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Samstag, 6. April 2019

Der Sprachforscher Bengt Ivar Hesselman

Bengt Ivar Hesselman kam am 21. Dezember 1875 als Sohn eines Fabrikanten in Stockholm zur Welt und schrieb sich 1893, nach seiner Hochschulreife, an der Universität Uppsala ein um dort nordische Sprachen zu studieren. Bereits während seiner Studienzeit beschäftigte sich Hesselman mit den verschiedenen Dialekten Schwedens und der Herkunft von Ortsnamen. Seine späteren Veröffentlichungen zu diesen Themen sollen ein bedeutender Beitrag zur Sprachforschung werden und sind bis heute großteils gültig.

Mit der Erforschung zum Beginn einer schwedischen Reichssprache, konnte Bengt Ivar Hesselman nachweisen, dass es erst ab dem 17. Jahrhundert zur Entwicklung einer einheitlichen Schriftsprache kam und alle vorhergehenden Lexika von dialektalen Ausdrücken geprägt waren. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts legte Hesselman damit eine Grundlage für die Entwicklung eines modernen Schwedisch, was sich auch bei den folgenden Ausbildungsreformen deutlich zeigte. Hesselman ging damit den Weg der Svenska Akademien, die eine offizielle Hochsprache in Schweden anstrebt.

In den 30er Jahren begann sich Bengt Ivar Hesselman, der am 6. April 1952 starb, mit der Sprachentwicklung im nordischen Raum zu beschäftigen und versuchte Geschichte, Kulturgeschichte und Sprachgeschichte von der Zeit der Wikinger bis heute zu verbinden und zu erklären. Diese, von heutiger Warte, sehr konservative Sprachforschung führte auch dazu, dass Hesselman 1935 in die Svenska Akademien aufgenommen wurde, auch wenn seine Ergebnisse in diesem Rahmen mehr unter nationalistischer Sicht gesehen werden müssen als innerhalb einer modernen Sprachforschung.


6. April 1664: Arvid Horn, der heimliche Regent Schwedens
6. April 1827: Frithiof Grafström und das Dilemma zum Skalden gezwungen zu sein 
6. April 1847: Hans Järta, revolutionäre Schriften und die Wandlung
6. April 1864: Die Stadt Ronneby brennt ab und ändert den Stadtplan
6. April 1888: Dan Andersson, zwischen Arbeitergedichten und Wildmark
6. April 1944: Die Schriftstellerin Viveca Lärn
6. April 1950: Christer Sjögren, von der Tanzband zum schwedischen Schlager
6. April 1962: Eva Mobergs Buch Kvinnor och Människor
6. April 1974: Die schwedische Gruppe Abba erobert die Welt 
6. April 1977: Sara Svensson, die religiöse Mörderin Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 11. Mai 2015

Otto von Friesen und die Runenlehre Schwedens

Otto von Friesen kam am 11. Mai 1870 als Sohn eines Schreibers in Kulltorp bei Jönköping zur Welt, legte 1889 in Halmstad die Hochschulreife ab um anschließend an der Universität Uppsala germanische und indogermanische Sprachgeschichte zu studieren. Nach einem Doktorat im Jahre 1898 wurde von Friesen an der gleichen Universität zum Dozenten in nordischen Sprachen ernannt um 1909 eine ordentliche Professur im gleichen Bereich zu erhalten. Sein Hauptinteresse galt in dieser gesamten Zeit der Lautgeschichte der nordischen Sprachen über die er auch mehrere wissenschaftliche Werke verfasste.

Wie sehr viele Wissenschaftler seiner Zeit, wurde auch Otto von Friesen stark von der Runenlehre angezogen und arbeitete zeitweise an einem eigenen Werk über die Deutung der Runensteine im Småland. Aber auch wenn von Friesen diese Arbeit nie beendete, so kam er dadurch auf die Erforschung der Herkunft der Runenschrift, deren Ursprung er erst im Lateinischen, später vor allem im Griechischen suchte und die mit den Goten in den skandinavischen Raum gekommen waren. Um jedoch die Laute des Gotischen ausdrücken zu können, wurden, nach von Friesen, zusätzliche Buchstaben erfunden, die es in der griechischen Sprache nicht gab.

Otto von Friesen, der 1929 in die Svenska Akademien gewählt wurde, galt auch in seiner Zeit als pedantisch genau und daher als langsam arbeitender Forscher, was jedoch auch dazu führte, dass er seine Theorien als unumstößlich nahm und keinerlei Kritik offen stand. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts galt von Friesen, der am 10. September 1942 starb, als der bedeutendste Fachmann der Runenkunde. Einige seiner Theorien werden noch heute als allgemeingültig betrachtet, andere galten moderneren Forschern als Gedankenanregung, wurden mittlerweile jedoch widerlegt. Heute hat Otto von Friesen kaum noch eine Bedeutung als Sprachwissenschaftler, bietet jedoch eine wichtiges Puzzlestück zur Kulturgeschichte und Denkweise seiner Epoche.


11. Mai 1762: Der schwedische Mörder Jacob Johan Anckarström 
11. Mai 1818: Karl XIV. Johan erhält die Krone Schwedens 
11. Mai 1860: Israel Hwasser und die Naturphilosophie in der Medizin 
11. Mai 1930: Der schwedische Künstler Nils Kreuger 
11. Mai 1971: Stockholm rettet seine Ulmen im Kungsträdgården

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 2. März 2015

Der schwedische Sprachforscher Axel Kock

Axel Kock wurde am 2. März 1851 in einer reichen Kaufmannsfamilie geboren und bekam daher eine für die Zeit ausgezeichnete Bildung, wobei er den größten Teil seiner Jugend im Schulheim der Tegnérs untergebracht war, wo er auch dem acht Jahre älteren Esaias Tegnér näher kam mit dem er sein Leben lang eine enge Verbindung hielt. Unmittelbar nach seiner Hochschulreife im Jahre 1870 schrieb sich Kock an der Universität Lund ein, an der er sich von Beginn an auf nordeuropäische Sprachen und neueuropäische Linguistik spezialisierte.

Von größter Bedeutung waren für Axel Kock seine Studienreisen nach Deutschland, die er bereits während seines Studiums begann, denn dort lernte er die neuen und modernen Sprachtheorien kennen, die man bis dahin in Schweden nicht kannte. Auf diese Weise kam Kock zur Überzeugung, dass die Sprachentwicklung klaren Regeln folgt und daher analytische Methoden zulässt die der reinen Logik folgen. Seine Forschungen führten Kock geradlinig zu einer akademischen Laufbahn an verschiedenen Hochschulen und Universitäten Schwedens, was Kock jedoch teilweise als Bremse der Forschung empfand.

Axel Kock, der geradezu pedantisch an der nordischen Lautlehre arbeitete und jeder Veränderung von Dialekten bis ins Detail nachging um keine Fragen offen zu lassen, verließ 1893 jede akademische Tätigkeit und widmete sich dann bis zu seinem Tod am 18. März 1935 in Lund privat der Sprachforschung, auch wenn er ab 1907 Rektor der Universität Lund wurde. Der Wissenschaftler, der sein Leben lang finanziell abgesichert war, veröffentlichte alle seine Forschungsergebnisse in einer pädagogisch aufgearbeiteten Weise, die die Materie einem großen Kreis an Studenten öffnete. Noch heute gelten seine Werke als grundlegend in der nordischen Sprachforschung.


2. März 1760: Christina Charlotta Cederström, eine unveröffentlichte Dichterin 
2. März 1828: Frans Theodor Hedberg, ein Leben für das Theater 
2. März 1880: Ivar Kreuger, der meist gehasste Schwede und sein Selbstmord 
2. März 1911: Verhütung in Schweden - eine Straftat 
2. März 1913: Die Centerpartiet (Zentrumspartei) in Schweden 
2. März 1992: Der private Fernsehkanal TV4 sendet analog

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 21. Dezember 2014

Der schwedische Sprachforscher Bengt Ivar Hesselman

Bengt Ivar Hesselman kam am 21. Dezember 1875 in Stockholm zur Welt, wobei über seine Kindheit und seine Jugend kaum etwas bekannt ist. Die Geschichte Hesselmans beginnt daher mit seiner Hochschulreife im Jahre 1893 in Stockholm und setzt mit einem Studium der nordischen Sprachen an der Universität Uppsala fort, an der er 1902 disputierte um anschließend erst Dozent in Uppsala zu werden, bis er 1914 Professor für Nordische Sprachen an der Universität Göteborg wurde.

Bereits als Student hatte Bengt Ivar Hesselman eine Schwäche für die Vergangenheit Schwedens, nicht nur in sprachlicher Hinsicht, denn als Mitglied des Vereins für Vorgeschichte nahm Hesselman ab 1896 regelmäßig an Ausgrabungen in Nordschweden und Norwegen teil. Diese Ausgrabungen verknüpfte der Sprachwissenschaftler grundsätzlich  mit der Erforschung und Deutung von Ortsnamen, aber auch dem Sammeln von dialektalen Ausdrücken der verschiedenen Regionen der nördlichen Hälfte Schwedens. Da Hesselman seine Forschungsergebnisse auch regelmäßig veröffentlichte, schuf er noch heute wertvolle Dokumente zur nordischen Sprachgeschichte.

Für Bengt Ivar Hesselman, der 1935 Mitglied der Svenska Akademien wurde, baute die Geschichte des Hochschwedischen auf das Verständnis der zahlreichen schwedischen Dialekte. Seine Forschungen führten dazu, dass er feststellte, dass man in Schweden vor dem 17. Jahrhundert kaum von einer normalisierten Hochsprache reden konnte, sondern vorher die Dialekte gewissermaßen die Hochsprache gewisser Regionen des Landes waren. Da Hesselman auch den Versuch unternahm die verschiedenen Dialekte zu gruppieren und zudem den Dialekt des Svealands in den Mittelpunkt rückte, sind leider einige seiner Ergebnisse heute nicht mehr voll zu verteidigen, zeigen jedoch deutlich die Denkweise Schwedens zu Beginn des 20. Jahrhunderts.


21. Dezember: Die Wintersonnenwende in Schweden
21. Dezember 1624: Ein Holländer und eine neue schwedische Handelskompanie
21. Dezember 1904: Johannes Edfelt, der zeitlose Dichter des 20. Jahrhunderts
21. Dezember 1937: Der schwedische Künstler Harald Lyth
21. Dezember 1976: Die schwedische Schauspielerin Karin Ekelund

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Johan Erik Rydqvist und die schwedische Sprache

Als Johan Erik Rydqvist am 17. Dezember 1877 starb, hinterließ er mit seinem Sprachwerk Svenska språkets lager (die Gesetze der schwedischen Sprache) ein Werk das die Sprachwissenschaftler des Landes bis heute beschäftigt, da Rydqvist damit die erste schwedische Sprachentwicklung beschrieb und Strukturen deutlich machte die vom Vorschwedischen zur heutigen Sprache führen. Rydqvist ging bei seiner Arbeit vor allem von der damals üblichen Theorie ab, dass man im nordischen Raum ursprünglich nur Isländisch sprach und konnte beweisen, dass sich Schwedisch auf Grund der Lautlehre und der Wortstruktur unabhängig vom Isländischen entwickelte.

