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Montag, 30. Januar 2017

Der schwedische Ministerpräsident Olof Palme

Olof Palme kam am 30. Januar 1927 als Sohn eines Versicherungsdirektors in der Stockholmer Nobelgegend Östermalm zur Welt uind erhielt daher auch von den jüngsten Jahren an eine ausgezeichnete Ausbildung. Man sagt, dass bereits der vierjährige Palme mit seinem Kindermädchen Französisch sprach, mit seiner Mutter Deutsch und seinen Geschwistern Schwedisch. Mit sieben Jahren begann Palme seine Schulbildung mit der zweiten Klasse des Beskowska Schule und als er zehn Jahre alt war, begann er mit dem Gymnasium. Nach der Hochschulreife im Jahre 1944 begann Palme für das Svenska Dagbladet zu schreiben und machte einen vierjährigen Militärdienst bevor er in den USA seine Studien begann. Als Olof Palme 1951 nach Schweden zurückkehrte, schrieb er sich an der Universität Stockholm ein um dort Jura zu studieren, parallele hierzu setzte er jedoch auch seine militärische Karriere fort und 1956 wurde er Leutnant der Kavallerie.

Obwohl Olof Palme in der bürgerlichen Schicht Schwedens aufgewachsen war, wurde er ab den 50er Jahren bei den Sozialdemokraten politisch aktiv. Nach eigenen Aussagen hatten ihn drei Ereignisse von der Politik der bürgerlichen Parteien entfernt. Zum einen die Steuerdebatten im Jahre 1947, zum anderen sein Aufenthalt in den USA, als der Politiker mit den Klassenunterschieden konfrontiert wurde, und zum dritten eine Asienreise im Jahre 1953, als Palme die Folgen des Kolonialismus mit eigenen Augen gesehen hatte. Olof Palme vertrat daher die Sozialdemokraten an 1958 im Parlament und hatte unter Ministerpräsident Tage Erlander auch mehrere bedeutende politischen Aufgaben. Dieser politische Wandel und die elitäre Herkunft Palmes ist nahezu einmalig in der schwedischen Politik und verhalf dem Politiker sicher auch teilweise zu seinem besonderen Ruf, nicht zuletzt deshalb, weil er als Nicht-Arbeiter der Politik Schwedens teilweise auch eine andere Richtung geben konnte.

Am 1. Oktober 1969 wurde Olof Palme zum Parteivorsitzenden der Sozialdemokraten gewählt und am nur zwei Wochen später wurde er zum Ministerpräsidenten ernannt. Bereits während seiner ersten Phase als Ministerpräsident zeigte sich Palme mit einer deutlichen sozialistischen Linie, denn er kritisierte die USA auf Grund des Vietnamkrieges, er erreichte ein Mitbestimmungsrecht der Arbeiter und er schwächte den Einfluss der Monarchie, da er dem König jeden Einfluss bei Regierungsbildungen nahm. Aber auch während seiner zweiten Phase als Ministerpräsident konnte Palme die schwedische Politik sehr deutlich prägen, auch wenn er sich nun mehr in der Verteidigung seiner Ideologie sehen musste, denn die bürgerlichen Parteien zeigten seine Verhandlungsbereitschaft mit der Sowjetunion als Schwäche und seine Kritik an Israel auf Grund des Palästina-Konflikts  wurden nicht als Friedensgedanke betrachtet, sondern als Angriff auf Israel. Die Israelkritik Palmes wird heute von der schwedischen Außenministerin Margot Wallström weitergeführt, wenn auch weitaus aggressiver als durch Palme. Olof Palme wurde am 28. Februar 1986 in Stockholm ermordet.


30. Januar 1658: Über das Eis und den Großen Belt zum Frieden von Roskilde
30. Januar 1716: Der schwedische Architekt Carl Fredrik Adelcrantz
30. Januar 1813: Adam Smedberg und die Erweckungsbewegung in Närke
30. Januar 1896: Die schwedische Internatsschule Lundsberg
30. Januar 1941: Erik Lindorm, ein Anarchist wird zum Schriftsteller
30. Januar 1945: Die größte menschliche Katastrophe auf der Ostsee
30. Januar 1982: Tora Dahl, die Bewältigung einer unehelichen Geburt
30. Januar 2009: Ingo (Ingemar Johansson) wird Weltmeister im Schwergewicht

Copyright: Herbert Kårlin

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Montag, 23. Januar 2017

Das Elitegymnasium Sigtunaskolan

Am 23. Januar 1926 gründete der schwedische Erzbischof Nathan Söderblom auf Anraten der Theologen Harry Cullberg, Arvid Bruno und Manfred Björkquist die Privatschule Sigtunaskolan, die über eine vierjährige Realschule und ein vierjähriges Latein-Gymnasium verfügte. Ab 1928 durfte die Sigtunaskolan das Realschulzeugnis vergeben und ab 1931 auch die Hochschulreife. Das Gebäude der Schule, das erst 1929 fertiggestellt war,  wurde vom Architekten John Åkerlund gezeichnet, der ebenfalls eng mit der Schule verbunden war.

Im Jahre 1980 wurde durch eine Zusammenlegung der beiden größten Reichsinternate Schwedens, der Sigtunaskolan und dem Sigtunastiftelsnes Humanistiska Läroverk, das heutige Elitegymnasium Sigtunaskolan Humanistiska Läroverk (SSHL), das, unter anderem, König Carl XVI. Gustaf und Olof Palme als Schüler zählt.und nach wie vor überwiegend ein Internat für die höhere Gesellschaft Schwedens ist, entstehen. Aus der einstigen Sigtunaskolan wurde dadurch eine schulische Einrichtung mit knapp 600 Schülern, die zu zwei Dritteln im Internat untergebracht sind und in acht Wohnheimen verteilt wohnen.

1990 wurde das Gebäude in dem ab 1929 die Sigtunaskola untergebracht war, in ein Hotel und eine Konferenzanlage verwandelt, bei der die ursprüngliche Architektur weitgehend erhalten wurde. Während die ursprüngliche Sigtunaskolan lediglich als Eliteschule ohne Konflikte galt, geriet die heutige Schule bereits mehrmals in die Kritik, da es dort zu exzessiven Aufnahmeriten kam und selbst wegen Verdacht auf Vergewaltigung eingegriffen werden musste. Der Ruf der Schule ist stark beschädigt und riskiert sämtliche einem Reichsgymnasium vergebenen Vorteile zu verlieren.


23. Januar: Frej und Freja, die nordischen Götter der Fruchtbarkeit
23. Januar 1688: Ulrika Eleonora wird nach dem Tod von Karl XII. Königin von Schweden
23. Januar 1785: Carl Adolph Agardh proklamiert die ökolische Forstwirtschaft
23. Januar 1801: Lars Johan Hierta, der Gründer des schwedischen Aftonbladets
23. Januar 1910: Der schwedische Gewerkschaftsbund Kommunal
23. Januar 1934: Das Vermächtnis von Jeanette Bonnier
23. Januar 1941: Torsten Fogelqvist und die Begegnung mit der Arbeiterbewegung 
23. Januar 1985: Das Ende der Werft Uddevallavarvet und der Umbruch

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 28. Februar 2016

Der Mord des Ministerpräsidenten Olof Palme

Am Nachmittag des 28. Februar 1986 diskutierte Lisbet Palme, die Ehefrau des früheren Ministerpräsidenten Olof Plame, mit Kollegen einen eventuellen Kinobesuch am gleichen Abend. Ihr Ehemann erfuhr von diesem Plan erst als er um 18 Uhr 30 nach Hause kam und er seine Leibwächter bereits nach Hause geschickt hatte. Erst gegen 20 Uhr bestimmte sich das Ehepaar Palme für das Kino Grand in Stockholm um dort den Film Bröderna Mozart zu sehen. Es gab daher niemanden, der wissen konnte wie und wo Olof Palme den Abend verbringen werde, zumindest nicht bis das Ehepaar die Eintrittskarten an der Kinokasse gekauft hatte.

Als der Film zu Ende war spazierten Olof Palme und seine Ehefrau Lisbet im zentralen Stockholm Richtung Wohnung. Um 23 Uhr 21 näherte sich plötzlich eine unbekannte Person dem Ehepaar und schoss erst Olof Palme in den Rücken und anschließend auf Lisbet Palme. Der Ministerpräsident starb nahezu unmittelbar an der Verletzung, die Ehefrau überlebte und konnte noch einen kurzen Blick auf den Täter werfen, der allerdings den Tatort unmittelbar nach Abgabe der Schüsse verließ, so dass Lisbet Palme die einzige Zeugin der Tat war. Neben der Augenzeugin hatte die schwedische Polizei lediglich zwei Patronenhülsen, die jedoch in einem so schlechten Zustand waren dass es nicht sicher war die Hülsen eindeutig einer bestimmten Waffe zuzuordnen.

Da es sich um den Mord eines schwedischen Ministerpräsidenten handelte, wurde natürlich alles unternommen um den Täter und die mögliche Tatwaffe zu finden. Die sogenannte Palmeutredningen, die noch heute aktiv nach dem Täter sucht, verfolgte mehrere Spuren, die jedoch alle in einer Sackgasse endeten. Als man dann 1988 Christer Pettersson als mutmaßlichen Täter festnahm, schien der Fall aufgeklärt, aber während das Amtsgericht Pettersson noch schuldig sprach, wurde er in höheren Instanzen mangels Beweisen frei gesprochen. Mittlerweile haben rund 130 Personen sich selbst als Täter angegeben, aber auch hier verliefen alle Spuren im Sande, zumal die Tatwaffe bisher nicht gefunden werden konnte. Noch heute gibt es Personen, die sich des Mordes an Olof Palme schuldig bekennen und noch nach 30 Jahren sucht man einen Mörder, der vermutlich nicht gefunden werden kann, oder bereits verstorben ist.

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Samstag, 28. November 2015

Die Adolf-Friedrich-Kirche (Adolf Fredriks Kyrka) in Stockholm

Dort wo man heute in Stockholm die Adolf-Friedrich-Kirche (Adolf Fredriks kyrka) findet, befand sich ursprünglich ein alter Friedhof auf dem 1674 eine Holzkapelle errichtet wurde, die dem Heiligen Olav gewidmet war. Nicht einmal 100 Jahre später erhielt dann der Architekt Carl Fredrik Adelcrantz den Auftrag an dieser Stelle eine neue Kirche zu bauen. Den ersten Stein für dieses Gebäude setzte der Auftraggeber, König Adolf Fredrik (Adolf Friedrich) im Jahre 1768 persönlich. Nach einer Bauzeit von fünf Jahren konnte dann die Adolf Fredriks kyrka am 28. November 1773 von Bischof Daniel Herweghr offiziell eingeweiht werden, wobei sie nach dem in der Zwischenzeit verstorbenen König benannt wurde.


Um den Gläubigen auch während der Bauzeit der Adolf-Friedrich-Kirche den Gottesdienst zu ermöglichen, wurde die Holzkapelle so lange wie möglich im Inneren des Neubaus erhalten, was auch in jener Zeit sehr ungewöhnlich war. Von außen hat die Kirche seit der Einweihung kaum eine Veränderung erlebt, was man jedoch vom Inneren nicht behaupten kann, denn heute findet man nur noch den Altar und die Kanzel aus der Gründungszeit, auch wenn der Innenraum mit seinen zahlreichen Kunstwerken immer noch eine Glanzstellung innerhalb der Kirchen Stockholms einnimmt.

Auch wenn für viele Besucher der Adolf Fredriks kyrka der Friedhof der wichtigste Anziehungspunkt scheint, da hier Olof Palme, Hjalmar Branting, Johan Tobias Sergel und zahlreiche andere bedeutende Persönlichkeiten Schwedens begraben liegen, so findet man auch im Innenren der Kirche einzigartige Werke, denn das Altarbild wurde von Johan Tobias Sergel skulptiert und das Taufbecken ist geradezu ein einzigartiges Kristallkunstwerk, das der Glasdesigner Liss Eriksson der Glashütte Orrefors geschaffen hat und durch seine aufstrebende Struktur überzeugt.


28. November 1718: Hedvig Charlotta Nordenflycht, die erste Feministin Schwedens
28. November 1793: Carl Jonas Love Almqvist, ein Revolutionär zur falschen Zeit
28. November 1811: Oscar Patric Sturzen-Becker, ein literarischer Revolutionär
28. November 1898: Die schwedische Lebensrettungsgesellschaft
28. November 1906: Oskar Andersson, der erste Comiczeichner Schwedens
28. November 1927: Die Komponistin und Musikerin Gullan Bornemark 
28. November 1935: Der schwedische Künstler Georg Pauli
28. November 1972: Prinzessin Sibylla von Sachsen-Coburg-Gotha

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 8. November 2015

Die Älvsborg-Brücke (Älvsborgsbron) in Göteborg

Die Idee für den Bau der Älvsborg-Brücke (Älvsborgsbron) geht auf den Anfang der 60er Jahre zurück, da um diese Zeit der Verkehr zwischen dem Festland Göteborg und der Insel Hisingen so zunahm, dass die Hauptstrecke über die Götaälvbron vollkommen überlastet war und sich die Fahrzeuge in beide Richtungen nahezu rund um die Uhr im Stau befanden, da auf Hisingen die Industrie zu finden war, die meisten Arbeiter jedoch auf dem Festland wohnten. Hinzu kam, dass dies auch der einzige Weg nach Oslo und ins Bohuslän war. Noch bevor die heutigen Zufahrtsstraßen zur Älvsborgsbron geschaffen wurden, errichtete man diese Brücke, die zu Beginn nur mit der Stadtautobahn verbunden war und als Nebenstraße zur E6 galt.


Der Auftrag für den Bau der Älvsborg-Brücke ging an den jungen Architekten Sven Olof Asplund, der in den USA den Brückenbau studiert hatte und sich dabei auf Hängebrücken spezialisiert hatte. Der Bau der Älvsborg-Brücke sollte vier Jahre dauern, wobei die insgesamt 933 Meter lange Brücke allerdings bereits am 8. November 1966, ein Jahr vor der endgültigen Fertigstellung, vom damaligen Verkehrsminister Olof Palme eingeweiht und für den Verkehr freigegeben wurde. Mit seiner Spannweite von 418 Metern war die Älvsborgsbron zu jener Zeit nahezu ein Wunderwerk und schlug mit dieser Spannweite alle anderen skandinavischen Brücken, was allerdings auch den Nachteil mit sich brachte dass die Brücke noch heute bei starkem Sturm aus Sicherheitsgründen gesperrt werden muss.

Zur Einweihung der Brücke durch Olof Palme, der am gleichen Tag bereits zwei andere Brücken eingeweiht hatte, hatten sich einige Studenten der Technischen Hochschule Chalmers einen besonderen Scherz ausgedacht, denn sie hatten eine Limousine gemietet, einen Studenten als Olof Palme verkleidet und wollten auf diese Weise als erstes auf die Rednerbühne gelangen und die Brücke für den Verkehr öffnen. Aber entweder kam Palme früher als geplant oder die Studenten hatten zu lange für ihre Vorbereitungen benötigt. In der Tat war jedoch der Minister dadurch zuerst auf der Rednerbühne und der Scherz missglückte.


8. November 1622: Karl X. Gustav, der deutsch-freundlichste König Schwedens
8. November 1777: Königin Desideria, die unschwedische Königin
8. November 1789: Anders Lindeberg kämpft für ein freies Theater
8. November 1890: Ester Lindin und der vergessene Bestseller
8. November 1903: Die Teilnehmer der Antarktisexpedition werden gerettet
8. November 1922: Carl Magnus von Seth, ein Schriftsteller, der nach Worten sucht
8. November 1923: Alfhild Agrell und die Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts
8. November 1942: Åke Göransson erkennt seine eigenen Gemälde nicht
8. November 2011: Die religiöse Künstlerin Eva Spångberg 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 3. April 2015

Olof Palme stirbt durch die Kugel eines unbekannten Schützen

Olof Palme starb am 3. April 1918, im Alter von 35 Jahren, durch die Kugel eines unbekannten Schützen, allerdings nicht wie später sein Verwandter, der Ministerpräsident Olof Palme, in Stockholm, sondern bei seinem Einsatz in Finnland als Mitglied der freiwilligen schwedischen Einheit. Palme hatte an der Universität Uppsala Geschichte studiert und beim Ausbruch des finnischen Bürgerkrieges die Einheit der Freiwilligen gegründet, wenn auch weniger um Finnland zur Unabhängigkeit zu verhelfen, sondern um Russland zu verjagen und Finnland wieder zu schwedischem Besitz zu machen.

Olof Palme galt als extrem intelligent, jedoch auch als Einzelgänger. Nach seiner Hochschulreife studierte er an der Universität Uppsala Geschichte, wobei er sich insbesondere für die Zeit von Karl XI. interessierte sowie für die alte Geschichte Schwedens. Bereits als Student war er ein aktiver Gegner jeder demokratischen Bewegung und die Gründung der schwedischen Brigaden sollte vor allem dazu dienen Schweden wieder zu seiner natürlichen Größe zu führen. Der größte Feind dieses Ziel waren für Palme die Bolschewiken, die auch dem Volk eine Macht geben wollten.

Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass Olof Palme, der am 21. September 1884 im finnischen Burgå geboren wurde und den man auf der extremsten rechten Linie suchen muss, bereits während des Ersten Weltkriegs an allen nationalistischen Bewegungen beteiligt war, denn er sammelte 1914 für den privaten Kreuzer Geld, er unterstützte das Großmachtdenken von Gustav V. mit einem Umzug der Studenten unterstützte und jedes sozialistische Denken bekämpfte, da Arbeitern in seinen Augen keine Recht hatten. Da Olof Palme nur wenige Tage vor dem sehr blutigen Ende des finnischen Bürgerkriegs durch eine Kugel getötet wurde, erinnert heute sehr wenig an die Person, die für einen Teil der Schweden immer noch ein Kriegsheld ist.


3. April 1581: Johannes Rudbeckius und die erste Mädchenschule Schwedens 
3. April 1756: Der schwedische Hofdichter Carl Gustaf af Leopold 
3. April 1780: Abraham Rydberg, vom Großhändler zum Wohltäter 
3. April 1823: Erik Johan Stagnelius, der Aussenseiter unter den Dichtern 
3. April 1927: Maria Sandel, die erste Arbeiterschriftstellerin Schwedens 
3. April 1945: Schwedischer Pilot über Blekinge abgeschossen

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Samstag, 7. Juni 2014

Die schwedische Politikerin Anna-Greta Leijon

Am 7. Juni 1988 musste Anna-Greta Leijon, die erst 1987 von Ingvar Carlsson zur Justizministerin ernannt worden war und damit die erste Justizministerin Schwedens wurde, die keinerlei Jurastudium hinter sich hatte, wegen der sogenannten Ebbe Carlsson Affäre von ihrem Amt zurücktreten. Allerdings beendete dies nicht ihre politische Karriere, denn noch im gleichen Jahr wurde sie erneut ins Parlament gewählt und die Vorsitzende des Finanzausschusses. Selbst als Anna-Greta Leijon 1990 wegen internen politischen Schwierigkeiten als Vorsitzende des Ausschusses zurücktrat, so erhielt sie bis zu ihrer Rente regelmäßig Regierungsaufträge, unter anderem beim schwedischen Fernsehen und als Direktorin des Skansen in Stockholm.

Anna-Greta Leijon war am 30. Juni 1939 als Tochter eines Gefängniswärters in Stockholm geboren worden. Bereits als Schülerin engagierte sie sich im Jugendverband der Antialkoholiker und zeigte sich als Kämpferin gegen jeden Alkoholkonsum. Nach ihrem Abitur begann Leijon im Herbst 1960 Staatswissenschaft an der Universität Uppsala zu studieren und trat gleichzeitig dem Jugendverband der Sozialdemokraten bei. Noch bevor die Studentin irgendein Examen ablegte, heiratete sie und verließ die Universität - um jedoch bereits 1964 im Vorläufer des schwedischen Arbeitsamts beschäftigt zu werden, mit der Aufgabe Frauen beim Zugang zum Arbeitsmarkt zu helfen.

Der politische Aufstieg von Anna-Greta Leijon begann dann im Jahre 1970, als sie in die Regionalregierung der Region Stockholm als Vertreterin der Sozialdemokraten gewählt wurde. Nur drei Jahre später wurde Leijon in das Parlament gewählt und zum Staatsrat ernannt sowie von Olof Palme als stellvertretende Arbeitsmarktministerin eingesetzt. Als Staatsrat trat Leijon dann besonders hervor, als sie nach der Geiselnahme am 24. April 1975 im Schnellverfahren die deutschen Terroristen abschob und anschließend knapp einer Entführung durch die RAF entging. Diese Berühmtheit half ihr im Jahre 1982 dabei, als die Sozialdemokraten in Schweden wieder an die Macht kamen, unmittelbar das Amt als Arbeitsmarktministerin zu erhalten. Anna-Greta Leijon stolperte mit der Ebbe Carlsson Affäre letztendlich an mangelnden juristischen Kenntnissen.


7. Juni 1876: Josefina von Leuchtenberg wird Königin in Schweden
7. Juni 1905: Schweden und Norwegen gehen getrennte Wege
7. Juni 1907: Sigvard Bernadotte verzichtet auf Titel und Thron
7. Juni 1988: Die Ebbe Carlsson Affäre und der Tod von Olof Palme
7. Juni 2015: Das Naturreservat Fjällberget bei Leksand 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 24. April 2014

Geiselnahme in der deutschen Botschaft in Stockholm

Als am 24. April 1975 sechs Personen durch die Türen der deutschen Botschaft in Stockholm gingen, sollte dies zu einer Katastrophe führen bei der der schwedische Ministerpräsident Olof Palme und die Staatsrätin Anna-Greta Leijon sich sogar gezwungen sahen die Menschenrechte ausser Kraft zu setzen und wegen der Sicherheit des Landes, gegen das Anraten von Ärzten, einen Schwerverletzten unmittelbar aus Schweden zwangsweise auszuweisen, eine Situation, die damals von den Menschenrechtsorganisationen schwer kritisiert wurde.

In der Tat handelte es sich bei den sechs Personen um das sogenannte Kommando Holger Meins der zu dieser Zeit sehr aktiven Gruppe RAF (Rote Armee Fraktion) und der Besuch der Botschaft galt einer Geiselnahme des Botschafters und des gesamten Personals um die Freilassung von Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin, Jan-Carl Raspes und 22 anderen Gefangenen zu erreichen. Deutschland teilte der schwedischen Regierung jedoch sehr schnell mit, dass es auf den Erpressungsversuch nicht eingehen wird, was Schweden in eine sehr schwierige Position versetzte. Um den Terrorismus nicht nach Schweden zu holen, war Olof Palme daher sogar bereit die Gruppe Schweden problemlos verlassen zu lassen.

Auf Grund der Weigerung der Bundesrepublik,  und um ihrem Druck Stärke zu verleihen, hatte das Kommando Holger Meins bereitsnach der Absage von Helmut Schmidt zwei Personen getötet und drohte mit weiteren Erschiessungen. Die Verhandlungen setzten jedoch bis kurz vor Mitternacht ohne Ergebnis fort als die Geiseldrame durch einen Unfall sehr schnell zu Ende ging und eine Hangranate explodierte, die einer der Geiselnehmer in den Händen hielt. Die fünf überlebenden Terroristen wurden im Rahmen des schwedischen Terroristengesetzes nahezu unmittelbar nach Deutschland abgeschoben, einer unter ihnen war allerdings so schwer verletzt, dass er den Transport nicht überlebte. Für Olof Palme war das Ende der Geiselnahme ein voller Erfolg, aber er wollte nie über die Stellungsnahme Deutchlands reden.


24. April 1642: Samuel Columbus und das biblische Epos Schwedens 
24. April 1794: Axel von Fersen der Ältere in der Opposition 
24. April 1830: Die schwedische Prinzessin Eugénie 
24. April 1896: Örebro wird internationale Handelsstadt 
24. April 1917: Die Hungerdemonstration in Stockholm
24. April 1926: Thorbjörn Fälldin, dreimal Ministerpräsident Schwedens
24. April 1941: Karin Boye und die Zerbrechlichkeit einer Schriftstellerin 
24. April 1961: Das Kriegsschiff Vasa wird in Stockholm geborgen
24. April 1979: Die schwedische Sängerin Marie Picasso
24. April 2000: Ulla Isaksson und ein Blick in die Seele der Frau

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 9. November 2013

Ingvar Carlsson wird dreimal schwedischer Ministerpräsident

Ingvar Carlsson wurde am 9. November 1934 in Borås geboren und hatte sich bereits sehr früh für eine politische Karriere entschieden, denn als Jugendlicher wurde Mitglied des sozialdemokratischen Jugendverbands SSU und 1958 beende er an der Universität Lund seit politologisches Studium mit einem Magister. Unmittelbar danach wurde er von Ministerpräsident Tage Erlander als Staatssekretär eingestellt und nach einem einjährigen Studium an der Northwestern University in Evanstan wurde Carlsson erst Vorsitzender der SSU und 1965 auch in das schwedische Parlament gewählt.

Ab 1969 bis zum Tod von Olof Palme im Jahre 1986 hatte Ingvar Carlsson mehrer Ministerposten und nach dem Mord galt er unmittelbar als zukünftiger Ministerpräsident Schwedens. Carlsson übernahm gleichzeitig die Parteiführung der Sozialdemokraten und erreichte es in kurzer Zeit die Staatsfinanzen zu sanieren und damit die Arbeitslosigkeit in Schweden nahezu vollständig abzubauen. Den Erfolg erzielte der Ministerpräsident vor allem durch neue Steuergesetze, was sich später allerdings, zumindest teilweise, als Fehler herausstellte.

Mit der Unterstützung der Linken und jener der Centerpartiet (Zentrumspartei) wurde Ingvar Carlsson bei den darauf folgenden Wahlen erneut zum Ministerpräsident gewählt. Auf Grund der schlechten ökonomischen Lage Schwedens zu Beginn der 90er Jahre musste er das Amt jedoch bereits 1991 an Carl Bildt abgeben. Da jedoch die Moderaterna die Folgen der Krise ebenfalls nicht in den Griff bekamen, wurde 1994 Carlsson erneut an die Spitze des schwedischen Staates gewählt, in der Hoffnung, dass dieser, vor allem über den Finanzminister Göran Persson, die Staatsfinanzen erneut sanieren würde. Steuererhöhungen und eine arbeitnehmerfeindlich Politik zwangen ihn dann jedoch bereits im August 1995 zum Rücktritt als Ministerpräsident und als Vorsitzender der Partei. Dies bedeutete allerdings nicht, dass er sich ganz aus der Politik zurückzog, denn noch heute arbeitet Carlsson politisch im Hintergrund weiterhin aktiv.


9. November 1603: Karl IX. gründet einen Vorläufer von Göteborg 
9. November 1876: Farbenblinder Lokführer veranlasst neues Gesetz

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 7. Juni 2013

Die Ebbe Carlsson Affäre und der Tod von Olof Palme

Im Laufe der Zeitgeschichte Schwedens wurden die Sozialdemokraten immer wieder von Affären betroffen, die dazu führten, dass leitende Politiker zurücktreten mussten. Eine dieser Affären zwang auch die schwedische Justizministerin Anna-Greta Leijon am 7. Juni 1988 zum Rücktritt, da sie vertrauliches Material zum Mord an Olof Palme an den Verleger Ebbe Carlsson weitergegeben hatte, den sie zudem mit Polizeiarbeit beauftragte. Aber trotz ihres Verhaltens wollten die Sozialdemokraten die Politikerin als Justizministerin behalten und nur die Drohung aller anderer Parteien bei einem Misstrauensvotum gegen die Ministerin zu stimmen, führte zum Rücktritt.

Das Problem begann bereits am 28. März als Anna-Greta Leijon dem schwedischen Ministerpräsidenten Ingvar Carlsson mitteilte, dass die kurdische Partei PKK am Mord von Olof Palme beteiligt sei, aber die Beweise noch fehlten. Eigentlich hatte die Sicherheitspolizei die Aufgabe nach Beweismaterial zu suchen, aber da diese Zeit benötigte, aber die Regierung eine schnelle Aufklärung suchte, entschied sich Anna-Greta Leijon einem bekannten Journalisten die Aufgabe zu übergeben und ihn mit Vollmachten auszustatten, die allerdings nicht registriert im Safe eingeschlossen wurden.

Unbekannt ist wie die schwedische Abendzeitung Expressen Wind von der etwas merkwürdigen Affäre bekam. Jedenfalls bat der Journalist Per Wendel ab dem 30. Mai Anna-Greta Leijon um nähere Auskünfte, die jedoch nur sehr ausweichende Antworten gab, jedoch nach einem einem Telefongespräch am 1. Juni ihre Vollmacht an Ebbe Carlsson unmittelbar registrierte und das Papier als streng geheim sicher verwahren wollte. Aber es war zu spät, die Geschichte nahm ihren Lauf und mehreren leitende Personen mussten ihren Beruf aufgeben, darunter auch der Chef der Sicherheitspolizei. Wie viel der Ministerpräsident Ingvar Carlsson wusste, ist bis heute unbekannt, ebenso wenig wie die Spur PKK eine Resultat brachte. Heute gehören die Akten in Fragen der kurdischen Bewegung längst zum Material über das die Polizei verfügt und das noch nicht im Archiv vergessen wird.


7. Juni 1905: Schweden und Norwegen gehen getrennte Wege 
7. Juni 1907: Sigvard Bernadotte verzichtet auf Titel und Thron

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 18. Februar 2013

Ted Gärdestad und der Tod unter der Eisenbahn

Ted Gärdestad, ein schwedischer Musiker und Sänger, wurde am 18. Februar 1956 in Sollentuna geboren. Er war bekannt dafür, dass er die Melodien für seine Lieder grundsätzlich selbst schrieb, während die Texte von seinem Bruder Kenneth kamen. Das Leben von Ted Gärdestad hatte vor allem zu seinem Ende einen merkwürdigen Weg genommen, so dass der Künstler nur noch einen Ausweg sah, sich nämlich am 22. Juni 1997 vor einen Zug zu stürzen.

Bis zu Beginn der 80er Jahre war Ted Gärdestad, der vor allem mit den Liedern Sol, Vind och Vatten und Himlen är oskyldigt blå bekannt wurde, auf dem Weg ein sehr bedeutender Sänger in Schweden zu werden, denn bereits als Achtjähriger spielte er im Fernsehen Akkordeon und als 15-jähriger kam der Durchbruch, was dazu führte, dass er bereits 1973 erstmals beim Melodifestivalen, der schwedischen Vorausscheidung des Eurovision Song Contests mitwirkte, den er dann 1979 mit dem Lied Satellit gewann. Die Probleme begannen jedoch als Gärdestad 1981 den indischen Guru Bhagwan Shree Rajneesh kennen lernte.

Niemand weiß, was in den Jahren 1982 bis 1986 wirklich geschah, aber als Ted Gärdestad 1986 aus den USA zurückkam, wo er einige Jahre als Mitglied der Sekte lebte, waren die ersten Zeichen einer Schizophrenie zu entdecken, die sich rapide verstärkte, insbesondere, als der Sänger irrtümlich in Bezug zum Mord an Olof Palme genannt wurde. Auch der Versuch eines musikalischen Comeback im Jahre 1994 scheiterte, wobei sich parallel dazu der Zustand des Musikers noch weiter verschlechterte, da er permanent Stimmen hörte. Am 22. Juni 1997 stürzte er sich im Alter von 41 Jahren vor einen Zug in Sollentuna.


18. Februar 1862: Die Männergesellschaft Concordia in Örebro
18. Februar 1981: Ebba von Sydow, Trendbücher die eine Generation beeinflussen 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 29. Januar 2013

Schwedische Banken schließen ihre Schalter

Nach den Parlamentswahlen im Jahre 1985 unternahm der schwedische Ministerpräsident Olof Palme einige schwerwiegende Reformen, die für den schwedischen Bürger katastrophale Auswirkungen haben sollten und in so manchen Punkten den heutigen Problemen mit den überhöhten Immobilienpreisen und dem hohen, teilweise nicht abgesicherten Kreditniveau der Banken bei Immobilienkrediten entsprechen bei denen nur die Zinsen bezahlt werden müssen, damit sich die Banken auf einfachste Wege bereichern können.

Olof Palme hatte als eine der Maßnahmen, die die hohe Inflationsrate senken sollte, die Regeln für Immobilienkredite geändert und sämtliche politische lenkende Maßnahmen beseitigt. Die wichtigsten Änderung war die Freigabe jeder Kreditregelung und das Abschaffen der Kreditgrenzen, was bedeutete, dass die Banken plötzlich unbegrenzt in Immobilien investieren konnten und ungesicherte Kredite in gigantischer Höhe vergaben, was den Gewinn der Banken natürlich bedeutend erhöhte.

Parallel zu dieser Entwicklung war die Gewerkschaft der Bankangestellten und Finanzberater immer mehr erstarkt, die ab Ende der 80er Jahre dafür kämpfte, dass auch die Mitglieder von diesem massiven Gewinn der Banken ein Stück Kuchen bekommen sollten, was jedoch die Bankmanager nicht einsahen. Am 29. Januar 1990 brach daher ein offener Konflikt zwischen den Bankmanagern und den Angestellten aus, den die Banken auf ihre Weise lösten, denn sie sperrten rund 60.000 Angestellte aus, entließen etwa 10.000 und schlossen die Mehrheit der Banken bis zu zwei Monate, was sich auf die gesamt Bevölkerung auswirkte.


29. Januar 1688: Emanuel Swedenborg, der große Mystiker Schwedens
29. Januar 1850: Der Yrvädertisdagen in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 15. Januar 2012

Der mysteriöse Tode von Carl Algernon

Am 15. Januar 1987 fiel der Kriegsmaterialinspektor Carl Algernon an der Haltestelle T-Centralen in Stockholm vor die einfahrende U-Bahn und starb noch am Unfallort. Bis heute kreisen um diesen Tod Gerüchte, da der offizielle Selbstmord eine ungemeine Menge an Fragen offen ließ und Carl Algernon, bevor er von der Bahn überrollt wurde, ein Gespräch mit dem Konzernchef der Nobel Industiers, Anders Carlgren, geführt hätte, die eine wichtige Rolle bei der Boforsaffäre spielte und ihm Probleme bereiten konnte.

Der Tod von Carl Algernon kam für mehrere Länder im richtigen Moment und vielleicht auch für ihn selbst, denn Algernon sollte die Boforsaffäre aufklären bei der der Kriegswaffenhersteller Bofors im Verdacht stand Waffen zu schmuggeln und, gegen Bestechung, diese an Krisenländer zu liefern in die der Waffenexport verboten war. Carl Algerdon hatte die Lieferung durch lasche Kontrollen genehmigt und war zudem persönlicher Freund eines Direktors des Konzern Bofors, eine Situation, die sich sehr schnell auch gegen ihn wenden konnte.

Carl Algerdon war im Laufe seiner Untersuchung zu einer Schlüsselfigur in der Affäre Bofors geworden und mit seinem Tod blieben viele Rätsel der Affäre im Dunkeln. Da der Zugführer aussagte, dass Algerdon rückwärts auf die Gleise gefallen sei, hieß es unmittelbar, dass er gestoßen wurde und keinen Selbstmord beging, aber die Staatsanwaltschaft konnte nichts beweisen. Um die Angelegenheit schnell abschließen zu können, erklärte man den Tod Algerdons daher als Selbstmord. Noch heute glauben jedoch viele, dass sein Tod etwas mit dem Mord an Olof Palme zu tun hat und dass ihn Mitarbeiter der Stasi vor die U-Bahn stießen.

15. Januar: Der Tag der Tulpen in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Christer Pettersson wird wegen Olof Palme Mord festgenommen

Am 14. Dezember 1988 wurde Christer Pettersson wegen dem Mord an Olof Palme festgenommen. Dies geschah, da er von mehreren Zeugen am Tatort gesehen worden war und Lisbet Palme ihn als Täter identifizierte. Erschwert wurde die Anklage, da Christer Pettersson bereits früher der Polizei als gewalttätig aufgefallen war und schon einen Menschen wegen einer Lappalie getötet hatte. Durch das Profil des Täters und die Zeugenaussagen schien den Fall daher geklärt.

Das Stockholmer Amtsgericht verurteilte Christer Pettersson dann am 27. Juli 1989 wegen des Mordes, ohne dass die Jury jedoch zu einer eindeutigen Entscheidung gekommen war. In zweiter Instanz wurde Pettersson dann wegen mangelnder Beweislast freigesprochen, was vom Obersten Gerichtshof Schwedens auch bestätigt wurde. Von diesem Tag an war Christer Pettersson ein freier Mann, aber immer noch der Hauptverdächtige, auch wenn die Polizei nun mehreren Spuren nachging.

Als Christer Pettersson am 29. September 2004 an Blutungen im Gehirn starb, nahm er sein Geheimnis mit ins Grab, da ihm der Mord an Olof Palme nie eindeutig bewiesen werden konnte und er selbst sehr widersprüchliche Aussagen von sich gab. Der Mord an Olof Palme und die Geschichte um Christer Pettersson hat indes bis heute seine Spuren hinterlassen, denn 2010 beschloss das schwedische Parlament, dass Taten wie der Mord an Olof Palme nicht mehr verjähren, in Stockholm verkaufen mehrere Kneipen Cocktails unter den Namen Rotebroare und Dräpar'n, die an Pettersson erinnern, aber auch mehrere Rockgruppen ließen sich von Christer Pettersson inspirieren. Durch seinen Tod wurde er in manchen Kreisen selbst zu einer Kultfigur über die heute noch viel geredet wird.

14. Dezember 1774: Anders Berch, der erste Nationalökonom Schwedens
14. Dezember 1917: Der Dala-Demokraten erscheint zum ersten Mal 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 8. August 2011

Vilhelm Moberg und die schwedischen Auswanderer

Auch wenn der 8. August vor allem als der Namenstag der aktuellen Königin Silvia von Schweden und als Flaggentag bekannt ist, so ist der 8. August 1973 der Tag, an dem sich der schwedische Schriftsteller, Journalist und Dramatiker Vilhelm Moberg das Leben nahm, ein Schriftsteller, der vor allem für die Bewohner Smålands eine größere Bedeutung hat als die Königin, da er in gewisser Weise als Nationalschriftsteller dieser schwedischen Landschaft betrachtet werden kann dessen Hauptfiguren zudem überwiegend aus dem Småland kamen.

Vilhelm Moberg vor dem Utvandrarnas Hus in Växjö

Am bekanntesten wurde Vilhelm Moberg, der am 20. August 1898 geboren worden war, mit seiner Buchserie über die schwedischen Auswanderer, die auch als „Emigranten“ und „Das neue Land“ verfilmt wurden. Moberg berichtet hier am Beispiel einer Gruppe von Personen aus dem Småland den Weg, den im 19. Jahrhundert über eine Million Schweden nahmen um ihr Glück in den USA zu suchen. Moberg fand das Material zu diesen Romanen in einem Tagebuch des Auswanderers Andrew Petersons und schrieb die ersten beiden Teile des Werkes noch in Kalifornien, wo der Autor sich vorübergehend niedergelassen hatte.

Für die schwedische höhere Gesellschaft war Vilhelm Moberg eine weniger geliebte Person, da er mit seinem Buch Rid i natt! die schwedische Kollaboration mit Hitler als sehr deutliche Parabel anprangerte, auch wenn der Schriftsteller die Handlung als solches in die Vergangenheit gesetzt hatte. 1950 entwendete und veröffentlichte Moberg einige Dokumente, die bewiesen, dass die schwedische Polizei mit der Gestapo zusammenarbeitete und in den 60er Jahren kritisierte er Olof Palme, der sich Republikaner nannte, aber dann Gustav IV. Adolf ehrte und das Königslied sang. Er bezeichnete Olof Palme in diesem Zusammenhang als Heuchler.

Vilhelm Moberg wandte sich gegen jede Dominanz über ein Volk, egal ob sie von rechts oder links kam und wollte am Ende seines Lebens eine schwedische Geschichte schreiben, die den Lauf der geschichtlichen Entwicklung aus der Warte von Soldaten, Arbeitern und Frauen zeigt, ein Werk, das der Autor leider nicht mehr vollenden konnte.

8. August 1878: Krebspremiere und Krebsfeste in Schweden
8. August 1993: Eine JAS 39 Gripen stürzt in Stockholm ab 

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Samstag, 30. Juli 2011

Ingmar Bergman macht schwedischen Film zum Exportschlager

Ingmar Bergman, der eigentlich Ernst Ingmar Bergman hieß, starb am 30. Juli 2007 im Alter von 89 Jahren auf der Insel Fårö, einer Insel im Nordosten Gotlands, die allein durch den legendären Filmer Schwedens seine heutige Bekanntheit erreichte. Die Insel mit rund 550 Bewohnern war seit den 60er Jahren die Heimat Bergmans und auf ihr drehte er auch mehrere seiner Filme.

Ingmar Bergman hatte während der Sommermonate eine andere wichtige Figur der schwedischen Geschichte als Nachbar, denn der Ministerpräsident Olof Palme verbrachte dreißig Jahre lang seine Ferien auf Fårö. Ingmar Bergman entdeckte den Charme der Insel während seiner Dreharbeiten von „Såsom i en spegel“ (Wie in einem Spiegel) im Jahre 1961, dem ersten Film, den er auf Fårö drehte.

Seine Faszination zu Fårö drückt sich auch in seinen Filmen „Persona“, „Skammen“ (Schande) und „En passion“ (Passion) aus, die er ebenfalls auf der Insel realisierte. Dort entstanden weiterhin zwei seiner Dokumentarfilmen und Teile seines Meisterwerkes „Scener ur ett äktenskap“ (Szenen einer Ehe).

Ingmar Bergman wurde auf dem Friedhof in Fårö begraben, wo sein Grabstein etwas abseits der anderen Gräber zu finden ist. Nach seinem Tode gründete Gotland auf Fårö die Bergman Stiftung zur Erinnerung an den großen schwedischen Künstler, die sich in den Gebäuden des Filmers befindet. Jedes Jahr veranstaltet die Stiftung eine Bergman-Woche mit Filmen, Vorträgen, Seminaren und Ausflügen zur Erinnerung an Ingmar Bergman.

30. Juli 1796: Nils Nordlander, ein Priester gründet die Stadt Skellefteå
30. Juli 1875: Karl Gustav Ossiannilsson, ein Literat der Widersprüche

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Donnerstag, 12. Mai 2011

Der Kaknästornet in Stockholm

Am 12. Mai 1967 wurde in Stockholm der Kaknästornet eingeweiht, der seinen Namen nach einer früheren Ansiedlung erhielt, in der sich Djurgårdens ältestes Grabfeld mit rund 30 deutlich sichtbaren Gräbern der jüngeren Eisenzeit (550 v. Chr. - 1100 n. Chr.) befindet. Der Kaknäs Gård, auf dem sich der Fernsehturm befindet, kann in Dokumenten bis 1435 verfolgt werden, als er einer der vier Kungsgård Stockholms war.

Der Kaknästornet gehört mit seiner Höhe von 155 Metern und seinen 34 Etagen zu den höchsten Türmen Nordeuropas und bietet die beste Aussicht über Stockholm. Der Turm, der von Olof Palme eingeweiht wurde, war über lange Jahre hinweg Fernsehturm, Restaurant und Fremdenverkehrsamt, wobei nur letzteres mittlerweile aus dem Kaknästornet verlegt wurde.

Außer dem Restaurant in der 28. Etage sind auch die 30. Etage und die Plattform auf der 31. Etage für Besucher offen, die mit dort installierten Ferngläsern weit über die Grenze Stockholms hinaus blicken können. Der Kaknästornet hat mit seiner quadratischen Form bei der sich mehrere Betonquadrate in einem Winkel von 45 Grad überlagern eine sehr eigenwillige Form, die bei der Erstellung die Anwendung besonderer Bautechniken erforderte.

12. Mai 1936: Das Unglück auf dem Ormsjö in Lappland
12. Mai 1940: Lill Lindfors, 52 Jahre im Rampenlicht

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