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Freitag, 19. April 2019

Der Reichsrat Emanuel De Geer

Emanuel De Geer wurde am 19. Oktober 1748 als Sohn eines Fabrikbesitzer geboren und entschied sich sehr früh für eine militärische Laufbahn. Im Jahr 1764 wurde er Fähnrich der Leibgarde, aber schon sieben Jahre später gab er dann seinen Dienst auf um bei der Witwenkönigin Lovisa Ulrika Kammerherr zu werden. In den kommenden Jahren hatte er mehrere diplomatische Aufträge, bis er 1786 dann von Gustav III. als Reichsrat zurück nach Stockholm gerufen wurde. Als intelligenter Politiker entdeckte er sehr bald, dass der König den Reichsrat auflösen wollte um nur einige Getreue um sich zu sammelt. Im Jahr 1787 bat er daher um seinen Abschied und konnte damit jede Konfrontation mit Gustav III. vermeiden.

Politisch nimmt Emanuel De Geer eine gewisse Sonderstellung am Hof ein, da er an keinerlei Intrigen interessiert war und daher die vermutlich einzige neutrale Person war, die dem König nahestand. Gustav III. wollte diese Neutralität zu seinen Gunsten ausnutzen, erst indem er De Geer als Diplomat nach Haag schickte, damit dieser dort die politische Tendenz ausspioniere, später um De Geer zu einer Einflussnahme bei den Verwandten des Königs zu bewegen, da das eigene Geschlecht sich als die größte Gefahr für die Macht des Königs zeigte. Beide Aufträge erfüllte De Geer auf diplomatische Weise, ohne dass er jedoch auch nur für eine der Seiten Stellung nehmen musste.

Bevor sich Emanuel De Geer, der am 19 April 1803 starb, 1787 ganz aus der Politik zurückzog, kämpfte er auch noch gegen zwei andere Punkte, die er als schädlich für Schweden betrachtete. Zum einen wollte er den Pastoratverkauf durch Adelige unterbinden, die teilweise das gleiche Pastorat gegen viel Geld an mehrere Priester verkauften, obwohl nur ein Priester das Amt auch antreten konnte, zum anderen wollte er Gustav III. dazu bewegen die königlichen Alkoholbrennereien abzuschaffen, die der König ohne Beratung im Reichstag geschaffen hatte, sondern das Alkoholbrennen allgemein wieder zulassen, jedoch den Alkohol mit einer Steuer zu belegen. In beiden Fällen konnte De Geer nur teilweise von Erfolg reden.


19. April 1552: Olaus Petri und die schwedische Reformation
19. April 1632: Sigismund, ein König nicht wie die anderen
19. April 1738: Der schwedische Bischof Johan Wingård
19. April 1819: Der schwedische Fabrikant John Lenning
19. April 1864: Der schwedische Architekt Erik Lallerstedt
19. April 1868: Der Architekt Erik Julius Lallerstedt
19. April 1873: Die Künstlerin und Schriftstellerin Ruth Milles
19. April 1892: Sigfrid Lindström und die moderne Welt der Sagen
19. April 1916: Der Trollhätte-Kanal wird für den Verkehr geöffnet
19. April 1958: Von Trelleborg nach Sassnit
19. April 1986: Der schwedische Komponist Dag Wirén
19. April 2004: Per Verner-Carlsson, der Revolutionär des schwedischen Theaters

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 7. März 2019

Der Diplomat und Schriftsteller Carl Gyllenborg

Carl Gyllenborg kam am 7. März 1679 als Sohn eines königlichen Rates in Uppsala zur Welt und wurde im Alter von sieben Jahren an der Universität Uppsala eingeschrieben um dort Jura, Latein und Geschichte zu studieren. Gyllenborg beendete sein Studium im Jahr 1698 mit ausgezeichneten Noten und begann ein Jahr später im Reichsarchiv zu arbeiten. Fünf Jahre später wurde Gyllenborg als Kommissionssekretär nach London geschickt und begann seine diplomatische Laufbahn, wobei seine politischen Entscheidungen allerdings sehr stark von seiner englischen Frau beeinflusst waren, die dem rechten politischen Flügel des Landes angehörte.

Im Jahr 1710, kurz nach seiner Ehe mit Sara Derith, wurde Carl Gyllenborg Resident in London und 1715 auch Minister. Seine Zukunft in London endete jedoch damit, dass er zwei Jahre später Georg Heinrich von Götz in seinen konspiratorischen Plänen unterstützte, was die englische Regierung rechtzeitig aufdecken konnte. Das Ergebnis davon war, dass Gyllenborg im Gefängnis der Festung in Plymouth landete. Nach einem halben Jahr wurde der Diplomat zwar aus dem Gefängnis entlassen, aber er musste auch nach Schweden zurückkehren, wo er unmittelbar zum Staatssekretär ernannt wurde und zwei Jahre später sogar zum Hofkanzler aufstieg.

Carl Gyllenborg gilt auch als einer der frühen Schriftsteller Schwedens, wobei es sich bei seinen Werken nicht nur um seine Reden im Reichstag handelt und die politische Abhandlung New discoveries of the danger of Popery, die 1714 erschien, sowie einige wenige andere politische Werke, sondern auch um das Theaterstück Svenska Sprätthöken, das 1717 im Stora Bollhuset aufgeführt wurde. Svenska Sprätthöken gilt als die erste schwedischsprachige Komödie, wobei das satirische Stück deutlich französische Einflüsse zeigt, was jedoch die Bedeutung für die schwedische Komödie und die Literaturgeschichte des Landes nicht mindert. Lars Gyllenborg starb am 9. Dezember 1746 in Uppsala.


7. März 1768: Der Aufstieg des Grafen Carl Gustaf Löwenhielm
7. März 1785: Sklaverei in schwedischer Kolonie
7. März 1896: Der Künstler und Karikaturist Gunnar Wallin
7. März 1897: Der schwedische Sportklub Hammarby IF
7. März 1905: Anna Wästberg, Dichtung und Theater im 19. Jahrhundert
7. März 1910: Die Bergbahn in Åre, Bergbanan
7. März 1910: Das Rathaus in Borås 
7. März 1932: Ein dreifacher Mord und zwei Selbstmorde
7. März 1965: Lady Louise Mountbatten wird Königin von Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 12. Januar 2019

Der schwedische Diplomat Gunnar Hägglöf

Als Gunnar Hägglöf am 12. Januar 1994 im Alter von 89 Jahren in Stockholm starb, hatte er eine außerordentliche diplomatische Karriere hinter sich und ging als einer der bedeutendsten Diplomaten in die schwedische Geschichte ein. Hägglöf war nicht nur in der gehobenen Bürgerschicht Stockholms aufgewachsen, sondern traf dort bereits als Kind eine Reihe der einflussreichsten Personen des Landes, die im Elternhaus geradezu ein und aus gingen. Auch die Schulklasse und später die Vorlesungen an der Universität Uppsala teilte er mit Personen wie Dag Hammarskjöld. Als Hägglöf 1924 sein Jurastudium abgeschlossen hatte, stand ihm daher die Welt der Politik vollkommen offen.

Gunnar Hägglöf arbeitete ab 1926 als Attaché für die Regierungskanzlei und arbeitete in diesem Rahmen in Paris, London, Moskau und anderen Städten. Anschließend widmete sich der Diplomat für einige Jahre mehr politischen Aufgaben, nicht zuletzt dank seiner guten Beziehungen zu Per Albin Hansson, auch wenn er nicht auf dessen politischer Linie stand. Als jedoch Hägglöf 1939 für eine Regierungskoalition als Ministerpräsident zur Debatte stand, entschied sich dieser wieder ganz seiner diplomatischen Karriere zu widmen, zumal auch die politische Krise Schwedens sehr deutlich war, die auch Hägglöf nicht lösen hätte können.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Gunnar Hägglöf der Leiter der Handelsabteilung des Auswärtigen Amtes und hatte damit die schwierige Aufgabe nicht nur freies Geleit schwedischer Schiffe mit allen Kriegsteilnehmern auszuhandeln, sondern er musste auch über den Eisenhandel mit Deutschland entscheiden, gleichzeitig aber von England und USA geforderte Restriktionen umsetzen, und dies ohne den Krieg nach Schweden zu holen. Dieses Problem wird deutlich an den Entscheidungen des Diplomaten, denn je mehr Macht Hitler verlor, umso stärker wurden auch die Restriktionen. Nach Ende des Weltkriegs wurde Hägglöf ein Jahr lang als schwedischer Botschafter nach Moskau entsandt, bevor er dann der erste schwedische UN-Botschafter wurde, da der Diplomat ausgezeichnete Beziehungen zu führenden Politikern und Wirtschaftsgiganten weltweit hatte,also die idealen Voraussetzungen für dieses Amt mitbrachte.


12. Januar 1528: Gustav Vasa, der berühmteste König Schwedens 
12. Januar 1726: Das Konventikelplakatet verbietet freireligiöse Treffen
12. Januar 1726: Religiöse Treffen werden in Schweden verboten
12. Januar 1783: Erik Gustaf Geijer, der nationalistische Dichter Schwedens
12. Januar 1818: Der schwedische Bischof Johan Wingård stirbt in Göteborg
12. Januar 1854: Der schwedische Künstler Hugo Birger kommt zur Welt
12. Januar 1868: Der schwedische Schriftsteller Jeremias i Tröstlösa
12. Januar 1875: Die schwedische Schriftstellerin Marika Stiernstedt
12. Januar 1885: Die schwedische Künstlerin und Keramikerin Hildur Haggård
12. Januar 1913: Der schwedische Ingenieur Gustaf Nerman stirbt in Uppsala
12. Januar 1938: Der Schauspieler Gösta Ekman wird in Stockholm beerdigt
12. Januar 1966: Gunnar Ekelöf erhält den Literaturpreis des Nordischen Rates
12. Januar 1979: Massenmord im Östra Sjukhus in Malmö

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 4. März 2018

Der schwedische Kanzleipräsident Ulrik Scheffer

Ulrik Scheffer kam am 5. August 1716 als Sohn eines hohen Richters in Nyköping zur Welt und besuchte ab 1728 die Universität Uppsala um sich auf eine Laufbahn in der Administration vorzubereiten. Unmittelbar nach Studienabschluss wurde Scheffer daher auch im Kammerkollegium beschäftigt, wurde drei Jahre später zum Hofjunker ernannt und machte dann jedoch eine militärische Karriere, die ihn im Jahr 1750 zum Oberleutnant des Regiments im Jämtland führte. Nur ein Jahr später gab Scheffer die militärische Karriere wieder auf um sich der Reichstagspolitik zu widmen.

Die folgenden zwei Jahrzehnte arbeitete Ulrik Scheffer überwiegend als Diplomat in Frankreich, auch wenn er an mehreren Reichstagen teilnahm und einen bedeutenden Beitrag zum Frieden mit Dänemark und beim Unterzeichnen des Seeunionsvertrags mit Dänemark leistete. Diese Jahre spielten für Scheffer, der einer der bedeutendsten Gegner der Hutpartei war und sich beim Reichstag der Jahre 1765 und 1766 gegen die Kriegspolitik aussprach und dem Staat zu einer sparsamen Haushaltspolitik riet, beides Punkte, die gegen die Linie der Hutpartei gingen.

Als dann die Hutpartei für einige Zeit die Regierung übernahm, verlor Ulrik Scheffer seinen gesamten Einfluss, wurde jedoch 1771 von König Gustav III. an den Hof zurückgeholt und zum Kanzleipräsidenten ernannt. Für rund 15 Jahre war Scheffer gewissermaßen die rechte Hand des Königs, der volles Vertrauen in Scheffer hatte und ihm die gesamte Außenpolitik Schwedens überließ, was, trotz aller Konflikte und konjunkturellen Problemen dieser Zeit zum Frieden in Schweden führte, nicht zuletzt auch deshalb, weil er den freien Handel zwischen den nordischen Ländern und England durchsetzte. Als sich Gustav III. denn ab 1780 der Kriegspolitik öffnete, bat Scheffer um seinen Abschied, den ihm der König auch 1683 bewilligte. Ulrik Scheffer, der am 4. März 1799 auf seinem Gut starb, beschäftigte sich nach 1783 nicht mehr mit Politik.


4. März 1574: Stadthalter und Reichsrat Carl Carlsson Gyllenhielm
4. März 1824: Der schwedische Philosoph Carl Yngve Sahlin
4. März 1828: Erik Sjöberg und der Kampf gegen die literarischen Schulen
4. März 1882: Die sozialdemokratische Bewegung in Schweden
4. März 1882: Der schwedische Künstler Gunnar Widholm
4. März 1923: Margit Nordin und der Wasalauf (Vasaloppet) 
4. März 1931: Die schwedische Jazzsängerin Sonya Hedenbratt
4. März 1948: Elsa Brändström, der „Sibirische Engel“ aus Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 1. März 2018

Der Reichsrat Nils Gyllenstierna

Nils Gyllenstierna kam im Laufe des Jahres 1526 zur Welt und starb im Oktober 1601 auf Fågelvik bei Kalmar. Auch wenn der Name Gyllenstierna vor allem mit der Svenska Kyrkan verbunden wird, die er beim Uppsala Kyrkomöte am 1. März 1593 als Staatskirche festigte, so ist Nils Gyllenstierna auch der Stammvater des Adelsgeschlechtes Gyllenstierena und er war unter mehreren Königen der Stadthalter Smålands. Obwohl sich Gyllenstierna auch nicht aktiv in die Politik einmischen wollte, war er auch über sehr lange Zeit hinweg der bedeutendste Diplomat verschiedener Könige, der zahlreiche Krisen beilegen musste und dafür in die unterschiedlichsten Länder geschickt wurde.

Eine sehr bedeutende Rolle spielte Nils Gyllenstierna unter König Johann III., denn 1569 nahm er an den Friedensverhandlungen mit Dänemark teil, er spielte eine Rolle beim Frieden von Stettin und der König vertraute ihm 1570 den Oberbefehl über das gesamte Småland an. Im Jahr 1587 gelang es Gyllenstierna sogar, dank seiner diplomatischen Erfahrung, auch König Johann III. und seinen Bruder, Herzog Karl (Karl IX.), zu einem Vergleich zu bringen, der einen jahrelangen Streit beendete. Führten die Verhandlungen zu größeren Problemen, so griff Gyllenstierna zu einer sehr eigenen Diplomatie, denn er wurde krank bis sich das größte Problem von selbst gelöst hatte und er nur noch kleinere Probleme lösen musste.

Probleme traten für Nils Gyllenstierna im Grunde erst nach dem Tode des Königs Johan III. auf, da er dann ins Kreuzfeuer zwischen Herzog Karl und dem katholischen König Sigismund geriet, ein Problem, das ihm, zumindest vorübergehend, auch finanzielle Probleme brachte. Auch hier war es seine diplomatische Fähigkeit, und erneut eine längere Krankheit, die ihm die Gunst von Herzog Karl zurückbrachte, der Gyllenstierna, auch als König Karl IX., bis zu dessen Lebensende immer wieder um Rat fragte, auch wenn Gyllenstierna im Alter immer häufiger eine Krankheit vorschieben konnte um keine negative Antwort geben zu müssen.


1. März 1593: Die Kirchen-Versammlung (Kyrkomöte) von Uppsala
1. März 1638: Die erste schwedische Kolonie in Amerika
1. März 1836: Die Lehrerin und Schriftstellerin Charlotte Lindholm
1. März 1879: Der schwedische Künstler Johan Albin Johansson
1. März 1884: Der schwedische Schauspieler Harry Bergvall
1. März 1900: Ernst Alm, der Sieger des ersten Wasalaufs im Jahre 1922
1. März 1914: Tor Aulin, der Lehrer von August Strindberg
1. März 1918: Else Fisher, Regisseurin, Tänzerin und Schauspielerin
1. März 1929: Eine Straßenbahn, die mit Benzin fährt
1. März 1937: Lebenslängliche Haft für den Spion Stig Bergling

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Der Reichsrat und Kanzleipräsident Karl Vilhelm von Düben

Trotz seiner Beziehungen, seinem hohen Stand und theoretischem Einfluss als Reichsrat und Kanzleipräsidenten spielte Karl Vilhelm von Düben als er am 29. Dezember 1790 in Stockholm starb, keine bedeutende Rolle in der schwedischen Politik. Die Ursache dafür kann man beim Günstling des Königs Gustav III. vor allem darin finden, dass von Düben jeden Konflikt scheute und durch Diplomatie seine hohe Stellung behalten wollte. Sobald eine kritische Situation auftauchte, die von Düben die Karriere kosten konnte, nahm er nur noch eine Gastrolle ein und ließ andere Politiker seiner Zeit handeln.

Carl Wilhelm von Düben war am 2. Februar 1724 als Sohn eines Reichsrates und Hofkanzlers zur Welt gekommen was ihm den Weg in die Politik öffnete. Mit Hilfe des Erzbischofs Jöns Steuchius, eines Verwandten, begann von Düben 1732 ein Studium an der Universität Uppsala, das er mit dem Kanzleiexamen abschloss. Nach seinem Studium wurde von Düben in der königlichen Kanzlei beschäftigt, was ihn, nach einem längeren Aufenthalt in Berlin, zum Kammerherren der Königin Lovisa Ulrika führte, die ihn später zum persönlichen Sekretär und schließlich zum Oberkammerherr ernannte. 1763 wurde von Düben als Diplomat an den russischen Hof gesandt und sechs Jahre später erhielt die Ernennung zum Hofkanzler und wurde schließlich Kanzleipräsident.

Die wichtigste politische Zeit Carl Wilhelm von Döbens fiel in die Zeit als er einer der engsten Vertrauten der Königin Lovisa Ulrika war, zumal er während des Krieges in Pommern ihre heimliche Korrespondenz erledigte und dabei auch die Politik des Hofes beeinflusste. Diese Rolle nahm ein internationales Niveau an als von Döben als Vertreter des königlichen Hofes nach Russland geschickt wurde, da er in diesen Jahren dem russischen Kaiser gegenüber einerseits die offiziellen Aufgaben Schwedens wahrnahm, als Vertrauter des Hofes jedoch auch inoffiziell agierte und sich damit den persönlichen Interessen des schwedischen Königshaus besonders widmete. Da es hierüber keinerlei Dokumente gibt, kann man die Rückschlüsse zu einigen Ereignissen nur aus verschiedenen geschichtlichen Zusammenhängen schließen.


29. Dezember 1776: Der schwedische Diplomat Gustaf af Wetterstedt
29. Dezember 1905: Der schwedische Erfinder Martin Wiberg
29. Dezember 1949: Die schwedische Künstlerin Hanna Pauli
29. Dezember 1980: Der schwedische Künstler Axel Nilsson
29. Dezember 1999: Das Museum Tre Kronor in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Mittwoch, 24. Juni 2015

Gustaf Åkerhielm, Ministerpräsident Schwedens

Freiherr Gustaf Åkerhielm af Margaretelund kam am 24. Juni 1833 als Sohn des Staatsrats Gustaf Fredrik Åkerhielm in Stockholm zur Welt und wurde daher auch im konservativem Sinne erzogen. Als der Junge zehn Jahre alt war, starb der Vater und der junge Åkerhielm erbte Schloss Ulfsunda in das er sich Ende seines Lebens zurückzog. Åkerhielm begann als Diplomat in Sankt Petersburg und kam wenige Jahre später in gleicher Eigenschaft nach Kopenhagen, bevor er eine politische Karriere begann, die ihn bereits im Alter von 26 Jahren in den Reichstag brachte. Der Aufstieg ging rapide und schon 1889 ernannte ihn Gillis Bildt zum Außenminister.

Als Gillis Bildt noch im gleichen Jahr zurücktrat, da es diesem unmöglich war seine Politik durchzusetzen, wurde Gustaf Åkerhielm sein Nachfolger als Ministerpräsident. Während seiner Regierungszeit gelang es ihm, unter anderem, die Siedlungspolitik in Nordschweden voranzutreiben, er baute die Verteidigung aus, setzte eine Bankenreform durch und beschleunigte den Bau der Norra stambanan, konnte jedoch, wie bereits sein Vorgänger, weder die Verteidigungsfragen lösen, noch die Steuerprobleme, da sich in letzterem die Fürsprecher des Freihandels durchsetzten. Im Gegensatz zu Bildt wollte Åkerhielm jedoch nicht zurücktreten, sondern weiterhin für eine Ideen kämpfen.

Dass Gustaf Åkerhielm, der am 2. April 1900 in Stockholm starb, dennoch nach 20 Monaten im Amt zurücktreten musste, lag letztendlich an seiner extrem konservativen Einstellung und der Überschätzung der Macht Schwedens. Als Åkerhielm nämlich im Reichstag deutlich äußerte, dass Schweden mit allen seinen Nachbarstaaten Klarsprache  reden müsse, wurde dies von Norwegen als Drohung empfunden und die ohnehin schon angespannte politische Situation der beiden Ländern konnte nur noch dadurch gelöst werden, indem man Åkerhielm zum Rücktritt zwang.


24. Juni 1687: Die Kupfergrube in Falun stürzt ein
24. Juni 1756: Olof Celsius der Ältere und die Botanik der Bibel
24. Juni 1853: Die Weltumseglung der HMS Eugenie
24. Juni 1920: Åland, die finnischen Inseln mit schwedischer Kultur
24. Juni 1923: Edith Södergran, die erste Modernistin der schwedischen Literatur
24. Juni 1974: Der schwedische Sänger Magnus Carlsson
24. Juni 2004: Der Mord an Helén Nilsson in Hörby

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 30. Dezember 2014

Der schwedische Diplomat Sverker Åström

Sverker Åström kam am 30. Dezember 1915 als Sohn eines Rechtsanwalts in Uppsala zur Welt. Nach seiner Hochschulreife studierte Åsträm Philosophie und Jura an der Universität Uppsala das er 1939 mit einer Kandidatur beendete. Noch im gleichen Jahr wurde der Jurist als Attaché im Auswärtigen Amt angestellt um bereits 1940 für drei Jahre als Diplomat nach Moskau zu gehen. Anschließend folgte noch ein mehrjähriger Auftrag in Washington bevor Åström dann 1948 Bürochef des schwedischen Auswärtigen Amts wurde.

Sverker Åström, der am 26. Juni 2012 im Alter von 96 Jahren in Stockholm starb und als Kritiker der amerikanischen und der israelischen Politik galt, gilt als der maßgebliche Vertreter Schwedens während der Verhandlungen zu einem Beitritt Schwedens in die EU und war von 1964 bis 1970 der ständige Vertreter Schwedens in den UN, was dem Diplomaten ermöglichte zahlreiche Weichen der schwedischen Politik des letzten Jahrhunderts zu stellen ohne dass dabei jedoch sein Name in den Vordergrund trat.

Innerhalb den UN war es Sverker Åström, dem es 1968 gelang dort globale Umweltfragen in das öffentliche Programm mit aufzunehmen, was letztendlich auch 1972 zur Umweltkonferenz in Stockholm führte, die Verhandlung, die der Startschuss für die Umweltarbeit der UN wurde. Erst im Alter von 87 Jahren ging Åström mit der Information an die Öffentlichkeit dass er homosexuell war, ein Geheimnis, das er bis dahin nur seinen Vorgesetzten mitgeteilt hatte um politische Erpressungen unmöglich zu machen. Åström war während seiner Studentenzeit in Uppsala Mitglied des faschistischen Studentenverbands Nationella Studentklubben, was ihm jedoch nie negativ angekreidet wurde.


30. Dezember 1661: Das Schloss Drottningholm brennt ab
30. Dezember 1886: Georg Arn, der Architekt, der Örebro seinen Stempel gab
30. Dezember 1913: Sophia von Nassau wird Königin Schwedens
30. Dezember 1923: Carl-Göran Ekerwald, ein literarischer Forscher des Jämtland
30. Dezember 1923: Sara Lidman, ein literarischer Kampf gegen den Kolonialismus
30. Dezember 1940: Schiffe aus Göteborg müssen eskortiert werden
30. Dezember 1946: Die Stadt Kramfors erhält ihr Stadtwappen
30. Dezember 1995: Katarina Taikon, die bekannteste Roma-Autorin Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Gustaf Philip Creutz, vom Dichter zum Diplomat Schwedens

Gustaf Philip Creutz starb am 30. Oktober 1785 im Alter von 56 Jahren in Stockholm und hatte nach sehr vielen Jahren im Ausland, nur noch die letzten beiden Jahre seines Lebens wieder in Schweden verbracht, als Freund von Gustav III. allerdings mit den höchsten Ämtern des Landes und unter großen Ehren. Als Creutz starb, war er nicht nur Kanzler der Universität Uppsala, sondern auch Kanzleipräsident, was im Grunde der Stellung eines Regierungschefs gleichkommt. Noch 1784 war der Diplomat mit ausgezeichneten Sprachkenntnissen auch in die Königliche Wissenschaftsakademie aufgenommen worden.

Gustaf Philip Creutz war am 1. Mai 1731 im finnischen Anjala zur Welt gekommen und hatte an der Universität Åbo (Turku) drei Jahre lang alte Sprachen studiert. Anschließend trat er dem Tankebyggarorden um Hedvig Charlotta Nordenflycht bei und übersetzte vor allem Bernard le Bovier de Fontenelle. Sehr bald begann er auch, unter dem Einfluss der französischen Aufklärung, eigene Werke zu schreiben, angefangen von Gedichten und über Novellen bis zu einer Oper. Nur zehn Jahre nach seinem literarischen Beginn und dem Höhepunkt des Erfolgs gab Creutz dann jedoch die literarische Laufbahn auf und wurde Diplomat.

Nachdem Gustaf Philip Creutz erst drei Jahre lang als Minister in Madrid gearbeitet hatte, kam er anschließend als Botschafter nach Paris. Allerdings vertrat er dort nicht die dominanten schwedischen Interessen, sondern er plante mit dem Kronprinzen eine Revolution und suchte dafür, unter anderem in Frankreich, die notwendige Unterstützung. Ziel des Komplotts war insbesondere die Macht des Königs zu halten und die schwedischen Freiheitsgedanken zu unterdrücken. Kurz bevor Creutz dann 1784 Frankreich verließ, unterzeichnete er noch mit Benjamin Franklin einen schwedisch-amerikanischen Freundschafts- und Handelsvertrag.


30. Oktober 1611: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden
30. Oktober 1807: Handelsmann Johanna aus Ödeshög
30. Oktober 1860: Der Weg zur Religionsfreiheit in Schweden
30. Oktober 1921: Der schwedische Künstler Karl Axel Pehrson
30. Oktober 1982: Karl Ragnar Gierow holt das europäische Theater nach Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 15. März 2014

Carl Bildt, Diplomat, Schriftsteller und Kammerherr

Wenn man heute von Carl Bildt spricht, so meint man in der Regel den aktuellen Außenminister und nicht den Diplomaten und Schriftsteller Carl Bildt, der am 15. März 1850 in Stockholm geboren wurde und am 26. Januar 1931 starb, auch wenn man in der Geschichte der beiden Männer gewisse Parallelen findet, die sich nicht nur auf die Diplomatie erstrecken. Der wichtigste Unterschied zwischen den beiden Männern dürfte jedoch sein, dass der erste Carl Bildt seinen Aufstieg vor allem seinem Wissen, seinem Studium und dem diplomatischen Feingefühl verdankte, auch wenn er als Sohn des schwedischen Ministerpräsidenten Gillis Bildt gewisse Privilegien hatte.

Carl Bildt schloss im Jahre 1870 sein Jurastudium an der Universität Uppsala ab und kam danach als Attaché zuerst an die Botschaft in Paris und anschliessend jene in London und in Berlin. Seine Fähigkeiten als Diplomat bewies er während seines Aufenthalts in Washington, wo Carl Bildt von 1877 bis 1883 tätig war, und wo er als der amerikanischste Schwede seiner Zeit bezeichnet wurde, eine Art Auszeichnung, die er später auch in England und in Italien erhielt, da sich Bildt nicht mit der Diplomatie zufrieden gab, sondern auch versuchte das Volk zu verstehen in dem er tätig war. Als Diplomat hatte er daher die Fähigkeit jeweils zwei Länder gleichzeitig zufrieden zu stellen.

Ab 1896 zeichnete sich Carl Bildt auch als ausgezeichneter Schriftsteller zu historischen Themen aus, wobei zwei seiner Werke dabei besonders herausragen. In Anteckningar från Italien lässt er den Leser einige ältere Städte Italiens besuchen und verzichtet dabei darauf diese in ihrer ehemaligen Größe zu beschreiben, sondern reiht sie in der Vergangenheit ein, die nicht immer Grösse zeigt und deren Ruf von anderen Autoren oft mit Legenden aufrecht gehalten wurde. Das zweite Werk schildert die Jahre, die Königin Kristina in Italien verbrachte. Da Carl Bildt Zugang zu den wichtigsten Archiven, unter anderem im Vatikan, hatte, konnte er die letzten Jahre Kristinas nahezu rekonstruieren und nahm ihr den Glorienschein, den frühere Schriftsteller ihr augesetzt hatten. Noch heute gelten seine historischen Romane über die schwedische Königin zu den realistischsten, die je über sie veröffentlicht wurden.


15. März 1568: Johannes Bureus, Runensteine und Grammatik 
15. März 1568: Johannes Bureus, der Vater der schwedischen Grammatik
15. März 1821: Abraham Niclas Edelcrantz, der Skalde des Königs Gustav III. 
15. März 1907: Zarah Leander, eine Karriere in Deutschland 
15. März 1931: Unterwegs auf dem Göta Kanal
15. März 1935: Der schwedische Ministerpräsident Johan Olof Ramstedt
15. März 1999: SVT24, der erste Nachrichtenkanal Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 7. April 2011

Dag Hammarskjöld, eine schwedische Legende

Am 7. April 1953 wurde Dag Hammarskjöld mit 57 von 60 Stimmen zum Generalsekretär der UN (United Nations) gewählt. Er war damit der erste Vertreter der UN, der auch von Russland anerkannt wurde und verdankte es seinem Verhandlungsgeschick auch im Jahre 1957 wiedergewählt zu werden. Er führte sein Amt bis zu seinem tragischen Tod am 18. September 1961 aus.

Dag Hammarskjöld war einer der vielseitigsten Politiker, Diplomaten und Schriftsteller Schwedens, der während seiner Amtszeit als Generalsekretär der UN mit zahlreichen Problemen konfrontiert wurde. Der Koreakrieg, der Konflikt am Suezkanal, der Kalte Krieg und die Unruhen in Ungarn waren nur einige der brisanten Situationen mit denen Hammarskjöld als UN-Generalsekretär zu kämpfen hatte.

Dag Hjalmar Agne Carl Hammarskjöld, wie er mit vollem Namen hieß, war seit 1953 Mitglied der Svenska Akademien und erhielt 1961 posthum den Friedensnobelpreis verliehen. Seit Tod ist indes bis heute ungeklärt, denn es konnte, trotz wiederholter und sehr intensiver Nachforschungen, nie geklärt werden, ob das Flugzeug mit dem er am 18. September 1961 nach Zambia (damals Nordrhodesien) unterwegs war, sabotiert wurde oder ob der Pilot die Flughöhe falsch einschätzte. Dag Hammarskjöld wird den neuen 1000-Kronen-Schein Schwedens zieren, eingebettet in eine Landschaft Lapplands.

7. April 1914: Die drei Berufe des Schweden Albert Theodor Gellerstedt
7. April 1990: Brand auf der M/S Scandinavian Star bei Lysekil im Bohuslän

Copyright: Herbert Kårlin