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Sonntag, 17. März 2019

Herman Lindholm, der Gründer des Vergnügungsparks Liseberg

Herman Lindholm kam am 17. März 1875 als Sohn eines Zimmermanns in Malmö zur Welt, besuchte dort drei Jahre lang die Volksschule, war zwischen 1887 und 1889 als Hirte und Laufbote beschäftigt und begann anschließend eine Lehre zum Möbelschreiner, die er 1985 abschloss. Nach Abschluss der Lehre wurde Lindholm Schreinergeselle in Stockholm und arbeitete anschließend in mehreren schwedischen Städten bis er 1899 letztendlich nach Göteborg kam und eine gewerkschaftliche und politische Karriere begann, und dies ohne über eine entsprechende Ausbildung zu verfügen.

Bereits 1900 wurde Herman Lindholm Ombudsman der Holzarbeitergewerkschaft und stieg schließlich bis zum Sprecher der Gewerkschaft auf. Auf Grund seiner Bedeutung für die Arbeiterbewegung Göteborgs wurde Lindholm 1906 auch als einziger Arbeiter in den Stadtrat Göteborgs gewählt. Über Jahre hinweg war Lindholm daher der einzige Stadtrat Göteborgs, der sich deutlich für die Arbeiter einsetzte, wobei der Politiker in der gesamten Zeit weiterhin aktiv in der Gewerkschaft blieb. In beiden Ämtern zeichnet er sich indes als Einzelkämpfer aus, der in jedem Punkt versuchte seinen eigenen Weg zu gehen, was sich auch darin ausdrückte, dass Lindholm sehr wenig von reinen repräsentativen Aufgaben hielt.

In ganz Schweden wurde Herman Lindholm für seinen Einsatz hinsichtlich der Jubiläumsausstellung des Jahres 1923 in Göteborg bekannt, die mit der Eröffnung des Vergnügungsparks Liseberg verbunden war. Als Stadtrat setzte Lindholm dann durch, dass Liseberg auch nach Ende der Ausstellung erhalten blieb, was ursprünglich nicht vorgesehen war. Nur drei Jahre später gab Lindholm dann überraschend alle politischen Ämter ab, obwohl er die Wähler weiterhin hinter sich hatte. Neben seiner gewerkschaftlichen Tätigkeiten wurde Lindholm, der am 24. Dezember 1955 in Göteborg starb, nach Beendigung der politischen Karriere, Direktor des Vergnügungspark Liseberg, dem er den hohen Standard gab, der Liseberg letztendlich zum bedeutendsten Vergnügungspark des Nordens machte.


17. März 1650: Die Karriere von Carl Carlsson Gyllenhielm
17. März 1719: Ulrika Eleonora wird Königin von Schweden
17. März 1735: Axel Wrede Sparre und die schwedischen Freimaurer
17. März 1796: Der schwedische Architekt Carl Fredrik Adelcrantz
17. März 1814: Der schwedische Künstler Johan Peter Molin
17. März 1858: Harald Molander, ein Leben für das Theater
17. März 1862: Der Architekt und Bauherr Wilhelm Klemming
17. März 1866: Der schwedische Schauspielerin Augusta Lindberg
17. März 1908: Weibliche Polizei in Schweden
17. März 2005: Czesław Słania, ein schwedischer Künstler der Miniatur
17. März 2008: Ein Doppelmord in Arboga 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 29. Januar 2019

Die schwedischen Brigaden und der finnische Freiheitskrieg

Nur zwei Tage nachdem in Finnland der sogenannte Freiheitskrieg, ein Bürgerkrieg,  ausgebrochen war bei dem sich die kommunistisch-sozialistische rote Seite (Rote Brigaden) und die weiße Seite, die die Selbständigkeit und Selbststeuerung Finnlands verteidigen wollten, gegenüberstanden, gründete man am 29. Januar 1918 in Stockholm die schwedischen Brigaden, die das Ziel hatten Finnland in seinem Kampf nach Selbständigkeit zu unterstützen, sich also der weißen Seite anschließen wollte, eine Idee, die von den schwedischen Sozialdemokraten und Kommunisten nahezu als Verrat gesehen wurde.

Innerhalb von nur zwei Monaten gelang es den „Freunden Finnlands“ eine Stärke von rund 1000 Soldaten zu vereinen, zu denen sich sehr viele schwedische Berufsoffiziere gesellten, auch wenn die schwedische Verteidigung die Bewegung nicht offiziell unterstützte. Das Ergebnis war jedoch, dass die schwedischen Brigaden dadurch gewissermaßen eine Eliteeinheit bildeten, die denn finnischen Kräften sehr schnell zur Verfügung gestellt werden konnten, gerade rechtzeitig für die große Offensive des weißen Finnland.

Nach Ende des finnischen Bürgerkrieges im Mai des gleichen Jahres, der vom unabhängigen, weißen Finnland gewonnen wurde, kehrten die schwedischen Brigaden in die Heimat zurück und veranstalteten am 30. Mai 1918 einen Siegeszug durch Stockholm. Während die Berufsoffiziere problemlos zurück an ihre Arbeitsplätze in der schwedischen Armee kehren konnten, hatten Arbeiter, die sich als Freiwillige den schwedischen Brigaden angeschlossen hatte, oft keine Chance zurück in ihre Berufe zu kommen, da die Gewerkschaften ihnen den Kampf für Finnland nicht verziehen. Ein Teil dieser Gruppe verdingte sich anschließend als Soldat in Estland, andere wurden von der schwedischen Gesellschaft ausgeschlossen und landeten auf der Straße.


