Posts mit dem Label Elektrizität werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Elektrizität werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 9. April 2016

Der schwedische Ingenieur Adolf Ahlsell

Adolf Ahlsell kam am 9. April 1844 als Sohn eines Zollverwalters in Stockholm zur Welt und besuchte von 1859 bis 1862 das Teknologiska Institutet in Stockholm, den Vorläufer der heutigen Technischen Hochschule. In den folgenden drei Jahren arbeitete er bei der staatlichen Eisenbahngesellschaft um die praktischen Aspekten des Eisenbahnbaus zu beschäftigen. Dieser praktischen Tätigkeit folgte eine Ausbildung zum Ingenieur, die er 1872 an der Kriegshochschule in Marieberg mit Erfolg abschloss. Nach seinem Examen arbeitete Ahlsell noch fünf Jahre im Eisenbahnbau in Russland unf Österreich, bevor er dann als Stationsingenieur an den Bergslagernas Järnvägar zu arbeiten begann.

Die Arbeit in Bergslagen sollte jedoch nur von kurzer Dauer sein, denn bereits 1873 wurde Adolf Ahlsell der Gasbeleuchtungsgesellschaft in Stockholm, wo er 1878 zum Oberingenieur aufstieg und 1884 schließlich für das gesamte Klaragasverket verantwortlich wurde. In diesen Jahren beschäftigte sich Ahlsell mit der Beleuchtung der schwedischen Hauptstadt und sammelte so viel Erfahrung und Kenntnisse, dass er auch in anderen Städten in Schweden und Finnland als Berater gefragt war, und in gewisser Weise auch die Gaswerke in Göteborg, Gävle und Helsingborg plante. Während seiner Zeit als Direktor des Gaswerkes stieg der Gasverbrauch in Stockholm von vier auf 35 Millionen Kubikmeter per Jahr an, was eine enorme Entwicklungsarbeit von Ahlsell forderte.

Aber auch wenn Adolf Ahlsell gegen Ende des 19. Jahrhunderts als die Fachkraft in Gas galt, so hatte er ein weiteres Interesse in dem er ebenfalls eine Pionierarbeit leistete. Ahlsell konstruierte zwischen 1890 und 1892 auch das erste Elektrizitätswerk Stockholms, das er bis zu seiner Rente im Jahre 1908 mit enormer Geschwindigkeit ausbaute. Der Erfolg des Ingenieurs Ahlsell lag vor allem daran, dass er nicht nur ein außerordentliches technisches Vermögen hatte, sonder bereits die Zukunft sehen konnte und zudem vor keinem administrativen Schritt zurückschreckte. Andererseits waren die finanziellen Ergebnisse, die er Stockholm brachte, so enorm, dass sich seinen Ideen auch kaum jemand widersetzen wollte.


9. April 1689: Kristina von Schweden, die widerspenstige Königin
9. April 1862: Anna Maria Roos, vom Schulbuch zum Drama und zum Kinderbuch
9. April 1903: Die Schauspielerin und Regisseurin Mimi Pollak
9. April 1944: Lars Norén und die schwedischen Außenseiter
9. April 1947: Maria-Pia Boëthius und der schwedischer Feminismus
9. April 1947: Die erstaunliche Karriere von Karin Kock-Lindberg
9. April 1970: Gustaf Tenggren, von Trollen zu Disneys Pinocchio
9. April 2006: Der schwedische Skandalregisseur Vilgot Sjöman 
9. April 2010: Kerstin Thorvall und die sexuelle Revolution Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 25. November 2012

Oscar Fredrik Wijkman, der „Gottvater“ von Västerås

Am 25. November 1909 starb Oscar Fredrik Wijkman, eine Person, die in Västerås als „Gottvater“ bezeichnet wurde, da ihm die gesamte industrielle Entwicklung von Västerås zu verdanken war und er sich, mit einer Ausnahme, auch im Stadtrat durchzusetzen wusste. Ab 1874 entschied Wijkman über nahezu alles was in Västerås geschah, wobei er natürlich nicht nur mit seinem Kapital eine gewisse Machtposition einnahm, sondern auch eine sehr starke Persönlichkeit war, der man sich besser nicht widersetzte.

Oscar Fredrik Wijkman war 1874 nach Västerås gekommen um dort die Mekaniska Verkstad zu gründen, die erste Industrieanlage der Stadt, die sich zu einem der größten Hersteller von landwirtschaftlichen Maschinen Schwedens entwickelte, 1898 im Unternehmen ASEA (Allmänna Svenska Elektriska Aktiebolaget) aufging und am 10. August 1987 durch eine Fusion zum Konzern ABB wurde, dessen schwedisches Hauptbüro noch heute in Västerås zu finden ist.

Die Industrieanlage von Oscar Fredrik Wijkman war die erste in Schweden, die sich voll auf eine Stromversorgung umstellte. Wijkman zwang 1872 den Stadtrat eine überhöhte Summe für die Wasserrechte an der Svartån zu bezahlen, damit sich ASEA nicht in Arboga oder Örebro niederließ, sondern nach Västerås kam. Der Industrielle gründete 1897 die Firma Nordiska Metall, die mittlerweile zum SSAB-Konzern und zum Luvata-Konzern wurden, die allerdings beide ihren Sitz verlagert haben. Als sich der Stadtrat beim Plan des Stadshotells am Fiskartorget erstmals gegen Wijkman stellte, legte er 1904 aus Protest alle seine politischen Ämter nieder.


25. November 1620: Gustav II. Adolf geht eine politische Ehe ein
25. November 1786: Anders Magnus Strinnholm und die schwedische Geschichte
25. November 2010: Die letzte Reise der HMS Visborg (A265) 

Copyright: Herbert Kårlin 

Donnerstag, 13. September 2012

Stockholm wird mit Strom versorgt

Am 13. September 1881, rund 30 Jahre nachdem die Stockholmer Straßen mit Gas beleuchtet worden waren, wurde das Elektrizitätswerk Brunkebergsverket an der Regeringsgatan in Betrieb genommen, das mit Hilfe einer gigantischen Akkumulatorenbatterie 1024 Glühbirnen im Stockholmer Bezirk Norrmalm zum Leuchten brachte, allerdings nicht nur Straßenlampen, sondern auch einige wenige Geschäfte, die sich diesen Luxus leisten konnten, denn ein Kilowatt Strom kostete 80 Öre, was ein wahres Vermögen war.

Trotz des hohen Preises für Strom ging der Ausbau des elektrischen Netzes in Stockholm dann mit Riesenschritten voran, denn bereits 1896 gingen vom Brunkebergsverket dreizehn Hauptleitungen entlang der verschiedenen Straßen, auch wenn man damals kaum von sicheren Leitungen reden konnten, denn die Kabel wurden ohne jeden Schutz neben den Bürgersteigen eingegraben und nur an Kreuzungen durch eine Metallhülse geschützt.

Allerdings muss man dabei bedenken, dass man zu dieser Zeit nur Gleichstrom lieferte und Wechselstrom nur in Versuchslabors getestet wurde. Gleichstrom hatte jedoch auch den Nachteil, dass die Leitungen nicht unbegrenzt lang sein konnten und sich die Stromversorgung daher nur in einem gewissen Radius um das Kraftwerk ausdehnen konnte. Bereits 1890 war daher die Grenze erreicht, was jedoch dennoch bedeutete, dass die Gesamtkabel eine Länge von 120 Kilometer hatten und das zentrale Stockholm mit Licht versorgt werden konnte.


13. September 1757: Schweden führt einen Krieg ohne Ergebnisse
13. September 1932: Der schwedische Jazzmusiker Bengt Hallberg
13. September 1943: Gunder Andersson, ein linker Autor der Sport zu Literatur macht

Copyright: Herbert Kårlin