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Freitag, 8. Februar 2019

Der erste Flug der Saab 37 Viggen

Am 8. Februar 1967 fand der erste Probeflug des schwedischen Kampfflugzeugs Saab 37 Viggen statt, ein Flugzeug, das der Flugzeugbauer Saab AB als Nachfolger für die 35 Draken entwickelt hatte und vom Antriebssystem so gebaut war, dass die Maschinen auch auf den kürzesten Landebahnen kein Problem hatten. Die Saab 37 Viggen wurde zudem in vier verschiedenen Versionen gebaut, so dass man damit auch die unterschiedlichsten Aufgaben wahrnehmen konnte, wobei man dabei natürlich an den Kalten Krieg dachte, der mit der Angst verbunden war, dass Russland Schweden angreifen würde.

Auch wenn die erste Saab 37 Viggen bereits 1967 in die Höhe stieg, so sollte es noch vier Jahre dauern bis die ersten Maschinen auch an die schwedische Luftwaffe geliefert wurden, da die Serienproduktion erst im Jahr 1970 eingeleitet wurde und dann den Flugzeugbauer 20 Jahre lang beschäftigen sollte. Die letzte Maschine der Luftwaffe startete dann am 25. November in Norrbotten, bevor sämtliche Saab 37 Viggen aus dem offiziellen Dienst genommen wurden, auch wenn bis heute zwei der Maschinen im Hangar stehen, ohne jedoch noch eine Fluggenehmigung zu haben.

Der Name Viggen ist etwas mehrdeutig, denn vigg ist im Grunde die Reiherente, bedeutet aber auch Keil und Blitz. Da die Spitze der Saab 37 Viggen, die bereits ab 1952 geplant wurde, einem Entenschnabel ähnelt, ist die Beziehung zu diesen Vögeln natürlich logisch. Auf Grund der anderen Bedeutungen von vigg konnte man auch eine Verbindung zu åskvigg (Donnerblitz) schaffen, also eine Verbindung zum nordischen Donnergott Thor mit seinem Hammer. Auf diese Weise konnte man dem Flugzeug mehrere Attribute geben, die eine Spanne von der nordischen Mythologie bis zum Entenschnabel bieten und mehrere Interpretationen offen lassen.


8. Februar 1782: Malla Silfverstolpe und der literarische Salon in Uppsala
8. Februar 1878: Elias Magnus Fries, der erste schwedische Fachmann für Pilze
8. Februar 1883: Der Künstler und Mineraloge Gregori Aminoff
8. Februar 1903: Der schwedische Nationalsozialist Sven Olov Lindholm
8. Februar 1911: Gustaf Fröding, der Dichter mit der geistigen Verwirrung
8. Februar 1914: Die Sozialdemokraten antworten auf die Provokation des Königs
8. Februar 1952: Das Folkets hus (Haus des Volkes) in Göteborg
8. Februar 1966: Carl-Henning William Crafoord bringt den Hiphop nach Schweden
8. Februar 1969: Pippi Langstrumpf wird in Schweden zum Fernseherfolg
8. Februar 1874: Elisabeth Barnekow, Künstlerin und Holzschnitzerin 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 24. Januar 2017

Das Ansichtsregister der schwedischen Sicherheitspolizei Säpo

Als sich die schwedische Regierung am 24. Januar 1969 dazu entschied das Ansichtsregister (Åsiktsregister) zu verbieten, war vielen Schweden nicht bekannt dass dieses Register überhaupt existierte und noch weniger, dass in diesen Aufzeichnungen neben den Namen von über 100.000 Kommunisten auch Informationen heimlicher Telefonabhörungen zu finden waren, an welchen Treffen sie teilnahmen und auch welche Zeitungen und Zeitschriften sie abonniert hatten. Die Angst vor Kommunisten war selbst um diese Zeit noch so hoch wie heute jene vor IS-Kämpfern. Der sozialdemokratische Ministerpräsident Tage Erlander hatte zu diesem Register sogar geäußert dass es besser sei zehn Personen zu viel zu registrieren als nur eine einzige zu wenig.

Die Sicherheitspolizei Säpo registrierte ab den 40er Jahren allerdings nicht nur Kommunisten, sondern auch Personen, die in linksorientierten Organisationen aktiv waren, was weitgehende Konsequenzen hatte, denn den im Register geführten Personen wurde nahezu jede Anstellung versagt, wobei der staatliche Dienst vollkommen ausgeschlossen war. Die Angst vor Russland, dem Kommunismus und einer möglichen Revolution war in den Jahre des Kalten Krieges dann sogar so hoch, dass man Pläne ausarbeitete wie man im Falle einer Krisensituation alle in der Liste befindlichen Personen unschädlich machen konnte, beziehungsweise wo sie zu internieren waren. Auch wenn dieses Register den meisten Schweden unbekannt war, so sorgten Politiker und Presse dafür die Angst vor einer sowjetischen Invasion so aufzublähen, dass die Bevölkerung auch bei einem Bekanntwerden des Register dieses für richtig geheißen hätte.

Als die Regierung der Säpo dann im Jahre 1969 verbot diese Register zu führen, so bedeutete dies allerdings nicht das Ende der Ansichtsregistrierung, denn die Regierung ließ Schlupflöcher offen, die die Säpo in vollem Umfang nutzte, denn die Registrierung setzte in großem Umfang bis 1998 fort, wobei man in diesen Jahren auch Mitglieder von Amnesty International, Emmaus oder Ordfront mit als Verdächtige aufnahm, denn die Säpo sah überall eine kommunistische Gefahr. Und immer noch wurden Arbeitsstellen, ohne Angabe eines Grundes, verweigert wenn man in den Registern zu finden war. Als die Presse von diesen Registern erfuhr, wurde Schweden noch 2006 vom Europäischen Gerichtshof wegen illegaler Registrierung von Meinungen und Ansichten verurteilt. Zu glauben dass es heute keine Erfassungen von Meinungen und politischen Ideen in Schweden gäbe, ist natürlich irreal, denn das Amt für Datenschutz erlaubte der Säpo nun alles über eventuelle Terroristen und Sympathisanten des IS zu sammelt. Wie umfangreich das heutige Register ist, ist ebenfalls unbekannt.


24. Januar 1652: Gränna im Småland erhält die Stadtrechte
24. Januar 1664: Lars Roberg, der Gründer des Akademiska Sjukhuset
24. Januar 1781: Das Toleranzedikt erlaubt die Ausübung anderer Religionen
24. Januar 1861: Die schwedische Künstlerin Hellewi Kullman
24. Januar 1882: Sigfrid Siwertz und die konservative Bourgoisie Schwedens
24. Januar 1925: Hjalmar Branting wird zum dritten Mal Ministerpräsident
24. Januar 1954: Der Frufridagen in Schweden, ein freier Tag für die Frau
24. Januar 1991: Bo Setterlind, das religiöse Erwachen in der Romantik

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 15. Mai 2015

Das Aeroseum in Göteborg, ein flughistorisches Museum

Die Idee für das Aeroseum in Göteborg geht bis auf das Jahr 1999 zurück, als die Stiftung Aeroseum begann daran zu arbeiten aus einem früher geheim gehaltenen unterirdischen Flugplatz ein öffentliches Museum zu machen, ein Unterfangen, das sich nicht als ganz einfach zeigte, da es sich beim entsprechenden Gebiet immer noch um eine militärische Anlage handelte, auch wenn diese kaum noch benutzt wurde und die geheimen Anlagen längst der Öffentlichkeit bekannt waren. Erst am 15. Mai 2005 sollte dann das Aeroseum eingeweiht werden und Göteborg eine zusätzliche Attraktion erhalten.


Bereits die Lage und die Bauweise des Aeroseum können als außerordentlich bezeichnet werden, denn das Flugmuseum liegt im ersten der fünf heimlich gebauten unterirdischen, militärischen Flugzeughangar, die zwischen 1950 und 1955, während des Kalten Krieges, in Schweden gebaut wurden und als atombombensicher galten. Die Gesamtanlage am Göteborg City Airport erstreckt sich auf zwei unterirdische Hallen mit einer Größe von 22.000 Quadratmetern und 8000 Quadratmetern, wobei das Museum lediglich Zugang zum größeren der Hangar hat, der sich 30 Meter unter der Erdoberfläche befindet und von der Luft aus unsichtbar ist.

Heute kann man im Aeroseum sowohl der zivilen, als auch der militärischen Fluggeschichte Schwedens folgen, wobei man neben den verschiedensten Flugzeugen auch mehrere Ausstellung findet, beobachten kann wie der historische Flugklub seine Maschinen repariert und man kann Pilot in einem der Flugsimulatoren werden. Die größte Attraktion des Aeroseums war jeweils die Göteborg Aero Show, die  größte Flugshow Schwedens, die nicht nur aus finanziellen Gründen eine unsichere Zukunft hat, sondern auch von der Zukunft des Göteborg City Airport abhängt, der seit Ende 2014, aus Sicherheitsgründen, für den regulären Flugverkehr gesperrt ist.


15. Mai 1470: Karl Knutsson wird dreimal König Schwedens
15. Mai 1807: Carl Wilhelm Böttiger, der wissenschaftliche Lyriker Schwedens
15. Mai 1897: Stockholmausstellung, fast eine Weltausstellung
15. Mai 1914: Die baltische Industrie- und Handwerksausstellung in Malmö
15. Mai 1968: Die Europapolitikerin Cecilia Malmström
15. Mai 1971: Die erste schwedische Pride-Parade in Örebro

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 18. Juni 2013

Die verschwundene DC-3 und die Catalinaaffäre


Eine DC-3 Dakota während der Flugschau in Göteborg

Als man am 18. Juni 2003 die Reste des am 13. Juni 1952 von einer russischen MiG-15 abgeschossenen schwedischen Aufklärungsflugzeugs DC-3 lokalisiert hatte, konnte eines der größten schwedischen Rätsel des kalten Krieges endgültig aufgeklärt werden und in gewisser Weise konnte man erfahren was 1952 tatsächlich geschah, zumal nicht nur die DC-3 von der russischen Luftwaffe über der Ostsee abgeschossen worden war, sondern auch das Suchflugzeug „Catalinan“, das nach der abgeschossenen Maschine suchte, ein Ereignis, das zur sogenannten Catalinaaffäre führte.

Das Problem begann im Grunde bereits im Jahre 1949, als Schweden, entgegen jeder Neutralitätspolitik, ein Abkommen mit den USA und Großbritannien schloss, nach dem alle Daten von Aufklärungsflugzeugen der schwedischen Luftwaffe an die beiden Länder weitergeleitet wurden. Als daher die DC-3 im Juni 1952 über der Ostsee unterwegs war, betrieb diese Spionage für Amerika und Großbritannien, was Russland natürlich wusste. Die schwedische Maschine wurde daher als feindliches Flugzeug eingestuft und abgeschossen.

Nicht zu vergessen ist dabei auch, dass Schweden ab 1951 mehrmals in den sowjetischen Luftraum eingedrungen war um Spionage zu betreiben und die russische Presse Schweden anklagte ein Diener der Nato zu sein. Um jedoch eine Verhärtung der Situation zu vermeiden erklärte die Sowjetunion eindeutig, dass sie absolut nichts mit der verloren gegangenen DC-3 zu tun habe. Erst nachdem die Maschine gefunden worden war und Taucher nachweisen konnten, dass das Aufklärungsflugzeug mit Sicherheit von einer MiG-15 abgeschossen wurde, gab die russische Verteidigung diese Tatsache zu.


18. Juni 1827: Der schwedischen Sängerprinz Gustaf Oscar 
18. Juni 1947: Die Örebro-Ausstellung: Handwerk und Kleinindustrie

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 7. April 2011

Dag Hammarskjöld, eine schwedische Legende

Am 7. April 1953 wurde Dag Hammarskjöld mit 57 von 60 Stimmen zum Generalsekretär der UN (United Nations) gewählt. Er war damit der erste Vertreter der UN, der auch von Russland anerkannt wurde und verdankte es seinem Verhandlungsgeschick auch im Jahre 1957 wiedergewählt zu werden. Er führte sein Amt bis zu seinem tragischen Tod am 18. September 1961 aus.

Dag Hammarskjöld war einer der vielseitigsten Politiker, Diplomaten und Schriftsteller Schwedens, der während seiner Amtszeit als Generalsekretär der UN mit zahlreichen Problemen konfrontiert wurde. Der Koreakrieg, der Konflikt am Suezkanal, der Kalte Krieg und die Unruhen in Ungarn waren nur einige der brisanten Situationen mit denen Hammarskjöld als UN-Generalsekretär zu kämpfen hatte.

Dag Hjalmar Agne Carl Hammarskjöld, wie er mit vollem Namen hieß, war seit 1953 Mitglied der Svenska Akademien und erhielt 1961 posthum den Friedensnobelpreis verliehen. Seit Tod ist indes bis heute ungeklärt, denn es konnte, trotz wiederholter und sehr intensiver Nachforschungen, nie geklärt werden, ob das Flugzeug mit dem er am 18. September 1961 nach Zambia (damals Nordrhodesien) unterwegs war, sabotiert wurde oder ob der Pilot die Flughöhe falsch einschätzte. Dag Hammarskjöld wird den neuen 1000-Kronen-Schein Schwedens zieren, eingebettet in eine Landschaft Lapplands.

7. April 1914: Die drei Berufe des Schweden Albert Theodor Gellerstedt
7. April 1990: Brand auf der M/S Scandinavian Star bei Lysekil im Bohuslän

Copyright: Herbert Kårlin