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Mittwoch, 5. August 2015

Louise der Niederlande wird Königin Schwedens

Louise der Niederlande, auch Luise von Oranien-Nassau oder Lovisa der Niederlande, wurde am 5. August 1828 im holländischen Haag geboren und musste, neben Klavierstunden, Französisch, Deutsch, Englisch und Russisch lernen um nach ihrer Konfirmation im Jahre 1845 auf eine königliche Ehe vorbereitet zu sein, wobei hierbei die politischen Ziele der Niederlande und Preußens im Vordergrund stehen mussten. Da die ersten Vermittlungen mit Preußen scheiterten, wurde der schwedische Thronfolger als idealer Partner gesehen. Durch die Ehe mit dem zukünftigen König Karl XV. wurde dann aus Louise der Niederlande unter dem Vornamen Lovisa die Königin Schwedens.

Da es sich um eine politische Ehe handelte bei der auch der schwedische Kronprinz wenig zu sagen hatte, wurde Lovisa af Nederländerna dem Prinzen im August 1849 vorgestellt, die Verlobung im Februar des Folgejahres erklärt und die Ehe fand schon am 19. Juni 1850 in der Storkyrkan in Stockholm statt. Der Unterschied der Partner konnte indes nicht größer sein, denn Lovisa war zurückgezogen und scheute das gesellschaftliche Leben, während Kronprinz Karl das Leben mit vollen Zügen genoss und mehrere Geliebte seiner weniger hübschen Ehefrau vorzog. Königin Lovisa litt still vor sich hin, versuchte jedoch ihrem Gatten alles Recht zu machen.

Als Louise der Niederlande im Jahr 1859 zur Königin Schwedens und Norwegens gekrönt wurde, änderte sich kaum etwas am Verhältnis der Partner und Lovisa versuchte ihren Mann in keinem Punkt zu beeinflussen, obwohl sie über alle politischen Angelegenheiten informiert war und bei weitem nicht immer die Meinung von Karl XV. teilte. Dennoch gilt Lovisa af Nederländerna in gewissen Punkten als Pionierin, denn sie nahm bei Nancy Edberg Schwimmunterricht und ermöglichte es daher ab dieser Zeit auch Frauen das Schwimmen zu lernen und sie stellte Rosalie Fougelberg als erste Zahnärztin am Hofe an, was Frauen den Zugang zu diesem Beruf erleichterte. Wie für alle Königinnen Schwedens, so war es auch für Lovisa, die am 30. März 1871 in Stockholm starb, Pflicht sich um die Wohltätigkeit des Landes zu kümmern, was noch heute in Schweden als berufliche Aufgabe der Königin betrachtet wird.


5. August 1811: Der schwedische Künstler Adolf Ulrik Wertmüller
5. August 1877: Gustav von Wasa, der Kronprinz ohne Thron
5. August 1910: Erik Lindegren und die modernistische Lyrik Schwedens
5. August 1926: Victor Hasselblad und seine legendäre Kamera
5. August 1926: Per Wahlöö und der politische Kriminalroman Schwedens
5. August 1964: Moa Martinson eine feministische Arbeiterschriftstellerin Schwedens
5. August 1964: Moa Martinson, die schwedische Autorin der Proletarier

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Samstag, 25. August 2012

Lovisa, ein adeliger Vorname Schwedens

Seit dem 25. August 1750 findet man am 25. August den Namenstag Lovisa in den schwedischen Kalendern, die verschwedischte Form des französischen weiblichen Vornamens Louise, der wiederum eine Ableitung von Ludvig ist. Erstmals bekannt geworden wurde der Vorname Lovisa in Schweden im 17. Jahrhundert, wenige Jahre nachdem Adolf Fredrik von Schweden Lovisa Ulrika von Preußen geheiratet hatte. Die Koseform von Lovisa, einem Namen, der in Schweden immer noch sehr geläufig ist, ist oft Lova.

Dass Lovisa im Jahre 1750 als Namenstag in den Kalendern des Landes auftauchte, hat natürlich mit der vorgenannten Ehe zu tun, denn der Kronprinz Adolf Fredrik heiratete Lovisa Ulrika von Preußen im August des Jahres 1744 in Berlin. Hier beginnt dann jedoch ein kleines Problem, denn die Ehe fand nach dem Julianischen Kalender, der damals noch in Schweden galt, am 18. August statt, nach dem Gregorianischen Kalender, der 1753 eingeführt wurde, jedoch am 29. August. Wie man daher beim Namenstag Lovisa auf den 25. August kam, ist unbekannt, denn es gibt kein wichtiges Ereignis, das man an diesem Tag mit Lovisa Ulrika in Verbindung bringen kann.

Lovisa Ulrika von Preußen war von 1751 bis 1771 durch die Ehe mit Adolf Fredrik die Königin Schwedens. Als es darum ging, ob Lovisa Ulrika oder ihre Schwester Amalie den schwedischen König heiraten sollte, sah der gemeinsame Bruder Amalie für besser geeignet, da er Lovisa Ulrika als eine hochmütige, aufbrausende Intrigantin bezeichnete. Aber auch wenn Lovisa Ulrika das oberflächliche Vergnügungsleben am schwedischen Hof suchte und auch an so mancher Intrige beteiligt war, so war die Meinung des Bruder mehr darin zu suchen, dass er Amalie als bessere Diplomatin im Sinne des preußischen Hauses sah.


25. August 1955: Die Bibliothekstantieme (Biblioteksersättning) in Schweden
25. August 1956: Anders Franzén findet das Kriegsschiff Vasa 

Copyright: Herbert Kårlin 

Montag, 9. Juli 2012

Sofia von Nassau wird Königin in Schweden

Am 9. Juli 1836 wurde Sofia von Nassau im hessischen Schloss Biebrich als Tochter von Vilhelm I. von Nassau und Pauline von Württemberg geboren. Ihr Vater starb als Sofia drei Jahre alt war und ihre Mutter im Jahre 1856, ein Jahr bevor Sofia von Nassau in Biebrich den schwedischen Prinzen Oscar heiratete, der 1872, nach dem Tode seines älteren Bruders Karl XV., als Oscar II. den schwedischen und den norwegischen Thron besteigen sollte und Sofia von Nassau dann zur Königin Sofia wurde. Zwei Wochen nach der Hochzeit kam das Paar nach Schweden, wo es begeistert empfangen wurde.

Sofia lehnte in Schweden unmittelbar den französischen Liberalismus ab, der zu dieser Zeit am königlichen Hof herrschte und konnte auch Oscar II. zu einem mehr Deutschland nahen Verhalten bringen. Auf Grund ihrer Bildung und ihres einfachen Auftretens war Sofia sehr bald die Vertraute der gesamten Königsfamilie, hatte ein enges Verhältnis zu ihrer Schwiegermutter Lovisa, und hatte Einblick in alle Geschehnisse am Hof. Nach mehreren Überlieferungen wurde sie von vielen liebevoll als „Tante Sofie“ bezeichnet.

Ein Problem in ihrem Leben war jedoch, dass ihr Ehemann, Oscar II., sehr wenig von einem trauten Familienleben hielt und sehr bald wegen seiner zahlreichen Liebschaften berüchtigt war, was 1874 sogar dazu führte, dass Sofia aus „Gesundheitsgründen“ nach Deutschland reiste und dort darauf wartete, dass die Affäre zwischen Oscar II. und Magda von Dolcke auslief. Erst in den 80er Jahren hatte sich der König mehr oder weniger ausgetobt und das private Verhältnis zwischen Königin Sofia und ihrem Ehemann verbesserte sich. Ab Ende der 80er Jahre widmete sich Sofia, die um diese Zeit aus gesundheitlichen Gründen kaum noch gehen konnte, immer mehr wohltätigen Zwecken.


9. Juli 1790: Die Schlacht bei Svensksund oder bei Ruotsinsalmi
9. Juli 1992: Waldbrand bei Torsburgen auf Gotland

Copyright: Herbert Kårlin