Posts mit dem Label Eyvind Johnson werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Eyvind Johnson werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 8. April 2019

Der Schriftsteller Josef Bertil Kjellgren

Josef Bertil Kjellgren wurde am 13. November 1907 als Sohn eines Seemanns auf der Insel Mörkö geboren. Als Kjellgren sechs Jahre alt war, zog die Familie nach Stockholm, wo der spätere Schriftsteller nach der Grundschule auch in den verschiedensten Arbeiterberufen arbeitete. Als Kjellgren 15 Jahre als war, stellten die Ärzte erstmals Tuberkulose bei ihm fest, was seine Zukunft stark beeinflussen sollte, da er aus diesem Grund auch einige Jahre im Sanatorium verbrachte. Noch in seiner Jugend fing Kjellgren, gemeinsam mit seinem Freund Erik Asklund, die ersten Novellen zu schreiben, ermuntert und beraten vom Schriftsteller Rudolf Värnlund, der in der gleichen Straße wohnte wie Kjellgren.

1929, im Jahr als Josef Bertil Kjellgren erstmals in einer Anthologie veröffentlicht wurde, machte er sich mit Asklund zu Fuß auf den Weg nach Paris, eine Reise, die die beiden Schriftsteller durch Reisebriefe und Zeitungsartikel finanzierten. Nachdem Kjellgren einige Zeit mit Eyvind Johnson verbracht hatte, der sich in Paris niedergelassen hatte, heuerte er für die Rückfahrt nach Schweden auf einem Fahrzeug an. Das Ergebnis dieser Reise war dann På snålskjuts genom Eurpa, ein Reisebuch, das bereits 1930 erschien und als das erste Werk des Schriftstellers zählt. Im Jahr 1931 erschien dann Kjellgrens erster Gedichtband Frysken, den 1933 der Band Occident folgte.

Nach einem Winteraufenthalt auf Åland im Jahre 1936 kehrte Josef Bertil Kjellgren mit einer schweren Erkältung zurück, die allerdings zum Ausbruch der ruhenden Tuberkulose führte. Die folgenden zwölf Jahre verbrachte Kjellgren, der am 8. April 1948 in Stockholm starb, überwiegend in Sanatorien in denen er, trotz seiner Krankheit weiterhin schriftstellerisch tätig war. In diesen Jahren entstand, neben einem Filmmanuskript, das den Streik in den Götaverken in Göteborg behandelte, auch ein Theaterstück, das 1948 unter dem Titel Främmande hamn von Arne Lyden ebenfalls verfilmt wurde. Die schriftstellerische Breite des Arbeiterschriftstellers war enorm, denn neben Gedichten, Manuskripten für Film und Theater, schrieb er vor allem Reisebücher und auch Jugendbücher.


8. April 1800: Der schwedische Künstler Carl Jacob Lindström
8. April 1864: Die Karriere des schwedischen Schauspielers Oskar Textorius
8. April 1888: Die Sophiakirche in Jönköping wird eingeweiht
8. April 1931: Erik Axel Karlfeldt, der religiöse Dichter des 20. Jahrhunderts 
8. April 1931: Erik Axel Karlfeldt: Mit Poesie zum Nobelpreis der Literatur
8. April 1938: Der schwedische Einzelhandelgigant ICA
8. April 1956: M/S Gripsholm, von Schweden nach Amerika
8. April 1957: Sten Selander, vom Poeten zum Naturschützer Schwedens
8. April 1961: Claes Malmberg, Schauspieler und Stand-Up-Comedian
8. April 1966: Mia Leche-Löfgren und die autobiographische Literatur Schwedens
8. April 1966: Die schwedische Pazifistin Mia Leche-Löfgren

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 15. April 2018

Der Musiker und Kunstkritiker Ulf Linde

Ulf Linde kam am 15. April 1929 als Sohn eines Ingenieurs in Stockholm zur Welt und entschied sich nach seiner Hochschulreife für die Karriere als Jazzmusiker. Zu Beginn der 50er Jahre spielte er, unter anderem mit Musikern wie Arne Domnérus und Putte Wickman. Gleichzeitig begann Linde jedoch auch ein Studium an der Universität Stockholm, wo er erst ein Chemiestudium begann, dann jedoch Philosophie, Ethnographie und Kunstgeschichte wählte. Parallel hierzu ging dann seine berufliche Karriere als Musiker immer mehr Richtung Kunst über.

Ab 1952 begann Ulf Linde Kunstkritiken in den Dagens Nyhetern zu schreiben, was nur vier Jahre später zu einer festen Zusammenarbeit führte, da sich Linde bei seinen Kritiken von den herkömmlichen Werten eines Kunstkritikers entfernte und die Kritik in eine eigene literarische Kunstform verwandelte, aber auch den Betrachter eines Werkes zu einer Art „Zusammenarbeit“ aufforderte. Erst als Linde 1968 an der Kunsthochschule eine Professur in theoretischer Kunst erhielt, endete seine Tätigkeit bei den Dagens Nyheter.

Nachdem Ulf Linde zwischen 1973 und 1976 bereits Intendant des Moderna Museet in Stockholm war, wurde er 1977 Direktor der Thielska Gallerie, eine Aufgabe, die er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1997 behielt. Im gleichen Jahr wurde Ulf Linde, der am 12. Oktober 213 in Stockholm starb, auch in die Svenska Akademien gewählt und nahm, nach Eyvind Johnson, auf dem Stuhl Nummer 11 Platz. Diesen Stuhl verdankte Linde insbesondere seinen Kunstkritiken, obwohl zu jener Zeit der Umfang und die Reichweite seiner Arbeiten nicht bekannt war, da die Arbeiten Lindes weit verteilt waren und erst später in gesammelter Form vorgelegt wurden.

15. April 1659: Der Befehlshaber Adam Ludwig Lewenhaupt
15. April 1931: Tomas Tranströmer und die Renaissance der klassischen Versform
15. April 1931: Die Lyrik des Tomas Tranströmer
15. April 1942: Erik Femström, als Sänger bekannt unter dem Namen Jerry Williams
15. April 1942: Ludvig Nordström und das Paradies in Nordschweden
15. April 1990: Greta Garbo, von der Friseuse zum Weltstar
15. April 1992: Die schwedische Sängerin Amy Diamond
15. April 2003: Karin Fryxell und die Sagenwelt des Värmland

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 23. Juli 2014

Jan Troell, schwedischer Regisseur und Kameramann

Jan Troell kam am 23. Juli 1931 in Malmö zur Welt und begann in der gleichen Stadt als Volksschullehrer zu arbeiten. Sehr bald hatte er dann die Idee Kurzfilme zu realisieren, die er im Unterricht einsetzen konnte mit denen er den Unterricht lebendiger gestalten wollte. Innerhalb von rund zehn Jahren entstanden auf diese Weise eine ganze Reihe an Kurzfilmen, die teilweise auch landesweit Aufmerksamkeit erregten. Mitte der 60er Jahre entschloss sich Troell dann jedoch seinen Beruf als Lehrer an den Nagel zu hängen und sich ganz dem Film zuzuwenden, wenn auch noch nicht als Regisseur, sondern als Kameramann für den Malmöer Filmer Bo Widerberg.


Ende der 60er Jahre kamen dann die ersten Filme bei denen Jan Troell gleichzeitig als Regisseur, als Autor und als Kameramann arbeitete. Der erste Langfilm Troells Här har du ditt liv nach einem Roman von Eyvind Johnson wurde als Meisterwerk bezeichnet und für sein Werk Ole Dole Doff von 1968, der Geschichte eines frustrierten Lehrers in seiner früheren Schule, gewann Troell beim Berliner Filmfestival einen Goldenen Bären und war damit über Nacht zu einem der bedeutendsten schwedischen Filmer geworden. Noch 1995 wurde Jan Troells erster Langfilm Här har du ditt liv sogar als einer der besten Filme Schwedens aller Zeiten betrachtet.

Nur wenige Jahre später verfilmte Jan Troell die Romansuite Utvandrarna (Die Auswanderer) von Vilhelm Moberg in zwei Versionen, nämlich für das Kino und das Fernsehen. Das Werk brachte den Filmer endgültig in aller Munde und führte dazu, dass er das Angebot erhielt in Hollywood zu arbeiten, eine Erfahrung, die er noch heute als die frustrierendste Erfahrung seiner Karriere bezeichnet, denn nach „Hollywood-Recht“ musste er sich auf seine Arbeit als Regisseur beschränken und durfte sich kaum dem Sucher einer Kamera nähern. Ab 1988 und zurück in Schweden neigten die Filme Troells mehr und mehr zur Zeitkritik und zur Dokumentation, und letztendlich auch zu einer Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und dessen Bedeutung für die nordischen Länder.


23. Juli 1373: Visionen der Heiligen Birgitta
23. Juli 1756: Erik Brahe will die schwedische Königsmacht stärken
23. Juli 1796: Der schwedische Komponist Franz Berwald
23. Juli 1896: Untergang der S/S Freja af Fryken in den Frykensjöarna
23. Juli 1903: Birgit Th. Sparre, die unbekannte Schriftstellerin
23. Juli 2002: Olof Lagercrantz, ein umstrittener Schriftsteller Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 24. August 2012

Sven Stolpe, der katholische Schriftsteller Schwedens

Sven Stolpe wurde am 24. August 1905 in Stockholm in einem bürgerlichen Milieu geboren und begann seine schriftstellerische Karriere im Alter von 24 Jahren mit der Essaysammlung „Två generationer“, die nahezu unmittelbar vom Roman „I dödens väntrum“ gefolgt wurde, einer autobiographischen Erzählung, die vor allem über seine Erfahrung in einem Sanatorium für Tuberkulosekranke in der Schweiz berichtet wo er sich in den Jahren 1927 und 1928 aufgehalten hatte.

Diese Erfahrung im Sanatorium und ein Unfall, der ihm die Funktionsfähigkeit einer halbe Lunge kostete, machten Sven Stolpe zu einem Denker, der sich immer mehr der katholischen Religion annäherte, bis er sich 1947 zum Katholizismus konvertierte. In dieser Zeit entfernte sich Stolpe auch von der Belletristik und begann Biografien zu schreiben. Seine Arbeiten über Königin Kristina, die Heilige Birgitta und später auch Jeanne d'Arc öffneten ihm selbst die Archive in Rom.

Von Kritikern und Literaturwissenschaftlern wird Sven Stolpe als extrem konservativ betrachtet, was sich insbesondere bei seiner schwedischen Literaturgeschichte, an der er ab 1970 arbeitete, ausdrückt, da seine Bewertungen rein subjektiv sind, da er Autoren wie Verner von Heidenstam oder Selma Lagerlöf kritiklos lobt, August Strindberg, Olof Lagercrantz oder Eyvind Johnson jedoch als destruktive Ketzer behandelt, die die schwedische Gesellschaft negativ beeinflussen. Auch wenn Stolpes Werke eine wichtige Rolle innerhalb der schwedischen Literatur spielen, so sind seine Bücher mangels einer objektiven Einstellung mit gewissen Abstand zu lesen.


24. August 1901: Carl Ludvig Granlund, der letzte Wegelagerer Schwedens
24. August 2003: Carolina Klüft gewinnt Gold beim Siebenkampf

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 29. Juli 2011

Eyvind Johnson, ein Arbeiter-Literat mit Nobelpreis

Am 29. Juli 1900 wurde Olof Edvin „Eyvind“ Verner Johnson in Svartbjörnbyn im Norden Schwedens geboren und schuf aus seinen beiden Vornamen Edvin und Verner den Vornamen Eyvind unter dem er auch bekannt wurde. Eyvind Johnson wuchs in sehr einfachen Verhältnissen auf und musste sich sein Leben ab dem 14. Lebensjahr selbst verdienen. Dieses Erlebnis findet man in seinem „Personligt Dokument“ von 1932 ausführlich beschrieben.

Als linker Autor des Vorkriegsschwedens nahm Eyvind Johnson eine klare Position gegen den Nationalsozialismus ein. Von 1942 bis 1945 war er selbst Redakteur der norwegischen Widerstandszeitung „Håndslag“ und arbeitete für die Zeitschrift „Nordens Frihet“. Seine Einstellung zum Krieg spiegelt sich vor allem in seinen Werken „Nattövning“ und den drei Romanen über Krilon. Im Gegensatz zu anderen Autoren seiner Zeit verurteilte Eyvind Johnson jedoch nicht nur die rechte Diktatur, sondern auch die kommunistische Bewegung in der Sowjetunion und in Schweden. Johnson stellte sich mit seinen Meinungen grundsätzlich auf die Seite der Sozialisten.

Auch wenn Eyvind Johnson viele seiner Werke in eine geschichtliche Umgebung setzt, so bezieht er sich in ihnen mehr auf die selbst erlebte Gegenwart und kritisiert ein Schweden, das sich während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts von der deutschen Großmacht verblenden ließ. Indem er die Ereignisse als Parabel aufarbeitete, wurde er auch von den rechten Lesern Schwedens geschätzt, vielleicht aber auch deshalb, weil viele seiner Leser die Rückkehr von Odysseus nicht im Zweiten Weltkrieg suchten. Eyvind Johnson erhielt 1974, gemeinsam mit Harry Martinson, den Nobelpreis für Literatur und war von 1957 bis zu seinem Tod am 25. August 1976 Mitglied der Svenska Akademien.

29. Juli 1806: Uddevalla im Bohuslän brennt nieder
29. Juli 1971: Die schwedische Sängerin Lisa Ekdahl

Copyright: Herbert Kårlin