Sonntag, 9. April 2017

Mikael Agricola, der Gründer der finnischen Schriftsprache

Als der Bischof und Reformator Mikael Agricola am 9. April 1557 im Alter von 50 Jahren auf der Heimreise von den Friedensverhandlungen mit Ivan IV. verstarb, ging er nicht nur in die schwedische Geschichte ein, sondern auch in die finnische, da er als der Gründer der finnischen Schriftsprache gesehen wird. Agricola hatte sich, im damaligen schwedischen Reich, nämlich für die finnische Sprache eingesetzt, obwohl er selbst ursprünglich schwedisch sprach. Bis heute konnte man nicht erfahren auf welche Weise er damals die Sprache des dortigen Volkes lernte, sicher ist jedoch, dass er die Grundregeln für das Finnische festlegte.

Mikael Agricola war der Sohn eines Landwirts, der, katholisch erzogen wurde, sehr bald jedoch zum protestantischen Glauben fand und 1529 Sekretär des Bischofs Martin Skytte in Åbo (Turku) wurde. Nach einigen Jahren begann Agricola dann ein Theologiestudium, unter anderem unter Martin Luther, in Wittenberg. Nach Erhalt des Magisters kehrte der Theologe nach Åbo zurück und wurde dort zum Rektor der Kathedralschule ernannt. 1548 wurde Agricola dann der Assistent des Bischofs Martin Skytte und, als dieser zwei Jahre später starb, wurde er zum ersten protestantischen Bischof auf finnischem Raum ernannt.

Vermutlich um die ländliche Bevölkerung der schwedischen Provinz Finnland zu erreichen, lernte Agricola spätestens um diese Zeit die finnische Sprache und veröffentlichte bald darauf die ersten gedruckten Bücher in finnischer Sprache. Da sein erstes Buch ein Lesebuch für Grundschüler war, das in ganz Finnland benutzt wurde, gefolgt von christlichen Werken und Gebeten, entstand damit eine Norm der finnischen Sprache. Bereits 1544 veröffentlichte Mikael Agricola ein umfassendes Gebetsbuch, 1548 übersetzte er das Neue Testament, und 1551 veröffentlichte er ein Psalmbuch. Auch wenn Agricola bei den grammatischen Strukturen auf die schwedische Sprache baute, so gelang es ihm dadurch dennoch in nur wenigen Jahren, neben Latein, Schwedisch und Deutsch die Grundlagen für die Sprache des dortigen Volkes zu schaffen und damit eine breite Schicht der Bevölkerung zu erreichen.


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Copyright: Herbert Kårlin

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