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Freitag, 27. Januar 2017

Der Kanzleipräsident und Politiker Joachim von Düben

Als Joachim von Düben am 27. Januar 1786 auf seinem Gut Riksten in Botkyrka starb, war der ehemalige Reichsrat ohne jede politische Macht da er seinem Leben lang zu sehr in der strikten Parteipolitik eines Beamten gefangen war und trotz eindeutiger Warnungen den Staatsstreich des Königs Gustav III. nicht ernst genommen hatte. Aus diesem Grund wurde von Düben auch der letzte Reichsrat während der Freiheitszeit Schwedens und ist mitverantwortlich für die folgende restriktive Politik Schwedens, die Gustav III. nach seiner „Revolution“ durchsetzte.

Joachim von Düben der Jüngere war am 21. Oktober 1708 als Sohn eines Kapellmeisters und Hofmarschalls in Stockholm zur Welt gekommen und begann im Alter von 16 Jahren in der königlichen Kanzlei zu arbeiten, wurde 1733 Kabinettssekretär von Königin Ulrika Eleonora und begann damit seinen politischen Aufstieg, der von Düben 1759 zum Staatssekretär und 1766 zum Kanzeipräsidenten machen sollte, auch wenn sich von Düben um diese Zeit ziemlich von der Politik des Hofes getrennt hatte und diese Position nur einnahm da der König in diesem Punkt vom Parlament überstimmt werden konnte.

Als Joachim von Düben 1762 im Machtkampf mit Fredrik Carl Sinclair diesem im Kampf um die Gunst der Königin unterlag, ging er mehr und mehr zur Partei der Mützen über, was sich für ihn deutlich auszahlte, da nur drei Jahre später die Mützen den Reichstag übernahmen und damit von Düben als Leitfigur und Opposition zum König an die Spitze des Landes stellten. Allerdings war von Düben dieser Aufgabe nicht gewachsen und daher seine politischen Möglichkeiten nicht wahrnahm, was letztendlich auch zu seinem Untergang führte, da Gustav III. nach seinem Amtsantritt eine ihm vollständig loyale und deutliche Politik forderte, die er von dem früheren Kanzleipräsidenten nicht erwarten konnte.


27. Januar 1875: Das Svenska Teatern in Stockholm
27. Januar 1880: Der schwedische Künstler Frank Heyman
27. Januar 1937: Fred Åkerström, ein schwedischer Troubadour
27. Januar 1947: Björn Afzelius und politische Kritik
27. Januar 1959: Der schwedische Politiker Göran Hägglund
27. Januar 1977: Dagmar Hagelin verschwindet in Buenos Aires spurlos
27. Januar 2004: Ingrid Thulin, von Sollefteå nach Hollywood

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 18. Januar 2017

Der schwedische Erzbischof Samuel Troilius

Als Samuel Troilius am 18. Januar 1764 in Uppsala starb, ging er als Religionserneuerer in die Geschichte ein, wobei der ehemalige Erzbischof bis heute als die Person zählt, die die Säkularisation der Kirche einleitete, eine Meinung, die geschichtlich nicht unbedingt als gesichert gilt, da Troilius als sehr konservativ für seine Zeit galt, der sich dafür einsetzte dem König mehr politische Macht zu geben und während der Hexenprozesse sechs Jahre dafür kämpfte dass 13 Frauen als Hexen verurteilt werden sollten, wenn auch vergebens. Der Beginn der Säkularisation passt daher nicht unbedingt in das Bild des Erzbischofs.

Samuel Troilius war am 22. Mai 1706 als Sohn eines Priesters und Bergwerkbesitzers in Stora Skedvi zur Welt gekommen und schrieb sich im Alter von acht Jahren an der Universität Uppsala ein, wo er die ersten Jahre lang Privatunterricht erhielt. Troilius beendete, dank eines Stipendiums, seine Studien im Jahre 1732 mit einer Disputation. Anschließend wurde der Theologe Hausprediger bei Ture Bielke, wurde zum Priester geweiht und bereits 1740 war es Troilius gelungen Hofprediger und Beichtvater von Friedrich I., und Königin Ulrika Eleonora zu werden, was gleichzeitig bedeutete dass ihm die Riddarholmskyrkan anvertraut wurde und er einen bedeutenden politischen Einfluss erhielt.

