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Samstag, 29. Oktober 2016

Die Gründung der Stadt Kristinehamn

Kristinehamn war bereits im 14. Jahrhundert eine Küstenstadt am Vänern und ein wichtiger Marktplatz, da die Stadt an der bedeutendsten Verbindung zwischen Schweden und Norwegen lag. Allerdings sprach man damals noch nicht von Kristinehamn, sondern von Broo. Als Herzog Karl sich 1572 dafür entschied ein Eisenwerk und eine Fabrik zur Holzverarbeitung im dortigen Ort zu bauen, wollte er Kristinehamn zur Hauptstadt des Värmlands machen, aber zwölf Jahre später änderte er seine Pläne und er vergab die Stadtprivilegien nicht an Kristinehamn, sondern an Karlstad.

Unabhängig von der Entscheidung des Herzogs wuchs Kristinehamn, dank der Eisenverarbeitung,  bedeutend an und bereits am 29. Oktober 1642 entschied sich Königin Kristina der Stadt Broo die Stadtrechte zu verleihen, allerdings ihr auch einen neuen Namen zu geben, nämlich Christinehamn, das später zu Kristinehamn wurde. Noch heute erinnert das Stadtwappen an die industrielle Vergangenheit der Stadt, denn das Boot im Wappen entspricht jenen, die das aus Bergslagen ankommende Eisen auf dem Wasserweg zu den verschiedenen Eisenhütten und Schmieden am Rande des Vänern weitertransportierten.

Die Stadt Kristinehamn entwickelte sich im Laufe der Zeit zum Zentrum des Eisen- und Holztransports aus Bergslagen, was sich noch verstärkte als 1842 mit dem Bau einer Eisenbahnlinie begonnen wurde und bei Kristinehamn der Kilometer Null entstand, die erste Haltestelle der Inlandsbanan, die mit ihren 1288 Kilometer Länge eine Verbindung zwischen Kristinehamn im Süden und Gällivare im Norden schuf. Heute ist allerdings nicht nur die Inlandsbanan eine touristische Attraktion, sondern auch ein nachgebautes Boot aus der Gründungszeit der Stadt, das im Sommer vor Kristinehamn seine Segel setzt.


29. Oktober 1642: Der Ort Järle bei Nora erhält die Stadtrechte
29. Oktober 1726: Daniel Melanderhjelm, Astronom und Mathematiker
29. Oktober 1908: Lorens Marmstedt, vom Filmkritiker zum Produzenten
29. Oktober 1950: König Gustav V., der älteste König Schwedens
29. Oktober 1956: Die Schauspielerin und Komikerin Babben Larsson
29. Oktober 1971: Der schwedische Nobelpreisträger Arne Tiselius
29. Oktober 1998: Ein Fest in Göteborg wird zum Feuerinfierno
29. Oktober 2012: Cordelia Edvardson und das überlebte Auschwitz

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Die schwedische Künstlerin Anna Boberg

Anna Boberg kam am 3. Dezember 1864 als Tochter eines Architekten und Künstlers unter dem Namen Anna Scholander in Stockholm zur Welt und erhielt eine gute Bildung, besuchte jedoch keinerlei Kunstschule. Vermutlich wurde Boberg von ihrem Vater, der ein sehr erfolgreicher Hobbymaler war, in die Grundlegen der Farbenlehre und des Malens eingeführt, denn die junge Frau hatte bereits im Alter von 18 Jahren, während einer Reise nach Spanien, zu malen begonnen und bewies dabei eine gewisse Fertigkeit die auf eine Grundausbildung in Malerei hinweist.

Als Anna Boberg 23 Jahre alt war, begann sie ernsthaft zu malen, vor allem in Aquarell, und nur ein Jahr später hatte sie ihre erste Ausstellung. Während der ersten Jahre ihrer Aktivität als Künstlerin versuchte sich Boberg an verschiedenen Kunstrichtungen, arbeitete an Wandmalereien, schuf eine Vase für die Glashütte Rörstrand und erstellte Webarbeiten. Einige Textilien der Künstlerin wurden selbst in der Weltausstellung in Paris im Jahre 1900 ausgestellt, bei der ihr Ehemann Ferdinand Boberg als Ausstellungsarchitekt beschäftigt war.

Die größten künstlerischen Werke Anna Bobergs entstanden jedoch erst ab 1901, als die Künstlerin die Landschaft Nordschwedens und des nördlichen Teils von Norwegen entdeckte. Vor allem die Lofoten sollten Boberg so stark beeinflussen dass sie dann 33 Jahre lang überwiegend die Natur und die Menschen der Lofoten malte, meist im Winter. Die Künstlerin hielt sich so oft auf den Lofoten auf, dass ihr Ehemann dort sogar ein kleines Häuschen baute in dem Boberg lange Monate über völlig allein lebte um zu malen. Als die Bilder der Künstlerin 1903 erstmals in Stockholm ausgestellt wurden, waren die Kritiker wenig begeistert, was jedoch Anna Boberg nicht von ihrem Ziel abhielt. Zwei Jahre später stellte sie ihre Bilder in Paris aus, was zu einer bedeutenden Karriere in Frankreich führte. Bis heute ist Anna Boberg, die am 27. Januar 1935 starb, in Schweden weitaus weniger bekannt als in Frankreich.


3. Dezember 1886: Manne Siegbahn und der Nobelpreis in Physik
3. Dezember 1890: Die Upsala Nya Tidning erscheint zum ersten Mal
3. Dezember 1907: Der schwedische Künstler Bror Marklund
3. Dezember 1911: Die erste Kinder- und Jugendbibliothek in Schweden
3. Dezember 2003: Gunnel Beckman, vom Kriminalroman zum Kinderbuch

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 26. November 2015

Die Götaälvbron in Göteborg als Bindeglied

Schon Karl IX. plante zu Beginn des 17. Jahrhunderts eine Brücke, die das Festland, und damit Göteborg, mit der Insel Hisingen verbinden sollte, da der König auf der Insel den Bau Götheborgs plante. Da diese Stadt bereits nach wenigen Jahren von dänischen Kriegern dem Erdboden gleichgemacht wurde, wurde der Plan der Brücke nie umgesetzt und es sollte bis 1874 dauern bis dann die erste Brückenverbindung, eine Drehbrücke, dieses Mal mehr flussaufwärts, entstand, eine Brücke die bis 1968 existierte und mit der Inbetriebnahme des Tingstadstunnels abgerissen wurde.


Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Stadtverwaltung jedoch klar, dass diese Brücke unzureichend war und man diskutierte über eine neue Brücke oder, alternativ, einen Tunnel, der Göteborg mit der Insel Hisingen verbinden sollte. Aber erst 1933 konnte man sich dann für den Bau einer Brücke, die heutige Götaälvbron, entscheiden und zwei Jahre später entstand die bis dahin größte Baustelle Göteborgs, da man nicht nur eine Brücke bauen musste, sondern auch die Zufahrtsstraßen, was bedeutete, dass auch einige Häuser am Flussufer abgerissen werden mussten, andere mussten umgebaut werden oder an einer nahen Stelle neu aufgebaut werden.

Als die Götaälvbron am 26. November 1939 eingeweiht wurde, eine Klappbrücke, die auf Grund der regen Schifffahrt auf dem Göta älv die sinnvollste Lösung schien, hatte diese eine Gesamtlänge von 910 Metern, deren Strecke sich durch Zufahrten geradezu verdoppelte. Seit dem Ausbau der Brücke, der 1958 abgeschlossen war, verfügt die Götaälvbron über sechs Fahrspuren, zwei davon ausschließlich für Busse und Straßenbahnen. Zu jener Zeit war diese Brücke die wichtigste Straßenverbindung nach Norwegen und das Bohuslän und der wachsende Verkehr zwang die Stadt bald dazu eine zweite Brücke und einen Tunnel unter dem Fluss zu bauen, so dass die Götaälvbron nur noch dem Lokalverkehr dienen konnte. Mittlerweile ist die Brücke so alt geworden, dass sie entweder vollständig renoviert werden muss, oder, eine neue Brücke zu bauen ist. Die Stadtverwaltung hat sich für die letztere Lösung entschieden.


26. November 1751: König Adolf Fredrik, ein Herrscher ohne Macht
26. November 1803: Die schwedische Schriftstellerin Wilhelmina Ståhlberg
26. November 1867: Hans Jakob Lundborg und die Erweckungsbewegungen
26. November 1951: Bruno K. Öijer, das enfant terrible der schwedischen Poesie
26. November 1952: Sven Hedin, Abenteurer und Schriftsteller in fernen Ländern
26. November 1952: Der letzte Geadelte Schwedens: Sven Anders Hedin
26. November 1962: Der schwedische Schauspieler und Regisseur Hannes Holm
26. November 1970: Sigfrid Siwertz und die konservative Bourgoisie Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 1. November 2015

Jakob von Engeström und der Mord an Gustav III.

Jakob von Engeström kam am 1. November 1735 als Sohn eines Bischofs in Lund zur Welt und wurde, auf Grund der Verdienste seines Vaters, im Jahre 1751 in den Adelstand aufgenommen. Im Alter von 18 Jahren schloss von Engström sein Jurastudium an der Universität Lund ab und nur ein Jahr später legte er auch das Kanzleiexamen an der gleichen Universität ab, das ihm den Zugang zum Kanzleikollegium machte und eine Arbeit im diplomatischen Dienst ermöglichte, sowie ihm eine sichere berufliche Zukunft garantierte.

Da Jakob von Engeström mehr Wissenschaftler und Sammler historischer Dokumente war, wurde er bei Beförderungen jedoch mehrmals übergangen und seine politische Rolle war kaum für die Entwicklung Schwedens von Bedeutung. Sicher ist jedoch, dass von Engström der Regierung von Gustav III. sehr kritisch gegenüberstand und dessen Krieg im Jahre 1788 als unrechtmäßigkeit bezeichnete, aber auch die hohe Staatsverschuldung als Problem Schwedens sah. Zumindest indirekt setzte sich von Engeström daher für den Parlamentarismus ein und wollte die Macht des Königs beschränken.

Nach der Ermodung von Gustav III. im Jahre 1792 kam Jakob von Engeström unmittelbar in den Verdacht am Attentat beteiligt gewesen zu sein, da seine Meinungen zur königlichen Macht um diese Zeit allgemein bekannt waren. Bei Verhören musste von Engeström auch zugeben, dass er vom geplanten Attentat wusste, aber gleichzeitig versicherte er, dass er der Hoffnung gewesen war dass der Mord verhindert werden konnte. Da vermutet wurde, dass von Engeström auch eine neue Verfassung ausgearbeitet habe, wurde seine Wohnung durchsucht, allerdings ohne dass dieses Dokument gefunden wurde. Erst sehr viel später fanden Geschichtswissenschaftler dann dieses Dokument unter seinen Papieren. Ohne dieses Papier konnte man Engeström, der am 14. November 1802 in Uppsala starb, nicht sehr viel nachweisen und er wurde daher nur zu einer relativ milden Strafe verurteilt. Der zehnjährigen Gefängnisstrafe entging er jedoch dadurch, dass er unmittelbar nach Uppsala zog, da dort die Durchführung der Strafe nicht möglich war.


1. November 1318: Die Hinrichtung des Ritters Johan von Brunkow
1. November 1772: Allerheiligen in Schweden
1. November 1778: Gustav IV. Adolf, der vom Thron verstoßene König Schwedens
1. November 1876: Torgny Segerstedt und der Kampf gegen den Nazismus
1. November 1937: Die Pfadfinderbewegung in Schweden
1. November 1944: Die Arbeitszeiten von Hausangestellten werden in Schweden geregelt
1. November 1961: Louise Boije af Gennäs und die schwimmende Grenze

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Mittwoch, 5. August 2015

Louise der Niederlande wird Königin Schwedens

Louise der Niederlande, auch Luise von Oranien-Nassau oder Lovisa der Niederlande, wurde am 5. August 1828 im holländischen Haag geboren und musste, neben Klavierstunden, Französisch, Deutsch, Englisch und Russisch lernen um nach ihrer Konfirmation im Jahre 1845 auf eine königliche Ehe vorbereitet zu sein, wobei hierbei die politischen Ziele der Niederlande und Preußens im Vordergrund stehen mussten. Da die ersten Vermittlungen mit Preußen scheiterten, wurde der schwedische Thronfolger als idealer Partner gesehen. Durch die Ehe mit dem zukünftigen König Karl XV. wurde dann aus Louise der Niederlande unter dem Vornamen Lovisa die Königin Schwedens.

Da es sich um eine politische Ehe handelte bei der auch der schwedische Kronprinz wenig zu sagen hatte, wurde Lovisa af Nederländerna dem Prinzen im August 1849 vorgestellt, die Verlobung im Februar des Folgejahres erklärt und die Ehe fand schon am 19. Juni 1850 in der Storkyrkan in Stockholm statt. Der Unterschied der Partner konnte indes nicht größer sein, denn Lovisa war zurückgezogen und scheute das gesellschaftliche Leben, während Kronprinz Karl das Leben mit vollen Zügen genoss und mehrere Geliebte seiner weniger hübschen Ehefrau vorzog. Königin Lovisa litt still vor sich hin, versuchte jedoch ihrem Gatten alles Recht zu machen.

Als Louise der Niederlande im Jahr 1859 zur Königin Schwedens und Norwegens gekrönt wurde, änderte sich kaum etwas am Verhältnis der Partner und Lovisa versuchte ihren Mann in keinem Punkt zu beeinflussen, obwohl sie über alle politischen Angelegenheiten informiert war und bei weitem nicht immer die Meinung von Karl XV. teilte. Dennoch gilt Lovisa af Nederländerna in gewissen Punkten als Pionierin, denn sie nahm bei Nancy Edberg Schwimmunterricht und ermöglichte es daher ab dieser Zeit auch Frauen das Schwimmen zu lernen und sie stellte Rosalie Fougelberg als erste Zahnärztin am Hofe an, was Frauen den Zugang zu diesem Beruf erleichterte. Wie für alle Königinnen Schwedens, so war es auch für Lovisa, die am 30. März 1871 in Stockholm starb, Pflicht sich um die Wohltätigkeit des Landes zu kümmern, was noch heute in Schweden als berufliche Aufgabe der Königin betrachtet wird.


5. August 1811: Der schwedische Künstler Adolf Ulrik Wertmüller
5. August 1877: Gustav von Wasa, der Kronprinz ohne Thron
5. August 1910: Erik Lindegren und die modernistische Lyrik Schwedens
5. August 1926: Victor Hasselblad und seine legendäre Kamera
5. August 1926: Per Wahlöö und der politische Kriminalroman Schwedens
5. August 1964: Moa Martinson eine feministische Arbeiterschriftstellerin Schwedens
5. August 1964: Moa Martinson, die schwedische Autorin der Proletarier

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Freitag, 23. Januar 2015

Das Vermächtnis von Jeanette Bonnier

Jeanette Bonnier wurde am 23. Januar 1934 als Tochter des Buchverlegers Albert Bonnier in Stockholm geboren und besitzt ein Zehntel des Gesamtkapitals des Bonnierkonzerns. Die mittlerweile 80-Jährige ist nicht nur eine der reichsten Personen Schwedens, sondern verfügt bis heute über eine ungemeine Macht, da sie als Vorstandsmitglied der Dagens Nyheter, des Expressen und der Svensk Filmindustri das schwedische Denken maßgeblich beeinflussen kann, obwohl Jeanette Bonnier kaum in der Öffentlichkeit auftaucht.

Jeanette Bonnier begann nach ihrer schulischen Ausbildung im Jahre 1952 als Journalistin beim Expressen zu arbeiten um einige Jahre später Reporterin beim Veckojournalen und anschließend beim Bildjournalen zu werden. Einige Jahre lang besaß die kunstinteressierte Bonnier auch eine erfolgreiche Kunstgalerie in New York, ohne jedoch die journalistische Arbeit ganz aufzugeben. Eine Wende in ihrem Leben kam als die einzige Tochter Maria aus der zweiten Ehe 1985 im Alter von 20 Jahren bei einem Autounfall ums Leben kam.

Nach dem Tod der Tochter gründete Jeanette Bonnier die Maria Bonnier Dahlins Stiftung, die wiederum an Erinnerung der Tochter 2006 die Bonnier Kunsthalle in Stockholm errichten ließ. Sowohl die Stiftung als auch die Kunsthalle hat das Ziel jungen schwedischen Künstlern bei ihrer Entwicklung zu helfen. Journalisten der Dagens Nyheter erzählte Bonnier im Jahre 2014, dass ihre nahen Verwanden der Familie Bonnier auf keinen Fall ihren Anteil am Unternehmen erben werden, sondern sie eine Stiftung damit einrichtet die allein mit den Zinsen des Kapitals Künstler, Forscher und verfolgte Journalisten unterstützen wird.


23. Januar: Frej und Freja, die nordischen Götter der Fruchtbarkeit
23. Januar 1688: Ulrika Eleonora wird nach dem Tod von Karl XII. Königin von Schweden
23. Januar 1785: Carl Adolph Agardh proklamiert die ökolische Forstwirtschaft
23. Januar 1801: Lars Johan Hierta, der Gründer des schwedischen Aftonbladets 
23. Januar 1941: Torsten Fogelqvist und die Begegnung mit der Arbeiterbewegung 
23. Januar 1985: Das Ende der Werft Uddevallavarvet und der Umbruch

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 2. März 2014

Der private Fernsehkanal TV4 sendet analog

Der private Fernsehkanal TV4 wird ausschliesslich von Werbung finanziert und ist heute der größte Kanal dieser Art in Schweden. Seine Geschichte geht im Grunde bis zum Jahr 1984 zurück, als Ingemar Leijonborg des staatlichen Fernsehens SVT und Gunnar Bergvall des Medienkonzerns Bonnier einen Plan für einen privaten Fernsehkanal ausarbeiteten der finanziell auch tragbar war. Auch wenn die Finanzierung bald geklärt war und TV4 sogar eine eigene Schule für Fernsehproduzenten und Randberufe geschaffen und auch Journalisten von SVT abgeworben hatte, sollte die erste Sendung noch bis zum 15. September 1990 auf sich warten lassen, ohne allerdings auf das analoge Funknetzt zugreifen zu dürfen, so dass die Übertragung vorerst nur über Kabel und Satellit erfolgte.

Die ersten Sendungen des Kanals TV4 waren ein Fiasko und die ersten selbst produzierten Fernsehfilme wurden von Kritikern geradezu zerrissen, aber die Idee und der Kanal lebten weiter. Als  dann im Herbst 1991 private Fernsehkanäle auf Werbebasis zugelassen werden sollten, verdankte TV4 sein Überleben dem gegenwärtigen Außenminister Schwedens, Carl Bildt, der damit drohte die Entscheidung der damaligen Regierung bei einem Wahlgewinn zu annullieren, da diese RIX TV die Genehmigung erteilt hatte und nicht TV4. Das Ergebnis war, dass RIX TV seinen Antrag zurückzog und sich bei TV4 einkaufte, also die zwei Kanäle sich zu einem einzigen zusammenschlossen. Die Besitzer von RIX TV, die bereits 55 Prozent der Aktien von TV3 besaßen, bekamen im Gegenzug dazu das Recht mit einem Parallelunternehmen die gesamte Werbung von TV4 zu verwalten.

Auf Grund der neuen Genehmigung für Werbekanäle konnte TV4 am 2. März 1992 mit seinen analogen Sendungen beginnen und damit dem staatlichen Fernsehen wirklich Konkurrenz machen. Bereits Ende des Jahres war es TV4 gelungen das Publikum mit Sendungen mit Bingolotto, Fångarna på fortet, Kär och galen und anderen publikumsnahen Übertragungen zu gewinnen. Eine Mischung aus Nachrichten, Sensationssendungen und amerikanischen Kopien machte TV4 Ende der 90er Jahre zum einzigen ernsthaften Konkurrenten des Kanals SVT, obwohl die Menge der Werbung die Zuschauer verärgerte. Die Sendezeit für Werbung, die bis 2002 sehr restriktiv war, wurde im Laufe der Jahre durch zwei neue Gesetze erleichtert, letztmals im Jahre 2010.


2. März 1760: Christina Charlotta Cederström, eine unveröffentlichte Dichterin 
2. März 1828: Frans Theodor Hedberg, ein Leben für das Theater
2. März 1851: Der schwedische Sprachforscher Axel Kock
2. März 1880: Ivar Kreuger, der meist gehasste Schwede und sein Selbstmord 
2. März 1911: Verhütung in Schweden - eine Straftat 
2. März 1913: Die Centerpartiet (Zentrumspartei) in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 15. März 2013

Der erste Nachrichtenkanal Schwedens

Am 15. März 1999 um 13 Uhr 15 begann der schwedische Fernsehkanal SVT24 erstmals mit seinen Sendungen, die allerdings auf keine schwedische Idee aufbauten, sondern mehr eine nordische Anpassung an die existierenden Kanäle BBC News 24 und CNN waren, zwei Fernsehkanälen, die mit ihren Nachrichtensendungen bereits einen großen Erfolg hatten. SVT24 sollte diese Lücke auch im Norden schließen, da Umfragen zeigten, dass sich die Bevölkerung stark für Nachrichten interessierte.

Da der schwedische Staat für diesen Sender natürlich nicht die gleichen Gelder zur Verfügung stellten wollte, die BBC und CNN zur Verfügung hatten, war die Nachrichtenredaktion relativ klein gehalten, was sich auch darin zeigte, dass man jede Stunde mehr oder weniger die gleichen Nachrichten geboten bekam. Die Sendung war so aufgebaut, dass man jede halbe Stunde eine volle Nachrichtensendung sehen konnte, 15 Minuten vor und nach den vollen Stunden eine kurze Zusammenfassung, zweimal die Stunde Wirtschaftsnachrichten und dazwischen immer wieder den Wetterbericht und vertiefende Erklärungen zu den Nachrichten.

Aber auch wenn die die Idee des Nachrichtenkanals SVT24 im Prinzip eine gute Idee war, so war sie nicht ausgereift, da es die Regeln des Staatsfunks unmöglich machten die Sendung analog auszustrahlen, sie also nur über Satellit und den Canal Digital empfangen werden konnte. Als 2003 diese Bestimmung geändert wurde, dauerte es noch bis zum 1. Juli 2005 bis SVT24, theoretisch kostenlos, über die Kabelanbieter verbreitet werden sollte, was dann jedoch erst im Laufe des Jahres 2007 umgesetzt wurde, viel zu spät um dem Kanal noch die Bedeutung zu geben, die BBC oder CNN längst erreicht hatten. Heute ist dieser Kanal nahezu unbedeutend und sendet zwischen 20 Uhr und fünf Uhr morgens neben Nachrichten vor allem Wiederholungen von Filmen der staatlichen Kanäle.


15. März 1821: Abraham Niclas Edelcrantz, der Skalde des Königs Gustav III.
15. März 1907: Zarah Leander, eine Karriere in Deutschland 
15. März 1931: Unterwegs auf dem Göta Kanal

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Die schwedische Filmindustrie SF wird gegründet

Am 27. Dezember 1919 wurde durch einen Zusammenschluss der Firmen Svenska Biografteatern, das sowohl über Studios als auch mehrere Kinos verfügte, und der Filmindustri AB Skandia, das in den gleichen Sparten aktiv war, die AB Svensk Filmindustrie, die allgemein nur unter den beiden Buchstaben SF bekannt ist, gegründet und seit 1983 zum Medienkonzern Bonnier gehört, das in sechzehn Ländern arbeitet, insgesamt etwa 175 Firmen besitzt und den nordischen Medienmarkt dominiert.

SF oder Svensk Filmidustri wurde in den 50er und 60er Jahren in ganz Europa ein Begriff, da das Unternehmen sämtliche Ingmar Bergman Filme produzierte und vertrieb und dann in den 70er und 80er Jahren die Bücher Astrid Lindgrens verfilmte und international vermarktete. Unter der Leitung der Familie Bonniers trennte sich später die Kinokette SF Bio AB ab, die heute über die absolute Mehrheit der schwedischen Kinos verfügt und über Video on Demand über Kabel Filme in ganz Skandinavien anbietet.

Die publikumträchtigsten Errungenschaften von Svensk Filmindustri waren jedoch nicht die Kinos als solches und die Studios, die nicht immer mit Gewinn arbeiteten, sondern das sogenannte Filmjournal, das das Svenska Biografteatern bereits im Jahre 1914 eingeführt hatte und damit ein Filmjournal nach dem Model des französischen Pathé-film entwickelt hatte. Rund 50 Jahre war dieses SF-journalen die Nachrichtenquelle aller Schweden, denn nur im Kino konnte man vor den Filmen das wöchentliche Journal mit Nachrichten aus der ganzen Welt verfolgen.


27. Dezember 1832: Anna Wästberg, Dichtung und Theater im 19. Jahrhundert
27. Dezember 1978: Jonas Hassen Khemiri und das multikulturelle Schweden 
27. Dezember 1991: Das Wunder von Gottröra

Copyright: Herbert Kårlin