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Donnerstag, 31. Juli 2014

Die schwedische Punkband Ebba Grön

Die Punkband Ebba Grön wurde 1977 im Rahmen der Proggbewegung während eines Festes von drei Freunden gegründet, wobei Pimme (Joakim Thåström) dabei eine führende Rolle übernahm. Bei diesem Gründungstreffen gab sich die Band den Namen The Haters, den die drei Bandmitglieder jedoch bereits drei Tage später gegen Ebba Grön tauschen, eine Abwandlung des Polizeicodes, der bei der Festnahme des deutschen Terroristen Norbert Kröcher, der die Politikerin Anna-Greta Leijon entführen wollte, benutzt wurde. Die Polizei hatte als Kod Ebba Röd benutzt.

Die erste Single Ebba Gröns wurde 1978 Antirock mit den Songs Profit und Ung och sänkt. Auch wenn Musik und Text in der Zeitströmung lagen, so wurde die Single nur in 500 Exemplaren gepresst, die von der Gruppe aufgekauft wurden um unter Freunden verteilt zu werden. Die Aussagen der Texte wurden deutlicher und die dritte Single mit Häng Gud zeigt durch ihre Provokation bereits einen bedeutenden Underground-Erfolg. Mit ihrem zweiten Album Kärlek & Uppror (1981) und Titeln wie Slicka Uppåt - Sparka neråt entfernte sich Ebba Grön vom Undergrund und ging zur politischen Botschaft über. In kurzer Zeit war die Gruppe mit dem Imagewechsel in ganz Schweden ein Begriff geworden.

Nur ein Jahr später erschien das dritte und letzte Album von Ebba Grön auf dem man auch einen ihrer bekanntesten Titel „Die Mauer“ findet, ein Album, das sehr schwer zu deuten ist und bei bürgerlichen Politikern Schwedens gerne als Aufruf zur Gewalt interpretiert wird, auch wenn dies kaum auf der Linie der Gruppe lag. Am 31. Juli 1982 löste sich die Gruppe ohne jede Erklärung auf und stellte auch alle noch geplanten Auftritte ein, was zu den verschiedensten Spekulationen führte. Als Ebbe Grön im Jahre 1999 für drei Auftritte die Summe von 18 Millionen Kronen geboten wurde, lehnte Thåström ab. Erst 2003 vereinte sich dann die Gruppe ein letztes Mal um den toten The Clashs Sänger Joe Strummer zu ehren.


31. Juli 1803: John Ericsson, der bekannteste Schwede Amerikas
31. Juli 1853: Der Philosoph und Pädagoge Frans von Schéele
31. Juli 1940: Karl Gerhards Revue Lite Gullregn erregt in Schweden Aufsehen
31. Juli 1966: Lars Görling, eine Kultfigur Schwedens
31. Juli 1968: Das schwedische U-Boot HMS Sjöormen

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 24. April 2014

Geiselnahme in der deutschen Botschaft in Stockholm

Als am 24. April 1975 sechs Personen durch die Türen der deutschen Botschaft in Stockholm gingen, sollte dies zu einer Katastrophe führen bei der der schwedische Ministerpräsident Olof Palme und die Staatsrätin Anna-Greta Leijon sich sogar gezwungen sahen die Menschenrechte ausser Kraft zu setzen und wegen der Sicherheit des Landes, gegen das Anraten von Ärzten, einen Schwerverletzten unmittelbar aus Schweden zwangsweise auszuweisen, eine Situation, die damals von den Menschenrechtsorganisationen schwer kritisiert wurde.

In der Tat handelte es sich bei den sechs Personen um das sogenannte Kommando Holger Meins der zu dieser Zeit sehr aktiven Gruppe RAF (Rote Armee Fraktion) und der Besuch der Botschaft galt einer Geiselnahme des Botschafters und des gesamten Personals um die Freilassung von Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin, Jan-Carl Raspes und 22 anderen Gefangenen zu erreichen. Deutschland teilte der schwedischen Regierung jedoch sehr schnell mit, dass es auf den Erpressungsversuch nicht eingehen wird, was Schweden in eine sehr schwierige Position versetzte. Um den Terrorismus nicht nach Schweden zu holen, war Olof Palme daher sogar bereit die Gruppe Schweden problemlos verlassen zu lassen.

Auf Grund der Weigerung der Bundesrepublik,  und um ihrem Druck Stärke zu verleihen, hatte das Kommando Holger Meins bereitsnach der Absage von Helmut Schmidt zwei Personen getötet und drohte mit weiteren Erschiessungen. Die Verhandlungen setzten jedoch bis kurz vor Mitternacht ohne Ergebnis fort als die Geiseldrame durch einen Unfall sehr schnell zu Ende ging und eine Hangranate explodierte, die einer der Geiselnehmer in den Händen hielt. Die fünf überlebenden Terroristen wurden im Rahmen des schwedischen Terroristengesetzes nahezu unmittelbar nach Deutschland abgeschoben, einer unter ihnen war allerdings so schwer verletzt, dass er den Transport nicht überlebte. Für Olof Palme war das Ende der Geiselnahme ein voller Erfolg, aber er wollte nie über die Stellungsnahme Deutchlands reden.


24. April 1642: Samuel Columbus und das biblische Epos Schwedens 
24. April 1794: Axel von Fersen der Ältere in der Opposition 
24. April 1830: Die schwedische Prinzessin Eugénie 
24. April 1896: Örebro wird internationale Handelsstadt 
24. April 1917: Die Hungerdemonstration in Stockholm
24. April 1926: Thorbjörn Fälldin, dreimal Ministerpräsident Schwedens
24. April 1941: Karin Boye und die Zerbrechlichkeit einer Schriftstellerin 
24. April 1961: Das Kriegsschiff Vasa wird in Stockholm geborgen
24. April 1979: Die schwedische Sängerin Marie Picasso
24. April 2000: Ulla Isaksson und ein Blick in die Seele der Frau

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 11. Dezember 2012

Terroristisches Attentat im weihnachtlichen Stockholm

Am 11. Dezember 2010 erfolgten im zentralen Stockholm im Abstand von nur zehn Minuten zwei Explosionen. Am Ort der Tat wurde ein sterbender Mann entdeckt, der, wie sich später herausstellte, der terroristische Attentäter Taimour Abdulwahab al-Abdaly war. Obwohl sich die Tat in der Vorweihnachtszeit ereignete und sehr viele Personen auf den Straßen waren, wurden nur zwei Passanten verletzt und der Sachschaden hielt sich in Grenzen.

Auch wenn die Presse unmittelbar von einem Selbstmordattentäter berichtete, so wollte dies die Stockholmer Polizei nie bestätigen. Sicher ist jedoch, dass die geplante Tat missglückte, denn der Audi, der auf der Olof Palmes Gata explodierte richtete einen verhältnismäßig geringen Schaden an und bei der Explosion in der Bryggargatan wurden zwei Personen verletzt. Die Polizei war über ihre Erkenntnisse extrem verschwiegen und das Aftonbladet meldete, dass der Attentäter einen Gürtel mit sechs Rohrbomben trug, wovon eine explodierte, sowie eine Tasche mit Nägeln bei sich hatte. Sollte diese Aussage stimmen, so explodierte eine der Röhren frühzeitig und der Täter plante die Bombe an einem sehr frequentierten Platz, zum Beispiel in einem Kaufhaus, anzubringen.

Auch wenn dieses Attentat dilettantisch ausgeführt war, so änderte es die Einstellung der schwedischen Regierung, die bis dahin Schweden nicht als ein von islamischen Extremisten bedrohtes Land hielt. Nur wenige Tage später veröffentlichte die schwedische Sicherheitspolizei Säpo einen Bericht über den gewaltbereiten islamischen Extremismus in Schweden, was auch dazu führte, dass das Abhören von Telefongesprächen erleichtert wurde und dass eine bedeutende Anzahl an Personen permanent überwacht wird. Mit diesem Attentat war der islamische Terrorismus offiziell nach Schweden gekommen.


11. Dezember 1849: Ellen Key und die befreite Arbeiterfrau
11. Dezember 1865: Frida Stéenhoff und die Revolution der Frau 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 15. September 2011

Flugzeugentführung in Schweden

Nur zweimal wurde bisher in Schweden ein Flugzeug entführt und sechsmal landeten in Schweden Flugzeuge, die in anderen Ländern entführt worden waren. Keine dieser Entführungen oder Landungen hat Schweden jedoch so verändert wie die erste Flugzeugentführung am 15. September 1972, denn dieses Entführung veranlasste die Regierung im Jahre 1973 ein Terroristengesetz zu schaffen, das noch heute gültig ist und einen bedeutenden Einfluss auf die gegenwärtige Arbeit der schwedischen Sicherheitspolizei Säpo hat.

Am 15. September 1972 war eine DC-9 der schwedischen Fluggesellschaft SAS mit 86 Passagieren vom Göteborger Flughafen Torslanda nach Stockholm unterwegs, als drei bewaffnete Kroaten unter Tomislav Rebrina bereits fünf Minuten nach dem Start die Maschine in ihre Gewalt brachten und eine Kursänderung zum Flughafen Bulltofta in Malmö forderten. Dort angekommen forderten sie, dass die Passagiere gegen sieben Kroaten ausgetauscht werden, die wegen Mord und der Besetzung der jugoslawischen Botschaft in Göteborg im Gefängnis saßen. Da die Flugzeugentführer drohten die Maschine mit Besatzung und Passagieren in die Luft zu sprengen, wurde ihrem Verlangen nachgegeben. Da jedoch einer der Strafgefangenen nicht an Bord gehen wollte, wurde die letzte Geiseln gegen eine Zahlung von einer halben Million Kronen ausgetauscht.

Am folgenden Morgen startete die DC-9 dann Richtung Madrid, wo die Kroaten um politisches Asyl baten. Schweden forderte die Auslieferung der Kroaten, was Spanien jedoch verweigerte, da Franco eine andere Einstellung zu Kroatien hatte als Schweden. Sämtliche Täter sollten nach spanischen Aussagen in Spanien vor Gericht gestellt werden. Unmittelbar nach der Entführung begann Schweden ein Terroristengesetz zu schaffen, das der Säpo besondere Vollmachten zusicherte und die Sicherheitspolizei davon befreite die Öffentlichkeit über ihre Aktionen zu unterrichten. Während des Balkankrieges kehrten sowohl Flugzeugentführer als befreite Straftäter als Freiheitshelden nach Kroatien zurück.

15. September 1969: Die Karriere von Åke Grönberg
15. September 1975: Der Name Arla wird in Schweden geboren

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 3. März 2011

Terroristisches Attentat in Schweden

Am 3. März 1940 verzeichnete Schweden das bedeutendste politische Attentat des 20. Jahrhunderts. Fünf Personen schlichen sich nachts in die Druckerei der kommunistischen Zeitung Norrskensflamman (heute Flamman) in Luleå und sprengten das Gebäude in die Luft. Bei diesem Attentat wurden fünf Menschen getötet und fünf weitere verletzt.

Das terroristische Attentat wurde von drei Soldaten, dem Polizeichef Luleås und einem Journalisten der Konkurrenzzeitung Norrbottens-Kurieren ausgeführt. Bei der folgenden Verhandlung wurden die Täter zwar wegen dem angerichteten Schaden verurteilt, nicht jedoch wegen Brandstiftung, dem Tod von fünf Personen und dem Attentat als solches.

In jenen Jahren war der finnische Winterkrieg (1939 - 1940) voll im Gange, wo die Mehrheit der Schweden am Krieg auf finnischer Seite teilnehmen wollten und daher alle kommunistischen Bewegungen, die gegen ein Eingreifen in den Krieg waren, als feindliche Subjekte betrachteten. Jeder Kommunist wurde als Verräter angesehen. Mit dem Attentat wollte man die Verbreitung kommunistischen Gedankenguts verhindern und die Herausgabe der Zeitung Norrskensflamman stoppen.

Ein Zeitdokument in schwedischer Sprache erinnert an das Attentat.

3. März 1813: Die schwedische Kolonie ohne schwedische Führung
3. März 2003: Kenneth Gustafsson, bekannt unter dem Namen Kenta 

Copyright: Herbert Kårlin