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Sonntag, 6. Januar 2019

Die Geschichte von Annika Östberg

Annika Östberg kam am 6. Januar 1954 in Stockholm zur Welt, zog jedoch mit ihrer Mutter bereits im Alter von elf Jahren nach Kalifornien, wo sie jedoch bald dem amerikanischen Stiefvater im Weg war. Mit zwölf Jahren begann das Mädchen dann bereits am Rande der Gesellschaft zu leben. Als Östberg 13 Jahre alt war, brannte sie von zu Hause durch und ging nach San Francisco, wo sie unmittelbar als Stripperin und Prostituierte zu arbeiten begann um sich versorgen zu können. Nur drei Jahre später, und nach der Geburt eines Sohnes, ernährte sich Östberg von Kuppelei und Drogenhandel und war selbst von Drogen abhängig.

Auch in den folgenden Jahren war das Leben von Annika Östberg ständig mit kriminellen Taten verbunden, wobei sie wegen Diebstahls, Drogenhandel und Alkoholverkauf an Minderjährige auch nachweislich vor dem Richter stand. 1974 erkannte Östberg zudem, dass sie zwei Jahre vorher einen Mann in ihrer Wohnung getötet habe, was sie jedoch später widerrief, mit der Aussage, sie wollte damit ihren damaligen Freund vor juristischen Folgen retten. Die Richter verurteilten sie letztendlich zu fünf Jahren Haft mit Bewährung wegen Totschlags und ließen sie ein Leben im harten Drogenkonsum fortsetzen.

Am 30. April 1981 ging dann ein Raubversuch, den Annika Östberg mit ihrem Freund Bob Cox plante, schief, bei dem das Opfer, ein Restaurantbesitzer, getötet wurde. Während der Flucht wurde dann auch noch ein Polizist, der den Führerschein von Östberg kontrollieren wollte, erschossen. Nachdem Cox noch vor der Gerichtsverhandlung im Gefängnis Selbstmord beging, landete nur Östberg vor Gericht und wurde wegen Doppelmordes zu einer Haftstrafe zwischen 25 Jahren und lebenslänglich verurteilt. Nach 28 Jahren in amerikanischer Haft gelang es dem damaligen schwedischen Ministerpräsidenten Fredrik Reinfeldt den Gouverneur Kaliforniens davon zu überzeugen Östberg nach Schweden zu überführen, wo sie weitere zwei Jahre im Gefängnis erbrachte bevor sie zur Rehabilitation frei gelassen wurde. Welche Rolle Annika Östberg bei den beiden Morden spielte, ist bis heute unbekannt, da man nur ihre Version kennt.


6. Januar 1430: Filippa von England wird in Schweden Königin 
6. Januar 1493: Olaus Petri und die schwedische Reformation 
6. Januar 1493: Olaus Petri, der schwedische Reformator
6. Januar 1809: Der schwedische Naturwissenschaftler Sven Lovén
6. Januar 1861: Der Künstler und Karikaturist Pelle Hedman 
6. Januar 1912: Johnny Bode, der schwedische Skandalschriftsteller
6. Januar 1912: Johnny Bode, der erste Punkstar Schwedens
6. Januar 1852: Der schwedische Künstler Carl Kylberg
6. Januar 1963: Gunnar Bohman, mit der Laute zum Weltruhm

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 25. Februar 2017

Flashback, von der Zeitschrift zum Forum

1993 erschien die erste Nummer des Flashback Magazin, das, nach dem Herausgeber Jan Axelsson, die größte Underground-Zeitschrift Schwedens werden sollte. Das Konzept war einzigartig, denn die Artikel sollten um Nazismus, Anarchismus, Satanisten und Drogen handeln, Themen, die, ebenfalls nach Axelsson, in keiner anderen schwedischen Zeitschrift zu finden waren und damit die Meinungsfreiheit erweitern sollten. Knapp zwei Jahre später, am 25. Februar 1995, hatte das Flashback-Magazin seine erste Internetseite, die besonders dadurch auffiel, dass man hier Anzeigen für Drogen, Weiße Musik und selbst schusssichere Westen fand. Die Leserschicht war damit von Beginn an klar definiert.

Nach mehreren Jahren extremistischer Aktivität gründet Jan Axelsson im Jahr 2000 dann unter der Firma Flashback Media Group mit dem Motto das freie Wort in letzter Konsequenz zu verteidigen und jede Art von Meinung unzensiert zu veröffentlichen. Nachdem der Server des rein schwedischsprachigen Forums nach juristischen Problemen seit 2003 in den USA beheimatet ist, gibt es keinen offiziellen Moderator, keinen Verantwortlichen für den Inhalt und die ethischen Regeln der europäischen Presse werden geradezu mit den Füssen getreten, ein Konzept, das hervorragend funktioniert, denn pro Tag erscheinen bis zu 20.000 neue Beiträge und pro Woche zählt man etwa zwei Millionen Besucher.

Während ein Teil der Beiträge tatsächlich zum aufdeckenden Journalismus gehört, wird im Flashback-Forum Kriminalität gefördert, Rassismus geschürt und Einzelpersonen auf das schwerste gekränkt, da sich Sympathisanten der extrem rechten Gruppen in diesem Forum konzentrieren und das Fehlen einer Moderation für ihre Zwecke ausnutzen. Im Jahr 2010 unterstütze eine größere Gruppe an Lesern sogar den geplanten Selbstmord eines Forum-Teilnehmers. Ständige Leser des Forums nehmen die Artikel bedauerlicherweise grundsätzlich für Tatsachen, zumindest sobald diese ihre Meinung stützen, und verbreiten sie selbst im Netz weiter um dem Flashback-Forum weitere Leser zu bringen.


25. Februar 1834: Gustaf Emanuel Beskow und das Schulwesen
25. Februar 1764: Carl Gustaf von Brinkman, der Dichter deutscher Seele
25. Februar 1882: Ludvig Nordström und das Paradies in Nordschweden
25. Februar 1931: Der schwedische Architekt Ove Hidemark
25. Februar 1952: Thomas Ledin, ein Musiker gegen Rassismus
25. Februar 1978: Acht Personen erfrieren im Jämtland
25. Februar 1986: Der schwedische Sänger Danny Saucedo 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 21. Januar 2016

Die Stockholmer Stadtmission und ihre Entstehung

Der Name Stockholms Stadsmission (Stockholmer Stadtmission) geht bis zum 21. Januar 1856 zurück, auch wenn die Hilfsorganisation bereits viele Jahre früher von christlichen Gruppen gegründet worden war. Nur wenig nach der Namensgebung verließen die Lutheraner, die mittlerweile die Evangeliska Fosterlandsstiftelsen gegründet hatten, jedoch die die intensive Zusammenarbeit mit der Stadtmission so dass dann fast ausschließlich die Baptisten in der Stadtmission vertreten waren und die Lutheraner nur noch einen geringen Einfluss ausübten, der 1912 endgültig aufhörte, da die Lutheraner dann endgültig andere Wege  einschlugen.

Im Jahre 1912 entschied sich der Vorstand der Stadtmission auch dazu nach einem eigenen Gebäude für die verschiedenen sozialen Aktivitäten zu suchen, was dazu führte dass die Stockholms Stadsmission zwei Häuser am Stortorget kaufte, die nach einem Umbau im Jahre 1915 eingeweiht wurden und bis heute die zentralen Lokale und der Sitz der Stadtmission sind. Lediglich die Second Hand Shops und sekundäre Aktivitäten sind über ganz Stockholm verteilt.

Die Grundidee der Stockholmer Stadtmission ist, aufbauend auf eine christliche Einstellung, Stockholm zu einer menschlichen Stadt zu machen. Während sich die Arbeit der Stadsmission anfangs auf ältere Personen, Kranke und Kinder ausrichtete, helfen sie heute vor allem Obdachlosen, Alkoholikern und Drogenabhängigen bei ihrem Weg zurück in die Gesellschaft. In diesem Rahmen gründete die Stockholms Stadsmission nicht nur Beratungsstellen, Familienkolonien, Schulen und andere Einrichtungen in dieser Richtung, sondern auch kleinere Unternehmen, die dem Arbeitstraining von Langzeitarbeitslosen dienen und für diese einen erster Schritt zurück ins Berufsleben bietet.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 3. März 2013

Kenneth Gustafsson, bekannt unter dem Namen Kenta

Als Kenneth Gustafsson, allgemein genannt Kenta, am 3. März 2003 an seinem Krebs starb, war er in ganz Schweden bekannt. Bei den einen als der Drogenabhängige Sänger, bei anderen als der hervorragende Musiker, der er war und bei den Dritten, weil sie ihn im schwedischen Kultfilm Dom kallar oss mods gesehen hatten. Kenta hinterließ verschiedene Bilder ohne dass vermutlich der wahre Kenta an die Oberfläche geriet, denn Kenta hatte viele Gesichter.

Kenneth Gustafsson war am 11. August 1948 in Nacka auf die Welt gekommen und hatte dabei das Pech, dass sowohl sein Vater als auch seine Mutter vom Alkohol abhängig waren und sich der Junge seine Erziehung auf der Straße suchen musste und sich bereits sein Taschengeld auf eine eigene Weise beschaffte. Nach seinen eigenen Worten waren es diese Erfahrung, die ihn zum Gegner des sogenannten schwedischen Sozialsystems mit dem Folkhemmet machten, denn niemand kümmerte sich um ihn und niemand half seinen Eltern.

Wie selbstverständlich führte der Weg von Kenta zur sogenannten Modskulturen, einer Bewegung Jugendlicher aus der gleichen Schicht, die sich gegen die Gesellschaft auflehnten und immer mehr in die Welt der Drogen und des Alkohols gerieten. Kenneth Gustafsson versuchte mehrmals dieser Schicht zu entkommen und machte dabei auch eine Karriere als Musiker, wobei er 1980 mit Utan att fråga sogar an der schwedischen Vorausscheidung zum Eurovision Song Contest teilnahm und den siebten Platz einnahm. Wirklich bekannt wurde Kenta jedoch über den Dokumentarfilm Dom kallar oss mods von Stefan Jarl, in dem Kenneth Gustafsson nahezu seine eigene Rolle spielte.


3. März 1813: Die schwedische Kolonie ohne schwedische Führung
3. März 1906: Artur Lundkvist auf der Suche nach einer neuen schwedischen Sprache
3. März 1940: Terroristisches Attentat in Schweden 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 19. September 2011

Hjalmar Bergman, ein Leben im Zweifel und der Unsicherheit

Am 19. September 1883 wurde in der mittelschwedischen Stadt Örebro Hjalmar Fredrik Elgérus Bergman, allgemein nur als Hjalmar Bergman bekannt, geboren, ein Schriftsteller, der sein Leben in ständigen Zweifeln verbrachte, da er sich weder für Frauen noch für Männer entscheiden konnte und im Alter von 48 Jahren an Alkohol und Drogen in Berlin starb, die ihm jahrzehntelang ein Parallelleben erlaubten. Auch wenn Hjalmar Bergman in Berlin starb, so findet man sein Grab im Norra Kyrkogården in Örebro.

Obwohl Hjalmar Bergman zahlreiche Bücher schrieb, die die Region Bergslagen zu Beginn des letzten Jahrhunderts beschreiben, eine Gegend, die bis heute von Erz und Eisen geprägt ist, erinnert man sich heute insbesondere wegen dem Kulturreservat Wadköping in Örebro an den Schriftsteller, einen historischen Ort, den er, nach Vorlagen seiner Heimat, mit seinem Buch „Markurells i Wadköping“ schuf und das heute der vielleicht bedeutendsten Anziehungspunkt der Stadt Örebro ist.

Hjalmar Bergman wuchs in Örebro ohne Freunde auf, da er wegen seiner Fettleibigkeit nur gemobbt wurde. Seine Ehe mit Stina Lindberg war von permanenten Affären mit jungen Männern verbunden und seine ständigen psychischen Probleme führten ihn zu Alkohol und Drogen. Obwohl Hjalmar Bergman seit Beginn der 20er Jahre permanent unter Alkohol und Drogen stand, schrieb er bis zu seinem Lebensende noch rund zehn Bücher, die er jeweils termingerecht bei seinem Verleger ablieferte. Im Jahre 1930 kam sein letzter Roman „Clownen Jac“ als eine Art Abschiedswerk auf den Markt.

19. September 1882: Mauritz Björck und 50 Jahre volkstümliche Erzählungen
19. September 1955: Carl Milles, einer der grössten Skulpteure Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin