätigt wurde und anzunehmen ist, dass Matthäus hier einige Erinnerungen durcheinanderbrachte, denn Herodes ließ tatsächlich seine beiden Söhne hinrichten, da er diese als Bedrohung seiner Macht sah, aber es ist unwahrscheinlich, dass er einen Massenmord beauftragte ohne ein geschichtliches Zeichen zu hinterlassen.


28. Dezember 1963: Der Film 491 wird in Schweden verboten

Copyright: Herbert Kårlin