Posts mit dem Label Pressefreiheit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Pressefreiheit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 5. März 2019

Der schwedische Schriftsteller Olof Kexél

Olof Kexél kam am 28. November 1748 als Sohn eines Priesters unter dem Namen Olof Kexhelius in Kalmar zur Welt und besuchte dort die Schule bis er sich als 13-jähriger an der Universität Uppsala einschrieb um dort Jura zu studieren. Während der sieben Jahre in Uppsala machte sich Kexél vor allem einen Namen als Mitgründer der literarischen Zeitschrift Apollini Sacra und dafür, das er sich mehr für das Vergnügen und Alkohol interessierte als sein Studium. Nach seiner Disputation nahm der junge Mann unter dem Namen Kexelius eine Arbeit im Kammerkollegium an und änderte seinen Familiennamen in Kexél, mit dem er später auch bekannt wurde.

Bereits während seiner Tätigkeit im Kammerkollegium verkehrte Olof Kexél überwiegend in literarischen Kreisen Stockholms und gab, unter anderem, auch fünf Nummern der Zeitschrift Hatten heraus. Da Kexél die Freiheit der Literatur sehr weit auslegte, wurde er 1768 wegen der Herausgabe eines Flugblattes, das allerdings Anders Botin geschrieben hatte, wegen der Verletzung des Gesetzes zur Pressefreiheit zu einer Strafe in Höhe von 300 Silbertalern verurteilt, was sich auch im Folgejahr wegen seiner Schrift Bref om Mössornas ursprung och uppförande wiederholte. Als er dann 1770 auch noch wegen einer Bürgschaft zur Rechenschaft gezogen wurde, verließ Kexél Schweden.

Bereits zwei Jahre später kehrte der mittlerweile hoch verschuldete Olof Kexél zurück nach Schweden und wurde vom königlichen Theater angestellt, wurde dort bald Sekretär und erhielt, nach dem Tode Carl Michael Bellmans, die Leitung des Theaters  übertragen. Nachdem Kexél wegen seiner Schulden ein Jahr im Gefängnis saß, gab er Anekdoten und Erzählungen zu dieser Zeit heraus, und der Inhalt wurde als antireligiös und gegen die Sitten verstoßend betrachtet, mit der Folge, dass Kexél erneut zu einer hohen Geldstrafe verurteilt wurde, die er ohnehin nicht bezahlen konnte, was den Schriftsteller jedoch nicht davon abhielt weitere Werke zu veröffentlichen. Olof Kexél starb am 5. März 1796, im Alter von nur 47 Jahren in Stockholm.


5. März 1618: Prinz Johan verzichtet zweimal auf die schwedische Krone
5. März 1711: Der schwedische Künstler Carl Gustaf Pilo
5. März 1856: Die erste Dampflok zwischen Örebro und Ervalla
5. März 1864: Filip Månsson und die öffentliche Kunst Schwedens
5. März 1867: Carl Cederström, vom Landwirt zum Flugpionier
5. März 1893: Der schwedisch-amerikanische Politiker Hans Mattson
5. März 1922: Der Vasalauf oder Wasalauf in Schweden
5. März 1953: Katarina Frostenson und die dunkle moderne Lyrik Schwedens
5. März 1963: Die schwedische Sängerin Lotta Engberg
5. März 1963: Ludde Gentzel, der Optimist des schwedischen Radios
5. März 2011: Die Sängerin und Musikerin Anna Öst

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 5. April 2018

Der Politiker Nils Månsson i Skumparp

Nils Månsson in Skumparp kam am 5. April 1776 als Sohn eines Landwirts in Starrarp zur Welt und besuchte wenige Jahre die dortige Dorfschule bevor er als Knecht und Dienstbote zu arbeiten begann. Månsson hatte das Glück bei einem Schöffen und späteren Politiker beschäftigt zu werden, der ihm erst einmal das Lesen schwierigerer Texte beibrachte und bei dem er auch die Arbeit eines Reichstagsmitglieds kennen lernte. Im Jahr 1804 heiratete Månsson eine Magd und kaufte ein kleineres Haus in Frenninge, wo sich das Paar dann auch niederließ und im Laufe der Jahre acht Kinder bekam.

Die politische Karriere von Nils Månsson i Skumparp begann mit dem plötzlichen Tod des Kronprinzen Karl August, denn aus diesem Grund wurde 1810 der Reichstag einberufen und Månsson wurde in den Gebieten Frosta und Färs als Repräsentant des Bauernstandes mit der Mehrheit der Stimmen in den Reichstag gewählt, was damit zusammenhing, dass Månsson weitaus mehr Bildung hatte als die anderen Kandidaten. Månsson reiste daher zum Reichstag nach Örebro und gehörte zu jenen, die mit der Wahl von Karl XIV. Johan das Geschlecht Bernadotte auf den Thron brachten. In Örebro lernte Månsson auch Anders Danielsson kennen, der um diese Zeit einer der wichtigsten Reichstagspolitiker des Bauernstandes war und der ihn dann bei seinem politischen Aufstieg unterstützte.

Als Reichstagspolitiker machte Nils Månsson i Skumparp zweimal deutlich von sich zu sprechen, zum einen durch seine Rede im Reichstag zur Abschaffung der Pressezensur, die der neue König eingeführt hatte, da er mit dem Vergleich, dass Gott das Licht geschaffen habe um die Menschen zu erleuchten, nicht um sie in der Dunkelheit zu lassen, den konservativen Bauernstand zum Widerstand gegen die Zensur führen konnte, zum anderen durch seine Schulpolitik, die auch mit einem starken persönlichen Einsatz verbunden war. Für Nils Månsson, der am 25. Juni 1837 starb, musste die Schulbildung auf dem Land gefördert werden. Auch wenn es dem Politiker nicht gelang eine allgemeine Schulpflicht einzuführen, und auch die Zensur nicht abschaffen konnte, so gelang es ihm in seinem Wahlkreis eine Volksschule zu gründen und die Basis der Pressefreiheit zu schaffen.


