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Freitag, 29. März 2019

Die Regisseurin und Schauspielerin Catti Edfeldt

Catti Edfeldt kam am 29. März 1950 als Catharina Edfeldt in Gävle zur Welt und gehört zu jenen Frauen, die, trotz ihrer enormen Einsätze kaum bekannt sind, da sie nie in großen Rollen auf der Bühne stand. Dies begann bereits bei ihrer ersten Rolle in Olle Hellboms Film Barnen i Bullerbyn (Wir Kinder aus Bullerbü), aus dem Jahre 1960, denn Edfeldt ist dabei nicht einmal zu sehen, da sie nur die sprechende Rolle Lisas „spielt“ und über das Leben auf Bullerby erzählt. Erst vier Jahre später konnte man Edfeldt dann in Mai Zetterlings Älskande Barn erstmals vor der Kamera sehen, und weitere zwei Jahre später in Jan Troells Film Här har du ditt liv, beide Male jedoch nur in kleineren Rollen.

Catti Edfeldt zeigte jedoch auch nach diesen Erfahrungen als Schauspielerin wenig Interesse vor der Kamera zu stehen. Edfeldt wurde daher bald Teil des festen Teams um Olle Hellbom, wurde seine Regieassistentin und war verantwortlich für sämtliche Rollenbesetzungen der Astrid-Lindgren-Filme, die der Regisseur bis zu seinem Tod drehte. Später übernahm Edfeldt die gleiche Rolle unter Tage Danielsson und Lasse Hallström, der 1980 erneut die Bullerbü-Filme zum Leben erweckte. In all diesen Jahren sammelte Catti Edfeldt die Arbeit mit Kindern, vom Casting bis zur Rollenverteilung und den Bewegungen vor der Kamera. Bis heute ist es keiner anderen Regisseurin gelungen Kindern soviel Zuversicht mitzugeben wie Edfeldt.

Im Jahr 1988 machte Catti Edfeldt dann die Feuertaufe mit ihrem ersten eigenen Fernsehfilm Mimmi, der zu zahlreichen Aufträgen hinter der Kamera und und hinter den Kulissen führte. !994 kam dann der erste Kinofilm Edfeldts, wobei die Regisseurin auch hierbei natürlich auf Kinder setzte und Ulf Starks Kinderbuch Sixten verfilmte. Auch bei den folgenden Spielfilmen Edfeldts spielten Kinder die Hauptrolle, wobei sie jedoch von der Idylle Astrid Lindgrens immer mehr zum problematischen Aufwachsen in schwedischen Vororten überging, was der Regisseurin auch einige bedeutende Preise brachte.


29. März 1638: Die Kolonie Neues Schweden (Nya Sverige)
29. März 1772: Emanuel Swedenborg, der große Mystiker Schwedens
29. März 1772: Emanuel Swedenborg, der größte Mystiker Schwedens
29. März 1792: König Gustav III. will die Macht nicht teilen
29. März 1828: Der schwedische Künstler Edward Bergh
29. März 1832: Carl Rupert Nyblom, von der Romantik zum Realismus
29. März 1874: Die Schriftstellerin und Künstlerin Tyra Kleen
29. März 1915: Die Künstlerin und Designerin Sylvia Leuchovius
29. März 1924: Simon Boëthius, Politiker und Geschichtswissenschaftler
29. März 1965: GAN, Gösta Adrian-Nilsson, und die moderne Kunst Schwedens
29. März 1968: Der Tingstadstunnel, ein Tunnel unter dem Göta Älv
29. März 2006: Niklas Lindgren, genannt Hagamannen

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 23. Juli 2014

Jan Troell, schwedischer Regisseur und Kameramann

Jan Troell kam am 23. Juli 1931 in Malmö zur Welt und begann in der gleichen Stadt als Volksschullehrer zu arbeiten. Sehr bald hatte er dann die Idee Kurzfilme zu realisieren, die er im Unterricht einsetzen konnte mit denen er den Unterricht lebendiger gestalten wollte. Innerhalb von rund zehn Jahren entstanden auf diese Weise eine ganze Reihe an Kurzfilmen, die teilweise auch landesweit Aufmerksamkeit erregten. Mitte der 60er Jahre entschloss sich Troell dann jedoch seinen Beruf als Lehrer an den Nagel zu hängen und sich ganz dem Film zuzuwenden, wenn auch noch nicht als Regisseur, sondern als Kameramann für den Malmöer Filmer Bo Widerberg.


