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Dienstag, 5. Januar 2016

Die schwedischen Internierungslager ab 1943

Bereits ab 1939 entstanden in Schweden Arbeitslager in denen Personen, die eine zu kritische Einstellung zum Nazideutschland hatten, in Lagern untergebracht wurden, einige davon als Arbeitslager die kaum von den ersten deutschen Arbeitslager zu unterscheiden waren. Wer in diesen Einrichtungen landete, hatte selbst nach Ende des Zweiten Weltkriegs noch Schwierigkeiten in Schweden eine Arbeitsstelle zu finden, da man dann davon ausging, dass alle Personen, die dort arbeiten mussten, zur Wiederstandbewegung gehörten, die Schweden Schaden zufügen wollten.

Als sich das Kriegsglück Hitlers wandte, änderte sich plötzlich die Einrichtung der Arbeitslager und ab dem 5. Januar 1943 verwandelten sich diese in Internierungslager. Neben staatskritischen Schweden wurden im ersten Internierungslager auch 30.000 Flüchtlinge untergebracht, die von der Sicherheitspolizei Schwedens als subversive Kräfte und als verdächtig eingestuft wurden, insbesondere deutsche und russische Flüchtlinge. Die in der Folge entstehenden Internierungslager richteten sich mehr und mehr an bestimme Gruppen von Flüchtlingen, damit ein Gedankenaustausch zwischen verschiedenen Nationen und politischen Gruppen erschwert wurde. Deutsche Kriegsgefangen wurden, zum Beispiel, in Lagerlingen auf Gotland interniert.

Für die Internierung verdächtiger Personen waren in jenen Jahren insbesondere Gustav Möller, damals Sozialminister, und Staatssekretär Tage Erlander zuständig, der ab 1942 auch alle Roma registrieren und internieren ließ. Als der Sozialdemokrat Tage Erlander nach Ende des Zweiten Weltkriegs Ministerpräsident wurde, sorgte er dafür, dass alle Akten zu den schwedischen Lager als streng geheim eingestuft wurden und erst 50 Jahre später wieder geöffnet wurden. Während seiner Zeit als Ministerpräsident leugnete der Politiker jede Existenz der Einrichtungen und legte seine eigene Vergangenheit unter Verschluss. 50 Jahre später stellte sich sogar heraus, dass in einigen der Lager Tortur als normales Druckmittel angewandt wurde.

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 15. April 2015

Gustav II. Adolf gründet die Stadt Sala

Auch wenn Gustav II. Adolf vor allem für die Gründung seiner befestigen Küstenstädte bekannt ist, so verlieh er am 15. April 1624 auch der unbefestigten Stadt Sala die Stadtrechte. Die Ursache dafür waren natürlich die Silberfunde und der Kapitalbedarf des Königs, denn der Polnische Krieg forderte hohe Summen und der bereits geplante Eingriff in den 30-jährigen Krieg sollte noch höhere Kosten verursachen. Die Silbervorkommen in Sala waren daher für den König von größter Bedeutung, zumal die Bergwerke dort bereits sehr gut ausgebaut waren.

Die Stadtgründung sollte allerdings auch bedeutende Änderungen für Sala mit sich bringen, denn wie schon in Göteborg, so hatte Gustav II. Adolf seine eigenen Ideen über die Lage der Stadt und er zwang alle Bewohner des vorherigen Grubendorfes in das heutige Sala umzuziehen und ließ die früheren Gebäude abreißen. Gleichzeitig holte der König Spezialisten aus Deutschland, die den Bergbau modernisierten sollten und er legte ein Wassersystem mit Seen an, die Gruben und Hütten mit der notwendigen Wasserenergie versorgen konnten. Die Spuren dieser Zeit sind noch heute in Sala zu sehen, auch wenn die Wohnhäuser nahezu alle den Bränden zum Opfer fielen.

Um den Abbau des Silbers so rentabel wie möglich zu machen, übernahm Gustav II. Adolf auch die Arbeitspolitik des vorhergehenden Jahrhunderts und führte daher das System des sogenannten Bergsfriden fort, was bedeutete, dass nicht nur Kriegsgefangen zur Arbeit in den Schächten herangezogen wurden, sondern Strafgefangene Asyl in Sala erhielten, was jedoch bedeutete, dass diese unter der Aufsicht von Knechten standen und ihr Leben lang im Bergwerk arbeiten mussten, was jedoch viele Straftäter den sonst  üblichen Strafen der Zeit vorzogen. Straftäter durften jedoch das Grubengebiet nie verlassen und konnten auch in keinem anderem Bergwerk eine Arbeit suchen.


15. April 1659: Der Befehlshaber Adam Ludwig Lewenhaupt
15. April 1931: Tomas Tranströmer und die Renaissance der klassischen Versform 
15. April 1931: Die Lyrik des Tomas Tranströmer 
15. April 1942: Erik Femström, als Sänger bekannt unter dem Namen Jerry Williams 
15. April 1942: Ludvig Nordström und das Paradies in Nordschweden 
15. April 1990: Greta Garbo, von der Friseuse zum Weltstar

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 4. März 2012

Elsa Brändström, der „Sibirische Engel“ aus Schweden

Am 4. März 1948 starb Elsa Brändström, die als der „Sibirische Engel“ bekannt wurde, im Alter von 60 Jahren in Cambridge, USA. Die in Sankt Petersburg geborene Schwedin arbeitete nur kurze Zeit als Lehrerin in Stockholm, bevor sie ihrem Vater wieder nach Sankt Petersburg folgte, der dort bei der schwedischen Botschaft beschäftigt war, und dort ihre wahre Berufung entdeckte, nämlich anderen zu helfen.

Als der erste Weltkrieg ausbrach, machte sie eine Schnellausbildung zur Kriegskrankenschwester, wobei sie ab 1915 vor allem für das Rote Kreuz aktiv wurde und verletzte deutsche Soldaten aus Sibirien nach Deutschland begleitete, wo diese gegen russische Gefangene ausgetauscht wurden. In dieser Zeit erkrankte sie selbst an Typhus, den sie überlebte, und riskierte einmal als Spionin hingerichtet zu werden. Aber all diese Erfahrungen bestärkten sie nur in ihrer Aufgabe Kriegsgefangenen und Verletzten zu helfen.

Nach dem Krieg schrieb Elsa Brändström das Buch „Bland krigsfångar i Ryssland och Sibieren“, wobei sie sämtliche Einnahmen aus dem Buch und den folgenden Vortragsreisen für Kriegsgefangene stiftete, die mittellos aus der Gefangenschaft zurückkehrten. Später sammelte sie auch Geld für ein Kinderheim, das sie im deutschen Neusorge gegründet hatte. Mit der Nazizeit waren jedoch Elsa Brändström und ihr Mann gezwungen in die USA auszuwandern, wo Elsa dann bis zu ihrem Tode in der Organisation CARE aktiv wurde.

4. März 1882: Die sozialdemokratische Bewegung in Schweden
4. März 1931: Die schwedische Jazzsängerin Sonya Hedenbratt 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 27. März 2011

Der schwedische Freiwilligen-Verband

Am 27. März 1940 gründete sich auf den Höhen von Paikanselkä bei Märkäjärvi (heute Salla) der schwedische Freiwilligen-Verband (Förbundet Svenska Frivilligkåren), in dem sich alle Soldaten fanden, die während des Winterkriegs zwischen Finnland und der Sowjetunion (1939 - 1940) auf finnischer Seite kämpften. Der Verband wurde nur 14 Tage nach dem Friedensschluss gegründet.

Die ersten von 8260 schwedischen freiwilligen Soldaten waren bereits Ende Dezember 1939 in Finnland angekommen, wo sie in der Nähe von Haparanda ihre militärische Ausbildung erhielten. Bedeutend war während dieses Krieges weniger die schwedische Einsatzstärke als vielmehr die moralische Stütze, die Finnland durch die schwedischen Einheiten empfand.

Am 28. März, einen Tag nach der Gründung des Förbundet Svenska Frivilligkåren verabschiedete Gustaf Mannerheim, der am 4. August 1944 der Präsident Finnlands wurde, die schwedischen Soldaten und dankte ihnen für ihren Einsatz, der 37 Schweden das Leben gekostet hatte.

Im Jahre 1949 umbenannte sich der schwedische Freiwilligen-Verband in Förbundet Svenska Finlandsfrivilliga (Verband schwedischer Finnlandsfreiwilliger) und am 25. März 2000 in Svenska Finlandsfrivilligas Minnesförening, der bis heute weiterbesteht. Der Verein gab jedes Jahr mehrere Zeitschriften heraus, die über den Winterkrieg in Finnland berichteten.

27. März 1904: Der erste Golfclub in Stockholm
27. März 1966: Ragnar Josephson wird in Lund verewigt 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 9. März 2011

Schweden befreit Gefangene in Deutschland

Am 9. März 1945 verließen die sogenannten Weißen Busse, unter Leitung des Grafen Folke Bernadotte, Schweden, um skandinavische Kriegsgefangene aus den verschiedenen deutschen Lagern erst in Auslieferungslager in Norddeutschland zu bringen und sie dann weiter nach Skandinavien zu transportieren.


Während der größten Hilfsaktion Schwedens gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurden, nach der Statistik des schwedischen Roten Kreuzes, insgesamt 15.345 Personen aus den verschiedenen Konzentrationslagern gerettet. Unter ihnen befanden sich 7795 Skandinavier und 7550 Gefangene anderer Nationen. Rund 1500 Schweden-Deutsche wurden direkt nach Schweden geholt.

Kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde diese schwedische Aktion erst als beispielhaft gelobt, um jedoch Jahre später auch auf Kritik zu stoßen, da sämtliche Verhandlungen mit dem Nazi-Deutschland nur skandinavische Gefangene betraf, ohne dass das Risiko für andere Gefangene berücksichtigt wurde, und bei der Aktion Gefangene aus Belgien, Frankreich und Polen teilweise geopfert wurden, da in den norddeutschen Lagern Platz für Skandinavier geschaffen werden musste.

9. März 1938: Barbro Margareta Svensson, alias Lill-Babs
9. März 1975: Die schwedische Künstlerin Lisa Miskovsky 

Copyright: Herbert Kårlin