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Donnerstag, 8. März 2018

Der Archäologe und Volksforscher John Nihlén

John Nihlén kam am 8. März 1901 als Sohn eines Lehrers in Kristinehamn zur Welt und machte nach privatem Unterricht 1919 sein Abitur. Ein Jahr später schrieb sich Nihlén an der Universität Uppsala ein um dort Archäologie zu studieren. Nach seiner Disputation im Jahre 1927 unternahm Nihlén mehrere archäologische Untersuchungen auf Gotland, seinem Spezialgebiet. Bereits bei seiner Abschlussarbeit an der Universität hatte der Archäologe die Ansiedlungen aus der Steinzeit auf Gotland zum Thema, und zeigte dabei seine wissenschaftliche Eigenheit, sich nämlich nicht auf eine Richtung festlegen zu lassen, sondern bei seinen Forschungen Informationen aus allen Wissensbereichen einzubeziehen.

Kein anderer Archäologe Schwedens lieferte so viel Material über Gotland wie John Nihlén, denn auf der Suche nach archäologischen Werten setzte er, nach Einführungskursen, nahezu die gesamte Bevölkerung Gotlands ein, die ihm jede Kleinigkeit berichten sollte. Dank Nihlén wurde es möglich die Geschichte Gotlands bis zur Zeit der Völkerwanderung zurückzuverfolgen, wobei der Forscher auch ein sehr ausführliches Kartenmaterial und mehrere Bücher zum Thema hinterließ. John Nihlén zeichnete sich auch dadurch aus, dass er historische Bauten Gotlands so weit wie nur möglich rekonstituierte, da der Archäologe davon ausging, dass die Mehrheit der Bevölkerung dadurch einen besseren Zugang zur Geschichte finden kann.

Das zweite große Interesse von John Nihlén galt der Geschichte der Eisenherstellung in Schweden, was im Grunde mit einem Besuch in der Eisenhütte Laxå bruk in den 20er Jahren begonnen hatte. In Fragen der Eisenherstellung forschte Nihlén insbesondere auf Gotland und im Småland, wobei er jedoch nicht an einzelnen Eisenhütten interessiert war, sondern die Eisenherstellung in Regionen zusammenstellte um Zusammenhänge zwischen der Entwicklung von Orten und der verschiedenen Methoden der Eisenherstellung übergreifend erfassen zu können. Auf diese Weise gelang es Nihlén zu beweisen, dass die Eisenherstellung in Schweden bis zum Mittelalter zurückreicht, ein Ergebnis, das andere Forscher erst Jahre später bestätigen konnten. Ab den 70er Jahren interessierte sich John Nihlén, der am 26. März 1983 in Lund starb, vor allem für Energie- und Umweltprobleme.


Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 1. Februar 2017

Der schwedische Geschichtswissenschaftler Holger Rosman

Holger Rosman wurde am 1. Februar 1871 als Sohn eines Beamten Im Schulamtes in Visby auf Gotland geboren und legte dort 1889 auch seine Hochschulreife ab. Noch im gleichen Jahr schrieb sich Rosman an der Universität Uppsala ein um dort Geschichtswissenschaft zu studieren. Rosman strebte indes nicht nach einer wissenschaftlichen Laufbahn und arbeitete daher, nachdem er seinen Doktor in Philosophie abgelegt hatte, beim Reichsarchiv und im Kammerkollegium, was seinen Interessen am nächsten kam.

Diese beiden gleichzeitigen Tätigkeiten, verbunden mit einigen mehr privaten Engagements in Vereinen, verhalfen Holger Rosman dazu einen tiefen Einblick in die Familiengeschichte Schwedens zu gewinnen und gleichzeitig seine Erkenntnisse in Form von Zeitschriftenartikeln und Büchern anderen Interessenten zu vermitteln. 1904 gründete Rosman dann, gemeinsam mit dem Notar G. Hedin, eine Firma, die sich auf Archivarbeit und historische Nachforschungen spezialisierte. Diese Firma war sehr bald weit über die Grenzen Schwedens hinaus bekannt und die Auftraggeber kamen aus dem nordischen Raum, wie auch aus Deutschland und Russland.

Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete Holger Rosman in der Handelskammer in Stockholm und begann in seiner Freizeit seine bedeutendsten historischen Forschungen, wobei sich der Geschichtswissenschaftler hierbei für drei Forschungsgebiete gleichzeitig entschied, nämlich die Wirtschaftsgeschichte Schwedens, die Geschichte Gotlands und die Personengeschichte des Östergötlands. Seine sehr gut und ausführlich recherchierten Arbeiten gelten bis heute als Grundlagenwerke der Geschichtsforschung. In seinem Testament vermachte der Wissenschaftler, der am 19. August 1937 in Stockholm starb, den größten Teil seines Archivs, insbesondere seine Arbeiten über Gotland, dem Fond Maria Rosman, der sich für die Forschung Gotlands einsetzt.


1. Februar 1455: Johan II. von Schweden (König Hans), König für vier Jahre
1. Februar 1537: König Johan III., der Bauherr Schwedens
1. Februar 1743: Generalgouverneur Johan Christopher Toll
1. Februar 1801: Der schwedische Komponist Adolf Fredrik Lindblad
1. Februar 1803: Anders Chydenius, Nationalökonom mit neuen Ideen 
1. Februar 1895: IFK Göteborg, eine Alternative für die Arbeiterschicht 
1. Februar 1947: Clark Oderth Olofsson und ein halbes Leben im Gefängnis 
1. Februar 1950: Harry Blomberg und die religiöse Literatur des 20. Jahrhunderts 
1. Februar 1986: Alva Myrdal, ein Leben für die Schulreform und den Frieden

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 13. Dezember 2016

Der Frieden von Stettin

Am 13. Dezember 1570 endete der siebenjährige nordische Krieg mit dem Frieden von Stettin, ein Krieg, der 1563 ausgebrochen war da Schweden seine Unabhängigkeit behalten wollte, die vom dänischen König Kristian III. bedroht schien. Dänemark war unzufrieden mit der Auflösung der Kalmarer Union und der dänische König hatte die drei Kronen, die das schwedische Reich repräsentierten, in sein eigenes Wappen aufgenommen, was von Schweden so interpretiert wurde dass Kristian III. Schweden angreifen wolle. Schweden war dem Angriff vorausgegangen und hatte daher 1563 Dänemark, Lübeck und Polen angegriffen.

