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Samstag, 6. April 2019

Der Sprachforscher Bengt Ivar Hesselman

Bengt Ivar Hesselman kam am 21. Dezember 1875 als Sohn eines Fabrikanten in Stockholm zur Welt und schrieb sich 1893, nach seiner Hochschulreife, an der Universität Uppsala ein um dort nordische Sprachen zu studieren. Bereits während seiner Studienzeit beschäftigte sich Hesselman mit den verschiedenen Dialekten Schwedens und der Herkunft von Ortsnamen. Seine späteren Veröffentlichungen zu diesen Themen sollen ein bedeutender Beitrag zur Sprachforschung werden und sind bis heute großteils gültig.

Mit der Erforschung zum Beginn einer schwedischen Reichssprache, konnte Bengt Ivar Hesselman nachweisen, dass es erst ab dem 17. Jahrhundert zur Entwicklung einer einheitlichen Schriftsprache kam und alle vorhergehenden Lexika von dialektalen Ausdrücken geprägt waren. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts legte Hesselman damit eine Grundlage für die Entwicklung eines modernen Schwedisch, was sich auch bei den folgenden Ausbildungsreformen deutlich zeigte. Hesselman ging damit den Weg der Svenska Akademien, die eine offizielle Hochsprache in Schweden anstrebt.

In den 30er Jahren begann sich Bengt Ivar Hesselman, der am 6. April 1952 starb, mit der Sprachentwicklung im nordischen Raum zu beschäftigen und versuchte Geschichte, Kulturgeschichte und Sprachgeschichte von der Zeit der Wikinger bis heute zu verbinden und zu erklären. Diese, von heutiger Warte, sehr konservative Sprachforschung führte auch dazu, dass Hesselman 1935 in die Svenska Akademien aufgenommen wurde, auch wenn seine Ergebnisse in diesem Rahmen mehr unter nationalistischer Sicht gesehen werden müssen als innerhalb einer modernen Sprachforschung.


6. April 1664: Arvid Horn, der heimliche Regent Schwedens
6. April 1827: Frithiof Grafström und das Dilemma zum Skalden gezwungen zu sein 
6. April 1847: Hans Järta, revolutionäre Schriften und die Wandlung
6. April 1864: Die Stadt Ronneby brennt ab und ändert den Stadtplan
6. April 1888: Dan Andersson, zwischen Arbeitergedichten und Wildmark
6. April 1944: Die Schriftstellerin Viveca Lärn
6. April 1950: Christer Sjögren, von der Tanzband zum schwedischen Schlager
6. April 1962: Eva Mobergs Buch Kvinnor och Människor
6. April 1974: Die schwedische Gruppe Abba erobert die Welt 
6. April 1977: Sara Svensson, die religiöse Mörderin Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 21. Dezember 2014

Der schwedische Sprachforscher Bengt Ivar Hesselman

Bengt Ivar Hesselman kam am 21. Dezember 1875 in Stockholm zur Welt, wobei über seine Kindheit und seine Jugend kaum etwas bekannt ist. Die Geschichte Hesselmans beginnt daher mit seiner Hochschulreife im Jahre 1893 in Stockholm und setzt mit einem Studium der nordischen Sprachen an der Universität Uppsala fort, an der er 1902 disputierte um anschließend erst Dozent in Uppsala zu werden, bis er 1914 Professor für Nordische Sprachen an der Universität Göteborg wurde.

Bereits als Student hatte Bengt Ivar Hesselman eine Schwäche für die Vergangenheit Schwedens, nicht nur in sprachlicher Hinsicht, denn als Mitglied des Vereins für Vorgeschichte nahm Hesselman ab 1896 regelmäßig an Ausgrabungen in Nordschweden und Norwegen teil. Diese Ausgrabungen verknüpfte der Sprachwissenschaftler grundsätzlich  mit der Erforschung und Deutung von Ortsnamen, aber auch dem Sammeln von dialektalen Ausdrücken der verschiedenen Regionen der nördlichen Hälfte Schwedens. Da Hesselman seine Forschungsergebnisse auch regelmäßig veröffentlichte, schuf er noch heute wertvolle Dokumente zur nordischen Sprachgeschichte.

Für Bengt Ivar Hesselman, der 1935 Mitglied der Svenska Akademien wurde, baute die Geschichte des Hochschwedischen auf das Verständnis der zahlreichen schwedischen Dialekte. Seine Forschungen führten dazu, dass er feststellte, dass man in Schweden vor dem 17. Jahrhundert kaum von einer normalisierten Hochsprache reden konnte, sondern vorher die Dialekte gewissermaßen die Hochsprache gewisser Regionen des Landes waren. Da Hesselman auch den Versuch unternahm die verschiedenen Dialekte zu gruppieren und zudem den Dialekt des Svealands in den Mittelpunkt rückte, sind leider einige seiner Ergebnisse heute nicht mehr voll zu verteidigen, zeigen jedoch deutlich die Denkweise Schwedens zu Beginn des 20. Jahrhunderts.


21. Dezember: Die Wintersonnenwende in Schweden
21. Dezember 1624: Ein Holländer und eine neue schwedische Handelskompanie
21. Dezember 1904: Johannes Edfelt, der zeitlose Dichter des 20. Jahrhunderts
21. Dezember 1937: Der schwedische Künstler Harald Lyth
21. Dezember 1976: Die schwedische Schauspielerin Karin Ekelund

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 6. September 2013

Der schwedische Sprachforscher Johan Ernst Rietz

Johan Ernst Rietz wurde am 6. September 1815 in Karlshamn geboren und studierte nach seiner Hochschulreife Philosophie und Theologie in Lund, ein Studium, das zu jener Zeit weitaus ausgedehnter war als heute und daher den Weg zu jeder wissenschaftlichen Karriere öffnete. Rietz entschied sich jedoch für die Laufbahn eines Priesters, die ihm auch Zeit für die unterschiedlichsten Sprachforschungen ließ.

Noch als Student veröffentlichte Johan Ernst Rietz ein dreibändiges Werk über das mittelalterliche Schweden, dem Werke über die geografischen Entdeckungen und das Schulsystem in Skåne (Schonen) folgten. Durch die Oberflächlichkeit und die teilweise wenig wissenschaftlichen Quellen, die Rietz zur Verfügung standen, sind diese Werke heute jedoch nur noch eingeschränkt von Interesse, auch wenn sie Mitte des 19. Jahrhunderts noch einen bedeutenden Einfluss auf das schwedische Denken hatten.

Im Gegensatz zu diesen Werken ist jedoch das schwedische Dialektlexikon (Svensk dialektlexikon), das Johan Ernst Rietz in den Jahren 1862 bis 1867 veröffentlichte noch heute von unschätzbarem Wert, denn es handelt sich bis heute um das einzige Werk dieser Art, das sich über ganz Schweden erstreckt und über zahlreiche etymologische Hinweise verfügt. Rietz hatte für dieses Werk sämtliche sprachwissenschaftlichen Aufzeichnung der damaligen Zeit gesammelt und in zwei Bänden verarbeitet, die noch heute als Referenzwerke gelten, auch wenn sich später herausstellte, dass die Zusammenstellung einige Fehler aufwies.


6. September 1868: Axel Anders Teodor Hägerström, der Gründer der Uppsala-Schule 
6. September 1910: Der Tod durch die Guillotine in Schweden


Copyright: Herbert Kårlin