Sonntag, 21. Juni 2015

Bert Karlsson, vom Musikproduzent zum Millionär

Bert Karlsson kam am 21. Juni 1945 in Tidan im Västergötland in sehr einfachen Verhältnissen zur Welt, wuchs die ersten Jahre in einer Einzimmerwohnung auf und entschied sich bereits in sehr jungen Jahren diesen Verhältnissen zu entkommen. Schon als Jugendlichem war ihm klar, dass Reichtum nur in der Wirtschaft zu finden war, weswegen er begann im Keller der elterlichen Wohnung Lampenschirme zu bauen. Es folgten weitere Firmengründungen und mit 25 Jahren verfügte Karlsson über einen Lebensmittelladen im Zentrum Skaras mit insgesamt 20 Angestellten. Bald setzte Bert Karlsson dann in Bingohallen und schließlich gründete er eine Plattenfirma, die unter anderem die Vikingarna produzierte und einen enormen Gewinn einbrachte.

Mit den Gewinnen aus der Produktionsfirma öffnete Bert Karlsson 1984 dann Skara Sommerland, zur gleichen Zeit als die Zugkünstler seiner Plattenfirma ihn verließen. Auch Skara Sommerland musste Karlsson 1993 aus finanziellen Problemen abstoßen, obwohl es bereits damals das größte Wasser-Vergnügungszentrum Schwedens war. In diesen Jahren gründete Karlsson auch die Partei Ny Demokrati und nach dem Verkauf des Sommerlandes schuf er eine neue, erneut sehr erfolgreiche Schallplattenproduktionsfirma. Als der Unternehmer dann 2003 auch noch die Musik-Talentsendung Fame Factory schuf, wurde Karlsson zum Unternehmer des Jahres in Skara gekrönt.

Nach der Jahrtausendwende war Bert Karlsson nicht nur wegen seiner Tätigkeiten als Fernsehmoderator und Musikproduzent bekannt, sondern er bekam auch den Ruf in jede Art von Unternehmen seine Zeichen zu setzen, denn er wurde Haupteigner einer Poker-Online-Gesellschaft, war in Bauprojekten beteiligt und schuf für Dafgårds sogar einen eigenen Pfannkuchen. Einige seiner Bauprojekte sind mittlerweile in die Endphase der Planung eingetreten. Seit 2014 setzt Bert Karlsson vor allem in Wohnungen für Asylanten, die er an das schwedische Ausländeramt vermietet. Vor allem dieses letzte Projekt bringt Karlsson nun immer häufiger schlechtere Schlagzeilen ein, da er an seine bisher neun billig erworbenen Bauten Gewinne in Millionenhöhe macht ohne den dort wohnenden Asylanten wirklich etwas zu bieten, das die Einnahmen rechtfertigen würde.


21. Juni: Der schwedische Vorname Alf und die nordische Mythologie 
21. Juni 1863: Theaterdirektor Axel Engdahl 
21. Juni 1865: Bernhard Elis Malmström, von der klassischen Lyrik zum Realismus 
21. Juni 1874: Das Nordlicht und Anders Jonas Ångström 
21. Juni 1903: Alf Sjöberg, der Revolutionär des schwedischen Theaters 
21. Juni 1985: Tage Erlander und der schwedische Sozialismus

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 20. Juni 2015

Königin Charlotta und Herzogin vom Södermanland

Königin Charlotta, Herzogin vom Södermanland starb am 20. Juni 1818, nur wenige Monate nach dem Tod ihres Mannes, Karl XIII., in Stockholm, als Karl XIV. Johan, der erste Bernadotte, bereits an der Macht war. Hedvig Elisabet Charlotta von Holstein-Gottorp, die am 22. März 1759 im deutschen Eutin zur Welt gekommen war, war von Gustav III. als zukünftige Partnerin für Prinz Karl ausgewählt worden, in der Hoffnung dadurch die Thronfolge in gerader Linie  garantieren zu können. Charlotta war gerade einmal 15 Jahre alt als sie mit dem zukünftigen König verheiratet wurde und nach Stockholm kam und sollte sich vor allem in zwei Punkten von den früheren Königinnen unterscheiden.

Zum einen war Königin Charlotta eine sehr lebenslustige Person, die sehr wenig von den gesellschaftlichen Protokollen und Regeln hielt, denn sie stürzte sich in das gesellschaftliche Leben des Hofes. In kurzer Zeit gelang es der zukünftige Königin das gesamte höfische Leben Schwedens zu prägen, wobei sie sich auch nicht davon abhalten ließ selbst Rollen im Amateurtheater des Hofes anzunehmen, und dies, obwohl Schauspielerinnen um diese Zeit Luxusprostituierten gleichgesetzt wurden, ein Ruf,d er sich auch bald auf Charlotta übertrug und sie 1783 letztendlich dazu zwang dieses Vergnügen aufzugeben, da die Gerüchte um diese Zeit alle Grenzen überschritten hatten.

Selbst wenn Königin Charlotta während des schwedisch-russischen Krieges auch politisch eine gewisse Rolle spielte, so sind vor allem ihre persönlichen Tagesbuchaufzeichnungen zwischen 1775 und 1817 von größtem Interesse, denn hier deckte sie schonungslos das höfische Leben und die Doppelmoral des Hofes auf und konnte damit, wenn auch erst bei Herausgabe der Tagebücher zu Beginn des 20. Jahrhunderts, einen einzigartigen Einblick in das höfische Privatleben bieten. Wohlweislich verschwieg sie in diesen Tagebüchern ihre eigenen Liebschaften, die jedoch durch ihren erhaltenen Briefwechsel aufgedeckt werden konnten.


20. Juni 1566: Sigismund, ein König nicht wie die anderen
20. Juni 1792: Nils Adam Bielke, ein Getreuer des Königshauses
20. Juni 1810: Lynchmord an Axel von Fersen in Schweden
20. Juni 1944: Suzanne Osten, Frauenbewegung in Theater und Film
20. Juni 1961: Die schwedische Punkrockerin Kajsa Grytt

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 19. Juni 2015

Der schwedische Landschaftsmaler Nils Andersson

Als Nils Andersson am 19. Juni 1865 in Vaxholm starb, gehörte er zu den anerkannten Künstlern Schwedens und war bis zum Professor an der Kunstakademie in Stockholm aufgestiegen, auch wenn kaum jemand die Lebensgeschichte des Künstlers ahnen konnte. Andersson war am 8. Dezember 1817 als Sohn eines Landwirtes zur Welt gekommen und hatte, da er sehr früh arbeiten musste, kaum eine Bildung erhalten. Als der Vater einsah, dass aus seinem Jungen nie ein Bauer würde, sollte er zumindest ein solider Handwerker werden. Auch dies zeigte sich als schwierig, da Andersson sich nur für die Malerei interessierte.

Das Ergebnis war jedoch, dass Nils Andersson bei einem lokalen Handwerksmaler als Lehrling begann und lernte Tische, Schränke und andere Holzgegenstände der reicheren Landwirte mit den unterschiedlichsten Motiven zu bemalen. Nach Ende seiner Ausbildung und ausreichend Erfahrung fand Andersson eine Anstellung als Jalousiemaler in einer Messingfabrik in der er seine künstlerischen Fähigkeiten ausbaute. Um diese Zeit muss Anderssson auch begonnen haben künstlerisch zu arbeiten, denn als er 1840 seine Arbeitsstelle aufgab, konnte der Künstler, dank aller Ersparnisse und eines Kredits, an der Kunsthochschule eine Ausbildung beginnen. Sein ältestes datiertes Werk legte er, nach dem Nationalmuseum in Stockholm, nur ein Jahr nach Aufnahme in die Kunstakademie vor.

Nils Andersson hatte sehr früh das Ziel seine Studien in Paris zu vervollständigen und malte daher vor allem verkäufliche Motive, die zwar Können beweisen, jedoch kaum seine Persönlichkeit. Zeitweise wurde er auch als Porträtmaler beschäftigt, aber trotz seines Eifers gelang es ihm erst 1854 nach Paris zu kommen, wo er sich dann zwei Jahre lang aufhielt. Nach seiner Rückkehr nach Stockholm wurde Andersson als Mitglied der Kunstakademie aufgenommen und er begann seinen tatsächlichen Wünschen nachzugehen, nämliche ländliche Motive seiner Heimat zu malen. Erst bei diesen Gemälden tritt auch die wahre Stärke des Künstlers zu Tage. Einen Teil seiner Werke, insbesondere mehre Skizzen, findet man heute im Nationalmuseum und im Kunstmuseum Göteborg.


19. Juni 1652: Louis De Geer, der Wegbereiter der schwedischen Industrialisierung
19. Juni 1904: Lars Madsén und das Leben auf dem Lande
19. Juni 1918: Gunnel Vallquist und die moderne katholische Literatur Schwedens
19. Juni 1957: Anna Lindh stirbt nach Überfall im Kaufhaus NK
19. Juni 1976: Königliche Hochzeiten in Schweden
19. Juni 2005: Totta Näslund und der Weg zu Bob Dylan
19. Juni 2010: Kronprinzessin Victoria Ingrid Alice Désirée

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Donnerstag, 18. Juni 2015

Der schwedische Sänger Magnus Uggla

Magnus Uggla wurde am 18. Juni 1954 in der gehobenen Schicht Stockholms geboren. Das Adelsgeschlecht Uggla ist sogar unter der Nummer 100 im Riddarhuset (Ritterhaus) der schwedischen Hauptstadt vermerkt. Zu seiner Geschlechterreihe gehört, unter anderem, auch der Kunstsammler Ernest Thiel. Sicher hatte diese „gesellschaftliche Last“ auch einen gewissen Einfluss auf Magnus Uggla, der sich im Alter von 16 Jahren der Musik zuwandte und mit Freunden der Nachbarschaft seine erste Band gründete, allerdings eine Hardrockband, die keinen Erfolg hatte, bis Uggla die Gruppe verließ und mit seinem Vater in die Innenstadt zog.

Magnus Uggla ließ sich nicht entmutigen, wandte sich nun jedoch dem englischen Punkrock zu. Im Jahre 1975 präsentierte der Sänger dann sein erstes Album unter dem Namen Om Bobbo Viking, das in gewisser Weise an den frühen David Bowie erinnert. Der Titelsong wurde 2009 in die 1000 schwedische Klassiker aufgenommen. Zwei Jahre später kam Ugglas zweites Album und Kritiker bezeichneten ihn als den ersten schwedischen Punkrocker, was Ugglas allerdings nicht sonderlich gefiel, da er diesen Stempel nicht wollte. Seine beiden Alben hatten so großen Erfolg, dass Magnus Uggla schon 1979 seine Magnus Uggla Band gründete und mit dem Song Johnny the Rocker an der Vorausscheidung zum Eurovision Song Contest teilnahm. Da Uggla damit den letzten Platz belegte, wurde er 1979 nicht der Vertreter Schwedens.

In diesen Jahren übersetzte Magnus Ugglas auch einige seiner Lieder ins Englische und plante eine internationale Karriere. Aber auch wenn einige der Singles in den 80er Jahren in den USA, Deutschland und anderen Ländern erschienen, so blieb dort der Verkaufserfolg völlig aus. Ab Mitte der 80er Jahren ging Uggla mehr und mehr zum schwedischen Pop über und wurde mit seinen satirischen Einlagen in seinen Songs zu einem Warenzeichen, das ihn bis heute zu einer Kultfigur macht der man nicht entgehen kann. Mit För kung och fosterland versuchte sich Uggla 2007 erneut an der Vorausscheidung zum ESC, gelangte jedoch auch hier nicht in die Endausscheidung. Der größte Erfolg kam für Magnus Uggla dann im Jahre 2012, als er in der Sendung Så mycket bättre Olle Ljungströms Jag och min far interpretierte. Mit diesem Song schlug Uggla ab 2012 viele Rekorde in den Svensktoppen.


18. Juni 1754: Anna Maria Lenngren, Frauenbewegung und Bourgeoisie im 18. Jahrhundert
18. Juni 1796: Nils Lovén, der schreibende Priester Skånes
18. Juni 1796: Nils Lovén, der schreibende Priester Skånes
18. Juni 1827: Der schwedischen Sängerprinz Gustaf Oscar
18. Juni 1870: Der schwedische Astronom Nils Haqvin Selander
18. Juni 1947: Die Örebro-Ausstellung: Handwerk und Kleinindustrie
18. Juni 2003: Die verschwundene DC-3 und die Catalinaaffäre

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Mittwoch, 17. Juni 2015

Malcolm Sinclair und der schwedische Krieg mit Russland

Malcolm Sinclair wurde am 17. Juni 1739 auf seiner Rückreise vom Osmanischen Reich von zwei russischen Offizieren in Österreich ermordet, was sich bedeutend auf die schwedische Geschichte der kommenden Jahre auswirken sollte. Der Mord war in Österreich geplant gewesen um den Verdacht von Russland fernzuhalten und er sollte einem Raubmord ähneln. Problematisch war jedoch, dass Sinclair von einem französischen Kaufmann begleitet wurde, der nach der Rückkehr aus der kurzen russischen Gefangenschaft, das Geschehen in Schweden bekannt machte. Russland bezeichnete dies zwar als Lüge, aber zu vieles passte mit den Aussagen des Kaufmanns überein.

Über die frühen Jahre von Malcolm Sinclair ist nichts bekannt, außer das er schottischen Geschlechts war und ab dem 30-jährigen Krieg in schwedischem Dienst stand. Seine militärische Karriere schien indes kurz zu werden, denn bereits 1708 wurde er während des Nordischen Krieges von der russischen Armee gefangen genommen und erst 1722 wieder in die Heimat entlassen, unter der Voraussetzung, dass er in Schweden vor Gericht gestellt wird. Ob dies geschah, ist unbekannt, in jedem Fall wurde Sinclair nicht bestraft. Da Sinclair, der 1690 geboren wurde, sich als Krieger nicht sonderlich hervortat, wurde er zweimal als Sendbote nach Konstantinopel geschickt um dort Verbündete gegen Russland zu suchen, was ihm jedoch letztendlich zum Verhängnis wurde.

Seine zweite Reise ins Osmanische Reich war an Russland verraten worden und noch bevor seiner Abfahrt kursierte bereits sein Portrait bei den Feinden, die ihn zwar ständig unter Aufsicht hatten, jedoch mit dem Auftrag bei der Beseitigung des Feindes jede diplomatische Schwierigkeiten zu vermeiden. In Schweden schürte der Mord den bereits existierenden Hass gegen Russland und als Anders Odel dann noch eine Ode mit 95 Strophen zu Ehren von Malcolm Sinclair schrieb, erreichte die Kriegsstimmung ihren Höhepunkt, was dazu führte, dass 1741 der schwedische Feldzug gegen Russland begann. Allerdings sollte der Krieg die Großmacht Schwedens noch mehr schwächen, da das Land beim Frieden in Åbo ein weiteres Stück Finnlands an Russland abtreten musste.


17. Juni 1397: Erich von Pommern im Kampf gegen die Hanse
17. Juni 1682: Karl XII., der „Kriegskönig“ Schwedens
17. Juni 1707: Die Ramlösa Heilquelle bei Helsingborg
17. Juni 1707: Der deutsch-schwedische Arzt Johan Jacob Döbelius
17. Juni 1815: Thekla Knös und der literarische Salon Knös in Uppsala
17. Juni 1836: Clas Theodor Odhner und die schwedische Geschichte
17. Juni 1887: Der schwedische Künstler Hugo Birger
17. Juni 1895: Ruben Rausing, der Erfinde der Tetra Pak
17. Juni 1896: Rudolf Petersson und der berühmteste Rekrut Schwedens
17. Juni 2004: Sara Lidman, ein literarischer Kampf gegen den Kolonialismus

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 16. Juni 2015

Eine Moschee für die Gläubigen Göteborgs

Der Ruf nach einer Moschee geht in Göteborg bis in die 80er Jahre zurück, aber auch wenn es im Laufe der folgenden Jahrzehnte rund 40.000 Moslems wurden, knapp zehn Prozent der Bevölkerung der Stadt, sollte es bis zum Jahre 2010 dauern bis der erste Stein für den 2000 Quadratmeter großen Bau gesetzt wurde und die Moslems des Stadt auf ein eigenes religiöses Gebäude warten konnten um von den Keller-Moscheen Abschied nehmen zu können, denn eines war für die Mehrheit der Gläubigen sicher, sie würden nicht in die moderne Nasir-Moschee in Göteborg gehen, obwohl es sich dabei um die älteste Moschee Schwedens handelt, da diese einen Seitenzweig des Islam repräsentiert.

Am 16. Juni 2011 wurde dann die sogenannte Große Moschee zu Füssen des Ramberget auf Hisingen unter größten Sicherheitsvorkehrungen eingeweiht, da die Bevölkerung der Stadt sich in zwei Gruppen teilte, denn der linke Flügel begrüßte den Bau und der rechte Flügel demonstrierte und drohte mit Attentaten, nicht zuletzt auch deswegen, weil die Stadtverwaltung akzeptiert hatte, dass Saudi Arabien die Kosten von knapp 70 Millionen bezahlte, ein Staat, der auch vom linken Flügel als Diktatur bezeichnet wird. Aber ohne dieses Geld hätte der Architekt Björn Sahlqvist diese Moschee vermutlich nie gebaut.

Heute wird die wie ein Gefängnis geschützte Moschee von der Mehrheit der Bevölkerung toleriert, auch wenn von Seiten der Moschee immer wieder einmal Zeichen kommen, dass hier die konservative Linie des Islam hervorgehoben wird, obwohl der Finanzminister Saudi-Arabiens, Dr. Abu Rachman al Seid, Journalisten der Abendzeitung GT gegenüber betonte, dass diese Moschee eine Brücke zwischen Moslems und Nicht-Moslems sei und Saudi-Arabien keinerlei Auflagen an die Moschee stelle. Dass auch die Regierung Schwedens diese Brücke nicht unbedingt sah, zeigte sich auch darin, dass die moderate Politikerin Cecilia Magnusson als Repräsentantin des Parlaments verschleiert zur Einweihung kam.


16. Juni 1288: Der Stora Kopparberget in Falun
16. Juni 1798: Johan Henrik Thomander und die Kirchengeschichte Schwedens
16. Juni 1858: Gustav V., König von Schweden
16. Juni 1925: Östen Sjöstrand, der Dichter, der Antike und Gegenwart verbindet
16. Juni 1938: Der schwedische Schriftsteller Torgny Lindgren
16. Juni 1943: Die Sandöbron schafft eine Landverbindung nach Haparanda
16. Juni 2012: Mora-Nisse, eine schwedische Legende des Skisports

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 15. Juni 2015

Die Stockholmer Ausstellung des Jahres 1866

Nachdem die Idee eines gemeinsamen politischen Skandinaviens ab Mitte des 19. Jahrhunderts als endgültig gescheitert betrachtet wurde, entschieden sich die nordischen Länder nun auf eine kulturelle Zusammenarbeit zu setzten um auf diese Weise eine nordische Einheit zu zeigen. In dieser Idee plante man für 1866 in Stockholm eine Kunst- und Industrieausstellung nach europäischem Muster, die am 15. Juni 1866 von Prinz Oscar, dem späteren Oscar II., und Königin Lovisa eingeweiht wurde. Man rechnet diese Ausstellung als die erste internationale Kunst- und Industrieausstellung im nordischen Raum.

Als Messeplatz wurde der Kungsträdgården, das neu eröffnete Nationalmuseum und der im Bau befindliche Södra tunneln gewählt. Im Kungsträdgården errichtete Adolf Wilhelm Edelsvärd das Ausstellungsgebäude aus Holz in dem 3800 Aussteller aus Schweden, Norwegen, Dänemark und Finnland Platz fanden. Gemäß der Eröffnungsrede des Prinzen sollte die Ausstellung dem schwedischen Volk neue technische Erkenntnisse erklären und ihnen die Kunst näher bringen um Schweden innerhalb der internationalen Konkurrenz zu stärken. Die gesamte Eröffnung wurde vom Hoffotografen Johannes Jaeger fotografiert, der die Bilder unmittelbar entwickelte und König Karl XI. an seinem Krankenbett präsentierte. In der Geschichte der schwedischen Fotografie gilt diese Handlung als die erste Reportagefotografie des Landes.

Auf der Stockholmer Ausstellung des Jahres 1866 konnte man die Molins föntän (Molin-Brunnen), der noch heute den Kungsträdgården dominiert, bereits als Modell sehen, ein Springbrunnen, der immer noch an diese Ausstellung erinnern soll. Allerdings zeigte diese erste große Ausstellung in Skandinavien nicht den gewünschten Erfolg, denn während die Ausgaben bei 400.000 Reichstalern lagen, erzielte man durch die Eintritte gerade einmal 135.000 Reichstaler und aus dem Ausland kamen während der vier Monate nur etwa 50.000 Besucher, ein Zehntel der erhofften Menge. Erst bei der nächsten Stockholm Ausstellung im Jahre 1897 zeigte sich dann auch der Erfolg, da man 31 Jahre später zwei Millionen Besucher zählen konnte.


15. Juni 1587: Freiherr Gabriel Gustafsson Oxenstierna
15. Juni 1587: Gabriel Gustafsson Oxenstierna auf Tyresö Schloss
15. Juni 1744: Maria Kristina Kiellström, bekannt als Ulla Winblad
15. Juni 1926: Gun Kessle und die Dritte Welt
15. Juni 1981: Kodjo Akolor, Komiker wider seinen Willen
15. Juni 1998: Jokkmokks-Jokke und das schwedische Volkslied

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!