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Donnerstag, 24. Januar 2013

Der Frufridagen in Schweden, ein freier Tag für die Frau

Als Lennard Hyland in seinem Radioprogramm Karusellen am 23. Januar zum 24. Januar 1954 den ersten Frufridagen, den Tag der freien Frau, ausrief, ahnte niemand, dass dieser Tag je in die Liste der Thementage aufgenommen würde, noch welche Reaktion dieser Aufruf bewirken würde, der von sehr vielen Zuschauern nicht als Diskussionspunkt betrachtet wurde, sondern als offizielle Meldung. Hyland hatte nahezu zu einer Revolution aufgerufen, denn ein freier Tag für Frauen war für sehr viele Schweden undenkbar.

Dabei war der Aufruf zu einem Frufridagen nichts anderes als eine der Wunsch nach einer Art zweitem Muttertag, mit dem Unterschied, dass man die Frau an diesem Tag nicht ehren sollte, sondern ihr nur einen Tag lang die gesamte Hausarbeit abnehmen sollte. Der Ehemann sollte sich dadurch nur einmal im Jahr dazu bewegen das Essen zu kochen, Wäsche zu waschen, zu spülen, sauber zu machen und sich um die Kinder kümmern, damit er sich eine klare Vorstellung davon machen konnte welche Leistung eine Hausfrau im Jahre 1954 pro Tag zu bringen hatte.

Nach der ursprünglich etwas humoristischen Sendung ging die Diskussion tagelang durch die Presse, denn Sportklubs machten sich Gedanken darüber was an diesem Tag aus Wettbewerben würde, wenn die Männer die Windeln wechseln müssen und einige Geschäfte boten am Frufridagen Rabatte für weibliche Käufer. Immerhin gelang es Lennard Hyland, dass dieser Thementag noch heute existiert, auch wenn die Statistiken zeigen, dass der Tag nur geringe Folgen zeigt und noch heute eine Frau im Durchschnitt doppelt so viel Hausarbeit leistet als ein Mann, da Hausarbeit nun einmal Frauensache ist, selbst wenn sich die Frau heute ebenfalls ihre 40 Stunden in der Woche am Arbeitsplatz befindet.


24. Januar 1781: Das Toleranzedikt erlaubt die Ausübung anderer Religionen
24. Januar 1882: Sigfrid Siwertz und die konservative Bourgoisie Schwedens
24. Januar 1991: Bo Setterlind, das religiöse Erwachen in der Romantik  

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 15. Januar 2013

Der Tag der Tulpen in Schweden


Seit 24 Jahren wird in Schweden am 15. Januar jeden Jahres der Tag der Tulpen gefeiert, wobei die verschiedenen Farben der Tulpen das Symbol dafür sind, dass das Licht zurückkehrt und damit den ersten Hauch des kommenden Frühlings vermitteln. Die Tulpen, die man an diesem Tag geschenkt bekommt (oder selbst kauft), sind ein Zeichen des Lebens und der Energie, die die wachsenden Lichttage mit sich bringen. Und so ganz nebenbei belebt der Verkauf von Tulpen das Geschäft der zahlreichen Blumenhändler des Landes.

Schweden hält den Weltrekord wenn man die Menge der gekauften Tulpen mit der Menge der Einwohner vergleicht, denn allein zwischen Weihnachten und Ostern werden in Schweden rund 130 Millionen Tulpen verkauft, also 14 Stück pro Einwohner. Während man zu Weihnachten jedoch nur rote Tulpen anbietet und zu Silvester nur weiße, ist der 15. Januar der Auftakt für alle Farben des Frühlings. Auch wenn am ersten Tag der Tulpensaison ein Rekordverkauf stattfindet, so setzt der Verkauf von Tulpenbuketts noch bis Ostern fort um dann anderen Blumen Platz zu machen.

Unter den 6000 Tulpenarten, die es weltweit gibt, werden in Schweden etwa 400 Sorten angebaut, die auf Grund des Klimas allerdings über das ganze Land verteilt in gigantischen Gewächshäusern wachsen. Tulpen kamen erst im 19. Jahrhundert nach Schweden, als eine erste Kollektion an Tulpenzwiebeln der Darwintulpen von E. H. Krelage aus dem holländischen Haarlem importiert wurden und sich dann in sehr kurzer Zeit zur schwedischen Lieblingsblume entwickelten, zu Blumen, die in der Vase in der Regel eine Woche lang ihre volle Pracht behalten.


15. Januar 1986: Josef Högstedt, der beliebte Lyriker Pälle Näver
15. Januar 1987: Der mysteriöse Tode von Carl Algernon
15. Januar 2005: Sven Christer Swahn, von der Lyrik bis Science Fiction

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 18. Dezember 2012

Der Tag des Kuchens in Schweden

Wenn man in Schweden nach dem Kakans Dag, dem Tag des Kuchens sucht, so findet man hunderte von Hinweisen, Kalendern und Listen, die diesen Thementag auf den 18. Dezember legen. Und da man sich in Schweden kaum noch Gedanken über die Entstehung oder den Sinn eines bestimmten Thementags macht, so wurde der Tag des Kuchens auch sehr schnell allgemein angenommen und als selbstverständlich betrachtet.

Wer dagegen beim Kakans Dag etwas weiter sucht, stellt sehr schnell fest, dass nicht einmal die Konditoren Schwedens behaupten, dass sie diesen Tag geschaffen haben, auch wenn viele unter ihnen in ihren Schaufenstern darauf aufmerksam machen damit das Geschäft am 18. Dezember einen kleinen Schub bekommt, egal wer die Idee dafür hatte und welche Ursache dahintersteckt. Schließlich wird der Tag des Kuchens ja in der Liste der Thementage aufgeführt.

Der Sinn eines Tags des Kuchens kann natürlich sein, dass man wieder einmal daran denken sollte einen Kuchen zu backen, oder einen gekauften zu essen, oder so viel Kuchen wie möglich zu essen. Und dennoch wird man nie erfahren können wer die Idee zu diesem Tages hatte, wie er oder sie die Idee verbreitete und was wirklich dahintersteckt, denn der Kakans Dag hat keine Geschichte und konnte nur entstehen, weil jede Idee eines Thementages in Schweden ankommt, egal ob es sich um einen Scherz handelt oder eine Industrie das richtige Stichwort auf Twitter oder Facebook hinterlässt.

18. Dezember 1290: Der schwedische König Magnus Ladulås

18. Dezember 1869: Hilma Borelius, Wissenschaft und Frauenrecht in der Literatur 
18. Dezember 1936: Ulla Trenter, zwischen Kriminalroman und Novelle

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 14. November 2012

Der Tag des Käsekuchen (Ostkakans dag) in Schweden

Der Tag des Käsekuchen (Ostkakans dag) wurde von den Freunden des Käsekuchen erstmals am 14. November 2004 ausgerufen, wobei der Verein, der nur ein Jahr vorher gegründet worden war, dabei natürlich vor allem an den Käsekuchen aus dem Småland dachte, der seine Ahnen bereits im 17. Jahrhundert hat und, zumindest früher, bei keinem Fest im Småland fehlte, was man auch in Astrid Lindgrens Buch Emil i Lönneberga nachlesen kann, wo eines dieser Feste sehr anschaulich beschrieben ist.

Auch wenn der Ostkaka als Nationalgericht des Småland betrachtet wird und jeder Schwede bei einem Käsekuchen zuerst an das Rezept aus dem Småland denkt, so gibt es andere Variationen von Käsekuchen in ganz Schweden und im Hälsingland schwört man daher auch auf die eigene Variante, den Hälsingeostkakan. Beide Regionen lassen es sich auch nicht nehmen am 14. November Backwettbewerbe zu veranstalten bei denen das beste Rezept und der beste Geschmack gesucht wird, wobei im Småland sogar eine Meisterschaft im Käsekuchenbacken ausgetragen wird.

Der Käsekuchen aus dem Småland wird als Zwischenmahl oder als Nachspeise gegessen, wobei das Dessert normalerweise mit etwas Schlagsahne und Sauerkirschmarmelade (
klarbärssylt) serviert wird. Traditionell wird der småländsk Ostkaka auch von innen nach außen gegessen, da in der Mitte der cremige Teil zu finden ist. Der etwas trockenere äußere Teil war für die weniger wichtigen Gäste oder auch Dienstboten gedacht, die die Reste des Kuchens essen durften. Die Hauptbestandteile des schwedischen Käsekuchens sind lediglich Milch, Weizenmehl und Käselab (Ostlöpe).

14. November 1907: Astrid Lindgren, von Pippi Langstrumpf bis zu Emil und Ronja
14. November 1907: Astrid Lindgren und ein erfundenes Schweden
14. November 1948: Kristina Lugn, Poesie und Drama einer Außenseiterin
14. November 1994: Die nordländische Modeschöpferin Paula Fahlander 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 11. November 2012

Der Tag der Schokolade (Chokladens Dag) in Schweden

Wie so viele Thementage in Schweden, so liegt auch hinter dem Tag der Schokolade am 11. November jeden Jahres ein kommerzielles Interesse, denn er wurde von der Malmöer Schokoladenfabrik im Jahre 2008 erstmals bekannt gemacht um auf das Schokoladenfestival der Firma aufmerksam zu machen. Auch wenn dieses Festival mittlerweile nicht mehr stattfindet, so griff die Idee des Tages der Schokolade in Schweden um sich und gegenwärtig zeigen sich zahlreiche Städte, Restaurants und Cafés Schwedens sehr einfallsreich, damit dieser Tag möglichst lange erhalten bleibt.

Aber genau genommen kam die Idee des Tages der Schokolade nicht einmal aus Malmö, sondern dem italienischen Perugia, wo eine Konditorei bereits 1993 einen Chokladens Dag ausrief, der dazu dienen sollte auf die hohe Qualität der Schokolade hinzuweisen, die die Konditorei verarbeitete und auch herstellte. Die Besitzer hatten das Gefühl bekommen, dass die meisten Käufer sehr wenig über Schokolade wussten und daher jede Art des Produkts der gleichen Gruppe zuordnete, die eben unter dem Überbegriff Schokolade bekannt war.

Wenn man einen Blick zurück in die Geschichte macht, so stimmt diese Aussage natürlich in gewisser Weise, denn als Carl von Linné mit der Nahrung der Götter (Theobroma cacao), dem Kakaobaum, nach Schweden kam, so kannte er nur die Zubereitung von Trinkschokolade. Erst Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte man dann in Schweden die Herstellung von fester Schokolade und es erschienen Leitfäden für Hausfrauen, die dabei halfen zu Hause Blockschokolade herzustellen. Erst dies waren die Weichen zur Verfeinerung der Rezepte und der Kunst Schokolade für jeden Geschmack herzustellen.


11. November 1882: Gustav VI. Adolf, der König mit Interesse für Archäologie
11. November 1887: Anton Nilson, ein Held als Verbrecher
11. November 2008: Lasse Sandberg und die Welt seiner Kinder 

Copyright: Herbert Kårlin