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Sonntag, 1. Februar 2015

Anders Chydenius, Nationalökonom mit neuen Ideen

Als Anders Chydenius am 1. Februar 1803 starb mussten seine politischen Schriften noch 75 Jahre lang auf die Veröffentlichung warten, da viele seiner Ideen seiner Zeit so weit voraus waren, dass der Priester, Politiker und Nationalökonom mehr eine Vision der heutigen Zeit hatte und daher im 18. Jahrhundert eher als gefährlicher Revolutionär gesehen wurde als ein Erneuerer der Wirtschaftspolitik und des wirtschaftlichen Denkens. Aber Chydenius war in seinem Amt als Priester dem Volk näher als dem akademischen Schweden, das die Bürger nur als notwendiges Übel sah und ihm die Fähigkeit des logischen Denkens absprach.

Anders Chydenius war am 26. Februar 1729 im heute finnischen Sotkamo als Sohn eines Kaplans zur Welt gekommen. Nach seiner Hochschulreife studierte er erst an der Akademie in Åbo (Turku) und anschließend an der Universität Uppsala Philosophie, ein Studium, das er 1754 mit einem Magister abschloss. Da Chydenius bereits ein Jahr vorher auch zum Priester geweiht worden war und er den Spuren seines Vaters folgen wollte, begann er nach Abschluss des Studiums als Kaplan in Nedervetil (heute Alaveteli) und wurde 1770 zum Priester in Gamlakarleby (Kokkola) in Österbotten ernannt, eine Aufgabe, die erst mit seinem Tod im Alter von 73 Jahren endete.

Wie sehr viele Priester seiner Zeit, widmete sich Anders Chydenius in seiner Freizeit mit Naturwissenschaften und, was etwas weniger üblich war, mit Nationalökonomie. Noch als Kaplan hatte er sich ein Labor eingerichtet in dem er Arzneimittel herstellte und sogar Operationen unternahm. Als Priester in Karleby ging Chydenius dann mehr und mehr dazu über die Nationalökonomie zu beleuchten. Bereits mit seinem ersten Werk erregte er Aufsehen, da er an der staatlichen Wirtschaftssteuerung zweifelte und Nachteile in diesem System beleuchtete. Da der Priester zudem für die Pressefreiheit, feste Arbeitslöhne und den Ausbau des Landhandels war, galt Chydenius bald als Gefahr und durfte selbst im Reichstag, in den ihn seine Region mehrmals wählte, mehrmals nicht teilnehmen. Seine fortschrittlichen Theorien verhinderten auch jeden beruflichen Aufstieg.


1. Februar 1455: Johan II. von Schweden (König Hans), König für vier Jahre
1. Februar 1537: König Johan III., der Bauherr Schwedens 
1. Februar 1801: Der schwedische Komponist Adolf Fredrik Lindblad
1. Februar 1895: IFK Göteborg, eine Alternative für die Arbeiterschicht 
1. Februar 1947: Clark Oderth Olofsson und ein halbes Leben im Gefängnis 
1. Februar 1950: Harry Blomberg und die religiöse Literatur des 20. Jahrhunderts 
1. Februar 1986: Alva Myrdal, ein Leben für die Schulreform und den Frieden

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 26. Februar 2014

Anders Chydenius, ein Kämpfer für die Freiheit

Anders Chydenius wurde am 26. Februar 1729 in Sotkamo, im heutigen Finnland, geboren und studierte an der Universität Uppsala Philosophie, wobei er noch ein Jahr vor seinem Magister im Jahre 1754 zum Priester geweiht worden war. Auch wenn Chydenius erst in Nedervetil (Alaveteli) und ab 1770 in Gamlakarleby als Priester arbeitete, so gingen seine Interessen und seine Ambition weit über die Ausübung seines Berufes hinaus.

In seiner Zeit als Kaplan in Nedervetil hatte er in seinem Haus ein regelrechtes Labor eingerichtet in dem er vor allem medizinische Studien durchführte und im Ort auch bald die Rolle eines Arztes, eines Apothekers und eines Chirurgen gleichzeitig einnahm. Parallel dazu machte er sich mit den neuesten Theorien der Nationalökonomie vertraut, was bei seiner Zeit als Priester in Gamlakarleby später weitreichende Folgen haben sollte, da er dort auf Grund seiner Ideen und Kenntnisse als Vertreter der geistlichen Welt der Region ins Parlament gewählt wurde.

Da Anders Chydenius seiner Zeit weit voraus war, muss man ihn heute nahezu als Revolutionär betrachten, der die Lage Schwedens nicht mit den Augen Stockholms sah, sondern Schweden als Gesamtheit betrachtete. Bereits in seinem Werk Källan til rikets vanmagt hatte Chydenius die vom Staat gesteuerte Wirtschaftspolitik verworfen und forderte einen freien Handel. Im gleichen Sinne und mit dem gleichen Ziel setzte sich der Priester und Wissenschaftler auch für die Pressefreiheit, die Freiheit des Wortes und die Religionsfreiheit ein, was ihm unter dem schwedischen Adel sehr bedeutende Feinde schuf und ihm auch bisweilen die Grenzen der Freiheit zeigte, denn während zwei Epochen wurde er als gewählter Repräsentant seiner Region nicht zu Parlamentssitzungen zugelassen. Leider konnte Chydenius nur einen Teil seiner Ideen auch in die Tat umgesetzt sehen.



26. Februar 1416: Christoph von Bayern wird König in Schweden
26. Februar 1577: König Erik XIV, der Nachfolger von Gustav Vasa 
26. Februar 1658: Der Frieden von Roskilde und das heutige Schweden 
26. Februar 1739: Göran Josuæ Adelcrantz und der Fall eines Hofarchitekten 
26. Februar 1814: Johan Tobias Sergel, Ritter des Vasaorden 
26. Februar 1889: Wilhelm Erik Svedelius, der erste Staatswissenschaftler Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin