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Samstag, 24. September 2016

Die Ehe von Gustav Vasa und Katarina von Sachsen

Als Gustav Vasa 1523 zum König gekrönt wurde, war ihm sehr schnell bewusst dass er seine Macht nur bewahren konnte wenn er auch starke Freunde in den Nachbarstaaten hatte und einen ahnenreiche Prinzessin heiratete. Dies sollte sich jedoch als gewisses Problem zeigen, denn zum einen galt Schweden als kaltes und ungemütliches Land, zum anderen gab es nicht sehr viele Prinzessinnen, die auch eine entsprechende Ahnentafel hatten, und letztendlich musste seine zukünftige Ehefrau auch noch dem protestantischen Glauben treu sein, denn die Reformation lag dem König sehr am Herzen.

Schließlich fand Gustav Vasa die entsprechende Ehefrau in der 15-jährigen Katharina von Sachsen-Lauenburg, die protestantisch erzogen, beim deutsch-römischen Kaiser hoch angesehen und deren Schwester zudem mit dem dänischen Kronprinzen Kristian verheiratet war. In kürzester Zeit führten Vermittlungen zum gewünschten Ziel, auch wenn der Ehevertrag, nach gewissen Querelen und Forderungen von beiden Seiten, erst am 19. März 1531 in Lübeck geschlossen wurde. Die Ehe selbst wurde dann auf den 24. September 1531 in Stockholm gelegt, den Geburtstag der Königin, die 17 Jahre jünger war als ihr Gemahl.

Aber selbst die erste Ehe des Monarchen sollte noch Probleme verursachen, da man hierfür einen Erzbischof benötigte, Schweden jedoch zu jener Zeit zwei Erzbischöfe hatte, die allerdings beide Schweden verlassen hatten. Gustav Vasa ernannte daher kurzerhand Laurentius Petri zum neuen Erzbischof, der damit der erste Erzbischof Schwedens protestantischen Glaubens wurde und die Bande zu Rom später endgültig abschnitt. Die aus politischen Gründen geschlossene Ehe sollte allerdings sehr schlecht laufen, da Königin Katarina kein Schwedisch sprach und Schweden absolut nichts abgewinnen konnte, dem König jedoch vor ihrem Tod im Jahre 1535 noch einen Thronfolger zur Welt brachte, den späteren Erik XIV. Nach Gerüchten, die allerdings nie bestätigt werden konnten, soll Gustav Vasa seine junge Frau ermordet haben.


24. September 1513: Katharina von Sachsen-Lauenburg, Königin von Schweden 
24. September 1706: Der Frieden von Altranstädt beendet zwei Kriege
24. September 1838: Die Tageszeitung Östgöta Correspondenten 
24. September 1852: Der schwedischen Sängerprinz Gustaf Oscar
24. September 1878: Ivan Bratt und das Alkoholmonopol in Schweden
24. September 1888: Der Örebro Kanal, eine Attraktion in Närke
24. September 1919: Lennart Hyland, eine Legende des schwedischen Fernsehens
24. September 1927: Hjalmar Procopé, ein finnlandschwedischer Dichter
24. September 1928: Carl Wilhelm Wilhelmson, der Maler des Bohuslän
24. September 1975: David Vikgren, moderne Lyrik aus dem dem hohen Norden
24. September 2008: Bengt Anderberg, der Schriftsteller der schwedischen Erotik

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 11. März 2013

Die arrangierte Ehe von Prinzessin Ingeborg

Erst wenige Jahre bevor Prinzessin Ingeborg von Dänemark und Schweden am 11. März 1958 in Stockholm starb, hatte sie offiziell erklärt, dass ihre Ehe mit Prinz Carl von Schweden arrangiert worden war und sie einen Fremden geheiratet hatte. Dieses Geheimnis behielten die Prinzessin und der Prinz bis zu ihrer Goldenen Hochzeit im Jahre 1947 geheim, als beide nahezu gleichzeitig über die arrangierte Ehe sprachen. Als ihre Eltern über die Hochzeit der beiden entschieden, wurden beide nicht um ihre Meinung gefragt, sondern lediglich von der Tatsache informiert.

Nach der Hochzeitsreise nach Deutschland kam Prinzessin Ingeborg mit Prinz Carl nach Schweden, wo sie begeistert empfangen wurde, zumal sie die Enkelin des beliebten Königs Karl XV. war. Sehr schnell hieß es auch, dass sie unter allen ausländischen Prinzessinnen die ideale Königin Schwedens wäre, eine Rolle, die sie die ersten zehn Jahre bei offiziellen Empfängen und Zeremonien ersatzweise spielte, da sich Königin Sofia nur selten öffentlich zeigen wollte und die Kronprinzessin nahezu ständig im Ausland war.

Trotz der von den Eltern arrangierten Ehe soll Prinzessin Ingeborg eine sehr harmonische Ehe mit Prinz Carl geführt haben und sich in ihrer Rolle wohl gefühlt haben. Die Prinzessin wird in allen Berichten der Zeit als ausgeglichen, angenehm und als ideale Gastgeberin beschrieben, die ihre beiden Kinder sehr praktisch erzog um ihnen den Einstieg in ein nicht-königliches Leben zu ermöglichen.


11. März 1795: Magnus Jacob Crusenstolpe der schreibende Revolutionär Schwedens
11. März 1907: SKF, Kugellager aus Schweden 
11. März 1918: Die spanische Grippe in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 5. Mai 2012

Schweden und die Rechte der Frau

Auch wenn die Frau in Schweden heute als gleichberechtigt betrachtet wird und sie schon im Mittelalter eine hohe Stellung einnehmen konnte, so liegen dazwischen fast 1000 Jahre in denen die Rolle der schwedischen Frau auf das extremste eingeschränkt war. So wurde erst am 5. Mai 1939 ein Gesetz erlassen nach dem die Frau nicht mehr wegen einer Verlobung, einer Ehe oder einer Geburt gekündigt werden konnte. Gleichzeitig wurden ihr dabei auch zwei Wochen lang Gehalt nach einer Geburt gewährt.

Immerhin durfte eine schwedische Frau bereits seit 1872 selbst bestimmen wen sie heiraten wollte und musste nicht mehr den ihr zugewiesenen Mann akzeptieren. Ob diese Bestimmung allerdings immer zum Vorteil der Frau war, ist weniger sicher, denn nach der Ehe hatte die Frau keine Freiheit gefunden, sondern ihr Ehemann war automatisch zu ihrem Vormund geworden und ohne dessen Zustimmung durfte sie keinerlei Verträge unterzeichnen, selbst dann nicht, wenn sie das gesamte Geld mit in die Ehe gebracht hatte. Erst 1921 durfte sie dann auch über sich selbst bestimmen, selbst eine Arbeit suchen und auch über ihre Einkünfte entscheiden.

Wer allerdings der Meinung ist, dass dies die schwedische Frau wirklich befreite, täuscht sich, denn noch bis 1965 durfte der Ehemann seine Frau völlig legal vergewaltigen ohne die geringste Strafe befürchten zu müssen, wobei sie bis 1938 auch nicht an irgendwelche Präventivmittel denken konnte, denn bis dahin war es in Schweden bereits strafbar sich allein danach zu erkundigen. Bis 1975 sollte sie dann auch nicht an Abtreibung denken, da dies hart bestraft wurde. Aber noch heute hat die schwedische Frau nicht den gleichen Lohn wie der Mann.


5. Mai 1912: Die Olympischen Spiele in Stockholm
5. Mai 1984: Herreys, Schwedens erste Boyband, gewinnt den ESC 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 29. Februar 2012

Der verschobene Schalttag in Schweden

Wenn man vom Schaltjahr spricht, so denkt man in den meisten Ländern auch an den Schalttag am 29. Februar, also dem Tag der nur alle vier Jahre im Kalender auftaucht. In Schweden hielt man jedoch wenig von dieser modernen Zeitrechnung, die von Papst Gregorius XIII. mit dem Gregorianischen Kalender eingeführt wurde, sondern behielt, gemeinsam mit Finnland, die alte, römische Einteilung, nach der der Schalttag der 24. Februar war und nicht der 29. Dies führte zwar das Problem mit sich, dass man jedes vierte Jahr die Namenstage ab dem 24. Februar um je einen Tag verschieben musste, aber man musste dadurch nicht dem Diktat der katholischen Kirche folgen. Erst im Jahr 2000 entschloss sich dann auch in Schweden den 29. Februar zum Schalttag zu ernennen.

Traditionell gesehen ist natürlich der 24. Februar als Schalttag logischer, denn ursprünglich begann das Jahr nicht am 1. Januar, sondern immer am 1. März, was auch erklärt, warum der Februar der kürzeste Monat im Jahr ist und mit einem Schalttag die astronomische Länge eines Jahres ausgeglichen wird. Da man im Römischen Reich den ersten Tag eines Monats „Kalendae“ nannte und man die Tage auch rückwärts rechnete, so bedeutete dies, dass „ante diem sextus Kalendas Martias“ den 24. Februar ausdrückte, und im Schaltjahr den 25. Februar. Der Schalttag konnte daher logischer Weise nur der 24. Februar sein.

Der Schalttag, unabhängig welchen der beiden Tage man nun damit bezeichnet, ist, nach einer irischen Legende aus dem vierten Jahrhundert, damit verbunden, dass Frauen an diesem Tag freien dürfen. Alle vier Jahre gibt es daher einen Tag, an dem Frauen um die Hand des Mannes anhalten können. Noch im 19. Jahrhundert konnte es für einen Mann, der zur Freierin an diesem Tag nein sagte, relativ teuer werden, da er in diesem Fall der Frau ein sehr teures Geschenk machen mussten um sich von der Ehe loszukaufen.

Copyright: Herbert Kårlin