29. Januar 1688: Emanuel Swedenborg, der große Mystiker Schwedens 
29. Januar 1850: Der Yrvädertisdagen in Schweden
29. Januar 1856: Der schwedische Philosoph Vitalis Norström
29. Januar 1884: Der schwedische Ministerpräsident Rickard Sandler 
29. Januar 1904: Stockholm erhält das erste dauerhafte Kino 
29. Januar 1919: Der schwedische Künstler Richard Bergh
29. Januar 1920: Der schwedische Architekt Peter Celsing
29. Januar 1938: Das Skattefjällsmålet und das Recht der Samen
29. Januar 1949: Der grüne Politiker Birger Schlaug 
29. Januar 1990: Schwedische Banken schließen ihre Schalter 
29. Januar 1993: Die schwedische Schauspielerin Eva Britt Remaeus 
29. Januar 2008: Der schwedische Künstler Bengt Lindström

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 19. April 2018

Der schwedische Fabrikant John Lenning

John Lenning kam am 19. April 1819 als Sohn des Direktors der Textilfabrik Drag in Norrköping zur Welt und besuchte, da er seinem Vater als Firmendirektor folgen sollte, zwischen 1832 und 1834 das Technologische Institut in Stockholm. Bevor Lenning dann nach Norrköping zurückkehrte, bereiste er noch vier Jahre lang mehrere europäische Länder um ein Maximum über die Textilherstellung und die Bekleidungsindustrie zu erfahren. Vermutlich gegen 1853 übernahm John Lenning die Leitung der Firma, die 1954 eingestellt wurde und in der heutigen Industrielandschaft in Norrköing lag.

Unter der Leitung von John Lenning dehnte sich das Unternehmen bedeutend aus und bereits gegen 1860 arbeiteten in den Fabriken rund 400 Angestellte, was die Firma Drag zu einer der größten Textilfirmen Schwedens machte, was natürlich auch damit zusammenhing, dass Lenning in die modernsten Maschinen investierte und die Direktoren jedes Jahr ins Ausland geschickt wurden um von den dortigen Unternehmen zu lernen. Gleichzeitig dachte Lenning permanent an das Wohl der Arbeiter und unterstützte in diesem Sinn auch die gewerkschaftlichen Arbeiten.

Der Einsatz von John Lenning beschränkte sich jedoch nicht nur auf die Firmenleitung, sondern er betätigte sich auch als Politiker, mit dem Ziel einerseits die internationale Zusammenarbeit auszudehnen, unter anderem durch Zollabkommen, andererseits jedoch auch den Binnenmarkt zu schützen und zu stärken. Die arbeiterfreundliche Einstellung des Großunternehmers zeigte sich dann auch bei seinem Nachlass. Da er keine Kinder hatte, hinterließ er sein Privatvermögen zur Schaffung eines Pensionsfonds, zur Unterstützung der Ärmsten in Norrköping, der Unterstützung eines Kinderheims und auch zur Schaffung einer Webschule und eines Krankenhauses.


19. April 1552: Olaus Petri und die schwedische Reformation
19. April 1632: Sigismund, ein König nicht wie die anderen
19. April 1738: Der schwedische Bischof Johan Wingård
19. April 1864: Der schwedische Architekt Erik Lallerstedt
19. April 1868: Der Architekt Erik Julius Lallerstedt
19. April 1873: Die Künstlerin und Schriftstellerin Ruth Milles
19. April 1892: Sigfrid Lindström und die moderne Welt der Sagen
19. April 1916: Der Trollhätte-Kanal wird für den Verkehr geöffnet
19. April 1958: Von Trelleborg nach Sassnit
19. April 1986: Der schwedische Komponist Dag Wirén
19. April 2004: Per Verner-Carlsson, der Revolutionär des schwedischen Theaters

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 20. Dezember 2016

Das Abkommen von Saltsjöbaden

Das Abkommen von Saltsjöbaden (Saltsjöbadsavtalet), das am 20. Dezember 1938 vom Gewerkschaftsbund LO und der Arbeitgebervereinigung SAF unterschrieben wurde, entwickelte sich sehr schnell zu einem Stützpfeiler des sogenannten schwedischen Modells, da dieses Abkommen zu Fragen des Arbeitsmarkts anschließend von allen anderen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden als Basis anerkannt wurde und zu einem Vorteil sowohl für Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer wurde. Erst nach einem knapp 70-jährigen Bestehen des Abkommens zeigten sich auch Nachteile des Saltsjöbadsavtalet und die Arbeitgeberverbände setzten sich, wenn auch vergebens, für eine grundlegende Änderung des Abkommens ein.

Die Jahre vor dem Abkommen von Saltsjöbaden waren, mit dem Aufkommen der Arbeiterbewegungen, von mehreren Großstreiks und Unruhen geprägt und insbesondere die Fronten zwischen LO und SAF hatten sich verhärtet, da die Arbeitgeber keinerlei Zugeständnisse machen wollten. Als jedoch 1936 die Sozialdemokraten endgültig die Macht in Schweden übernahmen, waren die Arbeitgeber zum Umdenken gezwungen, da der politische linke Druck kaum zum Vorteil der Arbeitgeber sein konnte, es daher sinnvoll wurde bei Streitigkeiten die politische Macht zu reduzieren oder auszuschließen.

Das Abkommen von Saltsjöbadet umfasst vor allem vier verschiedene Gebiete, wobei der wichtigste Punkt dabei war immer zu Verhandlungen zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen zu greifen und das politische Eingreifen bei einem Arbeitskonflikt auszuschließen war. Im Saltsjöbadsavtalet wurde auch klar geregelt in welcher Weise Verhandlungen zwischen den Parteien zu erfolgen hatten, welche Bedingungen bei Kündigungen gelten und welche Arbeiten auch im Falle eines Streiks durchgeführt werden müssen. Einige dieser Punkte wurden später neu verhandelt, ohne jedoch aus dem Rahmenwerk zu verschwinden, sondern lediglich um gesellschaftlichen und arbeitsrechtlichen Bedingungen angepasst zu werden.


20. Dezember 1483: Dialogus creatorum, das erste gedruckte Buch Schwedens
20. Dezember 1537: König Johan III., der Bauherr Schwedens
20. Dezember 1851: Der schwedische Nationalökonom Knut Wicksell
20. Dezember 1946: Peps Persson bringt Blues und Reggae nach Schweden
20. Dezember 1977: Die schwedische Sängerin Sonja Aldén 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 14. Februar 2016

Die schwedische Schriftstellerin Majgull Axelsson

Majgull Axelsson wurde am 14. Februar 1947 in Landskrona geboren, wuchs jedoch in Nässjö im Småland auf, wo sie auch zur Schule ging. Nach ihrer Hochschulreife besuchte Axelsson die Poppius Journalistenschule in Stockholm und wurde insbesondere in der schwedischen Arbeiterbewegung aktiv, wobei sie die ersten Jahre für den Gewerkschaftsbund LO arbeitete und sich auf Handelspolitik und den Arbeitsmarkt spezialisierte. In diesem Rahmen übernahm die Schriftstellerin auch einige politische Aufträge, unter anderem im Außenministerium.

Nach einigen Jahren als Journalistin im Gewerkschaftsbereich begann Majgull Axelsson ab 1978 Sachbücher zu unterschiedlichen aktuellen Themen zu schreiben, unter anderem über die Dritte Welt, Kinderprostitution und auch die Probleme Asiens. Erst in den 90er Jahren ging Axelsson dann auf Belletristik über und 1994 erschien mit Långt borta från Nifelheim ihr erster Roman, der zwar Beachtung fand, aber noch keine bedeutenden Verkaufsziffern aufwies. Erst als Axelsson drei Jahre später Aprilhäxan veröffentlichte, kam der literarische Durchbruch. Für Aprilhäxan wurde die Schriftstellerin auch mit dem begehrten Augustpriset belohnt, einem Preis, dem bald andere folgen sollten.

Die Romane von Majgull Axelsson beleuchten nahezu alle die menschliche Psyche und die Bedeutung des Verhältnisses zwischen Kindern und Eltern, was in der Regel den unterhaltenden Charakter ihrer Romans teilweise nimmt. Majgull Axelsson gehört mit zu den bedeutendsten Gegenwartsautorinnen Schwedens, wobei ihre Aprilhäxan in 23 Sprachen übersetzt wurde. Im Jahr 2002 zeigte sich Axelsson auch erstmals als Dramatikerin mit LisaLouise, einem Theaterstück, das 2007 im Dramaten in Stockholm Uraufführung hatte. Die Schriftstellerin lebt und arbeitet heute auf Lidingö bei Stockholm.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 23. Januar 2016

Der schwedische Gewerkschaftsbund Kommunal

Am 23. Januar 1910 wurde innerhalb des schwedischen Gewerkschaftsbunds LO der Gewerkschaftsbund Kommunal gegründet, der Svenska Kommunalarbetarförbundet, der sich um die Angelegenheiten der Angestellten und Arbeiter bei Gemeinden kümmert. Kommunal vertritt heute rund 500.000 Beschäftige, die nicht nur im öffentlichen Dienst arbeiten, sondern auch in Kirchengemeinden, bei Kooperativen, der Landwirtschaft und einigen Privatunternehmen im Pflege- und Gesundheitsdienst aktiv sind. Dies erklärt auch, dass rund 80 Prozent der Mitglieder weiblich sind.

Die Geschichte des Gewerkschaftsbunds Kommunal geht allerdings bereits auf das Jahr 1884 zurück, als in Malmö eine Gewerkschaft für Hafenarbeiter und Beschäftigte der Stadt gegründet wurde, die der Start für mehrere weitere Gewerkschaften war, die von unterschiedlichen Gruppen des öffentlichen Dienstes und im ganzen Land gegründet wurden. Ab 1903 begann zwischen den verschiedenen Gewerkschaften kommunaler Angestellter und Arbeiter in Stockholm eine Zusammenarbeit, was nur zwei Jahre später auch zu einem ersten Streik im öffentlichen Dienst führte.

Ach wenn sich Kommunal offiziell für die Gleichsetzung am Arbeitsplatz einsetzt und fordert dass alle kommunalen Angestellten, unabhängig des Geschlechts, der Herkunft oder der religiösen Zugehörigkeit, gleich behandelt werden müssen, zeigte sich unter Annelie Nordström, die 2010 zur Vorsitzenden des  Svenska Kommunalarbetarförbundet gewählt wurde, ein Niedergang des Gewerkschaftsbundes, der 2016 den Höhepunkt erreichte als in einem Festlokal, das Kommunal gehört, unerlaubt Alkohol ausgeschenkt und Striptease vorgeführt wurde. Nur wenig später wurde auch bekannt dass Gewerkschaftsführer und Spitzenpolitiker wie Margot Wallström von Kommunal günstig zentrale Wohnungen in Stockholm bekamen ohne Schlange stehen zu müssen. Mitte Januar 2016 gab Nordström  dann bekannt, dass sie im Mai des Jahres zurücktreten wird.

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Die Gründung des Vereins junger schwedischer Ärzte

In der Krise zu Beginn der 20er Jahre hatten junge Ärzte in Schweden gewissermaßen nur noch Pflichten ohne jede Rechte, was einer Gruppe der Berufsanfänger die Idee brachte eine Art Gewerkschaft zu gründen die sich nur für die Rechte junger Ärzte einsetzte. Aus dieser Idee wurde am 11. Dezember 1921 die Sveriges Yngre Läkarens Förening (SYLF), auch wenn die kleine Gruppe in den ersten Jahren kaum einen Einfluss bekam und es rund 15 Jahre dauern sollte bis man diesen neuen Verband ernst nehmen musste, nicht zuletzt auch deswegen, weil der Zulauf an Mitgliedern in den 30er Jahren in Fahrt kam.

Das Problem der Jungärzte jener Zeit war vor allem, dass sie mehrheitlich sehr hohe Schulden wegen ihren Studienkrediten hatten, Ausbildung, Einarbeitungszeiten und Überstunden nicht bezahlt wurden, das Gehalt an der untersten Grenze lag und die Wohnsituation in den Krankenhäuser eine Katastrophe war, denn Heizung fehlte in den kleinen Zimmer oft ganz und die Toilette diente mehreren der Zimmer gleichzeitig. Die Arbeitszeit für Jungärzte war nicht geregelt so dass diese unendlich lange Arbeitstage hatten und bei Notfällen jeder Zeit einspringen mussten, unabhängig davon wie viele Stunden sie vorher bereits gearbeitet hatten.

Den ersten wirklichen Erfolg konnte der Verband junger schwedischer Ärzte dann im Jahre 1944 verbuchen, 23 Jahre nach der Gründung, denn in diesem Jahr gelang es ihnen mit der ersten Region Schwedens einen Tarifvertrag abzuschließen, was dazu führte, dass sich das Gehalt der Jungärzte, die Mitglied des SYLF waren, mehr als verdoppelte. Mit diesem ersten Erfolg waren die Weichen für den gewerkschaftlichen Verein gestellt, denn nun war der Zulauf  nicht mehr zu bremsen und der Verein, auch wenn die 60er Jahre den Fortschritt etwas bremste, da um diese Zeit zu viele Jungärzte verzweifelt um einen Arbeitsplatz kämpften, wurde eine Institution. Am 1. Januar 1970 verzeichnete der Verband dann einen weiteren Erfolg, denn ab diesem Datum wurden die Jungärzte nach ihrer Arbeitszeit bezahlt und die Arbeitszeit wurde vertraglich geregelt.


11. Dezember 1317: Birger Magnusson kommt in Schweden an die Macht
11. Dezember 1741: Der Militärpriester und Dichter Jacob Fabricius
11. Dezember 1849: Ellen Key und die kulturelle Frauenbewegung Schwedens
11. Dezember 1849: Ellen Key und die befreite Arbeiterfrau
11. Dezember 1865: Frida Stéenhoff und die Revolution der Frau
11. Dezember 1898: Nils Ferlin, der Bohemien unter den schwedischen Dichtern
11. Dezember 1934: Die Korskyrkan in Uppsala, früher Betaniaförsamlingen
11. Dezember 1966: Der schwedische Abenteurer Göran Kropp stürzt in den Tod
11. Dezember 2010: Terroristisches Attentat im weihnachtlichen Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

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Donnerstag, 7. August 2014

Der schwedische Gewerkschaftsbund LO

Mit der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts begannen sich in Schweden die Arbeiter der Städte zu organisieren, wenn auch noch in sehr eingeschränktem Masse und ihm Rahmen einzelner lokaler Berufsgruppen und als Interessenverbände. Erst nachdem August Palm seinen Vortrag Hvad vilja Social-Demokraterna gehalten hatte verstärkte sich diese Arbeiterbewegung und 1886 wurde dann die erste offizielle Gewerkschaft Schwedens gegründet, die Gewerkschaft der Drucker, der noch im gleichen Jahr eine Gewerkschaft der Postangestellten folgte.

Innerhalb kürzester Zeit entstanden dann zahlreiche Gewerkschaften, die überwiegend auch die gleichen Ziele hatten, denn es ging um den Arbeitstag von acht Stunden und das allgemeine Wahlrecht. Während zu Beginn der Aufruf zur Zusammenarbeit der Arbeiter vor allem über Pamphlete und lokale, teilweise illegale, Zeitungen in den Arbeitergegenden verbreitet wurde, kam mit der Gründung der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Schwedens im Jahre 1889 eine übergreifende politische Bewegung hinzu, die den Gewerkschaften den tatsächlichen Durchbruch brachten.

Da sich die Grundforderungen aller  Arbeiter Ende des 19. Jahrhunderts sehr ähnlich waren, entstand auch bald die Idee eine Dachorganisation für alle Gewerkschaften zu schaffen, da nur dies die Möglichkeit bot auch einige der Forderungen durchzusetzen. Am 7. August 1898 kam es dann zur Gründung des Dachverbands LO (Landesorganisationen i Sverige). Bereits beim Gründungskongress waren die Vertreter von 24 organisierten Gewerkschaften, jene von 13 freien Fachverbänden und jene von 19 lokalen gewerkschaftlichen Vereinen vertreten, die die Rechte von rund 50.000 Arbeitern durchsetzen wollten. Im Laufe der kommenden hundert Jahre sollte die LO einen immer größeren Einfluss in der Arbeiterpolitik erhalten, sich aber auch teilweise von den ursprünglichen Werten lösen.


7. August 1598: Georg Stiernhielm, der Vater der schwedischen Skalden
7. August 1848: Jacob Berzelius und die Kennzeichnung der chemischen Elemente
7. August 1862: Victoria von Baden wird schwedische Königin
7. August 1869: Ellen Palmstierna und der Kampf für eine andere Zukunft
7. August 1890: Anna Månsdotter und die Todesstrafe in Schweden
7. August 1892: Der schwedische Künstler Einar Forseth 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 28. Januar 2014

Die Gründung des schwedischen Arbeitsgerichts

Nachdem das schwedische Arbeitsgericht in Stockholm offiziell am 1. Januar 1929 seine Arbeit aufgenommen hatte, kam es bereits am 28. Januar 1929 zur ersten Verhandlung, die allerdings mehr eine grundlegende Frage zum Arbeitsrecht klären sollte, denn in der Tat war die Gründung des Arbeitsgerichts die Folge eines Gesetzes hinsichtlich der Abgrenzung der Fragen zu den gewerkschaftlichen Absprachen, das nur ein Jahr vorher verabschiedet worden war ohne über ein juristisches Kontrollorgan zu verfügen.

Bereits die Idee der Gründung des schwedischen Arbeitsgerichts zeigt, dass dieses Gericht nicht für die Probleme eines Arbeiters oder Angestellten gedacht war, sondern die Streitigkeiten zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern klären sollte. Die Entscheidungen betrafen daher bis 1947 ausschließlich Tarifverträge und die Frage nach der Mitbestimmung, also welche Rechte Gewerkschaftsvertreter innerhalb eines Unternehmens haben. Arbeitsstreitigkeiten wurden bis zu dieser Zeit grundsätzlich von den Amtsgerichten behandelt.

Die Veränderungen in den Jahren 1947, 1966 und letztmals 1977 waren vor allem organisatorischer Natur, wobei es seit 1977 ausgeschlossen ist, dass eine Privatperson sich direkt an das Arbeitsgericht wendet, selbst wenn es sich um Fragen des Arbeitsrechts oder die Rechtmäßigkeit eines Tarifvertrags handelt. Eine Privatperson muss sich seither grundsätzlich an das Amtsgericht wenden und das Arbeitsgericht übernimmt bei arbeitsrechtlichen Fragen lediglich die Rolle des Berufungsgericht. Auf der anderen Seite kann jedoch eine Einzelperson in gewissen Fällen, als Beklagter, direkt vor das Arbeitsgericht geladen werden.


28. Januar 1568: Das Schicksal des Kronprinzen Gustav Eriksson Vasa
28. Januar 1668: Die Gründung der schwedischen Universität Lund 
28. Januar 1966: Die bedeutendste Schulreform Schwedens 
28. Januar 1999: Torgny T. Segerstedt verändert die schwedische Gesellschaft 
28. Januar 2002: Astrid Lindgren, von Pippi Langstrumpf bis zu Emil und Ronja 
28. Januar 2003: Das Rauchverbot in schwedischen Restaurants

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 11. November 2013

Anton Nilson, ein Held als Verbrecher

Anton Nilson, in den Registern als Anton Nilsson aufgeführt, wurde am 11. November 1887 geboren und gehört zu den Legenden der sozialistischen und sozialdemokratischen Bewegung Schwedens, die zu Beginn mit aller Macht für die Rechte der Arbeiter kämpften, auch wenn es in diesem Fall einen Toten und mehrere Verletzte gab. Nilson war daher für die gewerkschaftlich engagierten Arbeiter ein Idol und für die Arbeitgeber und die Regierung ein gefährlicher Verbrecher.

Im Sommer 1908 streikten die Hafenarbeiter in Malmö für bessere Arbeitsbedingungen, was zu jener Zeit als gesetzeswidrig betrachtet wurde. Die Arbeitgeber riefen daher die Polizei und das Militär zu Hilfe, die für die Sicherheit der englischen Streikbrecher sorgen sollten. Die Malmöer Arbeiter sahen dies als Provokation an, aber nur wenige wagten es konkret dagegen vorzugehen. Anton Nilson, der damals Mitglied der Jungsozialisten war, war einer der wenigen, die sich von Polizei und Militär nicht abschrecken ließen, sondern er ruderte eines Nachts mit einer selbstgebauten Bombe zur Amalthea, auf der die Streikbrecher untergebracht waren, und sprengte das Schiff in die Luft. Da es dabei einen Toten und 23 Verletzte gab und die Gerichte ein Zeichen setzen wollten, wurde Nilson zum Tode verurteilt, was jedoch später in eine lebenslanges Zuchthausstrafe verwandelt wurde.

Mit der steigenden Bedeutung der Arbeiterbewegung Schwedens forderten dann jedoch sehr bald große Massen an Arbeitern die Freilassung von Anton Nilson und nicht nur in Schweden gingen dafür Arbeiter auf die Straße und wurden 130.000 Unterschriften für die Freilassung des Agitators gesammelt, sondern unter Joe Hill nahm die Angelegenheit eine internationale Dimension an. Nilson wurde für die Arbeiter ein Nationalheld. Erst als Schweden dann mit Edén-Branting eine neue und arbeiterfreundlichere Regierung erhielt, wurde Anton Nilson dann 1917 freigelassen, was letztendlich auch die Unruhen der Arbeiter dieser Zeit etwas dämpfte.


11. November 1882: Gustav VI. Adolf, der König mit Interesse für Archäologie 
11. November 2008: Der Tag der Schokolade (Chokladens Dag) in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 15. Juli 2013

Der Streik der Busfahrer, nur ein halber Erfolg

Am 15. Juli 2008 ging der Streik der Fahrer der kommunalen Busfahrer zu Ende, der seit dem 1. Juli des Jahres zu einer harten Auseinandersetzung zwischen der Gewerkschaft und den Busunternehmen geführt hatte, zumal die Unternehmen auf den Streik auch mit Aussperrungen reagiert hatten und die Arbeitsbedingungen der Busfahrer geradezu als idyllisch dargestellt hatten und einen veränderten Tarifvertrag und Lohnerhöhungen geradezu als unakzeptabel bezeichneten.

Die Gewerkschaften forderten bei dieser Auseinandersetzung jedoch nichts unmögliches, sondern forderten nur eine feste Anstellung nach zwei Jahren Zeitverträgen, eine tägliche Pause von mindestens elf Stunden und eine Anpassung der Gehälter an die Preissteigerungen, die den Lohnerhöhungen der Industriearbeiter entsprechen. Wie üblich bei Konflikten in diesem Gewerbe, brach der Streik in Stockholm aus, da dort die Störungen, trotz der Sommerpause, am größten sind. Geplant war eine Ausdehnungen des Streiks auf ganz Schweden, der durch einen neuen dreijährigen Tarifvertrag ab dem 15. Juli jedoch abgeblasen wurde.

Der Streik hatte in Stockholm etwa 100.000 Benutzer der öffentlichen Verkehrsmittel betroffen und weitere 15.000 in Västerbotten und blieb daher noch in einem überschaubaren Rahmen. Der neue Tarifvertrag, der etwa 18.000 Angestellte in rund 500 Unternehmen betraf, wurde von der übergreifenden Gewerkschaft als Erfolg gefeiert, auch wenn die Stockholmer Gewerkschaft der Transportunternehmen von einem Verlust sprach, da die Busunternehmen einige Ausnahmegenehmigungen bei den Ruhepausen durchsetzen konnten, die einen Teil der Forderungen geradezu annullierten. Die Dachorganisation der Gewerkschaft hatte Ausnahmegenehmigungen problemlos durchgewinkt.


15. Juli 1240: Der schwedische Kreuzzug ins russische Reich 
15. Juli 1949: Carl Bildt, diplomatischer Außenminister Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Göteborg Reiseführer

Donnerstag, 17. Januar 2013

Der erste große Konflikt der Hotelbranche Schwedens

Anfang Januar 1938 sollte zwischen Arbeitgeberverband und der Gewerkschaft der Angestellten in Hotels und Restaurants ein neuer Tarifvertrag abgeschlossen werden, was jedoch bereits am 17. Januar 1938 zum lockout (Aussperren) von 20.000 Angestellten führte und damit zu einem Konflikt wurde, der insgesamt neun Monate lang andauerte und beide Seiten in eine sehr schwierige Situation manövrierte. Nahezu alle Hotels und Restaurants Schwedens mussten dabei rund zwei Monate lang geschlossen werden.

Diese Entwicklung war jedoch zu erwarten, da die Gewerkschaft SHR (Sveriges centrala hotell- och restaurangförening) in den 30er Jahren immer mehr Mitglieder zählte und begonnen hatte ein landesumgreifendes Netz aufzubauen bei dem die Vertrauensmänner sehr geschickt verhandeln konnten. Die Arbeitgeber gerieten in eine Paniksituation und befürchteten, dass die Gewerkschaft nicht nur bessere Arbeitsbedingungen fordern würden, sondern auch erhebliche Lohnerhöhungen. Dem wollten sie vorbeugen indem sie noch bevor die Verhandlungen ernsthaft begonnen hatten, zum Aussperren griffen.

Die Gewerkschaft wiederum wollte den Arbeitgebern eigentlich nur ein unruhiges Wochenende bereiten und hatten im Grunde vor den aktuellen Tarifvertrag zu verlängern und lediglich zu verhindern, dass die Gehälter sinken, was die ursprüngliche Idee der Arbeitgeber war. Die Arbeitgeber hatten jedoch nicht damit gerechnet, dass die Medien die Seite der Arbeitnehmer einnehmen würden. Letztendlich mussten sie daher eine Kürzung der Arbeitszeit von 189 Stunden auf 177 Stunden hinnehmen und höhere Gehälter bezahlen. Das Ergebnis stützte natürlich die Position der Gewerkschaft, die dann gestärkt aus der Situation hervorging.


17. Januar 1861: Malla Silfverstolpe und der literarische Salon in Uppsala
17. Januar 1944: Jan Guillou, vom Sozialismus zum historischen Roman
17. Januar 1944: Jan Guillou, der wegen Spionage verurteilte Schriftsteller

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 19. November 2011

Joe Hill, der berühmteste Schwede Amerikas

Am 19. November 1915 wurde Joel Emmanuel Hägglund, der allgemein nur als Joe Hill bekannt ist, in Salt Lake City hingerichtet, da eine Jury ihn des Mordes schuldig fand. Es gab keine Beweismittel, keine glaubhaften Zeugen und die Anwälte, die ihn kostenlos verteidigten, arbeiteten gleichzeitig für den Staatsanwalt. Selbst die weltweiten Proteste gegen ein manipuliertes Urteil konnten Joe Hill nicht retten und falls man ihn, wegen seiner gewerkschaftlichen Aktivitäten, zum Schweigen bringen wollte, so erreichte man das Gegenteil, denn von diesem Tag an wurde Joe Hill unsterblich.

Joe Hill verließ Schweden während der großen Auswanderungswelle und war einer der 1,2 Millionen Schweden, die um diese Zeit ihr Glück in den USA machen wollten. Wie so viele, so gelang es auch Joe Hill nicht der Arbeiterklasse zu entkommen und er zog in den USA, auf der Suche nach Arbeit, von Ort zu Ort. Sehr bald geriet er dabei an die amerikanische Gewerkschaftsbewegung in der er sich bedeutend engagierte. Er organisierte Streiks und vertrat die IWW vor allem mit seinen Protestliedern, die dazu führten, dass er bereits zu Lebzeiten eine Legende wurde, die nach zahlreichen Berichten an mehreren Orten gleichzeitig sein konnte.

Durch die Hinrichtung wurde Joe Hill die Galionsfigur der amerikanischen Arbeiterbewegung und ein Märtyrern der gerechten Sache. An seiner symbolischen Beerdigung nahmen 30.000 Personen teil, mehr als ein Staatsoberhaupt je erreichen konnte. Im Jahre 1960 wurde ein Brief mit einem Teil seiner Asche auch nach Schweden gebracht, die dann 1967 in Landskrona eingemauert wurde. 1969 kaufte die Sveriges Arbetares Centralorganisation das Haus in Gävle in dem der Poet, Musiker und Gewerkschaftler aufgewachsen war und verwandelte es in den Joe Hill-Gården, ein Museum, das für immer an Joe Hill erinnern soll. Die Protestsongs von Joe Hill haben Musiker wie John Lennon, Bob Dylan, Joan Baez und Woody Guthrie beeinflusst und der Song „I Dreamed I Saw Joe Hill Last Night“, den unzählige Musiker interpretierten, erinnern noch heute an den Kämpfer der Unterdrückten.

19. November 1919: Die schwedische Kinderhilfsorganisation Rädda Barnen
19. November 1973: Fünf Ameisen sind mehr als vier Elefanten 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 2. Juni 2011

Urlaub und Urlaubsanspruch in Schweden

Ab 1931 verhandelten schwedische Gewerkschaften mit Unternehmen um eine Urlaubswoche, was in vielen Fällen zum Erfolg führte, wobei diese Urlaubswoche in der Regeln unmittelbar nach Mittsommer genommen werden musste. Erst zum 2. Juni 1938 wurde dann vom schwedische Parlament ein allgemeines Urlaubsrecht von 12 Tagen, also zwei Wochen, in Schweden eingeführt. Während dieser Urlaubstage wurden Löhne und Gehälter in normaler Höhe weiter bezahlt.

Die Sozialdemokraten Schwedens wollten das Urlaubsrecht jedoch von Beginn an ausdehnen, was dazu führte, dass Jugendliche unter 18 Jahren ab 1946 drei Wochen Urlaub gewährt wurde, was dann fünf Jahre später auf alle Arbeiter und Angestellte ausgedehnt wurde. Ab Januar 1978 hatte die sozialdemokratische Regierung dann den Urlaubsanspruch bereits auf fünf Wochen erhöht und während der Wahlpropaganda im Jahre 1988 versprachen sie selbst sieben Wochen Urlaub. Als jedoch 1991 der rechte Block die Führung Schwedens übernahm, wurden die Urlaubsansprüche wieder auf fünf Wochen reduziert und die Pläne der Sozialdemokraten auf Eis gelegt.

Heute hat, bis auf wenige Ausnahmen, jeder Schwede das Recht auf 25 Urlaubstage (fünf Wochen) im Jahr, wobei jedoch einige Gewerkschaften weitaus vorteilhaftere Bedingungen aushandeln konnten und Angestellte im öffentlichen Dienst Recht auf eine Gubbvecka haben, also eine Woche zusätzlichen Urlaub. Jeder Schwede hat das Recht vier Wochen seines Urlaubs zwischen dem 1. Juni und dem 31. August zu fordern. Sonderbedingungen bestehen jedoch insbesondere bei Zeitverträgen bei denen Angestellten der Urlaub ausbezahlt wird und das Unternehmen keinerlei Übereinkommen mit einer Gewerkschaft unterzeichnet hat.

Durch die verschiedenen Abkommen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern haben Schweden im Durchschnitt 33 Urlaubstage im Jahr, also drei Tage mehr als Deutsche, und haben damit europaweit den längsten Urlaub.

2. Juni 1761: Jonas Alströmer bringt die Kartoffel nach Schweden
2. Juni 1871: Torben Andreas Grut, Schlösser und öffentliche Bauten 

Copyright: Herbert Kårlin

Messetermine in Göteborg

Montag, 30. Mai 2011

Die Arbeitslosenversicherung in Schweden

Am 30. Mai 1934 entschied sich das schwedische Parlament die schwedische Arbeitslosenversicherung gesetzlich zu regeln, ein Gesetz, das dann 1935 in Kraft trat. Allerdings gingen die Anfänge der Arbeitslosenversicherung bereits auf das Jahr 1885 zurück, als die Gewerkschaft der Drucker eine ausschließlich von Beiträgen finanzierte Versicherung anbot. Dieser Vorläufer diente jedoch lediglich dazu, den Mitgliedern einen Beitrag zu den Reisekosten zu bieten, damit sie an einem anderen Ort neue Arbeit finden konnte.

Das Gesetz von 1934 forderte von den Arbeitslosenversicherungen der Gewerkschaften, dass sie einheitliche Regeln verfolgten, was im Gegenzug dazu führte, dass sie staatliche Unterstützungen bekamen, damit die Auszahlung eines Arbeitslosengeldes an ihre Mitglieder garantiert war. Um ein Arbeitslosengeld zu bekommen, musste man über 16 Jahre alt sein, seine Beiträge über einen gewissen Zeitraum hinweg bezahlt haben, eine längere Epoche permanent gearbeitet haben und sich täglich beim Arbeitsamt einzufinden, sowie jede angebotene Arbeit akzeptieren. Insgesamt schlossen Ende der 30er Jahre etwas über 40.000 Personen eine Arbeitslosenversicherung ab.

Auch wenn sich im Laufe der Jahrzehnte die Gesetze zur Arbeitslosenversicherung mehrmals änderten und weitere Änderungen vorgesehen sind, so blieben bestimmte Regeln bis heute erhalten, unter anderem, dass der Abschluss einer Arbeitslosenversicherung freiwillig ist. Um ein Recht auf die Auszahlung eines Beitrag zu erwerben, musste man im Jahre 1935 insgesamt 12 Monate lang bezahlendes Mitglied einer Arbeitslosenversicherung sein und während des letzten Jahres vor der Arbeitslosigkeit mindestens 26 Wochen lang gearbeitet haben. Pro Woche konnte man jeweils für sechs Tage Arbeitslosengeld erhalten, was sich später auf fünf Tage verkürzte.

30. Mai 1940: Jan Lööf schafft eine Welt für Kinder
30. Mai 1958: Marie Fredriksson, die Sängerin von Roxette

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Samstag, 14. Mai 2011

Todesschüsse in Ådalen ändern die Geschichte Schwedens

Am 14. Mai 1931, vor genau 80 Jahren, wurden vom schwedischen Militär fünf Personen getötet und fünf weitere verletzt, weil sich die Arbeiter in Ådalen für ihre Rechte einsetzten und mit einer Lohnsenkung nicht einverstanden waren. Die tatsächlichen Geschehnisse wurden bis heute nicht vollständig geklärt, da die Berichte der Arbeiter nicht mit jenen der Unternehmer oder des Militärs übereinstimmen und die Presse ebenfalls sehr unterschiedlich berichtete.

Sicher ist jedoch, dass die Krise der 30er Jahre zu Absatzschwierigkeiten führte, die Arbeiter jedoch nicht mit noch weniger Geld auskommen konnten. Seit Anfang 1930 brodelte bereit ein Konflikt zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft wegen Lohnsenkungen, was auch zu mehreren Streiks führte und am 13. Mai 1931 ihren Höhepunkt erreichte und 6000 Arbeiter zu gemeinsamen Aktionen zusammenführte.

Da die Unternehmen, trotz der Streiks, ihre Aktivitäten aufrecht halten wollten, stellten sie Studenten und professionelle Streikbrecher für die notwendigen Arbeiten ein, was teilweise zu sehr gewaltsamen Ausschreitungen führte. Da es in Schweden damals noch keine nationale Polizei gab, durften die zu Hilfe gerufenen Beamten nicht eingreifen und die Lokalregierung bat um Hilfe des Militärs. Während einer abschließenden Demonstration glaubten einige Soldaten Waffen in den Händen der Demonstranten zu sehen und Schüsse zu hören. Sie eröffneten daher selbst das Feuer und töteten vier Demonstranten und einen Zuschauer.

Dieses Ereignis in Ådalen, das als reiner Arbeitskampf begann und von dem die linken Parteien Schwedens noch heute sprechen, hatte vor allem zwei Wirkungen auf die schwedische Geschichte. Zum einen richtete sich eine starke Kritik gegen das militärische Eingreifen und das Volk forderte, dass sich Schüsse von Militärs auf Streikende nie mehr wiederholen dürfen. Zum anderen wurde nach dem Ereignis die Diskussion über eine nationale Polizei eingeleitet, die dann bereits 1933 gegründet wurde und das Militär bei Aufruhr ersetzte.

14. Mai 1959: Schweden führt die allgemeine Zusatzpension ATP ein
14. Mai 1981: Die Schwedische Zeichensprache wird offiziell anerkannt

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Göteborg Reiseführer

Donnerstag, 24. März 2011

Streik der Waldarbeiter in Schweden

Am 24. März 1975 begann einer der bedeutendsten Streiks in Schweden. Zu Beginn streikten rund 8000 Waldarbeiter Schwedens, aber bald waren es 15.000, die die Arbeit niederlegten und einen festen Monatslohn verlangten, der ihnen erst nach etwas über zwei Monaten Streik (am 3. Juni 1975) zugebilligt wurde.

Die Unruhe der schwedischen Waldarbeiter ging bis zu den 50er Jahren zurück, als die Industrialisierung und Mechanisierung sich in Schweden immer mehr durchsetzten und Säge und Axt durch Maschinen ersetzt wurden, die nicht nur schwerer in der Handhabung waren, sondern auch zu häufigeren Unfällen und einer permanenten Lärmbelästigung führten, ohne dass jedoch Waldarbeiter von kurzfristigen Kündigungen und schlechter Bezahlung geschützt wurden. Mit staatlichen Forschungsgelder, die dann ab den 60er Jahren dafür bezahlt wurden noch effektivere maschinelle Methoden der Waldarbeit zu entwickeln, verschlechterte sich die Situation der Waldarbeiter erneut.

Als dann 1975 die Abkommen zwischen Waldarbeiter-Gewerkschaften und der holzverarbeitenden Industrie ausliefen, forderten die Waldarbeiter endgültig einen festen Lohn und griffen zum Streik, der erst beendet werden sollte, wenn ihre Forderung erfüllt war. Ein Teil der Gewerkschaften der Waldarbeiter unterstützte den Streik, andere, und vor allem der Dachverband LO standen auf Seiten der Arbeitgeber, was dazu führte, dass der Streik als wilder Streik eingestuft wurde.

24. März 1817: Fritz von Dardels schwedische Kulturgeschichte
24. März 1948: Sigrid Hjertén, Malen bis zur Psychose 

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Montag, 21. März 2011

Göran Persson an der Spitze der Macht

Nachdem Mona Sahlin wegen der Toblerone-Affäre 1996 ihre Kandidatur zum Vorsitz der Sozialdemokratischen Partei Schwedens zurückzog, wurde Göran Persson, der am 20. Januar 1949 in Vingåker geboren wurde, am 16. März 1996 auf einem außerordentlichen Parteikongress zum Vorsitzenden der Partei gewählt. Nur wenige Tage später, am 21. März 1996 wurde Göran Persson auch schwedischer Ministerpräsident.

Bereits von Beginn an war die politische Position Perssons, der in Zusammenarbeit mit der schwedischen Zentrumspart (Centerpartiet) eine Minoritätsregierung bildete, auf schwachen Beinen, da sein Sparprogramm sowohl in der eigenen Partei als auch beim Gewerkschaftsverband LO (Landsorganisationen i Sverige) bedeutende Konflikte hervorrief.

Als Folge der Konflikte verlor die Minoritätsregierung unter Göran Persson bei den Wahlen 1998 zahlreiche Wählerstimmen und der Politiker konnte seine Stellung nur durch eine Zusammenarbeit mit den Linken (Vänsterpartiet) und den Grünen (Miljöpartiet) aufrecht halten, was ihn dann selbst bei den folgenden Wahlen im Jahre 2002 weiterhin an der Spitze des Staates hielt.

Die größte Leistung Göran Persons waren die Erfolge in der Außenpolitik, da er Schweden sowohl der Europäischen Union näherte, als auch eine aktive Zusammenarbeit zwischen den Anrainern der Ostsee in Gang setzte. Der Rückschlag seiner Europapolitik kam mit dem Mord von Anna Lindh und der folgenden Tatsache, dass sich die schwedische Bevölkerung wenige Tage nach dem Mord bei einem Volksentscheid gegen die Einführung des Euro in Schweden entschied.

Während dieser Wahlperiode führten zahlreiche Fehlentscheidungen Göran Persssons dazu, dass bei den Wahlen 2006 die neue Regierung unter Fredrik Reinfeldt (Moderaterna) die Regierungsarbeit übernehmen konnte. Persson scheiterte daher sowohl mit seiner Europapolitik, als auch am Problem mit der Ausweisung von Asylanten nach Ägypten als auch an seiner Reaktion auf den Tsunami im Indischen Ozean im Jahre 2004.

21. März 1809: Die Konvention auf Åland
21. März 1917: Der schwedische Maler Arne Isacsson 

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