Ende der 60er Jahre kamen dann die ersten Filme bei denen Jan Troell gleichzeitig als Regisseur, als Autor und als Kameramann arbeitete. Der erste Langfilm Troells Här har du ditt liv nach einem Roman von Eyvind Johnson wurde als Meisterwerk bezeichnet und für sein Werk Ole Dole Doff von 1968, der Geschichte eines frustrierten Lehrers in seiner früheren Schule, gewann Troell beim Berliner Filmfestival einen Goldenen Bären und war damit über Nacht zu einem der bedeutendsten schwedischen Filmer geworden. Noch 1995 wurde Jan Troells erster Langfilm Här har du ditt liv sogar als einer der besten Filme Schwedens aller Zeiten betrachtet.

Nur wenige Jahre später verfilmte Jan Troell die Romansuite Utvandrarna (Die Auswanderer) von Vilhelm Moberg in zwei Versionen, nämlich für das Kino und das Fernsehen. Das Werk brachte den Filmer endgültig in aller Munde und führte dazu, dass er das Angebot erhielt in Hollywood zu arbeiten, eine Erfahrung, die er noch heute als die frustrierendste Erfahrung seiner Karriere bezeichnet, denn nach „Hollywood-Recht“ musste er sich auf seine Arbeit als Regisseur beschränken und durfte sich kaum dem Sucher einer Kamera nähern. Ab 1988 und zurück in Schweden neigten die Filme Troells mehr und mehr zur Zeitkritik und zur Dokumentation, und letztendlich auch zu einer Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und dessen Bedeutung für die nordischen Länder.


23. Juli 1373: Visionen der Heiligen Birgitta
23. Juli 1756: Erik Brahe will die schwedische Königsmacht stärken
23. Juli 1796: Der schwedische Komponist Franz Berwald
23. Juli 1896: Untergang der S/S Freja af Fryken in den Frykensjöarna
23. Juli 1903: Birgit Th. Sparre, die unbekannte Schriftstellerin
23. Juli 2002: Olof Lagercrantz, ein umstrittener Schriftsteller Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 10. April 2014

Max von Sydow, zwischen Schweden und Broadway

Max von Sydow wurde am 10. April 1929 in Lund geboren und begann unmittelbar nach seiner Hochschulreife im Jahre 1947 eine Schauspielausbildung am Dramaten in Stockholm. Nach zwei Jahren Engagement am Stadttheater Norrköping-Linköping kam von Sydow 1953 dann ans Stadttheater in Malmö an dem Ingmar Bergman unmittelbar die Fähigkeiten des Schauspielers erkannte und ihn bei einigen seiner bedeutendsten Theaterstücke jener Zeit einsetzte.

Als Max von Sydow im Jahre 1965 als Jesus die Hauptrolle in The Greatest Story Ever Told (Die grösste Geschichte aller Zeiten) spielte begann die Hollywoodkarriere des Schauspielers und seine Hauptrollen in Schweden wurden seltener, auch wenn man von Sydow noch in Jan Troells Utvandrarna (Emigranten), Ingenjör Andrées luftfärd (Der Flug des Adlers) oder Hamsun sehen konnte. Aber bereits die für ihn vorgesehene Hauptrolle in Bergmans Fanny och Alexander kam nicht zu stande, da der Regisseur die geforderte Gage des Schauspielers unmöglich bezahlen konnte. Von Sydow hat diese Entscheidung später extrem bedauert, aber er hatte sich bei seiner Entscheidung auf seinen Agenten verlassen.

Während seiner grössten Zeit spielte Max von Sydow, der im Jahre 2002 die französische Staatsbürgerschaft annahm, Theater am Broadway, zeigte jedoch immer wieder ein gewisses Heimweh nach Schweden, was auch dazu führte, das von Sydow 1988 für kurze Zeit ans Dramaten in Stockholm zurückkehrte um mit August Strindbergs Mäster Olof (Meister Olof) auf der Bühne zu stehen. Im gleichen Jahr begann der Oscarpreisträger auch als Filmregisseur zu arbeiten und realisierte sein Erstlungswerk Ved vejen (Am Weg) des dänischen Autors Herman Bang.


10. April 1216: Erik Knutsson und die erste Krönung Schwedens
10. April 1728: Nicodemus Tessin der Jüngere und das Stockholmer Schloss
10. April 1946: Mikael Wiehe, mit Allsång die Regierung stürzen
10. April 1947: Die schwedische Sängerin Lena Maria Gårdenäs
10. April 1990: Das Ivar Lo-Johansson Museum in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 13. Oktober 2013

Harry Schein, der Gründer des Svenska Filminstitutets (SF)

Harry Schein wurde am 13. Oktober 1924 in Wien geboren, wurde jedoch von seiner Mutter im Alter von 14 Jahren nach Schweden geschickt, als in Österreich die Judenverfolgungen immer intensiver einsetzten. Die ersten Jahre in Schweden arbeitete Schein als Knecht im Småland, das er jedoch bereits nach wenigen Jahren verließ um in Stockholm Chemie zu studieren und sich auf die Reinigung von Wasser zu spezialisieren. Einige Jahre später übernahm der Chemiker dann sogar die Firma für die er arbeitete, brachte ihr den wirtschaftlichen Aufschwung um sie jedoch 1960 zu verkaufen und finanziell vollkommen unabhängig zu werden.

Harry Schein begann sich sehr früh für Film und Kultur zu interessieren und war von 1956 bis 1989 mit der schwedischen Schauspielerin Ingrid Thulin verheiratet. Nach dem Verkauf seiner Firma begann Schein dann am Aufbau des Svenska Filminstitutets zu arbeiten, das er 1963 in Form einer Stiftung gründete. In dieser Eigenschaft, und dank seiner Beziehungen, unter anderem zu Olof Palme, gelang es ihm die Vergnügungssteuer auf Filme abzuschaffen so dass von dieser Zeit an zehn Prozent der Kinotickets an das Filminstitut gehen konnten. Seinen Reformbewegungen ist auch zu verdanken, dass Regisseure wie Ingmar Bergman, Jan Troell und Bo Widerberg das schwedische Filmgeschehen zur weltweiten Anerkennung brachten.

Auch wenn das Leben von Harry Schein eine einzigartige Erfolgsgeschichte war, so verwandelte er sich die letzten Jahre seines Lebens in einen geistig verwirrten Alkoholiker, der durch seine Stürze nahezu ständig Verletzungen hatte. Sechs Jahre lang sprach er in seiner Luxusvilla in Danderyd von Selbstmord und aus dem einst eleganten Mann war ein reicher und oft unansprechbarer alter Mann geworden. In diesen Jahren unterschrieb Schein auch eine Schenkungsurkunde nach der er seine Villa einem Nachbarn überliess und er machte seine Geliebte Eva Fischer zur Universalerbin. Beides führte nach seinem Tode zu juristischen Kämpfen bei denen das Gericht entscheiden sollte ab wann und ob Schein unzurechnungsfähig war.


13. Oktober 1956: Harry Martinson, das Schicksal eines schwedischen Dichters 
13. Oktober 1962: Svensktoppen, die Hitliste des schwedischen Staatsfunks

Copyright: Herbert Kårlin