Donnerstag, 24. April 2014

Geiselnahme in der deutschen Botschaft in Stockholm

Als am 24. April 1975 sechs Personen durch die Türen der deutschen Botschaft in Stockholm gingen, sollte dies zu einer Katastrophe führen bei der der schwedische Ministerpräsident Olof Palme und die Staatsrätin Anna-Greta Leijon sich sogar gezwungen sahen die Menschenrechte ausser Kraft zu setzen und wegen der Sicherheit des Landes, gegen das Anraten von Ärzten, einen Schwerverletzten unmittelbar aus Schweden zwangsweise auszuweisen, eine Situation, die damals von den Menschenrechtsorganisationen schwer kritisiert wurde.

In der Tat handelte es sich bei den sechs Personen um das sogenannte Kommando Holger Meins der zu dieser Zeit sehr aktiven Gruppe RAF (Rote Armee Fraktion) und der Besuch der Botschaft galt einer Geiselnahme des Botschafters und des gesamten Personals um die Freilassung von Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin, Jan-Carl Raspes und 22 anderen Gefangenen zu erreichen. Deutschland teilte der schwedischen Regierung jedoch sehr schnell mit, dass es auf den Erpressungsversuch nicht eingehen wird, was Schweden in eine sehr schwierige Position versetzte. Um den Terrorismus nicht nach Schweden zu holen, war Olof Palme daher sogar bereit die Gruppe Schweden problemlos verlassen zu lassen.

Auf Grund der Weigerung der Bundesrepublik,  und um ihrem Druck Stärke zu verleihen, hatte das Kommando Holger Meins bereitsnach der Absage von Helmut Schmidt zwei Personen getötet und drohte mit weiteren Erschiessungen. Die Verhandlungen setzten jedoch bis kurz vor Mitternacht ohne Ergebnis fort als die Geiseldrame durch einen Unfall sehr schnell zu Ende ging und eine Hangranate explodierte, die einer der Geiselnehmer in den Händen hielt. Die fünf überlebenden Terroristen wurden im Rahmen des schwedischen Terroristengesetzes nahezu unmittelbar nach Deutschland abgeschoben, einer unter ihnen war allerdings so schwer verletzt, dass er den Transport nicht überlebte. Für Olof Palme war das Ende der Geiselnahme ein voller Erfolg, aber er wollte nie über die Stellungsnahme Deutchlands reden.


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Copyright: Herbert Kårlin

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