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Dienstag, 9. April 2019

Der Arzt Barthold Rudolf Hast

Barthold Rudolf Hast kam am 9. April 1724 als Sohn eines aus Deutschland eingewanderten Landarztes im heute finnischen Vasa zur Welt und begann sich selbst sehr früh für Medizin zu interessieren. Im Jahr 1740 schrieb sich Hast an der Akademie in Åbo (Turku) ein um Medizin zu studieren. Nur vier Jahre später wechselte Hast dann zur Universität Uppsala, wo er bis 1747, unter anderem bei Carl von Linné und Nils Rosén studierte, da er Naturwissenschaft und Medizin verknüpfen wollte. 1747 war Hast dann der erste Arzt aus dem finnischen Teil Schwedens, der in Uppsala in Medizin promovierte.

Als Berthold Rudolf Hast nach Abschluss des Studiums nach Finnland zurückkehrte, wurde er erst als Feldarzt nach Helsingfors (Helsinki) beordert, aber als dann in ganz Schweden Provinzärzte eingesetzt werden sollten und der Vater des jungen Arztes starb, wurde Hast bereits 1849 als Provinzarzt nach Österbotten geschickt und erhielt dort auch drei junge Mediziner, die sich durch praktische Einsätze qualifiziert zum Beruf gemacht hatten. Auch wenn Hast als Provinzarzt im Grunde nur Allgemeinmediziner sein sollte, richtete er 1760 in Vasa eine Apotheke ein und sechs Jahre später auch ein Lazarett. Nach offiziellen Aufzeichnungen impfte der Arzt zwischen 1768 und 1784 auch 15.848 Kinder gegen Pocken, was ihm auch ein bedeutendes Zusatzeinkommen von Seiten der Regierung einbrachte und Österbotten zu einem Vorbild in Impffragen machte.

Berthold Rudolf Hast zeigte sich auch in vielen anderen Bereichen als etwas außergewöhnlicher Arzt, denn bereits 1750 öffnete er ein Heilbad, er betätigte sich als Veterinär, indem er die Epidemien der landwirtschaftlichen Tiere bekämpfte, und er betätigte sich auch als Chirurg, was für einen Landarzt extrem ungewöhnlich war, da diese Aufgabe Spezialisten überlassen wurde. Diese Fähigkeit auch schwere Fälle zu operieren, ging vermutlich auf die Kindheit von Hast zurück, als er seinem Vater bei Operationen assistierte. Berthold Rudolf Hast blieb bis zu seinem Tod am 8. Oktober 1784 Provinzarzt in seiner Heimat und gilt bis heute als einer der bedeutendsten Ärzte Finnlands.


9. April 1557: Mikael Agricola, der Gründer der finnischen Schriftsprache
9. April 1689: Kristina von Schweden, die widerspenstige Königin
9. April 1802: Der finnische Nationaldichter Elias Lönnrot
9. April 1844: Der schwedische Ingenieur Adolf Ahlsell
9. April 1862: Anna Maria Roos, vom Schulbuch zum Drama und zum Kinderbuch
9. April 1903: Die Schauspielerin und Regisseurin Mimi Pollak
9. April 1944: Lars Norén und die schwedischen Außenseiter
9. April 1947: Maria-Pia Boëthius und der schwedischer Feminismus
9. April 1947: Die erstaunliche Karriere von Karin Kock-Lindberg
9. April 1970: Gustaf Tenggren, von Trollen zu Disneys Pinocchio
9. April 2006: Der schwedische Skandalregisseur Vilgot Sjöman 
9. April 2010: Kerstin Thorvall und die sexuelle Revolution Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 29. September 2012

Ein antroposophisches Krankenhaus in Schweden

Am 29. September 1985 wurde in Schweden in Järna, dem schwedischen Zentrum der Anthroposophen, die erste nordische Klinik geöffnet, die ihre Heilmethoden vollkommen nach der anthroposophischen Philosophie auslegt. Mit diesem Schritt war Schweden, nach der Schweiz und Deutschland, das dritte Land das offiziell eine alternative Klinik zuließ, ein Land, das sich sehr kritische gegenüber jeder alternativen Heilmethoden zeigt.

Die Vidarkliniken ist heute sowohl Krankenhaus, als auch Gesundheitszentrale an die man sich wegen jeder Art von Krankheit wenden kann. Die Besucher kommen aus ganz Schweden, auch wenn bis heute nicht alle Regionen des Landes bei anthroposophischen Heilmethoden die Behandlung finanzieren, eine nationale Regelung jedoch nicht möglich ist. Die anthroposophische Gesellschaft Schwedens mit Sitz in Järna verhandeln seit der Öffnung mit allen Regionen des Landes, denn ihr Ziel ist auch in anderen Gegenden Schwedens alternative Behandlungen anbieten zu können.

Bevor jedoch das Krankenhaus in Järna den anderen staatlichen und privaten Kliniken wirklich gleichgestellt wird, bleibt noch ein weiter Weg, denn auch wenn der schwedische Staat Vertrauen in die Diagnosen der Ärzte hat und die Behandlungsmethoden der anthroposophischen Allgemeinmedizin nur teilweise kritisiert, so dient die Klinik auch nach 27 Jahren nur einer akuten Aufnahme und der Rehabilitation, wobei sich die Vidarkliniken in diesem Rahmen auf die Rehabilitation von Brustkrebspatienten spezialisiert hat.


29. September 1306: Birger Magnusson und das Håtunaleken
29. September 1560: Gustav Vasa, der berühmteste König Schweden
29. September 1866: Per Hallström, der Schriftsteller der nordischen Schwermut

Copyright: Herbert Kårlin