Sonntag, 25. November 2012

Oscar Fredrik Wijkman, der „Gottvater“ von Västerås

Am 25. November 1909 starb Oscar Fredrik Wijkman, eine Person, die in Västerås als „Gottvater“ bezeichnet wurde, da ihm die gesamte industrielle Entwicklung von Västerås zu verdanken war und er sich, mit einer Ausnahme, auch im Stadtrat durchzusetzen wusste. Ab 1874 entschied Wijkman über nahezu alles was in Västerås geschah, wobei er natürlich nicht nur mit seinem Kapital eine gewisse Machtposition einnahm, sondern auch eine sehr starke Persönlichkeit war, der man sich besser nicht widersetzte.

Oscar Fredrik Wijkman war 1874 nach Västerås gekommen um dort die Mekaniska Verkstad zu gründen, die erste Industrieanlage der Stadt, die sich zu einem der größten Hersteller von landwirtschaftlichen Maschinen Schwedens entwickelte, 1898 im Unternehmen ASEA (Allmänna Svenska Elektriska Aktiebolaget) aufging und am 10. August 1987 durch eine Fusion zum Konzern ABB wurde, dessen schwedisches Hauptbüro noch heute in Västerås zu finden ist.

Die Industrieanlage von Oscar Fredrik Wijkman war die erste in Schweden, die sich voll auf eine Stromversorgung umstellte. Wijkman zwang 1872 den Stadtrat eine überhöhte Summe für die Wasserrechte an der Svartån zu bezahlen, damit sich ASEA nicht in Arboga oder Örebro niederließ, sondern nach Västerås kam. Der Industrielle gründete 1897 die Firma Nordiska Metall, die mittlerweile zum SSAB-Konzern und zum Luvata-Konzern wurden, die allerdings beide ihren Sitz verlagert haben. Als sich der Stadtrat beim Plan des Stadshotells am Fiskartorget erstmals gegen Wijkman stellte, legte er 1904 aus Protest alle seine politischen Ämter nieder.


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Copyright: Herbert Kårlin 

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