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Donnerstag, 8. März 2018

Der Archäologe und Volksforscher John Nihlén

John Nihlén kam am 8. März 1901 als Sohn eines Lehrers in Kristinehamn zur Welt und machte nach privatem Unterricht 1919 sein Abitur. Ein Jahr später schrieb sich Nihlén an der Universität Uppsala ein um dort Archäologie zu studieren. Nach seiner Disputation im Jahre 1927 unternahm Nihlén mehrere archäologische Untersuchungen auf Gotland, seinem Spezialgebiet. Bereits bei seiner Abschlussarbeit an der Universität hatte der Archäologe die Ansiedlungen aus der Steinzeit auf Gotland zum Thema, und zeigte dabei seine wissenschaftliche Eigenheit, sich nämlich nicht auf eine Richtung festlegen zu lassen, sondern bei seinen Forschungen Informationen aus allen Wissensbereichen einzubeziehen.

Kein anderer Archäologe Schwedens lieferte so viel Material über Gotland wie John Nihlén, denn auf der Suche nach archäologischen Werten setzte er, nach Einführungskursen, nahezu die gesamte Bevölkerung Gotlands ein, die ihm jede Kleinigkeit berichten sollte. Dank Nihlén wurde es möglich die Geschichte Gotlands bis zur Zeit der Völkerwanderung zurückzuverfolgen, wobei der Forscher auch ein sehr ausführliches Kartenmaterial und mehrere Bücher zum Thema hinterließ. John Nihlén zeichnete sich auch dadurch aus, dass er historische Bauten Gotlands so weit wie nur möglich rekonstituierte, da der Archäologe davon ausging, dass die Mehrheit der Bevölkerung dadurch einen besseren Zugang zur Geschichte finden kann.

Das zweite große Interesse von John Nihlén galt der Geschichte der Eisenherstellung in Schweden, was im Grunde mit einem Besuch in der Eisenhütte Laxå bruk in den 20er Jahren begonnen hatte. In Fragen der Eisenherstellung forschte Nihlén insbesondere auf Gotland und im Småland, wobei er jedoch nicht an einzelnen Eisenhütten interessiert war, sondern die Eisenherstellung in Regionen zusammenstellte um Zusammenhänge zwischen der Entwicklung von Orten und der verschiedenen Methoden der Eisenherstellung übergreifend erfassen zu können. Auf diese Weise gelang es Nihlén zu beweisen, dass die Eisenherstellung in Schweden bis zum Mittelalter zurückreicht, ein Ergebnis, das andere Forscher erst Jahre später bestätigen konnten. Ab den 70er Jahren interessierte sich John Nihlén, der am 26. März 1983 in Lund starb, vor allem für Energie- und Umweltprobleme.


Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 4. September 2015

Nässjö wird 100 Jahre alt, vom Kirchdorf zur Stadt

Am 4. September 2014 erschien in Nässjö das Buch Nässjö stad 100 år, ein Buch, das die 100-jährige Geschichte der Gemeinde aufzeigt, denn vor genau 100 Jahren hatte Nässjö mit seinen damals rund 2000 Einwohnern die Stadtrechte erhalten, auch wenn diese Entscheidung mehr symbolischen Gehalts war als eine Stadtgründung, denn erst 1971 sollten mehrere Orte eingemeindet werden um die heutige Stadt mit seinen rund 17.000 Einwohner zu schaffen. Entscheidend für die Stadtprivilegien war vor allem, dass Nässjö ab 1874 zu einem Eisenbahn-Verkehrsknotenpunkt geworden war und sich ab diesem Jahr die Bevölkerung stark vermehrte und sowohl Handel als auch Industrie zu blühen begannen.

Die tatsächliche Geschichte von Nässjö geht allerdings rund 4000 Jahre zurück, denn zahlreiche Funde beweisen, dass der Ort bereits zur Steinzeit bewohnt war und auch während der Bronzezeit und der Eisenzeit Menschen hier lebten. Im Laufe der Christianisierung entstanden dann die ersten Kirchen und Nässjö entwickelte sich zu einem kyrkby, einem Kirchdorf. Die Entwicklung des Ortes ging jedoch sehr langsam vor sich, denn als im Jahre 1864 die Entscheidung fiel, dass durch den Ort die Södra stambanan führen sollte, zählte man gerade einmal rund 50 Einwohner, die sich auf mehrere Bauernhöfe verteilten.

Als dann ab 1872 der Bau der ersten Eisenbahnlinie, von insgesamt vier Linien, in Nässjö einsetzte, entwickelte sich der Ort mit enormer Geschwindigkeit, denn da die Arbeiten mehrere Jahre dauern sollten, zogen immer mehr Arbeiter nach Nässjö, denen bald auch Handwerker und Kaufleute folgten. Drei Jahre nach Beginn der ersten Eisenbahnlinie zwischen Nässjö und Oskarshamn war die Bevölkerung in Nässjö auf über 1300 Einwohner angewachsen, was letztendlich auch dazu führte dass der Ort 1890 die Marktrechte erhielt, also zu einem köping wurde, wobei um diese Zeit allerdings auch die ersten Fabriken den Weg nach Nässjö gefunden hatten, da die Eisenbahn bedeutete, dass die Waren auf schnellstem Weg in ganz Schweden verkauft werden konnten.


4. September 1563: Das Schloss Älvsborg wird von Dänemark erobert
4. September 1564: Das Blutbad von Ronneby
4. September 1755: Axel von Fersen der Jüngere in der schwedischen Geschichte
4. September 1776: Jacob Serenius und die Konfirmation in Schweden
4. September 1826: Martin Wiberg, ein vergessener Erfinder Schwedens
4. September 1922: Per Olof Sundman und die Sehnsucht nach dem Norden
4. September 1994: Folke Mellvig, der schwedische Krimiautor der 50er Jahre

Copyright: Herbert Kårlin

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