Donnerstag, 27. April 2017

Reichsmarschall und Richter Sten Rudholm

Sten Rudholm kam am 27. April 1918 als Sohn eines Pädagogen in Karlstad zur Welt und studierte an Universität in Stockholm Jura, eine Studium, das er 1942 mit einer Kandidatur abschloss. Nach einigen Jahren in der Administration kam Rudholm 1961 als Ratsmann an das Oberlandesgericht, an dem er sechs Jahre später Präsident wurde. Zwischen 1983 und 1986 war Rudholm auch schwedischer Reichsmarschall, ein Ehrenamt am königlichen Hof. Am 1. Januar 1977 wurde der Gerichtspräsident in die Schwedische Akademie gewählt, wo er am 20. Dezember des gleichen Jahres, nach Sture Petrén, auf dem Stuhl Nummer 1 Platz nahm.

Die Karriere von Sten Rudman lief gewissermaßen zweigleisig ab, denn einerseits durchlief er die richterliche Laufbahn bis zum höchsten Richter des Oberlandesgerichts Schwedens, andererseits war er als Regierungsbeamter tätig, wo er überwiegend mit juristischen Fragen betraut wurde. Von 1955 bis 1961 war Rudman eng an das Justizministerium geknüpft und überprüfte sämtliche von der Regierung eingereichten Gesetzesvorlagen. Und bereits 1949 hatte Rudman, gemeinsam mit Ernst Leche, ein Handbuch für Schöffen verfasst, das bis heute seine Gültigkeit behalten hat. Die Arbeit in der Regierung lief mehr oder wenig hinter den Kulissen ab und blieb der Öffentlichkeit verborgen.

Sten Rudman, der am 29. November 2008 starb, gehrt zu den wenigen Personen, die einen maßgeblichen Einfluss auf die aktuelle Rechtsprechung in Schweden hatte, denn der Jurist verfasste nicht nur Gesetzte im Auftrag des Justizministeriums, sondern arbeite auch am Ausschuss zu Grundgesetzänderungen mit und war Redakteur der bedeutendsten juristischen Zeitschrift Schwedens. Seine Darlegungen zum Strafrecht und zum öffentlichen Recht beeinflussten auf diese Weise sämtliche Juristen Schwedens, im positiven wie im negativen Sinn, auch wenn er diese Tätigkeit mit der Ernennung zum Präsidenten des Svea Hovrätts aufgab.


27. April 1757: Carl Johan Adlercreutz nimmt den schwedischen König fest
27. April 1792: Der schwedische Mörder Jacob Johan Anckarström
27. April 1861: Stockholm wird mit reinem Wasser versorgt
27. April 1890: Der Schriftsteller und Kunsthistoriker Karl Asplund
27. April 1900: Die Gründung der Stadt Kiruna
27. April 1900: Die Geburt Kirunas und die Flucht der Stadt
27. April 1903: Helge Zimdal, der Architekt, der Schulen baute
27. April 1971: Inge Schiöler, der schwedische Maler der kräftigen Farben
27. April 1974: Anna Lovisa Öst, bekannt als Lapp-Lisa

Copyright: Herbert Kårlin

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