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Samstag, 28. April 2018

Der Schriftsteller und Zeichner Johan Herman Hofberg

Johan Herman Hofberg kam am 11. Juni 1823 als Sohn eines Priesters in Stora Malm im Södermanland zur Welt und begann 1843 ein medizin-philosophisches Studium an der Universität Uppsala. Nach seinem Examen in Uppsala im Jahr 1849, setze er seine medizinischen Studien in Stockholm fort und arbeitete von 1852 bis 1868 als Distrikarzt in der Provinz Örebro. Auch wenn Hofberg von seinen Patienten geschätzt war und er allgemein als guter Arzt gesehen wurde, so hatte er das Gefühl, dass dies nicht seine Berufung sei.

Bereits während seiner Zeit als Distriktarzt hatte sich Johan Herman Hofberg stark für die Vorgeschichte der Provinz interessiert und Sagen, aber auch Fundgegenstände des Gebietes gesammelt und einige Schriften zu diesen Themen veröffentlicht, wobei die Volksforschung in jener Zeit geradezu eine Volksbewegung war. Obwohl Hofberg keinerlei Ausbildung in diesem Bereich hatte, entschied er sich im Jahr 1868 den Beruf als Arzt aufzugeben um sich ganz der Erforschung der Vorgeschichte widmen zu können. Auch wenn sein Beitrag auf diesem Gebiet beachtlich war, so blieb die Arbeit Hofbergs als Volksforscher auf einem Amateurniveau.

Dennoch hinterließ Johan Herman Hofberg, der am 28. April 1883 in Stockholm starb, ein Grundlagenwerk Schwedens, denn er arbeitete zwischen 1973 und 1876 an einem biographischen Lexikon mit tauenden von Kurzbiographien bedeutender Schweden seit der Zeit der Reformation, ein einzigartiges Handlexikon, das zudem in einer einfachen Sprache geschrieben war, so dass damit eine sehr breite Schicht an Lesern angesprochen wurde. Da auch dieses Werk sehr oberflächlich bearbeitet war, jedoch einzigartig für seine Zeit, wurde es 1906 in einer vollkommen überarbeiteten und bebilderten Version erneut auf den Markt gebracht und weiterhin als das Hofbergs Handlexikon bezeichnet.


28. April 1662: Die deutsch-schwedische Gräfin Aurora von Königsmarck
28. April 1715: Carl Fredrik Scheffer zwischen Politik und Literatur
28. April 1846: Der Astronom Johan Oskar Backlund
28. April 1868: Hjalmar Procopé, ein finnlandschwedischer Dichter
28. April 1932: Der Regisseur und Schriftsteller Torbjörn Axelman
28. April 1938: Wasser und Brot in schwedischen Gefängnissen
28. April 1973: Siri Derkert, Erneuerin der öffentlichen Kunst
28. April 2012: Das Naturreservat Slottsberget in Skärstad 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 5. April 2018

Der Politiker Nils Månsson i Skumparp

Nils Månsson in Skumparp kam am 5. April 1776 als Sohn eines Landwirts in Starrarp zur Welt und besuchte wenige Jahre die dortige Dorfschule bevor er als Knecht und Dienstbote zu arbeiten begann. Månsson hatte das Glück bei einem Schöffen und späteren Politiker beschäftigt zu werden, der ihm erst einmal das Lesen schwierigerer Texte beibrachte und bei dem er auch die Arbeit eines Reichstagsmitglieds kennen lernte. Im Jahr 1804 heiratete Månsson eine Magd und kaufte ein kleineres Haus in Frenninge, wo sich das Paar dann auch niederließ und im Laufe der Jahre acht Kinder bekam.

Die politische Karriere von Nils Månsson i Skumparp begann mit dem plötzlichen Tod des Kronprinzen Karl August, denn aus diesem Grund wurde 1810 der Reichstag einberufen und Månsson wurde in den Gebieten Frosta und Färs als Repräsentant des Bauernstandes mit der Mehrheit der Stimmen in den Reichstag gewählt, was damit zusammenhing, dass Månsson weitaus mehr Bildung hatte als die anderen Kandidaten. Månsson reiste daher zum Reichstag nach Örebro und gehörte zu jenen, die mit der Wahl von Karl XIV. Johan das Geschlecht Bernadotte auf den Thron brachten. In Örebro lernte Månsson auch Anders Danielsson kennen, der um diese Zeit einer der wichtigsten Reichstagspolitiker des Bauernstandes war und der ihn dann bei seinem politischen Aufstieg unterstützte.

Als Reichstagspolitiker machte Nils Månsson i Skumparp zweimal deutlich von sich zu sprechen, zum einen durch seine Rede im Reichstag zur Abschaffung der Pressezensur, die der neue König eingeführt hatte, da er mit dem Vergleich, dass Gott das Licht geschaffen habe um die Menschen zu erleuchten, nicht um sie in der Dunkelheit zu lassen, den konservativen Bauernstand zum Widerstand gegen die Zensur führen konnte, zum anderen durch seine Schulpolitik, die auch mit einem starken persönlichen Einsatz verbunden war. Für Nils Månsson, der am 25. Juni 1837 starb, musste die Schulbildung auf dem Land gefördert werden. Auch wenn es dem Politiker nicht gelang eine allgemeine Schulpflicht einzuführen, und auch die Zensur nicht abschaffen konnte, so gelang es ihm in seinem Wahlkreis eine Volksschule zu gründen und die Basis der Pressefreiheit zu schaffen.


5. April 1501: Kort Rogge, Bischof in Strängnäs
5. April 1697: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden
5. April 1719: Axel von Fersen der Ältere in der Opposition
5. April 1786: Die Svenska Akademien, Verteidiger der schwedischen Sprache
5. April 1842: Der Archäologe und Reichsantiquar Hans Hildebrand
5. April 1950: Die Karriere der schwedischen Sängerin Agnetha Fältskog
5. April 1954: Die schwedische Sängerin Anna-Lotta Larsson
5. April 1962: Sara Danius, ständige Sekretärin der Svenska Akademien 
5. April 2001: Die schwedische Jazzsängerin Sonya Hedenbratt
5. April 2007: Maria Gripe und das realistische Kinderbuch Schwedens
5. April 2007: Maria Gripe, Kinderbücher ohne Gewalt

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 2. Januar 2018

Das Theater in Örebro wird eingeweiht

Als am 2. Januar 1853 das Theater in Örebro mit dem Prolog Invigningen der Schriftstellerin Thekla Knös und dem Stück Örebro fåfänga eingeweiht wurde, handelte es sich dabei um das zweitgrößte Theater Schwedens, denn nur noch die Oper in Stockholm war größer als dieses Theater. Allerdings handelte es sich bei diesem Bau nicht nur um einen Kulturtempel, denn in einem der Flügel war das Restaurant Theaterkeller zu finden und im anderen eine Zeitungsredaktion mit Druckerei. Die Bühne und die für das Theater notwendigen Räume fand man im Zentrum des Gebäudes.

Um die Größe des damaligen Theaters einzuschätzen, sollte man bedenken, dass Örebro um diese Zeit rund 5000 Einwohner hatte und das Theater Platz für 560 Besucher hatte. Nach einigen finanziellen Problemen brannte bereits 1882 der zentrale Teil des Theaters auf Grund eines Gaslecks vollständig ab. Als das Theater in Örebro dann sieben Jahre später erneut eingeweiht werden konnte, hatte es eine elektrische Beleuchtung, aber nur noch Platz für 442 Besucher. Ab 1933 wurden dann immer häufiger Vorführungen im Folkets Hus geboten und drei Jahre später ging die gesamte Aktivität des Örebro-Theaters auf das Folkets Hus über.

Lange Zeit sah es so aus dass dies das Ende für das stattliche Gebäude wäre, zumal die Besitzer an den Abriss des ehemaligen Theaters dachten. Der Zweite Weltkrieg ließ jedoch diese Pläne sterben und 1963 kaufte dann die Stadt Örebro das Theater auf, drei Jahre später erhielt ein Architekturbüro den Auftrag Pläne für eine Restauration auszuarbeiten und weitere drei Jahre später würde der gesamte Bau unter Denkmalschutz gestellt. Das Architekturbüro hatte ursprünglich den Auftrag einen gesamten Stadtteil zu planen, mit dem Theater und dem Bahnhof als Zentrum. Aus finanziellen Gründen wurde dann jedoch nur das Theater restauriert und 1967 erneut eingeweiht, dieses Mal allerdings nur noch mit 276 Plätzen für die Besucher der Vorstellungen. Der Salon des Theaters hat bis heute das Aussehen, den er ab 1880 hatte und gilt als das Prachtstück des Baus.


2. Januar 1296: Das Upplandslagen, schwedische Gesetze des Mittelalters
2. Januar 1512: Der schwedische Reichsvorstand Svante Nilsson
2. Januar 1749: Der Bischof und Sprachforscher Carl Gustaf Nordin
2. Januar 1824: Die Morgenzeitung Stockholms Dagblad 
2. Januar 1895: Folke Bernadotte wird in Israel ermordet
2. Januar 1909: Der schwedische Künstler Ivar Arosenius 
2. Januar 1926: Gustaf Lagerheim, der Gründer der Pollenanalyse
2. Januar 1974: Wärme, Öl und Benzin werden in Schweden rationiert
2. Januar 2000: Die Stabkirche in Skaga wird durch einen Brand zerstört

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 22. April 2017

Der Schriftsteller Torsten Ehrenmark

Torsten Ehrenmark kam am 22. April 1919 als Sohn eines Schauspielerpaares in Lindesberg zur Welt, wuchs jedoch bei seinen Großeltern väterlicherseits in Örebro auf, wo er auch zur Schule ging, im Gegensatz zur Schwester, die bei der Mutter in Stockholm aufwuchs. Nach seiner Hochschulreife begann Ehrenmark ein Jahr lang bei der Nerikes Allehanda zu arbeiten, wechselte dann zur Sundsvalls Tidning, dem Östgöta Corresondenden, um schließlich 1942 bei der Stockholms-Tidningen zu landen.

Ab 1955 arbeitete Torsten Ehrenmark als Auslandskorrespondent für das Aftonbladet in London, wo er jedoch vom Journalismus mehr und mehr zu Plaudereien überging, die bisweilen mit einem gewissen Thema begannen, dann jedoch mit einem völlig anderen Thema endeten. Diese Fähigkeit mit sehr viel Ironie über jedes Thema zu plaudern, führte letztendlich auch dazu, dass Ehrenmark ab 1966, bis zu seinem Tod am 10. März 1985, jedes Jahr ein Buch mit seinen jährlichen Plaudereien veröffentlichte und sein Verlag auch nach seinem Tod weiterhin Sammelbände veröffentlichte. Die Arbeit als Journalist in Paris, London und New York wurde mit der Zeit aus diesem Grund nahezu zur Nebentätigkeit.

Die Bücher und Plaudereien Torsten Ehrenmarks spielen sehr häufig in Örebro, wobei auch seine Familie häufigt eine Rolle spielt, so dass sich seine ironischen Betrachtungen auch auf sein Privatleben erstrecken. Seine jährlichen Plauderei-Bände wurden in der Regel von Poul Ströyer illustriert, was den Humor Ehrenmarks sogar verstärkte. Torsten Ehrenmark, der seine Sommer in einer Stuga in Schweden verbrachte, gehörte zu den beliebtesten Personen Schwedens, was dazu führte, dass er auch 50 Sommersendungen im schwedischen Rundfunk hatte in denen er über alle Themen sprach, die ihm nur in den Sinn kamen. Der Schriftsteller und Journalist wollte unterhalten, so dass man die Tiefe seiner Gedanken zwischen den Zeilen suchen muss.


22. April 1672: Georg Stiernhielm, der Vater der schwedischen Skalden
22. April 1672: Georg Stiernhielm, der Vater der schwedischen Skalden
22. April 1796: Bernhard von Beskow die die konservative Literatur Schwedens
22. April 1822: Der schwedische Künstler Bengt Nordenberg
22. April 1872: Henning Berger und der desillusionierte Auswandererroman
22. April 1894: Der schwedische Künstler Bror Hjorth
22. April 1929: Funktionalismus im Stockholmer Kaufhaus NK
22. April 1935: Der eigenwillige schwedische Architekt Carl Bergsten
22. April 1964: Karl Gerhard, der König der schwedischen Revue
22. April 2003: Maria Wine, die schwedische Poetin der Liebesgedichte

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 25. März 2017

Die schwedische Künstlerin Wilhelmina Lagerholm

Wilhelmina Lagerholm wurde am 25. März 1826 als Tochter eines Landvermessers in Örebro geboren und hatte sehr früh eine Neigung zur Kunst. Auch wenn eine Frau um diese Zeit kaum Rechte hatte und in keiner Kunsthochschule aufgenommen wurde, halfen ihr die Eltern zu einer grundlegenden, wenn auch mehr privaten, Kunstausbildung von Ferdinand Fagerlin in Stockholm. Der Künstler verhalf Lagerholm auch zu einem Reisestipendium, das es ihr ermöglichte erst zwei Jahre lang Kunst in Paris zu studieren und anschließend ihr Studium noch in Düsseldorf fortzusetzen, erneut bei Fagerlin.

Wilhelmina Lagerholm schätzte die Selbständigkeit in Frankreich und Deutschland, war jedoch nach wenigen Jahren gezwungen nach Örebro zurückzukehren, da sie als einzige unverheiratete Tochter die Eltern pflegen musste. Während der ersten Jahre malte Lagerholm insbesondere Porträts der Bürgerschicht, ging jedoch mehr und mehr zur Malerei des Alltagslebens des 17. Jahrhunderts über. Noch mehr begann die Künstlerin dann jedoch die Fotografie zu interessieren und 1862, nur sechs Jahre nachdem Frauen in Schweden auch als mündig erklärt werden konnten, richtete sie das erste Fotoatelier in Örebro ein, das sie bis 1871 mit großem Erfolg betrieb.

Im Jahre 1871 entschied sich Wilhelmina Lagerholm nach Stockholm zu ziehen, gab dabei auch die Fotografie wieder auf und entwickelte sich zu einer der angesehensten Porträtmalerinnen der schwedischen Hauptstadt. Im gleichen Jahr wurde sie auch als Nachwuchskünstlerin von der Kunstakademie agreiert, was in jener Zeit für Frauen eine der wichtigsten Anerkennungen als Künstler war, da dies als Vorstufe für eine Mitgliedschaft bildete. Gemälde von Lagerholm, die am 19. Juni 1919 in Stockholm starb, findet man sowohl im Nationalmuseum in Stockholm als auch im Kunstmuseum in Göteborg.


25. März: Der Waffeltag in Schweden
25. März 1751: Fredrik I., König Schwedens dank seiner Ehefrau
25. März 1902: Sten Broman, ein schwedisches Original
25. März 1954: Massiver Widerstand gegen das Fernsehen in Schweden
25. März 1975: Die schwedische Sängerin Sofia Karlsson
25. März 2008: Bengt Helldal, der fitte Arzt aus Falkenberg
25. März 2012: Der schwedische Spion Bertil Ströberg 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 1. April 2016

Der schwedische Architekt Lennart Kvarnström

Lennart Kvarnström wurde am 1. April 1915 in Linköping als Sohn eines Bahnhofsinspektors geboren und machte im Jahre 1936 seine Hochschulreife am Technischen Gymnasium in Norrköping. Kvarnström machte danach indes kein Studium, sondern er begann unmittelbar nach seiner Hochschulreife in Architekturbüros in Göteborg zu arbeiten und ergänzte sein praktisches Wissen der Architektur mit mehreren Studienreisen in unterschiedliche Länder Westeuropas. Im Jahre 1951 öffnete Kvarnström dann ein eigenes Architekturbüro, wobei er jedoch nur ein Jahr später bei Göteborgs Förorter Chefarchitekt wurde, was ihm einige Jahre später dazu verhalf studierten Architekten gleichgesetzt zu werden und er die Aufgaben eines Stadtarchitekten wahrnehmen durfte.

Neben seiner Planungstätigkeit als Architekt für mehrere Vororte Göteborgs war Lennart Kvarnström auch Bauberater für den damaligen Ort Råda, Dozent für Architektur an der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg, Lehrer an der Sozialhochschule der gleichen Stadt und aktiv in der Planungsaktivität von Großgöteborg, wobei er hier auch einen Schwerpunkt auf das Sozialleben der Bewohner legte. In diesem Rahmen arbeitete Kvarnström intensiv mit Bertil Hultén zusammen, der um jene Zeit der Planungschef für die Entwicklung von Großgöteborg war. Diese Zusammenarbeit führte letztendlich auch zurück zur unabhängigen Tätigkeit als Architekt und dem Auftrag, gemeinsam mit Hultén, einen Villenvorort in Örebro zu planen und zu bauen.

Ohne Hochschulstudium in Architektur gelang es Lennart Kvarnström nicht Aufträge für monumentale Bauten zu erhalten, aber dennoch gelang es ihm nicht nur 1965 in Lund eine Professur in  Architektur zu erhalten, sondern ganzen Wohngebieten bei Göteborg, in Lund, Malmö, Borås und auch in Örebro seinen Stempel zu geben, da er gesamte Stadtteile mit Villen, Reihenhäuser, Mietshäusern und Schulen plante. Das bekannteste Werk des Architekten Kvarnström wurde jedoch das Hochhaus in Råda, das 1954 allerdings nur acht Stockwerke und doppelt so viele Mietwohnungen hatte und seit 2006 mit bedeutenden Umbauten und zwei weiteren Stockwerken weiterhin das Symbol des Råda torg im heutigen Mölnlycke darstellt.


1. April 1412: Der schwedische König Albrecht von Mecklenburg
1. April 1643: Königin Kristina verleiht Åmål die Stadtrechte
1. April 1841: Knut Michaelson, vom Industriedisponent zum Theater
1. April 1843: Adolph Ribbing und der Mord an Gustav III.
1. April 1945: Totta Näslund und der Weg zu Bob Dylan
1. April 1953: Die erste männliche Krankenschwester Schwedens
1. April 1962: Gustaf VI. Adolf weiht den Flughafen Arlanda in Stockholm ein
1. April 1967: Sixten Sason und die Saab-Modelle
1. April 1997: Die Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 26. März 2016

Das Stadtviertel Krämaren wird die Galerie Krämaren

Im Rahmen der Stadterneuerung wurde in Örebro das sogenannte Stadtviertel Krämaren in seiner Gesamtheit neu geplant und es wurden, gemäß der Stadtplanung zu Beginn der 60er Jahre, Wohnungen und Geschäfte in einer Einheit untergebracht. Die Idee dabei war gewissermaßen eine Stadt innerhalb der Stadt zu schaffen, in der die Bewohner alles finden konnten was sie im täglichen Leben benötigen. Als der Gesamtblock Krämaren am 26. März 1963 eingeweiht wurde, galt das Projekt als eines der modernsten Schwedens und wurde nur noch von Stockholm geschlagen.

Das Stadtviertel Krämaren besteht aus drei Teilen, nämlich einem zweistöckigen Basisgebäude, mit zwei unterirdischen Etagen, das das gesamte Quartier umfasst und zwei integrierten Hochhäusern mit jeweils 15 Etagen und insgesamt 160 Wohnungen unterschiedlicher Größe. Auf dem Dach des Basisgebäudes findet man eine Grünanlage mit Kinderspielplatz und mehrere flache Wasserflächen. Die Hochhäuser wurden zudem mit emaillierten Stahlplatten in acht verschiedenen Farbnuancen verkleidet um das Gesamtgebäude gleichzeitig als Kunstwerk zu gestalten.

Das Einkaufszentrum Krämaren bestand von Anfang an überwiegend aus kleineren Boutiquen mit einem sehr breiten Angebot. Dieses Einkaufszentrum lockte am 26. März 1963, also am Tag der Eröffnung, 75.000 Besucher an, in einer Stadt, die nicht einmal 130.000 Einwohner zählt. Dennoch hatten von Beginn an einige der Ladenbesitzer Probleme der Rentabilität, was sich nach dem Verkauf des Basisgebäudes mit den Geschäften an die Pensionsgesellschaft Alecta noch verschärfte. Zu Beginn des Jahres 2015 standen dann bereits fast die Hälfte der 40 Läden leer, was von Seiten Alectas dazu führte, dass der Geschäftsteil renoviert wird, mehr Eingänge erhält und Rolltreppen eingebaut werden, in der Hoffnung damit mehr Kunden anzulocken, auch wenn das tatsächliche Problem mehr in den hohen Mieten des einstigen Renommeegebäudes zu suchen ist.


26. März 1747: Elis Schröderheim im Dienste von Gustav III.
26. März 1822: Die missglückte Ehrung von Karl XIII.
26. März 1828: Elisabeth Olin, die erste Primadonna Schwedens
26. März 1888: Elsa Brändström, der „Sibirische Engel“ aus Schweden
26. März 1920: Die schwedische Studentenzeitung Lundagård
26. März 1940: Christina Odenberg wird erster weiblicher Bischof Schwedens
26. März 1948: Jugendrevolte in Schweden
26. März 2015: Der Schriftsteller und Nobelpreisträger Tomas Tranströmer 

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Freitag, 30. Oktober 2015

Der schwedische Künstler Karl Axel Pehrson

Karl Axel Pehrson kam am 30. Oktober 1921 als Sohn eines Direktors in Örebro zur Welt, wobei sein Vater jedoch bereits ein Jahr später bei einem Autounfall ums Leben kam und der Junge daher unter etwas schwierigeren Verhältnissen aufwuchs. Als Pehrson 15 Jahre alt war, verließ er die Schule und machte sich mit seinem Bruder Karl Erik auf eine Studienreise nach Österreich. Bereits im Jahre 1937 kehrte Pehrson nach Schweden zurück und schrieb sich an der Edvard Berggrens Malerschule ein. Drei Jahre später wechselte der Künstler dann zur Kunsthochschule in Stockholm, wo er weitere sechs Jahre lang Kunst studierte.

Seine erste Ausstellung hatte Karl Axel Pehrson im Jahre 1947, als er an der Ausstellung Ung Konst bei Färg och Form teilnahm. Allerdings sollte es dann weitere sieben Jahre dauern bis Pehrson bei der Galleri Blanche in Stockholm seine erste eigene Ausstellung erhalten solle. In den 50er Jahren arbeitete Pehrson an Wandmalereien, schuf Skulpturen, gestaltete aber auch eine Briefmarke und zeichnete Vorlagen für Stoffe und 1956 präsentierte der Künstler das Plakat für das Weltmusikfestival. Pehrson arbeitete in diesen Jahren mit den unterschiedlichsten Techniken, hatte mehrere Ausstellungen, und kämpfte, insbesondere in den 60er Jahren, auch mit dem Alkohol.

Der Umbruch kam für Karl Axel Pehrson Mitte der 60er Jahre, denn nachdem er den Guldbaggen, den Goldenen Käfer für das Svenska Filminstitutet geschaffen hatte, begab sich der Künstler nach Mexiko um sich mit den dortigen Insekten zu beschäftigen. Das Ergebnis davon war, dass Pehrson 1967 im Stockholmer Sadtmuseum die Ausstellung Stadens insekter bietet konnte und die U-Bahn-Station Gärdet mit Insekten schmückte, die es nicht gibt. Während der 70er Jahre schuf Pehrson, der am 10. August 2005 in Danderyd starb, zahlreiche neue Insekten aus Holz und Plastik, denen er jeweils einen glaubwürdigen lateinischen Namen gab. Einige der interessantesten Werke des Künstlers findet man heute in Örebro im Länsmuseum.


30. Oktober 1611: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden
30. Oktober 1785: Gustaf Philip Creutz, vom Dichter zum Diplomat Schwedens
30. Oktober 1807: Handelsmann Johanna aus Ödeshög
30. Oktober 1860: Der Weg zur Religionsfreiheit in Schweden
30. Oktober 1982: Karl Ragnar Gierow holt das europäische Theater nach Schweden
30. Oktober 1998: Ein Fest in Göteborg wird zum Feuerinfierno 

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Samstag, 18. Juli 2015

Der Frieden in Örebro, Frieden zwischen Schweden und Großbritannien

Am 18. Juli 1812 kam es während des Reichstags in Örebro zu einem der merkwürdigsten Friedensschlüssen der schwedischen Geschichte, denn im sogenannten Friedenshaus (Fredshuset) in Örebro kam es nicht nur zu einem Friedensvertrag zwischen Russland und Großbritannien, sondern auch einem zwischen Schweden und Großbritannien, zwei Ländern, die sich offiziell seit fast zwei Jahren kriegerisch gegenüberstanden, jedoch in dieser Zeit nicht einen einzigen Schuss aufeinander abgegeben hatten, da sie zur Kriegserklärung lediglich gezwungen worden waren.

Zu dieser Kriegserklärung kam es, da Napoleon während des sogenannten Friedens von Paris im Jahre 1810 das verbündete Schweden dazu zwang sich der französischen Handelsblockade von Großbritannien anzuschließen. Da Großbritannien jedoch der wichtigste Handelspartner der Schweden war, versprach man einerseits die Handelsblockade zu unterstützen, setzte jedoch heimlich Schmuggelschiffe ein, die den Handelsaustausch mit Großbritannien weiterhin garantierte. Als Napoleon von diesem Doppelspiel erfuhr, zwang er Schweden dazu Großbritannien den Krieg zu erklären, da dies jede Handelsbeziehung ausschließen würde. Schweden sollte daher gar nicht kämpfen, sondern den Feind Frankreichs lediglich wirtschaftlich schwächen.

Diese Situation sollte sich jedoch ändern, als französische Truppen im Januar 1812, ohne jede Kriegserklärung, die schwedischen Besitztümer in Pommern und Rügen in Besitz nahmen, denn damit war die Partnerschaft zwischen Frankreich und Schweden beendet und der schwedische König sah Napoleon nun als seinen Feind an. Unmittelbar nach diesem französischen Überfall wurden zwischen Schweden und England wieder Verhandlungen aufgenommen, die sich jedoch bis zum Juli des Jahres hinauszogen, da Kronprinz Karl Johan von Großbritannien die Unterstützung für eine Eroberung Norwegens haben wollte, dies der Sendbote jedoch nicht unterzeichnen konnte, da er dafür keinen Auftrag erhalten hatte.

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Montag, 23. März 2015

Örebro wird bei einem Brand nahezu vollständig zerstört

Wie in allen Städte Schwedens, so kam es auch Örebro im Laufe der Geschichte zu zahlreichen Bränden, die manchmal nur ein Gebäude, bisweilen aber einen Straßenzug in kürzester Zeit vernichteten. Als jedoch am 23. März 1854 kurz nach Mitternacht in einer Färberei ein Feuer ausbrach, vermutlich weil zu heiße Asche in die Aschenbehältern aus Holz geschaufelt worden war, sollte sich die Zukunft Örebros bedeutend ändern. Da es um diese Zeit keine organisierte Feuerwehr in Örebro gab und ein starker Westwind herrschte, breitete sich das Feuer sehr schnell aus und innerhalb weniger Stunden verbreitete es sich in drei Richtungen gleichzeitig.

Bereits kurz nachdem der Brand ausgebrochen war, stand eine Seite der Stora Gatan (heute Drottninggatan) in Brand und zog sich bald entlang der Svartån. Am frühen Morgen hatte das Feuer selbst den Marktplatz Stortorget erreicht und die erste Stimmen wurden laut, ob es nicht sinnvoll sei einige Gebäude schnell abzureißen, damit das Feuer aufgehalten werden könne. Als der Wind umschlug, konnten vom Zentrum Örebros nur sehr wenige Gebäude gerettet werden, unter anderem das Rathaus und die Nikolaikirche, die aus Stein gebaut waren. Auch dass sämtliche umliegenden Gemeinden mit ihren Löschvorrichtungen nach Örebro gekommen waren, konnten diese Katastrophe nicht verhindern.

Als der Brand gelöscht war, waren vermutlich 92 Gebäude abgebrannt und knapp 25 Prozent der Bevölkerung Örebros hatte kein Dach mehr über dem Kopf und musste in Schulen, Kirchen und bei Verwandten unterkommen. Auch wenn dieser Brand eine Katastrophe für Örebro war, so konnten Geldsammlungen den Bedürftigen das Überleben garantieren und das Zentrum Örebros wurde neu geplant. Der Stadtarchitekt Fridolf Wijnbladh griff nun auf die Idee von 1654 zurück und schuf das heute existierende Zentrum Örebros mit seinem Straßennetz und den rechteckigen Häuserblocks. Das gesamte Zentrum der Stadt wurde für die Neubauten eingeebnet, was bedeutete, dass das alte Örebro vollkommen ausradiert wurde um eine Stadt zu schaffen, die gegen zukünftige Großfeuer geschützt war.


23. März 1703: Cajsa Warg, die bekannteste Köchin Schwedens 
23. März 1759: Anders Ljungstedt, ein Leben in der Fremde 
23. März 1792: Carl Georg Brunius, ein Priester als Architekt und Kunstkenner 
23. März 1845: Abraham Rydberg, vom Großhändler zum Wohltäter
23. März 1862: Tor Hedberg und der psychologische Roman 
23. März 1962: Der Tag des Nordens und der Vertrag von Helsinki von 1962 
23. März 1980: Abwicklung der Kernenergie in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

In Scandic Hotels wohnen

Montag, 12. Januar 2015

Der schwedische Schriftsteller Jeremias i Tröstlösa

Der Schriftsteller Jeremias i Tröstlösa wurde unter dem Namen Levi Eriksson am 12. Januar 1868 in Almby bei Örebro geboren und änderte seinen Familiennamen Eriksson später in Rickson. Zum Pseudonym Jeremias i Tröstlösa kam der Dichter als er innerhalb weniger Minuten einen Namen finden musste den die Zeitung für die er um diese arbeitete unter eines seiner Gedichte setzen sollte. Nach der Veröffentlichung des Gedichtes war es jedoch nicht mehr sinnvoll einen anderes Pseudonym zu finden. Jeremias i Tröstlösa passte vom Namen her zwar zu seinem Gedicht Ja ä så ledsen, aber letztendlich blieb dies der Name unter dem der Schriftsteller wirklich bekannt wurde.

Levi Rickson, alias Jeremias i Tröstlösa, begann bereits sehr früh Gedichte und einfachere Prosa zu schreiben, denn bereits als Schüler in Örebro war er Mitglied der Literaturvereinigung Brage. Nach seiner Hochschulreife begann Rickson bei der Tageszeitung Nerikes Allehanda zu arbeiten, der er anschließend 26 Jahre die Treue hielt. Während dieser Zeit veröffentlichte der Dichter, der die ersten Jahre überwiegend humoristische Gedichte im lokalen Dialekt schrieb, in der Zeitung in der er als Journalist tätig war, was ihn auch im Raum Örebro zum Ruf eines Lokaldichters verhalf.

Als Jeremias i Tröstlösa im Jahre 1916 die Nerikes Allehanda verließ, widmete er sich nicht nur ganz der Schriftstellerei, sondern er begann seine Gedichte auch in Hochschwedisch zu schreiben um ein breiteres Publikum anzusprechen. Die Stärke des Dichters, dessen Werke teilweise auch von vertont wurden, war allerdings die Mundart, denn die späteren Werke wirken eher konstruiert als gefühlt. Die Schreibstube Ricksons, der am 29. November 1967 in Örebro starb, findet man heute im Freilichtmuseum Wadköping, denn man sagt, dass zahlreiche seiner Gedichte im Obergeschoss der dortigen Jeremiastugan entstanden. Dies ist auch der Grund, warum die einstige Bäckerei nach dem Dichter benannt wurde.


12. Januar 1528: Gustav Vasa, der berühmteste König Schwedens 
12. Januar 1726: Das Konventikelplakatet verbietet freireligiöse Treffen
12. Januar 1726: Religiöse Treffen werden in Schweden verboten
12. Januar 1783: Erik Gustaf Geijer, der nationalistische Dichter Schwedens
12. Januar 1818: Der schwedische Bischof Johan Wingård stirbt in Göteborg
12. Januar 1854: Der schwedische Künstler Hugo Birger kommt zur Welt
12. Januar 1868: Der schwedische Schriftsteller Jeremias i Tröstlösa
12. Januar 1913: Der schwedische Ingenieur Gustaf Nerman stirbt in Uppsala
12. Januar 1938: Der Schauspieler Gösta Ekman wird in Stockholm beerdigt
12. Januar 1966: Gunnar Ekelöf erhält den Literaturpreis des Nordischen Rates

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 3. August 2014

Der Volvo Amazon wird den Händlern präsentiert

Als Volvo einen modernen Nachfolger für seinen PV 144 suchte, sollte auch die Karosserie modernisiert werden. Mehrere renommierte Designer machten sich daher an ein neues Modell und stießen dabei auf zahlreiche Probleme, denn einmal waren die Produktionskosten zu hoch, ein anderes Mal die Rücksitze unbrauchbar oder es fanden sich andere Probleme. Letztendlich wurde dann das Modell von Jan Wilsgaard gewählt, der 1950 für die Designabteilung Volvos geworben worden war. Das erste große Projekt des Designers wurde dann das Projekt „PV 55“, der Volvo Amazon.


Allerdings sollte es von der Idee, die bereits zu Beginn der 50er Jahre geboren worden war noch Jahre dauern bis der Volvo Amazon in Serie ging, denn erst am 3. August 1956, etwas über 29 Jahre nach dem ersten Volvo ÖV4, wurde das neue Fahrzeug in Skövde den Wiederverkäufern präsentiert und einen weiteren Monat später in Örebro auch den künftigen Käufern. Aber auch wenn man von der Technik von einem rein schwedischen Produkt sprechen kann, so war das Design des Volvo Amazon sehr stark von den damaligen amerikanischen Automodellen beeinflusst, die man weltweit als Vorbild modernen Autodesigns sah.

Der Vergleich mit amerikanischen Modellen, insbesondere dem Imperial von Chrysler, beschränkt sich jedoch auf das Design, denn bereits beim Volvo Amazon dachte das Unternehmen in erster Linie an die Sicherheit. Bereits der erste Amazon, der vom Fließband lief, hatte, zum Beispiel, die Vorrichtung für Sicherheitsgurte und ab 1959 hatte das Modell serienmäßig Dreipunktgurt für Fahrer und Beifahrer. Der Volvo Amazon war damit das erste Serienfahrzeug weltweit, das grundsätzlich mit dieser Art von Gurten ausgestattet war. Vom Amazon, der zwischen 1956 und 1970 hergestellt wurde, verkaufte das Unternehmen insgesamt 667.323 Exemplare.


3. August 1771: Anders Carlsson af Kullberg, Bischof ohne Priesterweihe
3. August 1883: Gröna Lund, der Vergnügungspark in Stockholm 
3. August 1963: Moderne Klöster in Schweden 
3. August 1963: Die Wiederauferstehung des Kloster Glumslöv

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 5. Mai 2014

Carl August Ehrensvärd, ein Admiral als Künstler

Carl August Ehrensvärd wurde am 5. Mai 1745 in Stockholm geboren und sollte nach dem Willen seines Vaters die militärische Laufbahn beschreiten. Als Ehrensvärd daher acht Jahre alt war, wurde er als Kadett in der Artillerie eingeschrieben, mit zehn begann er ein Studium an der Universität Uppsala und im Alter von 15 Jahren begann er vermutlich seine militärische Ausbildung, was auch dazu führte, dass er mit 17 Jahren bereits als Leutnant am Preußisch-Schwedischen Krieges in Pommern teilnahm.

Sehr früh hatte Carl August Ehrensvärd auch eine künstlerische Ausbildung, die damals auch die Architektur mit einschloss, erhalten, wenn auch mit dem Ziel beim Bau militärischer Anlagen, bei der Beratung im Schiffbau und der Planung von Kriegshäfen mitwirken zu können. Gerade diese Kunstausbildung war für Ehrenswärd das ganze Leben lang ein Problem, denn er fühlte sich vielmehr als freier Künstler als als militärischer Befehlshaber, was sich auch während seiner verschiedenen Auslandsreisen ausdrückte, denn jeder Aufenthalt führt ihn zu Kunstsammlungen, historischen Bauten und weniger zu den militärischen Anlagen, die er studieren sollte.

Da Carl August Ehrensvärd unter Gustav III. eine außerordentliche Karriere in der Marine machte, die mit dem Verlust bei der Schlacht bei Svensksund eine kurze Unterbrechung machte, gerieten seine Gemälde immer mehr in den Hintergrund, abgesehen von seinen erotischen Zeichnungen und Karikaturen, die heute noch viele Liebhaber finden. Um seiner militärischen Karriere nicht zu schaden hatte Ehrensvärd auch seine beiden künstlerischen Bücher Resa till Italien und De fria konstersa filosofi 1786 auch unter einem Pseudonym veröffentlicht. Nach dem Tode von Gustav III. wurde Ehrensvärd zum Generaladmiral der Marine ernannt, was ihn jedoch nicht davon abhielt enge Kontakt zu Johan Tobias Sergel und anderen Künstlern zu halten und sich verstärkt der Kunst zu widmen. Carl August Ehrensvärd starb am 21. Mai 1800 im Alter von 55 Jahren in Örebro.


5. Mai 1816: Wilhelm Erik Svedelius, der erste Staatswissenschaftler Schwedens
5. Mai 1846: Der schwedische Erfinder Lars Magnus Ericsson
5. Mai 1862: Carl August Adlersparre, vom Dichter zum politischen Schriftsteller
5. Mai 1912: Die Olympischen Spiele in Stockholm
5. Mai 1939: Schweden und die Rechte der Frau
5. Mai 1984: Herreys, Schwedens erste Boyband, gewinnt den ESC

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Sonntag, 4. Mai 2014

Magnus Bengtsson wird durch einen Mord bekannt

Magnus Bengtsson, oft auch Måns Bengtsson genannt, lebte vermutlich zwischen 1427 und 1477 und wäre vermutlich nie in die Geschichte Schwedens eingegangen, wenn er nicht am 4. Mai 1436 den schwedischen Nationalhelden Engelbrekt Engelbrektsson ermordet hätte. Denn auch wenn Bengtsson später zum Ritter geschlagen wurde und wie sein Vater Bengt Stensson Reichsrat und Rechtsgelehrter in Örebro wurde, so trat er kaum mit bedeutenden Vorschlägen oder Ereignissen in den Vordergrund.

Da Magnus Bengtsson gerade einmal neun Jahre alt war, als er Engelbrekt Engelbrektsson auf dem Gut seines Vaters mit einer Axt erschlug, ist kaum anzunehmen, dass diese Idee von ihm selbst kam, sondern er entweder von seinem Vater dazu angestiftet wurde oder aber Bengtsson darin die Möglichkeit sah bei seinem Vater als Mann anerkannt zu werden. Stensson lag mit Engelbrektsson seit einiger Zeit in Fehde, da dieser wenige Monate zuvor sein Schloss angegriffen und angezündet hatte, nachdem Stensson allerdings vorher, ohne Zustimmung des Reichsrates, ein Schiff der Hanse gekapert hatte.

Magnus Bengtsson wurde wegen des Mordes an Engelbrektsson nie angeklagt oder bestraft, aber da er mit dieser Tat den Toten zu einem Helden und Märtyrer gemacht hatte, musste er mit seinem Vater fliehen und er musste vermutlich bis 1443 ein unstetes Leben führen, da er in dieser Zeit in kaum einem Dokument des Landes genannt wird, wenn man davon absieht, dass er zwischen 1436 und 1443 mehrmals als Freibeuter vor der Ostküste Schwedens gesehen wurde. Ab 1450 tritt Magnus Bengtsson dann als Lagman (Rechtsgelehrten) in Närke auf und 1457 spielt er beim Aufruhr gegen König Karl Knutsson eine Nebenrolle.


4. Mai 1436: Engelbrekt Engelbrektsson wird ermordet
4. Mai 1782: Georg Ingelgren und die literarischen Gesellschaften Uppsalas
4. Mai 1928: Der schwedische Jazzmusiker Lars Gullin
4. Mai 1959: Inger Nilsson und der Fluch Pippi Langstrumpf zu sein
4. Mai 1991: Carola gewinnt beim Eurovision Song Contest in Rom

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Sonntag, 13. April 2014

Der letzte Reichstag in Örebro

Bereits unter Gustav Vasa wurden die Reichstage in Örebro abgehalten, wobei der König 1540 auch im dortigen Schloss über die Erbmonarchie Schwedens entschied. Ab dieser Zeit spielte Örebro eine sehr wichtige Rolle in der schwedischen Politik. Im Grunde sollte dann jedoch 1810 mit der Wahl eines Thronfolgers der letzte Reichstag in Örebro abgehalten werden und anschließend ganz nach Stockholm verlegt werden, das sich immer mehr als die wichtigste und größte Stadt Schwedens profilierte.

Allerdings sollte auch der kommende Reichstag ab dem 13. April 1812 nochmals nach Örebro verlegt werden, denn Karl XIII. war sich nicht sicher, ob in Stockholm die nötige Sicherheit für die Teilnehmer garantiert werden konnte. Der Anlass für diesen Reichstag war der zu erwartende Krieg zwischen Frankreich und Russland, der auch eine Bedrohung für Schweden darstellte. Das Hauptziel der Verhandlungen war daher die militärische Macht des Landes zu stärken, was letztendlich auch dazu führte, dass eine allgemeine Wehrpflicht für alle Männer zwischen 20 und 25 Jahren eingeführt wurde.

In Zusammenhang mit dem bevorstehenden Krieg kam es allerdings auch noch zu anderen wichtigen Entscheidungen während des Reichstags, denn im Falle eines Krieges sollte die Regierung durch Steuererhöhungen sechs Millionen Reichstaler für die Verteidigung des Landes erhalten und die erst 1809 gelockerte Pressefreiheit Schwedens wurde nun stark eingeschränkt, eine Beschränkung, die anschließend bis 1949 in nahezu unveränderter Form gültig blieb. Gleichzeitig kam es während dieses Reichstags zum Frieden von Örebro, einem Friedensvertrag zwischen Schweden und Großbritannien.


13. April 1714: Großbrand in Västerås
13. April 1872: Der samische Künstler Nils Nilsson Skum
13. April 1876: Are Waerland, ein schwedischer Gesundheitsapostel
13. April 1930: Die schwedische Textilkünstlerin Agnes Branting

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Donnerstag, 30. Januar 2014

Adam Smedberg und die Erweckungsbewegung in Närke

Adam Smedberg wurde am 30. Januar 1813 in Borgunda geboren und folgte bereits sehr früh den Spuren seines Vaters und wurde Schmied in Tidaholm. Aus unbekannten Gründen ließ sich Semdberg dann jedoch im Jahre 1836 zum Militärdienst werben und wurde in Göteborg zum Artilleristen ausgebildet. Da die Armee allerdings nicht unbedingt seinen Ideen vom Leben entsprach, desertierte Smedberg Ende Mai 1842 und kehrte in seine Heimat zurück.

Wieder in Närke bekam Adam Smedberg nahezu unmittelbar Kontakt mit der Erweckungsbewegung der Rufer (ropare) und entdeckte dabei seine Fähigkeit als Prediger. Im Januar des Folgejahres begann Smedbergs, damals verbotene, Reformationsbewegung, wobei es ihm gelang durch meisterhafte theatralische Leistungen sein Publikum in den Bann zu ziehen. Seine Anhängerschaft wurde beachtlich und selbst in Nachbarregionen gelang es ihm sehr bald bei jeder Predigt bis zu 3000 Zuhörer um sich zu sammeln. Auf Grund seines steigenden Ruhmes hatte sich Smedberg allerdings auch die Regionalregierung und die Staatskirche zu Feinden gemacht und als der Prediger zu Midsommar 1843 auch noch zum „Religionskrieg“ aufrief, wurde gegen ihn ein Haftbefehl ausgestellt.

Nur wenige Tage später landeten Adam Smedberg und einige andere Rufer der Erweckungsbewegung im Schlossgefängnis in Örebro. Erst einige Monate später kam es zur Verhandlung bei der Smedberg um Verzeihung bat und beteuerte in die Irre geführt worden zu sein. In erster Instanz wurde er und 14 andere seiner Prediger dennoch zu knapp einem Jahr Gefängnis verurteilt, das in seinem Fall vom Landesgericht anschließend in ein Bußgeld verwandelt wurde. Nach seiner Freilassung im Februar 1844 trat Smedberg nie wieder als Prediger an die Öffentlichkeit. 1882 wurde er im Armenhaus in Hova aufgenommen wo er am 5. Februar 1892 starb.


30. Januar 1716: Der schwedische Architekt Carl Fredrik Adelcrantz
30. Januar 1896: Die schwedische Internatsschule Lundsberg 
30. Januar 1941: Erik Lindorm, ein Anarchist wird zum Schriftsteller
30. Januar 1945: Die größte menschliche Katastrophe auf der Ostsee
30. Januar 1982: Tora Dahl, die Bewältigung einer unehelichen Geburt
30. Januar 2009: Ingo wird Weltmeister im Schwergewicht

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Der Botanaische Garten in Göteborg

Sonntag, 18. August 2013

Die Bernadottes übernehmen die Macht in Schweden

Als am 30. Juli 1810 der Reichstag in Örebro eröffnet wurde, so stand im Grunde nur ein einziger Punkt auf dem Programm, nämlich die Wahl eines neuen Königs, denn der offizielle Thronfolger, Kronprinz Karl August, war mit 41 Jahren nach einem Schlaganfall gestorben und ein anderer Nachfolger für Karl XIII. war im Grunde nicht vorgesehen, auch wenn sich Fredrik Kristian, Prinz Gustaf und der dänische König Fredrik VI., aus sehr verschiedenen Gründen, um den schwedischen Thron bemühten.

Als Favorit für den den schwedischen Thron galt im Grunde der dänische König, der damit auch ein vereintes Skandinavien schaffen wollte. Womit jedoch weder der König noch die damalige Regierung rechnete, war die Tatsache, dass sich Leutnant Carl Otto Mörner ohne offiziellen Auftrag nach Frankreich begeben hatte, nicht nur um Fürsten Pontecorvo, nämlich Jean Baptiste Bernadotte, zu bitten sich um die Krone Schwedens zu bewerben, sondern auch um mit Napoleon zu verhandeln und dessen Unterstützung zu erhalten.

Am 11. August 1810 wurde dann in Örebro Jean Baptiste Bernadotte als möglicher Thronfolger präsentiert, allerdings wurde gleichzeitig sehr deutlich auf die ökonomischen und politischen Vorteile aufmerksam gemacht, die diese Wahl für Schweden mit sich bringen würde. Als daher am 18. August 1810 ein geheimer Ausschuss zur Wahl schritt, war es nicht verwunderlich, dass sich zehn der zwölf Mitglieder für Jean Baptiste Bernadotte als Thronfolger aussprachen, der dann bereits am 21. August des gleichen Jahres zum Kronprinz ernannt wurde. Seit Jean Baptiste Bernadotte als Karl XIV. Johan an die Macht kam, regiert in Schweden die Linie Bernadotte.


18. August 1812: Der letzte Reichstag in Örebro 
18. August 1951: Kaffeerationierung in Schweden

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Mittwoch, 24. April 2013

Örebro wird internationale Handelsstadt

Seit dem 17. Jahrhundert war der internationale Handel in Schweden einigen wenigen Städten vorbehalten, die vor allem an der Küste lagen, da der Transport in jener Zeit überwiegend zur See erfolgte. Einige wenige Städte im Binnenland, die an wichtigen Flussläufen, später auch an Kanälen, lagen, erhielten jedoch ebenfalls das Recht internationalen Handel zu betreiben. Allerdings mussten dort wichtige wirtschaftliche Güter verladen werden, die dem König dienten.

Am 24. April 1896 wurde in diesem Rahmen auch Örebro zur sogenannten Stapelstad ernannt, was nicht nur bedeutete, dass Örebro internationalen Handel betreiben durfte, was insbesondere Eisen betraf, sondern dass dort auch eine Zollstelle eingerichtet wurde, die den Export und Import überwachte und dass entsprechende Hafenanlagen vorhanden sein mussten, Bedingungen, die Örebro damals auch erfüllte. Diese Ernennung führte natürlich mit sich, dass damit Örebro die wichtigste Handelsstadt der Region wurde und der Handel dort blühte.

Das Stapelstäder gingen im Grunde bis zur Regierung von Gustav II. Adolf zurück, der gegen 1610 neue Handelsregeln in Schweden einführte und mit Zöllen seine Kriege finanzieren wollte. Ab dieser Zeit wurde der Handel selbst innerhalb Schwedens extrem beschränkt und der Export und Import durch die Einführung der Stapelstäder überwacht. Die Handelsfreiheit innerhalb Schwedens wurde erst 1864 wieder eingeführt. Örebro war die letzte Stadt Schwedens, die noch zur Stapelstad ernannt wurde, da sich bereits im folgenden Jahrhundert das Wirtschaftssystem auch in Schweden zu ändern begann.


24. April 1917: Die Hungerdemonstration in Stockholm 
24. April 1961: Das Kriegsschiff Vasa wird in Stockholm geborgen

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Sonntag, 30. Dezember 2012

Georg Arn, der Architekt, der Örebro seinen Stempel gab


Georg Arn wurde am 30. Dezember 1886 in Stockholm geboren, bereitete sich privat auf die Hochschulreife vor und studierte anschließend an der Technischen Hochschule und der Kunstakademie seiner Heimatstadt Architektur. Nach vier Jahren in einem Architekturbüro in der Hauptstadt Schwedens, wechselte er zu den Stadtplanern Stockholms. Von 1920 bis 1951 war Arn dann Stadtarchitekt in Örebro, wo er sehr deutlich seine Spuren hinterlassen hat.

Als Georg Arn in Örebro zu arbeiten begann, folgte er in den ersten Jahren dem nordischen Klassizismus, der um diese Zeit im ganzen Land als die dominante Bauweise galt, ein Stil, den man heute noch am Varmbadhuset Örebros sehen kann, aber auch an der Vasabron, zwei Bauwerken, die aus der Anfangszeit des Architekten mit Wahlheimat in Närke stammen. Später ging Georg Arn zum Funktionalismus über, was man insbesondere am Idrottshuset, der Sporthalle Örebros, entdecken kann.

Wenn man nach den wichtigsten Bauten des Architekten in Örebro sucht, so muss man einen Blick auf den Stadtpark werfen, den Georg Arn vollkommen neu gestaltete und der 2004 zum schönsten Stadtpark Schwedens erklärt wurde. Der vermutlich bekannteste Bau Arns in Örebro dürfte jedoch das Konzerthaus sein, das durch Umbauten durch das Architekturbüro White arkitekter Mitte der 80er Jahre leider einen Teil des neoklassischen Charakters verloren hat.


30. Dezember 1923: Carl-Göran Ekerwald, ein literarischer Forscher des Jämtland
30. Dezember 1923: Sara Lidman, ein literarischer Kampf gegen den Kolonialismus 
30. Dezember 1940: Schiffe aus Göteborg müssen eskortiert werden
30. Dezember 1995: Katarina Taikon, die bekannteste Roma-Autorin Schwedens 

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Samstag, 22. Dezember 2012

Der Buchdrucker Nils Magnus Lindh wird zum größten Verleger Schwedens

Nils Magnus Lindh wurde am 22. Dezember 1775 in Örebro geboren und übernahm 1798 die Druckerei seines Vaters, die er zwar zu einem der lukrativsten Geschäfte der Stadt ausbaute, ihm jedoch nicht die Befriedigung gab, die er suchte. Das Gespür des Buchdruckers führte ihn daher zu einer Tätigkeit als Verleger, eine Aktivität, die ihm tatsächlich weitaus mehr einbringen sollte als eine optimal geführte Buchdruckerei, die er selbstverständlich behielt, allein schon um selbst produzieren zu können.

Die Idee des Verlegers Nils Magnus Lindh, der ab 1806 auch die Örebro Tidning herausgab und ab 1810 die alleinigen Rechte für die Herausgabe des Katechismus, der Bibel und den anderen Kirchenbüchern hatte, war natürlich nicht hoch wissenschaftliche Werke herauszugeben, sondern billige Bücher, die eine möglichst große Menge an Kunden anspricht. Ab dem Jahre 1802 hatte Lindh daher auf Räuberromane, die Vorläufer der heutigen Kriminalromane, gesetzt und publizierte nebenbei auch allgemein verständliche Bücher zu Themen, die jeden Schweden interessierten.

Aber selbst wenn dieses Geschäft Nils Magnus Lindh bedeutende Summen einbrachte, so strebte er auch bald danach etablierte Schriftsteller zu veröffentlichen, was sich insbesondere ab den 20er Jahren sehr deutlich zeigte. Allerdings baute sein Geschäftsmodell auch darauf, dass sich eine Menge an Autoren gedruckt sehen wollten, so dass er selbst die besten Schriftsteller mit minimalsten Bezahlungen abfinden konnte, falls er überhaupt bereit war zu bezahlen, was ab den 30er Jahren, als er der größte Verleger Schwedens geworden war, immer seltener der Fall war. Allerdings waren auch andere Klagen häufig, denn die Druckqualität und die Bindearbeit, die Lindh lieferte, war teilweise so schlecht, dass vor allem die billigeren Bücher teilweise kaum zu lesen waren und Psalmbücher nach wenigen Malen Anwendung auseinanderfielen. Aber als Marktführer hatte er kaum Konkurrenz.
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22. Dezember 1878: Carl Wilhelm Böttiger, der wissenschaftliche Lyriker Schwedens
22. Dezember 1998: Brandattentat auf das Stockholmer Kaufhaus PUB

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