Posts mit dem Label Stefan Jarl werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Stefan Jarl werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 31. März 2018

Der Regisseur und Filmproduzent Roy Andersson

Roy Andersson kam am 31. März 1943 in Göteborg zur Welt und besuchte dort auch das Gymnasium. Noch mit 15 Jahren wollte Andersson eigentlich Schriftsteller werden, was er jedoch auf Grund einer extremen Selbstkritik bald aufgab um an einer Karriere im Film zu arbeiten. Nach seiner Hochschulreife schrieb sich Andersson daher an der Universität Lund ein um dort Geschichte, Dramatik, Theater und Film zu studieren. Nur vier Jahre später hatte er dann das Glück an der wenige Jahre vorher gegründeten Filmschule am Svenska Filminstitutet aufgenommen zu werden.

Bereits 1968 drehte die Grupp 13, bei der Roy Andersson Mitglied war, dann den Dokumentarfilm Den vita Sporten, der noch im gleichen Jahr den Preis Guldbaggen als besten Film erhielt. Zwei Jahre später kam dann mit En kärlekshistoria der erste Spielfilm Anderssons, der unmittelbar als Meisterwerk bezeichnet wurde. Allerdings wurde sein zweiter Spielfilm Giliap, der 1975 in die Kinos kam, von den Kritikern weitaus schlechter bewertet, was dazu führte, dass Andersson 25 Jahre lang keinen Spielfilm mehr drehte, sondern sich dem Werbefilm widmete und hierfür auch das Studio 24 in Stockholm gründete. Andersson entwickelte sich in diesen Jahren zu einem der gefragtesten Werbefilmer.

In der Zeit als Werbefilmer hatte Roy Andersson eine völlig eigene Filmsprache geschaffen, was ihm dann im Jahr 2000, als er den Spielfilm Sånger från andra vånigen präsentierte, den erhofften Erfolg brachte, denn der Film erhielt nicht nur in Schweden mehrere Prise, sondern wurde auch mit dem Preis der Jury in Cannes belohnt. Andersson hatte erneut die Kritiker auf seiner Seite, denen er indes mit seiner ungewohnten Filmsprache auch zum Denken gab. Trotz des Erfolgs, den Andersson auch mit den Folgefilmen hatte, behielt er eine Parallelkarriere als Filmproduzent. In seinem Studio in Stockholm wurden auch Filme von Ruben Östlund, Stefan Jarl, Andrea Arnold und anderen bekannten Filmern bearbeitet.


31. März 1412: Der schwedische König Albrecht von Mecklenburg
31. März 1712: Anders Johan von Höpken und der Weg zur Macht
31. März 1757: Freiherr Gustaf Mauritz Armfelt
31. März 1891: Ester Blenda Nordström und der schwedische Enthüllungsroman
31. März 1897: Erik af Edholm wird Chef der Königlichen Oper und des Dramaten
31. März 1914: Dagmar Lange wird zu Krimiautorin Maria Lang
31. März 1914: Maria Lang, die vergessene Krimiautorin
31. März 1928: Die Stockholmer Stadtbibliothek (Stockholms stadsbibliotek)
31. März 1936: Die schwediche Sängerin Birgit Carlsson, bekannt als Towa Carson
31. März 1945: Torgny Segerstedt und der Kampf gegen den Nazismus
31. März 1977: Kista Einkaufszentrum in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 3. März 2013

Kenneth Gustafsson, bekannt unter dem Namen Kenta

Als Kenneth Gustafsson, allgemein genannt Kenta, am 3. März 2003 an seinem Krebs starb, war er in ganz Schweden bekannt. Bei den einen als der Drogenabhängige Sänger, bei anderen als der hervorragende Musiker, der er war und bei den Dritten, weil sie ihn im schwedischen Kultfilm Dom kallar oss mods gesehen hatten. Kenta hinterließ verschiedene Bilder ohne dass vermutlich der wahre Kenta an die Oberfläche geriet, denn Kenta hatte viele Gesichter.

Kenneth Gustafsson war am 11. August 1948 in Nacka auf die Welt gekommen und hatte dabei das Pech, dass sowohl sein Vater als auch seine Mutter vom Alkohol abhängig waren und sich der Junge seine Erziehung auf der Straße suchen musste und sich bereits sein Taschengeld auf eine eigene Weise beschaffte. Nach seinen eigenen Worten waren es diese Erfahrung, die ihn zum Gegner des sogenannten schwedischen Sozialsystems mit dem Folkhemmet machten, denn niemand kümmerte sich um ihn und niemand half seinen Eltern.

Wie selbstverständlich führte der Weg von Kenta zur sogenannten Modskulturen, einer Bewegung Jugendlicher aus der gleichen Schicht, die sich gegen die Gesellschaft auflehnten und immer mehr in die Welt der Drogen und des Alkohols gerieten. Kenneth Gustafsson versuchte mehrmals dieser Schicht zu entkommen und machte dabei auch eine Karriere als Musiker, wobei er 1980 mit Utan att fråga sogar an der schwedischen Vorausscheidung zum Eurovision Song Contest teilnahm und den siebten Platz einnahm. Wirklich bekannt wurde Kenta jedoch über den Dokumentarfilm Dom kallar oss mods von Stefan Jarl, in dem Kenneth Gustafsson nahezu seine eigene Rolle spielte.


3. März 1813: Die schwedische Kolonie ohne schwedische Führung
3. März 1906: Artur Lundkvist auf der Suche nach einer neuen schwedischen Sprache
3. März 1940: Terroristisches Attentat in Schweden 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 15. Februar 2012

Christer Gustav Svensson, genannt Stoffe, und das Heroin

Am 15. Februar 1950 wurde Christer Gustav Svensson in Stockholm geboren, der vor allem unter dem Namen „Stoffe“ bekannt wurde und am 22. März 1978 an einer Überdosis an Heroin starb. Stoffe und sein Schicksal wären wohl nie bekannt geworden, wenn nicht der Filmer Stefan Jarl eine Dokumentation in drei Teilen über Gustav Svensson gedreht hätte und ihn daher zur Christiane F. Schwedens gemacht hätte.

Eigentlich wollte Stefan Jarl nur die Jugendbewegung Stockholms der 60er Jahre verfolgen, einer Revolution, die Jugendliche weiter von ihren Eltern entfernten als je zuvor. Stefan Jarl konnte Stoffe (Gustav Svensson) und Kenta (Kenneth Gustaffson) für seine Idee gewinnen und drehte mit den beiden in der Hauptrolle den Kultfilm Dom kallar oss mods, der das Leben einer Jugendgang schildert, die nur von einer Sekunde zur anderen leben. Als der Film 1968 in die Kinos kam, schlug er wie eine Bombe ein und machte Stoffe zu einer Kultfigur, einem Außenseiter, den plötzlich alle kennen wollten.

Stefan Jarl verfolgte die Entwicklung seiner beiden Hauptfiguren weiter, die in den 70er Jahren eine bedeutende Wende erlebten, als immer mehr Personen aus ihrer Umgebung in das bürgerliche Leben zurückkehrten. Während Kenta jedoch bei Haschisch blieb, griff Stoffe zu immer härteren Drogen. Aus dem Mädchenidol wurde bald ein obdachloser Drogensüchtiger. Im Alter von 28 Jahren starb Stoffe dann an einer Überdosis Heroin in einer Toilette der Stockholmer U-Bahn. Sein Tod im Jahre 1978 schlug wie eine Bombe ein und führte im Jahre 1993 zum letzten Film der Trilogie über das Leben Stoffes.

15. Februar 1890: Jacob Axelsson Lindblom, ein besonderer Bischof Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin