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Montag, 4. März 2019

Magnus Brahe, der erste Präsident des Oberlandesgerichts

Magnus Brahe kam am 25. September 1564 auf Tynnelsö zur Welt und wurde ausschließlich zu Hause durch Privatlehrer unterrichtet. Seine Kenntnisse über andere Länder und ausländische Politik gewann Brahe vor allem durch seine zahlreichen Auslandsreisen, die er teilweise auch als Kammerherr des Königs Sigismund I. unternahm. Als sich das Verhältnis zwischen Sigismund und Herzog Karl verschlechterte, schlug sich Brahe, nach einigem Zögern, auf die Seiten von Herzog Karl, was wiederum dazu führte, dass er von beiden Seiten als Verhandlungspartner akzeptiert wurde, aber auch dazu, dass Brahe das Schloss Visingsborg erhielt.

Magnus Brahe gehörte nach seinem Verhandlungsgeschick, zum engsten Kreis um König Karl IX., so dass Brahe an allen wichtigen Ereignissen des Königshauses teilnahm und sich einen hohen Status schaffen konnte. Von Vorteil war dabei, dass sowohl Karl IX. als auch Brahe den Adelsstand als die wichtigste Gruppe im Reichstag betrachteten, gleichzeitig aber mehr zu individuellen Entscheidungen neigten. Die einzige etwas negative Entscheidung für Brahe war, dass ihn der König auch zum Regierungspräsidenten des Småland machte, also jenem Teil Schwedens, der sich am meisten gegen Dänemark verteidigen musste.

Gerade das Småland sollte für Magnus Brahe einige Probleme mit sich bringen, denn der folgende König, Gustav II. Adolf, beauftragte Brahe damit das Småland gegen die geplanten Angriffe des dänischen Befehlshabers Gert Rantzaus zu verteidigen, und dies mit Hilfe des gewöhnlichen Volkes. Auch wenn Brahe das Vordringen nur teilweise verhindern konnte, beauftragte ihn Gustav II. Adolf später auch Stockholm zu verteidigen und er machte Brahe zum obersten Richter des Oberlandgerichtes, eine der bedeutendsten Entscheidungen in der schwedischen Geschichte, denn Brahe schuf damit ein unabhängiges Rechtssystem, das Staat und Bürger respektierte. Magnus Brahe starb am 4. März 1633 als wohlhabender Mann auf seinem Gut.


4. März 1574: Stadthalter und Reichsrat Carl Carlsson Gyllenhielm
4. März 1799: Der schwedische Kanzleipräsident Ulrik Scheffer 
4. März 1824: Der schwedische Philosoph Carl Yngve Sahlin
4. März 1828: Erik Sjöberg und der Kampf gegen die literarischen Schulen
4. März 1882: Die sozialdemokratische Bewegung in Schweden
4. März 1882: Der schwedische Künstler Gunnar Widholm
4. März 1923: Margit Nordin und der Wasalauf (Vasaloppet) 
4. März 1931: Die schwedische Jazzsängerin Sonya Hedenbratt
4. März 1948: Elsa Brändström, der „Sibirische Engel“ aus Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 5. April 2018

Der Politiker Nils Månsson i Skumparp

Nils Månsson in Skumparp kam am 5. April 1776 als Sohn eines Landwirts in Starrarp zur Welt und besuchte wenige Jahre die dortige Dorfschule bevor er als Knecht und Dienstbote zu arbeiten begann. Månsson hatte das Glück bei einem Schöffen und späteren Politiker beschäftigt zu werden, der ihm erst einmal das Lesen schwierigerer Texte beibrachte und bei dem er auch die Arbeit eines Reichstagsmitglieds kennen lernte. Im Jahr 1804 heiratete Månsson eine Magd und kaufte ein kleineres Haus in Frenninge, wo sich das Paar dann auch niederließ und im Laufe der Jahre acht Kinder bekam.

Die politische Karriere von Nils Månsson i Skumparp begann mit dem plötzlichen Tod des Kronprinzen Karl August, denn aus diesem Grund wurde 1810 der Reichstag einberufen und Månsson wurde in den Gebieten Frosta und Färs als Repräsentant des Bauernstandes mit der Mehrheit der Stimmen in den Reichstag gewählt, was damit zusammenhing, dass Månsson weitaus mehr Bildung hatte als die anderen Kandidaten. Månsson reiste daher zum Reichstag nach Örebro und gehörte zu jenen, die mit der Wahl von Karl XIV. Johan das Geschlecht Bernadotte auf den Thron brachten. In Örebro lernte Månsson auch Anders Danielsson kennen, der um diese Zeit einer der wichtigsten Reichstagspolitiker des Bauernstandes war und der ihn dann bei seinem politischen Aufstieg unterstützte.

Als Reichstagspolitiker machte Nils Månsson i Skumparp zweimal deutlich von sich zu sprechen, zum einen durch seine Rede im Reichstag zur Abschaffung der Pressezensur, die der neue König eingeführt hatte, da er mit dem Vergleich, dass Gott das Licht geschaffen habe um die Menschen zu erleuchten, nicht um sie in der Dunkelheit zu lassen, den konservativen Bauernstand zum Widerstand gegen die Zensur führen konnte, zum anderen durch seine Schulpolitik, die auch mit einem starken persönlichen Einsatz verbunden war. Für Nils Månsson, der am 25. Juni 1837 starb, musste die Schulbildung auf dem Land gefördert werden. Auch wenn es dem Politiker nicht gelang eine allgemeine Schulpflicht einzuführen, und auch die Zensur nicht abschaffen konnte, so gelang es ihm in seinem Wahlkreis eine Volksschule zu gründen und die Basis der Pressefreiheit zu schaffen.


5. April 1501: Kort Rogge, Bischof in Strängnäs
5. April 1697: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden
5. April 1719: Axel von Fersen der Ältere in der Opposition
5. April 1786: Die Svenska Akademien, Verteidiger der schwedischen Sprache
5. April 1842: Der Archäologe und Reichsantiquar Hans Hildebrand
5. April 1950: Die Karriere der schwedischen Sängerin Agnetha Fältskog
5. April 1954: Die schwedische Sängerin Anna-Lotta Larsson
5. April 1962: Sara Danius, ständige Sekretärin der Svenska Akademien 
5. April 2001: Die schwedische Jazzsängerin Sonya Hedenbratt
5. April 2007: Maria Gripe und das realistische Kinderbuch Schwedens
5. April 2007: Maria Gripe, Kinderbücher ohne Gewalt

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 1. Februar 2015

Anders Chydenius, Nationalökonom mit neuen Ideen

Als Anders Chydenius am 1. Februar 1803 starb mussten seine politischen Schriften noch 75 Jahre lang auf die Veröffentlichung warten, da viele seiner Ideen seiner Zeit so weit voraus waren, dass der Priester, Politiker und Nationalökonom mehr eine Vision der heutigen Zeit hatte und daher im 18. Jahrhundert eher als gefährlicher Revolutionär gesehen wurde als ein Erneuerer der Wirtschaftspolitik und des wirtschaftlichen Denkens. Aber Chydenius war in seinem Amt als Priester dem Volk näher als dem akademischen Schweden, das die Bürger nur als notwendiges Übel sah und ihm die Fähigkeit des logischen Denkens absprach.

Anders Chydenius war am 26. Februar 1729 im heute finnischen Sotkamo als Sohn eines Kaplans zur Welt gekommen. Nach seiner Hochschulreife studierte er erst an der Akademie in Åbo (Turku) und anschließend an der Universität Uppsala Philosophie, ein Studium, das er 1754 mit einem Magister abschloss. Da Chydenius bereits ein Jahr vorher auch zum Priester geweiht worden war und er den Spuren seines Vaters folgen wollte, begann er nach Abschluss des Studiums als Kaplan in Nedervetil (heute Alaveteli) und wurde 1770 zum Priester in Gamlakarleby (Kokkola) in Österbotten ernannt, eine Aufgabe, die erst mit seinem Tod im Alter von 73 Jahren endete.

Wie sehr viele Priester seiner Zeit, widmete sich Anders Chydenius in seiner Freizeit mit Naturwissenschaften und, was etwas weniger üblich war, mit Nationalökonomie. Noch als Kaplan hatte er sich ein Labor eingerichtet in dem er Arzneimittel herstellte und sogar Operationen unternahm. Als Priester in Karleby ging Chydenius dann mehr und mehr dazu über die Nationalökonomie zu beleuchten. Bereits mit seinem ersten Werk erregte er Aufsehen, da er an der staatlichen Wirtschaftssteuerung zweifelte und Nachteile in diesem System beleuchtete. Da der Priester zudem für die Pressefreiheit, feste Arbeitslöhne und den Ausbau des Landhandels war, galt Chydenius bald als Gefahr und durfte selbst im Reichstag, in den ihn seine Region mehrmals wählte, mehrmals nicht teilnehmen. Seine fortschrittlichen Theorien verhinderten auch jeden beruflichen Aufstieg.


1. Februar 1455: Johan II. von Schweden (König Hans), König für vier Jahre
1. Februar 1537: König Johan III., der Bauherr Schwedens 
1. Februar 1801: Der schwedische Komponist Adolf Fredrik Lindblad
1. Februar 1895: IFK Göteborg, eine Alternative für die Arbeiterschicht 
1. Februar 1947: Clark Oderth Olofsson und ein halbes Leben im Gefängnis 
1. Februar 1950: Harry Blomberg und die religiöse Literatur des 20. Jahrhunderts 
1. Februar 1986: Alva Myrdal, ein Leben für die Schulreform und den Frieden

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 13. Januar 2015

Die geschlechtliche Erbfolge der schwedischen Könige

Bis zum Reichstag in Västerås im Jahre 1544 wurden die schwedischen Könige grundsätzlich gewählt, auch wenn verschiedene Monarchen durch unterschiedliche Methoden versuchten die Erbfolge so zu regeln dass einer ihrer Söhne an die Macht kam. Sowohl Karl Knutsson als auch König Hans scheiterten mit ihren Versuchen und erst Kristian II. hatte, 24 Jahre vor dem Reichstag in Västerås, einen gewissen Erfolg, der jedoch nur so lange gelten sollte bis ein König per Aufstand das Reich übernimmt.

Gustav Vasa, dem die Erbmonarchie extrem wichtig war, berief daher, auf dem Höhepunkt seiner Macht, im Jahre 1544 den Reichstag in Västerås ein bei dem einer der wichtigsten Punkte die Einführung der Erbmonarchie war. Am 13. Januar 1544 kam es in diesem Punkt zu einer Einigung, der sogenannten Västerås arvförening, einer Gesetzesänderung nach der in aller Zukunft jeweils der älteste Sohn eines Königs die Königswürde erben sollte. Erst wenn keinerlei Erben aus der Linie Vasa mehr vorhanden sein sollten, konnte nach der neuen Bestimmung ein König gewählt werden.

Auch wenn das Geschlecht Vasa bis zum 6. Juni 1654 regieren sollte und erst durch das Abdanken von Königin Kristina endete, so entsprach weder der Beginn der Erbmonarchie unter Gustav Vasa, noch das Ende der Linie Vasa, den Ideen des Königs, denn während die letzte Thronerbin eine Frau war, so wurde auch der älteste Sohn Gustav Vasas nur vorübergehend König, da die Stände entschieden dass der älteste Sohn Erik XIV. durch seine Ehe mit der bürgerlichen Karin Månsdotter, nach acht Jahren an der Macht, die Erbrechte verloren habe. An seiner Stelle wurde dadurch der zweite Sohn Vasas, Johan III., zum König erklärt. Um bürgerliche Ehen eines Königs auch in Zukunft zu unterbinden, entschied der Reichstag im Jahre 1582 dass jeder König die Krone bei einer bürgerlichen Ehe verliere. Erst unter der heutigen französischen Linie Bernadotte wurden diese Bestimmungen wieder geändert.


13. Januar: Knut, ein klassischer nordischer Vorname 
13. Januar: Mit Knut endet in Schweden Weihnachten 
13. Januar 1435: Das Treffen von Arboga, der erste Reichstag Schwedens 
13. Januar 1746: König Gustav III. will die Macht nicht teilen 
13. Januar 1849: Alfhild Agrell und die Situation der Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts 
13. Januar 2003: Der Rapport zu den Göteborger Krawallen wird veröffentlicht

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 11. Januar 2015

Der schwedische Architekt Aron Johansson

Aron Johansson kam am 11. Januar 1860 als Sohn eines landwirtschaftlichen Pächters zur Welt und hatte das Glück dass der regionale Regierungspräsident J. A. Tornérhielm sehr früh die künstlerische Neigung Johanssons entdeckte und daher für eine gediegene Schulbildung des Jungen sorgte, die diesem anschließend ein Kunststudium ermöglichte. Da die Eltern Johanssons 1877 nach Amerika auswanderten, war der zukünftige Architekt sehr früh auf sich selbst gestellt und auf die finanzielle Hilfe anderer angewiesen.

Als Tornérhielm starb, übernahm vor allem der Gönner James Dickson aus Göteborg die Ausgaben für die Bildung von Aron Johansson, schickte ihn 1876 an die Schule für Kunsthandwerk Chalmers und finanzierte ihm fünf Jahre später auch die Ausbildung an der Kunstakademie in Stockholm, die Johansson mit großem Erfolg beendete. Bevor Johansson dann mit dem Bau des Reichstagsgebäudes endgültig den Durchbruch hatte, unternahm er noch Studienreisen nach Deutschland, Frankreich und Spanien um sich mit der dortigen Baukunst vertraut zu machen.

Die große Chance kam für Aron Johansson als ihn Helgo Zettervall als Assistenten für den Bau des Reichstagsgebäudes in Stockholm anstellte, dann jedoch auf Grund der auftauchenden Probleme auf den Bau verzichtete und Johansson mit der Verwirklichung des Mammutprojektes beauftragt wurde. In den Folgejahren wurde Johansson dann mit zahlreichen Monumentalgebäuden, unter anderem dem Bau von Bankhäusern, betraut, da es ihm gelang die Nationalromantik mit der neoklassischen Architektur zu verbinden, einer der Gründe, warum man in mehreren seiner bedeutendsten Gebäude auch Elemente aus der Renaissance und dem Barock entdecken kann.


Aron Johansson starb am 2. April 1936 im Alter von 76 Jahren und lebt in zahlreichen Gebäuden Schwedens weiter. Am Reichstagsgebäude in Stockholm findet man auch sein Profil in Stein.

11. Januar 1436: Erich von Pommern im Kampf gegen die Hanse 
11. Januar 1732: Peter Forsskål, ein Vorreiter des schwedischen Liberalismus
11. Januar 1877: Oskar Andersson, der erste Comiczeichner Schwedens 
11. Januar 1905: Das Reichstagsgebäude in Stockholm wird eingeweiht 
11. Januar 1936: Deutsche Nazigruppe wird aus Schweden ausgewiesen 
11. Januar 1985: Henry Olsson und die wissenschaftliche Literaturgeschichte

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 27. November 2014

Der schwedische Ministerpräsident Felix Hamrin

Als Felix Hamrin am 27. November 1937 im Alter von 62 Jahren in Jönköping starb, ging der Politiker mit einem negativen Rekord in die Geschichte Schwedens ein, denn er war, und blieb bis heute, der Ministerpräsident, der mit 50 Tagen am kürzesten im Amt war, was sich jedoch zum einen durch Neuwahlen erklärt, andererseits aber auch dadurch, dass er noch kurz vor den Wahlen seinen Vorgänger Carl Gustaf Ekman ersetzte, der wegen der Kreugeraffäre zurückgetreten war.

Felix Hamrin war am 14 Januar 1875 in Mönsterås zur Welt gekommen und widmete sich, wie sei Vater, der dort als Lederhändler tätig war, nach seinem Studium an der Handelshochschule in Göteborg erst mit dem Handel und gründete das Großhandelsunternehmen Felix Hamrin & Co. Durch seine Bedeutung in Jönköping war es dann jedoch auch logisch, dass sich Hamrin politisch betätigte und schon 1912 wurde er als liberaler Vertreter seiner Region in den Reichstag gewählt, ein Amt, das der Politiker insgesamt 21 Jahre lang wahrnahm.

Als Ministerpräsident sollte Felix Hamrin vor allem die ökonomische Krise bekämpfen und die Folgen des Kreugerkrachs so weit wie möglich abmindern, was jedoch in der kurzen Zeit nicht möglich war und ein Problem wurde das der liberalen Gemeinschaftspartei bei den Wahlen im Jahre 1932 auch enorme Verluste einbrachte. Nach den Wahlen wurde Hamrin zum Vorsitzenden der Partei gewählt, konnte diese jedoch nur noch abwickeln und im Januar 1935 auflösen. Bereits 1934 war Hamrin jedoch unter jenen, die durch ein Fusion mehrerer liberaler Parteien die Volkspartei (Folkpartiet) schufen, deren Vorsitzender er unmittelbar wurde. Hamrin gilt daher als der erste Vorsitzende der heute noch existierenden Volkspartei.


27. November 1640: Freiherr Gabriel Gustafsson Oxenstierna
27. November 1701: Anders Celsius und die Celsius-Skala

27. November 1854: Louis De Geer, ein entscheidungsunwilliger Ministerpräsident
27. November 1907: Astrid, die Entwicklung eines altnordischen Namens
27. November 1949: Åsa-Nisse, der Kino-Erfolg Schwedens
27. November 1984: Die schwedische Sängerin Sanna Nielsen

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 13. April 2014

Der letzte Reichstag in Örebro

Bereits unter Gustav Vasa wurden die Reichstage in Örebro abgehalten, wobei der König 1540 auch im dortigen Schloss über die Erbmonarchie Schwedens entschied. Ab dieser Zeit spielte Örebro eine sehr wichtige Rolle in der schwedischen Politik. Im Grunde sollte dann jedoch 1810 mit der Wahl eines Thronfolgers der letzte Reichstag in Örebro abgehalten werden und anschließend ganz nach Stockholm verlegt werden, das sich immer mehr als die wichtigste und größte Stadt Schwedens profilierte.

Allerdings sollte auch der kommende Reichstag ab dem 13. April 1812 nochmals nach Örebro verlegt werden, denn Karl XIII. war sich nicht sicher, ob in Stockholm die nötige Sicherheit für die Teilnehmer garantiert werden konnte. Der Anlass für diesen Reichstag war der zu erwartende Krieg zwischen Frankreich und Russland, der auch eine Bedrohung für Schweden darstellte. Das Hauptziel der Verhandlungen war daher die militärische Macht des Landes zu stärken, was letztendlich auch dazu führte, dass eine allgemeine Wehrpflicht für alle Männer zwischen 20 und 25 Jahren eingeführt wurde.

In Zusammenhang mit dem bevorstehenden Krieg kam es allerdings auch noch zu anderen wichtigen Entscheidungen während des Reichstags, denn im Falle eines Krieges sollte die Regierung durch Steuererhöhungen sechs Millionen Reichstaler für die Verteidigung des Landes erhalten und die erst 1809 gelockerte Pressefreiheit Schwedens wurde nun stark eingeschränkt, eine Beschränkung, die anschließend bis 1949 in nahezu unveränderter Form gültig blieb. Gleichzeitig kam es während dieses Reichstags zum Frieden von Örebro, einem Friedensvertrag zwischen Schweden und Großbritannien.


13. April 1714: Großbrand in Västerås
13. April 1872: Der samische Künstler Nils Nilsson Skum
13. April 1876: Are Waerland, ein schwedischer Gesundheitsapostel
13. April 1930: Die schwedische Textilkünstlerin Agnes Branting

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 11. Januar 2014

Das Reichstagsgebäude in Stockholm wird eingeweiht

Bereits 1872 war das alte Reichstagsgebäude in Stockholm in den Augen der schwedischen Regierung zu klein geworden und wurde auch als zu einfach betrachtet, da man der Meinung war, das ein solches Gebäude auch ein Symbol Schwedens sein musste. Das Problem war jedoch, dass man das neue Gebäude auf der Insel Helgeandsholmen bauen wollte, ein sehr umstrittener Ort, denn zum einen wollten viele diesen Platz als Park erhalten, zum anderen war es für viele undenkbar so nahe am königlichen Schloss einen konkurrierenden Prachtbau zu bauen.


Erst 1888 hatte man sich dann dennoch dazu entschieden das neue Reichstagsgebäude, in dem auch die Reichsbank Platz finden sollte, tatsächlich auf Helgeansholmen zu bauen. Und schon tauchte ein neues Problem auf, denn der Bauplan des Architekten Valfrid Karlson, der die Ausschreibung gewonnen hatte, wurde bald als unrealistisch verworfen und Helgo Zettervall, der dann mit dem Bau beauftragt wurde, lehnte den Auftrag letztendlich ab, weil er es als inakzeptable fand, dass die Fassade sechs Meter näher an der Norrbron liegen sollte als auf seinem Plan. Dieser Tatsache verdanke es schließlich der junge Architekt Aron Johansson das Prestigeprojekt anvertraut zu bekommen.

Der Bau des Reichstagsgebäudes verursachte jedoch zahlreiche Schwierigkeiten, denn es mussten 37.000 Kubikmeter Schlamm abgetragen werden und zur Stütze des Baus benötigte man 9000 starke Eichenpfähle. Auf Grund dieses Aufwands gingen die kalkulierten Preise bedeutend nach oben. Als dann auch noch die in der Nähe liegende Oper und der Strandvägen gebaut wurden, verlangsamten sich, mangels Arbeitskräften, die Arbeiten und die Kosten stiegen weiterhin an. Obwohl der Grundstein für das Reichstagsgebäude bereits am 13. Mai 1897 von Oscar II. gelegt worden war, konnte dieser Stockholmer Prachtbau erst am 11. Januar 1905 eingeweiht werden.


11. Januar 1436: Erich von Pommern wird zum zweiten Mal als König abgesetzt
11. Januar 1732: Peter Forsskål, ein Vorreiter des schwedischen Liberalismus
11. Januar 1860: Der schwedische Architekt Aron Johansson
11. Januar 1877: Oskar Andersson, der erste Comiczeichner Schwedens 
11. Januar 1936: Deutsche Nazigruppe wird aus Schweden ausgewiesen 
11. Januar 1985: Henry Olsson und die wissenschaftliche Literaturgeschichte
11. Januar 2015: Die schwedische Schauspielerin Anita Ekberg stirbt in Rom 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 18. August 2013

Die Bernadottes übernehmen die Macht in Schweden

Als am 30. Juli 1810 der Reichstag in Örebro eröffnet wurde, so stand im Grunde nur ein einziger Punkt auf dem Programm, nämlich die Wahl eines neuen Königs, denn der offizielle Thronfolger, Kronprinz Karl August, war mit 41 Jahren nach einem Schlaganfall gestorben und ein anderer Nachfolger für Karl XIII. war im Grunde nicht vorgesehen, auch wenn sich Fredrik Kristian, Prinz Gustaf und der dänische König Fredrik VI., aus sehr verschiedenen Gründen, um den schwedischen Thron bemühten.

Als Favorit für den den schwedischen Thron galt im Grunde der dänische König, der damit auch ein vereintes Skandinavien schaffen wollte. Womit jedoch weder der König noch die damalige Regierung rechnete, war die Tatsache, dass sich Leutnant Carl Otto Mörner ohne offiziellen Auftrag nach Frankreich begeben hatte, nicht nur um Fürsten Pontecorvo, nämlich Jean Baptiste Bernadotte, zu bitten sich um die Krone Schwedens zu bewerben, sondern auch um mit Napoleon zu verhandeln und dessen Unterstützung zu erhalten.

Am 11. August 1810 wurde dann in Örebro Jean Baptiste Bernadotte als möglicher Thronfolger präsentiert, allerdings wurde gleichzeitig sehr deutlich auf die ökonomischen und politischen Vorteile aufmerksam gemacht, die diese Wahl für Schweden mit sich bringen würde. Als daher am 18. August 1810 ein geheimer Ausschuss zur Wahl schritt, war es nicht verwunderlich, dass sich zehn der zwölf Mitglieder für Jean Baptiste Bernadotte als Thronfolger aussprachen, der dann bereits am 21. August des gleichen Jahres zum Kronprinz ernannt wurde. Seit Jean Baptiste Bernadotte als Karl XIV. Johan an die Macht kam, regiert in Schweden die Linie Bernadotte.


18. August 1812: Der letzte Reichstag in Örebro 
18. August 1951: Kaffeerationierung in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 18. August 2012

Der letzte Reichstag in Örebro

Auch wenn man heute grundsätzlich davon ausgeht, dass alle politischen Entscheidungen Schwedens in Stockholm gefällt werden, so war Stockholm in der Geschichte bei weitem nicht immer das politische Machtzentrum des Landes. Allerdings muss man bis zum 18. August 1812 zurückgehen, wenn man den letzten Reichstag außerhalb der Hauptstadt sucht, denn der Reichstag, der an diesem Tag in Örebro endete, war der letzte außerhalb Stockholms.

Dabei war der Reichstag in Örebro zwischen dem 13. April und dem 18. August 1812 von größter Bedeutung, nachdem Schweden erst drei Jahren vorher Finnland an Russland abgeben musste und sich nun ein neuer Krieg zwischen Frankreich und Russland anbahnte in den Schweden verstrickt werden konnte. Eine der wichtigsten Fragen war daher die Wehrbereitschaft zu erhöhen, die Einberufung aller junger Männer vorzubereiten und die Steuern zu erhöhen, damit die Kosten für die Verteidigung bezahlt werden konnte. So nebenbei wurde bei diesem Reichstag auch noch die Pressefreiheit eingeschränkt.

Der Reichstag in Örebro wurde in der dortigen Nikolaikirche abgehalten, wobei sich zu dieser Gelegenheit auch der Kronprinz Karl Johan erstmals mit einer Rede an den Reichsrat wendete. Geleitet wurde der Reichstag von Karl XIII., der zu dieser Gelegenheit im Schloss in Örebro wohnte. An diesem Reichstag nahmen, außer dem König, die Vertreter von drei Ständen teil, nämlich jener des Adels, die kirchlichen Würdenträger und die Vertreter der Bauernschicht. Im Rahmen dieses Reichstags in Örebro kam es auch zum Friedensvertrag zwischen Schweden und Großbritannien, sowie jenem zwischen Großbritannien und Russland.


18. August 1810: Die Bernadottes übernehmen die Macht in Schweden
18. August 1951: Kaffeerationierung in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 13. Februar 2012

Karl X. Gustav stirbt an einer Blutvergiftung

Am 13. Februar 1660 stirbt der schwedische König Karl X. Gustav in der Landshövdingeresidenset in Göteborg, dem ältesten Wohnhaus, das noch heute in Göteborg existiert und bereits beim Bau im Jahre 1651 für die Machthaber der Stadt gedacht war und im Laufe der Jahrhunderte immer wieder als Unterkunft für die schwedischen Könige diente. Auch Kronprinzessin Victoria übernachtet bei Besuchen in Göteborg noch in diesem mittlerweile historischen Gebäude.

John Börjessons Karl X. Gustav auf dem Stortorget in Malmö

König Karl X. Gustav war am am Weihnachtsabend des Jahres 1659 in Begleitung von Königin Hedvig Eleonora und dem gemeinsamen vierjährigen Sohn anlässlich eines Reichstages in Göteborg angekommen, der im Kronhuset abgehalten wurde, einem Gebäude, das ebenfalls noch erhalten ist. Bereits eine Woche nach Beginn des Reichstags erkrankte der König an einer Grippe, die sich dann in eine Lungenentzündung verwandelte und ihn ans Bett fesselte.

Am 13. Februar starb dann Karl X. Gustav an einer Blutvergiftung, die er sich vermutlich während der Behandlung zugezogen hatte. Allerdings hatten ihm die Ärzte auch ohne die Grippe mit folgender Lungenentzündung nur noch wenige Jahre gegeben, da der König, der am 8. November 1622 zur Welt gekommen war, schlecht, zu viel und viel zu schnell aß und bereits seit Jahren an Fettleibigkeit litt, die ihm das Atmen oft schwer machte und zu häufigen Hustenausbrüchen führte. Auch Koliken ließen ihn nächtelang in seinem Zimmer auf und ab gehen, aber eine Änderung seines Lebensstils kam für Karl X. Gustav nicht in Frage. Nach seinem Tode wurde sein vierjähriger Sohn als Karl XI. noch in Göteborg zum schwedischen König.

13. Februar 1950: Die schwedische Schauspielerin Eva Britt Remaeus
13. Februar 2003: Tore Fredrik Wretman und die schwedische Kochkunst 

Copyright: Herbert Kårlin