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Sonntag, 30. April 2017

Die Walpurgisfeuer in Schweden

Auch wenn man bei den Feuern am Abend des 30. April in der deutschen Sprache grundsätzlich von den Walpurgisfeuern spricht, und im Schwedischen offiziell vom Valborgselden oder dem Valborgsmässobålet, so hat dieses Feuer sehr wenig mit der heiligen Walpurga zu tun, was sich auch dadurch ausdrückt, dass man in der schwedischen Umgangssprache weiterhin vom majbrasa, dem Maifeuer, redet und diese Tradition im Norden auf einen vorchristlichen Brauch zurückgeht, denn nach der nordischen Mythologie ist in dieser Nacht die Grenze zwischen den Lebenden und den Toten am geringsten, weswegen man die Nacht fernhalten soll.

Wenn man daher in die vorchristliche Zeit des Nordens zurückgeht, so dachte man natürlich auch nicht an die Hexenverbrennungen, die erst das Christentum mit sich brachte, sondern mit dem Walpurgisfeuer sollte alles aus dem vergangenen Jahr, vor allem die negativen Erlebnisse, die Not des Winters und negative Gedanken verbrannt werden, damit man am nächsten Morgen ein neues Leben beginnen konnte, bei dem ein Strich unter alles Vergangene und alle Feindschaften gezogen wurde. Als der katholische Glauben in Schweden einzog, hat man sehr oft an den Plätzen dieser Feuer eine Kirche oder eine Kapelle gebaut, um zu zeigen wie mächtig der katholische Gott sei und die Walpurgisfeuer dem Aberglauben gehören.

Als dann der katholische Glaube durch den protestantischen ersetzt wurde, wurde das Walpurgisfeuer kaum noch mit der etwas brutalen Denkweise der Katholiken verbunden, sondern das Feuer war mit der Sonne, der Wärme und dem Frühling verbunden, hatte jedoch gleichzeitig noch die Eigenschaft die landwirtschaftlichen Tiere gegen die wilden Tiere jener Zeit zu schützen und alle bösen Kräfte fernzuhalten. Der schwedische Botaniker Carl von Linné schrieb noch 1749, dass die Bauern des Västmanlands am 30. April immer große Feuer machten und um die Scheiterhaufen tanzen, vor Freude, dass nun endlich der Sommer im Anzug sei. Man kann sich natürlich fragen, warum diese Feuer mit dem Schutz von Kühen, Schafen und Ziegen verbunden war, obwohl die Antwort einfach ist, denn am Folgetag wurde das Vieh auf die Weide gelassen, es fand also der schwedische Almauftrieb statt.


30. April: Die Walpurgisnacht in Schweden
30. April 1659: Graf Jacob Reenstierna als königlicher Beamter
30. April 1870: Maria Sandel, die erste Arbeiterschriftstellerin Schwedens
30. April 1909: Der studentische Karneval Chalmers Cortège
30. April 1910: In Göteborg findet der erste Chalmers Cortège statt
30. April 1926: Der schwedische Architekt Sten Samuelson
30. April 1929: Birger Sjöberg, vom Volkslied zum Modernismus
30. April 1946: Sven Nordqvist und die Phantasiewelt der Kinder
30. April 1946: Carl XVI. Gustaf Folke Hubertus, König von Schweden
30. April 1976: Die Hoola Bandoola Band
30. April 1982: Der Tag der schwedischen Flagge

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 25. April 2017

Der Aufruhr gegen Gustav Vasa endet in Broddetorp

Auch wenn der Ort Broddetorp heute nur noch knapp 140 Einwohner zählt, so spielte er während der Reformation eine bedeutende Rolle, da hier am 25. April 1529 der Widerstand gegen Gustav Vasas protestantische Kirche beendet wurde, zwar auf Grund von wagen Versprechen des Königs, der damit Zeit gewinnen konnte um innerhalb weniger Tage einen Plan auszuarbeiten, der auch jeden zukünftigen Widerstand gegen die Lutherische Kirche begraben sollte, aber Gustav Vasa gelang es in Broddetorp auch die gesamte religiöse Linie Schwedens über Jahrhunderte hinweg festzulegen und den rotestantischen Glauben zur Staatskirche zu erheben.

Der Aufstand hatte Anfang April des Jahres 1529 im Småland begonnen, als katholische Bischöfe, die reiche Bürgerschicht und die Bauern Gustav Vasa absetzen wollten um damit ihren katholischen Glauben behalten zu können. Den Aufständischen gelang es Margareta, die Schwester des Königs, gefangen zu nehmen, den Vogt des Königs zu töten und begonnen die anderen Regionen Schwedens für einen Aufstand zu gewinnen, was Gustav Vasa zu schnellen Entscheidungen zwang, da er einen allgemeinen Bürgerkrieg nicht gewinnen konnte, jedoch weder die Macht verlieren wollte, noch die Reformation durch Sondergenehmigungen verändern wollte.

Bereits am 16. April 1529 schickte Gustav Vasa daher einen Brief an die Aufständischen, dankte diesen, dass sie seine Schwester so freundlich aufgenommen hatten, gab dem Vogt selbst Schuld an seinem Tod, da er eigenmächtig gehandelt habe und bat um ein Treffen bei dem die unterschiedlichen Standpunkte besprochen werden sollten und er den Bauern zuhören werde. Gleichzeitig warnte er jedoch auch die anderen Regionen davon sich den Aufständischen anzuschließen und er brachte einige Drohungen gegen die gehobene Bürgerschicht unter, die für den Aufstand verantwortlich war. Auf diese Weise gelang es Gustav Vasa die Bauern und die adeligen Führungsschicht zu trennen, wobei Ture Jönsson und Bischof Magnus die Drohung auch richtig interpretierten und unmittelbar das Land verließen, trotz der versprochenen Amnestie.


25. April 1709: Der Architekt und Erfinder Carl Johan Cronstedt
25. April 1744: Anders Celsius und die Celsius-Skala
25. April 1750: Der schwedische Astronom Olof Hjorter
25. April 1887: Der schwedische Künstler Gösta Sandel
25. April 1892: Der schwedische Künstler Arvid Knöppel
25. April 1926: Ellen Key und die kulturelle Frauenbewegung Schwedens
25. April 1926: Ellen Key und die befreite Arbeiterfrau
25. April 1945: Björn Ulvaeus, die Zeit vor und nach ABBA
25. April 1981: Anja Pärson, alpine Skiläuferin

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 27. Februar 2017

Der schwedische Erzbischof Jakob Ulvsson

Der schwedische Erzbischof Jakob Ulvsson spielt in Schweden eine besondere Rolle, denn zum einen handelt es sich um einen katholischen Erzbischof, zum anderen den Erzbischof, der 46 Jahre lang im Amt war und damit den Rekord der Amtszeit aufstellt, und zum dritten, weil Ulvsson am 27. Februar 1477 vom Papst die Genehmigung erhielt die Universität Uppsala zu gründen, wobei der Erzbischof nur drei Jahre später auch den Buchdruck in Schweden einführte und damit eine neue Ära in Schweden einleitete, auch wenn der Katholizismus bereits 50 Jahre später in Schweden zu Grabe getragen wurde.

Jakob Ulvsson war zwischen 1430 und 1440 in Hacksta zur Welt gekommen und studierte ab 1457 in Rostock Theologie. Da Ulvsson zwischen 1465 und 1470 in der päpstlichen Kurie in Rom lebte, konnte er auch eine enge Beziehung zum damaligen Papst Paulus II. aufbauen, der ihn noch 1470 zum schwedischen Erzbischof weihte und damit den offiziellen Anwärter für das Amt überging. Als Ulvsson wenig später nach Schweden zurückkehrte, war eine seiner ersten Handlungen ein landesweites Gedenkfest zur in der katholischen Kirche verehrten Birgitta anzuordnen und sich dafür einzusetzen dass Birgitta heilig erklärt wird, was 1482 erst einmal zur Seligsprechung Birgittas führte.

Als Jakob Ulvsson im Jahre 1521 in Mariefred starb, geschah dies bereits im Umbruch zwischen Katholizismus und Reformation, denn nur zwei Jahre später wurde Gustav Vasa König Schwedens und verordnete die Reformation. Dies führte dazu, dass Ulvsson für über 300 Jahre aus der schwedischen Geschichte nahezu verschwand und erst beim 400-jährigen Jubiläum der Universität Uppsala wieder als der Gründer der Universität bedeutend und für seinen Einsatz das Wissen in Schweden zu verbreiten geehrt wurde. Auch seine Rolle als Politiker rückt seit dieser Zeit wieder mehr in die Öffentlichkeit.


27. Februar 1705: Der schwedische Naturwissenschaftler Peter Artedi
27. Februar 1862: Die schwedische Textilkünstlerin Agnes Branting
27. Februar 1869: Der Göta Kanal, vom Lastverkehr zum Tourismus
27. Februar 1921: Willy Kyrklund und die existentielle philosophische Literatur Schwedens
27. Februar 1953: Gustaf Hellström und das gesellschaftliche Leben in Kristianstad
27. Februar 1974: Der König Schwedens wird politisch entmachtet
27. Februar 1981: Die Eisenhütte Domnarvet bei Borlänge in der Krise
27. Februar 1984: Die schwedische Fußballspielerin Lotta Schelin 

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 2. Februar 2017

Der Erzbischof und Politiker Anton Niklas Sundberg

Als Anton Niklas Sundberg am 2. Februar 1900 als Erzbischof in Uppsala starb, hatte er nicht nur eine außerordentliche Karriere hinter sich, sondern er ging auch als der einzige im Bohuslän geborene Führer der schwedischen Kirche und der ungewöhnlichste Erzbischof Schwedens in die Geschichte ein, da Sundberg Humor hatte und, trotz seines Amtes, auch nicht zögerte zu fluchen und seine eigenen Grenzen testete. Zudem hält Sundberg einen anderen Rekord, denn nach der Reformation gab es bis heute keinen anderen Erzbischof, der dieses Amt so lange innehatte wie Sundberg.

Anton Niklas Sundberg war am 27. Mai 1818 als Sohn eines Hutmachers in sehr einfachen Verhältnissen in Uddevalle im Bohuslän zur Welt gekommen. Über seine Jugend ist nichts bekannt, da der spätere Erzbischof immer der Meinung war dass seine Kindheit keinerlei Rolle spielte und es nicht der Rede wert war darüber zu sprechen. Mit 18 Jahren begann Sundberg an der Universität Uppsala ein Studium der Theologie, das er 1845 mit einem Doktorat in Philosophie abschloss. Im gleichen Jahr wurde Sundberg auch zum Priester geweiht und vier Jahre später wurde er Studienrat für Theologie an der Universität Lund. In relativ kurzer Zeit wurde der Theologe dann zum Professor ernannt, Bischof in Karlstad und 1870, im Alter von 52 Jahren, war Sundberg Erzbischof und Prokanzler der Universität Uppsala.

Anton Niklas Sundberg war der letzte Erzbischof bevor sich die Kirche Schwedens erneuerte und modernisierte und hatte hierfür bereits den Weg geöffnet, Dies zeigt sich, unter anderem, in seiner Abhandlung zur Taufe des Jahres 1851, als er die Baptisten mit ihrer konservativen Einstellung als gefährlicher bezeichnete als die katholische Kirche, da diese die subjektive Meinung über objektive Fakten stellen. Sundberg wehrte sich auch gegen die Meinung dass ein Kind, das ohne Taufe stirbt, verdammt sei. Auch in seiner Rolle als Erzbischof zeugt die Meinung Sundbergs, der 1874 in die Svenska Akademien gewählt wurde, deutlich von einem Reformwillen, der in vielen Punkten bei seiner einfachen Herkunft zu suchen ist, da Sundberg Religion auch im täglichen Leben gesehen hatte und nicht die akademische Warte als allgemeingültig betrachtete.


2. Februar 1250: Erik Eriksson, der Lispelnde und Hinkende, wird König Schwedens
2. Februar 1455: Johan II. von Schweden (König Hans), König für vier Jahre
2. Februar 1621: Der schwedische Sprachwissenschaftler Johannes Schefferus
2. Februar 1854: August Bondeson, der Schriftsteller des schwedischen Volkes
2. Februar 1911: Jussi Björling, ein schwedischer Hofsänger
2. Februar 1913: Der Archäologe und Reichsantiquar Hans Hildebrand
2. Februar 1948: Ture Sventon, der merkwürdigste Privatdetektiv Schwedens
2. Februar 1983: Carolina Klüft gewinnt Gold beim Siebenkampf
2. Februar 1987: Karin Söder, erste weibliche Vorsitzende einer schwedischen 

Copyright: Herbert Kårlin


Freitag, 21. Oktober 2016

Der Priester und Historiker Joen Petri Klint

Auch wenn man über die Herkunft des Priesters und Historikers Joen Petri Klint nicht sehr viel weiß, so hinterließ er bei seinem Tode am 21. Oktober 1608 in Östra Stenby ein relativ umfangreiches Werk und hatte sich als deutlicher Verfechter des neuen protestantischen Glaubens ausgezeichnet. Klint gehört zu den wenigen Personen Schwedens, die uns ein deutliches Bild dieser Epoche hinterließen und damit einen wichtigen Beitrag für die Kulturgeschichte Schwedens leisteten, die ohne den Historiker verloren gegangen wären.

Wann Joen Petri Klint geboren wurde, ist nicht überliefert, daher wird er erstmals 1558 genannt, als er sich an der Universität Uppsala einschrieb, wo er 1564 auch zum Priester geweiht wurde. Bereits vier Jahre später erhielt Klint das Pastorat in Östra Stenby, das er bis zu seinem Tod behielt. In seiner Eigenschaft als Priester zeichnete sich Klint dadurch aus, dass er zum einen auch den Priesterstand im Reichstag vertrat, sich zum anderen als Gegner der Kirchenpolitik des Königs Johan III. zeigte und sehr deutlich jede katholische Strömung Schwedens bekämpfte, unter anderem bei der Synode von Uppsala (Uppsala möte) des Jahres 1593.

Neben allgemeinen historischen und religiösen Werken, sowie einer illustrierten Chronik über Gustav Vasa, hinterließ Joen Petri Klint ein selbst illustriertes Manuskript über die religiösen Omen seiner Epoche, wobei er in diesem Werk auch die katholischen Omen neu deutete und dem protestantischen Glauben anpasste. In der Järnteckensamling (Gesammelte religiöse Vorzeichen) beschrieb Klint alle Wunder und ungewöhnlichen Ereignisse, die den Glauben jener Epoche prägten und zeigten wie Gott den Ungehorsam der Menschheit bestraft. Indem Klint in diesem Werk auch sämtliche Anzeichen deutet und erklärt, bietet das Werk heute einen klaren Einblick in das religiöse Volksdenken jener Zeit. Vieles aus diesem Werk diente später auch der religiösen Propaganda und Teile davon wurden selbst als persönliche Meinung Gottes interpretiert, insbesondere im Streit zwischen dem protestantischen und dem katholischen Glauben.


21. Oktober 1833: Alfred Nobel, der Erfinder des Dynamits
21. Oktober 1862: Der schwedische Architekt Folke Zettervall
21. Oktober 1880: Der schwedische Dadaist Viking Eggeling
21. Oktober 1892: Die feministische Schriftstellerin Anne Charlotte Leffler
21. Oktober 1961: Nils Ferlin, der Bohemien unter den schwedischen Dichtern
21. Oktober 1990: Blondinbella, Erfolgsbloggerin in Schweden
21. Oktober 1994: Gustav Jonsson und das Kinderdorf Skå

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 24. September 2016

Die Ehe von Gustav Vasa und Katarina von Sachsen

Als Gustav Vasa 1523 zum König gekrönt wurde, war ihm sehr schnell bewusst dass er seine Macht nur bewahren konnte wenn er auch starke Freunde in den Nachbarstaaten hatte und einen ahnenreiche Prinzessin heiratete. Dies sollte sich jedoch als gewisses Problem zeigen, denn zum einen galt Schweden als kaltes und ungemütliches Land, zum anderen gab es nicht sehr viele Prinzessinnen, die auch eine entsprechende Ahnentafel hatten, und letztendlich musste seine zukünftige Ehefrau auch noch dem protestantischen Glauben treu sein, denn die Reformation lag dem König sehr am Herzen.

Schließlich fand Gustav Vasa die entsprechende Ehefrau in der 15-jährigen Katharina von Sachsen-Lauenburg, die protestantisch erzogen, beim deutsch-römischen Kaiser hoch angesehen und deren Schwester zudem mit dem dänischen Kronprinzen Kristian verheiratet war. In kürzester Zeit führten Vermittlungen zum gewünschten Ziel, auch wenn der Ehevertrag, nach gewissen Querelen und Forderungen von beiden Seiten, erst am 19. März 1531 in Lübeck geschlossen wurde. Die Ehe selbst wurde dann auf den 24. September 1531 in Stockholm gelegt, den Geburtstag der Königin, die 17 Jahre jünger war als ihr Gemahl.

Aber selbst die erste Ehe des Monarchen sollte noch Probleme verursachen, da man hierfür einen Erzbischof benötigte, Schweden jedoch zu jener Zeit zwei Erzbischöfe hatte, die allerdings beide Schweden verlassen hatten. Gustav Vasa ernannte daher kurzerhand Laurentius Petri zum neuen Erzbischof, der damit der erste Erzbischof Schwedens protestantischen Glaubens wurde und die Bande zu Rom später endgültig abschnitt. Die aus politischen Gründen geschlossene Ehe sollte allerdings sehr schlecht laufen, da Königin Katarina kein Schwedisch sprach und Schweden absolut nichts abgewinnen konnte, dem König jedoch vor ihrem Tod im Jahre 1535 noch einen Thronfolger zur Welt brachte, den späteren Erik XIV. Nach Gerüchten, die allerdings nie bestätigt werden konnten, soll Gustav Vasa seine junge Frau ermordet haben.


24. September 1513: Katharina von Sachsen-Lauenburg, Königin von Schweden 
24. September 1706: Der Frieden von Altranstädt beendet zwei Kriege
24. September 1838: Die Tageszeitung Östgöta Correspondenten 
24. September 1852: Der schwedischen Sängerprinz Gustaf Oscar
24. September 1878: Ivan Bratt und das Alkoholmonopol in Schweden
24. September 1888: Der Örebro Kanal, eine Attraktion in Närke
24. September 1919: Lennart Hyland, eine Legende des schwedischen Fernsehens
24. September 1927: Hjalmar Procopé, ein finnlandschwedischer Dichter
24. September 1928: Carl Wilhelm Wilhelmson, der Maler des Bohuslän
24. September 1975: David Vikgren, moderne Lyrik aus dem dem hohen Norden
24. September 2008: Bengt Anderberg, der Schriftsteller der schwedischen Erotik

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 14. April 2014

Der schwedische Reformator Laurentius Andreae

Obwohl Laurentius Andreae, der latinisierte Name von Lars Andersson, neben Olaus Petri, zu den bedeutendsten Reformatoren der schwedischen Kirche gehören, starb er am 14. April 1552 in Ungnade und Armut, da er seine Möglichkeiten gegenüber Gustav Vasa überschätzt hatte und geglaubt hatte, dass er eine schwedische Lösung bei der Reformation finden könne bei der nicht der König den Papst ersetzte, sondern die religiösen Führer des Landes den richtigen Weg des Glaubens zeigen konnten, teilweise durch Kompromisse mit der noch existierenden katholischen Schicht des Landes.

Laurentius Andreae hatte in Skara, Uppsala, Rostock und Leipzig vermutlich Recht studiert und machte bei seiner Rückkehr nach Schweden eine sehr schnelle Karriere, denn als er Mitte 30 war, verwaltete er bereits das Stift in Strängnäs und als Gustav Vasa am 6. Juni 1523 König Schwedens wurde, ernannte dieser Andreae zu seinem Sekretär, der auch für alle kirchlichen Angelegenheiten des Landes zuständig war. Zu dieser Zeit zeigte Andreae sein diplomatisches Gespür, denn er sorgte dafür, dass Gustav Vasa sich alle seine Reformationsvorschläge persönlich aneignen konnte und der Reformator selbst im Hintergrund blieb.

Aber auch wenn Laurentius Andreae später maßgeblich daran beteiligt war, dass die Macht von Gustav Vasa ausgedehnt wurde, dieser 1524 das gesamte Silber des Klosters Vadstena beschlagnahmen konnte und er, gemeinsam mit Olaus Petri, die Bibel Luthers ins Schwedische übersetzte, was zur sogenannten Vasa-Bibel wurde, begann 1530 der Abstieg der beiden Reformatoren, denn Gustav Vasa wollte, nach deutschem Vorbild, allein über die Entwicklung der schwedischen Kirche entscheiden, was dazu führte, dass Andreae und Petri als Landesverräter betrachtet wurden. Die beiden Reformatoren entgingen zwar der Hinrichtung, verloren jedoch alle Ehren und Gustav Vasa beschlagnahmte sämtliche Güter von Laurentius Andreae.


14. April 1891: Karl Gerhard, der König der schwedischen Revue
14. April 1924: Eine Straßenbahn, die mit Benzin fährt 
14. April 1927: Der erste Volvo läuft vom Band 
14. April 1954: Tetra Pak, eine schwedische Marke und Erfindung 
14. April 1984: Marianne Aminoff, der unbekannte Filmstar

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 1. August 2013

Olaus Magnus schreibt im Exil schwedische Geschichte

Als Olaus Magnus am 1. August 1557 im Exil in Rom starb, hinterließ er eines der merkwürdigsten Vermächtnisse zur schwedischen Geschichte. Der schwedische katholische schwedische Bischof ohne Amt hatte das Pech, dass er als als Katholik in die Reformbewegung Schwedens geriet, jedoch daran glaubte, dass sich der Katholizismus halten würde. Da Olaus Magnus daher zu jenen Katholiken gehörte, die sich nicht dem neuen Glauben anschließen wollten, der für Gustav Vasa der einzige Glaube Schwedens wurde, blieb ihm nur noch die Flucht und das Exil.

Noch bevor Olaus Magnus nach Rom kam, machte er in Venedig bei Hieronimo Quirino Halt, der sich sehr für die Situation in Schweden interessierte, aber natürlich eine verfälschte Meinung bekam, denn Olaus Magnus war überzeugt davon den Katholizismus wieder in Schweden einführen zu können und wollte das Land als äusserst interessant darstellen. Als ihn denn der Papst 1944 zum Erzbischof in Uppsala ernannte, glaubte sich Olaus Magnus nahezu am Ziel, was sich jedoch als Illusion erwies, denn der Erzbischof konnte nie wieder nach Schweden zurückkehren.

Weit entfernt von Schweden wurde man dann auch auf die Arbeiten von Olaus Magnus zur Geschichte Schwedens aufmerksam, wobei der Erzbischof dabei das Land in ein Phantasiegebilde verwandelte, obwohl er Schweden wegen seiner früheren Reisen im Land sehr gut kennen musste. In seinen Schriften sind die schwedischen Krieger allen anderen weit überlegen, die Runensteine wurden in der Urzeit von Riesen geschaffen und in der Ostsee findet man gigantische Seeungeheuer. Diese und andere Phantasien machten das nordische Reich geradezu zu einem heidnischen Inferno, das christianisiert werden musste. Olaus Magnus ist auch die Geschichte zur Heiligen Birgitta zu verdanken, die leider ebenfalls von seinen Phantasien untermalt wurde.


1. August 1593: Die Universität Uppsala wird allgemeine Universität 
1. August 1929: Rückwanderer aus der Ukraine kommen in Trelleborg an

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 29. März 2012

Emanuel Swedenborg, der größte Mystiker Schwedens

Am 29. März 1772 starb Emanuel Swedenborg in London, eine Person, die nie viel von Bescheidenheit hielt und sich in den letzten 30 Jahren seines Lebens zum bedeutendsten Mystiker Schwedens entwickelte, was ihm selbst eine Anklage wegen Ketzerei einbrachte. Diese extrem religiöse Phase des Philosophen überdeckt bis heute seine naturwissenschaftliche Leistungen, wobei er sich bei seinen zahlreichen christlichen Schriften kaum an das Volk richtete, da er sich hierbei fast ausschließlich dem Latein bediente.

Emanuel Swedenborg, der bereits in seiner Jugend schrieb, dass er fühle, dass er zu einem großen Wissenschaftler bestimmt sei, begann ab seinem 54 Lebensjahr in eine permanente Phase der Visionen abzuwandern. Er begann mit Geistern und Engeln zu reden und erklärte, dass ihn Gott dazu auserkoren hätte die protestantische Religion zu reformieren. Seine Werke ab dieser Zeit sind teilweise schwer verständlich, da er permanent von seinen Reisen und Eindrücken zwischen Himmel und Hölle berichtet, an die Swedenborg ernsthaft glaubte und zu seinem 18. religiösen Werk „Himmel och Helvete“ führte. Seine Theorien haben indes so bedeutende Schriftsteller wie William Blake, August Strindberg, Balzac, Yeats oder Charles Baudelaire stark beeinflusst.

Wenn man jedoch zur Kindheit von Emanuel Swedenborg zurückkehrt, so kann man seine religiösen Phantasien besser verstehen, denn sein Vater, Jesper Swedberg, entwickelte sich ebenfalls im Laufe seines Lebens zu einem bedeutenden Prediger und wurde im Alter zum Bischof in Skara ernannt, wo er ebenfalls an der Reformation der protestantischen Kirche arbeitete und die Bedeutung von direkten Gesprächen mit Gott hervorhob. Auch der Vater Emanuels war von der täglichen Existenz von Engeln, Geistern und Dämonen überzeugt, ohne jedoch mit ihnen den engen Kontakt zu bekommen wie Emanuel Swedenborg später.

29. März 1968: Ein Tunnel unter dem Göta Älv
29. März 2006: Niklas Lindgren, genannt Hagamannen 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 22. März 2012

Johannes Magnus zwischen Katholizismus und Protestantismus

Johannes Magnus, der letzte katholische Erzbischof in Uppsala, starb am 22. März 1544 in seinem Exil in Rom, wo er bei seinem Bruder Zuflucht gefunden hatte. Da Johannes Magnus die katholische Kirche zu einer Zeit in Schweden vertreten sollte als die Reformation unter Gustav Vasa in vollem Gange war, stand er in gewisser Weise auf verlorenem Posten, denn um im Land bleiben zu können, musste er offen zur neuen Religion sein, stand aber unter dem Druck des Papstes, der ihn zum Handeln gegen den Protestantismus zwingen wollte.

Johannes Magnus hatte Theologie an der schwedischen, katholischen Hochburg Skara und unter dem späteren Papst Hadrianus VI. im belgischen Leuven studiert, bevor er, wenn auch nur unter Vorbehalt als Erzbischof nach Uppsala berufen wurde. Tatsächlich hatte der Papst natürlich nur sehr wenige Kandidaten für diesen Posten, denn alle Geistlichen, die zu jener Zeit Schweden kannten, kannten auch die schwierige Position in die die katholische Kirche geraten war, so dass es auch logisch war, dass Johannes Magnus nicht offen gegen die neue Lehre auftreten konnte und sich gegen die Inquisition in Schweden gewehrt hatte.

Die Probleme für den Erzbischof tauchten dann auch wegen diesem Gratgang auf, denn der Papst fand Johannes Magnus als Abtrünnigen und nahm ihm daher jede Möglichkeit die katholische Lehre weiter zu verbreiten und bei Gustav Vasa geriet er in Ungnade, weil er versuchte durch Hintertüren den Katholizismus aufrecht zu halten, unter anderem auch durch die Vermittlung einer Hochzeit des Monarchen mit einer extrem katholischen Prinzessin aus Polen. Das Ergebnis war, dass Johannes Magnus dann Schweden ganz verlassen musste und sich anschließend den Geschichtsstudien widmete, bei dem er jedoch Mythologie und Geschichte auf breiter Ebene vermischte und zahlreiche neue schwedische Könige schuf.

22. März 1851: Göran Wahlenberg und die Ökologie der Pflanzen
22. März 1996: Jenny Lind erscheint auf einem schwedischen Geldschein

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 1. März 2012

Die Kirchen-Versammlung von Uppsala

Am 1. März 1593 eröffnete Nils Göransson Gyllenstierna die Kirchen-Versammlung von Uppsala (Uppsala Möte), die die Svenska Kyrka als das bedeutendste Treffen in der Geschichte der protestantischen Kirche des Landes empfindet, da am 17. November 1592 mit Sigismund ein katholischer König an die Macht kam und damit die Reformationsbestrebungen in Gefahr geraten war, die Basis der Svenska Kyrkan. Zahlreiche Priester hatten bereits die Liturgie von Johan III. für ungültig erklärt und waren bereit zum Katholizismus zurückzukehren.

Zur Versammlung in Uppsala kamen vier Bischöfe und über 300 Priester, die, gemeinsam mit den Ratsherren, über die Zukunft der schwedischen Kirche beraten sollten. Bereits am 5. März kam es zu einer Einigung, mit dem Ergebnis, dass die protestantische Kirche die einzige Schwedens blieb und das Augsburger Bekenntnis weiterhin seine Grundlage bildete. Die Worte, die der Vorsitzende der Versammlung, Nicolaus Olai Bothniensis, anschließend aussprach, haben die Denkweise schwedischer Herrscher und der kirchlichen Vertreter des Landes auf Jahrhunderte geprägt: „Nu är Sverige blivet en man och alle have vi en Herre och Gud.“

Das Ergebnis des Treffens war, dass Sigismund an seinem Krönungstag am 19. Februar 1594 gezwungen war das Treffen und das entsprechende Abkommen zu unterzeichnen, nach dessen Inhalt niemand, der nicht der protestantischen Kirche angehörte eine öffentliches Amt erhalten konnte, dass die Universität Uppsala wieder geöffnet werden musste und der König zum Beschützer der protestantischen Kirche wurde. Im gleichen Zug wurde der Katholizismus und die Lehre Ulrich Zwinglis im ganzen Reich verboten.

1. März 1638: Die erste schwedische Kolonie in Amerika
1. März 1914: Tor Aulin, der Lehrer von August Strindberg 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 6. Januar 2012

Olaus Petri, der schwedische Reformator

Olaus Petri, auch Mäster Olof genannt, wurde am 6. Januar 1493 in Örebro geboren und hat für die schwedische Kirche die gleiche Bedeutung wie Martin Luther für die protestantische Kirche in Deutschland. Überliefert ist auch, dass Olaus Petri vom schwedischen König nach Wittenberg geschickt wurde und dort, vermutlich unter Martin Luther, den protestantischen Glauben studierte, den er dann nach seiner Rückkehr in Schweden verbreitete. Olaus Petri, der ursprünglich Olof Pettersson hieß, übersetzte, gemeinsam mit Laurentius Andreae, die Bibel, gab Psalmbücher heraus und änderte, unter Gustav Vasa, die gesamte Kirchenordnung.

Theodor Lundbergs Olaus Petri in Stockholm

Die Reformation in Schweden war indes nur möglich, da Olaus Petri erst Stadtschreiber in Stockholm war und dann Reichskanzler unter Gustav Vasa wurde, also einen bedeutenden Einfluss in Schweden hatte und das Vertrauen des Königs besass. Allerdings nahm Olaus Petri auch das Beichtgeheimnis ernster als der König forderte und wurde deswegen bereits zehn Jahre nach der Kirchenreform des Hochverrats bezichtigt und zum Tode verurteilt, da er Gustav Vasa nicht berichtet hatte, dass ein Komplott gegen ihn geplant war, eine Tatsache, die Petri während einer Beichte anvertraut worden war. Auf Grund der bedeutenden Rolle, die Olaus Petri für die neue Kirche leistete, wurde das Todesurteil wenig später jedoch in eine Geldstrafe umgewandelt und bald wurde Petri auch wieder in seinen Funktionen bestätigt. Olaus Petri starb daher am 19. April 1552 in Stockholm eines natürlichen Todes.

Olaus Petri arbeitete auch als Rechtsphilosoph und Geschichtswissenschaftler, was ihm Ehre und Kritik brachte, denn während seine Domareregler noch heute Teil der schwedischen (und finnischen) Gesetze sind, so wurde er schwer für seine schwedische Geschichte „En svensk krönika“ kritisiert, deren Herausgabe Gustav Vase verbot und die daher erst 1818 erstmals erscheinen konnte. Olaus Petri hatte sich bei seinem Werk von der Auffassung gelöst, dass Geschichte dann richtig ist, wenn sie von Kirchenmännern abgesegnet war und legte einen Wert auf Analyse und Forschung. Aus diesen Gründen lehnte er auch die Schriften der Heiligen Birgitta ab, die Magnus Eriksson als „schlechten König“ beschrieben hatte. Auch seine kritische Beleuchtung der römischen Schriften über Schweden oder die Ablehnung der Glorifizierung der alten Geschichte Schwedens widersprachen der geschichtlichen Auffassung Vasas, der ein Schweden ohne Fehler sehen wollte.

Allerdings hatte August Strindberg mit seinem „Mäster Olof“, in dem Olaus Petri die Hauptfigur ist, ebenfalls wenig Glück, denn seine ersten beiden Versionen wurden abgelehnt weil er in seinem Stück Gustav Vasa handeln ließ, den König, der noch heute in Schweden als unantastbar gilt. Erst die dritte Version, ohne die Präsenz von Gustav Vasa, konnte dann veröffentlicht und im Theater gespielt werden.

6. Januar 1912: Johnny Bode, der erste Punkstar Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin