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Samstag, 23. Januar 2016

Der schwedische Gewerkschaftsbund Kommunal

Am 23. Januar 1910 wurde innerhalb des schwedischen Gewerkschaftsbunds LO der Gewerkschaftsbund Kommunal gegründet, der Svenska Kommunalarbetarförbundet, der sich um die Angelegenheiten der Angestellten und Arbeiter bei Gemeinden kümmert. Kommunal vertritt heute rund 500.000 Beschäftige, die nicht nur im öffentlichen Dienst arbeiten, sondern auch in Kirchengemeinden, bei Kooperativen, der Landwirtschaft und einigen Privatunternehmen im Pflege- und Gesundheitsdienst aktiv sind. Dies erklärt auch, dass rund 80 Prozent der Mitglieder weiblich sind.

Die Geschichte des Gewerkschaftsbunds Kommunal geht allerdings bereits auf das Jahr 1884 zurück, als in Malmö eine Gewerkschaft für Hafenarbeiter und Beschäftigte der Stadt gegründet wurde, die der Start für mehrere weitere Gewerkschaften war, die von unterschiedlichen Gruppen des öffentlichen Dienstes und im ganzen Land gegründet wurden. Ab 1903 begann zwischen den verschiedenen Gewerkschaften kommunaler Angestellter und Arbeiter in Stockholm eine Zusammenarbeit, was nur zwei Jahre später auch zu einem ersten Streik im öffentlichen Dienst führte.

Ach wenn sich Kommunal offiziell für die Gleichsetzung am Arbeitsplatz einsetzt und fordert dass alle kommunalen Angestellten, unabhängig des Geschlechts, der Herkunft oder der religiösen Zugehörigkeit, gleich behandelt werden müssen, zeigte sich unter Annelie Nordström, die 2010 zur Vorsitzenden des  Svenska Kommunalarbetarförbundet gewählt wurde, ein Niedergang des Gewerkschaftsbundes, der 2016 den Höhepunkt erreichte als in einem Festlokal, das Kommunal gehört, unerlaubt Alkohol ausgeschenkt und Striptease vorgeführt wurde. Nur wenig später wurde auch bekannt dass Gewerkschaftsführer und Spitzenpolitiker wie Margot Wallström von Kommunal günstig zentrale Wohnungen in Stockholm bekamen ohne Schlange stehen zu müssen. Mitte Januar 2016 gab Nordström  dann bekannt, dass sie im Mai des Jahres zurücktreten wird.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 28. September 2014

Die schwedische Politikerin Margot Wallström

Margot Wallström kam am 28. September 1954 in Kåge bei Skellefteå zur Welt und begann sich bereits als Jugendliche für Politik zu interessieren. Als Wallström 20 Jahre alt war, war sie bereits Ombudsman der Jugendorganisation der Sozialdemokraten und nur drei Jahre später wurde sie ins Parlament gewählt. Über ihre Ausbildung ist Wallström relativ verschwiegen, sicher ist jedoch, dass sie ab 1977 als Bankangestellte arbeite, im gleichen Jahr als sie ins Parlament gewählt wurde, was auch erklärt, warum sie ihren Beruf bereits 1979 wieder aufgab um sich ganz der Politik zu widmen.

Der Aufstieg von Margot Wallström im Kreise der Sozialdemokraten war rekordverdächtig, denn 1988 war Wallström stellvertretende Zivilministerin, 1994 wurde sie zur Kulturministerin ernannt und 1996 zur Sozialministerin. Nach Differenzen mit dem damaligen Ministerpräsident Göran Persson verzichtete Wallström dann jedoch auf ein politisches Amt bis Mona Sahlin an die Spitze Schwedens kam. Unter Sahlin erhielt Wallström, gemeinsam mit Jan Eliasson, den Auftrag für die Sozialdemokraten ein Programm zur Europapolitik auszuarbeiten, was allerdings von mehreren Seiten stark kritisiert wurde, da die europäische Arbeit parteineutral geführt werden soll.

Ab 1999 widmete sich Margot Wallström als Mitglied der Europäischen Kommission vor allem der Europapolitik. Auch in Europa ging die Karriere rapide voran, denn 2004 wurde Wallström stellvertretende Vorsitzende der Kommission und war damit an der zweithöchsten Position Europas, unmittelbar nach José Manuel Barroso. In dieser Zeit war die Beliebtheit von Margot Wallström bereits so hoch, dass das schwedische Volk die niederschmetternde Kritik des The Economist im Jahre 2009, nach dem ihr Einsatz in Europa geradezu zu vernachlässigen sei, gar nicht erst beachtete. Im Jahre 2010 wechselte Wallström dann von der Europapolitik zu einem Auftrag der Vereinten Nationen und sollte die Situation der Frauen in Krisengebieten beobachten, ein Auftrag, der 2012 ohne große Ergebnisse endete. Anfang 2013 wurde Margot Wallström dann Projektdirektoren der häufig kritisierten Svenska Postkodlotteriet und rechtzeitig vor den Wahlen 2014 erklärte Stefan Löfven, dass die Politikerin nun zurück in der schwedischen Politik sei und dort ihre Stärken beweisen werde. Nach Wettbüros wird Wallström die neue Außenministerin des Landes.


28. September 1675: Die Krönung des Königs Karl XI. In der Domkirche in Uppsala
28. September 1797: Die schwedische Schriftstellerin Sophie von Knorring
28. September 1911: Magnus Stenbock und die Ansicht eines Grafen
28. September 1994: Der Untergang der M/S Estonia in der Ostsee
28. September 1994: Der schwedische Musiker Pierre Isacsson
28. September 1998: Olle Länsberg, der verschollene Autor Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin