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Dienstag, 13. Februar 2018

Der schwedische Künstler Pelle Swedlund

Als Pelle Swedlund am 13. Februar 1947 in Gävle starb, gehörte er zu jenen Künstlern, die in offiziellen Kreisen nahezu unbekannt waren, obwohl er noch 40 Jahre vorher bedeutende Ausstellungen hatte und über viele Jahre hinweg auch der Intendant der Thielska Gallerie in Stockholm war. Dieses Problem hing vor allem damit zusammen, dass Swedlund ein Einzelgänger unter den schwedischen Künstlern war und sich bei seinen Gemälden kaum um künstlerische Strömungen Schwedens kümmerte, sondern seinen eigenen Weg gehen wollte.

Pelle Swedlund kam am 6. Oktober 1865 als Sohn eines Lehrers in Gävle zur Welt und begann 1885, nach seiner Hochschulreife, ein Studium an der Universität Uppsala zum Lehrer. Sehr schnell entdeckte Swedlund jedoch seine Neigung zur Kunst und bereits 1889 wechselte er zur Kunstakademie über um dort drei weitere Jahre zu studieren. Die folgenden 20 Jahre verbrachte der Künstler dann nahezu ständig im Ausland, wobei seine bedeutendsten Gemälde während seiner Aufenthalte in belgischen Brygge und der Sommeraufenthalte auf Visby entstanden, die man heute in den größten Museen Schwedens finden kann.

Pelle Swedlund zeichnete sich insbesondere als Landschaftsmaler aus, wobei er zwar, wie viele seine Kollegen, vom Symbolismus der Zeit geprägt wurde, diesen jedoch mit den nationalromantischen Gefühlen verband und dabei Gemälde schuf, die geradezu mystisch wirken und auf Grund seines Symbolismus teilweise unverständlich bleiben, da Swedlund davon ausging, dass seine Werke mit dem Gefühl betrachtet werden müssen. In späteren Jahren verzichtete der Künstler auch auf jede Perspektive und ersetzte die Motive durch ausgeprägte Farbflächen, was sicher auch einer der Gründe war, warum Swedlund nach seinem Tod nahezu vergessen wurde.


13. Februar 1660: Karl X. Gustav stirbt an einer Blutvergiftung
13. Februar 1822: Die schwedische Uhrmacherin Betty Linderoth
13. Februar 1834: Der schwedische Künstler Alfred Wahlberg
13. Februar 1843: Der schwedische Künstler Georg von Rosen
13. Februar 1950: Die schwedische Schauspielerin Eva Britt Remaeus
13. Februar 1995: Metro, die kostenlose Tageszeitung Schwedens
13. Februar 2003: Tore Fredrik Wretman und die schwedische Kochkunst

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 11. April 2015

Ferdinand Boberg, Architekt und Designer

Ferdinand Boberg wurde am 11. April 1860 als Sohn eines Grubenarbeiters in Falun geboren, der jedoch kurz nach der Geburt des Jungen zum Grubenvogt ernannt wurde. Nach seiner Hochschulreife im Jahre 1878 zog Boberg nach Stockholm um sich an der Königlichen Technischen Hochschule zum Maschinenbauingenieur auszubilden, aber da der Student sich in Stockholm mehr unter Architekten als unter Maschinenbauern aufhielt, änderte er schon bald sein Ziel und 1882 legte er sein Examen als Architekt ab.

Ferdinand Boberg gab sich jedoch nicht mit diesem Abschluss zufrieden, sondern setzte ein Architekturstudium anschließend an der Kunstakademie fort. Als Boberg zwei Jahre später auch dieses Studium beendete, wurde er für seine Leistungen mit der königlichen Medaille ausgezeichnet. Bevor Boberg jedoch 1886 in Stockholm tatsächlich als Architekt zu arbeiten begann, machte er noch eine ausgedehnte Studienreise nach Italien und Frankreich, was sich bei seinen späteren Bauten sehr deutlich zeigte, da der Architekt die Bauweise des Mittelmeers sehr häufig in seine eigenen Bauten integrierte.

Zu Beginn seiner beruflichen Aktivität verwirklichte Ferdinand Boberg vor allem Elektrizitätswerke, Brandstationen oder auch eine Gasglocke, die stark von der Architektur Viollet-le-Ducs beeinflusst war, was sich jedoch 1897 änderte, als Boberg einer der leitenden Architekten der Stockholmsutställning (Stockholmer Ausstellung) wurde, denn nach diesem Durchbruch fand er seinen eigenen Stil,der sich an Bauten wie der Thielska galleriet, dem Großen Zollhaus oder dem Kaufhaus NK in Stockholm deutlich zeigt. Die wirkliche Leistung Bobergs zeigt sich allerdings am Schloss Bjertorp, denn hier zeichnete der Architekt nicht nur das Jugendstil-Gebäude, sondern war auch für das gesamte Design der Räume zuständig und entwarf sehr viele der Möbel.


11. April 1833: Der schwedische Ministerpräsident Fredrik Wilhelm von Otter
11. April 1837: Der schwedische Kampf gegen den Alkohol
11. April 1899: Gustaf Emanuel Beskow und das Schulwesen
11. April 1940: Schweden rüstet sich gegen Deutschland
11. April 1973: Szenen einer Ehe, ein Film von Ingmar Bergman
11. April 1977: Die schwedische Sängerin Sara Löfgren
11. April 1990: Ivar Lo-Johansson, ein Pfeiler der Arbeiterliteratur Schwedens
 
Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Montag, 18. August 2014

Ernest Thiel, Bankier und Kunstsammler

Ernest Thiel kam am 18. August 1859 als Sohn eines aus Belgien eingewanderten Maschinenbauingenieurs in Norrköping zur Welt und wurde von seinem Vater bereits im Alter von 15 Jahren nach Hamburg geschickt um bei der Norddeutschen Bank den Beruf eines Bankiers zu erlernen. Bei seiner Rückkehr nach Schweden im Jahre 1877 wurde er unmittelbar bei der Stockholms Enskilda Bank angestellt und lernte seinen späteren Geschäftspartner Knut Agathon Wallenberg kennen. Seine Kenntnisse und sein Gefühl für Geld brachten Thiel sehr schnell den erhofften Aufstieg und schon in den 80er Jahren war er einer der bekanntesten Bankiers Schwedens.

Ende der 80er Jahren, als die Stockholms Enskilda Bank mit dem Emissionshandel begann, begann auch seine ausgedehnte Partnerschaft mit Wallenberg. Die beiden Finanzgenies ergänzten sich und machten in wenigen Jahren enorme Gewinne. Zur Jahrhundertwende galt Thiel bereits als einer der reichsten Männer Schwedens. Allerdings waren die Geschäfte der beiden Partner nicht immer ganz lupenrein, denn sie nahmen auch ihre Konkurrenten mit Lügengeschichten aus und wurden wegen unseriösem Optionshandel mehrmals von den Medien kritisiert, aber Geld war den beiden Geschäftsmännern weitaus wichtiger als ein guter Ruf.

Während seiner Glanzzeit entwickelte sich Ernest Thiel auch zum Mäzen und erwarb Gemälde der bedeutendsten Maler Schwedens, unter anderem von Anders Zorn, Carl Larsson, Bruno Liljefors und Edvard Munch. Mit der Wirtschaftskrise ab dem Jahre 1920 ging es jedoch mit Thiel abwärts, da sein Imperium auf das Wirtschaftswachstum baute. Bereits 1924 waren aus dem Vermögen des Bankiers hohe Schulden geworden und er war gezwungen seine Kunstsammlung und sein luxuriöses Wohnhaus dem Staat zu verkaufen, der das Gebäude anschließend zur Thielska galleriet umwandelte. Den verbleibenden Gewinn aus dem Verkauf investierte Thiel in Mietwohnungen in Stockholm. Da die Mieteinnahmen jedoch nicht seinen üblichen Lebensstandard finanzieren konnten, starb der Bankier am 6. Januar 1947 verarmt und mit einem Gesamtkapital von 4245 Kronen.


18. August 1810: Die Bernadottes übernehmen die Macht in Schweden
18. August 1812: Der letzte Reichstag in Örebro
18. August 1951: Kaffeerationierung in Schweden
18. August 1956: Die Gründung des Samenrats in Karasjok 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 7. Januar 2012

Die Thielska Galleriet, ein Kunstmuseum in Stockholm

Am 7. Januar 1926 öffnete das Kunstmuseum Thielska Galleriet im Stockholmer Stadtteil Djurgården seine Türen für die Allgemeinheit, das vermutlich vornehmste und architektonisch interessanteste Kunstmuseum der schwedischen Hauptstadt. Die Thielska Galleriet, die von einer Stiftung getragen wird, allerdings in Gebäuden, die mittlerweile dem Staat gehören, findet man weltweit die größte und interessanteste Sammlung von Edvard Munch. Neben Munch werden in diesem Kunstmuseum vor allem Werke des schwedischen Konstnärförbundets zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgestellt.

Die Thielska Galleriet wurde von Ernest Thiel gegründet, der als einer der bedeutendsten Kunstsammler Schwedens gilt. Ab 1896 kaufte Ernest Thiel Kunstwerke, die er in seinem Wohnhaus, das sich immer mehr zu einer Privatgalerie entwickelte und nur wenig einer Wohnung glich, ausstellte. Nach dem ersten Weltkrieg ging sein Finanzimperium dem Ende entgegen und 1922 war der Kunstsammler und Mäzen gezwungen das Gebäude und seine Sammlung dem schwedischen Staat zum Kauf anzubieten. Bereits 1924 kaufte der schwedische Staat dann Gebäude und Sammlungen, um das Bauwerk, erneut zwei Jahre später, als Kunstmuseum der Allgemeinheit zu öffnen.

Die Thielska Galleriet wurde vom Architekten Ferdinand Boberg im Jugendstil erbaut und liegt auf dem Blockhusudden, einem Standort, den Ernest Thiel nur notgedrungen akzeptierte, denn ursprünglich war das Gebäude in nächster Nähe von Prinz Eugens Residenz gedacht. Vielleicht wäre dieser Plan auch genehmigt worden, wenn Ernest Thiel nicht das Gedankengut Friedrich Nietzsches verfochten hätte. Da Prinz Eugen einen solchen Freidenker nicht in seiner Nähe haben wollte, legte König Oscar II. sein Veto ein und Ernest Thiel musste sich mit einem abgelegeneren Bauplatz begnügen.

7. Januar 2004: Ingrid Thulin, von Sollefteå nach Hollywood


Copyright: Herbert Kårlin