Auch wenn dieses Werk, trotz seiner extrem konservativen Linie, das bedeutendste Werk von Johan Erik Rydqvist wurde, so wies seine ursprüngliche Entwicklung in eine ganz andere Richtung. Rydqvist, der am 20. Oktober 1800 zur Welt gekommen war, sollte nach dem Willen des Vaters auf gar keinen Fall ein Studium machen, sondern musste ab dem Alter von 14 Jahren als Büroangestellter in einer Reederei in Göteborg arbeiten. Dies konnte jedoch den Wissensdurst des jungen Rydqvist nicht stören und er lernte, neben der Arbeitszeit, fünf der bedeutendsten  modernen Sprachen und schließlich noch Latein und Griechisch.

Erst als Johan Erik Rydqvist 20 Jahre alt war, gelang es ihm dann ein Studium an der Universität Uppsala zu beginnen. Da sich jedoch mit dem baldigen Tod des Vaters die finanzielle Lage von Rydqvist stark veränderte, war er gezwungen sein geplantes Studium bedeutend abzukürzen und mit einem juristischen Examen zu beenden, das ihm jedoch den Eintritt in den Staatsdienst ermöglichte. Die Wende im Leben Rydqvists kam jedoch im Jahre 1840, als er so stark erkrankte, dass er über mehrere Jahre hinweg das Bett kaum noch verlassen konnte. In dieser Zeit begann sich der Sprachwissenschaftler mit der erklärenden Sprachgeschichte zu beschäftigen, insbesondere unter dem Einfluss der deutschen Grammatik, die Jacob Grimm kurz zuvor veröffentlicht hatte.


17. Dezember 1842: Der schwedische Künstler Nils Forsberg
17. Dezember 1860: Königin Desideria, die unschwedische Königin
17. Dezember 1863: Der schwedische Künstler Gunnar G:son Wennerberg
17. Dezember 1951: Der Film „Sie tanzte nur einen Sommer“ hat Premiere

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Der Schriftsteller und Pädagoge Johan Murberg

Johan Murberg wurde am 4. Dezember 1734 in Gävle geboren. Auch  wenn man über seine Kindheit wenig weiß, so gilt als sicher, dass Murberg im Alter von vermutlich 20 Jahren beim schwedischen Sprachwissenschaftler Johan Ihre arbeitete und diesen bei seinen Arbeiten an einem schwedischen Wörterbuch unterstützte. Die wissenschaftliche Laufbahn von Murberg begann jedoch erst nach seiner Promotion in älteren Sprachen im Jahre 1761 an der Universität Uppsala, obwohl der Wissenschaftler keine Karriere an der Universität anstrebte, sondern in den Schuldienst eintrat.

Als Pädagoge kämpfte Johan Murberg sein Leben lang für eine Reform der Schulbildung, denn er wollte das Schulsystem landesweit angleichen und, was ihm noch wichtiger schien, die schwedische Sprache im Unterricht dem bis dahin vorherrschenden Latein gleichsetzen und damit die Bildung einer größeren Bevölkerungsschicht öffnen. Aber obwohl Murberg eine leitende Rolle im Ausschuss der eine neue Schulordnung vorlegen sollte, erhielt, wurden seine Ideen und seine Pläne erst nach seinem Tode aufgenommen, wenn auch vorerst versuchsweise, da die konservative und etablierte Schicht des Lehrwesens Schwedisch nur als die Sprache des Volkes betrachtete.

Parallel zu seiner pädagogischen Arbeit hatte Johan Murberg bereits kurz nach seiner Promotion in Uppsala begonnen Gedichte zu schreiben die auch Gustav III. zu Ohren gekommen waren, denn der König beauftragte Murberg Racins Athalie ins Schwedische zu übersetzen. Nicht bekannt ist, ob es die Dichtkunst oder seine Veröffentlichungen als Sprachforscher waren, die Gustav III. auch dazu veranlasste Johan Murberg zu einem der ersten Mitglieder der Svenska Akademien zu ernennen, zumal nur sehr wenige Gedichte des Pädagogen überliefert wurden. Aber trotz seiner fortschrittlichen Ideen zur Reform des Schulwesens, blieb die Bedeutung Murbergs im sprachwissenschaftlichen und literarischen Bereich relativ beschränkt.