Schweden hatte bei seinem Krieg natürlich auch den Hintergedanken Gotland und einige strategisch wichtigen Regionen Schwedens, die zu jener Zeit zu Dänemark gehörten, zurückerobern, unter anderem Skåne (Schonen) und das Halland. Als im September 1570 dann vom deutsch-römischen Kaiser Maximilian II. die Friedensverhandlungen in Stettin, im heutigen Polen, eingeleitet wurden, war allerdings kaum an entsprechende Forderungen zu denken, denn die Gegner hatten kaum Erfolge erzielt, jedoch starke Schäden erlitten und in Schweden war es zudem zu einem Regierungswechsel gekommen. Die Friedensverhandlung schien daher 1570 die einzige sinnvolle Lösung zu sein.

Wenn man beim Frieden von Stettin von einem Verlierer reden kann, so war dieser Verlierer Schweden, denn auch wenn die Grenzen erhalten blieben, die bereits vor Kriegsbeginn existierten, so durfte Dänemark  vorübergehend weiterhin die schwedischen drei Kronen in ihrem Wappen behalten, Schweden musste Dänemark für die Rückgabe des Schlosses Älvsborg bei Göteborg 150.000 Taler bezahlen und verlor zudem das Recht auf ein Handelsmonopol im Estland. Als kleinen Ausgleich erhielt Schweden lediglich die Zollfreiheit im Öresund, was jedoch sehr viele Vorteile mit sich brachte. Offiziell sollte Schweden auch 70.000 Taler Entschädigung an Lübeck bezahlen, was jedoch nie erfolgte.


13. Dezember 1533: König Erik XIV, der Nachfolger von Gustav Vasa
13. Dezember 1621: Katarina Stenbock und der schwedische König Gustav Vasa
13. Dezember 1638: Katarina Vasa und der Übergang in ein neues Königsgeschlecht
13. Dezember 1905: Der Schauspieler und Theaterdirektor Pierre Deland
13. Dezember 1810: Das Karolinska Institut in Solna bei Stockholm
13. Dezember 1881: Anders Österling, der Landschaftsdichter Skånes
13. Dezember 1927: Lucientag und Lucienfest in Schweden
13. Dezember 1939: Schweden bekommt eine Sammelregierung (samlingsregering)

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 11. Juli 2016

Das Verteidigungsmuseum auf Gotland

Am 11. Juli 2009 wurde in Tingstäde, das etwa 20 Kilometer von Visby entfernt liegt, das Verteidigungsmuseum Gotlands eingeweiht, ein Museum, das zum Netzwerk der staatlichen verteidigungshistorischen Museen gehört und die gesamt Geschichte der schwedischen Verteidigung von der Frühzeit bis heute erklärt und dabei geschichtliche Ausstellung und die Präsentation von kriegstechnischen Geräten und Fahrzeugen mischt um eine möglichst breite Gruppe an Personen anzuziehen. Heute empfängt das Gotlands Försvarsmuseum in Tingstäde rund 10.000 Besucher pro Jahr, etwa die Hälfte der Besucher, die die Festungsanlagen in Boden besuchen.

Das Verteidigungsmuseum auf Gotland wurde in der Festung Tingstäde eingerichtet, die noch kurz vor dem Ersten Weltkrieg fertiggestellt wurde und die wichtigste Verteidigungsanlage im Ostseeraum war. Noch heute kann man bei einem Besuch der Anlage sehen wie die Soldaten jener Zeit untergebracht waren und auf welche Weise sie Schweden verteidigen wollten. Das daneben liegende Kriegskrankenhaus Lärbo wurde gebaut als der Zweite Weltkrieg ausbrach und war um diese Zeit das modernste Kriegskrankenhaus Schwedens. Ein Jahr bevor das Krankenhaus im Jahre 1946 eingestellt wurde, zeigten sich hier auch die Gräueltaten Hitlers, denn hier kamen 500 Personen an, die die deutschen Konzentrationslager überlebt hatten, wobei jedoch 45 unter ihnen nicht überlebten und im dortigen Friedhof begraben liegen.

Das Verteidigungsmuseum Gotlands besteht im Grunde aus drei verschiedenen Museen, nämlich dem Kriegskrankenhaus, der Festung als solches und dem Museumsteil, in dem man, unter anderem, auch die Geschichte der russischen Okkupation Gotlands im Jahre 1809 und die Geschichte Gotlands während des Ersten Weltkriegs genauer entdecken kann. Da Gotland in der Verteidigung Schwedens schon immer eine besondere Position einnahm, verbindet sich im Museum auch die Verteidigungsgeschichte des Heeres, der Marine und der Luftwaffe, was, auf Grund der russischen Bedrohung, auch heute wieder zu einem aktuellen Thema Schwedens wird.


11. Juli 1709: Johan Gottschalk Wallerius und die schwedische Landwirtschaft
11. Juli 1912: Die schwedische Schauspielerin Aino Taube
11. Juli 1927: Dénis Lindbohm und die Science Fiction Bewegung in Schweden
11. Juli 1942: Der Untergang der M/S Luleå
11. Juli 1974: Pär Lagerkvist und ein Leben ohne Gott
11. Juli 1974: Pär Lagerkvist, ein Kämpfer für die Freiheit
11. Juli 1979: Sigvard Nilsson-Thurneman, der Anführer der Salaligan

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Samstag, 9. Juli 2016

Der gotländische Verein „Die badenden Freunde“

Am 9. Juli 1814 gründeten zehn Bewohner Visbys den allgemein nützlichen Verein De Badande Vännerna (Die Badenden Freunde), kurz DBW genannt, ein Verein, der vom ersten Tag an von größter Bedeutung für die Insel Gotland werden sollte, auch wenn die Aktivitäten sehr wenig mit dem Namen des Vereins zu tun hatten, denn dieser Name wurde lediglich gewählt, weil sich die Mitglieder verpflichteten einen Tag im Jahr gemeinsam im Meer zu baden. Heute besteht der Verein DBW aus rund 750 Männern, da nach den Statuten lediglich Männer aufgenommen werden können.

Die erste öffentliche Leistung des Vereins De Badande Vännerna war im Jahre 1815 die Gründung einer Volksschule in der zu Beginn zwölf Kinder armer Familien unterrichtet wurden, was jedoch dazu führte, dass der Verein 1823 ein Schulgebäude besaß in dem 120 Kinder unterrichtet wurden. Bis 1848 wurde die Schule vollständig vom DBW geführt. Bereits 1830 hatte der Verein auch ein Sparbank in Visby gegründet und 1855 legte die badenden Freunde auch den heute noch existierenden Botanischen Garten auf Gotland an, der zwar mittlerweile überwiegend von Gotland unterhalten wird, jedoch immer noch Zuschüsse des DBW erhält.

Wie schon der Name, so war auch die Finanzierung des Vereins auf eine sehr eigene Weise gelöst, denn zu Beginn mussten die Mitglieder des Vereins Strafe bezahlen wenn sie länger als zehn Minuten redeten, zu spät kamen, eine unangemessene Sprache hatten und wegen ähnlicher „Vergehen“. Erst später konnten sich De Badande Vännerna von Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanzieren. Nur wenige Besucher Gotlands kennen die badenden Freunde, obwohl der Verein auch heute noch eine wichtige Rolle für die Insel spielt, denn ihm verdankt man die Einrichtung des Kunstmuseums in Visby und der DBW vergibt jedes Jahr Stipendien an Forscher und herausragende Studenten der Hochschule auf Gotland.


9. Juli 1702: Die Schlacht bei Klissow und der schwedische Sieg
9. Juli 1766: Das Drottningholmsteatern in Stockholm
9. Juli 1768: Karl August wird unter Karl XIII. Kronprinz Schwedens
9. Juli 1790: Die Schlacht bei Svensksund oder bei Ruotsinsalmi
9. Juli 1836: Sophia von Nassau wird Königin Schwedens
9. Juli 1836: Sofia von Nassau wird Königin in Schweden
9. Juli 1865: Johan Henrik Thomander und die Kirchengeschichte Schwedens
9. Juli 1970: Elov Persson und Familie Kronblom
9. Juli 1992: Waldbrand bei Torsburgen auf Gotland

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 3. April 2016

Die schwedische Hushållningssällskapet

Bereits zu Beginn des 18. Jahrhunderts erwachte in Schweden das politische Interesse die schwedische Landwirtschaft zu verbessern, aber auch allgemein das Leben auf dem Land auf ein höheres Niveau zu bringen. Aus diesem Grund wurden mehrere Organisationen ins Leben gerufen, und 1742 befahl König Fredrik I. die Einrichtung entsprechender Ämter in den Regionen. Allerdings waren die Ergebnisse gering und ein Amt nach dem anderen beendete  seine Aktivität. 1769 wurde dann von Gustav III. die Patriotiska Sällskapet gegründet, die das gleiche Ziel hatte und landesweit zu arbeiten begann, aber ebenfalls nach bereits drei Jahren ihre Aktivität wieder aufgab.

Die Wende kam am 3. April 1791, als auf Gotland, ebenfalls auf die Anregung des Königs Gustav III., die Hushållningssällskapet (Gesellschaft für Haushaltung) gegründet wurde. Da die Arbeit auf Gotland sehr erfolgreich war, wurden in den Folgejahren zahlreiche regionale Gesellschaften gegründet, die den ländlichen Gebieten den Fortschritt bringen wollten und erkannt hatten dass eine Stadt ohne das aktive Land nicht existieren kann. Zu Beginn des 19. Jahrhundert war die Hushållssällskapet in nahezu allen Regionen Schwedens vorhanden. Im Jahre 1950 schloss sich dann auch das Kopparsbergs län als letzte Region Schwedens der Organisation an.

Die Hushållssälskapen haben sich bis heute gehalten und nehmen nun eine Zwischenstellung zwischen dem privaten und dem öffentlichen Bereich ein. Die mittlerweile 18 regionalen Gesellschaften arbeiten weiterhin für die Entwicklung und den Ausbau der ländlichen Gegenden und bieten in diesem Rahmen insbesondere Ausbildungen zu allen Fragen zwischen Energieeinsparung, Erlebnistourismus und der Haltung von Haustieren. Der Einfluss der Organisation Hushållssälskap ist indes relativ gering, da wichtige Entscheidungen auf rein politischem Niveau getroffen werden und die Organisation daher in vielen Bereichen nur eine ratgebende Funktion hat.


3. April 1581: Johannes Rudbeckius und die erste Mädchenschule Schwedens
3. April 1756: Der schwedische Hofdichter Carl Gustaf af Leopold
3. April 1780: Abraham Rydberg, vom Großhändler zum Wohltäter
3. April 1823: Erik Johan Stagnelius, der Aussenseiter unter den Dichtern
3. April 1868: Der schwedische Komponist Franz Berwald
3. April 1918: Olof Palme stirbt durch die Kugel eines unbekannten Schützen
3. April 1927: Maria Sandel, die erste Arbeiterschriftstellerin Schwedens
3. April 1945: Schwedischer Pilot über Blekinge abgeschossen
3. April 1952: Albin Hagström und das schwedische Akkordeon 

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 29. Oktober 2015

Die Schauspielerin und Komikerin Babben Larsson

Babben Larsson wurde am 29. Oktober 1956 unter dem Namen Barbro Larsson in Dalhem auf Gotland geboren und erinnert sich an eine wenig aufbauende Erziehung von Seiten ihrer Mutter, was sie dazu zwang sehr jung mit Ausreden sehr ideenreich zu sein. Im Jahre 1980 schloss Babben, wie sie in Schweden allgemein genannt wird, ihre Schauspielausbildung an der Theaterhochschule in Stockholm ab und kehrte nach Gotland zurück, wo sie ab 1983 im Gutekällaren in Visby erfolgreich Kabaretts inszenierte.

Während der 80er Jahre war Babben Larsson extrem aktiv als Schauspielerin, denn neben ihren Kabaretts auf Gotland, gründete sie dort, gemeinsam mit anderen, auch das Bryggeriteatern, arbeitete im Folkteatern in Göteborg und entwickelte sich zur Stand-Up-Komikerin. Schon 1988 war sie in diesem Bereich so bekannt, dass sie Unterricht im Dramatiska Institutet gab und als Komikerin zu zahlreichen Fernsehsendungen eingeladen wurde. Ende der 80er Jahre wurde die Komikerin auch mehrmals nach England und Irland eingeladen, da ihre Art von Humor auch dort den Geschmack des Publikums traf.

Ab 1998 machte Babben Larsson dann eine längere Pause als Stand-Up-Komikerin und begann vor allem Jazz zu singen, arbeitete als Conferencier und trat mit der Komikergruppe R.E.A. auf. Ihr Comeback im Stand-Up kam 2005 mit Gammal är Äldst im Intiman in Stockholm, dem eine längere Tournee durch Schweden folgte. Als Babben dann 2012 mit der Ein-Mann-Show Vad Hände? im Rival in Stockholm auftrat, wurde die Stand-Up-Künstlerin erneut als eine der größten Unterhalterinnen in diesem Bereich gefeiert. Babben gehört seit den 80er Jahren zu jenen Künstlern, die den schwedischen Humor am deutlichsten verbreiten und in diesem Bereich als Referenz gelten
.


29. Oktober 1642: Der Ort Järle bei Nora erhält die Stadtrechte
29. Oktober 1726: Daniel Melanderhjelm, Astronom und Mathematiker
29. Oktober 1908: Lorens Marmstedt, vom Filmkritiker zum Produzenten
29. Oktober 1950: König Gustav V., der älteste König Schwedens
29. Oktober 1971: Der schwedische Nobelpreisträger Arne Tiselius
29. Oktober 1998: Ein Fest in Göteborg wird zum Feuerinfierno
29. Oktober 2012: Cordelia Edvardson und das überlebte Auschwitz

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 1. Juli 2015

Die Hinrichtung von Tidericus auf Gotland

Im Laufe der schwedischen Geschichte wurden nur sehr wenige Personen lebend auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Eine dieser Personen war der deutsche Kaufmann Tidericus, der am 1. Juli 1350 in Visby auf Gotland auf diese Weise sein Leben verlor. Tidericus war nach dem Stadtrat der Handelsstadt dafür verantwortlich, dass die Pest auf Gotland ausbrach, angeblich, weil Tidericus die Brunnen der Insel vergiftet hatte um die Christenheit der Insel auszurotten, eine Aussage, die darauf schließen lässt, dass der Kaufmann einer der ersten Juden war, die auf Gotland Handel betrieben.

Allerdings kamen nicht die Bewohner Gotlands auf die Idee dass Tidericus ein Giftmörder war, sondern das Gerücht war von Deutschland aus nach Visby geraten, denn im Lübeck jener Zeit sprach man davon dass Tidericus bereits in Deutschland auf seinen Reisen zahlreiche Brunnen vergiftet hatte um die Pest dort zu verbreiten. Nach dem Stadtrat Lübecks hatte der Händler das Gift von den Juden Aaron und Moses erhalten, die bestrebt waren das gesamte Christentum auszurotten. In diesem Zusammenhang darf man auch nicht vergessen, dass einflussreiche deutsche Kaufleute seit rund 30 Jahren  Mitglied des Stadtrats in Visby waren und Gotland um diese Zeit vom deutschen Handel abhängig war.

Die Verurteilung und Hinrichtung von Tidericus wird als die erste Judenverfolgung auf schwedischem Raum betrachtet, denn im gleichen Jahr wurden noch neun weitere Personen in Visby wegen der Vergiftung von Brunnen verurteilt und Dokumente belegen, dass mindestens zwei unter den Angeklagten Juden waren, die die Tat, wenn auch unter Folter, zugegeben hatten. Diese beiden Personen hatten zudem erklärt, dass sie bereits Brunnen in Stockholm, Västerås und Arboga vergiftet hatten, also die Pest über Schweden verbreitet hatten. Auch diese beiden Personen wurden zum Tode verurteilt, wobei es jedoch keinerlei Dokumente gibt, die über ihr tatsächliches Schicksal sprechen. Im Gegensatz zu Deutschland, wo bereits 1349 nahezu alle Juden des Landes getötet worden waren, blieb es in Schweden jedoch bei der Hinrichtung oder den Hinrichtungen auf Gotland, dem einzigen Gebiet Schwedens in dem um diese Zeit mit Sicherheit auch einige Juden lebten.


1. Juli 1855: Die erste Briefmarke Schwedens
1. Juli 1885: Der schwedische Flugpionier Hjalmar Nyrop
1. Juli 1891: Sten Selander, vom Poeten zum Naturschützer Schwedens
1. Juli 1971: Arbeitsregelungen für Hausangestellte in Schweden
1. Juli 1984: HMS Halland, der letzte Zerstörer der schwedischen Marine
1. Juli 2000: Über die Öresundbrücke (Öresundsbro) nach Schweden
1. Juli 2009: Das Monopol für Apotheken wird in Schweden abgeschafft

Copyright: Herbert Kårlin

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Samstag, 23. Mai 2015

Der schwedische Künstler Karl Konrad Simonsson

Karl Konrad Simonsson wurde am 23. Mai 1843 als Sohn eines Organisten in Skärkind im Östergötland geboren und studierte zwischen 1867 und 1873 an der Kunstakademie in Stockholm, wobei er sich hierbei vor allem auf Landschaftsmalerei und Zeichnen spezialisierte. Nach Beendigung seines Studiums bereiste er erst das Värmland, das Dalsland, Norwegen und schließlich auch die anderen Regionen Schwedens, immer auf der Suche nach Landschaften, die ihn inspirierten.

Da sich Karl Konrad Simonsson, der am 27. Oktober 1911 in Stockholm starb, sich die größte Zeit seines Lebens nicht von der Kunst ernähren konnte, was auch mit der enormen Konkurrenz an Landschaftsmalern jener Zeit und mangelnden Beziehungen zusammenhängt, unterrichtete der Künstler an Malerei interessierte Jugendliche, die er für die Aufnahmeprüfung an der Kunstakademie vorbereitete. Auch wenn Simonsson an mehreren wichtigen Ausstellungen teilnahm, unter anderem 1891 an einer Sammelausstellung in der Kunsthochschule Valand in Göteborg, gelang ihm der Durchbruch nicht.

Karl Konrad Simonsson, der sehr viele seiner Zeichnungen und Gemälde auf Gotland malte, gehörte den Freiluftmalern an, die zur romantisch-realistischen Form griffen und daher nahezu als bildliche Vorläufer der Fotografie gelten können, konnte sich mit diesem Stil künstlerisch nicht durchsetzen und die Kritiker überzeugen, da Simonsson mehr Technik als eigenen Stil zeigte. Auch wenn die Mehrheit der Gemälde Simonsson überwiegend an den Wänden der gehobenen Bürgerschicht landeten,so fndet man heute einige seiner Werke auch im Nationalmuseum in Stockholm und im Östergötlands Länsmuseum in Linköping.


23. Mai 1654: Nicodemus Tessin der Jüngere und das Stockholmer Schloss
23. Mai 1891: Pär Lagerkvist und ein Leben ohne Gott
23. Mai 1913: Folke Mellvig, der schwedische Krimiautor der 50er Jahre
23. Mai 1929: Die schwedische Schauspielerin Ulla Jacobsson
23. Mai 1936: Der Stockholmer Flughafen Bromma
23. Mai 1944: Lena Nyman und die sündige Filmwelt Schwedens
23. Mai 1951: Tetra Pak, eine schwedische Marke und Erfindung
23. Mai 1962: Die neunjährige schwedische Grundschule

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 4. Mai 2015

Der schwedische Jazzmusiker Lars Gullin

Lars Gullin wurde am 4. Mai 1928 als Sohn eines Bahnwärters in Sanda auf Gotland geboren und erhielt im Alter von nur drei Jahren sein erstes richtiges Musikinstrument, ein Akkordeon. Mit fünf Jahren konnte er auf einer Panflöte und dem Akkordeon bereits improvisieren, wobei er um diese Zeit natürlich, vom Vater angeregt, nur Volksmusik spielte. Bald darauf lernte Gullin auch Klarinette und Saxophon, was wiederum dazu führte, dass er mit 13 Jahren im Musikchor auf Gotland als Musikschüler aufgenommen wurde und dort die Klarinette als Hauptinstrument wählte. Wenige Jahre später begann der Musiker sich dann auch unter den lokalen Musikern Gotlands zu bewegen und nach anderen Musikstilen zu suchen.

Im Jahre 1947 verließ Lars Gullin Gotland mit dem Wunsch Konzertpianist zu werden, ein Traum, der sich allerdings sehr schnell zerschlug, da der Musiker an der Königlichen Musikhochschule in Stockholm nicht aufgenommen wurde. Gullin begann dennoch an der Akademie Piano zu studieren und machte eine Ausbildung zum Klavierlehrer. Um dieses Studium finanzieren zu können, begann er jedoch parallel dazu in Tanzbands und Klubs aufzutreten, unter anderem im Vinterpalatset und später auch im Nalen mit Arne Domnerus und Rolf Ericson. Wie selbstverständlich führte dies 1953 dazu, dass Lars Gullin seine erste eigene Band gründet.

Zum Jazz kam Lars Gullin bereits im Jahre 1947, als er Pianist im Orchester Charles Redlands wurde, auch wenn er erst zwei Jahre später zum Baritonsaxophon kam, das den Musiker weltweit bekannt machen sollte und ihn zu den weltweit besten Jazzmusikern aller Zeiten machte. Die Karriere von Gullin, der 1976 im Alter von nur 48 Jahren starb und während seiner aktiven Jahren auch mit den größten Jazzmusikern Amerikas spielte, war jedoch immer wieder wegen dem Drogenmissbrauch des Künstlers unterbrochen, der dadurch immer wieder lange inaktive Phasen hatte. Dennoch gelang es ihm dem schwedischen Jazz eine eigene Identität zu geben, da er sich bei seinen Stücken stark von der schwedischen klassischen Musik und der Volksmusik beeinflussen ließ.


4. Mai 1436: Magnus Bengtsson wird durch einen Mord bekannt
4. Mai 1436: Engelbrekt Engelbrektsson wird ermordet
4. Mai 1782: Georg Ingelgren und die literarischen Gesellschaften Uppsalas
4. Mai 1959: Inger Nilsson und der Fluch Pippi Langstrumpf zu sein
4. Mai 1991: Carola gewinnt beim Eurovision Song Contest in Rom

Copyright: Herbert Kårlin

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Mittwoch, 8. Oktober 2014

Eine historische Eisenbahnlinie auf Gotland

Am 4. Februar 1972 entschied sich gewissermaßen das Schicksal von Gotlands Järnväg, die zwischen 1878 und 1960 das Bild Gotlands geprägt hatte, denn an diesem Tag wurde der Verein Föreningen Gotlandståget gegründet, der das Ziel hatte den Schienenverkehr auf der Insel wieder aufzunehmen, wenn auch in kleinerem Umfang und nur zu touristischen Zwecken, ein Unternehmen, das sehr viel Zeit, Arbeitskraft und hohe Investitionen benötigte, denn die Schienen mussten neu gelegt werden und die Restauration und der Unterhalt einer Dampflock einer Schmalspurbahn ist ebenfalls sehr aufwendig.

Die ersten Schritte des Vereins waren den früheren Bahnhof Hesselby auf dem zentralen Gotland zu übernehmen, eine Dampflock und einige Wagen zu restaurieren und Gleise für den ersten Kilometer zu legen. Der Enthusiasmus des Vereins machte es dann möglich, dass die erste Eisenbahn bereits zum 100. Jubiläum des Gotlands Järnvägs wieder rollen konnte. Am 8. Oktober 1978 wurden dann der Gotlands Hesselby Jernväg offiziell eingeweiht und ab dem folgenden Jahr konnte man während der Sommermonate kurze historische Reisen anbieten, die die Fahrgäste von der Vergangenheit der Insel träumen ließen.

In den Folgejahren konnte der Verein die Strecke ausbauen, weitere Bahnhöfe restaurieren und dank einer Subvention Europas in Höhe von 4,3 Millionen Kronen kann die Strecke zwischen Hesselby und Roma mit seiner Klosterruine bereits im Sommer 2015 geöffnet werden, eine Strecke von rund sechs Kilometern. Neben dem sommerlichen Eisenbahnverkehr, und zeitweise einem Weihnachtszug, bietet der Verein den Besuchern auch ein  Museum mit zahlreichen Dampf- und Diesellocks sowie zahlreichen historischen Waggons. Die älteste Dampflock des Vereins wurde bereits im Jahre 1878 gebaut, im Jahr, als die erste Eisenbahn auf Gotland in Betrieb genommen wurde.


8. Oktober 1878: Der schwedische Künstler Ivar Arosenius
8. Oktober 1889: Anna Lovisa Öst, bekannt als Lapp-Lisa
8. Oktober 1926: Lars Jansson und die Familie Mumintroll
8. Oktober 1953: Natanael Beskow, ein Dichter moderner Psalmen
8. Oktober 1958: Der Herzschrittmacher, eine schwedische Erfindung
8. Oktober 1958: Åke Senning setzt im Karolinska den ersten Pacemaker ein
8. Oktober 1976: Der schwedische Künstler Arne Jones

Copyright: Herbert Kårlin

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Samstag, 27. Juli 2013

Valdemar Atterdag erobert die Stadt Visby

Kaum ein Tag der schwedischen Geschichte wird von so vielen Mythen, Erzählungen und nachträglichen Aufzeichnungen begleitet wie der 27. Juli 1361, als der dänische König Valdemar Atterdag Visby einnahm ohne die befestigte Stadt überhaupt angreifen zu müssen, da er das Bauernheer Gotlands vorher besiegt hatte, die einzige Verteidigung der Insel, die schlecht bewaffnet war und zudem nichts von Kriegsführung verstand. Die Bewohner Visbys hatten die blutige Schlacht von der Stadtmauer aus gesehen und konnte ihre Stadt nur retten indem sie sich vor einem Angriff als besiegt erklärten und Friedensgespräche einleiteten.

Die Ursache dieses Angriffes war rein wirtschaftlicher Natur, denn als Skåne im Jahre 1360 wieder an Dänemark gefallen war, wollte Valdemar Atterdag natürlich davon auch finanziell profitieren und forderte von den Hansestädten in Schweden für die neuen Privilegien eine beachtliche Summe, was natürlich bedeutete, dass vor allem Visby unter der veränderten Situation leiden sollte, was zum Widerstand auf der Insel führte, ein Widerstand,  der jedoch nur von den Bauern getragen wurde, denn als die dänischen Schiffe am Horizont auftauchten, verschanzten sich die Bürger und Kaufleute hinter den massiven Stadtmauern Visbys.

Leider gibt es über die Kämpfe und die anschließenden Verhandlungen kaum Zeitdokumente, was der Phantasie später alle Wege öffnete. Sicher scheint jedoch, dass die Bewohner Visbys nach Verhandlungen mit Valdemar Atterdag bedeutende Summen bezahlen mussten um ihre Handelsaktivität fortsetzen zu können. Dass es Atterdag nur auf Schätze ankam, kann man den Chroniken jener Zeit entnehmen, denn während seinem Eroberungszug hatte er Klöster, Kirchen und Burgen eingenommen und sämtliche Wertgegenstände mit sich genommen. Eines seiner Schiffe soll mit allen Schätzen bei Rückfahrt bei den Karlsöarna gesunken sein.


27. Juli 1225: Die Visby Sankta Maria Domkyrka, die Kathedrale Visbys 
27. Juli 1939: Pelle Svanslös, die gutgläubigste Katze Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 11. Mai 2013

Der schwedische Mörder Jacob Johan Anckarström

Jacob Johan Anckarström wurde am 11. Mai 1762 geboren und wurde am 27. April 1792 im Alter von 30 Jahren auf dem Galgenberg auf Södermalm in Stockholm hingerichtet, da er den Mord an Gustav III. begangen hatte. Auf Grund der geradezu spektakulären Hinrichtung spricht man noch heute vor allem vom Mord am König und denkt dabei nur wenig daran welche Umstände Anckarström zu diesem Mord brachten und wie seine Familie die große Schande erlebte.

Nachdem Jacob Johan Anckarström im Jahre 1783 seine militärische Laufbahn aufgegeben hatte, betätigte er sich als Großgutsbesitzer und Geldverleiher. Als er 1791 auf Gotland nach interessanten Gütern suchte und deshalb die ganze Insel bereiste, wurde er als russischer Spion festgenommen. Es wurde zwar sehr bald festgestellt, dass diese Anklage nicht haltbar war, aber Anckarström kam dennoch nicht unbescholten davon, denn nun hatte er eine Anklage wegen der Beleidigung des Königs am Hals, da er sich etwas nachlässig über das Rechtssystem ausgesprochen hatte. Sein Hass auf den König ging daher auf diese Erfahrung auf Gotland zurück.

Mit dem Todesurteil hatte Jacob Johan Anckarström allerdings auch die Ehre der gesamten Linie Anckarström zerstört und es war daher nicht mehr möglich unter diesem Namen in der Öffentlichkeit aufzutreten. Die Familie entschloss sich daher den Namen Löwenström anzunehmen und selbst auf dem Wappenschild der Vallentuna Kirche den Namen Anckarström abzukratzen. Als eine Art Wiedergutmachung verkaufte die Familie auch einen grossen Teil des Gutes Lindö und ließ vom Gewinn das Löwenströmska Krankenhaus bauen, was die neue Linie Löwenström als Wohltäter des Landes erscheinen ließ.


11. Mai 1818: Karl XIV. Johan erhält die Krone Schwedens 
11. Mai 1971: Stockholm rettet seine Ulmen im Kungsträdgården

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 23. April 2013

Die schwedische Prinzessin Eugénie

Prinzessin Eugénie, die eigentlich Eugenia hieß, sich aber nie so nannte, starb am 23. April 1889 in Stockholm, nur einen Tag vor ihrem 59. Geburtstag. Prinzessin Eugénie war die Tochter von König Oscar I. sowie der Königin Josefina von Leuchtenberg und führte ein relativ unscheinbares Leben, da sie sich sehr früh auf Gotland zurückzog und auch wegen ihren häufigen Krankheiten nur wenig am höfischen Leben beteiligte. Eugénie bevorzugte es unter dem Pseudonym E****** als Künstlerin und Komponistin zu arbeiten.

Da Prinzessin Eugénie nie heiratete, war sie 1858, als der Reichstag entschied dass alle unverheirateten Frauen auf Antrag für mündig erklärt werden konnten, eine der ersten schwedischen Frauen, die über ihr Leben selbst entscheiden konnten und dadurch ein relativ unabhängiges Leben führen konnte, etwas, das sie bereits als junges Mädchen anstrebte. Sie gehörte daher auch zu den ersten Frauen, die den entsprechenden Antrag stellten.

Prinzessin Eugénie, die eine Freundin der Schriftstellerin Lina Sandell war, war in vielen Hinsichten eine bemerkenswerte Frau, denn sie spendete nicht nur ein Vermögen für wohltätige Zwecke, sondern bildete 1882 den ersten Verein gegen wissenschaftliche Tierquälerei, sie bildete einen Nähverein auf Gotland, gründe das Eugeniahemmet für unheilbare Kinder in Stockholm  und hinterließ mit ihren Bildern ein eindrucksvolles Bild des Lebens am Hofe, da dieses Thema ihr Hauptmotiv war, das uns heute erlaubt einen Einblick in die sonst unbekannte Welt des Königshauses zu gewinnen.


23. April 1942: Das nordische Folkbåt (Volksboot) läuft vom Stapel
23. April 1967: Musik, Vergnügen und Essen in Stockholm

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Freitag, 27. Juli 2012

Die Visby Sankta Maria Domkyrka, die Kathedrale Visbys

Die Visby Sankta Maria Domkyrka, auch als Kathedrale Visby bezeichnet, wurde am 27. Juli 1225 vom Linköpinger Bischof Bengt eingeweiht, wobei der Bau der Kirche bereits im Jahre 1190 begann und das Zeichen einer Uneinigkeit der deutschen Katholiken auf Gotland war. Ohne diese Zwistigkeit, die als „Ryssbråket“ in die Geschichte Gotlands einging und etwas über drei Jahre andauert, wäre dieses imposante Gebäude Gotlands vermutlich nie entstanden.

Die deutschen Kaufleute, die sich fest auf Gotland angesiedelt hatten, verfügten um diese Zeit über die Sankt Pers Kirche und verweigerten den deutschen katholischen Kaufleuten, die nur zu Handelsfahrten nach Gotland kamen, die Teilnahme am Gottesdienst. Aus diesem Grund sammelten diese Gelder bei allen deutschen Handelsfahrzeugen um eine eigene Kirche zu bauen. Die sehr langsam entstehende Kirche, die nach deutschen Vorbild gebaut wurde, wird in Visby bis heute oft noch als „tyskarnas kyrka“ bezeichnet, auch wenn dies zumindest seit 1429 eine falsche Bezeichnung ist.

Als die Visby Sankta Maria Domkyrka 1225 fertig war, war sie keiner festen Kirchengemeinde zugeordnet und hatte zudem zwei Priester, die sie parallel für ihre Messen benutzten. Zum einen handelte es sich dabei um die deutschen Christen, zum anderen um jene Gotlands, die allerdings bis zu Beginn des 15. Jahrhundert weitaus kleiner war als die deutsche Kirchenversammlung. 1429 wurden dann die beiden Kirchengemeinden vereint und vermutlich 1533 mussten die Bewohner Visbys ihre ursprüngliche Kirche Sankt Hans verlassen und die Marienkirche auf Visby wurde zur offiziellen Versammlungskirche der Stadt.


27. Juli 1361: Valdemar Atterdag erobert die Stadt Visby
27. Juli 1939: Pelle Svanslös, die gutgläubigste Katze Schwedens

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Donnerstag, 10. Mai 2012

Gustav Fridolin und die Grünen Schwedens

Am 10. Mai 1983 wurde Gustav Fridolin in Önnestad in Skåne geboren, ein Politiker, der heute, gemeinsam mit Åsa Romson, Sprecher der Grünen Schwedens ist. Der kritische Journalist und Lehrer an der Volkshochschule hat diese Position seit 2011 und begann bereits als Elfjähriger seine Karriere, als er eines der jüngsten Mitglieder der Partei wurde. Seine Motivation kam allerdings durch einer Strafarbeit, die ihn dazu zwang eine Wahldebatte im Fernsehen zu folgen und darüber zu berichten, was ihm bedeutende Denkanstöße bot und ihn direkt zur grünen Politik führte.

Gustav Fridolin beschäftigte sich anschließend so stark mit der grünen Politik Schwedens, dass er bereits ein Jahr später als Sprecher des Parteikongresses in Alingsås auftrat. Sein Engagement blieb am Leben, so dass er dann 1999, im Alter von 16 Jahren, Sprecher des nationalen Jugendbundes der Grünen wurde und Gustav Fridolin mit 19 Jahren der jüngste Politiker des schwedischen Parlaments wurde, denn nie zuvor konnte dort 19-jähriger einziehen. Bei den Wahlen im Jahre 2010 wurde Gustav Fridolin, nachdem er auf eigenen Wunsch eine Periode ausgesetzt hatte, für eine weitere Wahlperiode bestätigt.

Im Gegensatz zu manch anderen führenden Politikern Schwedens hat Gustav Fridolin auch eine solide Ausbildung, denn außer einem dreijährigen Studium orientalischer Sprachen an der Universität Stockholm schloss er in Linköping auch ein Studium als Lehrer für schwedische Volkshochschule ab, einem Beruf, den er ab 2007 mit den Fächern Geschichte und Gesellschaftskunde ausübte. Auf Grund seiner Leistungen und nach der Veröffentlichung mehrere Bücher zur Lage Schwedens wurde Fridolin auch in den Vorstand der Hochschule auf Gotland gewählt. Mit dem Regierungswechsel im Jahre 2014 wurde Fridolin am 3. Oktober 2014 zum Kultusminister ernannt.


10. Mai 1963: Rechtsverkehr in Schweden
10. Mai 2006: Nils Strinning, ein Architekt wird als Designer bekannt 

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Montag, 1. August 2011

Rückwanderer aus der Ukraine kommen in Trelleborg an

Am 1. August 1929 kamen mit der M/S Sassnitz 885 Rückwanderer aus Gammelsvenskby in der Ukraine in Trelleborg an. Seit dem 22. Juli waren die Exilschweden mit dem Roten Kreuz unterwegs, das für den Transport zuständig war. Die meisten der Rückwanderer ließen sich auf Gotland nieder und etwa 70 gingen nach Kanada. 240 unter ihnen fühlten sich in Schweden jedoch als Fremde und kehrten nach einiger Zeit in die Ukraine zurück.

Die sogenannten Svenskbyborna wohnten bis 1781 im schwedischen Dagö, mussten jedoch, als Russland das Gebiet in sein Reich einverleibte, in die Ukraine umziehen, wo sie den Ort Gammelsvenskby gründeten. Dort behielt die Bevölkerung, die überwiegend aus Bauern bestand, die schwedische Sprache und das Brauchtum bei, was den Ort zu einer „schwedischen Insel“ im russischen Reich machte.

Als Russland dann den Grund von Gammelsvenskby kollektivieren wollte, entschieden sich die Bewohner zurück nach Schweden zu gehen. Die Heimreise ermöglichte ihnen eine Geldsammlung in Schweden, wobei der Fond insgesamt eine Million Kronen einbrachte, was für die Reise, die neuen Unterkünfte und den Kauf von landwirtschaftlichen Grund ausreichte. Die Geschichte der Svenskbyborna kann man heute noch im Svenskbygården in Visby auf Gotland verfolgen, wo auch regelmäßig Veranstaltungen zu diesem Thema angeboten werden.

1. August 1557: Olaus Magnus schreibt im Exil schwedische Geschichte
1. August 1593: Die Universität Uppsala wird allgemeine Universität

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Samstag, 30. Juli 2011

Ingmar Bergman macht schwedischen Film zum Exportschlager

Ingmar Bergman, der eigentlich Ernst Ingmar Bergman hieß, starb am 30. Juli 2007 im Alter von 89 Jahren auf der Insel Fårö, einer Insel im Nordosten Gotlands, die allein durch den legendären Filmer Schwedens seine heutige Bekanntheit erreichte. Die Insel mit rund 550 Bewohnern war seit den 60er Jahren die Heimat Bergmans und auf ihr drehte er auch mehrere seiner Filme.

Ingmar Bergman hatte während der Sommermonate eine andere wichtige Figur der schwedischen Geschichte als Nachbar, denn der Ministerpräsident Olof Palme verbrachte dreißig Jahre lang seine Ferien auf Fårö. Ingmar Bergman entdeckte den Charme der Insel während seiner Dreharbeiten von „Såsom i en spegel“ (Wie in einem Spiegel) im Jahre 1961, dem ersten Film, den er auf Fårö drehte.

Seine Faszination zu Fårö drückt sich auch in seinen Filmen „Persona“, „Skammen“ (Schande) und „En passion“ (Passion) aus, die er ebenfalls auf der Insel realisierte. Dort entstanden weiterhin zwei seiner Dokumentarfilmen und Teile seines Meisterwerkes „Scener ur ett äktenskap“ (Szenen einer Ehe).

Ingmar Bergman wurde auf dem Friedhof in Fårö begraben, wo sein Grabstein etwas abseits der anderen Gräber zu finden ist. Nach seinem Tode gründete Gotland auf Fårö die Bergman Stiftung zur Erinnerung an den großen schwedischen Künstler, die sich in den Gebäuden des Filmers befindet. Jedes Jahr veranstaltet die Stiftung eine Bergman-Woche mit Filmen, Vorträgen, Seminaren und Ausflügen zur Erinnerung an Ingmar Bergman.

30. Juli 1796: Nils Nordlander, ein Priester gründet die Stadt Skellefteå
30. Juli 1875: Karl Gustav Ossiannilsson, ein Literat der Widersprüche

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Samstag, 9. Juli 2011

Waldbrand bei Torsburgen auf Gotland

Am 9. Juli 1992 verursachte eine weggeworfene Zigarettenkippe einen der größten Waldbrände in der Geschichte Schwedens. Die ersten Flammen zeigten sich am Morgen des heißen Tages bei Torsburgen auf Gotland, der zweitgrößten vorgeschichtlichen Wallburg Schwedens, die bis zur Epoche der Wikingern zur Verteidigung diente. Die extreme Trockenheit und der Wind sorgten dafür, dass sich die Flammen in wenigen Minuten in alle Richtungen ausdehnten und die Bäume entzündeten.

Bei diesem Brand auf Gotland, der erst am 13. Juli gelöscht werden konnte, verbrannten rund 1000 Hektar Nadelwald. Der Waldbrand verursachte den größten Rettungseinsatz, den Gotland je erlebte. Die Feuerfront von einer Breite bis zu sechs Kilometer, die sich in drei Richtungen ausdehnte, zerstörte alles, was ihr in den Weg kam. Trotz dieser Ausmaße forderte das Feuer keine Menschenopfer. Die Schäden waren jedoch noch Jahre später deutlich zu sehen.

Heute ist das Gebiet um die aus Kalkstein erbaute Wallburg Torsburgen ein Naturschutzgebiet, wobei man vom dortigen Aussichtsturm, der gegenwärtig nicht mehr bestiegen werden darf, einen Blick auf ein Raukfeld hat, ein Gebiet mit Verwitterungsgestein, das typisch für Gotland und Öland ist. In diesem Naturschutzgebiet findet man auch die Strauchkronwicke (Hippocrepis emerus), die in Schweden nur auf Gotland und Öland in der Natur zu finden ist.

9. Juli 1790: Die Schlacht bei Svensksund oder bei Ruotsinsalmi
9. Juli 1836: Sofia von Nassau wird Königin in Schweden

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