Posts mit dem Label Lovisa Ulrika werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Lovisa Ulrika werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 19. April 2019

Der Reichsrat Emanuel De Geer

Emanuel De Geer wurde am 19. Oktober 1748 als Sohn eines Fabrikbesitzer geboren und entschied sich sehr früh für eine militärische Laufbahn. Im Jahr 1764 wurde er Fähnrich der Leibgarde, aber schon sieben Jahre später gab er dann seinen Dienst auf um bei der Witwenkönigin Lovisa Ulrika Kammerherr zu werden. In den kommenden Jahren hatte er mehrere diplomatische Aufträge, bis er 1786 dann von Gustav III. als Reichsrat zurück nach Stockholm gerufen wurde. Als intelligenter Politiker entdeckte er sehr bald, dass der König den Reichsrat auflösen wollte um nur einige Getreue um sich zu sammelt. Im Jahr 1787 bat er daher um seinen Abschied und konnte damit jede Konfrontation mit Gustav III. vermeiden.

Politisch nimmt Emanuel De Geer eine gewisse Sonderstellung am Hof ein, da er an keinerlei Intrigen interessiert war und daher die vermutlich einzige neutrale Person war, die dem König nahestand. Gustav III. wollte diese Neutralität zu seinen Gunsten ausnutzen, erst indem er De Geer als Diplomat nach Haag schickte, damit dieser dort die politische Tendenz ausspioniere, später um De Geer zu einer Einflussnahme bei den Verwandten des Königs zu bewegen, da das eigene Geschlecht sich als die größte Gefahr für die Macht des Königs zeigte. Beide Aufträge erfüllte De Geer auf diplomatische Weise, ohne dass er jedoch auch nur für eine der Seiten Stellung nehmen musste.

Bevor sich Emanuel De Geer, der am 19 April 1803 starb, 1787 ganz aus der Politik zurückzog, kämpfte er auch noch gegen zwei andere Punkte, die er als schädlich für Schweden betrachtete. Zum einen wollte er den Pastoratverkauf durch Adelige unterbinden, die teilweise das gleiche Pastorat gegen viel Geld an mehrere Priester verkauften, obwohl nur ein Priester das Amt auch antreten konnte, zum anderen wollte er Gustav III. dazu bewegen die königlichen Alkoholbrennereien abzuschaffen, die der König ohne Beratung im Reichstag geschaffen hatte, sondern das Alkoholbrennen allgemein wieder zulassen, jedoch den Alkohol mit einer Steuer zu belegen. In beiden Fällen konnte De Geer nur teilweise von Erfolg reden.


19. April 1552: Olaus Petri und die schwedische Reformation
19. April 1632: Sigismund, ein König nicht wie die anderen
19. April 1738: Der schwedische Bischof Johan Wingård
19. April 1819: Der schwedische Fabrikant John Lenning
19. April 1864: Der schwedische Architekt Erik Lallerstedt
19. April 1868: Der Architekt Erik Julius Lallerstedt
19. April 1873: Die Künstlerin und Schriftstellerin Ruth Milles
19. April 1892: Sigfrid Lindström und die moderne Welt der Sagen
19. April 1916: Der Trollhätte-Kanal wird für den Verkehr geöffnet
19. April 1958: Von Trelleborg nach Sassnit
19. April 1986: Der schwedische Komponist Dag Wirén
19. April 2004: Per Verner-Carlsson, der Revolutionär des schwedischen Theaters

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 19. März 2018

Johan Eric Rehn, Architekt und Künstler des Hofes

Der Künstler und Architekt Johan Eric Rehn kam am 18. Mai 1717 als Sohn eines Vogts in Stockholm zur Welt und schrieb sich sehr früh in den der Ingenieurseinheit der schwedischen Verteidigung ein, wo er, neben dem Rang eines Leutnants, auch eine Ausbildung als Baumeister zum Bau von Befestigungen erhielt. Im Jahr 1940 erhielt Rehn ein Stipendium, das ihm ermöglichte die Gravur in Paris zu studieren. Bereits 1945 wurde er jedoch vom Architekten Carl Hårleman zurück nach Schweden gerufen um Muster für die Seiden- Leinen- und Wollfabriken zu schaffen. Rehn ließ sich dabei von den neusten französischen Mustern beeinflussen, die er allerdings dem schwedischen Bedarf und den Geräten der schwedischen Manufaktur anpasste.

Nach seiner Rückkehr aus Paris beschäftigte sich Johan Eric Rehn allerdings nicht nur mit der Musterzeichnung, sondern er entwarf auch kunstindustrielle Gegenstände für Juweliere, Kunsthandwerker und die Porzellanfabrik Rörstrand. So nebenbei entwarf er noch Tapenvorlagen, verwirklichte Gravuren und unterrichtete den Kronprinz Gustav III. und seine Brüder im Zeichnen. In der von Hårleman gegründeten Kunstakademie richtete er zudem eine Ausbildung für Graveure ein. 1755 reiste Rehn dann, gemeinsam mit Johan Pasch nach Italien, um dort, auf Kosten und im Auftrag von Königin Lovisa Ulrika 16 Monate lang die dortige Kunst zu studieren.

Auch wenn Johan Eric Rehn auch als Architekt tätig war und einige bedeutenden Gebäude der Zeit schuf, so wurde er vor allem als Innenarchitekt bekannt, da er von Königin Lovis Ulrika den Auftrag erhielt den Anbau des Schlosses Drottningholm zu dekorieren, Gustav III. ihn mit der Dekoration und Einrichtung von Teilen des Schlosses Gripsholm beauftragte und er schließlich auch noch zwei Räume des Stockholmer Schlosses ausstattete. Seine bedeutendste Leistung hierbei war, dass Rehn immer mehr vom Rokoko abging und, beeinflusst vom Louis-quatorze-Stil den gustavianischen Stil schuf, der mit der Regierungszeit von Gustav III. verbunden wird. Bedeutend war in diesem Zusammenhang auch, dass Johan Eric Rehn, der am 19. März 1793 starb, auch Professor an der Kunstakademie war, dieser Stil also eine ganze Linie an Architekten und Raumgestalter beeinflusste.


19. März 1488: Johannes Magnus zwischen Katholizismus und Protestantismus
19. März 1692: Der Bergwerksarzt Johan Moraeus
19. März 1810: Louis Masreliez, schwedischer Künstler und Innenarchitekt
19. März 1863: Alfred Hellerström, der Baumeister Helsingborgs
19. März 1883: Der Katarinahissen in Stockholm
19. März 1896: Der streitbare Philosoph Fredrik Georg Afzelius
19. März 1910: Der schwedische Sozialmediziner und Sexologe Gunnar Inghe
19. März 1911: Allan Hernelius macht die SvD zum politischen Organ
19. März 1914: Der Verein der freidenkenden Frauen Schwedens
19. März 1922: Der erste Vasalauf zwischen Sälen und Mora wird organisiert
19. März 1936: Die Schriftstellerin und Künstlerin Ottilia Adelborg 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 5. Mai 2017

Der schwedische Künstler Olof Arenius

Olof Arenius kam am 16. Dezember 1700 als Sohn eines Priesters in Bro im Uppland zur Welt und begann nach seiner Hochschulreife ein Theologiestudium an der Universität Uppsala, ging jedoch bereits nach kurzer Zeit an der Universität zur Kunst über und wurde ein Schüler des Hofmalers David von Krafft. Bereits gegen 1725 öffnete der Künstler dann ein eigenes Atelier, entschied sich jedoch 1729 in die Niederlande und nach England zu gehen um seine Kenntnisse zu perfektionieren. Erst 1736 kehrte Arenius anschließend wieder zurück nach Schweden und wurde noch im gleichen Jahr zum Hofmaler des Königs Fredrik I. ernannt.

Mit der Ernennung zum Hofmaler und seinen Kenntnissen in der Pastellmalerei gelang es Olof Arenius in kürzester Zeit zu einem der bedeutendsten Porträtmaler Schwedens zu werden, was auch dazu führte, dass Arenius ab etwa 1740 Lehrer an der Ritarakademi (Zeichenakademie) in Stockholm wurde und neben seinem Auftrag als Porträtmaler auch mit zahlreichen Restaurationen beauftragt wurde. Seit seiner Rückkehr nach Schweden arbeitete Olof Arenius, der am 5. Mai 1766 starb, ausschließlich in Stockholm.

Der Erfolg des Künstlers Olof Arenius als Porträtmaler lag vor allem daran, dass er sich von den barocken Darstellungen seiner Zeitgenossen abgewandt hatte und in der Lage war den tatsächlichen Charakter einer Person in seinen Gemälden festzuhalten, was vor allem von den Adeligen jener Zeit sehr geschätzt war. Zum anderen hatte um diese Zeit Gustav Lundberg die Pastellmalerei modern gemacht und Arenius gehörte, dank seiner Auslandsaufenthalte, zu den wenigen Malern Schwedens, die diese Technik beherrschten. Ab den 50er Jahren kam hinzu, dass Arenius in der Gunst von Königin Lovisa Ulrika stand und daher zahlreiche Gemälde des Schlosses Drottningholm restaurieren durfte, was ihm zu beträchtlichen Einnahmen verhalf.


5. Mai 1745: Carl August Ehrensvärd, ein Admiral als Künstler
5. Mai 1787: Casten Rönnow und das älteste Herbarium Schwedens
5. Mai 1816: Wilhelm Erik Svedelius, der erste Staatswissenschaftler Schwedens
5. Mai 1846: Der schwedische Erfinder Lars Magnus Ericsson
5. Mai 1862: Carl August Adlersparre, vom Dichter zum politischen Schriftsteller
5. Mai 1912: Die Olympischen Spiele in Stockholm
5. Mai 1939: Schweden und die Rechte der Frau
5. Mai 1945: Lars-Inge Svartenbrandt, genannt Svarten
5. Mai 1984: Herreys, Schwedens erste Boyband, gewinnt den ESC
5. Mai 2013: Eine historische Eisenbahnlinie auf Gotland

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Der Reichsrat und Kanzleipräsident Karl Vilhelm von Düben

Trotz seiner Beziehungen, seinem hohen Stand und theoretischem Einfluss als Reichsrat und Kanzleipräsidenten spielte Karl Vilhelm von Düben als er am 29. Dezember 1790 in Stockholm starb, keine bedeutende Rolle in der schwedischen Politik. Die Ursache dafür kann man beim Günstling des Königs Gustav III. vor allem darin finden, dass von Düben jeden Konflikt scheute und durch Diplomatie seine hohe Stellung behalten wollte. Sobald eine kritische Situation auftauchte, die von Düben die Karriere kosten konnte, nahm er nur noch eine Gastrolle ein und ließ andere Politiker seiner Zeit handeln.

Carl Wilhelm von Düben war am 2. Februar 1724 als Sohn eines Reichsrates und Hofkanzlers zur Welt gekommen was ihm den Weg in die Politik öffnete. Mit Hilfe des Erzbischofs Jöns Steuchius, eines Verwandten, begann von Düben 1732 ein Studium an der Universität Uppsala, das er mit dem Kanzleiexamen abschloss. Nach seinem Studium wurde von Düben in der königlichen Kanzlei beschäftigt, was ihn, nach einem längeren Aufenthalt in Berlin, zum Kammerherren der Königin Lovisa Ulrika führte, die ihn später zum persönlichen Sekretär und schließlich zum Oberkammerherr ernannte. 1763 wurde von Düben als Diplomat an den russischen Hof gesandt und sechs Jahre später erhielt die Ernennung zum Hofkanzler und wurde schließlich Kanzleipräsident.

Die wichtigste politische Zeit Carl Wilhelm von Döbens fiel in die Zeit als er einer der engsten Vertrauten der Königin Lovisa Ulrika war, zumal er während des Krieges in Pommern ihre heimliche Korrespondenz erledigte und dabei auch die Politik des Hofes beeinflusste. Diese Rolle nahm ein internationales Niveau an als von Döben als Vertreter des königlichen Hofes nach Russland geschickt wurde, da er in diesen Jahren dem russischen Kaiser gegenüber einerseits die offiziellen Aufgaben Schwedens wahrnahm, als Vertrauter des Hofes jedoch auch inoffiziell agierte und sich damit den persönlichen Interessen des schwedischen Königshaus besonders widmete. Da es hierüber keinerlei Dokumente gibt, kann man die Rückschlüsse zu einigen Ereignissen nur aus verschiedenen geschichtlichen Zusammenhängen schließen.


29. Dezember 1776: Der schwedische Diplomat Gustaf af Wetterstedt
29. Dezember 1905: Der schwedische Erfinder Martin Wiberg
29. Dezember 1949: Die schwedische Künstlerin Hanna Pauli
29. Dezember 1980: Der schwedische Künstler Axel Nilsson
29. Dezember 1999: Das Museum Tre Kronor in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 16. Juli 2015

Königin Lovisa Ulrika von Preußen

Königin Lovisa Ulrika av Preussen starb am 16. Juli 1782 auf Schloss Svartö und war durch ihre Ehe mit Adolf Fredrik I. von 1751 bis 1771 Königin von Schweden. Als ihr Ehemann im Jahre 1771 starb, versuchte die plötzlich zur Witwenkönigin gewordene Lovis Ulrika alles um ihre hohe vorherige Stellung zu behalten und versuchte ihren Sohn, König Gustav III. in seiner Macht zurückzuhalten, unter der Aussage, dass sie als Mutter immer gewisse Erziehungsrechte habe, die über der Macht des Sohnes liegen müssen.

Lovisa Ulrika, die am 24 Juli 1720 als Luise Ulrike von Preußen in Berlin zur Welt gekommen war, hatte während ihrer Jugend zahlreiche adelige Anwärter, aber alle Hochzeitspläne scheiterten aus verschiedenen Gründen, und erst als 1743 eine Allianz zwischen Schweden, Russland und Preußen wichtig wurde, sollte der schwedische Thronfolger aus politischen Gründen mit dem preußischen Königshaus verbunden werden. Der schwedische Abgesandte sollte zwischen den Schwestern Anna Amalia und Lovisa Ulrika wählen und schlug letztendlich Lovisa Ulrika als zukünftige Königin Schwedens vor. Bereits am 17. Juli 1744 wurde dann in Berlin, in Abwesenheit des Bräutigams, die Hochzeit arrangiert und Luise Ulrike wurde als Lovisa Ulrika die Kronprinzessin Schwedens.

Noch bevor Adolf Fredrik zum König Schwedens ernannt war, arbeitete Lovisa Ulrika im Hintergrund und hatte das Ziel ihrem Ehemann alle Macht Schwedens zu bieten und den gesamten Adel politisch zu entmachten. Auch wenn sie diesem Ziel mehrmals sehr nahe kam, so musste sie immer wieder zurückstecken, da sie sich zu viele Feinde am Hof gemacht hatte und wenig Fingerspitzengefühl bei Verhandlungen zeigte. Als Königin wollte sie dann nahezu alle politischen Entscheidungen fällen, was sich insbesondere daran zeigte, dass sie nach der Erklärung des Krieges gegen Preußen im Jahr 1757 ihre gesamten Verbindungen einsetzte um den eigenen Ehemann abzusetzen. Die Macht von Lovisa Ulrika endete indes mit der Machtübernahme des Sohnes, da dieser seine Mutter voll durchschaut hatte und all ihren Plänen ein deutliches Ende setzte.

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 11. Juni 2015

Das Königliche Münzkabinett in Stockholm

Die eigentliche Geschichte des Königlichen Münzkabinetts (Kungliga Myntkabinettet) geht im Grunde zurück bis gegen das Jahre 1572, als der Kanzleiangestellte Rasmus Ludvigsson im Auftrag von Johann III. begann alte schwedische Münzen zu sammeln, wenn auch noch nicht um damit ein Museum zu gründen, sondern um dadurch gegenüber dem Feind Dänemark beweisen zu können, dass die drei Kronen im schwedischen Reichswappen historisch begründet sind. Ab diesem Zeitpunkt wurden dann jedoch alle neueren Funde, aber auch die Münzen, die Gustav II. Adolf bei seinem Kriegszug während des 30-jährigen Krieges erbeutete, dieser Sammlung angegliedert.

Als 1727 dann diese, mittlerweile sehr bedeutende Sammlung, mit jener des Archivs des Amts für Antiquitäten zusammengelegt wurde, begann man von einem Münzkabinett zu sprechen. Das 18. Jahrhundert kann für die Sammlung als die fruchtbarste Zeit gerechnet werden, denn nicht nur, dass die Regierung bedeutende Sammlungen aufkaufte und Spenden hinzukamen, sondern wegen ihrer hohen Schulden war auch Lovisa Ulrika gezwungen ihre extrem umfangreiche Münzsammlung dem Münzkabinett zu überreichen, und konnte sich so ihrer Schulden entledigen.

Im Jahre 1769 wurde die gesamte Münzsammlung im damals neu gebauten Stockholmer Schloss untergebracht und war daher nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Erst als die Münzsammlung 1844 vom Schloss in das Riddarstolpska huset verlagert wurde, durfte die Allgemeinheit dort eine Ausstellung mit ausgewählten Münzen besuchen und erst 1970 wurde dann im Historischen Museum in Stockholm eine permanente Ausstellung zum Thema Münzen der Welt aufgebaut. Fünf Jahre später entstand ein unabhängiges Königliches Münzkabinett, jedoch immer noch ohne eigenes Gebäude. Es sollte noch bis zum 11. Juni 1997 dauern bis Carl XVI. Gustaf das heutige Münzkabinett in der Gamla stan einweihen konnte.


11. Juni: Barnabas, der verschwundene Namenstag Schwedens
11. Juni 1743: Der Stora Daldansen, der Ruf nach Gerechtigkeit
11. Juni 1900: Walter Ljungquist und der psychologische Roman Schwedens
11. Juni 1904: Clas Theodor Odhner und die schwedische Geschichte
11. Juni 1912: Die schwedische Schauspielerin Aino Taube
11. Juni 1972: Joakim Bonnier, der erste Autorennfahrer Schwedens
11. Juni 2006: Erik-Gunnar Eriksson und Hoppets Stjärna
11. Juni 1994: Mattias Flink, ein schwedischer Massenmörder

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Donnerstag, 19. Februar 2015

Nils Philip Gyldenstolpe in adeligem Kreis

Nils Philip Gyldenstolpe kam am 19 februari 1734 als Sohn eines Kammerherren und einer Gräfin in Österåker im Södermanland zur Welt und erhielt daher von Beginn an eine gute Bildung, was ihm ermöglichte ab 1750 an der Universität Uppsala zu studieren, vermutlich jedoch ohne dort einen Abschluss zu machen, denn bereits ein Jahr später wird er im Kanzleikollegium beschäftigt und schließlich Hofmarschall und Oberkammerherr, was wiederum dazu führte, dass er Berater von Lovisa Ulrika wurde und bald auch der Vertraute des Kronprinzen Gustav, dem späteren Gustav IV. Adolf.

Welche politische Rolle Nils Philip Gyldenstolpe am Königshof spielte, ist sehr schwer zu bewerten, da er ein enges Verhältnis zu Lovisa Ulrika, zu Gustav III. und zum Kronprinzen hatte und als deren Vertrauter zwar in die Machtspiele der Zeit verwickelt war, jedoch wenig darüber an die Öffentlichkeit geriet, da es seine Aufgabe war gerade dies zu unterbinden.  Da Gyldenstolpe zusätzlich Ratgeber des Königshauses war, kannte er auch die Beziehungen Schwedens zu anderen Ländern und wurde in mehreren Angelegenheiten als Sendbote verwendet, wobei er auch bei der Brautwerbung des Kronprinzen das Bild des zukünftigen Königs der Verlobten Sofia Magdalena in Kopenhagen überreichte.

Auch als Nils Philip Gyldenstolpe 1773 Regierungsvertreter in der Region Gävleborg wurde, hatte er weiterhin ein sehr enges Verhältnis zum Königshaus und diente als Informator des Königs und konnte diesem immer über die Denkweise der schwedischen Führungsschicht berichten. Warum Gyldenstolpe jedoch für die schwedische Geschichte wirklich Bedeutung erlangte, lag an seiner sehr umfassenden Bibliothek, die aus etwa 2000 Bänden bestand und einen sehr guten Einblick in das Zeitgeschehen und Denken jener Epoche bietet. Auf Grund seiner Verschwendungssucht, starb Nils Philip Gyldenstolpe am 20. Februar 1810 verarmt und hinterließ bedeutende Schulden.


19. Februar 1719: Georg Heinrich von Görtz wird hingerichtet
19. Februar 1733: Der schwedische Botaniker Daniel Solander
19. Februar 1859: Svante Arrhenius, der erste schwedische Nobelpreisträger 
19. Februar 1865: Sven Hedin, Abenteurer und Schriftsteller in fernen Ländern 
19. Februar 1930: Kjell Espmark, ein Leben für eine unsterbliche Literatur
19. Februar 1978: Arvid Olson und die Filmanimation in Schweden 
19. Februar 1990: Ingvar Carlsson wird dreimal schwedischer Ministerpräsident

Copyright: Herbert Kårlin

In Scandic Hotels wohnen

Samstag, 10. Januar 2015

Adolph Ribbing und der Mord an Gustav III.

Adolph Ribbing, nach einem Namenswechsel Adolph de Leuven, wurde am 10. Januar 1765 in Stockholm geboren und verbrachte den größten Teil seiner Kindheit mit seinen Eltern am Hof von Lovisa Ulrika, wobei seine Mutter sowohl am Hofe als auch in Stockholm einen etwas zweifelhaften Ruf hatte. Im Alter von 12 Jahren schloss sich Ribbing als Fähnrich der Infanterie an, wurde auf Grund der Beziehungen seiner Mutter zur militärischen Ausbildung nach Berlin und nach Paris geschickt, um dann bereits 1785 zum Leutnant ernannt zu werden.

Die Einstellung von Adolph Ribbing zu Gustav III. war von der Kindheit sehr angespannt und beeinflusst von Lovisa Ulrika und seiner Mutter, die kurze Zeit ein engeres Verhältnis mit dem König gehabt hatte. Als der König, aus politischen und wirtschaftlichen Gründen, dann auch noch seine Geliebte Charlotta Eleonora de Geer mit Hans Henrik von Essen verheiratete, wurde die Abneigung zum Hass. Als Ribbing dann letztendlich auch den Verlobten zum Duell herausforderte und diesen dabei leicht verletzte, war der Bruch zwischen Gustav III. und Ribbing auf dem Höhepunkt angekommen, denn diese Herausforderung wurde um diese Zeit einer Majestätsbeleidigung gleichgesetzt.

Dieses Duell führte allerdings nur dazu, dass der König Adolph Ribbing als Kommandanten der Vaxholms fästning einsetzte, was Ribbing jedoch als Beleidigung betrachte und ihn dazu veranlasste den Militärdienst zu verlassen. Als Ribbing 1792 Claes Fredrik Horn und Jacob Johan Anckarström traf, wurde er einer der maßgeblichen Hintergrundmänner beim Komplott gegen Gustav III., auch wenn über die Rolle der einzelnen Attentäter bis heute wenig bekannt ist. Während des Maskenballs an dem die Schüsse auf den König abgegeben wurden, war Ribbing anwesend, jedoch weit vom Geschehen entfernt. Als er jedoch denunziert wurde, gab er seine Teilnahme am Komplott zu, wurde zum Tode verurteilt und er verlor seinen Adelstitel. Adolph Ribbing hatte jedoch erneut Glück, denn die Todesstrafe wurde in eine Landesverweisung verwandelt, was dazu führte dass Ribbing den Rest seines Lebens überwiegend in Frankreich verbrachte, wo er auch am 1. April 1843 im Alter von 78 Jahren starb.


10. Januar 1778: Carl von Linné, der Botaniker Schwedens
10. Januar 1790: Anders Abraham Grafström, der religiöse Skalde
10. Januar 1800: Lars Levi Læstadius, der Apostel der Samen
10. Januar 1892: Der schwedische Skulpteur Carl Johan Dyfverman 
10. Januar 1904: Erste schwedische Antarktisexpedition 
10. Januar 2010: Ein Selbstmord nach dem Helénmord in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 19. April 2014

Der schwedische Bischof Johan Wingård

Johan Wingård wurde am 19. April 1738 in Kville im Bohuslän geboren und studierte nach seiner Hochschulreife in Göteborg an der Universität Uppsala Philosophie. Sein Aufstieg begann im Jahre 1767, als er Hofpredikant beim schwedischen Kronprinzen Gustaf, dem späteren Gustav III., wurde und sechs Jahre später auch Beichtvater und Oberhofprediger bei der Witwenkönigin Lovisa Ulrika, denn in dieser Zeit konnte der Priester und Philosoph im Königshaus sehr wichtige Kontakte knüpfen, die über seine gesamte Zukunft entscheiden sollten.

Johan Wingåd blieb bis 1780 in Stockholm, wo er ein Jahr früher auch seinen Doktor in Theologie abgelegt hatte, um jedoch anschließend als Bischof nach Göteborg zu kommen. Dort ernannte Wingård nicht weniger als 14 Proste, was eine erstaunliche Menge war, ihm jedoch jede Menge an Freizeit ließ. Als man dann in Göteborg einen Domprosten suchte, ließ Wingård seine Beziehungen am Hof spielen und suchte diese Stelle direkt über den König. Ohne dass dann gewählt wurde, erhielt der Bischof daher auch diese Stelle verliehen. Durch diese Manipulation, die man in Göteborg kaum schätzte, konnte sich Wingård seine finanzielle Zukunft sichern und wurde zu einem der am besten bezahlten Kirchenfürsten Schwedens.

Aber auch der Schutz des Königs konnte allerdings nicht verhindern, dass sehr bald bissige Karikaturen mit Johan Wingård als Hauptfigur in ganz Schweden auftauchten und er nicht gerade als gutes Beispiel für einen Bischofs galt. Auf Grund seines guten Verhältnisses zum König wurde Wingård bei der Gründung der Svenska Akademien auch direkt als Mitglied eingesetzt. Während der Reichstage zwischen 1778 und 1800 war Wingård zudem ein Abgeordneter des Priesterstandes und konnte bei zwei heimlichen Ausschüssen auch die Politik des Landes teilweise beeinflussen. Wingård starb am 12. Januar 1818 im Alter von 79 Jahren in Göteborg.


19. April 1552: Olaus Petri und die schwedische Reformation 
19. April 1632: Sigismund, ein König nicht wie die anderen
19. April 1864: Der schwedische Architekt Erik Lallerstedt
19. April 1892: Sigfrid Lindström und die moderne Welt der Sagen 
19. April 1958: Mit der Fähre von Trelleborg nach Sassnitz 
19. April 2004: Per Verner-Carlsson, der Revolutionär des schwedischen Theaters 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 8. Juli 2013

Das Drottningholmsteatern in Stockholm

Wenn man heute vom Drottningholmsteatern oder dem Drottningsholms Schlosstheater spricht, so spricht man vom „neuen“ Theater, da das Theater, das bereits 1754 gegründet wurde am 25. August 1762 unter dramatischen Umständen am Namenstag von Königin Lovisa Ulrikas abbrannte. Als der fünfte Akte begann, stützte die französische Schauspielerin Marie Baptiste auf die Bühne und wollte Alarm schlagen, was jedoch gar nicht so einfach war, da das Publikum ihre Rufe für einen Teil des Schauspiels nahmen. Durch den Brand starben vier Personen und sämtliche Schauspieler verloren ihre Unterkunft, da sie alle im Theater wohnten.

Bereits am 8. Juli 1766 war dann das Drottningsholmsteatern wieder aufgebaut und wurde vom König begutachtet, bevor am folgenden Tag das Stück Rhadamiste et Zénobie von Prosper Jolyot de Crébillon aufgeführt wurde. Die Initiative für den Wiederaufbau des Schlosstheaters hatte Königin Lovisa Ulrika, die zu diesem Zweck den Architekten Carl Fredrik Adelcrantz mit den neuen Plänen beauftragte. Mit der gesamten Einrichtung der Bühnentechnik wurde Donato Stopani beauftragt, der in der Tat ein Meisterwerk vollbrachte.

Heute ist das Drottningholmsteatern auf Lovön das weltweit am besten bewahrte Theater aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Die Bühne selbst, die mit allen modernen und alten technischen Einrichtungen versehen ist, ist mit seiner Tiefe von 20 Metern die tiefste des Landes und erlaubt einen Dekorwechsel bei offenem Vorhang. Jeden Sommer wird das Drottningholms Slottsteatern erneut aktiv, wobei hier vor allem Ballettvorstellungen und Opern aus dem 17. und 18. Jahrhundert geboten werden und der Zuschauer in die Vergangenheit des Theaters zurückgeführt wird.


8. Juli 1319: Magnus Eriksson wird als Dreijähriger Schwedens König 
8. Juli 1319: Magnus Erikssons Weg nach Russland

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 19. Mai 2013

Jean Eric Rehn und der gustavianische Stil Schwedens

Als der Architekt und Graveur Jean Eric Rehn am 19. Mai 1793 starb, hatte er zwar einige interessante Gebäude Schwedens gebaut, so das Schloss Österby und das Schloss Väsby im Uppland, sowie das Schloss Ljung in Östergötland. Seine wahre Stärke war jedoch nicht die Architektur, sondern das Design und die Gravur zumal er  hier, durch den Einfluss des Stiles des französischen Königs Ludwig XVI. der Gründer des gustavianischen Stils war, eine der bedeutendsten Kunstrichtungen Schwedens.

Ursprünglich war Jean Eric Rehn als Zeichner von Befestigungen beim Militär beschäftigt, aber als er dann mit 23 Jahren nach Paris geschickt wurde um die Gravur zu studieren, wurde er Schüler des französischen Meisters Jacques-Philippe Le Bas, der ihn Jagdszenen stechen ließ. Nach seiner Rückkehr gehörte Rehn zu den wenigen Schweden, die in der Lage waren künstlerische Arbeiten als Kupferstiche zu liefern. Wie selbstverständlich begann Rehn daher französische Muster der schwedischen Mode anzupassen und wurde zum Modedesigner für Produkte aus Seide, Wolle und Leinen. So nebenbei begann er zusätzlich Tapetenmuster zu entwerfen und Muster für Juweliere und Porzellanfabriken zu zeichnen oder in Kupfer zu stechen. Mit der Zeit richtete er sogar eine Schule für Kupfergravur in der Kunstakademie ein.

Die Fähigkeit von Jean Eric Rehn als Graveur wurde natürlich auch am königlichen Hof bemerkt, was zur Folge hatte, dass der Künstler im Jahr 1755 von Königin Lovisa Ulrika nach Frankreich und Rom geschickt wurde um nach Ideen zu suchen, die man für die Einrichtung von Schlössern nutzen konnte. Als Rehn 16 Monate später nach Schweden zurückkehrte, gestaltete er den Anbau des Schlosses Drottningholm, richtete einige Räume des Stockholmer Schlosses ein und wurde von König Gustav III. gebeten auch Teile des Schlosses Gripsholm neu zu gestalten. Rehn hatte sich damit vom Zeichner von Befestigungen zu einem exklusiven Innenarchitekt entwickelt.


19. Mai 1951: Religionsfreiheit und Svenska Kyrkan in Schweden 
19. Mai 1956: Der schwedische Regisseur Kristian Petri

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 25. August 2012

Lovisa, ein adeliger Vorname Schwedens

Seit dem 25. August 1750 findet man am 25. August den Namenstag Lovisa in den schwedischen Kalendern, die verschwedischte Form des französischen weiblichen Vornamens Louise, der wiederum eine Ableitung von Ludvig ist. Erstmals bekannt geworden wurde der Vorname Lovisa in Schweden im 17. Jahrhundert, wenige Jahre nachdem Adolf Fredrik von Schweden Lovisa Ulrika von Preußen geheiratet hatte. Die Koseform von Lovisa, einem Namen, der in Schweden immer noch sehr geläufig ist, ist oft Lova.

Dass Lovisa im Jahre 1750 als Namenstag in den Kalendern des Landes auftauchte, hat natürlich mit der vorgenannten Ehe zu tun, denn der Kronprinz Adolf Fredrik heiratete Lovisa Ulrika von Preußen im August des Jahres 1744 in Berlin. Hier beginnt dann jedoch ein kleines Problem, denn die Ehe fand nach dem Julianischen Kalender, der damals noch in Schweden galt, am 18. August statt, nach dem Gregorianischen Kalender, der 1753 eingeführt wurde, jedoch am 29. August. Wie man daher beim Namenstag Lovisa auf den 25. August kam, ist unbekannt, denn es gibt kein wichtiges Ereignis, das man an diesem Tag mit Lovisa Ulrika in Verbindung bringen kann.

Lovisa Ulrika von Preußen war von 1751 bis 1771 durch die Ehe mit Adolf Fredrik die Königin Schwedens. Als es darum ging, ob Lovisa Ulrika oder ihre Schwester Amalie den schwedischen König heiraten sollte, sah der gemeinsame Bruder Amalie für besser geeignet, da er Lovisa Ulrika als eine hochmütige, aufbrausende Intrigantin bezeichnete. Aber auch wenn Lovisa Ulrika das oberflächliche Vergnügungsleben am schwedischen Hof suchte und auch an so mancher Intrige beteiligt war, so war die Meinung des Bruder mehr darin zu suchen, dass er Amalie als bessere Diplomatin im Sinne des preußischen Hauses sah.


25. August 1955: Die Bibliothekstantieme (Biblioteksersättning) in Schweden
25. August 1956: Anders Franzén findet das Kriegsschiff Vasa 

Copyright: Herbert Kårlin 

Sonntag, 19. August 2012

Das Schlosstheater Drottningholm auf Lovön im Mälaren

Am 19. August 1922 wurde das historische Drottningholmsteatern (Schlosstheater Drottningholm) auf der Insel Lovön im Mälaren nach einer über 70-jährigen Pause und einer kunstvollen Restauration neu eröffnet. Bereits nach dem Mord an Gustav III. im Jahre 1792 war das Theater nur noch sehr selten benutzt worden, da sich die folgenden Könige und Königinnen wenig für diese Art von Vergnügen interessierten und nach dem Mord ein gewisser Schatten über dem Theater hing. Das letzte Stück vor der Wiedereröffnung war dann 1858 zur Geburt von Gustav V. geboten worden.

Das ursprüngliche Schlosstheater Drottningholm wurde bereits 1754 gegründet, brannte dann jedoch bereits am 25. August 1762 vollkommen ab. Auf Initiative von Lovisa Ulrika wurde dann an der gleichen Stelle ab 1764 ein neues Theater erbaut, das am 9. Juli 1766 mit „Rhadamiste et Zénobie“ eröffnet wurde. Die Vorstellungen wurden überwiegend von adeligen Amateurschauspielern gegeben, auch wenn, bis zum Bau des Gustavianschen Opernhauses, bisweilen auch die Theatergruppen Stockholms eingeladen wurden.

Das Schlosstheater Drottningholm ist heute das am besten bewahrte Barocktheater Europas, wobei auch heute noch die Kulissen und die ursprünglichen technischen Einrichtungen des 18. Jahrhunderts benutzt werden. Das Repertoire, das jeden Sommer im Theater angeboten wird, sind ausschließlich Opern und Ballettvorstellungen aus dem 17. und dem 18. Jahrhundert, wobei, bis auf wenige Ausnahmen, auch ausschließlich historische Instrumente der Zeit benutzt werden, was jeden Besuch des Theaters zu einem außerordentliches Erlebnis macht.


19. August 1772: Schwedischer Staatsstreich mit großen Folgen
19. August 1808: Henrik af Chapman macht den Schiffsbau zur Wissenschaft 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 23. Juli 2012

Erik Brahe will die schwedische Königsmacht stärken

Erik Brahe starb am 23. Juli 1756 auf dem Schafott, da er an einer Verschwörung beteiligt war, die die Königsmacht im Land stärken sollte. Er beendete damit seine bis dahin glänzende Laufbahn, die ihn vom einfachen Ritter in der Kavallerie Skånes bis zur ritterlichen Leibgarde des Königs bgebracht hatte. Als Graf hatte Brahe zudem im schwedischen Reichstag einen gewissen Einfluss erlangt. Leider ließ er sich in dieser Position von Königin Lovisa Ulrika in eine Konspiration verstricken.

Lovisa Ulrika wollte die Macht des Königs in Schweden ausdehnen und suchte daher in ihrer Umgebung so viele Verbündete wie möglich. In diesem Rahmen verpfändete sie selbst die Kronjuwelen, die jedoch Eigentum des Landes waren. Erik Brahe ließ sich nur zu gerne von dieser Änderung überzeugen, die nach dem Umsturz auch die Macht des Adels beschränkt sein sollte, was ihm einen höheren Einfluss und eine höheres Einkommen bringen konnte. Allerdings rechneten weder die Königin noch Brahe damit, dass die Hofdame Ulrika Strömfelt den Plan verraten würde.

Am 22. Juni 1756 wurde der Plan während eines Reichstags, bei dem auch Erik Brahe anwesend war, aufgedeckt und am 16. Juli fiel bereits das Urteil. Alle Beteiligten, außer dem Königspaar, wurden zum Tode verurteilt und sämtliche ihre Güter wurden eingezogen. Die 22-jährige Ehefrau Brahes, die gerade ein Kind erwartete, versuchte die Richter und den Reichsrat, der für Begnadigungen zuständig war, umzustimmen um das Leben ihres Mannes auf jede erdenkliche Weise zu retten, ohne jedoch irgendeinen Erfolg zu erreichen. Am 23. Juli 1756, nur eine Woche nach dem Urteil, wurde Erik Brahe öffentlich hingerichtet.


23. Juli 1373: Visionen der Heiligen Birgitta
23. Juli 1896: Untergang der S/S Freja af Fryken in den Frykensjöarna

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 12. Februar 2012

Adolf Fredrik stirbt an einer Lebensmittelvergiftung

Am 12. Februar 1771 starb der schwedische König Adolf Fredrik an einem Schlaganfall im Stockholmer Schloss, der nach Aufzeichnungen von Johan Gabriel Oxenstierna auf eine Lebensmittelvergiftung oder zu viel und zu fettes Essen zurückzuführen sein soll. Der König hatte kurz vor seinem Tode Hummer, Kaviar, Bückling, Fleisch, Kohl und anderes mehr gegessen, bevor er die Mahlzeit noch mit „hetvägg“, also Semlor, abschloss. Nur kurz nach diesem ausschweifenden Essen starb Adolf Fredrik einen, nach Oxenstierna, nicht sehr rühmlichen Tod.

Adolf Fredriks Nachfolger, Gustav III., verweilte zum Zeitpunkt des Todes in Paris, wo er vom Leben am Hofe, der Oper und dem Theater profitierte. Erst einen Monat nach dem Verscheiden von Adolf Fredrik erhielt er während eines Opernbesuches die Todesnachricht, woraufhin er unmittelbar nach Schweden zurückkehrte und ein Jahr später durch einen Staatsstreich der Freiheitszeit Schwedens ein Ende setzte und die absolute Macht über das Land übernahm.

Auch wenn Adolf Fredrik selbst nur durch Intrigen an die Macht kam, so spielte er als König nur eine sehr geringe Rolle für die Geschichte Schwedens, da er sich nicht nur von seiner Frau, Lovisa Ulrika von Preussen, massiv beeinflussen ließ, sondern auch ein Spielball der verschiedenen Parteien war und es nie verstanden hatte ein so großes Reich wie Schweden zu regieren. Während seiner Regierungszeit wurde Schweden eher von den Wünschen der Nachbarländer beeinflusst als dem Willen des Königs.

12. Februar 1959: Die schwedische Sängerin Susanne Alfvengren

Copyright: Herbert Kårlin