4. Dezember 1676: Die Schlacht bei Lund, ein Tag in der Geschichte Schwedens
4. Dezember 1843: Schwedische Verleger beschließen eine gemeinsame Politik
4. Dezember 1895: Fritiof Nilsson Piraten und die überspitzte Selbstdarstellung
4. Dezember 1896: Axel Wallengren, ein Humorist als Schriftsteller
4. Dezember 1926: SKF, Kugellager aus Schweden
4. Dezember 1994: Der Storeplansmord in Stockholm
4. Dezember 2010: Der Citytunnel in Malmö und die unterirdische Eisenbahn

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 15. November 2014

Tomas Staffan Riad, Mitglied der Svenska Akademien

Tomas Staffan Riad kam zwar am 15. November 1959 in Uppsala zur Welt, verbrachte jedoch seine ersten fünf Lebensjahre überwiegend in Ägypten, der Heimat seines Vaters. Erst als die Situation für Christen unter Nasser immer schwieriger wurde, zog die Familie dann ganz nach Schweden. Nachdem Riad an der klassischen Linie der Kathedralschule in Uppsala im Jahre 1978 seine Hochschulreife abgelegt hatte, suchte er seine berufliche Neigung und studierte erst einmal Violine in London. Erst nach seinem Wehrdienst in Schweden entschied sich der junge Riad dann für einen Berufswechsel und schrieb sich an der Universität Uppsala ein um dort Englisch, Irisch und Schwedisch zu studieren.

Im Jahr 1983 wechselte Tomas Staffan Riad zur Universität Stockholm und bereitete dort seine Doktorarbeit vor. Als der Sprachwissenschaftler dann 1985 die Chance erhielt ein Jahr an die Brandeis University in Massachusetts zu gehen, nahm er das Angebot sofort an, was Riad auch zu seinem Weg in der zukünftigen Forschung führte, denn der Wissenschaftler entdeckte an der Universität, die sich vor allem mit der Verbindung von Psychologie und Linguistik beschäftigt, die Fonologie, ein Bereich, der Riad faszinierte und ihm eine brillante akademische Zukunft garantierte.

Als Tomas Staffan Riad 1992 an der Universität Stockholm mit Structures in Germanic prosody in Nordischer Sprachwissenschaft disputierte, öffnete sich ihm der Weg in die Forschung, unter anderem auch in Stanford, Vilnius und Paris, auch wenn Riad seinen Hauptsitz in Stockholm beibehielt und wo er noch heute als Professor arbeitet. Auf Grund seiner Leistungen und vor allem seiner Veröffentlichungen finanzierte ihm die Svenska Akademien 2005 eine fünfjährige reine Forschungstätigkeit, ein Zeichen dafür, dass es nur eine Frage der Zeit sein sollte bis er in die Akademie aufgenommen werden sollte. Nach dem Tod von Birgitta Trotzig wurde Riad dann am 30. September 2011 offiziell als ihr Nachfolger in die Svenska Akademien gewählt und nahm wenig später auf dem Stuhl Nummer sechs Platz.


15. November 1668: Göran Josuæ Adelcrantz und der Fall eines Hofarchitekt
15. November 1776: Per Henrik Ling, der schwedische Vater der Gymnastik
15. November 1849: Der Komponist und Psalmendichter Joël Blomqvist
15. November 1859: Der schwedische Prinz Oscar (Bernadotte)
15. November 1945: Von Anni-Frid von Abba bis zur Prinzessin Reuss

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 27. Juni 2014

Fredrik Lindström und der Erfolg eines Populärhistorikers

Fredrik Lindström wurde am 27. Juni 1963 in Fors bei Eskilstuna geboren und hatte mit 16 Jahren die Karriere als Musiker im Sinn, denn zwischen 1979 und 1982 spielte er Schlagzeug in der Heavy Metal Band Crystal Pride. Als er jedoch einsah, dass er auch eine gediegene Ausbildung benötige, besuchte er mit 19 die Volkshochschule Gripsholm in Mariefred, machte dort das Abitur und studierte anschliessend an der Universität Uppsala nordische Sprachen und Literaturwissenschaft. 1989 schloss Lindström noch eine Ausbildung in der Journalistenschule Poppius an und ein Jahr später begann er seine Doktorarbeit in Nordischer Sprachgeschichte.

Aber auch diese Ausbildung und die Doktorarbeit schienen Fredrik Lindström nicht zu befriedigen, denn 1990 zog er nach Stockholm und begann eine Karriere als Stand-Up- Komiker, was drei Jahre später zu einer Anstellung beim Staatsfunk Sveriges Radio führte wo er für das Programm Hassan scherzhafte Telefongespräche führte, die in direkt übertragen wurden. Lindström arbeitete parallel weiter als Komiker, trat im Fernsehen auf und wurde 1999 auch im rennomierten Mosebacke in Stockholm engagiert.

Im gleichen Jahr begann Fredrik Lindström als Regisseur des Filmes Vuxna Människor, dem zwei Jahre später ein weiterer Spielfilm folgte, er produzierte den fiktiven Dokumentarfilm Harry Viktor und er fand bei Aufträgen für das Staatsfernsehen SVT auch zurück zu seinem Studium, denn in den Folgejahren wurde er mit Serien zum schwedischen Sprachgebrauch und zu den Dialekten des Landes beauftragt in denen er Wissenschaft und Geschichte mit Humor mischen konnte. Ab 2006 kamen dann populärwissenschaftliche Bücher über Geschichte, Innenarchitektur und Wirtschaftsfragen hinzu bis er sich 2011mehr und mehr für die Bühne zu interessieren beginnt und die Show Ljust och Fräsch produziert, der 2014 die Show Ägd - pengarna eller livet folgt.


27. Juni 1676: Der Schonische Krieg (Skånska kriget) unter Karl XI.
27. Juni 1895: Sophie Adlersparre und die schwedische Frauenbewegung
27. Juni 1902: Der letzte Geadelte Schwedens: Sven Anders Hedin
27. Juni 1976: Das Kanalmuseum Skanzen in Halstahammar
27. Juni 2001: Tove Jansson schrieb nicht nur Mumintrollen
27. Juni 2003: Carl Bernadotte und die Affäre Huseby
27. Juni 2009: Willy Kyrklund und die existentielle philosophische Literatur Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Göteborger Kulturfestival 2013

Donnerstag, 13. März 2014

Der schwedische Sprachforscher Adolf Noreen

Adolf Noreen wurde am 13. März 1854 in Östra Ämtervik im Värmland als Sohn eines Landvermessers geboren und begann im Herbst 1871an der Universität Uppsala die nordischen Sprachen zu studieren. Nach Abschluss seiner Studien im Jahre 1877 und seiner Doktorarbeit Fryksdalsmålets ljudlära, einer Forschung über den Dialekt seines Heimatdorfes, begann er in Uppsala als Dozent zu arbeiten und bekam die Aufgabe die schwedischen Dialekte zu untersuchen. Diesen schnellen Aufstieg und Erfolg verdankte Noreen allerdings auch der Tatsache, dass die Fakultät für nordische Sprachen erst 1859 in Uppsala eingerichtet worden war und der erste ernannte Professor, Carl Säve, selbst ein Dialektforscher war.

Die grosse Leistung von Adolf Noreen als Dialektforscher kann man verstehen, wenn man bedenkt, dass der Wissenschaftler seine Doktorabeit bereits mit 22 Jahren abgeschlossen hatte, um die Lautbeschreibung des Dialekts deutlich zu machen eine eigene Lautschrift entwickelt hatte und sich als erste Schwede mit der Phonetik einer Sprache beschäftigt hatte, eine Leistung, die heutigen Sprachforschern als selbstverständlich und normal gilt. Der Doktorarbeit Noreens folgte ein Wörterbuch der Dialektsprache seiner Region und eine entymologische Übersicht in der er den Dialekt seines Heimatordes mit der Reichssprache verglich. Auch wenn diese Pionnierleistung von heutiger Warte als oberflächlich betrachtet werden kann, so legte Noreen dennoch die Basis für einen ganzen Bereich der Sprachforschung.

Auch wenn der Name Adolf Noreen heute nur noch Sprachwissenschaftlern ein Begriff ist, so kann man nicht sagen welche seiner Forschungen die bedeutendste war, denn er legte die Grundlage der gesamten wissenschaftlichen Dialektforschung Schwedens, er schuf grundlegende Handbücher zur isländischen, altnorwegischen und altnordischen Sprache und er präsentierte 1903 mit seinem Werk Vårt språk die erste umfassende Grammatik zur schwedischen Sprache. Nicht zu vergessen ist dabei, dass seine Werke von Esaias Tegnér und von Johan August Lundeli der Rechtschreibreform des Jahres 1892 dienten.


13. März 1809: Revolution in Schweden 
13. März 1822: Nils Lorens Sjöberg und die schwedische Lyrik 
13. März 1848: Der schwedische Künstler Johan Niclas Byström
13. März 1885: Der Kinodirektor Anders Sandrew
13. März 1942: 17 schwedische Tageszeitungen werden beschlagnahmt 
13. März 1974: Die schwedische Popsängerin Linda Bengtzing

Copyright: Herbert Kårlin

In Scandic Hotels wohnen

Donnerstag, 14. März 2013

Der schwedische Sprachforscher Johan Ihre

Auch wenn Johan Ihre, der am 14. März 1707 in Lund geboren wurde, heute nur noch wenigen Personen ein Begriff ist, so hat der Wissenschaftler durch seine vergleichende Sprachforschung nicht nur in Schweden die heutigen Kenntnisse über die Sprachforschung beeinflusst, sondern, über Jacob Grimm auch in Deutschland und über Rasmus Rask in Dänemark, die ihrerseits die Methoden Ihres in ganz Europa verbreiteten und die Sprachwissenschaft damit revolutionierten.

Johan Ihre, der Professor in Uppsala war, ging dem Ursprung und der Entwicklung der schwedischen Worte nach und erstellte in diesem Sinn im Jahre 1769 das Etymologische Wörterbuch der schwedischen Sprache. Ihre versuchte die Bedeutung der Worte allerdings auch durch den Vergleich mit anderen nordischen und germanischen Sprachen zu erforschen, machte dabei jedoch, von der heutigen Warte aus, den Fehler die damalige schwedische Geschichtsschreibung wörtlich zu nehmen, da er die schwedische Sprache zu Odin (Oden) zurückverfolgte, der nach der Edda der Urahn aller Könige ist.

Nur seiner hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen für die schwedische Sprache verdankte es Johan Ihre zweimal bedeutenden Problemen zu entgehen, denn 1750 verteidigte er den Aufruhr der Bauern in Dalarna und wurde als Aufrührer zu einem Jahreslohn an Strafe verurteilt und bereits ein Jahr vorher wurde er von der schwedischen Kirche ermahnt der offiziellen Lehre zu folgen, was die Folge davon war, dass Ihre die nordische Mythologie als wichtige Stufe zur Entwicklung der schwedischen Sprache und des Landes ansah und damit die christlichen Werte jener Epoche in Frage stellte.


14. März 1807: Josefina von Leuchtenberg wird Königin in Schweden
14. März 1848: Laura Fitinghoff, Kinderbücher aus Nordschweden
14. März 1918: Die erste Anwältin Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Tanzfestival - Theaterfestival - Göteborg 2013