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Dienstag, 22. September 2015

Der satirische Zeichner und Künstler Ivar Starkenberg

Auch wenn Ivar Starkenberg im Laufe seines Lebens sehr viele unpolitische Zeichnungen aus dem Sport- und dem Kulturleben veröffentlichte und auch als Künstler tätig war, galt er bei seinem Tod am 22. September 1947 als einer der wichtigsten politischen, satirischen Zeichner Schwedens. Noch weniger bekannt als seine kulturellen Zeichnungen waren allerdings seine Gedichte, die er unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlicht hatte. Von seinem schöngeistiges Jugendwerk, das er unter dem Namen Brutus veröffentlicht hatte, wollte der Künstler später selbst nichts mehr wissen und gab vor sich nicht mehr daran zu erinnern.

Ivar Starkenberg war am 27. Februar 1886 als Sohn eines Zöllners in Stockholm zur Welt gekommen und begann mit 13 Jahren in wechselnden Berufen zu arbeiten, zu denen man keine Ausbildung benötigte, verdankte es jedoch seiner Intelligenz zum Buchhalter aufzusteigen und wurde 1990 Hausmeister im Reichstag. Um diese Zeit begann sich Starkenberg auch für Karikaturen zu interessieren, parallel zu seinem Engagement in der immer stärker werdenden Arbeiterbewegung Schwedens, was sich in seinem Album Farbröder aus dem Jahre 1912 zeigt, einer Sammlung an Karikaturen der damaligen Parlamentarier. Obwohl Starkenberg auch als Zeichner ein Autodidakt war, begann er ab 1913 satirische Zeichnungen in der Presse der Arbeiterbewegung zu veröffentlichen.

Sehr früh wurden die Karikaturen von Ivar Starkenberg in Zeitungen wie dem Social-Demokraten, Söndags-Nisse und dem Grönköpings Weckoblad veröffentlicht, wobei er ab 1912, gemeinsam mit Erik Lindorm, auch die satirische Zeitschrift Naggen, den schwedischen Simplicissimus, herausgab, die bis 1922 existierte. Auch wenn Starkenberg sich im Grunde am Rande des extrem linken Flügel der Sozialdemokraten Schwedens bewegte, entwickelte er sich ab den 20er Jahren zum wichtigsten zeichnerischen Agitator der Partei und erhielt auch den Auftrag mehrere der Plakate der Sozialdemokraten zu malen. Eine besondere Eigenart des satirischen Zeichners war, dass er bei der politischen Satire keine Auftragsarbeit annahm, sondern grundsätzlich nur seine selbst geschaffenen Werke zur Veröffentlichung anbot.


22. September 1782: Fredrik Westin, vom Portraitmaler zum Maler von Altarbildern
22. September 1790: Anders af Botin und die Geschichtsschreibung Schwedens
22. September 1855: Der schwedische Architekt Gunnar Asplund 
22. September 1906: Oscar Levertin, Autor, Literaturkritiker und Professor
22. September 1932: Ingo (Ingemar Johansson) wird Weltmeister im Schwergewicht
22. September 1959: Johan Norberg und der moderne Jazz Schwedens
22. September 1993: Kommerzielle Radiostationen erreichen Schweden
22. September 2008: Olov Svedelid, Kriminalromane im Stockholmer Milieu

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Dienstag, 5. Februar 2013

Mäster Palm, der Schneider wird zum Agitator

Am 5. Februar 1849 kam August Teodor Palm in Fårabäck in Skåne zur Welt, ein Mann, der später als Mäster Palm bekannt wurde. Als August zehn Jahre alt war, starb der Vater und der Junge kam in eine Pflegefamilie eines Schneiders, wo er wie selbstverständlich auch dieses Metier erlernen musste. Als er mit 18 Jahren seine Wanderjahre begann, kam er in Dänemark und in Deutschland sehr schnell mit der Gewerkschaftsbewegung und dem sozialistischen Gedankengut in Kontakt und verstand die Macht, die davon ausgehen konnte.

Allerdings war der Weg zur Arbeiterbewegung und damit zur Sozialdemokratie nicht ganz einfach, denn aus Deutschland wurde er wegen seiner Aktivität als Kämpfer für die Rechte der Arbeiter ausgewiesen, so dass er seine Gesellenjahre nur in Dänemark abschließen konnte. Als Mäster Palm dann 1881 nach Schweden zurückkehrte, so war es für ihn eine klare Sache dort den damals noch sozialistischen Gedanken zu verbreiten und für die Rechte der Arbeiter einzutreten. Als erstes Forum bot sich für August Palm die Stadt Malmö an.

Am 6. November 1881 hielt Mäster Palm seine erste Rede zum Thema „Was wollen die Sozialisten?" und drei Wochen später hatte er bei seiner zweiten Rede bereits 800 Zuhörer. Am 18. Dezember begann August Palm dann durch Schweden zu reisen um seine Gedanken zu verbreiten. Überall im Land fand er Unterstützung, nicht zuletzt in Göteborg, wo er von Beginn an von C. M. Heurlin unterstützt wurde. Bereits 1882 gründete August Palm in Malmö die sozialdemokratische Zeitung Folkviljan und 1885 den Social-Demokraten. Obwohl Mäster Palm der Gründer der sozialdemokratischen Bewegung war, wurde er bald von Hjalmar Branting überschattet, nicht zuletzt deswegen, weil Palm das Königshaus und den schwedischen Militarismus kritisierte, was Branting elegant zu vermeiden wusste.


Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 18. Oktober 2011

Hjalmar Branting wird zum dritten Mal Ministerpräsident

Am 18. Oktober 1924 wurde Hjalmar Branting, nach zwei kurzen Unterbrechungen, zum dritten Mal sozialdemokratischer Ministerpräsident Schwedens. Bereits 1907 war Karl Hjalmar Branting Vorsitzender der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Schwedens geworden und 1920 dann der erste Ministerpräsident der schwedischen Sozialdemokraten, trotz seines bürgerlichen Hintergrundes, der ihn ursprünglich weit von der Arbeiterschicht entfernte.

Hjalmar Branting Büste, öffentliches Werk des Künstlers Carl Eldh in Göteborg

Hjalmar Branting, der am 23. November 1869 geboren wurde und am 24. Februar 1925 starb, kam durch seine zahlreichen Reisen in Berührung mit dem Marxismus und bereits 1878, im Alter von 18 Jahren, bezeichnete er sich, vermutlich als der erste Schwede, als Sozialdemokrat. Das Vermögen, das er zwei Jahre später beim Tod seiner Eltern erbte, verschwand so schnell wie er es bekommen hatte, nämlich durch Feste, Bürgschaften und Kredite, die er freizügig vergab. Insbesondere durch seine Verstöße gegen die Pressefreiheit landete Branting zudem mehrmals im Gefängnis und wurde zu Geldstrafen verurteilt, was jedoch seinem Ruf als Kämpfer nur half.

Hjalmar Branting kämpfte von 1887 bis 1917 über die Zeitschrift Social-Demokraten für die Rechte der Arbeiter und das Allgemeine Wahlrecht in Schweden. Seinen Durchbruch hatte er jedoch im Jahre 2017, als er bei den Hungerkrawallen, die kurz vor heftigen Straßenschlachten waren, da sich rechte Bürgerwehren entwickelten, die den „hungernden Mob“ klein kriegen wollten, zwischen Regierung und Arbeitern vermittelte und damit die Krise abbaute und die Regierung die Bürgerwehren verbot. Aus gesundheitlichen Gründen musste Branting jedoch am 24. Januar 1925 von seinem Amt zurücktreten und Rickard Sandler wurde dadurch der neue Ministerpräsident Schwedens.

18. Oktober 1854: Der schwedische Polarforscher Salomon August Andrée
18. Oktober 2009: Lars Schmidt bringt das Musical nach Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 10. März 2011

Hjalmar Branting verändert Schweden

Am 10. März 1920 bildete Hjalmar Branting die erste sozialistische Regierung Schwedens und wird erster sozialistischer Premierminister. Seine ruhige Art und der Kampf gegen rechten und linken Extremismus beeinflusste die schwedische Regierung bis heute und führte Schweden zu einer Demokratie, die sich vom Volk aus entwickelte und nicht durch politische Entscheidungen diktiert wurde.

Bevor Hjalmar Brantning jedoch dem schwedischen Volk die sozialistischen Ziele näher bringen konnte, gingen nahezu 40 Jahre ins Land. Hjalmar Branting benutzte für die Verbreitung seiner Ideen vor allem die von August Palm gegründete Zeitung Social-Demokraten, dessen Chefredakteur er 1887 wurde, knapp zwei Jahre nach der Gründung der Zeitung. Branting, der viele seiner Ideen von Palm, dem Gründer der sozialdemokratischen Bewegung Schwedens übernommen hatte, arbeitete bis 1917 für den Social-Demokraten.

Seinen Einfluss innerhalb der sozialistischen Bewegung Schwedens verdankt er vor allem seiner Theorie, dass eine Veränderung der Gesellschaft auf friedliche Weise und durch freie Wahlen entstehen muss und nicht durch eine gewaltsame Revolution, was er bei seiner bekanntesten Rede in Gävle im Jahre 1886 deutlich zum Ausdruck brachte. Branting glaubte an Frieden, der durch ein sicheres, internationales Rechtssystem entstehen kann und nahm damit bereits Ende des 19. Jahrhunderts den Gedanken eines gemeinsamen Europas auf.

10. März 1911: Olof Lagercrantz, der umstrittenste Literaturkritiker Schwedens
10. März 1976: Astrid Lindgren und der Widerstand gegen sie Steuern 

Copyright: Herbert Kårlin