5. April 1501: Kort Rogge, Bischof in Strängnäs
5. April 1697: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden
5. April 1719: Axel von Fersen der Ältere in der Opposition
5. April 1786: Die Svenska Akademien, Verteidiger der schwedischen Sprache
5. April 1842: Der Archäologe und Reichsantiquar Hans Hildebrand
5. April 1950: Die Karriere der schwedischen Sängerin Agnetha Fältskog
5. April 1954: Die schwedische Sängerin Anna-Lotta Larsson
5. April 1962: Sara Danius, ständige Sekretärin der Svenska Akademien 
5. April 2001: Die schwedische Jazzsängerin Sonya Hedenbratt
5. April 2007: Maria Gripe und das realistische Kinderbuch Schwedens
5. April 2007: Maria Gripe, Kinderbücher ohne Gewalt

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 9. November 2016

Der schwedische Mathematiker Olof Forssell

Als Olof Forssell am 9. November 1838 in Östervåla im Västmanland starb, hatte er als Priester, als Professor und auch als Politiker seine Spuren hinterlassen und zahlreiche Werke zu verschiedenen Themen hinterlassen. Wirklich bedeutend sind jedoch seine Lehrwerke in Mathematik, die über Jahrzehnte hinweg als Standardwerke in Schweden und Finnland galten, da sie komplett und zudem verständlich waren. Noch heute spielt Forssell auch in der Kirchengeschichte eine gewisse Rolle, denn einer seiner Psalmen wurde noch 1986 in die Psalmbücher Schwedens aufgenommen und ist gläubigen Schweden ein fester Begriff.

Olof Forssell war am 22. September 1762 als Sohn eines Priesters in Järvsö im Hälsingland zur Welt gekommen, hatte jedoch das Pech dass sein Vater starb als der junge Forssell gerade einmal elf Jahre alt war. Da die Mutter über keinerlei Vermögen verfügte, musste sich Forssell bereits ab diesem Alter zum Teil selbst versorgen. Die Zeit im Gymnasium in Gävle und sein Studium an der Universiät Uppsala musste er sogar ohne jede familiäre Hilfe finanzieren, was teilweise auch erklärt warum Forssell erst nach elf Jahren an der Universität seinen Magister machte, dem er 1790 auch noch ein Doktorat in Astronomie anschloss.

Bereits während seines Studiums in Uppsala hatte sich Olof Forssell den fortschrittlichen Gruppen der Studenten angeschlossen, die geradezu als Revolutionäre galten, da sie, unter anderem, die uneingeschränkte Pressefreiheit forderten. In diesem Sinne setzte sich Forssell auch später in seiner Eigenschaft als Vertreter der Priester im Reichstag und als Professor ein, wenn auch nur mit geringem Erfolg, denn seine Ideen zur Ausbildungsreform traten erst Jahrzehnte nach seiner Forderung ein und auch in der Geldpolitik zeigte sich erst nach seinem Tod die Notwendigkeit einer Änderung. Dies ist auch einer der Gründe warum Forssell bis heute nicht als Philosoph und Erneuerer Schwedens, sondern als Mathematiker gewürdigt wird, denn seine Lehrbücher wurden bereits ab 1812 verwendet.


9. November 1603: Karl IX. gründet einen Vorläufer von Göteborg
9. November 1876: Farbenblinder Lokführer veranlasst neues Gesetz
9. November 1934: Ingvar Carlsson wird dreimal schwedischer Ministerpräsident
9. November 1976: Der schwedische Multikünstler Öyvind Fahlström
9. November 1986: Die schwedische Sängerin Linnea Henriksson 
9. November 2004: Stieg Larsson, der Erfolg kam nach seinem Tod

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 1. Februar 2015

Anders Chydenius, Nationalökonom mit neuen Ideen

Als Anders Chydenius am 1. Februar 1803 starb mussten seine politischen Schriften noch 75 Jahre lang auf die Veröffentlichung warten, da viele seiner Ideen seiner Zeit so weit voraus waren, dass der Priester, Politiker und Nationalökonom mehr eine Vision der heutigen Zeit hatte und daher im 18. Jahrhundert eher als gefährlicher Revolutionär gesehen wurde als ein Erneuerer der Wirtschaftspolitik und des wirtschaftlichen Denkens. Aber Chydenius war in seinem Amt als Priester dem Volk näher als dem akademischen Schweden, das die Bürger nur als notwendiges Übel sah und ihm die Fähigkeit des logischen Denkens absprach.

Anders Chydenius war am 26. Februar 1729 im heute finnischen Sotkamo als Sohn eines Kaplans zur Welt gekommen. Nach seiner Hochschulreife studierte er erst an der Akademie in Åbo (Turku) und anschließend an der Universität Uppsala Philosophie, ein Studium, das er 1754 mit einem Magister abschloss. Da Chydenius bereits ein Jahr vorher auch zum Priester geweiht worden war und er den Spuren seines Vaters folgen wollte, begann er nach Abschluss des Studiums als Kaplan in Nedervetil (heute Alaveteli) und wurde 1770 zum Priester in Gamlakarleby (Kokkola) in Österbotten ernannt, eine Aufgabe, die erst mit seinem Tod im Alter von 73 Jahren endete.

Wie sehr viele Priester seiner Zeit, widmete sich Anders Chydenius in seiner Freizeit mit Naturwissenschaften und, was etwas weniger üblich war, mit Nationalökonomie. Noch als Kaplan hatte er sich ein Labor eingerichtet in dem er Arzneimittel herstellte und sogar Operationen unternahm. Als Priester in Karleby ging Chydenius dann mehr und mehr dazu über die Nationalökonomie zu beleuchten. Bereits mit seinem ersten Werk erregte er Aufsehen, da er an der staatlichen Wirtschaftssteuerung zweifelte und Nachteile in diesem System beleuchtete. Da der Priester zudem für die Pressefreiheit, feste Arbeitslöhne und den Ausbau des Landhandels war, galt Chydenius bald als Gefahr und durfte selbst im Reichstag, in den ihn seine Region mehrmals wählte, mehrmals nicht teilnehmen. Seine fortschrittlichen Theorien verhinderten auch jeden beruflichen Aufstieg.


