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Montag, 11. Februar 2019

Die Skultuna Messingfabrik

Die Skultuna Messingfabrik (Skultuna Messingbruk AB) wurde bereits am 11. Februar 1607 von Karl IX. gegründet und ist eine der wenigen schwedischen Unternehmen, die bis heute überlebten. Der Hoflieferant, der gegenwärtig rund 400 Schmuck- und Haushaltsartikel anbietet, gehört damit mit zu den ältesten Messingfabriken weltweit. Zur Gründungszeit hatte das Werk allerdings ein anderes Ziel, denn um diese Zeit hatte Schweden gegenüber der Hanse enorme Schulden, die durch eine eigene Messingherstellung abgebaut werden sollten, eine der teuersten Importwaren jener Zeit.

Der Grund, warum man das Messingwerk in Skultuna anlegte, ist an seiner geografischen Lage zu suchen, denn der Ort lag am Fluss Svartå, der die nötige Wasserkraft bot, die Grube in Falun, die das Rohmaterial Kupfer lieferte, war in nächster Nähe und die Wälder in der Umgebung boten genügend Holz für die notwendige Holzkohle. Die Skultuna Messingfabrik war von Beginn an über eine größere Fläche verteilt, da man jede Werkstatt mit einer bestimmten Aufgabe betraute und Skultuna von Anfang an eine große Palette an Produkten bieten wollte. Aus dem Jahr 1619 ist heute jedoch nur noch ein Leuchter erhalten, den man in der Vårfrukyrkan in Enköping finden kann, da es sich bei den meisten Gegenständen um Gebrauchsgegenstände handelte.

Trotz eines Brandes, mehrmaliger finanzieller Probleme und anderem mehr, gelang es der  Messingfabrik Skultuna alle Probleme zu überwinden, neue Techniken anzuwenden und sich immer wieder dem wechselnden Bedarf der Kunden anzupassen. Die bedeutendste Neuerung war indes nicht technischer Natur, sondern die Tatsache, dass das Werk ab 1896 Designer beschäftigte um auf diese Weise an den Weltausstellungen 1897 in Stockholm und 1900 in Paris teilzunehmen und einige der bedeutendsten Preise für ihr Kunsthandwerk zu gewinnen. Das in Paris ausgestellte Taufbecken kann man heute im Museum in Skultuna bewundern. Die gegenwärtig angebotenen Gegenstände des Unternehmens entstammen nahezu ausschließlich Künstlerhänden, die für das Design verantwortlich sind.


11. Februar 1700: Der Beginn des Großen Nordischen Krieges
11. Februar 1744: Hedvig Taube, die erste offizielle Maitresse Schwedens 
11. Februar 1774: Hans Järta, revolutionäre Schriften und die Wandlung
11. Februar 1795: Carl Michael Bellman, der Nationalskalde Schwedens 
11. Februar 1795: Carl Michael Bellman, der Außenseiter unter den Skalden
11. Februar 1842: Der schwedische Ministerpräsident Erik Gustaf Boström
11. Februar 1874: Elsa Beskow, jedes Jahr ein neues Kinderbuch 
11. Februar 1876: Anders Bjurholm und die schwedischen Bierflaschen 
11. Februar 1958: Bertil Malmberg und die göttliche Lyrik
11. Februar 1978: Harry Martinson, ein Nobelpreisträger begeht Selbstmord
11. Februar 1987: Ebba Busch Thor und die Christdemokraten Schwedens
11. Februar 2007: Marianne Fredriksson und die christliche Frauenliteratur Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 4. Januar 2019

Alexander Samuelson, der Erfinder der Coca-Cola-Flasche

Alexander Samuelson wurde am 4. Januar 1862 als Sohn eines Schmiedes in Kareby bei Kungälv geboren und begann sehr früh in der Glashütte im nahen Surte zu arbeiten, einer Firma, die bereits seit Jahrzehnten geschlossen hat und an die heute nur noch ein kleines Museum erinnert. Auch wenn sich Samuelson als geschickter Glasbläser zeigte, so wollte er dennoch der Armut des damaligen Arbeiters entkommen und entschied sich bereits im Alter von 21 Jahren, gemeinsam mit seinem drei Jahre älteren Bruder, nach Amerika auszuwandern.

Angekommen in seiner neuen Heimat, zeigte sich, dass Alexander Samuelson kein Abenteurer war, sondern seine Arbeit liebte, denn er begann auch dort als Glasbläser zu arbeiten. Dank seiner Geschicklichkeit erhielt er bald eine Anstellung bei der Everett Glass Company in Ohio und 1904 war er dann Produktionsdirektor bei der Root Glass Company in der Nähe von Newark, dem Unternehmen, das damals die Coca-Cola-Flaschen herstellte, allerdings noch in einer Form, die sich nicht von den Flaschen anderer Firmen unterschied. Dass Samuelson sich damals um die Entwicklung neuer Maschinen für die Flaschenherstellung kümmerte, sollte den ehemaligen Glasbläser jedoch in die Geschichtsbücher bringen.

Das Getränk Coca-Cola hatte der Apotheker J. S. Penderton zwar bereits 1886 als Mittel gegen nervöse Leiden und nach zu starkem Alkoholgenuss entwickelt, aber mit dem Erfolg kamen die Konkurrenten, die ähnliche Getränke auf den Markt brachten. Coca-Cola entschied sich daher einen Wettbewerb auszuschreiben um eine einzigartige Flasche zu finden, die grundsätzlich mit dem Getränk in Verbindung gebracht werden kann. Bis heute weiß man nicht ob Earl R. Dean oder Alexander Samuelson letztendlich die Flasche schuf, eine Flasche, die einer Kakaobohne ähnelt und selbst bei voller Dunkelheit als Coca-Cola-Flasche erkannt werden kann, aber das Patent ist auf Samuelson eingetragen, was bedeutet, dass Samuelson offiziell die weltweit bekannteste Verpackung für ein Getränk geschaffen hat.


4. Januar 1793: Bengt Lidner, der Skalde, der in Ungnade fiel
4. Januar 1878: Die Schauspielerin und Opernsängerin Rosa Grünberg
4. Januar 1890: Der Schauspieler und Regisseur Weyler Hildebrand
4. Januar 1911: Die ersten Postautos kommen nach Schweden 
4. Januar 1918: Schweden erkennt Finnland als unabhängigen Staat an 
4. Januar 1919: Der nordschwedische Norrländska Socialdemokraten
4. Januar 1960: Die Freihandelszone EFTA und die Stockholmer Konvention 
4. Januar 2008: Stig Claesson, der unbekannte Schriftsteller Schwedens
4. Januar 2013: Die feministische Literaturwissenschaftlerin Birgitta Svanberg
4. Januar 2014: Die Gründung der Christlichen Wertepartei KV 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 22. März 2018

Der Designer Olle Eksell

Olle Eksell kam am 22. März 1918 als Olov Lennart als Sohn eines Vanillepulver-Herstellers in Åls zur Welt, wuchs jedoch, nachdem die Fabrik des Vaters abbrannte und die Firma in Konkurs ging, seine Kindheit in Uppsala. Auch die Geschäfte des Vaters in Uppsala gingen schlecht, so dass er, vor einem neuen Konkurs, im Jahr 1925 die Stadt, und auch die Familie, verließ. Als Eksell dann elf Jahre alt wurde, zog er mit der Mutter nach Stockholm und begann sehr viel zu zeichnen. Bereits in dieser Zeit entschied sich Eksell Reklamezeichner zu werden, und 1935 fand er bei Shell, ohne eine Ausbildung als Reklamezeichner zu haben, einen festen Arbeitsplatz im Atelier der Firma.

