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Samstag, 29. April 2017

Der Industrielle Carl Otto Bergman

Carl Otto Bergman kam am 29. April 1828 als Sohn eines Kaufmanns in Luleå zur Welt und schrieb sich 1850, nach seiner Hochschulreife am Gymnasium in Piteå, an der Universität Uppsala ein um sich auf eine militärische Laufbahn vorzubereiten. Zwei Jahre später begann Bergman seine militärische Laufbahn als Unterleutnant, eine Karriere, die er 1880 als Major abschloss, auch wenn er anschließend weitere 13 Jahre lang Reserveoffizier blieb. Allerdings sollte Bergman nicht wegen seiner militärischen Leistungen in die Geschichte eingehen, sonder in zwei anderen Bereichen, die sich ab dem Jahr 1860 für ihn öffneten.

Als Carl Otto Bergman im Jahr 1860 Disponent (Direktor) für Bodträskfors bei Boden wurde, veränderte er das Leben im höchsten Norden Schwedens, denn Bergman legte dort Gärten an, modernisierte die Tierhaltung und legte auch Gewächs- und Treibhäuser an, wo er selbst Weintrauben anbaute. Durch eine ausgedehnte Forstwirtschaft und eine Aufrüstung des Sägewerks gelang es Bergman dort weiten Gebieten einen Reichtum zu bringen, der bis dahin dort undenkbar war. Parallel zu seinem Einsatz in der Land- und Forstwirtschaft verbesserte Bergman auch die Infrastruktur, so dass die neue Eisenbahnlinie von allen Gebieten aus relativ einfach erreicht werden konnte.

Auch als Lokalpolitiker veränderte Carl Otto Bergman das Leben in Norrbotten, denn ab 1885 unternahm er alles um die englische Firma, die das Bergwerk in Gällivare ausbeutete, zu verstaatlichen. Als die Regierung nicht darauf reagierte, entschied er sich 1888 die Firma zu verklagen, da sie gegen das damalige Grubengesetz verstieß. Gegen eine Vergleichssumme konnte er daraufhin das Bergwerk, gemeinsam mit Konsul G. E. Broms übernehmen. Die Kosten für das Bergwerk waren indes enorm, so dass Bergmans Firma noch kurz vor seinem Tod in Konkurs ging und später vom staatlichen Unternehmen LKAB übernommen wurde. Carl Otto Bergman starb am 21. Juni 1901 auf seinem Gut Sandträsk in Norrbotten.


29. April 1442: Krister Nilsson und die Kalmarer Union
29. April 1659: Sophia Elisabet Brenner, Frauenliteratur im 17. Jahrhundert
29. April 1659: Sophia Elisabet Brenner und die Frauenbewegung
29. April 1742: Der Bergwerksarzt Johan Moraeus
29. April 1805: Der Künstler Lorens Pasch der Jüngere
29. April 1812: Emilie Högqvist, ein kurzes Leben im Glanz
29. April 1913: Schwedischer Reißverschluss erobert die Welt
29. April 2011: Der Beginn und das Ende des Smålands Folkblad

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 14. April 2017

Kristineberg-Boliden, die längste Seilbahn der Welt

Der Zweite Weltkrieg brachte für mehrere Bergwerke Schwedens große Probleme mit sich, da einige unter ihnen nicht an Eisenbahnlinien lagen und der Treibstoff für Lastwagen eine Mangelware war. Besonders deutlich zeigte sich dies an der Kristineberg-Grube, von wo aus das Eisenerz nach Boliden transportiert werden musste, eine Strecke von knapp 100 Kilometern. Man suchte daher nach einer sinnvollen Lösung und kam auf die Idee eine Seilbahn zu bauen, die das Erz über diese Strecke transportieren sollte. Auch dieses Unterfangen zeigte sich als problematisch, denn in den extrem kalten Wintern konnte man oft nicht zwischen festem Boden und gefrorenem Sumpf unterscheiden, was bereits bei der Planung im Winter 1941/42 immer wieder Korrekturen forderte.

Am 14. April 1943  konnte dann endlich die Erz-Seilbahn von Kristineberg nach Boliden eingeweiht werden, eine Seilbahn, die mit einer Länge von 96 Kilometern die längste Seilbahn der Welt wurde. Da die Träger der Seilbahn aus Stahlbeton war, konnte die Linie bis zu den 70er Jahren problemlos benutzt werden, zeigte dann jedoch Verschleißerscheinungen und musste mehrmals an einigen Stellen repariert werden, was auch dazu führte, dass sich die Kosten für die Seilbahn bis zu den 80er Jahren vervierfachten und die Transportkapazität auf 50 Prozent sank. Letztendlich musste man sich dafür entscheiden die Linie stillzulegen. Nachdem diese Seilbahn dann insgesamt zwölf Millionen Tonnen Eisenerz transportiert hatte, kam die letzte Fahrt am 9. Januar 1987.

Allerdings sollte damit diese Seilbahn nicht sterben, denn noch bevor das letzte Eisenerz seinen Weg antrat, hatte sich bereits ein Verein gegründBoliden,et, der auf der Sektion IV der Linie, einer Strecke von 13 Kilometern, eine Seilbahn für den Personenverkehr einrichten wollte. Als dann am 10. Juli 1989 diese Strecke erneut eingeweiht wurde, kam die Strecke Örträsk nach Mensträsk als die längste Seilbahn für Personenverkehr in das Buch Guinness World Records. Nach aufwendigen Arbeiten im Jahr 2017 wird diese Seilbahn voraussichtlich 2018 wieder für den Personenverkehr in Betrieb genommen. Die heutige Seilbahn gilt als eine der wichtigsten Bauten der schwedischen Industriegeschichte.


14. April 1552: Der schwedische Reformator Laurentius Andreae
14. April 1891: Karl Gerhard, der König der schwedischen Revue
14. April 1924: Eine Straßenbahn, die mit Benzin fährt
14. April 1927: Der erste Volvo läuft vom Band
14. April 1954: Tetra Pak, eine schwedische Marke und Erfindung
14. April 1970: Anna Kinberg Batra, Vorsitzende der Moderaterna
14. April 1984: Marianne Aminoff, der unbekannte Filmstar

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Mittwoch, 12. April 2017

Der Künstler und Kupferstecher Gustaf Broling

Gustaf Broling kam am 11. April 1766 auf Gut Lundsgård in Edsberg zur Welt und studierte nach seiner Hochschulreife an der Universität Uppsala um sich auch eine leitende Tätigkeit in den schwedischen Bergwerken vorzubereiten, wobei sich Broling insbesondere für die Mechanik und die Gießereien interessierte. Während seiner Arbeit im Bergwerkkollegiet zwischen 1789 und 1797 nahm Brolin auch mehrere private Aufträge an und war Teilhaber an einigen Industrieunternehmen. Bedeutend für die Zukunft Brolins wurde dann jedoch eine Studienreise nach England, die er von 1997 bis 1999 unternahm.

Mit dem Stipendium, das Gustaf Brolin für seine Studienreise erhalten hatte, sollte er insbesondere die Herstellungen von chirurgischen Instrumenten, die Schmiedekunst und die Herstellung von Stahldraht erlernen um diese Techniken nach Schweden zu bringen. Auch wenn Brolin beim Besuch zahlreicher Fabriken auf zahlreiche Schwierigkeiten stieß, da man dort verhindern wollte, dass er Geheimnisse der Herstellungsprozesse erfuhr, konnte Brolin viele der Prozesse erahnen und Rückschlüsse ziehen, was ihm so gut gelang, dass er, nach seiner Rückkehr nach Schweden, selbst eine Fabrik für chirurgische Instrumente nach englischem Modell aufbauen konnte.

Ab diesen Jahren beschäftigte sich Gustaf Brolin auch mit der Herstellung von Münzen und der Lithographie, was dazu führte, dass er 1814 beim königlichen Münzwerk als Inspektor angestellt wurde und auch Vorstand des Bergkollegiums wurde. Seine Fähigkeit als Kupferstecher konnte Brolin bereits ab 1811 beweisen, da er, in der Folge seiner Reise nach England, seine Aufzeichnungen zur Englandreise in vier Bänden veröffentlichte, wobei drei Bände den wissenschaftlichen Erklärungen dienten und der vierte Band ein Tafelwerk mit 32 Kupferstichen Brolins ausmachte. Dieses Werk führte auch zur Gründung mehrerer Fabriken und Werkstätten. Gustaf Brolin starb am 12. April 1838 in Stockholm.


12. April: Der schwedische Vorname Liv und seine Bedeutung
12. April 1106: Rikissa von Polen, zweimal schwedische Königin und einmal Fürstin
12. April 1116: Rikissa von Polen wird zweimal zur schwedische Königin
12. April 1167: Karl Sverkersson stirbt auf Visingsö
12. April 1537: Kristina von Holstein-Gottorp wird in Schweden Königin
12. April 1838: Axel Elmlund, vom Ballett zur Tragödie
12. April 1959: Die Markthalle Hötorget in Stockholm 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Die Erzbahn zwischen Luleå und Narvik

Auch wenn das Eisenerz bei Kiruna bereits Mitte des 17. Jahrhundert abgebaut wurde, so waren die Mengen bescheiden, denn der Transport mit Rentieren und Pferden war aufwendig und sehr teuer. 1865 wollte man daher, nach dem Modell von Bergslagen, ein Kanalsystem bis Luleå bauen, das jedoch nach der halben Strecke eingestellt werden musste, da das Geld zu Ende war. Auch die Konzession für eine Eisenbahnlinie, die 1847 ausgestellt worden war verfiel bevor auch nur ein Gleis gelegt worden war. Ab 1884 baute dann ein englisches Unternehmen mit einer neuen Konzession eine Eisenbahnlinie von Malmberget bis zum Hafen in Luleå. Kiruna war daher weiterhin ohne Anschluss an die Häfen in Schweden und Norwegen.

Bald stellte man jedoch fest, dass die Strecke kaum den Ansprüchen für den nötigen Transport von Eisenerz gerecht war und erst als 1891 die schwedische Regierung die Eisenbahn übernahm, konnte sie ausgebaut werden und man konnte auch daran denken das Bergwerk LKABs in Kiruna, das 1890 entstanden war, an die Strecke anzuschließen. Auf diese Weise konnte am 20. Oktober 1899 der erste Erzzug in der erst wenige Monate später gegründeten Stadt Kiruna beladen werden um über Gällivare Eisenerz und Personen bis Luleå zu transportieren. Um diese Zeit hatte sich die Regierung bereits dazu entschieden die Strecke in die andere Richtung bis Narvik auszubauen. Die Gesamtstrecke zwischen Luleå und Narvik war im November 1902 fertiggestellt und konnte am 14. Juli 1903 von Oscar II. eingeweiht werden.

Auch wenn mit der Erzbahn das Transportproblem zwischen den Gruben in Kiruna und den Häfen in Narvik und Luleå geklärt werden konnte, so waren die Transportkosten für LKAB enorm, was die Konkurrenzkraft des staatlichen Unternehmens starkt schwächte. Die Lösung kam dann im Jahre 1996, als ein Subunternehmen LKABs die gesamte Eisenbahnstrecke und die Erzzüge übernahm und die Kosten innerhalb der eigenen Unternehmen blieben, denn auch die norwegische Strecke übernahm eine von LKAB gegründete Firma. Heute verkehren von Kiruna aus Erzzüge mit einer Länge von 750 Meter, die insgesamt jeweils 6500 Tonnen Erz transportieren können.


20. Oktober 1650: Kristina wird zur Königin von Schweden gekrönt
20. Oktober 1848: Der schwedische Künstler Ingel Fallstedt
20. Oktober 1852: Der schwedische Künstler Axel Otto Mörner
20. Oktober 1914: Der schwedische Künstler Arne Jones
20. Oktober 1940: Der schwedische Architekt Gunnar Asplund
20. Oktober 1978: Der Tod des schwedischen Rennfahrers Gunnar Nilsson

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Mittwoch, 15. April 2015

Gustav II. Adolf gründet die Stadt Sala

Auch wenn Gustav II. Adolf vor allem für die Gründung seiner befestigen Küstenstädte bekannt ist, so verlieh er am 15. April 1624 auch der unbefestigten Stadt Sala die Stadtrechte. Die Ursache dafür waren natürlich die Silberfunde und der Kapitalbedarf des Königs, denn der Polnische Krieg forderte hohe Summen und der bereits geplante Eingriff in den 30-jährigen Krieg sollte noch höhere Kosten verursachen. Die Silbervorkommen in Sala waren daher für den König von größter Bedeutung, zumal die Bergwerke dort bereits sehr gut ausgebaut waren.

Die Stadtgründung sollte allerdings auch bedeutende Änderungen für Sala mit sich bringen, denn wie schon in Göteborg, so hatte Gustav II. Adolf seine eigenen Ideen über die Lage der Stadt und er zwang alle Bewohner des vorherigen Grubendorfes in das heutige Sala umzuziehen und ließ die früheren Gebäude abreißen. Gleichzeitig holte der König Spezialisten aus Deutschland, die den Bergbau modernisierten sollten und er legte ein Wassersystem mit Seen an, die Gruben und Hütten mit der notwendigen Wasserenergie versorgen konnten. Die Spuren dieser Zeit sind noch heute in Sala zu sehen, auch wenn die Wohnhäuser nahezu alle den Bränden zum Opfer fielen.

Um den Abbau des Silbers so rentabel wie möglich zu machen, übernahm Gustav II. Adolf auch die Arbeitspolitik des vorhergehenden Jahrhunderts und führte daher das System des sogenannten Bergsfriden fort, was bedeutete, dass nicht nur Kriegsgefangen zur Arbeit in den Schächten herangezogen wurden, sondern Strafgefangene Asyl in Sala erhielten, was jedoch bedeutete, dass diese unter der Aufsicht von Knechten standen und ihr Leben lang im Bergwerk arbeiten mussten, was jedoch viele Straftäter den sonst  üblichen Strafen der Zeit vorzogen. Straftäter durften jedoch das Grubengebiet nie verlassen und konnten auch in keinem anderem Bergwerk eine Arbeit suchen.


15. April 1659: Der Befehlshaber Adam Ludwig Lewenhaupt
15. April 1931: Tomas Tranströmer und die Renaissance der klassischen Versform 
15. April 1931: Die Lyrik des Tomas Tranströmer 
15. April 1942: Erik Femström, als Sänger bekannt unter dem Namen Jerry Williams 
15. April 1942: Ludvig Nordström und das Paradies in Nordschweden 
15. April 1990: Greta Garbo, von der Friseuse zum Weltstar

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Freitag, 4. Juli 2014

Die Eisenhütte Herräng schließt nach vier Jahrhunderten

Die Eisengrube in Herräng geht vermutlich bis ins 16. Jahrhundert zurück, auch wenn die geschichtlichen Aufzeichnungen nur bis ins folgende Jahrhundert reichen. Allerdings sprach man damals noch nicht von Herräng, sondern von Kuggvass, einem Name, der vermutlich an die Koggen der Hanse erinnert die damals hier anlegten um das gewonnenen Erz zu laden. Wie bei so vielen Gruben wechselten die Besitzer mehrmals im Laufe der Jahrhunderte und waren immer wieder für einige Jahre ohne jede Aktivität.

Während man zu Beginn in Herräng nur das Eisenerz gewann, entschied sich Per Nathanael Fröding im Jahre 1889 dazu das Erz vor dem Verkauf zu veredeln, auch wenn er seine Ideen erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts realisieren konnte. Ab 1902 und erneut unter einem neuen Besitzer wurde das Werk in Herräng dann in eine vollständige Eisenhütte verwandelt und es entstand eine größere Siedlung für die Arbeiter. Auf Grund finanzieller Schwierigkeiten und einer Wirtschaftskrise musste die Hütte jedoch bereits 1910 umstrukturiert werden. Es folgten Krisen und neue Eigentümer, aber das Werk in Herräng konnte, mit Ausnahme weniger Jahre, kaum rentabel arbeiten.

Die ersten Teile der Grube wurden bereits 1959 geschlossen und nur zwei Jahre später musste die Grube ganz geschlossen werden und nur noch die Eisenhütte arbeitete weiter, mit Erz, das aus anderen Gruben des Landes gekauft wurde. Trotz der wachsenden Konkurrenz gelang es der Eisenhütte Herräng noch weitere acht Jahre zu überleben, aber am 4. Juli 1969 musste die Hütte aus finanziellen Gründen dennoch endgültig geschlossen werden. Heute entdeckt man in Herräng nur noch wenige Reste des ursprünglichen Bergbaus, denn nur einige Gebäude wurde von der Eisengießerei Roslagsgjuteriet AB übernommen und ein Großteil der Gruben wurde mit Ferienhäuschen bebaut. Als Erinnerung an die Blütezeit von Herräng findet jedoch noch ein Schlackefeld von mehreren Hektar und einige mit Wasser gefüllte Gänge.


4. Juli 1374: Die Heilige Birgitta im schwedischen Vadstena
4. Juli 1799: Oscar I., König von Schweden und Norwegen
4. Juli 1888: Bauhilfsarbeiterinnen treten in Stockholm in den Streik
4. Juli 1967: Stieg Trenter und der Kriminalroman mit Stockholmer Milieu
4. Juli 2002: Der schwedische Architekt Sten Samuelson

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Samstag, 8. Dezember 2012

Johan Gottlieb Gahn, der uneigennützige Chemiker Schwedens

Am 8. Dezember 1818 starb Johan Gottlieb Gahn in Falun, Besitzer eines Bergwerks in Falun, der sich als Chemiker jedoch vor allem in der Verarbeitungstechnik einen Namen machte und dem zahlreiche wichtige Entdeckungen zu verdanken sind, auch wenn Gahn diese nie unter seinem Namen veröffentlichte oder geheim hielt, sondern sie jedem Besitzer eines Bergwerks zugänglich machte, was auch in jener Epoche nicht üblich war.

Johan Gottlieb Gahn hatte in Uppsala Chemie studiert und dort Freundschaft mit Torbern Bergman und Carl Wilhelm Scheele geschlossen, zwei der bedeutendsten Chemikern der Epoche für die die Wissenschaft im Vordergrund stand. Als Gahn später in seiner Grube seine Entdeckungen machte, so war sein erster Schritt grundsätzlich seine beiden Freunde darüber zu unterrichten, die dadurch seine private Forschung überprüfen konnten und auch veröffentlichten, was allerdings auch dazu führte, dass Gahn als Entdecker der Prozesse meist gar nicht erst auftauchte und man erst später feststellte, dass er den Grundstein mancher großer Erfindung legte.

Auch wenn Johan Gottlieb Gahn der erste war, der Kristalle und ihre Veränderungen beschrieb, die Anwendung des Blasrohrs in der Chemie und der Mineralogie beschrieb, das Reduktionsverfahren mit Hilfe von Kohle anwandte, Mangan entdeckte oder das Vorkommen von Baryt im Gestein analysierte, so sah er seine Aufgabe nicht in der Wissenschaft, die er seinen Freunden überließ, sondern er engagierte sich in der Politik und vertrat in dieser Eigenschaft die Bergwerksbesitzer bei Falun. Zu seiner Erinnerung erhielt das seltene Mineral Zinkspinell den Namen  Gahnit.


8. Dezember 1808: Elias Sehlstedt, der der Poet der Schären vor Stockholm
8. Dezember 1907: Oscar II. und die Industrialisierung Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin