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Dienstag, 14. Mai 2013

Schweden führt die allgemeine Zusatzpension ATP ein

Am 14. Mai 1959 legte das schwedische Parlament einen Vorschlag vor nach dem die Volkspension (Folkpension) in eine allgemeine Pension, die abhängig ist von den Arbeitsjahren und, in beschränktem Masse, auch dem Verdienst umgestellt wird, eine Entscheidung, die in der zweiten Kammer mit einer einzigen Stimme Mehrheit akzeptiert wurde, da sich ein Mitglied des Parlaments, das sich gegen den Vorschlag entscheiden sollte, der Stimme enthielt. Diese Änderung des Rentenrechts war die erste Stufe zum heutigen Rentensystem, das jedoch erst 1993 in Schweden eingeführt wurde.

Bis zum Jahre 1913 gab es in Schweden keinerlei Pensionssystem, was bedeutete, dass die Kinder oder Verwandten für den Rentner aufkommen mussten, ein System, das ausschließlich auf die Großfamilie abgestimmt war. Als dann unter Karl Staaf im Jahre 1913 die Folkpension eingeführt wurde, so handelte es sich dabei um eine Art Sozialhilfe, die sehr gering bemessen war und in der Regel nicht ausreichte um davon ein normales Leben führen zu können. Hinzu kommt, dass das Pensionsalter damals bei 67 Jahren lag, die Lebenserwartung statistisch gesehen jedoch nur bei 60 Jahren lag.

In den 50er Jahren, als sich das gesamte Gesellschaftssystem veränderte, forderten die Linken und die Sozialdemokraten dass die Beihilfe (Folkpension) abgeschafft wird und forderten die Einführung einer allgemeinen Rente. Alles was sie jedoch nach einer positiven Volksbefragung im Jahre 1957 für Personen, die zwischen 1938 und 1953 geboren waren, erreichen konnten, war, dass diese ab 1963 zu ihrer Folkpension eine allmän tilläggspension (ATP) erhielten, die der allgemeinen Pension, die damals eingeführt wurde, nahe kam. Um jedoch diese allgemeine Zusatzpension zu erhalten, musste der Betroffene mindestens 15 Jahre lang gearbeitet haben, was dazu führte, das vor allem für Frauen die Probleme nach wie vor nicht gelöst waren.


14. Mai 1931: Todesschüsse in Ådalen ändern die Geschichte Schwedens 
14. Mai 1981: Die Schwedische Zeichensprache wird offiziell anerkannt

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 11. August 2012

Torgny T. Segerstedt verändert die schwedische Gesellschaft

Auch wenn Torgny T. Segerstedt, der am 11. August 1908 in Mellerud geboren wurde, nicht ebenso bekannt ist wie sein Vater Torgny Segerstedt, so spielte er eine sehr wichtige Rolle im Schweden der Nachkriegsjahre, da er als erster Professor für Soziologie in Uppsala einen bedeutenden Einfluss auf mehrere gesellschaftlichen Reformen des Landes ausübte. Als Vertreter der Cambridgeschule hatte für ihn die soziale Situation des Einzelnen eine wichtige Bedeutung in der Entwicklung eines Landes.

Torgny T. Segerstadt studierte an der Universität in Lund Philosophie, wobei er sich dort an der ältesten heute noch existierenden Studentenzeitschrift Lundagård engagierte, die noch heute mit einer Auflage von 45.000 Exemplaren erscheint und in seiner Geschichte mehrere bedeutende Autoren zählen kann. Nach Abschluss seines Studiums und seiner Promotion in Philosophie wurde er erst Dozent für Philosophie in Lund und anschließend Professor in Uppsala. Durch einen königlichen Beschluss am 26. Juli 1947 wurde er dann zum ersten Soziologieprofessor Schwedens ernannt.

Der Professur für Soziologie gingen allerdings zwei bedeutende Werke von Torgny T. Segerstedt voraus, nämlich „Verklighet och värde“ (1938) und „Ordens makt“ (1944), die sich mit der Bedeutung der sozialen Struktur Schwedens auseinandersetzten. Sein Auftrag als Professor war indes die Bedeutung der Industrialisierung im Verhältnis zur damals aktuellen sozialen Struktur des Landes zu erforschen. Für Segerstedt bedeutete dies in der Realität, das Wohlfahrtsystem Schwedens zu ändern. In diesem Rahmen kam es dann auch zu den berühmten „Folkhemmet“ des Landes, die für die Sozialdemokratische Partei Schwedens eine wichtige Rolle spielten. Segerstedt starb am 28. Januar 1999 in Uppsala.


11. August 1465: Kettil Karlsson ändert den Lauf der schwedischen Geschichte
11. August 2000: Ein Rettungshubschrauber explodiert am Kebnekaise

Copyright: Herbert Kårlin