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Mittwoch, 15. Mai 2013

Die baltische Industrie- und Handwerksausstellung in Malmö

Die baltische Industrie und Handwerksausstellung, die am 15. Mai 1914 in Malmö eröffnet wurde, vereinte die modernen Errungenschaften der damaligen Anliegerstaaten der Ostsee, was bedeutete, dass Schweden, Deutschland, Russland und Dänemark daran beteiligt waren. Diese Ausstellung sollte in Schweden die letzte Ausstellung im Zeichen des Jugendstil sein und der letzte Ausstellungs-Auftrag für den Architekten Ferdinand Boberg werden.

Ferdinand Broberg war um diese Zeit der bekannteste Ausstellungsarchitekt Schwedens gewesen und war bereits für die Planung der Stockholm Ausstellung im Jahre 1897 zuständig gewesen und unter ihm waren auch sämtliche schwedischen Pavillons der Weltausstellungen der Zwischenzeit entstanden. Da man während der Ausstellung auch zeigen wollte, dass Malmö eine moderne aufstrebende Stadt war, hatte zu diesem Zeitpunkt auch der Stadtarchitekt Anders Nilsson seinen Stempel in Malmö hinterlassen, der heute sowohl an einigen Gebäuden als auch entlang der Kanäle und den bedeutendsten Straßen noch deutlich sichtbar ist.

Die Industrie- und Handwerksausstellung in Malmö setzte erstmals auch auf Kultur und organisierte dabei die bedeutendste Kunstausstellung Schwedens an der alle beteiligten Länder mit insgesamt 3256 Ausstellungsstücken teilnahmen. Allerdings stand die Ausstellung unter einem schlechten Vorzeichen, denn durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs kehrten Deutschland und Russland vorzeitig zurück, wobei Russland bei der Abfahrt eine bedeutende und wertvolle Kunstsammlung in Malmö vergaß, die später diplomatische Spannungen zwischen den beiden Ländern verursachte. Schweden gab die Kunstgegenstände nie zurück, so dass man sie heute im Kunstmuseum in Malmö entdecken kann. Die Achterbahn, die damals für die Ausstellung aufgebaut wurde, ging anschließend ans Tivoli in Kopenhagen und gehört noch heute zu den Attraktionen des dänischen Vergnügungsparks.


15. Mai 1897: Stockholmausstellung, fast eine Weltausstellung
15. Mai 1971: Die erste Pride-Parade in Örebro 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 14. Dezember 2012

Anders Berch, der erste Nationalökonom Schwedens

Am 14. Dezember 1774 starb Anders Berch in Uppsala, der als Wissenschaftler die Rolle der schwedischen Bauern zur Nebensache machte um die wirtschaftliche Entwicklung des Landes auf die Handwerker, Manufakturen und die Regierung zu übertragen. Man kann Anders Berch daher als den Gründer der aktuellen schwedischen Wirtschaftsgesellschaft betrachten, der bei seiner Lehre allerdings sehr viele Ideen aus England und Deutschland übernommen hatte, wo die erste Phase der Industrialisierung durch das Handwerk bereits einen Schritt weiter war als in Schweden.

Anders Berch begann mit 15 Jahren an der Universität Uppsala Mathematik, Recht und Physik zu studieren ohne jedoch das Studium mit einem Magister abzuschließen, so dass er seine spätere wissenschaftliche Laufbahn nur über den Umweg als Beamter des Kommerskollelgium, das sich mit dem schwedischen Außenhandel und der nationalen Handelspolitik beschäftigte, erreichte. Durch seine Beziehung mit den bedeutendsten Händlern des Landes konnte er hierbei überragende Fähigkeiten in diesem Bereich aufweisen, was letztendlich dazu führte, dass er der erste Professor des Nordens für Nationalökonomie wurde und in diesem Rahmen auch das erste schwedische Lehrbuch für Wirtschaftswissenschaften schrieb.

Für Anders Berch konnte der Wohlstand eines Staates nur über einen regen Handel und damit über die Produktion gehen, was die Handwerker und Kaufleute über die Landwirte stellte, da seiner Meinung nach nur der Export von ausgereiften Produkten Kapital nach Schweden bringen konnte. Allerdings ging Anders Berch auch davon aus, dass ein Handwerker oder ein Kaufmann das übergreifende wirtschaftliche Interesse des Staates nicht verstehen kann und dieses daher staatlich geregelt werden muss und ökonomische Entscheidungen nur von Politikern übernommen werden können, eine Idee, die in gewisser Weise bis heute gültig blieb, auch wenn die Regierung nur noch indirekt in das wirtschaftliche Geschehen eingreift.


14. Dezember 1917: C. H. Hermansson und der politische Kampf in der Literatur
14. Dezember 1988: Christer Pettersson wird wegen Olof Palme Mord festgenommen

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 25. Mai 2012

Gustav II. Adolf gründet die Stadt Borås

Obwohl der große Städtegründer Gustav II. Adolf der westschwedischen Stadt Borås bereits am 29 Juni 1621 provisorische Stadtrechte gewährte, so stellte er den vollständigen Privilegienbrief erst am 25. Mai 1622 aus, weshalb man sagen kann, dass Borås eigentlich zweimal gegründet wurde. Diese Stadtgründung ist allerdings in der schwedischen Städtegeschichte nahezu einmalig, denn es handelte sich dabei um eine Notlösung.

Die Gegend um das heutige Borås war bereist im 16. Jahrhundert von Bauern besiedelt, die mehr und mehr von der Landwirtschaft zum Handwerk übergingen. Nach den damaligen Gesetzen war es jedoch verboten, dass Handwerker ihre Waren als Reisende verkauften, was jedoch die neuen Handwerker in Borås nicht davon abhielt ihre Schmiedewaren und ihre Holzarbeiten in ganz Schweden anzubieten. Es war daher nicht unerwartet, dass ihr unerlaubter Handel auch dem König zu Ohren kam.

Die Handwerker aus dem heutigen Borås waren sich allerdings keiner Schuld bewusst und beschwerten sich beim König sogar noch über die schlechte Behandlung, auf die sie während ihrer Reisen stießen. Der König ließ ihnen daraufhin jedoch mitteilen, dass sie unmittelbar mit ihrem illegalen Handel aufhören müssen, oder aber eine Stadt zu gründen haben, was natürlich zur Folge hatte, dass sie dann auch Steuern und Zölle bezahlen mussten, aber eben ihren Handel fortsetzen konnten. Nach einigen Diskussionen entschlossen sich dann Bauern und Handwerker im damaligen Kirchdorf Torpa, eine Stadt zu gründen und baten Gustav II. Adolf um einen Privilegienbrief.


25. Mai 1667: Gustaf Bonde, ein Gegner der schwedischen Kriege
25. Mai 1930: Ohne Pass zwischen Schweden und Dänemark über den Öresund

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 18. Juni 2011

Die Örebro-Ausstellung: Handwerk und Kleinindustrie

Am 18. Juni 1947 wurde die dritte - unter bisher sechs - Örebro-Ausstellungen von Prinz Bertil eröffnet. Anlass zu dieser Ausstellung war der 100. Geburtstag der Örebro Fabriks- och handverksförening, was auch erklärt, warum das Handwerk im Zentrum der Ausstellung stand. Auf 160.000 Quadratmetern fand man die Stände von 1280 Handwerkern und 15 kleineren Werkstätten. Die Ausstellung fand im Sveaparken, dem Idrottshuset und dem Eyravallen statt.

Von besonderer Bedeutung war eine historische Ausstellung über die Entwicklung des Handwerks und der Kleinindustrie in Örebro von seinem Beginn bis zum Ende des Skråväsen im Jahre 1846, einem Gildesystem, das in Schweden von Deutschland übernommen wurde und eine erbliche, handwerkliche Tätigkeit nur dem Bürgertum erlaubte. Auch wenn das Gildewesen die handwerkliche Aktivität sehr einschränkte, so führte es auch dazu, dass Handelszentren entstanden und organisierter internationaler Handel möglich wurde.

Die Örebro-Ausstellung 1947 war jedoch nicht nur eine Ausstellung, sondern bot seinen Besuchern mit einer Tanzbühne auch etwas Vergnügen. Während der zweimonatigen Ausstellung war es auch möglich im Restaurant Silverfågel, das sich im Ausstellungsgelände befand, ohne Probleme Alkohol zu trinken, was dazu führte, dass das Restaurant den Beinamen „Fyllekajan“ erhielt, ein Begriff, der auf den übermäßigen Alkoholgenuss hinwies.

18. Juni 1827: Der schwedischen Sängerprinz Gustaf Oscar
18. Juni 2003: Die verschwundene DC-3 und die Catalinaaffäre

Copyright: Herbert Kårlin