1. Februar 1455: Johan II. von Schweden (König Hans), König für vier Jahre
1. Februar 1537: König Johan III., der Bauherr Schwedens 
1. Februar 1801: Der schwedische Komponist Adolf Fredrik Lindblad
1. Februar 1895: IFK Göteborg, eine Alternative für die Arbeiterschicht 
1. Februar 1947: Clark Oderth Olofsson und ein halbes Leben im Gefängnis 
1. Februar 1950: Harry Blomberg und die religiöse Literatur des 20. Jahrhunderts 
1. Februar 1986: Alva Myrdal, ein Leben für die Schulreform und den Frieden

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 24. Juli 2014

Carl Fredrik Bergstedt, ein Revolutionär seiner Zeit

Carl Fredrik Bergstedt wurde am 24. Juli 1817 in Lillkyrka in Närke als Sohn eines Landwirts geboren, der ihn jedoch die Schule in Örebro und später in Strängnäs besuchen ließ um ihm den Weg in eine bessere Zukunft zu bieten. 1836 begann Bergstedt ein Studium der Philosophie an der Universität Uppsala, das dieser 1843 mit einem Magister abschloss. Nur ein Jahr später wurde der Wissenschaftler Dozent für griechische Literatur, wobei Bergstedt jedoch sehr bald zu Sanskrit wechselte und damit der erste Wissenschaftler Schwedens dieser alten Sprache wurde und einige der grundlegenden Werke vom Sanskrit ins Schwedische übersetzte.

Sehr schnell wurde Carl Fredrik Bergstedt allerdings das schwarze Schaf der Universität Uppsala, da er auf Grund seiner Herkunft andere Vorstellungen vertrat als das akademische Uppsala. Bergström setzte sich für den allgemeinen Schulunterricht ein, die Religionsfreiheit, forderte die Bildung für Frauen und verwarf die romantischen Ideen jener Zeit, die in seinen Augen Kunst und Literatur nur subjektiv bewerteten und damit einen elitären Standpunkt einnahmen. Bereits ab 1844 vertrat er seine, für die Zeit revolutionären Meinungen, in den verschiedensten Publikationen Uppsalas.

Als Lars Johan Hierta 1852 einen Nachfolger als Herausgeber des Aftonbladets suchte, übernahm Carl Fredrik Bergstedt diese Aufgabe um auf diese Weise seine reformatorische Bewegung fortsetzen zu können. Nur drei Jahre später legte er das Amt jedoch nieder, da er die Meinungen der Redakteure der Zeitung hinsichtlich der schwedischen Außenpolitik nicht teilte. 1866 begann Bergstedt dann durch seine Wahl in die Regionalregierung und den Reichstag seine politische Karriere und dehnte dabei seine Forderungen für eine veränderte Gesellschaft noch aus. Bergstedt forderte nun auch die Abschaffung der Todesstrafe, das Erbrecht für Frauen, die Pressefreiheit und eine grundlegende Schulreform, die allen Schweden die gleichen Chancen bietet. Bergstedt starb am 26. Januar 1903 in Kristberg im Alter von 85 Jahren.


24. Juli: Kristina, ein unveränderlicher Namenstag in Schweden 
24. Juli 1719: Russische Galere greift Nyköping an 
24. Juli 1842: Die Skeppsholmskyrkan in Stockholm 
24. Juli 1842: Die Carl Johans kyrka in Stockholm
24. Juli 1870: Anders Abraham Grafström, ein religiöser Skalde aus Nordschweden

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 6. Juni 2014

Die schwedische Regierungsreform des Jahres 1974

Als sich nach dem ersten Weltkrieg in Schweden der Parlamentarismus durchsetzte, stellte man sehr bald fest, dass die Regierungsform aus dem Jahre 1809 völlig veraltet war und in mehreren Punkten auch nicht mehr angewandt wurde. Während nach den alten Bestimmungen der König über die Regierungsbildung entscheiden konnte und nur tolerierte dass dies von der Regierung durchgeführt wurde, war die Rückkehr in eine totalitäre Königsmacht jederzeit möglich. Auch wenn aus diesem und ähnlichen Gründen die Forderung nach einer moderneren Regierungsform schnell wuchs, so sollte es noch bis zum 6. Juni 1973 dauern bis das Parlament mehrheitlich dafür stimmte eine Regierungsreform vorzunehmen.

Was jedoch als moderne Regierungsreform gedacht war, wurde letztendlich eine Kompromisslösung, denn die königliche Erbfolge (Thronfolge) wurde beibehalten, auch wenn diese 1979 nachträglich noch geringfügig geändert wurde. Der König verlor mit der Reform, die am 1. Januar 1975 in Kraft trat, lediglich seinen politischen Einfluss, sollte jedoch weiterhin Schweden nach Außen repräsentieren. Obwohl die Sozialdemokraten, die bei der Ausarbeitung der Regierungsreform an der Macht waren, in ihrem Parteiprogramm eine Republik in Schweden vorsahen, so wagte die Partei es nicht den König abzuschaffen, da das Königshaus für die Mehrheit der Bürger als unantastbar galt.

Die Regierungsreform wurde bereits vom ersten Tag an auch aus anderen Gründen kritisiert, da die Sozialdemokraten auch eine Möglichkeit geschaffen hatten die Meinungsfreiheit und die Pressefreiheit durch eine parlamentarische Abstimmung außer Kraft zu setzen, da diese Freiheit notwendige soziale Reformen verhindern könne. Dies ist auch einer der Gründe, dass es bis heute keine echte Pressefreiheit in Schweden gibt und nahezu jedes offizielle Dokument als geheim eingestuft werden kann und eine Veröffentlichung dadurch zum Staatsverrat werden kann. Aber trotz der zahlreichen Kritiken wurde diese Regierungsreform bis heute nur in wenigen Punkten nachgebessert.


6. Juni 1523: Gustav Vasa, der berühmteste König Schwedens
6. Juni 1654: Kristina von Schweden, die widerspenstige Königin
6. Juni 1809: König Karl XIII. von Schweden
6. Juni 1891: Dövas Tidning, eine Zeitschrift für Taube
6. Juni 1970: Kernenergie und Kernreaktoren in Schweden
6. Juni 1973: Jackie Arklöfs Weg zum Verbrecher
6. Juni 1983: Der schwedische Nationaltag
6. Juni 2003: Der Ostindiensegler Götheborg wird vom Stapel gelassen

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 20. April 2014

Beatrice Ask, Justizministerin Schwedens

Beatrice Ask wurde am 20. April 1956 in Sveg im Härjedalen geboren und studierte nach ihrer Hochschulreife internationale Wirtschaft an der Universität Uppsala, ein Studium, das sie jedoch nie abschloss. Über ihren frühen politischer Werdegang ist wenig bekannt, denn wirklich in Erscheinung tritt Ask erst im Jahre 1984, als sie Sprecherin des Jugendverbands der Moderaterna wurde, was ihr sehr schnell zum Aufstieg in der Partei verhalf, denn schon 1888 war Beatrice Ask für die Schulbildung in Stockholm verantwortlich, ohne je eine pädagogische Bildung erhalten zu haben.

Allein ihr Amt in Stockholm qualifizierte Beatrice Ask dafür im Jahre 1991 Kultusministerin Schwedens zu werden. Auf diese Zeit geht eine der wichtigsten Reformen des Schulwesens zurück, denn Ask legte unter der Regierung Carl Bildts die Reform der Freischulen vor. Ab dieser Zeit werden Privatschulen Schwedens mit staatlichen Geldern unterstützt, was sich letztendlich in ein sehr heißes Eisen verwandelte, da dadurch auch Schulen geschaffen wurden, die über Riikokapitalgesellschaften staatliche Gelder steuerfrei in Steuerparadiese schaffen können ohne eine hohe Qualität an Ausbildung bieten zu müssen.

Im Laufe der Jahre wechselte Beatrice Ask von der Schulbildung zum Justizausschuss über und entwickelte sich zwischen 2003 und 2006 zur Sprecherin der Moderaterna in Rechtsfragen. Nahezu logisch war es dann, dass Ask im Jahre 2006 unter Fredrik Reinfeldt zur Justizministerin ernannt wurde, was die Bevölkerung Schwedens erstaunte, denn damit war Ask, historisch gesehen, die dritte Person, die ohne Jurastudium zur Justizministerin ernannt wurde, also ohne über den nötigen Hintergrund zu verfügen. In dieser Eigenschaft versuchte Ask mehrmals die Pressefreiheit zu begrenzen und wollte männlichen Sexkäufern ein buntes Kuvert ins Haus schicken, damit Briefträger und Familie erfahren, dass der Betroffene Sex gekauft hatte. Trotz mehrerer dieser juristisch sehr zweifelhaften Vorschläge wurde Beatrice Ask grundsätzlich von Fredrik Reinfeldt in vollem Umfang geschützt. Beim Regierungswechsel im Oktober 2014 musste Beatrice Ask ihr Amt an Morgan Johansson der Sozialdemokraten abgeben.


20. April 1535: Ein Sonnenphänomen und eine politische Auseinandersetzung
20. April 1795: Johan Henric Kellgren, erster Vorsitzender der Svenska Akademien 
20. April 1903: Dagmar Edqvist und die selbständige Frau des 20. Jahrhunderts 
20. April 1907: Tradition der Majblomman (Maiblume) in Schweden 
20. April 1947: Björn Skifs, mehr als nur ein schwedischer Sänger 
20. April 1978: Neues Thronfolgegesetz in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 13. April 2014

Der letzte Reichstag in Örebro

Bereits unter Gustav Vasa wurden die Reichstage in Örebro abgehalten, wobei der König 1540 auch im dortigen Schloss über die Erbmonarchie Schwedens entschied. Ab dieser Zeit spielte Örebro eine sehr wichtige Rolle in der schwedischen Politik. Im Grunde sollte dann jedoch 1810 mit der Wahl eines Thronfolgers der letzte Reichstag in Örebro abgehalten werden und anschließend ganz nach Stockholm verlegt werden, das sich immer mehr als die wichtigste und größte Stadt Schwedens profilierte.

Allerdings sollte auch der kommende Reichstag ab dem 13. April 1812 nochmals nach Örebro verlegt werden, denn Karl XIII. war sich nicht sicher, ob in Stockholm die nötige Sicherheit für die Teilnehmer garantiert werden konnte. Der Anlass für diesen Reichstag war der zu erwartende Krieg zwischen Frankreich und Russland, der auch eine Bedrohung für Schweden darstellte. Das Hauptziel der Verhandlungen war daher die militärische Macht des Landes zu stärken, was letztendlich auch dazu führte, dass eine allgemeine Wehrpflicht für alle Männer zwischen 20 und 25 Jahren eingeführt wurde.

In Zusammenhang mit dem bevorstehenden Krieg kam es allerdings auch noch zu anderen wichtigen Entscheidungen während des Reichstags, denn im Falle eines Krieges sollte die Regierung durch Steuererhöhungen sechs Millionen Reichstaler für die Verteidigung des Landes erhalten und die erst 1809 gelockerte Pressefreiheit Schwedens wurde nun stark eingeschränkt, eine Beschränkung, die anschließend bis 1949 in nahezu unveränderter Form gültig blieb. Gleichzeitig kam es während dieses Reichstags zum Frieden von Örebro, einem Friedensvertrag zwischen Schweden und Großbritannien.


13. April 1714: Großbrand in Västerås
13. April 1872: Der samische Künstler Nils Nilsson Skum
13. April 1876: Are Waerland, ein schwedischer Gesundheitsapostel
13. April 1930: Die schwedische Textilkünstlerin Agnes Branting

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 26. Februar 2014

Anders Chydenius, ein Kämpfer für die Freiheit

Anders Chydenius wurde am 26. Februar 1729 in Sotkamo, im heutigen Finnland, geboren und studierte an der Universität Uppsala Philosophie, wobei er noch ein Jahr vor seinem Magister im Jahre 1754 zum Priester geweiht worden war. Auch wenn Chydenius erst in Nedervetil (Alaveteli) und ab 1770 in Gamlakarleby als Priester arbeitete, so gingen seine Interessen und seine Ambition weit über die Ausübung seines Berufes hinaus.

In seiner Zeit als Kaplan in Nedervetil hatte er in seinem Haus ein regelrechtes Labor eingerichtet in dem er vor allem medizinische Studien durchführte und im Ort auch bald die Rolle eines Arztes, eines Apothekers und eines Chirurgen gleichzeitig einnahm. Parallel dazu machte er sich mit den neuesten Theorien der Nationalökonomie vertraut, was bei seiner Zeit als Priester in Gamlakarleby später weitreichende Folgen haben sollte, da er dort auf Grund seiner Ideen und Kenntnisse als Vertreter der geistlichen Welt der Region ins Parlament gewählt wurde.

Da Anders Chydenius seiner Zeit weit voraus war, muss man ihn heute nahezu als Revolutionär betrachten, der die Lage Schwedens nicht mit den Augen Stockholms sah, sondern Schweden als Gesamtheit betrachtete. Bereits in seinem Werk Källan til rikets vanmagt hatte Chydenius die vom Staat gesteuerte Wirtschaftspolitik verworfen und forderte einen freien Handel. Im gleichen Sinne und mit dem gleichen Ziel setzte sich der Priester und Wissenschaftler auch für die Pressefreiheit, die Freiheit des Wortes und die Religionsfreiheit ein, was ihm unter dem schwedischen Adel sehr bedeutende Feinde schuf und ihm auch bisweilen die Grenzen der Freiheit zeigte, denn während zwei Epochen wurde er als gewählter Repräsentant seiner Region nicht zu Parlamentssitzungen zugelassen. Leider konnte Chydenius nur einen Teil seiner Ideen auch in die Tat umgesetzt sehen.



26. Februar 1416: Christoph von Bayern wird König in Schweden
26. Februar 1577: König Erik XIV, der Nachfolger von Gustav Vasa 
26. Februar 1658: Der Frieden von Roskilde und das heutige Schweden 
26. Februar 1739: Göran Josuæ Adelcrantz und der Fall eines Hofarchitekten 
26. Februar 1814: Johan Tobias Sergel, Ritter des Vasaorden 
26. Februar 1889: Wilhelm Erik Svedelius, der erste Staatswissenschaftler Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 25. Dezember 2013

Christoffer Bogislaus Zibet, geboren zur falschen Zeit

Christiffer Bodislaus Zibet wurde am 25. Dezember 1740 bei Kristianstad geboren und studierte an der Universität Lund um die damalige Beamtenlaufbahn zu beschreiten. Bereits am 1761 und nach seinem Kanzleiexamen, begann er im Zentralarchiv zu arbeiten und nur ein Jahr später wurde er der persönliche Sekretär des Kronprinzen Gustav mit den Vollmachten eines Hofsekretärs. Wiederum vier Jahre später hatte Zibet den Rang eines königlichen Sekretärs erlangt.

Sehr bald wurde Christoffer Bogislaus Zibet auch Direktor des Königlichen Theaters, er wurde geadelt und 1777 wurde er zum Regierungsrat in Pommern ernannt. Zibet stand in dieser Zeit bereits so hoch in der Gunst des Königshauses, dass er es sich sogar erlauben konnte nie nach Pommern zu reisen, sondern weiterhin in Stockholm zu bleiben. Das erste Problem tauchte für Zibet jedoch nach dem Mord von Gustav III. auf, denn man wollte ihn nicht des Amts entheben, aber er konnte danach auch nicht in Stockholm bleiben. Als sich Zibet jedoch weiterhin weigerte sein Amt in Pommern anzutreten, wurde er für zwei Jahre nach Skåne verbannt und durfte Stockholm nicht mehr betreten.

Im Jahre 1799 kehrte Christoffer Bogislaus Zibet zurück nach Stockholm und schon 1801 wurde er zum Hofkanzler ernannt und sollte im Auftrag von Gustav IV. Adolf die Pressefreiheit im Auge behalten und so weit wie möglich auch unterdrücken. Da er diese Aufgabe mehr als nur befriedigend löste, wurde Zibet 1805 sogar in die Regierung des Königs berufen. Auf seinem Höhepunkt tauchte dann sein zweites Problem auf, denn nach der Revolution im Jahre 1809 war der Politiker erneut untragbar in Stockholm. Dieses Mal wurde er unter der Beibehaltung seines Gehalts lediglich entlassen und damit vollständig entmachtet. Nur wenig später starb Zibet, der bereits seit 1790 auch Mitglied der Svenska Akademien geworden war.


25. Dezember: Die Bedeutung des Weihnachtstags in Schweden 
25. Dezember: Julottan, ein alter Brauch der Svenska Kyrkan

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 1. November 2013

Torgny Segerstedt und der Kampf gegen den Nazismus

Torgny Segerstedt wurde am 1. November 1876 in Karlstad geboren und wurde als einer der streitbarsten Kritiker des deutschen Nationalsozialismus bekannt. Als Chefredakteur der Göteborgs Handels- och Sjöfarts-Tidning hatte er auch ein Sprachrohr mit dem er sich die Führungsschicht Schwedens bereits vor Kriegsausbruch zum Feinde machte, da sowohl Königshaus als auch die Regierung auf der Seite Hitlers standen, auch wenn beide nicht unbedingt in den Krieg eingreifen wollten.

Bis heute gehört Torgny Segerstedt, trotz seiner Weitsicht, die er hinsichtlich Hitlers Ideen zeigte, zu den umstrittensten Personen Schwedens, denn während man heute seinen Kampf gegen den Nazismus in der Vordergrund bringt, so gehörte Segerstedt, der Theologie studiert hatte, als Person zu einer konservativen Schicht mit einem übersteigerten Selbstgefühl. Der Religionswissenschaftler vertrug keine Kritik und ging eigenwillig seine Wege, was letztendlich auch zum Untergang der Göteborgs Handels- och Sjöfarts-Tidning führte. Sein engster Freund war der Finanzgigant Marcus Wallenberg, was auch seine rechte Einstellung zur Finanzpolitik Schwedens sehr deutlich zeigt.

Torgny Segerstedts Kritik gegen das deutsche Naziregime muss von schwedischer Warte aus betrachtet werden, denn der Theologe wollte in erster Linie die Unabhängigkeit und die Entwicklung Schwedens stützen, nicht gegen den Nationalsozialismus als solches vorgehen. Für Segerstadt war Hitler eine Gefahr für Schweden. Dass Segerstedt letztendlich in die Weltpolitik hineingezogen wurde, lag daran, dass die schwedische Regierung die Göteborgs Handels- och Sjöfarts-Tidning mehrmals beschlagnahmte und man Segerstedt jede Kritik gegen Deutschland untersagen wollte. In diesem Rahmen muss man auch sehen, dass sich Torgny Segerstedt gegen den deutschen Transitverkehr in Schweden aussprach, für die Pressefreiheit in Schweden kämpfte, aber die Ereignisse in ganz Europa mit einem weitaus größeren Abstand behandelte und der Theologe in den 20er Jahren Benito Mussolini sogar als einen der größten Staatsmänner bezeichnete. Torgny Segerstedt starb, nur kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges, am 31. März 1945 in Göteborg.


1. November 1772: Allerheiligen in Schweden
1. November 1937: Die Pfadfinderbewegung in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Montag, 14. Oktober 2013

Die Entstehung der Norrköpings Tidningar

Am 14. Oktober 1758 erschien in Östergötland die erste Nummer der Norrköpings Tidningar, die damals allerdings noch den Namen Norrköpings Weko-Tidningar hatten. Die regionale Zeitung ist damit die älteste heute noch existierende Tageszeitung Schwedens, auch wenn die Besitzer wechselten und heute die Erik och Asta Sundins Stiftung die Aktienmehrheit der Zeitungsgesellschaft besitzt. Die NT, wie das Blatt allgemein genannt wird, hat heute eine Auflage von etwas über 45.000 Exemplaren täglich.

Der Initiator der Norrköpings Weko-Tidningar war Johan Edman, der die Idee hatte mit Hilfe der bereits 1723 gegründeten Druckerei seines Schwiegervaters eine Wochenzeitung herauszugeben und am 15. September 1758 dafür auch eine Genehmigung erhielt. Da es um diese Zeit jedoch noch keine Pressefreiheit gab, war die Herausgabe an zahlreiche Bedingungen geknüpft. Die grundlegende Voraussetzung für die Veröffentlichung war bereits, dass ein Priester der Stadt jeden der Artikel vorab genehmigen musste.

Ein weitaus größeres Hindernis war allerdings die Existenz der Posttidningen, die als einzige Zeitung Schwedens allgemeine Nachrichten und Informationen veröffentlichen durfte. Um jedes Problem zu vermeiden, entschied sich Johan Edman daher in der ersten Nummer sein Ziel deutlich zu beschreiben. Der Vorläufer der Norrköpings Tidningar sollte daher ausschließlich über die Stadt Norrköping berichten und hatte den Handel, die Seefahrt und Annoncen als wichtigste Themen. Entscheidend war dabei vor allem der Satz, dass die NT keinerlei Artikel mit allgemeinen Themen veröffentlichen wird, die für ganz Schweden von Interesse sein könnten.


14. Oktober 1979: Lasse Dahlquist, vom Seemann zum Sänger 
14. Oktober 2009: Der Tag der Garnelenbrötchen in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 19. Juli 2013

Anders Nordencrantz und die schwedische Wirtschaft

Als Anders Nordencrantz am 19. Juli 1772 in Stockholm starb, hatte er einige bedeutende Änderungen in Schweden herbeigeführt, auch wenn er sich dadurch sehr viele Feinde geschaffen hatte, da Nordencrantz seiner Zeit weit voraus war, zum anderen aber auch die britische Wirtschaft und den dortigen Handel ausführlich studiert hatte. Nordencrantz hatte daher sehr früh die damaligen Probleme des konservativen schwedischen Handelssystems verstanden und begonnen wichtige Änderungen herbeizuführen.

Als Anders Nordencrantz 1724 aus London zurück nach Schweden kam, modernisierte er als erstes die Trockendocks in Karlskrona und bald darauf setzte er sich dafür ein, dass der schwedische Eisenhandel unabhängig von ausländischen Geschäftsleuten wurde, was bedeutete, dass die Gewinne der wichtigsten Industrie des Landes auch tatsächlich dem Aufbau Schwedens dienen konnte. Später erreichte es der Wirtschaftler auch das exklusive Privilegiensystem in der schwedischen Wirtschaft abzuschaffen und einen Schritt auf die freie Konkurrenz einzuleiten, ein Projekt, dem sich sowohl die Führer der Wirtschaft als auch Adelige und Politiker lange widersetzten, da der gesamte schwedische Handel und das Handwerk auf Privilegien aufgebaut war, das gewisse Gruppen des Landes schützte.

Nicht sehr viel weniger Widerstand spürte Anders Nordencrantz als er sich ab 1720 für die Pressefreiheit einsetzte, da er die Zensur als schädlich für das gesamte schwedische System betrachtete. Sieben Jahre lang verhinderten Politiker und Adelige, dass sein Vorschlag präsentiert wurde und selbst die erste Veröffentlichung war dann zensiert und wurde nur als Auszug weitergereicht. Erst 1766 konnte Nordencrantz, als Vorsitzender eines geheimen Regierungsausschusses dann die ersten Schritte zur Pressefreiheit durchsetzen und ermöglichte damit den Aufbau einer freien Presse in Schweden.


19. Juli 1670: Olof Celsius der Ältere und die Botanik der Bibel
19. Juli 1927: Jan Myrdal als anti-imperialistischer Kämpfer

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 11. Januar 2013

Peter Forsskål, ein Vorreiter des schwedischen Liberalismus

Peter Forsskål wurde am 11. Januar 1732 in Helsingfors (Helsinki) geboren und zählt als der erste Philosoph der Aufklärung in Schweden, was sehr eng mit der Wahl seines Studienortes zusammenhängt. Forsskål studierte nämlich im deutschen Göttingen Philosophie und Orientalistik, an der Universität, die zu jener Zeit als eine der modernsten und fortschrittlichsten Europas galt und stark von John Locke und Pierre Bayle beeinflusst war, die beide als geistige Revolutionäre ihrer Zeit galten.

Zurück in Uppsala, wo Peter Forsskål nach seinem Aufenthalt in Deutschland Dozent wurde, schrieb er seine bekannte politische Schrift Tankar om borgerliga friheten, was man als das erste liberale Gesamtprogramm Schwedens betrachtet, da sich Forsskål hier sowohl für die politische als auch die ökonomische Freiheit ausspricht und zudem die Pressefreiheit fordert, aber auch die Monarchie in Frage stellt, was natürlich dazu führte, dass die gesamte Auflage des Werkes vom Staat beschlagnahmt wurde.

Da Peter Forsskål in Uppsala auch bei Carl von Linné Botanik studiert hatte, so wurde er als „botanischer Orientalist“ für eine dänische Forschungsexpedition auf die arabische Halbinsel gewählt, die im Januar 1761 begann. Leider starb Forsskål bereits 1763 in Jemen an Malaria. Nur ein einziger Teilnehmer der Expedition kehrte 1767 mit dem wissenschaftlichen Material Forsskåls nach Dänemark zurück. Erst zehn Jahre nach dem Tod Forsskåls wurden dann die ersten Forschungsberichte des Wissenschaftlers veröffentlicht. An ihn selbst erinnert noch die Forsskaolea, eine Pflanze, die Linné nach ihm benannte. Seinen politischen Forderungen machte der frühe Tod ein Ende.


11. Januar 1936: Deutsche Nazigruppe wird aus Schweden ausgewiesen

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Die Entstehung des schwedischen Aftonbladet

Wenn man heute die schwedische Abendzeitung Aftonbladet kauft, so kauft man eine Zeitung, die zwar den Stempel linksliberal trägt, aber zu 91 Prozent dem norwegischen Mediagiganten Schibsted gehört und nur noch zu neun Prozent dem schwedischen Gewerkschaftsverband LO (Landsorganisationen i Sverige), also nur noch wenig mit einer oppositionellen linkgsgerichteten Zeitung zu tun hat, was auch der erste Blick auf die Titelseite sehr deutlich bestätigt.


Bevor jedoch am 6. Dezember 1839 das erste Aftonbladet erschiene, das als der Vorläufer der heutigen Abendzeitung gilt, gab es bereits ein anderes Aftonbladet in Schweden, das jedoch nur vom 16. September 1811 bis zum 2. Januar 1833 existierte, also zu einer Zeit, als eine Tageszeitung nur für einige hundert Personen erstellt wurde und das Mediageschehen die Volksmasse noch gar nicht erreicht hatte. Dieses erste Aftonbladet starb mit dem Tod des Herausgebers Georg Löwegren, der im übrigen nicht nur das Aftonbladet herausgab, sondern zwischen 1813 und 1832 auch die Götheborgs-Posten.

Als Lars Johan Hierta dann am 6. Dezember 1830 die erste Ausgabe des „neuen“ Aftonbladets veröffentlichte, so stellte er sich damit auf die Seite der Gegner des Königshauses, was erhebliche Konsequenzen hatte, denn auch wenn die Pressefreiheit bereits 1766 in Schweden eingeführt wurde, so kamen die finanziellen Unterstützungen vom Königshaus und erreichten somit kein Aftonbladet. Zum anderen benötigte man für die Herausgabe einer Zeitung eine Genehmigung, die dem Aftonbladet allein im Jahre 1838 zehn Mal entzogen wurde, so dass Hierta jedes Mal einen neuen Strohmann finden musste, der einen neuen Antrag stellte. Der König konnte jedoch nicht verhindern, dass das Aftonbladet Ende der 30er Jahre die meist verkaufte Zeitung Schwedens war und vom Volk gelesen wurde.

6. Dezember 1885: Birger Sjöberg, vom Volkslied zum Modernismus
6. Dezember 1906: Das Oscarsteater in Stockholm wird eingeweiht



Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 2. Dezember 2012

Schweden verfügt weltweit über das erste Gesetz zur Pressefreiheit

Am 2. Dezember 1766 war Schweden das erste Land weltweit, das ein Gesetz zur Pressefreiheit einführte, auch wenn Gustav III. dieses Gesetz während seiner Regierungszeit zwischen 1772 und 1792 vorübergehend wieder außer Kraft gesetzt hatte und daher bereits 1792 eine modernere Version des ersten Gesetzes in Kraft trat, ohne dass jedoch die Grundprinzipien von 1766 geändert worden wären.

Dieses erste Gesetz Schwedens zur Pressefreiheit (Tryckfrihetsförordning) wurde in vielen Punkten bis heute beibehalten, denn bereits 1766 wurde die staatliche Zensur verboten, es wurde das Prinzip der Öffentlichkeit eingeführt, was bedeutet, dass staatliche Handlungen nicht geheim gehalten werden dürfen, und es wurde der Informant geschützt. Auch wenn dieses Gesetz sehr weit ging, so gab es natürlich auch eine Einschränkung, denn die Angelegenheiten der Kirche fielen nicht unter diese Bestimmungen und konnten daher selbst zensiert werden, was auch dazu führte, dass die Geschichtsschreibung selbst in dieser Zeit von der Kirche noch teilweise verfälscht werden konnte.

Das Gesetz zur Pressefreiheit, das in Schweden mehrmals abgeändert wurde und während des letzten Reichstags in Örebro im Jahre 1812 auch bedeutend eingeschränkt wurde, war vor allem deswegen von größter Bedeutung, da die gedruckten Worte bereits das ganze Volk erreichen konnten, was eine beachtliche Leistung war, wenn man bedenkt, dass es zu diesem Zeitpunkt bereits seit rund 300 Jahren die Druckpresse gab, die jedoch bis dahin nur vom Staat und der Kirche für ihre Zwecke benutzt werden konnten. Leider wurde die Pressefreiheit dieser ersten Tage im Laufe der folgenden Jahrhunderte immer wieder eingeschränkt und vor allem in Krisenzeiten und zu Kriegszeiten kehrte auch die Zensur zurück. Die heutige Pressefreiheit des Landes geht im Grunde nur bis zum Jahr 1949 zurück und hat nach wie vor seine Grenzen.


2. Dezember 1996: Tomas Tranströmer bekommt Augustpriset und Nobelpreis

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 18. August 2012

Der letzte Reichstag in Örebro

Auch wenn man heute grundsätzlich davon ausgeht, dass alle politischen Entscheidungen Schwedens in Stockholm gefällt werden, so war Stockholm in der Geschichte bei weitem nicht immer das politische Machtzentrum des Landes. Allerdings muss man bis zum 18. August 1812 zurückgehen, wenn man den letzten Reichstag außerhalb der Hauptstadt sucht, denn der Reichstag, der an diesem Tag in Örebro endete, war der letzte außerhalb Stockholms.

Dabei war der Reichstag in Örebro zwischen dem 13. April und dem 18. August 1812 von größter Bedeutung, nachdem Schweden erst drei Jahren vorher Finnland an Russland abgeben musste und sich nun ein neuer Krieg zwischen Frankreich und Russland anbahnte in den Schweden verstrickt werden konnte. Eine der wichtigsten Fragen war daher die Wehrbereitschaft zu erhöhen, die Einberufung aller junger Männer vorzubereiten und die Steuern zu erhöhen, damit die Kosten für die Verteidigung bezahlt werden konnte. So nebenbei wurde bei diesem Reichstag auch noch die Pressefreiheit eingeschränkt.

Der Reichstag in Örebro wurde in der dortigen Nikolaikirche abgehalten, wobei sich zu dieser Gelegenheit auch der Kronprinz Karl Johan erstmals mit einer Rede an den Reichsrat wendete. Geleitet wurde der Reichstag von Karl XIII., der zu dieser Gelegenheit im Schloss in Örebro wohnte. An diesem Reichstag nahmen, außer dem König, die Vertreter von drei Ständen teil, nämlich jener des Adels, die kirchlichen Würdenträger und die Vertreter der Bauernschicht. Im Rahmen dieses Reichstags in Örebro kam es auch zum Friedensvertrag zwischen Schweden und Großbritannien, sowie jenem zwischen Großbritannien und Russland.


18. August 1810: Die Bernadottes übernehmen die Macht in Schweden
18. August 1951: Kaffeerationierung in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 13. März 2012

17 schwedische Tageszeitungen werden beschlagnahmt

Am 13. März 1942 ließ die schwedische Regierung gleichzeitig 17 Tageszeitungen beschlagnahmen, weil diese über die deutsche Tortur in norwegischen Gefängnissen berichten wollten. Der Justizminister wollte damit verhindern, dass in Schweden negativ über Deutschland geschrieben wird, da Königshaus und Regierung davon ausgingen, dass Hitler den Krieg gewinnen wird und ein deutschfreundliches Schweden nach dem Krieg wirtschaftlich von seiner loyalen Einstellung während des Krieges profitieren könne.

Die liberalen und linken Pressemedien Schwedens wollten an diesem Tag Zeugenaussagen veröffentlichen, die bestätigten, dass die deutsche Wehrmacht mit Terror und Tortur die norwegische Widerstandsbewegung ausradieren wollte. Da selbst der Regierung bewusst war, dass diese Aussagen auf Tatsachen beruhten, so griff sie bei ihrer Entscheidung die Zeitungen zu beschlagnahmen auf einem Gesetz zurück, das zu Beginn des 19. Jahrhunderts geschaffen war und es untersagte „fremde Mächte unter Umständen in ihrer Meinung zu verletzen“, ein Gesetz, das damals über jenem der Pressefreiheit stand.

Während einige der Zeitungen nicht mit einem politischen Eingriff gerechnet hatten und dadurch ihre gesamte Auflage vernichtet wurde, hatte Torgny Segerstedt, der Chefredakteur der Göteborger Zeitung GHT (Göteborgs Handels- och Sjöfartstidning), einen intelligenten Schachzug geplant. Als er daher wählen konnte, ob er den Artikel einfach streicht oder die Zeitungen vernichtet, so ließ er die Presse stoppen, ließ den Teil auf dem der Artikel stehen sollte weiß, aber versah diese Stelle mit der Überschrift „In norwegischen Gefängnissen und Konzentrationslagern“. Die Regierung konnte gegen diese Überschrift nichts einwenden, aber alle Leser wussten, was diese Überschrift tatsächlich bedeutete.

13. März 1809: Revolution in Schweden
13. März 1974: Die schwedische Popsängerin Linda Bengtzing

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 24. Oktober 2011

Der Datenschutz in Schweden

Am 24. Oktober 1998 wurde die europäische Richtlinie 95/46/EG zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung von personenbezogenen Daten in Schweden gesetzlich verankert. Das Personuppgiftslag, kurz PUL, ersetzte ab diesem Datum das frühere Datengesetz von 1973 und sollte verhindern, dass die persönliche Integrität jedes Bewohners Schweden durch die Verarbeitung und Behandlung von schützenswerten Daten, gekränkt wird. Als Überwachungsorgan wurde die Datainspektionen ernannt.

Um die Tragweite des PUL zu erfassen, muss man beachten, dass der Schutz nur für Personen gilt, die in Schweden gemeldet sind und dass jeder Person und jedem Unternehmen, das persönliche Daten sammelt oder bearbeitet, egal in welchem Land die Sammlung stattfindet, verfolgt werden kann. Es ist ebenfalls verboten persönliche Angaben an Länder weiterzugeben in denen nicht mindestens der gleiche Schutz besteht wie in Schweden.

Seit 1998 ist es daher in Schweden verboten Namen von Personen in Verbindung mit ihrem ethnischen Ursprung, ihrer politischen Meinung, ihrer religiösen Überzeugung oder der Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft zu veröffentlichen, vorausgesetzt, die Person kann sich nicht darauf berufen, dass dies in Zusammenhang mit einem literarischem, künstlerischem oder journalistischem Ziel verfolgt wird, da hier die Bestimmung über die Pressefreiheit über dem Datenschutz steht.

24. Oktober 2004: Der Södra Länken in Stockholm und der Stadtverkehr


Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 18. Oktober 2011

Hjalmar Branting wird zum dritten Mal Ministerpräsident

Am 18. Oktober 1924 wurde Hjalmar Branting, nach zwei kurzen Unterbrechungen, zum dritten Mal sozialdemokratischer Ministerpräsident Schwedens. Bereits 1907 war Karl Hjalmar Branting Vorsitzender der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Schwedens geworden und 1920 dann der erste Ministerpräsident der schwedischen Sozialdemokraten, trotz seines bürgerlichen Hintergrundes, der ihn ursprünglich weit von der Arbeiterschicht entfernte.

Hjalmar Branting Büste, öffentliches Werk des Künstlers Carl Eldh in Göteborg

Hjalmar Branting, der am 23. November 1869 geboren wurde und am 24. Februar 1925 starb, kam durch seine zahlreichen Reisen in Berührung mit dem Marxismus und bereits 1878, im Alter von 18 Jahren, bezeichnete er sich, vermutlich als der erste Schwede, als Sozialdemokrat. Das Vermögen, das er zwei Jahre später beim Tod seiner Eltern erbte, verschwand so schnell wie er es bekommen hatte, nämlich durch Feste, Bürgschaften und Kredite, die er freizügig vergab. Insbesondere durch seine Verstöße gegen die Pressefreiheit landete Branting zudem mehrmals im Gefängnis und wurde zu Geldstrafen verurteilt, was jedoch seinem Ruf als Kämpfer nur half.

Hjalmar Branting kämpfte von 1887 bis 1917 über die Zeitschrift Social-Demokraten für die Rechte der Arbeiter und das Allgemeine Wahlrecht in Schweden. Seinen Durchbruch hatte er jedoch im Jahre 2017, als er bei den Hungerkrawallen, die kurz vor heftigen Straßenschlachten waren, da sich rechte Bürgerwehren entwickelten, die den „hungernden Mob“ klein kriegen wollten, zwischen Regierung und Arbeitern vermittelte und damit die Krise abbaute und die Regierung die Bürgerwehren verbot. Aus gesundheitlichen Gründen musste Branting jedoch am 24. Januar 1925 von seinem Amt zurücktreten und Rickard Sandler wurde dadurch der neue Ministerpräsident Schwedens.

18. Oktober 1854: Der schwedische Polarforscher Salomon August Andrée
18. Oktober 2009: Lars Schmidt bringt das Musical nach Schweden

Copyright: Herbert Kårlin