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Samstag, 29. Oktober 2016

Die Gründung der Stadt Kristinehamn

Kristinehamn war bereits im 14. Jahrhundert eine Küstenstadt am Vänern und ein wichtiger Marktplatz, da die Stadt an der bedeutendsten Verbindung zwischen Schweden und Norwegen lag. Allerdings sprach man damals noch nicht von Kristinehamn, sondern von Broo. Als Herzog Karl sich 1572 dafür entschied ein Eisenwerk und eine Fabrik zur Holzverarbeitung im dortigen Ort zu bauen, wollte er Kristinehamn zur Hauptstadt des Värmlands machen, aber zwölf Jahre später änderte er seine Pläne und er vergab die Stadtprivilegien nicht an Kristinehamn, sondern an Karlstad.

Unabhängig von der Entscheidung des Herzogs wuchs Kristinehamn, dank der Eisenverarbeitung,  bedeutend an und bereits am 29. Oktober 1642 entschied sich Königin Kristina der Stadt Broo die Stadtrechte zu verleihen, allerdings ihr auch einen neuen Namen zu geben, nämlich Christinehamn, das später zu Kristinehamn wurde. Noch heute erinnert das Stadtwappen an die industrielle Vergangenheit der Stadt, denn das Boot im Wappen entspricht jenen, die das aus Bergslagen ankommende Eisen auf dem Wasserweg zu den verschiedenen Eisenhütten und Schmieden am Rande des Vänern weitertransportierten.

Die Stadt Kristinehamn entwickelte sich im Laufe der Zeit zum Zentrum des Eisen- und Holztransports aus Bergslagen, was sich noch verstärkte als 1842 mit dem Bau einer Eisenbahnlinie begonnen wurde und bei Kristinehamn der Kilometer Null entstand, die erste Haltestelle der Inlandsbanan, die mit ihren 1288 Kilometer Länge eine Verbindung zwischen Kristinehamn im Süden und Gällivare im Norden schuf. Heute ist allerdings nicht nur die Inlandsbanan eine touristische Attraktion, sondern auch ein nachgebautes Boot aus der Gründungszeit der Stadt, das im Sommer vor Kristinehamn seine Segel setzt.


29. Oktober 1642: Der Ort Järle bei Nora erhält die Stadtrechte
29. Oktober 1726: Daniel Melanderhjelm, Astronom und Mathematiker
29. Oktober 1908: Lorens Marmstedt, vom Filmkritiker zum Produzenten
29. Oktober 1950: König Gustav V., der älteste König Schwedens
29. Oktober 1956: Die Schauspielerin und Komikerin Babben Larsson
29. Oktober 1971: Der schwedische Nobelpreisträger Arne Tiselius
29. Oktober 1998: Ein Fest in Göteborg wird zum Feuerinfierno
29. Oktober 2012: Cordelia Edvardson und das überlebte Auschwitz

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 25. September 2016

Der Arbeiterschriftsteller Hjalmar Eriksson

Hjalmar Eriksson kam am 25. September 1895 als Sohn eines Bergmans in Nora zur Welt und begann nach einer grundlegenden Schulbildung mit 16 Jahren ebenfalls im Bergwerk zu arbeiten. Da in jener Zeit die Bergwerke in Bergslagen teilweise unrentabel wurden und niedergelegt wurden, wechselte Eriksson mehrmals seine Arbeitsstelle, unterbrochen von Zeiten der Arbeitslosigkeit und Gelegenheitsarbeiten, bis er 1928 in der Grube Grängesberg dann eine permanente Arbeitsstelle fand um dort bis zu seiner Pensionierung zu arbeiten.

In Grängesberg gelang es Hjalmar Eriksson jedoch auch sich hochzuarbeiten und teilweise die Welt in den dunklen Gängen zu verlassen um im Arbeiterverband als Sekretär aktiv zu werden. Bereits ab Mitte der 30er Jahren war Eriksson dann auch gewerkschaftlich engagiert und arbeitete in mehreren Ausschüssen der Gewerkschaft SAC mit. Nach seinen eigenen Aussagen schloss sich Eriksson in dieser Zeit auch Studiengemeinschaften an, schuf einen eigenen Kreis zur Ausbildung in Schwedisch, und es wuchs sein Wunsch seine Erfahrungen in schriftlicher Form festzuhalten.

Im Jahre 1946 erschien dann Hjalmar Erikssons erster von sieben Romanen mit dem Titel Järn och bröd (Eisen und Brot), der als der erste Arbeiterroman Schwedens im Grubenmilieu gilt, der über das tatsächliche Leben in einem Bergwerk berichtet ohne romantischen oder abwertenden Einschlag. Eriksson lässt den Leser mit seinen sieben Romanen an der Freude und der Misere eines Bergwerkarbeiters teilhaben, beschreibt aber auch das Leben der Familien der Grubenarbeiter und die Herausforderungen, die ein solches Leben in jener Zeit stellte. Die Romane sind daher nicht nur leicht zu lesen, sondern bilden auch die Kulturgeschichte einer wichtigen Zeit Schwedens, die sonst meist nur in Zahlen ausgedrückt wird. Hjalmar Eriksson starb am 5. Mai 1973 in Göteborg, wo er seit seiner Pensionierung im Jahre 1960 lebte.


25. September 1826: Eine schwedische Königin gibt drei Orten ihren Namen
25. September 1828: Charlotte Seuerling, die blinde Harfenspielerin
25. September 1853: Der schwedische Architekt Fredrik Blom 
25. September 1935: Maj Sjöwall und Kommissar Beck
25. September 1935: Sjöwall-Wahlöö und Polizist Martin Beck
25. September 1963: Der schwedische Schauspieler Mikael Persbrandt

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Dienstag, 12. Juli 2016

Der Künstler und Fotograf Hjalmar Falk

Hjalmar Falk wurde am 12. Juli 1856 als Sohn eines Beamten in Mora zur Welt gekommen und studierte zwischen 1878 und 1884 an der Kunstakademie in Stockholm, wo er den Landschaftsmaler Per Daniel Holm als Lehrer hatte. Zu Beginn seiner Studien studierte Falk vor allem das Malen in Öl, ging dann jedoch mehr und mehr auf die Aquarellmalerei über, die in seinen Augen besser geeignet war seine Landschaften darzustellen und dem Licht eine größere Bedeutung zu geben.

Im Jahre 1887 zog Hjalmar Falk nach Karlsham in Blekinge um dort nicht nur zahlreiche Landschaften und Ansichten Karlshamns und Blekinges zu malen, sondern auch um mit der Zeit einer der größten Künstler dieser Region zu werden. Nach einer Ausstellung im Jahre 1889 in Chicago folgten auch zahlreiche Ausstellungen in Schweden. Die größte Sammlung an Bildern Falks findet man heute in der Königlichen Bibliothek in Stockholm, im Museum in Karlshamns und im Blekinge Museum, mit der Ausnahme einer Bilderserie, die Falk 1924 malte, denn seine Aquarelle der Hütten und Eisenwerke in Bergslagen sind Teil der Sammlung des Jernkontoret in Stockholm.

Hjalmar Falk, der am 22. September 1938 in Karlshamn starb, machte sich jedoch nicht nur als Maler einen Namen, denn über seine Frau Tekla, die Fotografin in Ronneby war, kam Falk auch zur Fotografie, wobei das Paar in Ronneby ein Fotoatelier einrichteten. Leider sind nicht sehr viele der Fotos Falks erhalten, abgesehen von einigen Postkarten, die er als Fotograf signierte. Aus verschiedenen Aufzeichnungen in Blekinge geht jedoch hervor, dass sowohl Tekla Falk als auch Hjalmar Falk auf Porträtfotografie spezialisiert waren, die Fotografien sich daher in Privatbesitz befinden oder nach dem Tod der abgebildeten Personen vernichtet wurden.


12. Juli 1698: Fredrik Gyllenborg, der Intrigant der schwedischen Geschichte
12. Juli 1873: Oscar von Sydow, für acht Monate Ministerpräsident Schwedens
12. Juli 1897: Josef Högstedt, der beliebte Lyriker Pälle Näver
12. Juli 1908: Fußball in Schweden
12. Juli 1931: Nathan Söderblom,Träger des Friedensnobelpreises
12. Juli 1953: Wolfgang Zaugg, alias John Ausonius, der Lasermannen
12. Juli 1995: Der schwedische Sänger Yohio

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 9. April 2016

Der schwedische Ingenieur Adolf Ahlsell

Adolf Ahlsell kam am 9. April 1844 als Sohn eines Zollverwalters in Stockholm zur Welt und besuchte von 1859 bis 1862 das Teknologiska Institutet in Stockholm, den Vorläufer der heutigen Technischen Hochschule. In den folgenden drei Jahren arbeitete er bei der staatlichen Eisenbahngesellschaft um die praktischen Aspekten des Eisenbahnbaus zu beschäftigen. Dieser praktischen Tätigkeit folgte eine Ausbildung zum Ingenieur, die er 1872 an der Kriegshochschule in Marieberg mit Erfolg abschloss. Nach seinem Examen arbeitete Ahlsell noch fünf Jahre im Eisenbahnbau in Russland unf Österreich, bevor er dann als Stationsingenieur an den Bergslagernas Järnvägar zu arbeiten begann.

Die Arbeit in Bergslagen sollte jedoch nur von kurzer Dauer sein, denn bereits 1873 wurde Adolf Ahlsell der Gasbeleuchtungsgesellschaft in Stockholm, wo er 1878 zum Oberingenieur aufstieg und 1884 schließlich für das gesamte Klaragasverket verantwortlich wurde. In diesen Jahren beschäftigte sich Ahlsell mit der Beleuchtung der schwedischen Hauptstadt und sammelte so viel Erfahrung und Kenntnisse, dass er auch in anderen Städten in Schweden und Finnland als Berater gefragt war, und in gewisser Weise auch die Gaswerke in Göteborg, Gävle und Helsingborg plante. Während seiner Zeit als Direktor des Gaswerkes stieg der Gasverbrauch in Stockholm von vier auf 35 Millionen Kubikmeter per Jahr an, was eine enorme Entwicklungsarbeit von Ahlsell forderte.

Aber auch wenn Adolf Ahlsell gegen Ende des 19. Jahrhunderts als die Fachkraft in Gas galt, so hatte er ein weiteres Interesse in dem er ebenfalls eine Pionierarbeit leistete. Ahlsell konstruierte zwischen 1890 und 1892 auch das erste Elektrizitätswerk Stockholms, das er bis zu seiner Rente im Jahre 1908 mit enormer Geschwindigkeit ausbaute. Der Erfolg des Ingenieurs Ahlsell lag vor allem daran, dass er nicht nur ein außerordentliches technisches Vermögen hatte, sonder bereits die Zukunft sehen konnte und zudem vor keinem administrativen Schritt zurückschreckte. Andererseits waren die finanziellen Ergebnisse, die er Stockholm brachte, so enorm, dass sich seinen Ideen auch kaum jemand widersetzen wollte.


9. April 1689: Kristina von Schweden, die widerspenstige Königin
9. April 1862: Anna Maria Roos, vom Schulbuch zum Drama und zum Kinderbuch
9. April 1903: Die Schauspielerin und Regisseurin Mimi Pollak
9. April 1944: Lars Norén und die schwedischen Außenseiter
9. April 1947: Maria-Pia Boëthius und der schwedischer Feminismus
9. April 1947: Die erstaunliche Karriere von Karin Kock-Lindberg
9. April 1970: Gustaf Tenggren, von Trollen zu Disneys Pinocchio
9. April 2006: Der schwedische Skandalregisseur Vilgot Sjöman 
9. April 2010: Kerstin Thorvall und die sexuelle Revolution Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 27. Juni 2015

Das Kanalmuseum Skanzen in Halstahammar

Am 27. Juni 1976 wurde der erste Abschnitt des Kanalmuseums Skanzen in Halstahammar eingeweiht. Heute besteht das Museum am Strömholmskanal aus mehreren gut erhaltenen Gebäuden aus dem 18. Jahrhundert und ist ein Teil des Ekomuseum Bergslagen, das in seiner Gesamtheit einen Blick in die Vergangenheit der gesamten Region erlaubt in der lange Zeit die Eisengewinnung und Eisenverarbeitung die wichtigste Einkommensquelle war, was wiederum nur durch den Bau von Kanälen möglich war, da der Transport des Eisens über Jahrhunderte hinweg vor allem zu Wasser geschah. Da Wege große Teile des Jahres nicht befahrbar waren.

Das Kanalmuseum Skanzen besteht aus mehreren Gebäuden in denen, unter anderem, die Verwaltung und der technische Chef für den Kanalbetrieb zu finden waren. Hinzu kommt heute ein Schulmuseum, die Wohnung eines Kutschers, eine Backstube, eine Kapelle und andere Gebäude. Das Zentrum des Museums ist jedoch eine Sammlung alter Geräte, die für den Bau des Strömholms Kanal verwendet wurden und eine Ausstellung zur Geschichte des Kanals mit einem Modell der Doppelschleuse, die man anschließend auch in voller Funktion sehen kann, auch wenn heute kein Eisen mehr transportiert wird, sondern im Sommer Freizeitboote den Kanal befahren.

Der Strömholms Kanal gehörte nach seiner Fertigstellung im Jahre 1795 zu einem der wichtigsten Kanäle Schwedens, obwohl er schlecht gebaut war und ständig Reparaturen erforderte. Bereits gegen 1800 verkehrten auf dem Kanal regelmäßig rund 40 Frachtschiffe, die etwa 15 Meter lang und bis zu fünf Meter breit waren, die sogenannten Kanaljakter, Schiffe, die speziell für Kanalfahrten gebaut waren und einen fällbaren Mast hatten, damit die Schiffe auch unter Brücken verkehren konnten, die sich nicht öffnen ließen. Mehrere Modelle dieser Kanalschiffe findet man im Kanalmuseum Skanzen.


27. Juni 1676: Der Schonische Krieg (Skånska kriget) unter Karl XI.
27. Juni 1895: Sophie Adlersparre und die schwedische Frauenbewegung
27. Juni 1902: Der letzte Geadelte Schwedens: Sven Anders Hedin
27. Juni 1963: Fredrik Lindström und der Erfolg eines Populärhistorikers
27. Juni 2001: Tove Jansson schrieb nicht nur Mumintrollen
27. Juni 2003: Carl Bernadotte und die Affäre Huseby
27. Juni 2009: Willy Kyrklund und die existentielle philosophische Literatur Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Freitag, 9. Januar 2015

Die neue schwedische Kupferkompanie

Bereits ab 1580 hatte der schwedische König in Bergslagen den Handel mit Eisen und Kupfer reglementiert und die Aufkäufer der Ware bestimmt. Allerdings musste diese ersten Bestimmungen auf Grund der Kriege und der schlechten finanziellen Lage Schwedens sehr bald wieder aufgehoben werden und erst Gustav II. Adolf legte dann am 21. Dezember 1619 erneut klare Regeln über den schwedischen Handel mit Kupfer fest. Um den gewinnträchtigen Handel mit der Ware in festen Händen zu behalten, gründete der König daher die sogenannte äldre kopparkompaniet, die ältere Kupferkompanie.

Diese Handelsgesellschaft, die auch Waren, insbesondere Waffen, nach Stockholm importierte, stand jedoch ebenfalls auf schlechten Beinen, da das Kapital der Kompanie unzureichend war und als Kupfer dann auch noch an Wert verlor, musste diese erste Kupferkompanie 1628 wieder aufgelöst werden. Der König musste die gesamten Schulden übernehmen, konnte jedoch die Gläubiger nicht bezahlen und vergab daher Güter an sie mit Hilfe deren sie dann wieder an ihre Einlagen kamen, und teilweise auch einen hohen Gewinn machen konnten.

Natürlich war damit die Idee einer Kupferkompanie nicht begraben, denn als die schwedische Krone 1635 ein holländisches Unternehmen fand, das am Import von schwedischem Kupfer interessiert war, entstand am 9. Januar 1636 die neue Kupferkompanie. Im Vertrag wurde sowohl die Menge des jährlich zu importierenden Kupfers und dessen Preis festgelegt. Aber obwohl der König dieses Mal sogar die Einlagen, die die Oberstatthalter und Kollegienmitglieder leisten mussten, festlegte, kam dieses Handelsunternehmen nur sehr schleppend in Gang, denn Kupfer hatte nicht mehr  die Bedeutung von früher und die Wahl von Arvika als Handelsplatz zeigte sich geradezu als schädlich. Drei Jahre lang konnte die Handelskompanie dennoch aufrecht gehalten werden bis die Teilhaber im Jahre 1638 die Auflösung der Gesellschaft forderten. Ab 1. Januar 1693 wurde dann der Kupferhandel in Schweden frei gegeben, da das Königshaus und die reiche Schicht Schwedens keine finanzielle Zukunft in diesem Handel sahen.


9. Januar 1202: Birger Brosa unter Knut Eriksson und Sverker den yngre 
9. Januar 1811: Desideria von Schweden, eine Kaufmannstochter wird Königin 
9. Januar 1897: Die schwedische Künstlerin Tyra Lundgren 
9. Januar 1900: Der Lorensbergs Cirkus in Göteborg brennt
9. Januar 1939: Annette Kullenberg, die Schriftstellerin mit der spitzen Zunge 
9. Januar 1954: Der Frachtdampfer Nedjan sinkt bei Eggegrund 
9. Januar 1969: Moderaterna, von extrem rechts zur Mitte

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Der Ort Järle bei Nora erhält die Stadtrecht

Wer heute den kleinen Ort Järle bei Nora besucht, findet ein kleines Dorf mit rund 30 Einwohnern und kann sich kaum vorstellen, dass dieser Ort am 29. Oktober 1642 die Stadtrechte verliehen bekam und, da diese Rechte bis heute nicht zurückgezogen wurden, damit die vermutlich kleinste Stadt Schwedens ist, zumindest auf dem Papier, denn mit nur einem Café und einer Keramikwerkstadt wäre es vermessen sich bereits mit der nahen Kleinstadt Nora vergleichen zu wollen.

Um die Geschichte Järles, früher Jerle geschrieben, zu verstehen, muss man zurück zur Mitte des 16. Jahrhunderts, als dort der erste Eisenhammer in Betrieb genommen wurde mit dem die Industrialisierung des Ortes begann. Bis 1880 wurde in Järle nicht nur Eisen bearbeitet, sondern man fand hier auch eine Schmiede, eine Getreidemühle, ein Sägewerk und eine rege Aktivität, die arbeitswillige Kräfte aus dem ganzen Land anzog. Im 19. Jahrhundert war das Warenzeichen Jerle Bruk in ganz Europa bekannt, ein Warenzeichen, das erst im Jahr 2003 vollständig verschwand, als die letzten Teile der früheren Eisenhütte verkauft wurden.

Als Karl Bonde im Jahre 1629 Regierungspräsident der Region Närke und Bergslagen wurde, wollte dieser Järle zum Zentrum der Eisenindustrie der Region machen. Er plante ein Kanalsystem, das ermöglichen sollte das Eisen nach Stockholm und Göteborg zu transportieren und er sah in Järle die zukünftige Großstadt der Region. 1639 war Bonde dem Ziel sehr nahe, denn er begann den Marktplatz zu bauen und plante sowohl eine Domkirche als ein Gut für den König. Seine Methoden waren allerdings nicht bei allen Bürgern willkommen, denn Bonde drohte Kaufleuten aus Nora und Lindesberg mit einem Berufsverbot, sollten diese sich nicht in Järle ansiedeln. Noch bevor die Stadt wirklich entstanden war, erreichte es der Politiker, dank seiner Beziehungen, auch die Stadtrechte für Järle zu erhalten. Als dann jedoch der Bau der Kanäle verzögert wurde und die Eisenindustrie in eine Krise geriet, begann der Abstieg der Stadt Järle, die Mitte des 20. Jahrhunderts wieder zu einem Dorf geschrumpft war.


29. Oktober 1908: Lorens Marmstedt, vom Filmkritiker zum Produzenten
29. Oktober 1950: König Gustav V., der älteste König Schwedens
29. Oktober 1956: Die Schauspielerin und Komikerin Babben Larsson
29. Oktober 1971: Der schwedische Nobelpreisträger Arne Tiselius
29. Oktober 1998: Ein Fest in Göteborg wird zum Feuerinfierno
29. Oktober 2012: Cordelia Edvardson und das überlebte Auschwitz

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 24. August 2013

Carl Ludvig Granlund, der letzte Wegelagerer Schwedens

Carl Ludvig Granlund hatte das Pech, dass er nicht nur in einer armen Familie in Skattlösberg in Dalarna aufwuchs, sondern er wurde auch als überflüssiger Esser betrachtet und litt unter Dyslexie, was auch dazu führte, dass er den Katechismus nicht lesen konnte und dadurch nicht konfirmiert wurde, ein Problem, das in jener Zeit weitreichende Folgen hatte, da man dadurch geradezu als gottlos betrachtet wurde und jeder Art von Verfolgungen ausgesetzt war.

Carl Ludvig Granlund, der auch unter dem Spitznamen Gardist-Kalle bekannt war, wurde von der Nachwelt als der letzte Wegelagerer Schwedens bezeichnet ohne dass dies allerdings je belegt werden konnte. Er selbst hatte bei seinem Mordprozess im Jahre 1919 erklärt, dass er sich seinen Unterhalt seit den frühesten Jahren als Wegelagerer in Bergslagen verdient hatte, was auch allen glaubhaft vorkam, zumal in jenen Tagen Raub und Überfälle an den Wegen der Region sehr üblich waren.

Bedeutend Aufmerksamkeit erregte Carl Ludvig Granlund jedoch erst als er am 24. August 1901 seinen Nachbarn Johan Berglund ermordete, ein Mord, der ihm mangels Beweisen nicht nachgewiesen werden konnte, ihn aber dennoch 15 Monate ins Gefängnis brachte, da er auch versuchte die Frau Berglunds zu vergewaltigen. Als man jedoch am 19. Juli 1916 Per Johan Hedberg erschossen fand, wandte sich das Schicksal gegen Granlund, der erneut der Hauptverdächtige für den Mord war. Am 22. Juli des gleichen Jahres gab Gardist-Kalle dann nicht nur den Mord an Hedberg zu, sondern auch jenen an Berglund zu, wobei er in beiden Fällen Eifersucht als Motiv angab. Das Gericht in Ludvika verurteilte Granlund dann zu lebenslanger Haft, die er in Långholmen abdiente.


24. August 1905: Sven Stolpe, der katholische Schriftsteller Schwedens 
24. August 2003: Carolina Klüft gewinnt Gold beim Siebenkampf

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 16. März 2012

Ebba Brahe, die Geliebte des Königs Gustav II. Adolf

Ebba Brahe wurde am 16. März 1596 in Lerjeholm geboren und war während ihrer Jugend Hoffräulein im Stockholmer Schloss, wo sie im Alter von 15 Jahren den schwedischen Kronprinzen und späteren König Gustav II. Adolf traf. Die beiden verliebten sich nahezu unmittelbar und wollten heiraten. Königin Kristina war jedoch gegen die Verbindung, da Ebba Brahe einem sozial zu niederem Stand angehörte, was zwar die Liebschaft nicht verhinderte, jedoch die Ehe.

Am 24. Juni 1618, also sieben Jahre nachdem sie den Kronprinzen getroffen hatte, verheiratete sich Ebba Brahe dann mit Jacob De la Gardia. Auch wenn die Ehe als vorbildlich galt, so tauchten bereits nach der Geburt des ältesten Sohnes Magnus Gabriel im Jahre 1622 Gerüchte auf, dass Magnus der uneheliche Sohn von Ebba Brahe und Gustav II. Adolf sei. Dieses Gerücht durchzieht dann die Geschichte wie einen Faden, zumal Magnus Gabriel das einzige Kind des Paares De la Gardia war, das einen bedeutenden gesellschaftlichen Aufstieg verzeichnen konnte.

Diese Geschichte führte auch dazu, dass Ebba Brahes Lusthaus, das man heute im Ekomuseum Bergslagen findet, ein nahezu magischer Anziehungspunkt ist und mit zahlreichen Legenden umrankt ist. Den Besuchern des Lusthauses wird erzählt, dass das kleine Gebäude von Ebba in Erinnerung an Gustav II. Adolf gebaut wurde, wo sie in Ruhe von ihrer großen Liebe träumen konnte und die alten Liebesbriefe las. Auch wenn keine der Legenden, die um das Lusthaus Ebbas kreisen je bestätigt wurde, so handelt es sich bei dem kleinen Gebäude jedoch mit Sicherheit um das älteste noch erhaltene Lusthaus Schwedens, vermutlich gerade wegen eines Gerüchtes.

16. März 1792: Mord auf dem Maskenball
16. März 1971: Der schwedische Stand-up Künstler Jakob Öqvist 

Copyright: Herbert Kårlin

Göteborg, ein Reiseführer

Montag, 19. September 2011

Hjalmar Bergman, ein Leben im Zweifel und der Unsicherheit

Am 19. September 1883 wurde in der mittelschwedischen Stadt Örebro Hjalmar Fredrik Elgérus Bergman, allgemein nur als Hjalmar Bergman bekannt, geboren, ein Schriftsteller, der sein Leben in ständigen Zweifeln verbrachte, da er sich weder für Frauen noch für Männer entscheiden konnte und im Alter von 48 Jahren an Alkohol und Drogen in Berlin starb, die ihm jahrzehntelang ein Parallelleben erlaubten. Auch wenn Hjalmar Bergman in Berlin starb, so findet man sein Grab im Norra Kyrkogården in Örebro.

Obwohl Hjalmar Bergman zahlreiche Bücher schrieb, die die Region Bergslagen zu Beginn des letzten Jahrhunderts beschreiben, eine Gegend, die bis heute von Erz und Eisen geprägt ist, erinnert man sich heute insbesondere wegen dem Kulturreservat Wadköping in Örebro an den Schriftsteller, einen historischen Ort, den er, nach Vorlagen seiner Heimat, mit seinem Buch „Markurells i Wadköping“ schuf und das heute der vielleicht bedeutendsten Anziehungspunkt der Stadt Örebro ist.

Hjalmar Bergman wuchs in Örebro ohne Freunde auf, da er wegen seiner Fettleibigkeit nur gemobbt wurde. Seine Ehe mit Stina Lindberg war von permanenten Affären mit jungen Männern verbunden und seine ständigen psychischen Probleme führten ihn zu Alkohol und Drogen. Obwohl Hjalmar Bergman seit Beginn der 20er Jahre permanent unter Alkohol und Drogen stand, schrieb er bis zu seinem Lebensende noch rund zehn Bücher, die er jeweils termingerecht bei seinem Verleger ablieferte. Im Jahre 1930 kam sein letzter Roman „Clownen Jac“ als eine Art Abschiedswerk auf den Markt.

19. September 1882: Mauritz Björck und 50 Jahre volkstümliche Erzählungen
19. September 1955: Carl Milles, einer der grössten Skulpteure Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin