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Sonntag, 10. März 2019

Der schwedische Philosoph Daniel Boëthius

Daniel Boëthius wurde am 4. Oktober 1751 als Sohn eines Priesters in Västerås geboren und erhielt daher auch eine sehr gute Bildung, die ihm ermöglichte sich bereits 1765 an der Universität Uppsala einzuschreiben um dort Philosophie zu studieren. Im Jahr 1783 wurde Boëthius Dozent an der gleichen Universität und 1983 wurde er zum Professor in praktischer Philosophie ernannt. Bereits ein Jahr bevor Boëthius Professor wurde, hatte er sein Werk Utkast till föreläsningar i den naturliga sedoläran veröffentlicht, das er in den kommenden Jahren als Basis für seine Vorlesungen nahm. Die Besonderheit mit diesem Werk war, dass es das erste philosophische Werk der Universität war, das in schwedischer Sprache verfasst war.

Während der ersten Jahre seiner Tätigkeit war Daniel Boëthius stark geprägt vom englischen Empirismus des englischen Philosophen John Locke, der zu jener Zeit wie eine Modewelle über Schweden zog, da hierbei die Philosophie keine mathematische Exaktheit benötigte, sondern auch Erlebnisse und natürliche Entwicklungen mit einbezog. Nach wenigen Jahren gab Boëthius jedoch diese Richtung wieder auf, da er die Philosophie dennoch als Wissenschaft sah, die auf messbare Werte bauen musste. Dies führte in erster Linie dazu, dass er dann die Philosophie von Immanuel Kant und Johann Gottlieb Fichte nach Schweden brachte, ohne diese allerdings vorher nach seinen persönlichen Ansprüchen zu analysieren.

Nach einer Auseinandersetzung mit der Philosophie Kants und Fichtes schuf Daniel Boëthius eine, an Kant angelehnte, eigene philosophische Linie, die sich insbesondere auch auf die Rechts- und Staatsphilosophie Schwedens erstreckt. Auch wenn der Philosoph vermied dabei irgendeine Staatsform als ideal zu bezeichnen, so ging er davon aus, dass das Recht sich von den Sitten und dem Brauchtum ableiten lässt und die Gesetzgebung nötig ist um alle Menschen nicht nur Pflichten aufzuerlegen, sondern ihnen auch eine gewisse Freiheit zu gewähren, die vollkommen auf ein vernünftiges und sittliches Handeln baut. Nach Boëthius, der am 10. März 1810 in Uppsala starb, garantierte das Strafrecht eine juristische Sicherheit, das den Bürger zum allgemeinen Verständnis führt.


10. März 1383: Der schwedische Erzbischof Birger Gregersson
10. März 1222: Johan Sverkersson, der letzte König eines Geschlechtes
10. März 1724: Urban Hjärne und die schwedischen Hexenprozesse
10. März 1776: Der schwedische Kaufmann Niclas Sahlgren
10. März 1880: Thekla Knös und der literarische Salon Knös in Uppsala
10. März 1883: Der Glaskünstler Simon Gate
10. März 1911: Olof Lagercrantz, ein umstrittener Schriftsteller Schwedens
10. März 1911: Olof Lagercrantz, der umstrittenste Literaturkritiker Schwedens
10. März 1920: Hjalmar Branting verändert Schweden
10. März 1940: Agnes von Krusenstjerna als Kämpferin gegen den Adel
10. März 1976: Astrid Lindgren und der Widerstand gegen sie Steuern
10. März 1997: Lars Ahlin und das soziale Leben der schwedischen Kleinstadt
10. März 2002: Erik Lönnroth revolutioniert das geschichtliche Denken
10. März 2013: Die unsichtbare schwedische Prinzessin Lilian May 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 24. Februar 2018

Der Erzbischof Uno von Troil

Uno von Troil wurde am 24. Februar 1746 als Sohn eines Hofprediger in Stockholm geboren und schrieb sich 1757 an der Universität Uppsala ein um dort Philosophie zu studieren und sich auf die Priesterlaufbahn vorzubereiten. 1770 wurde von Troil dann in Västerås zum Priester geweiht und begann seinen Aufstieg, denn nachdem er drei Jahre später noch Regimentspfarrer wurde, wurde er bereits 1775 zum Hofprediger ernannt, fünf Jahre später war er Bischof in Linköping und 1786, im Alter von 40 Jahren wurde von Troil, der wenige Jahre vorher bereits Doktor in Theologie geworden war, zum Erzbischof ernannt.

Uno von Troil hatte seine extrem schnelle Karriere vermutlich geplant und sich bei seiner Ausbildung stark an die Interessen von Gustav III. angepasst, der zwar erst 1772 zum König gekrönt wurde, was jedoch seit einigen Jahren erwartet worden war. Von Troil machte nämlich, wie üblich zu jener Zeit, nach seinem Studium eine ausgedehnte und mehrjährige Studienreise bei der er in Deutschland, England und Frankreich Kontakte mit der modernen, philosophischen Elite schuf und in Frankreich vor allem mit Rousseau, d'Alambert und Diderot Kontakte aufnahm, sich also eng mit der Aufklärung vertraut machte, jener Richtung, der sich auch Gustav III. näherte, ohne jedoch die Verbindungen von Troils zu haben.

Ob Uno von Troil tatsächlich religiös war, ist bis heute umstritten, da er sich in allen Punkten mehr den philosophischen Strömungen näherte als den theologischen, auch wenn er bei der Neufassung des Psalmbuches und des Kirchenbuches einen sehr großen Eifer zeigte, um jedoch aus den Werken nahezu jedes Fremdwort zu verbannen und die Texte seinem eigenen philosophischen Denken anzupassen, was auch erklären kann, warum er keinerlei Interesse an einer, im Grunde notwendigen, Bibelübersetzung zeigte, da es um jene Zeit unmöglich gewesen wäre eine philosophische Bibel zu verfassen. Da Uno von Troll am 27. Juli 1803 im Alter von 57 Jahren starb, konnte er jedoch nicht alle geplanten politischen und religiösen Änderungen verwirklichen.


24. Februar 1389: Die Bedeutung der Schlacht bei Åsle
24. Februar 1457: Karl Knutsson wird dreimal König Schwedens
24. Februar 1673: Die barocke Ervalla Kyrka
24. Februar 1708: Israel Holmström und die Gesellschaftspoesie des Barock
24. Februar 1741: Johan Henrik Hästesko wird in Stockholm hingerichtet
24. Februar 1910: Der schwedische Fußballklub Malmö FF
24. Februar 1925: Hjalmar Branting wird zum dritten Mal Ministerpräsident
24. Februar 1933: Der schwedische Reichsverband für sexuelle Aufklärung
24. Februar 1972: Sven Markelius, der Architekt der schwedischen Funkis-Bewegung

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 16. Februar 2018

Der Philosoph und Schriftsteller Hans Larsson

Hans Larsson starb am 16. Februar 1944 in Lund und ging als einer der modernen Philosophen in die Geschichte Schwedens ein, da er er These folgte, dass das Bewusstsein eines Menschen vor allem intuitiv sei und nicht auf eine pure Logik aufbaue. Larsson nahm damit einen Streit mit dem populären französischen Philosophen Henri Bergson auf, der Verstand und Intuition im philosophischen Denken voneinander trennte. Larsson befand sich daher in der akademischen Welt relativ isoliert, da er die Denkweise Kants weiterentwickelte und damit gegen herrschende Strömungen anging.

Hans Larsson kam am 18. Februar 1862 als Sohn eines Landwirtes zur Welt, besuchte dennoch die Kathedralschule in Lund und schrieb sich nach seiner Hochschulreife 1881 an der Universität Lund ein, legte 1888 mehrere Examen ab und wurde noch im gleichen Jahr Dozent für theoretische Philosophie an der gleichen Universität. Nach einigen Jahren als Dozent an der Universität Uppsala kam Larsson 1901 als ordentlicher Professor zurück nach Lund und blieb der Universität bis zu seiner Pensionierung treu, wobei Larsson 1925 auch in die Svenska Akademien gewählt wurde.

Hans Larsson, der auch mehrere erfolgreiche Romane schrieb, leitete dennoch den Umbruch des philosophischen Denkens in Schweden ein und beeinflusste deutlich andere Philosophen wie Alf Ahlberg oder Gunnar Aspelin. Larsson beschränkte sich jedoch nicht nur auf theoretische Philosophie, sondern begann sich ab 1910 auch in die politische Debatte einzumischen indem er in der Presse deutlich Stellung gegen den wachsenden Nationalismus einnahm und sich vom autoritären Denken der neuen Aristokratie abwandte. Insbesondere die Philosophie Nietzsches sah er als falschen Weg an, da diese die persönliche Entfaltung in Frage stellte. Für Larsson war nicht die Macht eines Landes oder einer Person anzustreben, sondern ein übergreifendes Denken.


16. Februar 1758: Der Kriegsheld Georg Carl von Döbeln
16. Februar 1862: Die politisch satirische Zeitung Söndags-Nisse
16. Februar 1869: Oscar Patric Sturzen-Becker, ein literarischer Revolutionär 
16. Februar 1880: Hjalmar Lundgren, Literatur und Lakalpatriotismus aus Norrköping 
16. Februar 1895: Fredrik August Dahlgren, der Forscher der schwedischen Sprache 
16. Februar 1945: Rudolf Värnlund, der unverstandene Arbeiterliterat 
16. Februar 1957: Ingmar Bergmans Film „Das siebente Siegel“
16. Februar 1962: Das Kriegsschiff Vasa wird in Stockholm geborgen
16. Februar 1967: Die schwedische Schriftstellerin Katarina von Bredow
16. Februar 1969: Harry Hjörne rettet die GP (Göteborgs-Posten)
16. Februar 1981: Die schwedische Leichtathletin Sanna Kallur
16. Februar 1987: Carl von Linné ersetzt König Gustav II. Adolf 
16. Februar 1999: Björn Afzelius und politische Kritik

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 29. Januar 2018

Der schwedische Philosoph Vitalis Norström

Vitalis Norström kam am 29. Januar 1856 als Sohn eines Landvermessers in Åmål zur Welt und studierte am 1873 an der Universität Uppsala Philosophie, legte dort ein Examen nach dem anderen ab und begann nach seinem Doktortitel dort auch als Dozent zu arbeiten. Ab 1890 gab Norström dann an der Hochschule in Göteborg philosophische Vorlesungen und wurde dort drei Jahre später auch zum ordentlichen Professor ernannt. Im gleichen Jahr wurde Norström auch in der Akademie der Wissenschaften aufgenommen und vier Jahre später nahm er auf dem Stuhl 18 der Svenska Akademien Platz.

Vitalis Norström nimmt unter den schwedischen Philosophen eine sehr konservative Stellung ein, die geprägt ist von der Geschichte Griechenlands und den konservativen religiösen Strömungen seiner Zeit, verbunden mit einer Verehrung großer Helden der Geschichte. Für Norström hatte das Volk innerhalb der philosophischen Denkweise und Logik keinen Platz. Norström setzte daher innerhalb des philosophischen Denkens die Linie der beiden Philosophen Christopher Jacob Boström und Carl Yngve Sahlin fort, die bei fehlender Konsequenz die Logik Gott zuschrieben. Erst gegen die Jahrtausendwende wandte sich Norström dann von den Ideen seiner Vorgänger teilweise ab.

Im Laufe der Jahre entfernte sich Vitalis Norström mehr und mehr davon Philosophie mit der Realität zu verbinden, sondern er sah die Philosophie als rein wissenschaftliche Linie, die nicht grundsätzlich auch eine logische Erklärung erfordert. Gegen die Jahrtausendwende, mit dem Aufstreben der Nationalromantik, näherte sich Norström der Gedankenwelt Nietzsches und übernahm seine Lehre zur Kulturkritik, was sich sehr deutlich in den literarischen Werken des schwedischen Philosophen zeigt, der am 19. November 1916 im Alter von 60 Jahren in Alingsås starb.


29. Januar 1688: Emanuel Swedenborg, der große Mystiker Schwedens 
29. Januar 1850: Der Yrvädertisdagen in Schweden
29. Januar 1884: Der schwedische Ministerpräsident Rickard Sandler 
29. Januar 1904: Stockholm erhält das erste dauerhafte Kino 
29. Januar 1919: Der schwedische Künstler Richard Bergh
29. Januar 1920: Der schwedische Architekt Peter Celsing
29. Januar 1938: Das Skattefjällsmålet und das Recht der Samen
29. Januar 1949: Der grüne Politiker Birger Schlaug 
29. Januar 1990: Schwedische Banken schließen ihre Schalter 
29. Januar 1993: Die schwedische Schauspielerin Eva Britt Remaeus 
29. Januar 2008: Der schwedische Künstler Bengt Lindström

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 4. April 2017

Joseph Magnus Stäck, Künstler und Kunstprofessor

Joseph Magnus Stäck kam am 4. April 1812 als Sohn eines Händlers und Perückenmachers in Lund zur Welt und schrieb sich nach der Hochschulreofe an der Latinskola an der Universität Lund ein um Arzt zu werden. Sehr bald ging Stäck dann jedoch zur Theologie über und legte anschließend sowohl das Philosophieexamen als auch jenes in Theologie ab. Mit den beiden Diplomen in der Tasche gewann dann jedoch plötzlich sein Hobby die Oberhand und Stäck schrieb sich 1832 an der Kunstakademie in Stockholm ein, wo er 1840 als Nachwuchskünstler ausgezeichnet wurde und zwölf Jahre später eine Professur erhielt.

1842 erhielt Joseph Magnus Stäck eine Reisestipendium, das es ihm ermöglichte innerhalb von fünf Jahren sein Kunststudium in München, Venedig, Rom und schließlich auch in Paris zu vervollständigen. Sämtliche Gemälde, die er in diesen Ländern malte, schickte er nach Schweden um sie an Mäzene, private Sammler und den Kunstverein Stockholms zu verkaufen. Vom frühen Erfolg des Künstlers zeugen auch seine Ausstellungen, denn bei der Ausstellung der Akademie im Jahre 1840 waren neun seiner zwölf Gemälde vor der Eröffnung der Ausstellung verkauft und drei Jahre später konnte bei der Eröffnung der Ausstellung keines seiner 13 Ausstellungsstücke mehr erworben werden, da sämtliche Gemälde bereits verkauft waren.

Noch 1848, als Joseph Magnus Stäck nach Stockholm zurückkehrte, wurde er zum Hofmaler ernannt und vier Jahre später erhielt er den Titel eines Professors. Auch wenn Stäck selbst, der am 21. Februar 1868 in Stockholm starb, seine Gemälde nicht als hohe Kunst betrachtete und heutige Kunstkritiker keine Entwicklung in seinen Bildern finden, sondern mehr eine gleichbleibende hohe Technik, war Stäck Mitte des 19. Jahrhunderts einer der bekanntesten und erfolgreichsten Künstler Schwedens. Nur wenige Jahre vor seinem Tod verbrachte Stäck noch eine längere Zeit in einer schwedischen Künstlerkolonie in Düsseldorf, in der Hoffnung wieder inspiriert zu werden, aber es entstanden nur noch sehr wenige Bilder, die in keinem Punkt als herausragend bezeichnet werden können.


4. April 1611: Schweden und Dänemark kämpfen bei Kalmar
4. April 1764: Gustaf Johan Gyllenstierna wird zu Johan Axelsson
4. April 1869: Johan Göth und die Lokalgeschichte Smålands
4. April 1892: Edith Södergran, die erste Modernistin der schwedischen Literatur
4. April 1895: Der Operakällaren in Stockholm
4. April 1904: Der schwedische Kapellmeister Arne Hülphers
4. April 1915: Lars Ahlin und das soziale Leben der schwedischen Kleinstadt
4. April 1930: Victoria von Baden wird schwedische Königin
4. April 1957: Peter Englund und die Geschichte Schwedens
4. April 1966: Der schwedische Filmer Lorens Marmstedt
4. April 1973: Gösta Knutsson und Pelle Svanslös

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 3. April 2017

Der Maler und Schriftsteller Akke Kumlien

Akke Kumlien wurde am 3. April 1884 als Axel Kumlien in Stockholm geboren, wo er 1903 auch seine Hochschulreife ablegte, bevor er sich zwei Jahre später an der Universität Uppsala einschrieb. 1910 legte er seine Kandidatur in Philosophie ab und ein weiteres Jahr später arbeitete er kurze Zeit als Lehrer an der Volkshochschule in Molkom um sich dann jedoch ganz der Kunst zu widmen, zum einen, indem er sich 1913 an der Universität Lund einschrieb, zum anderen weil er als Hilfskraft am Kunstmuseum der Universität beschäftigt wurde.

Noch während seiner Studienzeit hatte Akke Kumlien auch seine ersten Schritte als Dichter gemacht und zwei Gedichtbände veröffentlicht, sich aber auch stark für Kalligraphie interessiert. Diese Kombination an Kenntnissen verhalf Kumlien 1916 auch dazu dass er 1916 vom Norstedts Verlag in Stockholm als künstlerischer Ratgeber für die Bücher des Verlags angestellt wurde, mit dem Auftrag dem Verlag durch eine neue Graphik einen modernen Stempel zu geben und auch die technischen Möglichkeiten der Buchkunst zu erneuern.

Ab 1924, als Akke Kumlien Lehrer an der Kunsthochschule wurde, entwickelte er eine ungemeine Aktivität, die sein volles Können bewies, denn er erneuerte nicht nur die Typographie und die Buchkunst bei Nordstedt, sondern wurde wegweisend für die bildliche Reklame und er begann eine Parallelkarriere als nordischer Impressionist. Ab diesen Jahren verfasste Kumlien auch mehrere grundlegende Lehrbücher zur Technik der Kunst, die bis heute kaum etwas an ihrem wissenschaftlichem Wert verloren haben. Auch wenn Akke Kumlien, der am 4. Juni 1949 in Stockholm starb, als Maler im Nationalmuseum in Stockholm und im Museum Östersunds vertreten ist, so gilt er bis heute als Erneuerer der schwedischen Buchkunst, Werbegraphik und Typographie.


3. April 1581: Johannes Rudbeckius und die erste Mädchenschule Schwedens
3. April 1756: Der schwedische Hofdichter Carl Gustaf af Leopold
3. April 1780: Abraham Rydberg, vom Großhändler zum Wohltäter
3. April 1791: Die schwedische Hushållningssällskapet
3. April 1823: Erik Johan Stagnelius, der Aussenseiter unter den Dichtern
3. April 1868: Der schwedische Komponist Franz Berwald
3. April 1918: Olof Palme stirbt durch die Kugel eines unbekannten Schützen
3. April 1927: Maria Sandel, die erste Arbeiterschriftstellerin Schwedens
3. April 1945: Schwedischer Pilot über Blekinge abgeschossen
3. April 1952: Albin Hagström und das schwedische Akkordeon 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 18. Februar 2017

Hans Larsson, Philosoph und Schriftsteller

Hans Larsson wurde am 18. Februar 1862 als Sohn eines Landwirts in Östra Klagstorp geboren und schrieb sich, nach der Hochschulreife an der Kathedralschule in Lund, an der Universität Lund ein um dort Philosophie zu studieren. Als Larsson 1893 den Doktor in Philosophie erworben hatte, wurde er auch zum Dezent in theoretischer Philiosphie an der Kronoberg Volkshochschule. Acht Jahre später, und einem Lehrauftrag in Uppsala, wurde Larsson dann im gleichen Fach zum Professor an der Universität Lund ernannt.

Der Philosoph Hans Larsson war ein starker Verfechter der Literatur und der philosophischen Denkweise der Zeit um 1880 und stellte Intuition und Ästhetik in Zusammenhang mit dem Kulturradikalismus, der diese Zeit prägte. Dabei stellte sich der Philosoph auch gegen die Denkweise von Verner von Heidenstam und Ola Hansson. Auf Grund seiner einfachen Herkunft war Larsson auch bereit die Philosophie in den Alltag zu bringen und einer breiten Schicht näher zu bringen, im Gegensatz zu Philosophen rein akademischer Herkunft. Dies verhalf Larsson auch dazu gewissermaßen eine eigene philosophische Richtung zu schaffen und die Denkweise innerhalb der Philosophie zu erneuern.

Hans Larsson gehört zu den wenigen Philosophen, die auch zur Belletristik griffen um ihre Denkweise nach außen zu tragen, wobei er mit seiner Logik, als bodenständiger Romantiker, auch gegen die Zeitströmung lief, da er die starke Nationalromantik, die immer mehr zu nationalistischen und antidemokratischen Gedanken führte, in dieser Konsequenz ablehnte. Dies zeigt sich auch sehr deutlich ab etwa 1910, als Larsson immer mehr in die politische Debatte einsteigt und seine Meinung auch in der Tagespresse ausdrückt. Dieser Charakterzug verhinderte es auch weitgehend dass Larsson, der am 16. Februar 1944 in Lund starb, innerhalb der Philosophie die Ehre erhielt, die ihm eigentlich zusteht.


18. Februar 1527: Peder Jakobsson wird als Staatsfeind hingerichtet
18. Februar 1602: Per Brahe der Jüngere und Visingsö im Vättern
18. Februar 1860: Anders Zorn, der internationalste Maler Schwedens
18. Februar 1862: Die Männergesellschaft Concordia in Örebro
18. Februar 1908: Das Dramaten in Stockholm, das Nationaltheater Schwedens
18. Februar 1928: Die schwedische Künstlerin Karin Larsson
18. Februar 1956: Ted Gärdestad und der Tod unter der Eisenbahn
18. Februar 1960: Per Hallström, der Schriftsteller der nordischen Schwermut
18. Februar 1981: Ebba von Sydow, Trendbücher die eine Generation beeinflussen

Copyright: Herbert Kårlin

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Samstag, 14. Januar 2017

Der schwedische Historiker Hans Forssell

Hans Forssell wurde am 14. Januar 1843 als Sohn eines Prosten in Gävle geboren und schrieb sich bereits mit 16 Jahren an der Universität Uppsala ein um dort Geschichte und Philosophie zu studieren. Forssell war die ersten Jahre ohne klare Richtung, denn in Geschichte suchte er nach einer für ihn interessanten Epoche und in der Philosophie war es mehr die Suche nach dem Sinn des Lebens, denn der extrem religiöse Student suchte die Verbindung zwischen Glauben und Wissenschaft, was allerdings gleichzeitig dazu führte dass er von seinen Eltern als Freidenker gesehen wurde, der sich langsam vom wahren Glauben abwandte.

Obwohl sich Hans Forssell nach Ende seines Studiums vor allem als Historiker sah, der sich vor allem mit der Zeit von Gustav I. beschäftigte und eine wissenschaftliche Karriere vor sich sah, so musste seine Forschung immer wieder zurückstehen, da er mehrere bezahlte Aufgaben akzeptieren musste um seine 1867 gegründete Familie, später auch seine Mutter, versorgen zu können. Herausragend war um diese Zeit die Arbeit Forssells für die Svensk litteraturtidskrift, da er hier nicht nur die Redaktion leitete, sondern auch zahlreiche Artikel schrieb. In der Fortsetzung verfasste Forssell dann auch mehrere Hefte zur allgemeinen Volksbildung. Diese intensive Arbeit führte 1881 auch dazu dass der Schriftsteller und Wissenschaftler in der Svenska Akademien aufgenommen wurde.

Wie in jenen Kreisen üblich, so war Hans Forssell auch politisch aktiv. Als er knapp 30 Jahre alt war, sah man ihn mit seinem liberalen Gedankengut bereits als die „Zukunft“ Schwedens, aber sein persönlicher Charakter verhinderte den großen Aufstieg, auch wenn Forssell unter Louis De Geer Finanzminister war. Kaum eine seiner Ideen konnte verwirklicht werden, da Forssell extrem unsozial und zudem arrogant wirkte, was in keinem der Ausschüsse in denen er vertreten war, geschätzt wurde. Hans Forssell, der am 2. August 1901 in Graubünden in der Schweiz starb, konnte daher nie seine innersten Wünsche erfüllen und selbst sein Geschichtswerk blieb gewissermaßen unvollständig.


14. Januar 1794: Erik Sjöberg und der Kampf gegen die literarischen Schulen
14. Januar 1814: Der Kieler Frieden einigt Schweden und Norwegen
14. Januar 1818: Der finnlandschwedische Schriftsteller Zacharias Topelius 
14. Januar 1864: Waldemar Bülow, Verleger und Politiker
14. Januar 1912: Ein Kreuzer für Kriegszwecke aus privaten Mitteln
14. Januar 1928: Lars Forssell und die Nachkriegsliteratur Schwedens
14. Januar 1963: Ingmar Bergman wird Chef des Dramaten in Stockholm
14. Januar 1996: Der schwedische Künstler Axel Wallenberg
14. Januar 2006: Der Mord an einem Jungen bringt ein neues Gesetz
14. Januar 2011: Sun Axelsson, die Welt der Diktaturen und der Bekenntnisroman

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 16. Dezember 2016

Der Erzbischof und Universitätsrektor Erik Benzelius

Erik Benzelius der Ältere kam am 16. Dezember 1632 unter dem Namen Erik Jakobsson als Sohn eines Schöffen bei Luleå zur Welt, wobei Benzelius bereits als Kind nach Uppsala kam und dort vom Onkel, der keinerlei Erben hatte und die Begabung des Kindes fördern wollte, erzogen wurde. In Uppsala nahm der spätere Erzbischof auch seinen Familiennamen an, eine Abwandlung seines Heimatortes Bensbyn. Die ersten Jahre studierte Benzelius insbesondere alte und orientalische Sprachen, um sich jedoch später der Theologie zuzuwenden.

Im Jahre 1660 promovierte Erik Benzelius als Magister in Philosophie und noch im gleichen Jahr wurde er Privatlehrer der Söhne von Magnus De La Gardie. Als Benzelius drei Jahre später mit einem der Söhne De la Gardies eine Studienreise antrat, besuchte er Universitäten in Deutschland, Frankreich, England und anderen Ländern um in Giessen in Theologie zu disputieren. Auch wenn Benzelius während dieser Studienreise mit verschiedenen religiösen Strömungen in Berührung kam, so wollte der Theologe, im Gegensatz von Haquin Spegel und Jesper Svedberg, keinerlei Reformation durchführen, sondern keine der dogmatischen Grenzen der Religion überschreiten. Nach seiner Rückkehr nach Schweden wurde Benzelius zum Professor an der Universität Uppsala ernannt und zum Priester geweiht.

Ab dem Jahr 1675 vertrat Erik Benzelius den Priesterstand im Reichstag und übernahm mehrere bedeutende Aufträge, was auch dazu führte, dass der Theologe 1687 zum Bischof des Stiftes Strängnäs gewählt wurde, was ihm auch die Aufgabe brachte den Kronprinzen, den späteren Karl XII., in Theologie zu unterrichten. In dieser Zeit verfasste Benzelius auch ein Handbuch für Predigten, das rund hundert Jahre lang das Standardwerk zukünftiger Priester wurde. 1700 wurde Erik Benzelius, der am 17. Februar 1709 im Alter von 76 Jahren in Uppsala starb, zum Erzbischof ernannt und damit auch zum Vizekanzler der Universität Uppsala, eine Zeit in der er insbesondere gegen den wachsenden Pietismus kämpfte.


16. Dezember 1520: Hemming Gadh wird auf Schloss Raseborg hingerichtet
16. Dezember 1857: Die Västra Stambanan zwischen Göteborg und Stockholm
16. Dezember 1946: Benny Andersson, weitaus mehr als nur ein ABBA-Mitglied
16. Dezember 1997: Die schwedische Sängerin Zara Larsson
16. Dezember 2008: Erdbeben in der schwedischen Region Skåne

Copyright: Herbert Kårlin

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Donnerstag, 3. November 2016

Der philosophische Schriftsteller Lars Magnus Enberg

Lars Magnus Enberg  kam am 3. November 1787 offiziell als Sohn eines Schöffen in Millesvik im Värmland zur Welt, wobei jedoch das Geburtsdatum nicht in den Kirchenbüchern eingetragen wurde und des Gerücht lief dass Enberg der nicht anerkannte Sohn des Philosophen Nils von Rosenstein sei. Als Enberg neun Jahre alt war, zog die Familie nach Stockholm, wo der spätere Schriftsteller auch die Hochschulreife machte, wobei er einen Teil seiner Bildung auch von seinem mutmaßlichen Vater erhielt an den er von König Gustav IV. Adolf verwiesen wurde als der Junge einmal vor dem König seine ausgezeichneten Bibelkenntnisse bewiesen hatte.

Am 3. Oktober 1802 schrieb sich Lars Magnus Enberg an der Universität Uppsala ein um dort Philosophie zu studieren. Bis zur Promotion im Jahre 1809 wurde Enberg sowohl vom König als auch vom Philosophen von Rosenstein finanziell unterstützt. Nach Abschluss des Studiums kehrte Enberg nach Stockholm zurück um dort im Schuldienst zu arbeiten und, unter anderem, auch Philosophie, Schwedisch, Englisch und Hebräisch zu unterrichten, was allerdings auch Kritik hervorrief, da die Stärke Enbergs in Philosophie, Schwedisch, Latein und Literatur zu finden war, auf keinen Fall jedoch in Hebräisch. Innerhalb der Philosophie war Enberg eine der Personen, die mit der alten Philosophie Rosensteins, Immanuel Kants und Johann Gottlieb Fichtes brachen um der Lehre eine neue Richtung zu geben.

Die literarische Aktivität von Lars Magnus Enberg setzte spätestens während seines Studiums in Uppsala ein, denn ab dieser Zeit schickte er Beiträge an die Svenska Akademien, die ihm 1814 für Äreminne öfver riksrådet och fältmarskalken grefve Johan Banér  den Großen Preis der Akademie verlieh, dem zwei weitere Große Preise folgten, was wiederum dazu führte dass Enberg 1824, nach dem Tod Rosensteins, in die Svenska Akademien aufgenommen wurde. Sein erster bedeutender Einsatz als Akademiemitglied war die Herausgabe einer schwedischen Sprachlehre, die allerdings kaum Neues brachte, sondern mehr als Materialsammlung zu sehen ist. Neben Lehrbüchern zu unterschiedlichen Themen veröffentlichte Lars Magnus Enberg, der am 20. November 1865 starb, insbesondere Werke zur Philosophie und der Geschichte, die allerdings heute kaum noch eine Bedeutung haben.


3. November 1896: Gustaf Tenggren, von Trollen zu Disneys Pinocchio
3. November 1902: Die Göteborgs-Tidningen (GT) erscheint zum ersten Mal
3. November 1905: Der schwedische Schauspieler Sigge Fürst
3. November 1911: Der schwedische Kapellmeister William Lind
3. November 1995: Die Filmstadt Sergel in Stockholm 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 2. Oktober 2016

Entstehung und Entwicklung der Universität Göteborg

Der Gedanke zur Gründung einer Universität in Göteborg entstand bereits wenige Jahre nach der Gründung der Stadt durch Gustav II. Adolf, aber nach dem Frieden von Roskilde gewann Lund das Rennen und die Universität Lund wurde zur Universität des Reiches der Goten ernannt. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde dann die Diskussion zur Gründung einer Universität Göteborg geboren, und dank zahlreicher Stiftungen konnte dann am 15. September 1891 eine philosophische Hochschule in Göteborg geschaffen werden in der man fünf verschiedene Fächer studieren konnte. Bis zum Ersten Weltkrieg wurde diese Hochschule ausschließlich über Stiftungen finanziert und erst ab Ende des Krieges wurden dann auch staatliche Mittel eingesetzt um die Hochschule wachsen zu lassen.

Der Weg von der Hochschule Göteborg zur Universität Göteborg sollte jedoch sehr lang werden, denn um sich Universität nennen zu dürfen, muss eine Hochschule in Schweden über mindestens zwei Fakultäten verfügen. Die Chance kam für Göteborg daher mit der Gründung einer Medizinischen Hochschule im Jahre 1945, der heutigen Sahlgrenska Akademien. Als sich nämlich die beiden Hochschulen 1954 zusammenschlossen, konnte am 2. Oktober 1954 die staatliche Universität Göteborg eingeweiht werden. Im Lauf der Jahre bildeten sich durch weitere Zusammenschlüsse zusätzliche Fakultäten, wodurch Göteborg seinen Ruf als Universitätsstadt international ausbauen konnte.

Heute gehört die Universität Göteborg zu den 200 weltweit besten Universitäten weltweit und zählt mit seinen mittlerweile acht Fakultäten insgesamt 37.000 Studenten und rund 6000 Angestellten. Bereits während der Grundausbildung arbeiten viele der Studenten eng mit der Forschung zusammen, da man dadurch hofft diese im Anschluss an ihr Studium für die Forschung zu gewinnen. Bedeutend für die Universität Göteborg war auch, dass im Jahr 2000 ihrem Professor Arvid Carlsson der Nobelpreis für Medizin verliehen wurde, die höchste Anerkennung, die einem Wissenschaftler zuteil werden kann.


2. Oktober 1870: Hilma Svedal, eine schwedische Abenteurerin aus Strömstad
2. Oktober 1905: Die Hallands Nyheter werden ein Sprachrohr für die Landwirtschaft
2. Oktober 1908: Ingrid Albiner und die christliche Literatur
2. Oktober 1927: Svante Arrhenius, der erste schwedische Nobelpreisträger
2. Oktober 1973: Maria Wetterstrand und die grüne Bewegung Schwedens
2. Oktober 1979: Die schwedische Sängerin Maja Ivarsson
2. Oktober 2008: Der samische Künstler Lars Pirak 

Copyright: Herbert Kårlin

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Dienstag, 5. April 2016

Sara Danius, ständige Sekretärin der Svenska Akademien

Sara Danius wurde am 5. April 1962 als Tochter des Lehrers und Schriftstellers Lars Danius in Täby bei Stockholm geboren und studierte an der Universität Stockholm Literatur und Philosophie. Nach ihrer Kandidatur in Philosophie im Jahre 1986 erwarb sie an der Universität Nottingham den Master of Arts, 1997 legte sie an der Duke University ihren Doktor in Philosophie ab und 1999 folgte die Disputation im gleichen Fach an der Universität Uppsala. 2008 wurde Sara Danius als Professor in Ästhetik an die Södertörns Hochschule berufen, um jedoch 2013 als Professor in Literaturwissenschaft an die Universität Stockholm zurückzukehren.

Sara Danius beleuchtet in ihren literarischen Arbeiten vor allem das Verhältnis zwischen Litteratur und Gesellschaft, was erklärt, warum sie sich insbesondere mit Autoren wie Marcel Proust, Gustave Flaubert, James Joyce oder Thomas Mann auseinandersetzt um einige der Werke dieser Autoren in einen neuen, in einen von der bisherigen Lehre abweichenden Kontext setzt und damit der Literaturwissenschaft neue Denkanstöße bietet. Von Beginn an versuchte Danius die als klassisch betrachteten Autoren in die Denkweise der modernen Welt zu setzen, was natürlich nicht von allen Literaturwissenschaftlern geschätzt wird, da Danius damit herkömmliche Regeln der Literatur bricht.

Diese Modernisierung der Literaturwissenschaft brachte Sara Danius Aufsehen und eine bedeutende Aufmerksamkeit in der Presse, obwohl sie mit ihren Werken kaum die Masse anspricht, wenngleich die Literaturwissenschaftlerin den Lesern der Dagens Nyheter auch als Literaturkritikerin bekannt ist. Bereits 2010 wurde Danius in die Königliche Vitterhetsakadmien gewählt und 2013 wurde sie, nach dem Tod des Schriftstellers Knut Ahnlund, auch als sein Nachfolger in die Svenska Akademien gewählt. Als dann Peter Englund als ständiger Sekretär der Schwedischen Akademie zurücktrat, übernahm Sara Danius als erste Frau das Amt Englunds und brach damit eine rund 200-jährige Tradition der Einrichtung.


5. April 1697: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden
5. April 1719: Axel von Fersen der Ältere in der Opposition
5. April 1786: Die Svenska Akademien, Verteidiger der schwedischen Sprache
5. April 1842: Der Archäologe und Reichsantiquar Hans Hildebrand
5. April 1950: Die Karriere der schwedischen Sängerin Agnetha Fältskog
5. April 1954: Die schwedische Sängerin Anna-Lotta Larsson
5. April 2001: Die schwedische Jazzsängerin Sonya Hedenbratt
5. April 2007: Maria Gripe und das realistische Kinderbuch Schwedens
5. April 2007: Maria Gripe, Kinderbücher ohne Gewalt

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 30. März 2016

Axel Herrlin, Philosoph, Psychologe und Pädagoge

Axel Herrlin kam am 30. März 1870 als Sohn eines Priesters in Östra Vemmenhög zur Welt und studierte ab 1887 Philosophie an der Universität Lund. Nach einer Kandidatur und einem Lizenziat in Philosophie promovierte Herrlin 1892 im gleichen Bereich in Lund. Im gleichen Jahr wurde er als Dozent in Theoretischer Philosophie an der Universität Lund angestellt, um jedoch 1906 in gleicher Eigenschaft an die Hochschule in Göteborg zu wechseln. 1910 erhielt er vom Karolinska Institut die Ehrendoktorwürde in Medizin. Ein Jahr später wurde er zum Professor ernannt und 1912 wurde Herrlin der erste Professor für Psychologie und Pädagogik an der Universität Lund.

Axel Herrlin gilt als einer der Pioniere der modernen Philosophie in Lund und vertrat, im Gegensatz zu Lehre der Universität Uppsala, die Meinung dass Philosophie und Naturwissenschaft eng miteinander verknüpft seien. In seinen zahlreichen Schriften geht der Philosoph auch so weit die kulturelle Entwicklung im historischen Zusammenhang zur Philosophie zu erklären. Für Herrlin war keine wissenschaftliche Richtung von der Philosophie zu trennen, die, in seinen Augen, die Verbindung zwischen jedem Wissen und jeder Entwicklung ist. Auch als Herrlin Professor in Psychologie und Pädagogik war, bettete er diese Bereiche in der Philosophie ein.

Auch innerhalb der Psychologie war Alex Herrlin, der am 10. Oktober 1937 starb, ein Pionier, denn er war der erste Psychologe, der in Schweden die Forschungsmethoden der Experimentalpsychologie einführte und damit auch die Grenzbereiche der Psychologie wie Psychiatrie, Okkultismus und Spiritismus in seinen Forschungen und Schriften integrierte. Mit seinen Arbeiten über die Zuverlässigkeit und die Krankheiten der Seele griff Alex Herrlin auch in die Entwicklung des Strafrechts in Schweden ein, da er die Basis für die Bewertung der Zurechnungsfähigkeit eines Täters legte. Herrlin legte in Schweden auch die Basis für die psychologische Untersuchung für Piloten, aufbauend auf die Erkenntnisse anderer Länder.


30. März 1796: Johan Simmingsköld, ein homosexueller Schriftsteller im 18. Jahrhundert
30. März 1798: Torsten Rudenschöld, der Gründer der schwedischen Volksschule
30. März 1808: Gustaf Fredrik Gyllenborg, der Satiriker des 18. Jahrhunderts
30. März 1858: Arvid Nordquist, eine Erfolgsgeschichte Schwedens
30. März 1920: Jan Olof Olsson, der historische Roman und Reiseschilderungen
30. März 1926: Ingvar Kamprad und das schwedische Imperium Ikea
30. März 1933: Filip Månsson und die öffentliche Kunst Schwedens
30. März 1944: Pauline Brunius, die erste Frau, die das Dramaten leitete
30. März 1976: Dampferfahrt auf dem schwedischen See Mjörn

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 29. November 2015

Der schwedische Philosoph Carl Mesterton

Als Carl Mesterton am 29. November 1772 im heute finnischen Åbo (Turku) starb, galt er als einer der bedeutendsten Philosophen des Nordens, da er insbesondere in Finnland das Interesse für Philosophie wecken konnte, auch wenn er seinen Lehrstuhl in Philosophie gegen Ende seines Lebens gegen einen in Theologie eintauschte und teilweise von seiner ursprünglichen Lehre Abstand nahm. Der einstige revolutionäre Philosoph Mesterton ist heute in nahezu allen Ländern vergessen.

Carl Mesterton, der schottische Ahnen hatte, war 1715 in Göteborg zur Welt gekommen und hatte 1738 an der Universität Lund seinen Magister in Philosophie abgelegt, um jedoch anschließend noch weitere fünf Jahre an holländischen und deutschen Universitäten zu verbringen um sich mit den dortigen philosophischen Strömungen vertraut zu machen. Im Jahre 1746 wurde Mesterton dann zum Professor in Logik und Metaphysik an der Königlichen Akademie in Åbo ernannt und sechs Jahre später promovierte er dann an der Universität Uppsala und erwarb dadurch seinen Doktortitel in Theologie, der er sich ab 1767 ganz zuwandte.

Der große Erfolg Carl Mestertons in der Philosophie lag darin, dass er sich während seines Aufenthalts in Deutschland mit der Philosophie Christian Wolffs vertraut gemacht hatte, einem in Deutschland sehr umstrittenen Philosophen, der Gott in seiner Lehre ausklammerte und alles mit einer eindeutigen logischen Linie erklärte die geradezu mathematischen Strukturen folgt. Da Wolff die Meinung vertrat, dass selbst eine heidnische Religion zu hohem ethischen Denken und Verhalten führen kann, war dieser philosophische Zweig für den Norden wie geschaffen, da hier zu dieser Zeit heidnisches Gedankengut dem christlichen sehr nahe lag und eine klare Logik nach dem Rationalismus in der Wissenschaft häufiger vertreten wurde als göttlichen Einflüsse als einzig leitende Linie. Nur dank der Wolffschen Philosophie gelang es im damaligen Finnland wirklich Interesse für Philosophie zu wecken.


29. November 1927: Das erste Telefongespräch von Stockholm nach New York
29. November 1937: Tom Trana, mit Volvo und einer Kurventechnik zum Erfolg
29. November 1940: Die Gründung des Studienverbands Medborgarskolan
29. November 1958: Der schwedische Sänger und Musiker Orup
29. November 2011: Marianne Zetterström, die Autorin der wenigen Worte

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Mit Stena Line nach Schweden

Dienstag, 29. September 2015

Der Reformator-Bischof Paulus Genberg

Paulus Genberg, oft auch nur Paul Genberg geschrieben, starb am 29. September 1875 in Kalmar, nach einer Karriere, die auch in jener Zeit ungewöhnlich war und vor allem auf seinen Reformationswillen zurückzuführen war. Sein Einfluss war bedeutend, denn als Bischof war er maßgeblich an der Politik des damaligen Schweden beteiligt, als Professor der Universität Lund entschied er über die geistige Entwicklung des Landes und als Mitglied der Svenska Akademien gehörte Genberg auch zur geistigen Elite des Landes.

Paulus Genberg kam am 13. April 1811 in Bronflo im Jämtland in einer bürgerlichen Familie zur Welt und besuchte die Frösö Internatschule. Auch wenn Genberg als sehr begabt galt, konnte er die Schule nicht abschließen, da er dort vorher, gemeinsam mit einem Mitschüler, wegen vermutlich sexueller Übergriffe, ausgeschlossen wurde. Einige Zeit später konnte Genberg jedoch als externer Prüfling dennoch die Abschlussprüfung an seiner Schule machen und erhielt sehr gute Noten. Bevor sich Paulus Genberg dann 1827 an der Universität Lund einschrieb, arbeitete er noch einige Jahre als Privatlehrer in seiner Heimat.

Nach einem Studienaufenthalt in Deutschland kehrte Paulus Genberg 1844 aus Deutschland zurück um sich drei Jahre später um eine Professur in Lund zu bewerben. Da er nachweisen konnte, dass sein Konkurrent, Fredrik Georg Afzelius, seine Theorien überwiegend aus deutschen Werken abgeschrieben hatte, erhielt Genberg im gleichen Jahr den angestrebten Lehrstuhl in Philosophie. Dies und sein Anschluss an die Reformgesellschaft brachten Genberg nur ein Jahr später zu politischen Aufgaben. 1852 wurde der Philosoph dann zum Bischof von Kalmar ernannt, obwohl er um diese Zeit nicht einmal zum Priester geweiht worden war, was jedoch kaum eine Rolle spielte, denn man man benötigte die Meinung Genbergs im Reichstag, an dem er als Bischof automatisch teilnahm. In dieser Rolle gelang es Genberg auch Teile des Kirchenrechts zu ändern und zu modernisieren.


29. September 1306: Birger Magnusson und das Håtunaleken 
29. September 1560: Gustav Vasa, der berühmteste König Schwedens 
29. September 1866: Per Hallström, der Schriftsteller der nordischen Schwermut 
29. September 1879: Eirik Hornborg, ein Verteidiger der altschwedischen Sprache 
29. September 1931: Anita Ekberg, ungeliebt in der Heimat
29. September 1985: Ein antroposophisches Krankenhaus in Schweden 
29. September 2004: Christer Pettersson wird wegen Olof Palme Mord festgenommen

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Freitag, 31. Juli 2015

Der Philosoph und Pädagoge Frans von Schéele

Frans von Schéele kam am 31. Juli 1853 als Sohn eines Bergwerkbesitzers in Färnebo im Värmland zur Welt, was in jener Zeit auch bedeutete, dass von Schéele eine sehr gute Erziehung erhielt und sich 1873 an der Universität Uppsala einschreiben konnte. Dort studierte von Schéele Philiosophie, ein Studium, das er zwölf Jahre später mit einem Doktorat abschloss. Noch im gleichen Jahr wurde dem Philosoph eine Stelle als Dozent in Ästhetik angetragen, die er jedoch nur zwei Jahre später gegen eine Dozentur in praktischer Philosophie austauschte. 1888 wurde von Schéele dann Professor in theoretischer Philosophie in Uppsala.

Auch wenn Frans von Schéele mit der Ernennung zum Professor nun seinen wissenschaftlichen Aufstieg als gesichert ansah, so standen diesem zwei wichtige Punkte im Weg, denn Schéele zeigte wenig Eifer an einer literarischen Tätigkeit und er war ein Erneuerer seines Bereichs, da er die an der in Uppsala dominierenden Philosophie von Christopher Jacob Boströms weiterentwickelt hatte und sich teilweise auch davon abwandte. Von Schéele hat daher zahlreiche Feinde in der Philosophie und alle seine Bewerbungen für einen eigenen Lehrstuhl, sowohl in Uppsala, als auch in Göteborg und Lund, wurden auf Grund von Widersachern abgelehnt.

Ab Ende des 19. Jahrhunderts wandte sich Frans von Schéele immer mehr der modernen Pädagogik zu, was auch dazu führte, dass er 1903 in diesem Bereich eine Professur erhielt und nur zwei Jahre später zum Volksschuldirektor in Stockholm ernannt wurde. Von Schéele begann in dieser Zeit intensive Fachstudien, sowohl in Schweden als auch in Deutschland und Frankreich und entwickelte dabei die Basis der heutigen Lehrmethoden Schwedens. Für von Schéele war es bedeutend, dass ein Schüler während des Unterrichts möglichst permanent zur Aktivität angehalten werden muss und, parallel hierzu, die Möglichkeit haben muss die individuelle Phantasie zu entwickeln. Frans von Schéele starb am 11. Mai 1931 im Alter von 77 Jahren, ohne allerdings je einen eigenen Lehrstuhl erhalten zu haben.

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Sonntag, 26. April 2015

Der Theologe und Schriftsteller Otto Myrberg

Otto Myrberg wurde am 26. April  1824 in Göteborg geboren und wollte sich ursprünglich der Musik widmen, was ihm jedoch auf Grund eines Nervenleidens bald unmöglich wurde. Aus diesem Grund entschied er sich dann für die Laufbahn eines Priesters, aber nach seinem Examen als Theologe an der Universität Uppsala führte ihn der Wissensdrang weiter zur Wissenschaft. 1851 wurde  Myrberg Doktor der Philosophie und ein Jahr später wurde er zum Dozenten in Theologie an der Universität ernannt. Im Laufe der Jahre erhielt der Theologe Professuren in unterschiedlichen theologischen Bereichen und stand gleichzeitig einer Religionsgemeinschaft vor.

Otto Myrberg folgte während der Anfangsjahre der damals anerkannten Lehre Luthers, wenn auch unter starkem Einfluss von Sören Kierkegaard, Johann von Hofman und Johann Tobias Beck, aber bereits nach wenigen Jahren lehnte er sich nahezu gegen jede der zulässigen Richtungen ab, weswegen ihm auch ein Lehrstuhl in Lund verweigert wurde. Myrberg schuf seine persönliche Lehre und wollte die Theologie von der theoretischen Lehre und philosophischen Auslegung zur einfachen und klaren Deutung der Bibel zurückführen, denn in seinen Augen hatte sich die akademische Theologie zu weit von der ursprünglichen christlichen Lehre entfernt.

Um seine vereinfachte Theologie zu verbreiten, griff Otto Myrberg zur Literatur und entwickelte sich zum meist schreibenden Theologen seiner Zeit, der sowohl Büchern herausgab als auch in Zeitschriften aktiv war und dabei auch Poesie verfasste und Werke über Propheten und Theologen übersetzte. Das Hauptwerk Myrbergs war dann jedoch im Jahre 1890 die gesamte Übersetzung des Neuen Testaments, das er versuchte in einer möglichst verständlichen Sprache wiederzugeben. Der Widerstand gegen den Theologen von allen Seiten war jedoch so groß, dass es ihm, trotz seiner umfassenden Veröffentlichungen, nie gelang wirklich Einfluss zu gewinnen und seine theologische Linie durchzusetzen.


26. April 1686: Graf Magnus Gabriel De la Gardie, Dichter und Reichskanzler
26. April 1891: Der Folkets Park in Malmö
26. April 1893: Harry Hjörne rettet die GP (Göteborgs-Posten) 
26. April 1893: Axel Krook, der Meinungsmacher des 19. Jahrhunderts
26. April 1998: Sven Olov Lindholm, der Verehrer Hitlers

Copyright: Herbert Kårlin

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