Der Aufstieg von Samuel Troilius ging sehr schnell, denn 1751 wurde er zum Bischof des Stifts Västerås ernannt und nachdem er Doktor in Theologie geworden war, erhielt er 1758 das höchste kirchliche Amt Schwedens, Troilius wurde zum Erzbischof ernannt. Als Politiker setzte sich Troilius sehr deutlich für die Hutpolitik ein und gilt als der geistige Führer der Partei ab Ende der 50er Jahre. Nur zwei Jahre nach seiner Wahl zum Erzbischof übernahm Troilius auch den Vira bruk, ein Bergwerk, das vorher sein Schwager Reinhold Angerstein geführt hatte.


18. Januar 1862: Anders Magnus Strinnholm und die schwedische Geschichte 
18. Januar 1865: Magnus Jacob Crusenstolpe der schreibende Revolutionär
18. Januar 1928: Das schwedische Folkhemmet als politische Bewegung
18. Januar 1938: Die Beerdigung des Schauspielers Gösta Ekman 
18. Januar 1945: Jane Horney, mit 27 Jahren im Meer versenkt
18. Januar 1964: Vi på Saltkråkan von Astrid Lindgren
18. Januar 1972: Prinzessin Sibylla von Sachsen-Coburg-Gotha 
18. Januar 1980: Warum die Almöbron von der Tjörnbron ersetzt wurde 
18. Januar 2008: Kerstin Johansson i Backe, Kinderbücher aus dem Norden

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 28. April 2016

Die deutsch-schwedische Gräfin Aurora von Königsmarck

Aurora von Königsmarck kam am 28. April 1662 auf Schloss Agathenburg beim deutschen Stade zur Welt und erhielt von Seiten ihrer Mutter, die die Tochter des schwedischen Feldarschalls Herman Wrangel war, eine sehr gute Bildung und wurde sehr früh in das französisch geprägte Hofleben eingeführt. Die Kindheit verbrachte von Königsmarck in Deutschland, wobei sie in dieser Zeit auch Schwedisch lernte, ohne jedoch eine engere Beziehung zum schwedischen Leben am Hofe zu haben.

Als Aurora von Königsmarck 18 Jahre alt war, zog sie mit ihrer Mutter an den schwedischen Hof in Stockholm, was dazu führte, dass sich die junge Gräfin in das Vergnügungsleben am Hof stürzte und dort den französischen Salon-Feminismus einführte, was von den gebildeten Hofdamen, aber auch von Königin Ulrika Eleonora, sehr positiv aufgenommen wurde. In diesem Zusammenhang entstanden in Schweden auch die ersten Amateurschauspiele in denen nur Frauen spielten, auch die männlichen Rollen. Von Königsmark setzte sich, wenn auch mit weniger Erfolg, auch dafür ein, dass Frauen in Schweden das Recht auf Bildung haben.

Wenige Monate nach dem Tod ihrer Mutter im Jahre 1691, der gleichzeitig mit der sogenannten Reduktion kam, als der schwedische König die an Wrangel geliehen Güter zurückforderte, kehrte Aurora von Königsmarck zurück nach Deutschland, in der Hoffnung, dort über ein höheres Kapital zu verfügen, das nach dem Tod der Mutter stark geschrumpft war. Aber auch Deutschland brachte ihr den Reichtum nicht zurück und die Liebesaffäre mit August dem Starken brachte lediglich einen unehelichen Sohn. Als sich der schwedische König Karl XII. 1702 in Deutschland aufhielt, versuchte die Adelige den König zu treffen, um ihn zu bitten ihr die schwedischen Ländereien zurückzugeben, aber Karl XII. wollte von Königsmarck nicht einmal empfangen. Auch ihr zweiter Versuch vier Jahre später zeigte sich fruchtlos. Kurz bevor ihr Kapital ganz verbraucht war, starb Aurora von Königsmarck am 16. Februar 1728 in Quedlinburg.


28. April 1715: Carl Fredrik Scheffer zwischen Politik und Literatur
28. April 1846: Der Astronom Johan Oskar Backlund
28. April 1868: Hjalmar Procopé, ein finnlandschwedischer Dichter
28. April 1938: Wasser und Brot in schwedischen Gefängnissen
28. April 1973: Siri Derkert, Erneuerin der öffentlichen Kunst
28. April 2012: Das Naturreservat Slottsberget in Skärstad 

Copyright: Herbert Kårlin


Sonntag, 20. September 2015

Die Admiralskirche Ulrica Pia in Karlskrona

Nur zwei Jahre nachdem Karlskrona im Jahre 1679 mit seiner Marinewerft gegründet worden war, wurde auch die Admiralitätsversammlung gegründet. Bereits bei der Erstellung des Stadtplans, der Erik Dahlbergh zugeschrieben wird, wurde für die Platzierung der Militärkirche die Landzunge Trossö gewählt. Sämtliches Holz für die Kirche wurde von Riga aus nach Karlskrona gebracht, wobei um diese Zeit Riga allerdings zu Schweden gehörte. Als die Admiralskirche (Admiralitetskyrka) am 20. September 1685 eingeweiht wurde, erhielt sie den Namen Ulrica Pia nach Ulrika Eleonora der Älteren.

Die Kirche Ulrica Pia aus Holz sollte im Grunde natürlich nur vorübergehend genutzt werden und von einer Steinkirche ersetzt werden. In der Tat entstanden mehrmals Pläne und Mittsommer 1760 wurde sogar der Grundstein für die neue Kirche gelegt, aber auf Grund finanzieller Probleme kam es nie zu einem Neubau, sondern regelmäßig wurde nur die alte Kirche restauriert. Um der Admiralskirche jedoch das Aussehen  einer Steinkirche zu geben, wurde sie mit mit der Zweit mit Panelen verkleidet und erhielt einige barocke Elemente zugefügt. Dass es nie zum Bau einer Steinkirche kam, führte jedoch dazu, dass das Gebäude 1998 von der Unesco als Weltkulturerbe erklärt wurde.

Die Admiralskirche Ulrica Pia hat trotz mehrmaliger Renovierungen und kleineren Umbauten ihren ursprünglichen Stil behalten, und selbst die rote Farbe, die sie trotz eines amtlichen Veto im Jahre 1985 erhielt. Im Inneren ist die Kirche in hellblau und hellgrün gehalten, Farben, die an das Meer erinnern sollten und die Bestimmung der Kirche verstärken. Die Kirchglocken sind im Einklang mit dem Glockentum im Admiralitätspark, der etwa dort steht wo ursprünglich die Steinkirche geplant war. Das Besondere der Glocke des Glockenturm ist allerdings, dass diese weniger zum Gottesdienst rufen sollte, sonder als Uhr für die Werftarbeiter galt und lautstark die Urzeit verkündete, weswegen sie auch den Beinamen Vällingklocka erhielt, die Milchsuppenglocke.


20. September 1396: Beschluss in Nyköping verändert die schwedische Regierung
20. September 1776: Großbrände in Gävle
20. September 1816: Fredrik August Dahlgren, der Forscher der schwedischen Sprache
20. September 1862: Ernest Florman, der erste Filmer Schwedens
20. September 1879: Victor David Sjöström, der Stern des schwedischen Stummfilms
20. September 1937: Monica Zetterlund, ein Leben im Rampenlicht und im Schatten
20. September 1974: Olle Hedberg, der Autor, der seine Vergangenheit verbrannte

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Montag, 6. April 2015

Arvid Horn, der heimliche Regent Schwedens

Arvid Horn af Ekebyholm wurde am 6. April 1664 im finnischen Halikko als Sohn eines Oberst geboren und wählte sehr früh eine militärische Laufbahn, vor allem, weil ich sich dadurch eine schnelle Ehre und einen Ruf verschaffen wollte um möglichst schnell an wichtigen Entscheidungen teilnehmen zu können. Dies war auch der Grund dafür, warum er 1687 erst beim Heer des deutschen Kaisers diente, anschließend unter holländischem Befehl und dort schließlich von 1690 bis 1695 gegen Frankreich kämpfte.

Auf Grund dieser Einsätze stieg Arvid Horn in Schweden in dieser Zeit bis zum Kapitänleutnant auf, was de Feldherren in den näheren Kreis um Karl XII. brachte und ihm nun ermöglichte auch für Schweden in den Krieg zu ziehen. Horn folgte daher ab 1700 Karl XII., im Rang eines Generalmajors, nach Själand und nach Livland. Karl XII. entdeckte um diese Zeit auch das Verhandlungsgeschick Horns und schickte diesen  mehrmals zu Verhandlungen im Ausland. Als Horn dann jedoch 1705 vom König nach Stockholm geschickt wurde, änderte sich die Laufbahn Horns.

Nach seiner Rückkehr nach Stockholm führte Arvid Horn in immer stärkeren Masse die Staatsgeschäfte Schwedens und wurde bald selbst zum Kanzleipräsidenten ernannt, was bedeutete, dass er für alle Entscheidungen Schwedens verantwortlich war, da sich Karl XII. diese Jahre in der Türkei aufhielt. Nach dem Tod des Königs kämpfte Horn dann gegen die Machtansprache von Königin Ulrika Eleonora und erreichte es nicht nur, dass sie zurücktreten musste, sondern er konnte auch durchsetzen, dass die Stände mehr Macht erhielten, auch wenn dies vorübergehend zu einer Entlassung Horns aus dem Staatsdienst geführt hatte. Aber auch wenn es Horn sogar gelungen war Schweden durch seine Verhandlungsfähigkeit letztendlich den Frieden zu bringen, starb er am 17. April 1742 vollständig entmachtet.


6. April 1827: Frithiof Grafström und das Dilemma zum Skalden gezwungen zu sein 
6. April 1847: Hans Järta, revolutionäre Schriften und die Wandlung 
6. April 1888: Dan Andersson, zwischen Arbeitergedichten und Wildmark 
6. April 1950: Christer Sjögren, von der Tanzband zum schwedischen Schlager 
6. April 1974: Die schwedische Gruppe Abba erobert die Welt 
6. April 1977: Sara Svensson, die religiöse Mörderin Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 26. Juli 2014

Königin Ulrika Eleonora von Schweden

Königin Ulrika Eleonora von Schweden die Ältere starb am 26. Juli 1693 im Schloss Karlsberg in Solna und war durch ihre Ehe mit Karl XI. 13 Jahre lang die Königin Schwedens. Bereits 1675 waren die Eheverhandlungen eingeleitet worden, aber als der Schonische Krieg ausbrach (Skånska kriget), wollte der dänische König Fredrik III. seine Tochter nicht mehr mit dem Feind verheiraten. Da jedoch Ulrika Eleonora die zu Beginn erfolgreichen Verhandlungen als Verlobung bezeichnete und jeden anderen Mann ablehnte, musste der dänische König letztendlich der Ehe zustimmen.

Bereits während des Schonischen Krieges zeigte sich, dass Ulrika Eleonora eine Verbindung mit Karl XI. sehr positiv sah, denn sie kümmerte sich in ihrem  Heimatland sehr intensiv um die kriegsgefangenen Schweden und verpfändete selbst ihren Verlobungsring um diesen Nahrung, Kleidung und Medizin verschaffen zu können. Diese Geste bereitete der späteren schwedischen Königin nicht nur eine positive Ankunft in ihrer neuen Heimat vor, sondern verhalf ihr auch zu einer  Popularität beim dänischen Volk.

Auch als Königin Schwedens zeigte Ulrika Eleonora, dass sie sich immer um Arme und Verfolgte kümmerte. Da sie häufig krank war, verzichtete die Königin eher auf das höfische Leben und zeigte sich kaum in der Öffentlichkeit, aber sie zögerte nicht sich für Arme und Kranke einzusetzen. Ulrika Eleonora begnügte sich jedoch nicht mit Gaben, sondern versuchte auf die Dauer zu helfen. Aus diesem Grunde gründete sie mehrere Stiftungen, unter anderem das Armenhaus auf Kungsholmen, das den Namen Drottningshus erhielt, und sie legte ein Kinderheim bei Karlberg an. Nach Unterlagen der Zeit ging ihr Unterhalt zu knapp 90 Prozent an Arme, wobei die Königin allein 1693 rund 17.000 Arme persönlich unterstützte.


26. Juli: Der Bellmansdagen in Schweden
26. Juli 1644: Der Feldherr und Stadtplaner Clas Larsson Fleming
26. Juli 1814: Der letzte Krieg Schwedens, ein Feldzug gegen Norwegen
26. Juli 1919: Bienenhaltung, Imkerverband und Honig in Schweden
26. Juli 2007: Lars Forssell und die Nachkriegsliteratur Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 14. Mai 2014

Pehr Lennartsson Ribbing widersetzt sich der königlichen Macht

Pehr Lennartsson Ribbing kam am 14. Mai 1670 in Stockholm zur Welt und studierte ab 1685 an der Universität Uppsala um in den königlichen Dienst eintreten zu können. Bereits 1693 nahm Ribbing am Reichstag teil und als sich 1714 die Regionen Uppsala und Stockholm trennten, wurde der Politiker von Karl XII. als Regierungsvertreter an die Spitze der Region Uppsala gesetzt. Auch wenn Ribbing nach außen dem König treu ergeben war, so schloss er sich gedanklich bereits 1715 der inoffiziellen Opposition des Landes an, die die Macht des Königs und seine Kriegspläne kritisierte.

Wann Pehr Lennartsson Ribbing eine neue Staatsverfassung auszuarbeiten begann, ist unbekannt, da es unter Karl XII. verboten war den Herrscher zu kritisieren sondern ihm zur absoluten Treue verpflichtet war. Als der König jedoch 1718 starb, stand Ribbing mit dem Vorschlag einer neuen Regierungsform an der Spitze der Opposition. Der wichtigste Punkt seiner staatlichen Neuordnung war die Abschaffung der Erbmonarchie, was mit anderen Worten die Macht des Hochadels wieder stärken sollte, der in den Augen Lennartssons einen besseren Überblick über das Staatsgeschehen hatte als der König.

Allerdings hatte Pehr Lennartsson Ribbing nicht den Zeitstrom und die Meinungen der Ratsherren bedacht, die zwar eine Regierungsreform wollten, ohne jedoch in die Zeit vor 1680 zurückzukehren. Sicher gelang es Ribbing Königin Ulrika Eleonora, die sich nach dem Tod des Bruders und nach damaligem Erbrecht, unmittelbar zur Königin erklärt hatte, dazu zu zwingen ein Dokument zu unterschreiben mit dem sie das Erbrecht für alle Zukunft außer Kraft setzte und daher gewählte Königin mit eingeschränkter Macht wurde. Aber Ribbing war es nicht gelungen zu verhindern, dass die Klassenteilung im Reichstag aufgehoben wurde, so dass der Bauernstand und der Kleinadel nun die Macht an sich rissen. Bevor Ribbing dann jedoch weiterhin für seine Reformen kämpfen konnte, starb er am 14. April 1719 an einem Schlaganfall.


14. Mai 1860: Der schwedische Künstler Bruno Liljefors
14. Mai 1912: August Strindberg, der schwedische Schrifststeller der Konflikte
14. Mai 1931: Todesschüsse in Ådalen ändern die Geschichte Schwedens
14. Mai 1959: Schweden führt die allgemeine Zusatzpension ATP ein
14. Mai 1981: Die Schwedische Zeichensprache wird offiziell anerkannt
14. Mai 2011: Birgitta Trotzig, Schuld und Befreiung im Glauben

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 25. März 2014

Fredrik I., König Schwedens dank seiner Ehefrau

Als Fredrik I. am 25. März 1751 im Alter von 74 Jahren starb, hatte er 31 Jahre lang, zumindest offiziell, Schweden regiert und war, nach August Strindberg, der schlechteste König, den Schweden je hatte, da er weder die Sprache des Landes sprach noch sich um die Angelegeneheiten des Landes kümmerte, sondern nur an sich selbst dachte, eine Meinung, die von sehr vielen Geschichtswirssenchaftlern getragen wird, denn der deutschstämmige König liess sich von mehreren Seiten manipulieren und hatte an Liebhaberinnen mehr interesse als der schwedischen Staatsführung.

Dass der am 18. April 1676 im Hessen geborene Fredrik I., auch als Friedrich I. bekannt, überhaupt schwedischer König wurde, lag an einem deutlichen Kalkül, denn als er 1705 Witwer wurde, hielt er nahezu unmittelbar um die Hand von Ulrika Eleonora an, die die offizielle Thronfolgerin von Karl XII. war. Im November 1718 kam Ulrika Elenora auf den Thron, liess sich jedoch davon überzeugen knapp zwei Jahre später zu Gunsten Ihres Ehemannes abzutreten, der bis dahin einen sehr positiven Eindruck auf die Schweden gemacht hatte. Durch diesen Schritt hätte das Fürstenhaus Brabant die gesamte Königslinie gestellt, was lediglich daran scheiterte, dass der König keine offiziellen Erben mit Ulrika Eleonora bekam.

Während das schwedische Volk anfangs die Fähigkeiten und die Energie von Fredrik I. bewunderte, wuchsen die Zweifel bereits ein Jahr nach der Krönung, denn der Frieden von Neustadt (Freden i Nystad) war alles andere als günstig für Schweden und als der König dann auch noch grosse Gebiete an Deutschland und Russland abtrat, stand er sehr niedrig in der Gunst des Volkes. Gewissermassen führte das Machtstrebens Fredrik I. dazu, dass er mehr und mehr entmachtet wurde und der Parlamentarismus der Stände die Oberhand gewann. Der König glich die Entmachtung mit zahlreichen Maitressen aus, unter denen vor allem zwei Frauen eine grössere Rolle spielten, nämlich Hedvig Taube und später Catarina Ebba Horn.


25. März: Der Waffeltag in Schweden 
25. März 1902: Sten Broman, ein schwedisches Original 
25. März 1954: Massiver Widerstand gegen das Fernsehen in Schweden 
25. März 2008: Bengt Helldal, der fitte Arzt aus Falkenberg
25. März 2012: Der schwedische Spion Bertil Ströberg 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 11. Februar 2014

Hedvig Taube, die erste offizielle Maitresse Schwedens

Als Hedvig Taube am 11. Februar 1744 in Stockholm noch im Kindbett starb, ging sie als die erste offizielle Geliebte eines schwedischen Königs in die Geschichte ein und nicht als Königin, denn sie starb nur wenige Monate bevor Fredrik I. sie heiraten und damit auch die gemeinsamen Kinder anerkennen konnte, denn Königin Ulrika Eleonora war erst 1741 gestorben und eine Ehe mit Hedvig Taube musste erst noch von der Priesterschaft und dem Reichstag toleriert werden.

Dass Hedvig Taube 1730 als Maitresse an den schwedischen Hof kam, lag wiederum an ihrem hoch verschuldeten Vater, der seine Tochter gewissermaßen an Fredrik I. verkauft hatte, da er damit schuldenfrei wurde und er und seine andere Kinder gesellschaftlich aufstiegen. Auch wenn vom ersten Tag an allgemein bekannt war, dass Hedvig Taube die Geliebte des Königs war, so war sie zwischen 1730 und 1734 offiziell die Hofdame der Königin. Erst als sie 1734 vom König eigene Räume erhielt und Kinder aus der Verbindung hervorgingen, wurde das Verhältnis offiziell und das Verhältnis zwischen der Königin und der Geliebten verschlechterte sich zusehends.

Das Verhältnis von Hedvig Taube zum König war nicht zu beneiden, denn zu Beginn des offiziellen Verhältnisses wurde sie von der Gesellschaft nicht anerkannt. Politische Gruppen machten sich an sie heran um Fredrik I. zu beeinflussen und später forderten die Priester, dass Hedvig Taube aus Schweden ausgewiesen werde. Dies ging sogar so weit, dass die Maitresse des Königs im Jahre 1738 vom Reichstag aus Stockholm verbannt wurde, in der Hoffnung, dass sie nach Hessen zurückkehren werde. Die Hoffnung wurde nicht erfüllt, denn Taube zog nur bis vor die Tore der Hauptstadt und kehrte später wieder nach Stockholm zurück. Nach einem Gerücht starb Hedvig Taube allerdings keinen natürlichen Todes, sondern wurde von Wilhelm von Hessen vergiftet, der Angst davor hatte, dass bei einer eventuellen Ehe mit König Fredrik I. der finanzielle Zustrom zur hessischen Kasse versiegen würde.


11. Februar 1774: Hans Järta, revolutionäre Schriften und die Wandlung 
11. Februar 1795: Carl Michael Bellman, der Nationalskalde Schwedens 
11. Februar 1795: Carl Michael Bellman, der Außenseiter unter den Skalden
11. Februar 1842: Der schwedische Ministerpräsident Erik Gustaf Boström
11. Februar 1874: Elsa Beskow, jedes Jahr ein neues Kinderbuch 
11. Februar 1876: Anders Bjurholm und die schwedischen Bierflaschen 
11. Februar 1958: Bertil Malmberg und die göttliche Lyrik 
11. Februar 1978: Harry Martinson, ein Nobelpreisträger begeht Selbstmord 
11. Februar 2007: Marianne Fredriksson und die christliche Frauenliteratur

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 30. August 2012

Der Frieden von Nystad und der große nordische Krieg

Am 30. August 1721 wurde mit dem Frieden in Nystad der große nordische Krieg endgültig beendet, der zwischen 1700 und 1721 im nördlichen und östlichen Europa tobte und Schwedens Gedanken an eine Großmacht beendete. Im Laufe des Krieges, der begann als Dänemark, Norwegen, Russland, Sachsen und Polen das schwedische Reich angriffen, brachte insgesamt sieben bedeutende Friedensverträge, aber erst jener in Nystad beendete den Krieg tatsächlich.

Im Grunde wollten sowohl Russland als auch Schweden, die sich 1721 noch bekämpften, längst einen Frieden, aber Schweden versuchte durch einen Vertrag mit England Russland seine Stärke zu zeigen um noch möglichst gut bei einem Friedensvertrag abschneiden zu können. Russland kannte den Plan und wollte Schweden wiederum seine Übermacht zeigen indem die russische Flotte noch 1721 nahezu alle Städte an der Ostseeküste angriff und in Brand setzte. Erst diese Überfalle zwangen Schweden dann an den Verhandlungstisch, der letztendlich zum Frieden in Nystad wurde.

Auch wenn Schweden beim Frieden in Nystad auf einen Teil seiner Gebiete verzichten musste, unter anderem auf Livland und Lettland, so gab Russland  vier Wochen nach dem Vertrag Finnland wieder zurück an Schweden und sagte dem Land eine Entschädigung von zwei Millionen Reichstaler zu. Gleichzeitig versicherte Russland allen Ländern, die früher zu Schweden gehörten, die Religionsfreiheit und garantierte ihnen weiterhin alle Handelsprivilegien, die sie vorher besaßen. Durch die relativ geringen Forderungen Russlands sollte vor allem eine bessere Verständigung zwischen der schwedischen Königin Ulrika Eleonora und dem Zaren Peter dem Großen geschaffen werden, jedoch Schweden auch klar gemacht werden, dass eine Ausdehnung des Reiches nicht in Frage kommt.


30. August 1751: Der schwedische Erfinder Christopher Polhem
30. August 1953: Polio-Epidemie in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin 

Dienstag, 21. August 2012

Die Hedvig Eleonora Kyrka in Stockholm

Am 21. August 1737 wurde im Stockholmer Stadtteil Östermalm die Hedvig Eleonora Kyrka eingeweiht, eine Kirche, die vielleicht von ihrem etwas ungewöhnlichen Äußeren wenig attraktiv scheint, aber in ihrem Inneren wahre Schätze beherbergt. Und selbst wer sich nicht für das Glockenspiel, das moderne Glasfenster mit dem Apostel Sankt Andreas oder die klassischen Konzerte, die in der Kirche geboten werden, interessiert, wird von der Kunst des 17. und 18. Jahrhunderts verführt werden, die man an mehreren Stellen der Kirche entdecken kann.


Die Hedvig Eleonora Kirche liegt innerhalb der Mautzone, also im Zentrum Stockholms, und gehört zur Svenska Kyrkan. Ihren Namen bekam die Kirche nach Königin Hedvig Eleonora, der Ehefrau des Königs Karl X. Gustav und wurde vom Sohn der beiden, dem schwedischen König Karl XI. in Auftrag gegeben, konnte jedoch aus Geldmangel nicht mehr während seiner Regierungszeit errichtet werden. Erst 1725, unter der schwedischen Königin Ulrika Eleonora, wurden die Pläne dann tatsächlich umgesetzt, allerdings auch mit neuen Bauplänen.

Der „goldene Altar“ der Hedvig Eleonora Kirche wurde vom Kaufmann und Reeder Johan Clason gestiftet, wobei die Malerei „Jesus am Kreuze“ erst ein Jahr nach der Einweihung der Kirche erfolgte und der Gesamtaltar erst 1747 sein heutiges Aussehen bekam. Einige Jahre später, genau genommen 1784, war auch die Kanzel im klassizistischen Stil fertig. Ein kleines Rätsel bildet das Taufbecken, das aus Kalkstein aus Öland hergestellt wurde, da die Inschrift vom Jahre 1678 stammt und der Taufkelch eindeutig auf das Jahr 1685 zurückgeht, also die Zeit, als Karl XI. noch an der Macht war. Möglicherweise wurde beides bereits unter der Regierungszeit von Karl XI. für die Vorgängerkirche aus Holz erworben, die leider nur als Zeichnung von Erik Dahlbergh existiert.


21. August 1999: Das Schloss Vadstena in Östergötland
21. August 2010: Spårväg City, die neue Straßenbahn in Stockholm 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 19. Februar 2012

Georg Heinrich von Görtz wird hingerichtet

Am 19. Februar 1719 wurde Georg Heinrich von Görtz in Stockholm hingerichtet, ein deutscher Politiker des Hauses Holstein-Gottorp, der von Karl XII. zum wichtigsten Mann Schwedens, nach dem König selbst natürlich, ernannt wurde. Seine größte Leistung war, dass er den schwedischen Haushalt, der durch den nordischen Krieg extrem belastet war, ausgleichen konnte, wenn auch mit Maßnahmen, die ihn zur unbeliebtesten Persönlichkeit des Landes machte.

Um die Staatskassen zu füllen, durfte Georg Heinrich von Görtz die gesamte Wirtschaft und insbesondere den Export überwachen und steuern. Görtz zeigte sich hier sehr einfallsreich und belegte selbst auf Perücken und Tabak Steuern, was ihm die Feindschaft des Adels und der einfachen Leute gleichzeitig zuzog. Als er dann auch noch alle Kupfer- und Silbermünzen beschlagnahmte und gegen Notmünzen austauschte, gab es, außer dem König, kaum noch jemanden, der ihn bei seinen damals sogar absolut notwendigen Maßnahmen unterstützte.

Als Karl XII. dann im Jahre 1718 in Norwegen umkam, wurde Görtz unmittelbar von Fredrik von Hessen, dem Ehemann der Königin Ulrika Eleonora, im heutigen Tanumshede festgenommen und in Stockholm vor Gericht gestellt. Nach den Anklagen hatte der den schwedischen Staat ruiniert, den König zu gefährlichen Vorhaben verleitet und den nordischen Krieg künstlich in die Länge gezogen. Georg Heinrich von Görtz wurde, entgegen damaligem Recht, kein Verteidiger genehmigt und die Jury setzte sich ausschließlich aus seinen Feinden zusammen. Das Todesurteil war daher eine logische Folge. Um Görtz noch mehr zu erniedrigen, wurde ihm auch keine Beerdigung genehmigt, sondern sein Körper im Galgenhügel vergraben.

19. Februar 1859: Svante Arrhenius, der erste schwedische Nobelpreisträger

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 24. November 2011

Ulrika Eleonora wird nach dem Tod von Karl XII. Königin von Schweden

Am 24. November 1741 starb Ulrika Eleonora, die von 1718 bis 1720 Königin von Schweden war, an Pocken. Ulrika Eleonora folgte 1718 ihrem Bruder, Karl XII., auf den Thron, nachdem dieser bei einem Gefecht getötet worden war. Als Ulrika Eleonora den Thron bestieg, war sie seit drei Jahren mit Friedrich von Hessen-Kassel verheiratet, der nach ihrem mehr oder weniger erzwungenen Abdanken im Jahre 1720 zum König Schwedens wurde.

Bereits zu Beginn 1713 wollte der damalige König Karl XII. seine Schwester Ulrika Eleonora, die am 23. Januar 1688 geboren wurde, zur Regentin und Nachfolgerin machen, die ihn während seiner Abwesenheit grundsätzlich vertreten sollte. Arvid Horn, der bis dahin die heimliche Macht Schwedens hatte, arbeitete mit aller Kraft gegen diese Ernennung von Ulrika Eleonora und machte ihr, als er ihre Thronfolge 1918 nicht verhindern konnte, jede Art von Problemen, die ihr eine ausgewogene Regierung unmöglich machte und zu unzähligen internen Machtkämpfen führte.

Als ihr Bruder getötet wurde, ließ sich Ulrika Eleonora unmittelbar als Königin ausrufen indem sie sich auf ihr Erbrecht berief. Als sie dann im folgenden Jahr gekrönt wurde, war die Spalte zwischen ihr und dem Reichstag bereits so bedeutend, dass sie ihre politischen Änderungen, die sie anstrebte, nicht durchsetzen konnte und anerkennen musste, dass es kein Erbrecht im damaligen Königshaus gab. Auch ihr Wunsch mit ihrem Gemahl, nach englischem Muster, gemeinsam regieren zu können wurde kategorisch abgelehnt. In dieser Ausweglosigkeit und mit dem Risiko, dass einer ihrer Feinde zum König gewählt werden konnte, setzte sie am 29. Februar 1720 ihren Mann, Friedrich von Hessen-Kassel (Fredrik I.) als ihren Nachfolger ein und behielt nur noch das Recht den Thron beim Tode ihres Mannes wieder zu übernehmen. Auch wenn Ulrika Eleonora kaum eine Spur in der Entwicklung Schwedens hinterlassen hat, so hob sie 181 Personen in den Adelsstand, mehr als jeder andere Regent Schwedens.

24. November 1944: Die Fähre S/S Hansa wird in der Ostsee versenkt
24. November 1985: Das Lustige Haus in Gröna Lund brennt ab

Copyright: Herbert Kårlin