Nach einem Jahr in Malmö bei einem neuen Arbeitgeber, kehrte Olle Eksell 1938 zurück nach Stockholm um dort an der Schule für Buch- und Reklamekunst zu studieren, ein Studium, das er 1941 am Art Center College of Design in Los Angeles fortsetzte, wo er auch Paul Rand kennen lernte. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kehrte Eksell zurück nach Schweden und begann seine Karriere als Reklamezeichner. Ab Mitte der 50er Jahre war Eksell dann der führende Graphik-Designer Schwedens und schuf die Buchumschläge für Verlage wie Bonniers, Wahlström & Widstrand, Norstedts und andere mehr, arbeitete aber auch an Logos und Markenzeichen für größere Unternehmen.

Der grösste Erfolg Olle Eksells, der am 11. April 2007 starb, entwickelte sich jedoch bei seiner Arbeit für das Unternehmen Manzetti, der heutigen Firma Fazer, zwischen 1956 und 1958. Manzetti war in dieser Zeit der erste Kakopulver-Hersteller, der das Pulver einschweißte und damit die Reinheit des Produkts garantierte. Eksell hatte dann die Idee daraus den sogenannten Ögon-Kakao (Augen-Kakao) zu schaffen, der sich dadurch von anderen Produkten unterschied, dass auf dem oberen Teil der Packung zwei Augen symbolisiert wurden, die heute Manzetti-Augen genannt werden, und auf zahlreichen schwedischen Produkten zu finden sind. Die Augen drückten nicht nur aus, dass der Hersteller ein Auge auf die Qualität des Produkts wirft, sondern der Kunde beim Kauf von Kakao auch jedes angebotene Kakaopulver genau betrachten soll, da nur Manzetti weder  Kaffee, noch Zimt oder andere Elemente beimischt.


22. März 1544: Johannes Magnus und die Geschichte der schwedischen Könige
22. März 1544: Johannes Magnus zwischen Katholizismus und Protestantismus
22. März 1777: Der Hofkanzler und Staatsrat Gustaf Lagerbielke
22. März 1792: Johan Bielke und der Mord an Gustav III.
22. März 1819: Der Schriftsteller und Literaturkritiker Gustaf Regnér
22. März 1846: Der schwedische Künstler Axel Kulle
22. März 1851: Göran Wahlenberg und die Ökologie der Pflanzen
22. März 1978: Christer Gustav Svensson, genannt Stoffe, und das Heroin
22. März 1996: Jenny Lind erscheint auf einem schwedischen Geldschein

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 1. Mai 2017

Der Keramiker und Designer Gunnar Nylund

Gunnar Nylund wurde am 1. Mai 1904 als Sohn eines Künstlerpaares in Paris geboren, das dann 1907 mit ihrem Sohn nach Kopenhagen zog, der Heimatstadt der Mutter. Einige Jahre später zog die Familie nach Helsingfors (Helsinki), der Heimat des Vaters. Allerdings floh die Familie vor dem Ausbruch des finnischen Bürgerkrieges im Jahr 1917 dann zurück nach Kopenhagen, wo Nylund eine Internatschule besuchte, in der er 1923 auch das Abitur machte. Im gleichen Jahr erhielt Nylund dann einen Praktikantenplatz in Architektur und Keramik in Finnland. Im folgenden Jahr begann Nylund dann an der königlichen Kunstakademie in Kopenhagen Architektur zu studieren, ein Studium, das er nie zu Ende führte, da er 1925 einen Arbeitsvertrag bei der Porzellanfabrik  Bing & Grøndahl erhielt.

Bei Bing & Grøndahl verwirklichte Gunnar Nylund über 2000 Einzelwerke, darunter sehr viele Miniaturen, für die Nylund später auch international bekannt wurde. Als die Porzellanfabrik einen konservativen Direktor bekam, kündigte Nylund, der immer nach Neuerungen strebte. Gemeinsam mit der Chemikerin Nathalie Krebs gründete der Künstler dann ein eigenes Atelier, das sich ab 1930 Saxbo nannte. Unter diesem Namen wurden die beiden weltbekannt und revolutionierten das Steingut, einmal wegen dem eigenen Stil, aber auch wegen der Färbung und der Serienfertigung, die um diese Zeit für Steingut in ganz Skandinavien nicht existierte. Nach den Ausstellungen im Jahr 1930 wurde Nylund von Rörstrand als Künstler geworben.

Als künstlerischer Direktor bei Rörstrand gestaltete und arrangierte Gunnar Nylund rund 20 der Fabrikausstellungen, wobei er 1932 erstmals Steingut der Firma präsentierte, mit einem so großen Erfolg, dass das Röhsska Museum in Göteborg im folgenden Jahr eine entsprechende Ausstellung des Künstlers zeigte und das Steingut des Unternehmens auch auf der Weltausstellung in Chicago des Jahres 1933 zu finden war. Gunnar Nylund, der im Jahr 1997 starb, erneuerte bis Mitte der 40er Jahre die gesamte Kollektion Rörstrands und hatte 1943 seine bedeutendste Ausstellung im Nationalmuseum in Stockholm. Im Jahr 1964 öffnete Nylund dann erneut ein eigenes Atelier in Kopenhagen.


1. Mai 1890: Der 1. Mai in Schweden
1. Mai 1920: Die schwedische Kronprinzessin Margareta, genannt Daisy
1. Mai 1950: Sigfrid Lindström und die moderne Welt der Sagen
1. Mai 1958: Die nordische Passunion
1. Mai 1969: Schwedischer Reaktor entgeht nur knapp einer Kernschmelze
1. Mai 1974: Jan Olof Olsson, der historische Roman und Reiseschilderungen
1. Mai 1995: Das Ziegelmuseum in Heby im Uppland
1. Mai 2009: Hochzeit für Homosexuelle in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 29. März 2017

Die Künstlerin und Designerin Sylvia Leuchovius

Sylvia Leuchovius kam am 29. März 1915 in Linneryd im Småland zur Welt. Über die Kindheit, Jugend und Ausbildung von Leuchovius ist kaum etwas bekannt, außer dass sie eine Ausbildung zur Näherin machte bevor sie sich als 30-Jährige an der Slöjdföreningens Skola, der heutigen Hochschule für Design und Kunsthandwerk, in Göteborg einschrieb um  dort dekorative Kunst und Graphik zu studieren. Nach Ende der Ausbildung wurde die Künstlerin vom Direktor der Schule dem Unternehmen Rörstrand empfohlen, wo Leuchovius dann bis 1971 angestellt sein sollte.

Die ersten Jahre bei Rörstrand hatte Sylvia Leuchovius vor allem den Auftrag Keramikdekor zu zeichnen, insbesondere für Keramikplatten und Serviertabletts, die die Künstlerin oft mit Landschaftsmotiven schmückte. Nach wenigen Jahren war Leuchovius auch verantwortlich für öffentliche Kunstwerke und das Design von Steingut. 1955 präsentierte die Künstlerin dann auch ein gesamtes Kaffeeservice, das den Namen Select trägt. Leuchovius gehörte daher auch bald zu den Künstlern deren Werke bei Kunstbiennalen und Ausstellungen weltweit präsentiert wurden und ihr die Anerkennung als eine der bedeutendsten schwedischen Keramikkünstler brachten.

Die erste eigene Ausstellung hatte Sylvia Leuchovius im Jahr 1962 in Stockholm, der zahlreiche internationale und nationale Ausstellungen folgen sollten und ihre stärksten künstlerische Seiten hervorhoben, die Produktion von Steingut mit schimmernder Glasur und Reliefs. Kritiker beschrieben ihre Arbeiten, die oft mit Vögeln, Pflanzen und Kindern dekoriert waren, als Poesie in Ton und Farbe. 1971 wurde Leuchovius, wie alle anderen Künstler des Unternehmens, von Rörstrand entlassen, konnte jedoch nur ein Jahr später als freie Mitarbeiterin bis zu ihrer Pensionierung im Jahre 1976 wieder dort weiterarbeiten. Nach ihrer Pensionierung zog Sylvia Leuchovius, die am 31. März 2003 starb, nach Alingsås um sich dort vor allem dem Malen zu widmen, einer Kunst mit der sie jedoch weitaus weniger Erfolg hatte als mit ihren Keramikarbeiten, die man sowohl im Nationalmuseum in Stockholm, als auch im Röhsska Museum in Göteborg finden kann.


29. März 1638: Die Kolonie Neues Schweden (Nya Sverige)
29. März 1772: Emanuel Swedenborg, der große Mystiker Schwedens
29. März 1772: Emanuel Swedenborg, der größte Mystiker Schwedens
29. März 1792: König Gustav III. will die Macht nicht teilen
29. März 1828: Der schwedische Künstler Edward Bergh
29. März 1832: Carl Rupert Nyblom, von der Romantik zum Realismus
29. März 1874: Die Schriftstellerin und Künstlerin Tyra Kleen
29. März 1965: GAN, Gösta Adrian-Nilsson, und die moderne Kunst Schwedens
29. März 1968: Der Tingstadstunnel, ein Tunnel unter dem Göta Älv
29. März 2006: Niklas Lindgren, genannt Hagamannen

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Dienstag, 21. März 2017

Die Schriftstellerin und Designerin Helena Henschen

Helene Henschen kam am 21. März 1940 in Solna zur Welt und verbrachte ihre Kindeheit und ihre Jugend in Stockholm. Obwohl Henschen Designerin war, Bücher illustrierte und als Buchautorin arbeitete, ist über sie nur sehr wenig bekannt. Henschen hatte am Konstfack Textilkunst studiert und trat 1965 erstmals groß an die Öffentlichkeit. Bei einem Modehappening hatte sie Veronica Nygren und Kristina Torsson aus ihrer Studienzeit wiedergetroffen und die drei Frauen stellten fest dass sie sie alle drei nahezu eine identische Mode schufen. Sie entschieden sich daher ein gemeinsames Unternehmen zu schaffen, das den Namen Mah-Jong tragen sollte.

Die nächsten Jahre verknüpfte sich das Leben Helena Henschens vollkommen mit jenem ihrer Freundinnen, denn Mah-Jong sollte weiche, farbenprächtige Mode verbreiten, verbunden mit der Ideologie dass die Kleidung auch auf den Menschen und sein Verhalten einwirke. Der Name Mah-Jong sollte ausdrücken dass die drei Frauen politisch der Ideologie des damaligen China folgten. Trotz der relativ einfach gehaltenen Kleider, die die drei Frauen schufen, wurden sie Ende der 60er Jahre die bedeutendste Modeerscheinung Schwedens, was vermutlich auch dazu führte dass Mah-Jong 1977 aufgelöst wurde und Helene Henschen danach wieder eigene Wege ging.

In den Folgejahren folgte Helena Henschen zwar ihrer politisch linken Linie, ging jedoch von der Mode über zum Schreiben und der Illustration von Kinderbüchern. Henschen schrieb mehrere Jahre lang vor allem für Zeitschriften wie das Marxistiskt Forum, Moderna Tider und SKP, hatte jedoch auch einige Buchprojekte im Kopf. Im Jahre 2004 erschien dann der erste Roman Henschens unter dem Titel I skuggan av en brott, einen Roman über den Mord von Sydows, der sich in der Familie ihrer Mutter ausgetragen hatte. Vier Jahre später kam der Roman Hon älskade, der wiederum die Geschichte ihrer Großmutter väterlicherseits war, die Tochter des Kunstmäzens Ernest Thiel. Helena Henschen starb am 27. Januar 2011 an einer Gehirnblutung.


21. März 1809: Die Konvention auf Åland
21. März 1833: Der schwedische Entomologe Carl Stål
21. März 1881: Anders Fryxell und der erste Geschichtsroman Schwedens
21. März 1917: Der schwedische Maler Arne Isacsson
21. März 1937: Der Järvsöbacken und das Skigebiet im Härjedalen
21. März 1966: Der schwedische Racerfahrer Kenny Bräck
21. März 1996: Göran Persson an der Spitze der Macht

Copyright: Herbert Kårlin

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Freitag, 20. Januar 2017

Die Textilkünstlerin Ulla Schumacher Percy

Ulla Schumacher Percy, geborene Schumacher, kam am 20. Januar 1918 als Tochter eines Direktors zur Welt. Sehr früh entschied sich die junge Frau für die Kunst und 1936 schrieb sie sich in der Malerschule Otte Skölds ein, wo sie jedoch sehr bald von der Malerei auf die Textilkunst überging. Zwei Jahre später wechselte Schumacher Percy zur Tekniska Skolan, dem heutigen Konstfack über und ab 1941, nach Abschluss ihrer Ausbildung, arbeitet die Künstlerin einige Jahre lang als Musterzeichnerin, akzeptierte jedoch auch erste Auftragsarbeiten innerhalb der Textilkunst.

In diesen Jahren gründete Ulla Schumacher Percy auch ihre Firma Lintråden und begann in einem kleinen Häuschen in Tullinge ein Atelier aufzubauen in dem sie bis zu ihrem Lebensende arbeitete. 1949 gab die Textilkünstlerin jede Auftragsarbeit auf und begann als freie Künstlerin zu arbeiten. Ihre Werke, die von Teppichen über Gobelins bis zu Stickarbeiten gingen, dienen noch heute als Schmuck in Botschaften, Bibliotheken, Kirchen und Krankenhäusern. Bis zu Beginn der 60er Jahre schuf die Künstlerin eine Mischung aus Kunsthandwerk und dekorativer Arbeit, auch wenn man bereits Ende der 50er Jahren einen Umbruch in ihren Werken erkennen kann.

Der Durchbruch kam für Ulla Schumacher Percy 1960 bei der Ausstellung Svensk Form mit ihren acht geknüpften Teppichen, als die Künstlerin den Sprung zur expressiven freien Textilkunst nahm und damit zahlreiche andere Textilkünstler inspirierte. In diesen Jahren war Schumacher Percy auch zur vollen künstlerischen Reife gekommen und gehörte zu jenen wenigen Textilkünstlern, die über die Gesamtheit eines Werkes entschieden, denn wenn die Künstlerin eine Farbe suchte, so griff sie auch zur Färbung der Fasern. Auf diese Weise konnte Ulla Schumacher Percy, die am 30. Juni 2007 in Stockholm starb Textilkunst schaffen, die sie vom Design bis zum endgültigen Produkt steuerte.


20. Januar 1156: Bischof Henrik wird während eines Kreuzzugs getötet
20. Januar 1741: Der Botaniker Carl von Linné der Jüngere
20. Januar 1798: Maria Kristina Kiellström, bekannt als Ulla Winblad
20. Januar 1863: Der schwedische Architekt Ture Stenberg 
20. Januar 1864: Mathilda Malling, von avantgardistischer Literatur zum Liebesroman
20. Januar 1891: Ernst Rolf, Schauspieler, Sänger und König der Revue
20. Januar 1949: Göran Persson an der Spitze der Macht 
20. Januar 1958: Weibliche Polizei in Schweden
20. Januar 1973: Alf Svensson, 31 Jahre lang Vorsitzender einer Partei

Copyright: Herbert Kårlin

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Freitag, 13. Januar 2017

Die schwedische Künstlerin Stina Sörman

Stina Sörman kam am 13. Januar 1910 als Stina Lencke in Stockholm zur Welt und zog im Alter von acht Jahren mit ihrer Mutter nach New York, wo sie nach ihrer künstlerisch ausgerichteten Schulbildung erst Design und anschließend beim deutsch-amerikanischen Künstler Winold Reiss Malerei zu studierte. 1933 kehrte Sörman zurück nach Stockholm und begann dort als Künstlerin zu arbeiten und heiratete zwei Jahre später Herman Sörman, mit dem sie drei Kinder bekam, die alle drei ebenfalls Künstler wurden.

Zurück in Schweden erhielt Stina Sörman als ersten größeren Auftrag die Hintergrundgestaltung des Militärmuseums in der Festung Vaxholm und 1949 beauftragte sie das Reichsantiquariat mit der Restauration der Kalkmalereien der Kirche Alsike, eine sehr aufwendige Arbeit, die ein hohes künstlerisches Vermögen forderte. Bis zu ihrer ersten Ausstellung Anfang der 80er Jahre beschäftigte sich Sörman mit den verschiedensten Kunstrichtungen, angefangen von Gipsfiguren bis zu Landschaften mit Gouasch. Vor allem letztere Malereien wurden auch bei ihrer ersten Ausstellung präsentiert.

International bekannt wurde Stina Sörman allerdings mit ihren farbenprächtig gemalten Gipsfiguren, insbesondere ihren Hähnen, Pferden und Äpfeln, die als künstlerische Ziergegenstände zu allen großen Feiertagen Schwedens in den bürgerlichen Heimen zu sehen waren und für Sörman Teil des gesamten Festtisches waren. Ostern, Mittsommer oder auch Weihnachten wurde diese Kunstwerke, gemeinsam mit den von Sörman gedeckten Festtischen regelmäßig in Vereinen für Kunsthandwerk präsentiert, waren aber auch bei NK (Nordiska Kompaniet) in Stockholm zu sehen um möglichst vielen Schweden geschmackvolles Tischdenken zu präsentieren.


13. Januar: Knut, ein klassischer nordischer Vorname
13. Januar: Mit Knut endet in Schweden Weihnachten
13. Januar 1435: Das Treffen von Arboga, der erste Reichstag Schwedens
13. Januar 1544: Die geschlechtliche Erbfolge der schwedischen Könige
13. Januar 1746: König Gustav III. will die Macht nicht teilen
13. Januar 1776: Der schwedische Dichter Johan David Valerius
13. Januar 1849: Alfhild Agrell und die Situation der Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts
13. Januar 2003: Der Rapport zu den Göteborger Krawallen wird veröffentlicht

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Svensk Form um schwedisches Design bekannt zu machen

Bereits im Jahre 1845 hatte der schwedische Volksforscher und Künstler Nils Månsson Mandelgren eine Sonntagsschule gegründet in der Kunsthandwerker das Zeichnen als Grundlage für Design lernen konnten. Dieser Schule fügte Mandelgren am 6. Oktober 1845 den Verein Svenska Slöjdföreningen an, einen Verein, der heute unter dem Namen Svensk Form bekannt ist und im Auftrag der Regierung die Formgebung und das Design schwedischer Künstler und Kunsthandwerker national und international bekannt machen soll, insbesondere durch die Herausgabe der Zeitschrift Form, durch die Vergabe von Preisen und das Organisieren von Ausstellungen.

Nils Månsson Mandelgren hatte die Svensk Slöjdförening, die 1976 den Namen Svensk Form annahm, gegründet um das schwedische Kunsthandwerk gegen die steigende Industrialisierung zu verteidigen, die Mitte des 19. Jahrhunderts einsetzte und begann Massenproduktionen auf dem Markt zu verbreiten. Gleichzeitig wollte er einen Gegenpol zur wachsenden Anzahl an Handwerkern schaffen, die keiner Gilde angeschlossen waren und teilweise schlechte und billige Imitate anboten. Mit diesem Gedanken stand Mandelgren natürlich nicht allein da, denn auch die Tekniska Skolan, das heutige Konstfack in Stockholm, wurde in jenen Jahren aus dem gleichen Grund gegründet.

Aber auch wenn die Formgebung von Beginn an bedeutend für den heutigen Svensk Form war, so richtete sich dies bis Ende des 19. Jahrhunderts mehr auf Kunstgegenstände und erst ab 1896 wurde das Alltagsdesign, unter anderem Möbel, bedeutend, in einer Zeit, als auch Frauen der Zugang zu künstlerischen Ausbildungen möglich geworden war, die bis 1857 auch von jeder Ausbildung des Vereins ausgeschlossen waren. Der Verein Svensk Form, der sich heute vor allem durch Ausstellungen einen Namen macht, spielte während der ersten 100 Jahre seines Bestehens eine bedeutende Rolle in der Geschichte von schwedischem Design und Kunsthandwerk, denn der Vorläufer von Svensk Form war eine der treibenden Kräfte für sie Stockholmausstellung 1851, die Stockholmausstellung 1897, die 15 Jahre später organisiert wurde, sowie für die Stockholmausstellung 1930 und die Helsingborgausstellung 1955.


6. Oktober 1550: Karin Månsdotter, die erste bürgerliche Königin Schwedens
6. Oktober 1820: Jenny Lind erscheint auf einem schwedischen Geldschein
6. Oktober 1821: Der schwedische Naturwissenschaftler Anders Jahan Retzius
6. Oktober 1869: Bo Bergman, zwischen Realismus und Belletristik
6. Oktober 1872: Der Sturz des Ministerpräsidenten Carl Gustaf Ekman
6. Oktober 1888: Der schwedische Künstler Einar Nerman 
6. Oktober 1942: Anna Wahlgren und die Bibel für Mütter
6. Oktober 1942: Anna Wahlgren und das Barnaboken
6. Oktober 1946: Per Albin Hansson, ein Antialkoholiker als Ministerpräsident
6. Oktober 1958: Die Mosebackes Monarchie wird ausgerufen

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 29. August 2016

Der schwedische Designer Carl-Arne Breger

Carl-Arne Breger wurde am 29. August 1923 in Trelleborg geboren und besuchte ab 1943 das Konstfack in Stockholm um Dekorationsmaler zu werden. Nach Ende seiner Ausbildung im Jahre 1948 kam der erste Auftrag der Svensk Filmindustri, ein 15 Meter langes Bild von Gina Lollobrigida als Werbung für das Chinateatern in Stockholm. Bereits 1953 schlug Breger dann jedoch eine neue Karriere ein, denn er wurde bei Gustavsberg als Musterzeichner eingestellt und hatte die Aufgabe für Service modernere Muster zu finden um das Porzellanangebot des Unternehmens zu erweitern.

Sehr bald wechselte Carl-Arne Breger jedoch von der Abteilung der Musterzeichner in die Abteilung für Sanitärwaren und Plastik über, was ihm nicht nur neue Aufgaben brachte, sondern Breger auch ermöglichte als Designer aktiv zu werden, obwohl er in keiner Weise dafür ausgebildet war. Sein erstes Design, ein Waschbecken, wurde bereits zu einem Verkaufserfolg für Gustavsberg, genau genommen zum meist verkauften Waschbecken des Unternehmens, das noch heute in vielen Badezimmern zu finden ist.

Sehr bald ging Carl-Arne Breger dann von Keramik auf Plastik über und schuf unzählige Alltagsprodukte, die man zum Teil ebenfalls noch heute in den schwedischen Haushalten finden kann. Seine Rolle als Plastik-Designer wurde so bedeutend, dass er 1960, nach einem bedeutenden Preis als Designer, allgemein als „Mister Plast“ bekannt wurde. Sein bekanntestes Produkt, das man mittlerweile nur noch in Auktionen finden kann, war eine farbige Wasserkanne aus Plastik, die damals für 2 Kronen 75 angeboten wurde und die heute kaum unter 1500 Kronen zu erhalten ist. Die Entwicklung dieser Wasserkanne verschlang 18 Monate, der Verkauf lief nur etwas über ein Jahr, da man feststellte, dass beim Verschweißen der beiden Teile ein giftiges Gas freigesetzt wurde.

Im Jahre 1959 gründete Carl-Arne Breger dann sein eigenes Designbüro in Malmö, was ihm erlaubte seiner Kreativität freien Lauf zu lassen. In Malmö entstanden knapp 3000 Produkte, die Breger entwickelte und vom Design eines Mikrowellenherdes und über ein Kinderfahrrad bis zu einem Butterbehälter und Zahnbürsten führen. Obwohl Breger mit seinen Ideen ständig im täglichen Leben Schwedens auftaucht, ist er der Mehrheit der Bevölkerung nahezu unbekannt, denn wer interessiert sich schon dafür welcher Designer einem Staubsauger oder einem Waffeleisen die Form gab, denn vom Verkauf überzeugt meist die Werbung eines Herstellers.


29. August 1708: Olof von Dalin: Fortschrittliche Kritik und konservative Geschichte
29. August 1880: Die schwedische Künstlerin Maj Bring
29. August 1902: Bertil Almqvist und die Steinzeitkinder Hedenhös 
29. August 1915: Ingrid Bergman, eine Karriere mit Unterbrechungen
29. August 1967: Die schwedische Krone wird um zehn Prozent abgewertet

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 19. Juni 2016

Die Künstlerin und Designerin Signe Persson-Melin

Signe Persson-Melin, eigentlich Signe Harriet Melin, kam am 19. Juni 1925 in Tomelilla zur Welt und interessierte sich sehr früh für kunsthandwerkliches Schaffen. So brach die Künstlerin auch die Schule ab um in einer Keramikfabrik in Lomma zu arbeiten und das Töpfern zu erlernen. Zwischen 1946 und 1948 besuchte Persson-Melin dann die Schule für Kunsthandwerk in Kopenhagen um anschließend ein weiteres Jahr am Konstfack in Stockholm Keramik und Glas zu studieren, die beiden Bereiche in denen die Künstlerin auch bekannt werden sollte.

Signe Persson-Melin richtete sich 1950 ein Atelier in Malmö ein und arbeitete die ersten Jahre insbesondere mit Keramik, wobei sie zeitweise auch fest für die Keramikfabrik in Höganäs arbeitete. Der Durchbruch kam für die Künstlerin bereits 1955 bei der internationalen Ausstellung H55 in Helsingborg, wo Persson-Melin ihre weltbekannten Kräuterdosen aus Ton mit Zinnglasur vorstellte, die sich mittlerweile zu einem wertvollen Sammelobjekt entwickelten, auch wenn diese zu Beginn nur für den gehobenen Haushalt bestimmt waren und durch ihr einfaches Design und die praktische Anwendung überzeugten.

In den 60er Jahren ging Signe Persson-Melin auch immer mehr zum Glasdesign über, was dazu führte, dass sie 1967 von der Glashütte Boda als Designerin angestellt wurde. Ihre erste Präsentation bei Boda waren Bier- Wein- und Schnapsgläser unter dem Namen Ruben, die heute ebenfalls beliebte Sammlerobjekte sind. Persson-Melin zeichnete sich durch ihr sehr einfaches Design aus, das in jeden Haushalt passte und dennoch ein sehr individuelles Aussehen hatte. Die Künstlerin, die 1885 die erste Professorin Schwedens für Glas und Design wurde, schuf noch 2014, kurz vor ihrem 90. Geburtstag, ein neues Teeservice für Rörstrand und gilt als die bedeutendste Glaskünstlerin Schwedens.


19. Juni 1652: Louis De Geer, der Wegbereiter der schwedischen Industrialisierung
19. Juni 1865: Der schwedische Landschaftsmaler Nils Andersson
19. Juni 1904: Lars Madsén und das Leben auf dem Lande
19. Juni 1918: Gunnel Vallquist und die moderne katholische Literatur Schwedens
19. Juni 1957: Anna Lindh stirbt nach Überfall im Kaufhaus NK
19. Juni 1976: Königliche Hochzeiten in Schweden
19. Juni 2005: Totta Näslund und der Weg zu Bob Dylan
19. Juni 2010: Kronprinzessin Victoria Ingrid Alice Désirée

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 27. Mai 2016

Die schwedische Künstlerin Astrid Sampe

Astrid Sampe kam am 27. Mai 1909 als Tochter eines Fabrikanten in Nacka bei Stockholm zur Welt. Zwischen 1928 und 1932 besuchte Sampe die Tekniska Skolan in Stockholm, das heutige Konstfack und, zeitweise parallel dazu die Royal College of Art in London. Nach Abschluss ihrer Studien unternahm die Künstlerin und Designerin zahlreiche Studienreisen in andere Länder um sich insbesondere mit den internationalen Trends in der Textil- und Teppichkunst vertraut zu machen, einem Thema, dem sie bis zu ihrem Lebensende am 1. Januar 2002 treu blieb.

Im Jahre 1935 wurde Astrid Sampe bei der Nordiska Kompaniet angestellt und nur ein Jahr später zur Direktorin der neu eingerichteten Textilkammer ernannt. Auch wenn Sampe bis zu ihrer Pensionierung im Jahre 1971 die gleiche Position behielt, revolutionierte sie die Textilindustrie Schwedens. Für Astrid Sampe war die Pensionierung allerdings auch nur ein Neustart, denn unmittelbar danach gründete sie in Stockholm ihr eigenes Atelier für Textildesign und Innenausstattung, was ihr ermöglichte weitaus breiter zu arbeiten als vorher.

Vieles, was man heute in Schweden als selbstverständlich betrachtet, geht im Grunde auf Astrid Sampe zurück, den sie führte in Schweden den Textildruck, unter anderem auch den Fotodruck, ein, war die erste, die mit Kunstfasern arbeitete und damit Kleidung schuf, die sich bei Regen nicht unmittelbar mit Wasser vollsaugte und sie arbeitete an Textilien, die noch heute als Theatervorhänge dienen oder bedeutende Gebäude weltweit schmücken. Sampe war in den 70er Jahren auch die erste Textildesignerin Schwedens, die mit Hilfe eines Computer Textilmuster entwickelte. Da eines der von ihr entworfenen Küchenhandtücher nach noch über 50 Jahren in den Geschäften zu finden ist, reicht der Ruf Sampes weit über ihren Tod hinaus, auch wenn kaum noch jemand ihren Namen kennt.


27. Mai 1859: Torsten Rudenschöld, der Gründer der schwedischen Volksschule
27. Mai 1873: Die Krone macht in Schweden ihren Einzug
27. Mai 1901: Artur Hazelius, das Nordische Museum und Skansen
27. Mai 1953: Die Krankenversicherung in Schweden
27. Mai 1962: Mare Kandre und der moderne Frauenroman Schwedens
27. Mai 1965: Der Tierpark Kolmården, der Safaripark Schwedens
27. Mai 2010: Der Käsetag in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Samstag, 11. April 2015

Ferdinand Boberg, Architekt und Designer

Ferdinand Boberg wurde am 11. April 1860 als Sohn eines Grubenarbeiters in Falun geboren, der jedoch kurz nach der Geburt des Jungen zum Grubenvogt ernannt wurde. Nach seiner Hochschulreife im Jahre 1878 zog Boberg nach Stockholm um sich an der Königlichen Technischen Hochschule zum Maschinenbauingenieur auszubilden, aber da der Student sich in Stockholm mehr unter Architekten als unter Maschinenbauern aufhielt, änderte er schon bald sein Ziel und 1882 legte er sein Examen als Architekt ab.

Ferdinand Boberg gab sich jedoch nicht mit diesem Abschluss zufrieden, sondern setzte ein Architekturstudium anschließend an der Kunstakademie fort. Als Boberg zwei Jahre später auch dieses Studium beendete, wurde er für seine Leistungen mit der königlichen Medaille ausgezeichnet. Bevor Boberg jedoch 1886 in Stockholm tatsächlich als Architekt zu arbeiten begann, machte er noch eine ausgedehnte Studienreise nach Italien und Frankreich, was sich bei seinen späteren Bauten sehr deutlich zeigte, da der Architekt die Bauweise des Mittelmeers sehr häufig in seine eigenen Bauten integrierte.

Zu Beginn seiner beruflichen Aktivität verwirklichte Ferdinand Boberg vor allem Elektrizitätswerke, Brandstationen oder auch eine Gasglocke, die stark von der Architektur Viollet-le-Ducs beeinflusst war, was sich jedoch 1897 änderte, als Boberg einer der leitenden Architekten der Stockholmsutställning (Stockholmer Ausstellung) wurde, denn nach diesem Durchbruch fand er seinen eigenen Stil,der sich an Bauten wie der Thielska galleriet, dem Großen Zollhaus oder dem Kaufhaus NK in Stockholm deutlich zeigt. Die wirkliche Leistung Bobergs zeigt sich allerdings am Schloss Bjertorp, denn hier zeichnete der Architekt nicht nur das Jugendstil-Gebäude, sondern war auch für das gesamte Design der Räume zuständig und entwarf sehr viele der Möbel.


11. April 1833: Der schwedische Ministerpräsident Fredrik Wilhelm von Otter
11. April 1837: Der schwedische Kampf gegen den Alkohol
11. April 1899: Gustaf Emanuel Beskow und das Schulwesen
11. April 1940: Schweden rüstet sich gegen Deutschland
11. April 1973: Szenen einer Ehe, ein Film von Ingmar Bergman
11. April 1977: Die schwedische Sängerin Sara Löfgren
11. April 1990: Ivar Lo-Johansson, ein Pfeiler der Arbeiterliteratur Schwedens
 
Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 3. August 2014

Der Volvo Amazon wird den Händlern präsentiert

Als Volvo einen modernen Nachfolger für seinen PV 144 suchte, sollte auch die Karosserie modernisiert werden. Mehrere renommierte Designer machten sich daher an ein neues Modell und stießen dabei auf zahlreiche Probleme, denn einmal waren die Produktionskosten zu hoch, ein anderes Mal die Rücksitze unbrauchbar oder es fanden sich andere Probleme. Letztendlich wurde dann das Modell von Jan Wilsgaard gewählt, der 1950 für die Designabteilung Volvos geworben worden war. Das erste große Projekt des Designers wurde dann das Projekt „PV 55“, der Volvo Amazon.


Allerdings sollte es von der Idee, die bereits zu Beginn der 50er Jahre geboren worden war noch Jahre dauern bis der Volvo Amazon in Serie ging, denn erst am 3. August 1956, etwas über 29 Jahre nach dem ersten Volvo ÖV4, wurde das neue Fahrzeug in Skövde den Wiederverkäufern präsentiert und einen weiteren Monat später in Örebro auch den künftigen Käufern. Aber auch wenn man von der Technik von einem rein schwedischen Produkt sprechen kann, so war das Design des Volvo Amazon sehr stark von den damaligen amerikanischen Automodellen beeinflusst, die man weltweit als Vorbild modernen Autodesigns sah.

Der Vergleich mit amerikanischen Modellen, insbesondere dem Imperial von Chrysler, beschränkt sich jedoch auf das Design, denn bereits beim Volvo Amazon dachte das Unternehmen in erster Linie an die Sicherheit. Bereits der erste Amazon, der vom Fließband lief, hatte, zum Beispiel, die Vorrichtung für Sicherheitsgurte und ab 1959 hatte das Modell serienmäßig Dreipunktgurt für Fahrer und Beifahrer. Der Volvo Amazon war damit das erste Serienfahrzeug weltweit, das grundsätzlich mit dieser Art von Gurten ausgestattet war. Vom Amazon, der zwischen 1956 und 1970 hergestellt wurde, verkaufte das Unternehmen insgesamt 667.323 Exemplare.


3. August 1771: Anders Carlsson af Kullberg, Bischof ohne Priesterweihe
3. August 1883: Gröna Lund, der Vergnügungspark in Stockholm 
3. August 1963: Moderne Klöster in Schweden 
3. August 1963: Die Wiederauferstehung des Kloster Glumslöv

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 9. Januar 2014

Die schwedische Künstlerin Tyra Lundgren

Tyra Lundgren wurde am 9. Januar 1897 in Stockholm geboren und gehört zu den vielseitigsten schwedischen Künstlern ihrer Epoche, denn es gibt kaum ein Material mit dem Lundgren nicht gearbeitet hätte, auch wenn vermutlich ihre Arbeiten für Arabia, Gustavsberg, Rörstrand, Kosta und andere bedeutenden Hersteller von künstlerischem Glas und Keramik am bekanntesten wurden, neben ihren späteren Skulpturen, die man vor allem in Stockholm und auf Gotland findet.

Tyra Lundgren, die am 20. November 1979 in der schwedischen Hauptstadt starb, hatte sich bereits als Kind entschlossen Künstlerin zu werden, wobei ihr Vater sie jedoch dazu zwingen wollte auch eine Ausbildung als Lehrerin zu machen, da er wenig Vertrauen in den dauerhaften Erfolg in der Welt der Kunst setzte. Offiziell beugte sich Tyra diesem Wunsch, aber als sie auf der Högre Konstindustriella skolan, dem heutigen Konstfack, ihr Studium begonnen hatte, blieb kein Platz mehr für die Lehrerausbildung, denn die Künstlerin wolle einfach alles über künstlerische Techniken wissen. Während ihres letzten Studienjahres besuchte die Künstlerin dann parallel auch die Kunstakademie in Stockholm.

Nach ihrer Ausbildung als Künstlerin begann für Tyra Lundgren ein langer Lehrprozess, denn während der 20er und 30er Jahre reiste sie durch Europa um in den verschiedensten Keramik- und Glasfabriken zu arbeiten und ihre Kenntnisse als Designerin und Künstlerin praktisch anzuwenden, aber auch um ihren eigenen Stil zu finden, wobei hierbei vor allem ihr Aufenthalt in Rom und in Paris von großer Bedeutung war. Die freie Kunst wurde jedoch vom Ausbruch des Zweiten Weltkrieges gebremst, da die Künstlerin zurück nach Schweden musste, wo man eine sehr konservative Einstellung zu Kunst hatte, die zudem immer einen Zweck erfüllen musste. Ihr ihrem Stockholmer Atelier begann Lundgren sich daher mit der Skulptur und öffentlichen Objekten zu beschäftigen, ohne jedoch die keramische Kunst vollständig fallen zu lassen.


9. Januar 1202: Birger Brosa unter Knut Eriksson und Sverker den yngre
9. Januar 1636: Die neue schwedische Kupferkompanie
9. Januar 1811: Königin Desideria kommt in Schweden an
9. Januar 1900: Der Lorensbergs Cirkus in Göteborg brennt 
9. Januar 1939: Annette Kullenberg, die Schriftstellerin mit der spitzen Zunge 
9. Januar 1954: Der Frachtdampfer Nedjan sinkt bei Eggegrund 
9. Januar 1969: Die Rechten Schwedens werden zur Moderaten Sammlungspartei 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 17. Dezember 2013

Der schwedische Künstler Gunnar G:son Wennerberg

Gunnar Gunnarsson Wennerberg wurde am 17. Dezember 1863 in Skara als Sohn des Lektors Gunnar Wennerberg und der Gräfin Cronstedt geboren und begann erst in Stockholm, anschließend in Växjö und schließlich in Uppsala ein Studium, das ihn zum Juristen führen sollte. Im Jahr 1886 gab Wennerberg dann plötzlich seine Laufbahn auf und ging nach Paris um mit einigen schwedischen Künstlern und Prinz Eugen umzugehen und zu malen zu beginnen.

In Paris entwickelte sich Gunnar Gunnarsson Wennerberg zu einem Maler, der vor allem Blumen malte, aber auch einige Portraits erstellte. Der Erfolg ließ kaum auf sich warten, denn schon 1891 hatte Wennerberg seine erste größere Ausstellung in Stockholm, der ein Jahr später eine zweite Ausstellung folgte. Um diese Zeit verließ der Künstler dann erneut seinen eingeschlagenen Weg und ging mehr und mehr zur dekorativen Kunst und zur Textilkunst über, was dann jedoch der Übergang zu einer weiteren Kunstart wurde.

Im Jahre 1895 wurde Gunnar Gunnarsson Wennerberg nämlich von der Porzellanfabrik Gustavsberg entdeckt für die er dann einige der bedeutendsten Muster zeichnete. Sein Relief mit einem Tulpenmotiv und das Dekor Liljenkonvalj sind noch heute zu erhalten. Seine früheren Werke werden bei Auktionen zu Höchstpreisen versteigert. Wennerberg war jedoch niemand, der an einer Stelle bleiben konnte, denn 1908 verließ er Gustavsberg und kehrte nach Paris zurück, wo er dann einige sehr bedeutende Aufträge großer Keramikhäuser erhielt, ohne jedoch noch viel zu leisten, da er sehr bald erkrankte und schon 1914 in Paris starb.


17. Dezember 1860: Königin Desideria, die unschwedische Königin 
17. Dezember 1951: Der Film „Sie tanzte nur einen Sommer“ hat Premiere

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 6. November 2013

Der schwedische Architekt Carl Nyrén

Als der schwedische Architekt Carl Nyrén am 6. November 2011 in Stockholm starb, verschwand zwar einer der größten modernen Architekten Schwedens, nicht jedoch sein Architekturbüro, das von seinen früheren Angestellten übernommen worden war. Nyrén war 1967 der erste Architekt, der den damals neu gestifteten Träpriset (Holzpreis) erhielt, einen der zahlreichen Preise mit denen seine Arbeiten ausgezeichnet wurden. 1985 wurde der Architekt auch zum Ehrendoktor der Kungliga Tekniska högskolan in Stockholm ernannt.

Carl Nyrén war gewissermaßen mit der Bautätigkeit aufgewachsen, da sein Vater Teilhaber an einem holzverarbeitenden Unternehmen war. Seine Ausbildung zum Architekten schloss er 1942 an der Königlichen Technischen Hochschule ab, der eine zweijährige Anstellung beim Seefahrtsamt und vier Jahre beim Architekten Paul Hedqvist folgten. Aber da das Ziel Nyréns ein eigenes Architekturbüro war, gründete er 1948 das Nyréns Arkitektkontor in Stockholm, das sich vor allem auf öffentliche Bauten und Kirchen spezialisierte.

Das bekannteste, wenn auch nicht ausdrucksstärkste, Bauwerk von Carl Nyrén ist die Västerortskyrkan in Vällingby, die Le Corbusier als eine der drei schönsten Kirchen weltweit bezeichnete. Zweifellos hat jedoch bereits dieses Gebäude aus dem Jahre 1956 alle Zeichen, die typisch für die Architektur Nyréns sind, denn alle seine Gebäude zeichnen sich durch einen klaren und einfachen Stil aus bei denen Beton, Verputz und Holz sehr wichtig sind, abgesehen von den Fenstern, denn für Carl Nyrén war der Lichteinfluss im Raum eines der wichtigsten Elemente, wobei er den Fenstern oft ein sehr eigenwilliges und charakteristisches Aussehen gab, da der Architekt Design mit der Lichteinstrahlung verknüpfen wollte.


6. November 1907: Gustav Jonsson und das Kinderdorf Skå 
6. November 1964: Hans von Euler-Chelpin erhält den Nobelpreis in Chemie

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Sonntag, 19. Mai 2013

Jean Eric Rehn und der gustavianische Stil Schwedens

Als der Architekt und Graveur Jean Eric Rehn am 19. Mai 1793 starb, hatte er zwar einige interessante Gebäude Schwedens gebaut, so das Schloss Österby und das Schloss Väsby im Uppland, sowie das Schloss Ljung in Östergötland. Seine wahre Stärke war jedoch nicht die Architektur, sondern das Design und die Gravur zumal er  hier, durch den Einfluss des Stiles des französischen Königs Ludwig XVI. der Gründer des gustavianischen Stils war, eine der bedeutendsten Kunstrichtungen Schwedens.

Ursprünglich war Jean Eric Rehn als Zeichner von Befestigungen beim Militär beschäftigt, aber als er dann mit 23 Jahren nach Paris geschickt wurde um die Gravur zu studieren, wurde er Schüler des französischen Meisters Jacques-Philippe Le Bas, der ihn Jagdszenen stechen ließ. Nach seiner Rückkehr gehörte Rehn zu den wenigen Schweden, die in der Lage waren künstlerische Arbeiten als Kupferstiche zu liefern. Wie selbstverständlich begann Rehn daher französische Muster der schwedischen Mode anzupassen und wurde zum Modedesigner für Produkte aus Seide, Wolle und Leinen. So nebenbei begann er zusätzlich Tapetenmuster zu entwerfen und Muster für Juweliere und Porzellanfabriken zu zeichnen oder in Kupfer zu stechen. Mit der Zeit richtete er sogar eine Schule für Kupfergravur in der Kunstakademie ein.

Die Fähigkeit von Jean Eric Rehn als Graveur wurde natürlich auch am königlichen Hof bemerkt, was zur Folge hatte, dass der Künstler im Jahr 1755 von Königin Lovisa Ulrika nach Frankreich und Rom geschickt wurde um nach Ideen zu suchen, die man für die Einrichtung von Schlössern nutzen konnte. Als Rehn 16 Monate später nach Schweden zurückkehrte, gestaltete er den Anbau des Schlosses Drottningholm, richtete einige Räume des Stockholmer Schlosses ein und wurde von König Gustav III. gebeten auch Teile des Schlosses Gripsholm neu zu gestalten. Rehn hatte sich damit vom Zeichner von Befestigungen zu einem exklusiven Innenarchitekt entwickelt.


19. Mai 1951: Religionsfreiheit und Svenska Kyrkan in Schweden 
19. Mai 1956: Der schwedische Regisseur Kristian Petri

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 16. Mai 2013

Eine Ausstellung in Stockholm verändert die Architektur des Landes

Die Stockholmausstellung (Stockholmsutställning), die am 16. Mai 1930 eröffnet wurde, war offiziell eine Ausstellung für Architektur, Design und Kunsthandwerk, auch wenn der Hintergrund für diese Ausstellung mit einem gewissen Hintergedanken veranstaltet wurde, der insbesondere die Architektur des Landes betraf. Nachdem im Vorjahr das Kaufhaus NK (Nordiska Kompaniet) in Stockholm bereits bei Möbeln den Funktionalismus erfolgreich eingeführt hatte, wollten die Veranstalter nun diesen Stil auf das gesamte Bauwesen ausdehnen und allgemein bekannt machen.

Bereits die Wahl des Architekten für die Ausstellung sollte ein Zeichen setzen und zeigen, dass auch Schweden bei Architektur und Design der Zukunft entgegenkommt, denn es war kein geringerer als Le Courbusier, der ursprünglich für die Ausstellung verantwortlich sein sollte. Nur als dieser ablehnte, ohne einen konkreten Grund zu nennen, ging der Auftrag an Gunnar Asplund, einen Pionier des schwedischen Funktionalismus, der bereits ab 1928 an einer Erneuerung der schwedischen Architektur arbeitete.

Obwohl Gunnar Asplund den Funktionalismus in Schweden durch eine etwas weichere Form als auf dem Kontinent einführte, war die Kritik in Schweden ziemlich massiv, denn die Mehrheit der Schweden sah diesen nüchternen und praktischen Stil als „arm“ an, dem, im Gegensatz zum Jugendstil und der Nationalromantik, jede Persönlichkeit fehlt. Nach der Ausstellung war jedoch der Funktionalismus auch in Schweden nicht mehr aufzuhalten, was natürlich auch damit zusammenhing, dass die Ausstellung von über vier Millionen Schweden besucht worden war, die den Funktionalismus mit dem Aufbruch in eine moderne Zeit verglichen, der zudem die Kosten beim Hausbau bedeutend reduzierte.


16. Mai 1900: Massenmord auf dem Mälaren 
16. Mai 1923: Alkoholverkauf in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin