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Samstag, 14. April 2018

Der Tagebuchschreiber Petrus Magni Gyllenius

Petrus Magni Gyllenius kam am 14. April 1622 als Peder Månsson in Ölme im Värmland zur Welt, aber da der Vater bereits 1624 starb und die Mutter in ärmsten Verhältnissen lebte, wurde Månsson 1632 vom Priester der Gemeinde aufgenommen und von diesem auch erzogen und unterrichtet. Als Månsson 1636 in die Schule in Karlstad kam, nahm er den Namen Gyllenius an. Im Jahr 1658 schrieb sich Gyllenius an der Universität Åbo (Turku) ein, wo er acht Jahre später auch den Magister ablegte. Nach Abschluss des Studiums wurde Gyllenius als Lehrer an die Schule von Mariestad berufen.

Auf Grund seiner pädagogischen Fähigkeiten und seines Wissens kam Petrus Magni Gyllenius bereits 1660 als Lehrer nach Karlstad, wo er innerhalb von fünf Jahren bis zum Lektor in Mathematik aufstieg. Weitere zwei Jahre später wurde Gyllenius dann zum Priester in Bolstad ernannt, ein Amt, das er jedoch erst 1669 antreten konnte. Während seiner Zeit als Lehrer und Priester schrieb Gyllenius mehrere wissenschaftliche Abhandlungen, die allerdings bereits zu seiner Zeit wenig Beachtung fanden, da man diese Werke kaum als Forschung bezeichnen kann.

Dass Petrus Magni Gyllenius, der am 11. Januar 1675 in Bolstad bei Mellerud starb, dennoch in die Geschichte Schwedens und Finnlands einging, liegt daran, dass er sein Leben lang Tagebuch führte, das gerade wegen seiner Einfachheit als extrem glaubwürdig gilt. In diesem Tagebuch kann man nicht nur das Leben von Gyllenius  verfolgen, sondern es handelt sich um eine Kulturgeschichte Schwedens und Finnlands, da Gyllenius sehr deutlich schildert auf welche Probleme man zu seiner Zeit stieß, wenn man als einfacher Mann Karriere machen wollte, wie das einfache Volk zu jener Zeit lebte und welches Brauchtum von der Landbevölkerung aufrecht gehalten wurde.


14. April 1552: Der schwedische Reformator Laurentius Andreae
14. April 1891: Karl Gerhard, der König der schwedischen Revue
14. April 1924: Eine Straßenbahn, die mit Benzin fährt
14. April 1927: Der erste Volvo läuft vom Band
14. April 1943: Kristineberg-Boliden, die längste Seilbahn der Welt
14. April 1954: Tetra Pak, eine schwedische Marke und Erfindung
14. April 1970: Anna Kinberg Batra, Vorsitzende der Moderaterna
14. April 1984: Marianne Aminoff, der unbekannte Filmstar

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 3. Februar 2017

Der schwedische Erzbischof Petrus Kenicius

Als Petrus Kenicius am 3. Februar 1636 in Uppsala starb, ging er als einer der konservativsten Erzbischöfe in die Geschichte Schwedens ein, der sich dafür eingesetzt hatte die Macht des Königs zu stärken, religiöse Bildung des Volkes ins Zentrum jeder Bildung zu stellen und der sich weigerte Kindern unter acht Jahren das Abendmahl zu erlauben wenn diese nicht nachweisen konnten dass sie den gesamten Katechismus kannten und seinen Sinn verstanden hatten. Kenicius gehörte auch zu jenen Kirchenfürsten, die der Meinung waren dass alle Entscheidungen in Kirchenfragen nur von der Priesterschaft kommen konnten.

Petrus Kenicius war 1555 als Sohn eines Händlers, der die Rechte hatte mit den Samen Handel zu treiben, in Baggböla bei Umeå geboren worden und schrieb sich nach der Hochschulreife in Gävle an der Universität Uppsala ein um dort Theologie und Philosophie zu studieren. 1582 wurde Kenicius zum Priester geweiht, mit dem Gedanken dass er anschließend die Priesterlaufbahn in Umeå beginnen solle. Kenicius fand dies wenig lockend und begab sich statt dessen erst an die Universität in Rostock, anschließend jene in Wittenberg, wo der Theologe 1587 den Magister ablegte, um in Deutschland die damals protestantisch dominierende Theologie zu studieren.

Die historische Bedeutung von Petrus Kenicius ist indes nicht beim Erzbischof zu suchen, sondern in seiner Eigenschaft als Prokanzler der Universität Uppsala, denn erst unter Kenicius erlangte die Universität ihren heutigen Ruf. Gemeinsam mit Laurentius Paulinus Gothus und Johannes Svenonis Raumannus verfasste Kenicius die Statuten der Universität, er war der Initiator für die Doktorpromotion in Uppsala und er verbot private Kollegien. Hinzu kommt sein Streben um religiöse Bildung, denn Petrus Kenicius veröffentlichte ein ABC-Buch, einen Katechismus, führte einen allgemeinen Gebetstag für Bildung ein und schuf  einen Erinnerungstag zur Reformation. Petrus Kenicius gehörte auch zur sehr einflussreichen Gruppe der Theologen, die sich sehr deutlich gegen die neue Liturgie von Johan III. aussprachen.


3. Februar 865: Sankt Ansgar, der Missionar Birkas, stirbt in Bremen 
3. Februar 1699: Jämtländer erhalten die schwedische Staatsbürgerschaft 
3. Februar 1816: Carl Olof Rosenius und die schwedische Freikirche 
3. Februar 1886: Der schwedische Künstler Sigfrid Ullman
3. Februar 1916: Die schwedische Sängerin Margareta Kjellberg
3. Februar 1948: Henning Mankell und Kommissar Kurt Wallander
3. Februar 2011: Die schwedische Feministin Stina Sundberg 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 5. Dezember 2016

Der Dichter und Journalist Johan Nybom

Johan Nybom kam am 5. Dezember 1815 als Sohn eines Schuhmachers und Zollbeamten in Uppsala unter sehr bescheidenen Verhältnissen zur Welt. Da Nyblom sich als sehr intelligent zeigte, unterstützten ihn mehrere Bekannte des Vaters und ermöglichten ihm die Kathedralschule Uppsalas zu besuchen und, nach seiner Hochschulreife, die Universität Uppsala zu besuchen. Während Nybom seinen Traum Priester zu werden mangels seiner Leistungen aufgeben musste, zeigte er eine außerordentliche Fähigkeit als Dichter. Bereits als Student trat Nybom daher immer wieder als Repräsentant der Studentenschaft an die Öffentlichkeit, zeigte jedoch seine Fähigkeiten auch bei einigen Reisen durch Schweden.

Das neue Ziel Johan Nybloms war daher Dichter zu werden. Die ersten romantischen Gedichte veröffentlichte Nybom in verschiedenen Zeitschriften und Kalendern, wobei ihn jedoch auch in dieser Zeit nur die Unterstützung von Gönnern vom Leben in der Armut retteten. Um als Dichter Anerkennung zu finden, nahm Nyblom auch mehrmals an den Wettbewerben der Svenska Akademien teil, wo er jedoch 1838 für Sista Natten i Alhambra nur den Zweiten Preis erhielt, der ihm einige Jahre später erneut für ein späteres Werk verliehen wurde. Der Erfolg Nyboms als Dichter lag vor allem daran, dass er immer in der Zeitströmung blieb und die Sprache bis zur Perfektion meisterte.

Zwischen 1844 und 1848 veröffentlichte Johan Nyblom seine gesammelten Gedichte in vier Bänden und lebte vor allem von öffentlichen Vorträgen seiner Gedichte, aber auch davon, dass er jährlich eine gewisse Summe von der Svenska Akademien erhielt die an die bedeutendsten Dichter der Zeit vergeben wurde. Als Nyblom, der am 23. Mai 1889 in Västerås starb, im Jahre 1860 von Uppsala nach Västerås zog, folgte ihm zwar sein Ruhm, aber die Zeit als Dichter war vorbei. Nyblom begann daher als Journalist bei der Westmanlands läns tidning zu arbeiten, wo einer seiner Freunde aus Uppsala Chefredakteur war. Auch wenn Nyblom dort immer mehr dem Alkohol verfiel, konnte er bis zu seinem Tod als Journalist arbeiten.


5. Dezember 1716: Olof Celsius der Jüngere, Philosoph und Politiker
5. Dezember 1934: Alva und Gunnar Myrdal mit Kris i befolkningen
5. Dezember 1940: Peter Pohl und das düstere Jugendbuch der Probleme
5. Dezember 1940: Peter Pohl, der düstere Jugendbuchautor Schwedens
5. Dezember 1954: Die schwedische Schauspielerin Dagmar Ebbesen
5. Dezember 1969: Schweden bekommt einen zweiten Fernsehkanal
5. Dezember 1975: Daniel Nyhlén, das Königshaus, Skandale und die Unterwelt
5. Dezember 2013: Vom Kallax zum Luleå Airport 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 9. November 2016

Der schwedische Mathematiker Olof Forssell

Als Olof Forssell am 9. November 1838 in Östervåla im Västmanland starb, hatte er als Priester, als Professor und auch als Politiker seine Spuren hinterlassen und zahlreiche Werke zu verschiedenen Themen hinterlassen. Wirklich bedeutend sind jedoch seine Lehrwerke in Mathematik, die über Jahrzehnte hinweg als Standardwerke in Schweden und Finnland galten, da sie komplett und zudem verständlich waren. Noch heute spielt Forssell auch in der Kirchengeschichte eine gewisse Rolle, denn einer seiner Psalmen wurde noch 1986 in die Psalmbücher Schwedens aufgenommen und ist gläubigen Schweden ein fester Begriff.

Olof Forssell war am 22. September 1762 als Sohn eines Priesters in Järvsö im Hälsingland zur Welt gekommen, hatte jedoch das Pech dass sein Vater starb als der junge Forssell gerade einmal elf Jahre alt war. Da die Mutter über keinerlei Vermögen verfügte, musste sich Forssell bereits ab diesem Alter zum Teil selbst versorgen. Die Zeit im Gymnasium in Gävle und sein Studium an der Universiät Uppsala musste er sogar ohne jede familiäre Hilfe finanzieren, was teilweise auch erklärt warum Forssell erst nach elf Jahren an der Universität seinen Magister machte, dem er 1790 auch noch ein Doktorat in Astronomie anschloss.

Bereits während seines Studiums in Uppsala hatte sich Olof Forssell den fortschrittlichen Gruppen der Studenten angeschlossen, die geradezu als Revolutionäre galten, da sie, unter anderem, die uneingeschränkte Pressefreiheit forderten. In diesem Sinne setzte sich Forssell auch später in seiner Eigenschaft als Vertreter der Priester im Reichstag und als Professor ein, wenn auch nur mit geringem Erfolg, denn seine Ideen zur Ausbildungsreform traten erst Jahrzehnte nach seiner Forderung ein und auch in der Geldpolitik zeigte sich erst nach seinem Tod die Notwendigkeit einer Änderung. Dies ist auch einer der Gründe warum Forssell bis heute nicht als Philosoph und Erneuerer Schwedens, sondern als Mathematiker gewürdigt wird, denn seine Lehrbücher wurden bereits ab 1812 verwendet.


9. November 1603: Karl IX. gründet einen Vorläufer von Göteborg
9. November 1876: Farbenblinder Lokführer veranlasst neues Gesetz
9. November 1934: Ingvar Carlsson wird dreimal schwedischer Ministerpräsident
9. November 1976: Der schwedische Multikünstler Öyvind Fahlström
9. November 1986: Die schwedische Sängerin Linnea Henriksson 
9. November 2004: Stieg Larsson, der Erfolg kam nach seinem Tod

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Freitag, 21. Oktober 2016

Der Priester und Historiker Joen Petri Klint

Auch wenn man über die Herkunft des Priesters und Historikers Joen Petri Klint nicht sehr viel weiß, so hinterließ er bei seinem Tode am 21. Oktober 1608 in Östra Stenby ein relativ umfangreiches Werk und hatte sich als deutlicher Verfechter des neuen protestantischen Glaubens ausgezeichnet. Klint gehört zu den wenigen Personen Schwedens, die uns ein deutliches Bild dieser Epoche hinterließen und damit einen wichtigen Beitrag für die Kulturgeschichte Schwedens leisteten, die ohne den Historiker verloren gegangen wären.

Wann Joen Petri Klint geboren wurde, ist nicht überliefert, daher wird er erstmals 1558 genannt, als er sich an der Universität Uppsala einschrieb, wo er 1564 auch zum Priester geweiht wurde. Bereits vier Jahre später erhielt Klint das Pastorat in Östra Stenby, das er bis zu seinem Tod behielt. In seiner Eigenschaft als Priester zeichnete sich Klint dadurch aus, dass er zum einen auch den Priesterstand im Reichstag vertrat, sich zum anderen als Gegner der Kirchenpolitik des Königs Johan III. zeigte und sehr deutlich jede katholische Strömung Schwedens bekämpfte, unter anderem bei der Synode von Uppsala (Uppsala möte) des Jahres 1593.

Neben allgemeinen historischen und religiösen Werken, sowie einer illustrierten Chronik über Gustav Vasa, hinterließ Joen Petri Klint ein selbst illustriertes Manuskript über die religiösen Omen seiner Epoche, wobei er in diesem Werk auch die katholischen Omen neu deutete und dem protestantischen Glauben anpasste. In der Järnteckensamling (Gesammelte religiöse Vorzeichen) beschrieb Klint alle Wunder und ungewöhnlichen Ereignisse, die den Glauben jener Epoche prägten und zeigten wie Gott den Ungehorsam der Menschheit bestraft. Indem Klint in diesem Werk auch sämtliche Anzeichen deutet und erklärt, bietet das Werk heute einen klaren Einblick in das religiöse Volksdenken jener Zeit. Vieles aus diesem Werk diente später auch der religiösen Propaganda und Teile davon wurden selbst als persönliche Meinung Gottes interpretiert, insbesondere im Streit zwischen dem protestantischen und dem katholischen Glauben.


21. Oktober 1833: Alfred Nobel, der Erfinder des Dynamits
21. Oktober 1862: Der schwedische Architekt Folke Zettervall
21. Oktober 1880: Der schwedische Dadaist Viking Eggeling
21. Oktober 1892: Die feministische Schriftstellerin Anne Charlotte Leffler
21. Oktober 1961: Nils Ferlin, der Bohemien unter den schwedischen Dichtern
21. Oktober 1990: Blondinbella, Erfolgsbloggerin in Schweden
21. Oktober 1994: Gustav Jonsson und das Kinderdorf Skå

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 6. Mai 2016

Der Schriftsteller und Propst Johan Börjesson

Als Johan Börjesson am 6. Mai 1866 in Uppsala starb, hatte er einen enormen gesellschaftlichen Aufstieg erlebt, obwohl er noch kurz vor seiner Promotion starb, denn aus dem Sohn eines einfachen Landwirts war ein Propst und ein angesehener Dichter entstanden. Dass Börjesson eine so gute Ausbildung erhielt und an der Universität Uppsala studieren konnte, war jedoch weniger der Verdienst seines Vaters, sondern die Unterstützung und Förderung seiner Onkels mütterlicherseits, da es sich bei diesem um den Bischof Johan Wingård handelte, der auch Mitglied der Svenska Akademien war.

Bereits bei seiner Ankunft an der Universität Uppsala schloss sich Johan Börjesson dem neu gegründeten literarischen Verein Auroraförbundet an. Auch wenn der Student dort nicht zu den bedeutendsten Autoren gehörte, so gewann er 1814 für sein Gedicht Aphrodite den höchsten Preis des Göteborgs vetenskaps och vitterhetssamhälle, was wiederum nur ein Schritt war um Mitarbeiter beim poetiska kalender von Per Daniel Amadeus Atterbom zu werden. Auch wenn Börjesson sein Leben lang Gedichte schrieb, so können seine Schauspiele, die er ab 1846 verfasste, als seine größten literarischen Leistungen betrachtet werden.

Nach acht Jahren an der Universität Uppsala wurde Johan Börjesson 1816 zum Priester geweiht und bereits fünf Jahre später erhielt er den Titel eines Hofpredigers, was vor allem damit zusammenhing, dass er nicht nur literarisch aktiv war, sondern gleichzeitig auch ein guter Redner war. Erst 1818 erhielt Börjesson seine erste Kirchengemeinde und 1840 wurde er zum Propst ernannt. Auf Grund des Eindrucks, den der Priester am Hof hinterlassen hatte, wurde Börjesson 1844, im Zusammenhang mit der Krönung des Königs Oscar I., der Doktor in Theologie verliehen.


6. Mai 1826: Der schwedische Schriftsteller Isac Reinhold Blom
6. Mai 1877: Johan Ludvig Runeberg, der Nationaldichter Finnlands
6. Mai 1901: August Strindberg und Harriet Bosse
6. Mai 1904: Harry Martinson, ein Nobelpreisträger begeht Selbstmord
6. Mai 1916: Sif Ruud, noch mit 85 auf der Bühne des Dramaten
6. Mai 1939: Ragnar Jändel, der religiöse Arbeiterdichter Schwedens
6. Mai 1947: Bertel Gripenberg und die finnlandschwedische politische Dichtkunst
6. Mai 1987: Wann ist ein Mensch in Schweden tot?

Copyright: Herbert Kårlin

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Montag, 2. Mai 2016

Der Dichter und Priester Carl Fredric Dahlgren

Als Carl Fredric Dahlgren am 2. Mai 1844 im Alter von nur 52 Jahren an Krebs in Stockholm starb, gehörte er mit zu den bekanntesten Dichtern seiner Zeit, der sich durch seinen Humor und seine Satire auszeichnete, aber auch sehr viele romantische Gedichte geschrieben hatte. Seine Bekanntheit verdankte er, unter anderem, auch der Tatsache, dass er Beichtvater für mehrere einflussreiche Frauen jener Epoche war und mit einigen unter ihnen einen Briefwechsel pflegte, der deutlich seine Verbindung zwischen Religion und Natur zeigt. Dass der Skalde Dahlgren heute nahezu vergessen ist, liegt wiederum daran, dass er bei seinen Gedichten oft nur spontan improvisierte und dabei zeitweise auch sehr wenig literarische Fähigkeiten zeigte, Gedichte, die vorgetragen Erfolg hatten, nicht jedoch einen schriftlichen Bestand.

Carl Fredric Dahlgren kam am 20. Juni 1791 als Sohn eines Hütteninspektors in Kvillinge im Östergötland zur Welt und begann 1809 ein Studium an der Universität Uppsala, das er, unterbrochen von Auslandsreisen, 1815 mit der Priesterweihe beendete. Auch wenn Dahlgren als Priester keinen großen Aufstieg zu verzeichnen hatte, so war sein Einfluss als Politiker des Priesterstandes umso bedeutender, denn ab 1829 war er nahezu ständig im Reichstag im liberalen Flügel vertreten. Als Priester war Dahlgren auch viele Jahre als Pädagoge tätig und kümmerte sich um Alte und Kranke in seiner Gemeinde.

Bereits im Gymnasium in Linköping zeigte sich, dass Carl Fredric Dahlgren weniger Priester werden wollte, sondern seine Zukunft in der Dichtung suchte, jedoch auf Grund des geringen Kapitals seiner Eltern einen entlohnten Beruf benötigte. Schon 1908 hatte Dahlgren einen ersten literarischen Verein gegründet, dem im Laufe seines Lebens mehrere folgen sollten. Seine Werke, Lyrik und Prosa, erschienen, unter anderem, im Poetisk Kalender, den Per Daniel Amadeus Atterbom herausgab. Dahlgren veröffentlichte auch einige Romane und Novellen, unter denen jedoch nur sein autobiographisches Werke von größerer Bedeutung ist, wenn auch weniger aus literarischen, als vielmehr aus kulturhistorischen Gründen.


2. Mai: Åsa, mehr als nur ein Namenstag
2. Mai 1754: Hedemora brennt bis auf wenige Häuser nieder
2. Mai 1797: Gustaf Engzell, der konservative Modernist der schwedischen Literatur
2. Mai 1848: Harald Hjärne als Historiker und Politiker
2. Mai 1875: Der schwedische Künstler Gunnar Hallström
2. Mai 1981: Olle Bærtling, der gemobbte Künstler Schwedens
2. Mai 2007: Magnus Stenbock und die Ansicht eines Grafen

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 26. Dezember 2015

Der schwedische Schriftsteller Samuel Johan Hedborn

Als Samuel Johan Hedborn am 26. Dezember 1849 im Alter von 66 Jahren auf dem Kirchhof in Askeryd im Småland starb, galt er als einer der bedeutendsten Psalmdichter seiner Zeit. Hedborn war von 1820 bis zu seinem Tod Priester in Askeryd und hatte daher mehrmals seine Aufstiegschancen verpasst, denn noch 1815 war er außerordentlicher Hofprediger in Uppsala und Stockholm gewesen und in seinen frühen Jahren verkehrte er in den bedeutendsten literarischen Kreisen Schwedens und hatte, selbst in den Augen von Per Daniel Amadeus Atterbom eine Karriere als Schriftsteller vor sich.

Samuel Johan Hedborn war kam am 14. Oktober 1783 als Sohn eines Grenadiers in sehr ärmlichen Verhältnissen in Kolstad im Östergötland zur Welt. Allerdings empfand Hedborn die Armut nicht als Belastung,sondern er beschrieb später seine Kindheit als Idylle, geprägt von Traditionen, Volksweisen und Volksmusik. Da Hedbom bereits sehr früh als sehr intelligent betrachtet wurde, musste er nicht das übliche harte Leben auf dem Lande führen, sondern durfte die Schule besuchen, die ihn, wie nahezu alle anderen intelligenten armen Kinder jener Zeit, bis zum Priester führen sollte. Als er mit 15 in die Kathedralschule in Linköping kam, wurde ihm dies dadurch ermöglicht indem ihn einer seiner Lehrer bei sich aufnahm, der junge Hedborn daher weder für Essen noch Unterkunft bezahlen musste. In dieser Schule lernte er auch Atterbom kennen was sich zu einer lebenslangen Freundschaft entwickeln sollte.

Im Jahre 1806 schrieb sich Samuel Johan Hedborn an der Universität Uppsala ein, die er jedoch drei Jahre später aus Geldmangel, jedoch mit Priesterweihe, wieder verlassen musste. Auch in den wenigen Jahren an der Universität musste Hedborn immer wieder als Privatlehrer arbeiten um seine Studien fortsetzen zu können. In Uppsala gründete Hedborn, gemeinsam mit Atterbom und einigen anderen Studenten den Verein Musis Amici, der wenig später zum literarischen Verband Auroraförbundet wurde. In dieser Zeit schrieb Hedborn zahlreiche Gedichte und plante eine literarische Zukunft. Nach dem Hedborn die Universität Uppsala verlassen musste, folgte eine mehrjährige Phase an Depressionen, der er 1814 entkam, einer Zeit in der er sich immer mehr der Religion zuwandte und von Gedichten auf Psalmen  überging.


26. Dezember 1302: Valdemar Birgersson, der liebestolle König Schwedens
26. Dezember 1302: Valdemar Birgersson, der Frauenheld unter den Königen
26. Dezember 1795: Johan Albrecht Pripp und die legendären Pripps Brauereien
26. Dezember 1925: Die Uppståndelsekapellet im Stockholmer Waldfriedhof
26. Dezember 1965: Der Film Att angöra en brygga von Hasse und Tage

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 18. April 2015

Der Künstler und Heraldiker Elias Brenner

Elias Brenner kam am 18. April 1647 als Sohn eines Priesters im heute finnischen Storkyro (Isokyrö) zur Welt und wurde von seinem Vater als Kind, neben den zur Zeit üblichen Fächern, auch in Geschichte und im Zeichnen unterrichtet. Als Brenner dann 16 Jahre alt war, schrieb er sich an der Universität Uppsala ein um dort Theologie zu studieren und sich auf die Priesterlaufbahn vorzubereiten. Sehr schnell zeigte sich jedoch, dass seine Neigungen mehr zur Archäologie und zur Geschichte neigten, was dazu führte, dass ihn seine Wahl der Professoren immer weiter von der Theologie entfernten.

Von größtem Einfluss war für Elias Brenner dann jedoch Professor Johannes Schefferius, der ihn nicht nur dazu anregte sich mit der Wissenschaft der Münzen zu beschäftigen, sondern ihn auch in Miniaturmalerei und Gravur ausbildete, den mehr privaten Interessen des Gelehrten. Auf diese Weise war Brenner einer der wenigen Personen Schwedens, die um jene Zeit über eine künstlerische Ausbildung verfügten, was wiederum dazu führte, dass Brenner nach Abschluss seines Studiums beim Antikvitetskollegium als Zeichner angestellt wurde um vor allem archäologische Entdeckungen bildlich festzuhalten.

Bereits 1672 legte Elias Brenner jedoch sämtliche Aufgaben nieder um sich ganz der Miniaturmalerei und der Heraldik widmen zu können, was sich als sehr kluge Entscheidung zeigte, denn bald darauf wurde Brenner zum Miniaturmaler des Hofes ernannt und unter den Wappenschilden im Riddarhussalen des Riddarhuset in Stockholm sind etwa 500 von Brenner gemalt, eine einzigartige Leistung in diesem Bereich. Im Jahre 1691 veröffentlichte Elias Brenner schließlich auch sein über 400 Seiten umfassendes numismatisches Werk Thesaurus Nummorum Sueco-Gothicorum, das bedeutendste numismatische Werk jener Epoche.


18. April 1589: Prinz Johan verzichtet zweimal auf die schwedische Krone
18. April 1676: Fredrik I., König Schwedens dank seiner Ehefrau
18. April 1759: Thomas Thorild, der revolutionäre Schriftsteller des 18. Jahrhunderts
18. April 1854: Julia Nyberg und die philanthropischen Balladen des 19. Jahrhunderts
18. April 1896: Der Literaturwissenschaftler Henry Olsson
18. April 1896: Henry Olsson und die wissenschaftliche Literaturgeschichte
18. April 1962: Jan Björklund, der Kultusminister mit militärischem Hintergrund
18. April 1965: Der Priester, der sich für die Homosexualität einsetzt

Copyright: Herbert Kårlin

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Sonntag, 1. Februar 2015

Anders Chydenius, Nationalökonom mit neuen Ideen

Als Anders Chydenius am 1. Februar 1803 starb mussten seine politischen Schriften noch 75 Jahre lang auf die Veröffentlichung warten, da viele seiner Ideen seiner Zeit so weit voraus waren, dass der Priester, Politiker und Nationalökonom mehr eine Vision der heutigen Zeit hatte und daher im 18. Jahrhundert eher als gefährlicher Revolutionär gesehen wurde als ein Erneuerer der Wirtschaftspolitik und des wirtschaftlichen Denkens. Aber Chydenius war in seinem Amt als Priester dem Volk näher als dem akademischen Schweden, das die Bürger nur als notwendiges Übel sah und ihm die Fähigkeit des logischen Denkens absprach.

Anders Chydenius war am 26. Februar 1729 im heute finnischen Sotkamo als Sohn eines Kaplans zur Welt gekommen. Nach seiner Hochschulreife studierte er erst an der Akademie in Åbo (Turku) und anschließend an der Universität Uppsala Philosophie, ein Studium, das er 1754 mit einem Magister abschloss. Da Chydenius bereits ein Jahr vorher auch zum Priester geweiht worden war und er den Spuren seines Vaters folgen wollte, begann er nach Abschluss des Studiums als Kaplan in Nedervetil (heute Alaveteli) und wurde 1770 zum Priester in Gamlakarleby (Kokkola) in Österbotten ernannt, eine Aufgabe, die erst mit seinem Tod im Alter von 73 Jahren endete.

Wie sehr viele Priester seiner Zeit, widmete sich Anders Chydenius in seiner Freizeit mit Naturwissenschaften und, was etwas weniger üblich war, mit Nationalökonomie. Noch als Kaplan hatte er sich ein Labor eingerichtet in dem er Arzneimittel herstellte und sogar Operationen unternahm. Als Priester in Karleby ging Chydenius dann mehr und mehr dazu über die Nationalökonomie zu beleuchten. Bereits mit seinem ersten Werk erregte er Aufsehen, da er an der staatlichen Wirtschaftssteuerung zweifelte und Nachteile in diesem System beleuchtete. Da der Priester zudem für die Pressefreiheit, feste Arbeitslöhne und den Ausbau des Landhandels war, galt Chydenius bald als Gefahr und durfte selbst im Reichstag, in den ihn seine Region mehrmals wählte, mehrmals nicht teilnehmen. Seine fortschrittlichen Theorien verhinderten auch jeden beruflichen Aufstieg.


1. Februar 1455: Johan II. von Schweden (König Hans), König für vier Jahre
1. Februar 1537: König Johan III., der Bauherr Schwedens 
1. Februar 1801: Der schwedische Komponist Adolf Fredrik Lindblad
1. Februar 1895: IFK Göteborg, eine Alternative für die Arbeiterschicht 
1. Februar 1947: Clark Oderth Olofsson und ein halbes Leben im Gefängnis 
1. Februar 1950: Harry Blomberg und die religiöse Literatur des 20. Jahrhunderts 
1. Februar 1986: Alva Myrdal, ein Leben für die Schulreform und den Frieden

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 20. Juli 2014

Paul Waldenström und die schwedische Missionskirche

Paul Waldenström kam am 20. Juli 1838 in Luleå als Sohn eines Provinzarztes zur Welt, was ihm von jüngsten Jahren an eine gute Grundbildung brachte. Ab 1857 studierte Waldenström an der Universität Uppsala. Bereits 1865 verließ er dann die Universität als Doktor in Philosophie. Nur ein Jahr später wurde der Wissenschaftler zum Priester geweiht, ohne jedoch in den Kirchendienst einzutreten, sondern um als Lehrer in Växjö, dann in Umeå und schließlich in Gävle zu arbeiten.

Während Paul Waldenström zu Beginn seines Studiums noch in voller Linie hinter der Svenska Kyrkan stand, begann er bereits am 1857 an dieser Lehre zu zweifeln. Waldenström näherte sich dann immer mehr der neuevangelischen Richtung und wurde 1868, nach dem Tod von Olof Rosenius, Redakteur der christlichen Zeitschrift Pietisten, was den religiösen Philosophen zu einer sehr einflussreichen Person der religiösen Entwicklung Schwedens machte. Da sich Waldenström jedoch erneut nicht an die Lehre der Gemeinschaft hielt, sondern eine persönliche Meinung verbreitete und die Meinung der Evangeliska Fosterlands-Stiftelse in Frage stellte, kam es auch zum Bruch zwischen der Stiftung und Waldenström.

Um seine religiöse Meinung, die eine persönliche Beziehung zu Gott forderte, zu verbreiten, gründete Paul Waldenström, gemeinsam mit Jakob Ekman 1878 den SMS, den Svenska Missionsförbundet, der sich 2003 in den Svenska Missionskyrkan (Schwedische Missionskirche) umbenannte. Sehr schnell wurde Waldenström der geistige Führer der Bewegung und gleichzeitig der Vorsitzende der Missionskirche und des Priesterseminars auf Lidingö. Parallel zu seiner Missionstätigkeit, die von einer literarischen Aktivität begleitet wurde, betätigte sich Waldenström auch als streitsüchtiger Politiker, der sich gegen das allgemeine Wahlrecht stellte und, obwohl er von den linken Gruppen unterstützt wurde, immer weiter nach rechts driftete. Seine politische Karriere im Parlament endete 1905 abrupt, da sich Waldenström weigerte vor den Wahlen bekannt zu geben für welche Partei er bei Abstimmungen eintreten werde.

20. Juli 1833: Der schwedische Mystiker Waldemar Rudin
20. Juli 1889: Erik Lindorm, ein Anarchist wird zum Schriftsteller
20. Juli 1900: Einar Norelius und die Sagenwelt Schwedens
20. Juli 1901: Der schwedische Architekt Lars Johan Laurentz
20. Juli 1955: Stig Larsson, Schriftsteller und Filmregisseur

Copyright: Herbert Kårlin

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Mittwoch, 11. Dezember 2013

Der Militärpriester und Dichter Jacob Fabricius

Als Jacob Fabricius am 11. Dezember 1741 in Karlskrona starb, war er im Grunde ein unbekannter Militärpriester, der nur deshalb eine gewisse Aufmerksam erhielt, weil er der Ehemann der Schriftstellerin Hedvig Charlotta Nordenflycht war, die wiederum ihre damalige Karriere ihrem Ehemann verdankte, der sie in die adelige Familie Cronstedt på Fullerö eingeführt hatte, die dafür verantwortlich war, dass die ersten Gedichte der Autorin veröffentlicht wurden.

Auch Jacob Fabricius verdankte seinen Aufstieg bis zum Admiralitätspriester der Familie Cronstedt, denn auf Grund von finanziellen Problemen seines Vaters führten ihn seine Studien die ersten Jahre nicht weiter als zum Dienst als Hauslehrer und zu unbezahlten Vikariatstellen. Als sich dann Fabricius intensiv mit dem Studium der französischen Sprache beschäftigte, führte ihn dies beruflich etwas voran und als er schließlich Vizepriester in Lundby bei Västerås wurde, kamen die intellektuellen Kontakte zu Cronstedt, die sowohl ihm als auch Nordenflycht auf dem weiteren Weg durch ihre Einflüsse halfen.

Nach dem Tode von Jacob Fabricius veröffentlichte die Witwe Nordenflycht einen Teil der Lyrik, die Fabricius im Laufe seines Lebens geschrieben hatte, aber da seine Werke wenig ausgereift waren, wurde er auch nach seinem Tode nicht als Poet bekannt. Seine Bedeutung kommt daher ausschließlich über seine Ehefrau, die in ihren eigenen Werken und ihrer Autobiografie immer wieder auf Fabricius verweist. Forscher der Literaturwissenschaften haben sich bis heute allerdings auch kaum um den Dichter bemüht, der dadurch immer noch nur im Schatten seiner Frau existiert.


11. Dezember 1849: Ellen Key und die befreite Arbeiterfrau
11. Dezember 2010: Terroristisches Attentat im weihnachtlichen Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 30. Juli 2013

Nils Nordlander, ein Priester gründet die Stadt Skellefteå

Als Nils Nordlander am 30. Juli 1796 in Torsåker im Ångermanland geboren wurde, so wies nichts auf seine spätere bedeutende Karriere als Priester und Politiker hin, da Norlanders Vater Kapitän war, der seinem Sohn lediglich ein Studium in Uppsala ermöglichte, vermutlich um ihm eine Laufbahn als Beamter zu ermöglichen. Nils Nolander entschied sich jedoch für ein Studium der Theologie, ließ sich 1821 zum Priester weihen und innerhalb von 13 Jahren gelang es ihm zum Vice-Pastor der Kathedrale in Uppsala und zum Hofprediger ernannt zu werden.

Aber erst als Nils Nordlander 1834 zum Priester von Skellefteå ernannt wurde, zeigten sich die Fähigkeiten des Priesters, denn gerade weil Nordlander nun weit vom geistigen Zentrum Schwedens entfernt war, hatte er freie Hände. In seiner Zeit in Skellefteå gelang es Nordlander den Armen der Gegend Hilfe zu bieten, eine höhere Schule einzurichten, die erste Bank zu gründen und auf Grund seines Engagements entwickelte sich das Kirchdorf und die verschiedenen Ansiedlungen zu einer Stadt, die 1845 offiziell anerkannt wurde, trotz des Widerstands von Umeå und Piteå, die ihre Handelsvorteile durch die neue Stadt bedroht sahen.

Dass Nils Nordlander einen so bedeutenden Einfluss in Skellefteå bekam, lag allerdings nicht nur an seiner Eigenschaft als Priester und als Vertreter der Region im Parlament in Stockholm, sondern auch daran, dass er sich als hervorragender Landwirt bewährte, der den Bauern der Umgebung mit konstruktivem Rat zur Seite stand und begann das Nordlandpferd zu züchten, ein Pferd, das insbesondere für das nördlichste Klima geeignet ist, sehr viel Kraft hat und wenig zu Fressen benötigt. In seiner geringen Freizeit betätigte sich Nordlander zudem als Maler, der, unter anderem, posthum seinen Vorgänger porträtierte.


30. Juli 1875: Karl Gustav Ossiannilsson, ein Literat der Widersprüche 
30. Juli 2007: Ingmar Bergman macht schwedischen Film zum Exportschlager

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 23. März 2013

Carl Georg Brunius, ein Priester als Architekt und Kunstkenner

Der am 23. März 1792 geborene Propst Carl Georg Brunius blieb für die Nachwelt weniger in seiner Eigenschaft als Priester in Erinnerung, sondern auf Grund seiner Hobbys denen er teilweise mehr Zeit widmete als dem Kirchendienst und seiner Professur. Bereits sehr früh wurde Brunius für sein erstes Hobby als Skalde bekannt, der nicht nur altgriechische Poesie übersetzte, sondern mit seinem De diis arctois libri sex das längste Gedicht in lateinischer Sprache schrieb, das je in Schweden veröffentlicht wurde, eine Art Theologie mit der Entstehungsgeschichte der nordischen Götter.

Das zweite Hobby von Carl Georg Brunius verewigte den Priester in der schwedischen Baukunst, denn auch wenn er ein architektonischer Laie war und sich in keiner Weise um die architektonische Schule der Zeit kümmerte, so leitete er die Restauration der Domkirche in Lund und jene der Domkirche in Växjö, wurde jedoch auch verantwortlich für mehrere Neubauten in Lund und Helsingborg. Am deutlichsten sieht man jedoch seine eigenwillige Bauweise an der Kirche von Kristinehamn, für die er die gesamte Bauarbeiten leitete und die vollständig von ihm gezeichnet wurde.

Auch das dritte Hobby von Carl Georg Brunius war ziemlich zeitaufwendig, denn der interessierte Vorzeitforscher und Kunsthistoriker war viel unterwegs. Brunius reiste durch grosse Teile Schwedens um historische Funde und Hällristingar (Felsritzungen) zu beschreiben, um die Architektur der verschiedenen Regionen zu erklären und veröffentlichte mehrere Werke zur Kunstgeschichte Skånes und Gotlands. Aber auch wenn Brunius in diesem Bereich kein Fachmann war, so sind seine Dokumente wegen ihrer Einzigartigkeit noch heute von größter Bedeutung.


23. März 1962: Der Tag des Nordens und der Vertrag von Helsinki von 1962 
22. März 1851: Göran Wahlenberg und die Ökologie der Pflanzen

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Mittwoch, 5. Oktober 2011

Christina Odenberg wird erster weiblicher Bischof Schwedens

Der 5. Oktober 1997 war einer der bedeutendsten Tage in der Geschichte der Svenska Kyrkan, da an diesem Tag Christina Odenberg zum Bischof der Stiftung Lund geweiht wurde und damit die erste Frau Schwedens wurde, die dieses hohe Amt einnahm. Zehn Jahre lang übte Christina Odenberg ihr Amt aus, bevor sie dann in Pension ging und Schweden mit Antje Jackelén die dritte Bischöfin erhielt, die dann ebenfalls in Lund die Arbeit der Bischöfin Christina Odenbergs fortsetzte.

Die kirchliche Karriere von Christina Odenberg begann am 17. Dezember 1967, als sie mit 27 Jahren in der Storkyrkan in Stockholm zur Priesterin geweiht wurde. Von der konservativen Gruppe in der Svenska Kyrkan war die Bischöfin von Beginn an angefeindet, nicht nur, weil sie eine Frau war, sondern auch, weil sie am 27. Dezember 2001 die lesbische, eingetragene Partnerschaft zwischen Anna Karin Hammars und Ninna Edgardt Beckmans segnete und damit erstmals in der Svenska Kyrkan auch als kirchliches Oberhaupt die Homosexualität offiziell anerkannte.

Für die konservativen Priester in Skåne war dies eine der größten Sünden gegen Gott, weshalb sie in Skåne rund 500 Unterschriften von Geistlichen sammelten, die den Rücktritt der Bischöfin forderten. Chirstina Odenberg parierte den Schlag meisterhaft, indem sie bei einer Predigt darauf hinwies, dass die Mehrheit der Priester, die unterschrieben hatten, bereits pensioniert seien und dass diese der schwedischen Kirche Schaden zufügen, indem sie von der Kirche Verfolgten noch weiteren Schaden zufügen wollen und sie fragte diese konservativen Priester auch, ob es nicht sinnvoller sei ihre Kraft für die Verbreitung des Evangeliums zu verwenden statt Unterschriften zu sammeln.

5. Oktober 1785: Lasse-Maja, der schwedische Dieb in Frauenkleidern
5. Oktober 1938: Albert Ranft, ein ungewöhnlicher Theaterdirektor Schwedens 

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Montag, 18. April 2011

Der Priester, der sich für die Homosexualität einsetzt

Am 18. April 1965 wurde Lars Gårdfeldt geboren, der heute Priester der Svenska Kyrkan ist und als Autor und Aktivist für die schwedische HBT-Bewegung (Homosexuell, Bisexuel, Transvestit) ist, ein Kämpfer, der keine Situation auslässt, um sich für die Rechte Homosexueller beider Geschlechter einzusetzen.

Der Priester Lars Gårdfeldt kämpft seit langem dafür, dass auch Homosexuelle das Recht haben in der Kirche zu heiraten, er diskutiert über die Homosexualität in der Bibel und schrieb eine Doktorarbeit zum Thema „Hasst Gott Homosexuelle?“. Während der Gaygala 2004 in Stockholm wurde ihm der Titel „Kämpfer des Jahres“ verliehen.

Lars Gårdfeldt ist auch beim kommenden HBTQ-Festival (Q für Queers) vom 1. bis zum 5. Juni in Göteborg ein bedeutender Partner der Organisatoren, der während des Festivals die Öffnung der schwedischen Kirche demonstrieren wird. Lars Gårdfeldt veröffentlichte 2009, zusammen mit seinem Bruder, auch einen Pulp-Roman, der erotische Szenen Homosexueller beinhaltet und in Kopenhagen spielt.

18. April 1589: Prinz Johan verzichtet zweimal auf die schwedische Krone
18. April 1962: Jan Björklund, der Kultusminister mit militärischem Hintergrund

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