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Samstag, 19. Dezember 2015

Die Caroli kyrka, die Deutsche Kirche in Malmö

Die am 19. Dezember 1880 eingeweihte Caroli kyrka in Malmö, in der seit 2010 keinerlei Gottesdienste mehr abgehalten werden, da sie ein Jahr vorher privatisiert worden war und 2010 auch entweiht wurde, spielt eine besondere Rolle in der Kirchengeschichte Schwedens, was eventuell auch dazu beigetragen hat dass sie auch im Inneren noch den Aspekt einer Kirche beibehalten hat, auch wenn die ursprüngliche Altartafel durch eine modernere ersetzt wurde und keine sakralen Werte mehr im Bau zu finden sind.


Die Geschichte der Caroli Kirche geht im Grunde bis zu Beginn des 17. Jahrhunderts zurück, als in Malmö sehr viele Deutsche wohnten, die mangels einer eigenen Kirche regelmäßig jene in Kopenhagen besuchten. Mit dem Frieden in Roskilde im Jahre 1658 änderten sich jedoch die Verhältnisse, denn das vorher dänische Schonen gehörte plötzlich zu Schweden und Kopenhagen war damit keine Alternative mehr. Da sich die deutsche Gemeinschaft jedoch auch nicht der im Grunde obligatorischen Svenska Kyrkan anschließen wollte, baten sie den König Schwedens um eine Ausnahmegenehmigung, die ihnen Karl XI.  auch gewährte. Bereits am 1. Oktober 1693 konnte dann die deutsche Kirche eingeweiht werden, wobei sie zu Ehren des Königs auch den Namen Caroli kyrka erhielt.

Bis 1778 wurde der Gottesdienst in der Malmöer Caroli kyrka ausschließlich in Deutsch abgehalten und nach einer Übergangszeit musste die Kirchengemeinde dann 1831 ganz auf schwedisch übergehen. Die deutsche Gemeinde wuchs, die kleine Kirche veraltete und 1879 entschied sich Malmö dafür die Kirche abzureißen und die Kirchengemeinde ganz in die schwedische Versammlung einzugliedern und dafür eine neue Kirche zu bauen, die Sankt Pauli kyrka. Letztendlich wurden dann jedoch zwei Kirchen gebaut und die deutsche Gemeinde erhielt eine neue Caroli kyrka. Die Kirchenversammlung als solches wurde jedoch 1949 aufgelöst und man diskutierte viel über die Zukunft der Kirche, die letztendlich ein Verein verwalten durfte, bis sie im Jahr 2000 an die Musikhochschule Malmö vermietet und 2009 verkauft wurde.


19. Dezember 1666: Die Gründung der schwedischen Universität Lund
19. Dezember 1893: Harry Blomberg und die religiöse Literatur des 20. Jahrhunderts
19. Dezember 1917: Die Knut und Alice Wallenberg Stiftung 
19. Dezember 1954: Frans G. Bengtsson, Militärromantik und die Antidemokratie

19. Dezember 1996: Die Schengener Abkommen in Schweden
19. Dezember 2011: Das Ende der klassischen, schwedischen Saab Automobile

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 1. September 2012

Ein Großbrand in Stockholm ändert die Stadtplanung

Am 1. September 1625 brach in einer Brauerei bei Kåkbrinken in der Altstadt Stockholms (gamla stan) ein Brand aus, der in kurzer Zeit die südwestliche Altstadt in Schutt und Asche legte. Da in diesem Abend ein starker Wind vom Mälaren kam, war es sehr schwierig den Brand zu löschen und zweimal entzündete sich selbst die Deutsche Kirche, die jedoch glücklicherweise beide Male wieder gelöscht werden konnte. Als der Brand vom Brandwächter in der Storkyrkan Stockholms aus entdeckt wurde, arbeiteten nur zwei Frauen in der Brauerei denen man unmittelbar die Schuld am Brand geben wollte.

Natürlich wollte man später wissen wie es zu diesem Großbrand kommen konnte, da man dachte alle Vorsichtsmaßnahmen gegen Brände in Stockholm getroffen zu haben. Der erste Gedanke war natürlich, dass die beiden Frauen den Brand durch eine Nachlässigkeit verursacht hatten. Mangels Beweis wurden die beiden jedoch nach einem Monat Haft wieder frei gelassen und es kam der Gedanke auf, dass der Schornstein nicht ordnungsgemäß gegen Brand gesichert war. Da auch dies nicht mehr zu beweisen war, klagte man die Feuerwehr an zu langsam am Brandort gewesen zu sein und schließlich hieß es auch noch, dass der Brandwächter auf dem Turm der Storkyrkan den Brand zu spät gemeldet habe. Letztendlich wurde jedoch niemand vor Gericht gestellt und die Ursache blieb ein Rätsel.

Allerdings sollte der Brand auch eine positive Wirkung zeigen, denn unmittelbar nach dem Brand wurden alle Schornsteine Stockholm auf ihre Brandsicherheit überprüft und jedes Gebäude musste über die Vorläufer der heutigen Brandlöscher verfügen. Anschließend bestimmte der König, dass die Altstadt neu geplant werden musste, wodurch sie ihre heutiges Straßensystem bekam. Zudem mussten alle Neubauten in Stein erfolgen und durften nicht mehr aus Holz errichtet werden. Auf diese Weise entstand dann auch die erste Paradestraße Stockholms, die Stora Nygatan, die damals allerdings noch Stora Konungsgatan hieß. Auch die Lilla Nygatan geht auf die Zeit nach dem Großbrand zurück.


1. September 1736: Schweden und Sveriges rikes lag, Grundlagen der Gesetze
1. September 1958: Keith Cederholm und der Aufreißermord in Malmö
1. September 1982: Gunnar Bohman, mit der Laute zum Weltruhm 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 27. Juli 2012

Die Visby Sankta Maria Domkyrka, die Kathedrale Visbys

Die Visby Sankta Maria Domkyrka, auch als Kathedrale Visby bezeichnet, wurde am 27. Juli 1225 vom Linköpinger Bischof Bengt eingeweiht, wobei der Bau der Kirche bereits im Jahre 1190 begann und das Zeichen einer Uneinigkeit der deutschen Katholiken auf Gotland war. Ohne diese Zwistigkeit, die als „Ryssbråket“ in die Geschichte Gotlands einging und etwas über drei Jahre andauert, wäre dieses imposante Gebäude Gotlands vermutlich nie entstanden.

Die deutschen Kaufleute, die sich fest auf Gotland angesiedelt hatten, verfügten um diese Zeit über die Sankt Pers Kirche und verweigerten den deutschen katholischen Kaufleuten, die nur zu Handelsfahrten nach Gotland kamen, die Teilnahme am Gottesdienst. Aus diesem Grund sammelten diese Gelder bei allen deutschen Handelsfahrzeugen um eine eigene Kirche zu bauen. Die sehr langsam entstehende Kirche, die nach deutschen Vorbild gebaut wurde, wird in Visby bis heute oft noch als „tyskarnas kyrka“ bezeichnet, auch wenn dies zumindest seit 1429 eine falsche Bezeichnung ist.

Als die Visby Sankta Maria Domkyrka 1225 fertig war, war sie keiner festen Kirchengemeinde zugeordnet und hatte zudem zwei Priester, die sie parallel für ihre Messen benutzten. Zum einen handelte es sich dabei um die deutschen Christen, zum anderen um jene Gotlands, die allerdings bis zu Beginn des 15. Jahrhundert weitaus kleiner war als die deutsche Kirchenversammlung. 1429 wurden dann die beiden Kirchengemeinden vereint und vermutlich 1533 mussten die Bewohner Visbys ihre ursprüngliche Kirche Sankt Hans verlassen und die Marienkirche auf Visby wurde zur offiziellen Versammlungskirche der Stadt.


27. Juli 1361: Valdemar Atterdag erobert die Stadt Visby
27. Juli 1939: Pelle Svanslös, die gutgläubigste Katze Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin